Strompreis aktuell: Was die Kilowattstunde 2026 kostet und was sich 2027 ändert

Der Strompreis für Haushalte liegt in Deutschland 2026 bei durchschnittlich 37,0 Cent je Kilowattstunde – so die BDEW-Strompreisanalyse vom August 2026 für einen Jahresverbrauch von 3.500 kWh. Der Strompreis ist der Betrag, den ein Haushalt je verbrauchter Kilowattstunde zahlt, einschließlich Netzentgelten, Steuern, Abgaben und des anteiligen Grundpreises. Dass das Thema gerade wieder hochkocht, hat einen messbaren Grund: An der Börse kostete Strom im September 2026 im Schnitt 14,48 Cent je kWh und damit 73 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, und seit dem 1. Oktober stehen die vorläufigen Netzentgelte für 2027 fest. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • 37,0 ct/kWh im Schnitt für Haushalte (BDEW, August 2026), 37,97 ct/kWh über alle laufenden Verträge im 1. Halbjahr 2026 (Destatis).
  • 41 Prozent des Preises sind Beschaffung und Vertrieb, 25 Prozent Netzentgelte, 34 Prozent Steuern, Abgaben und Umlagen.
  • Börsenstrom: 144,82 Euro je MWh im September 2026 nach 83,51 Euro im September 2025 (SMARD-Daten).
  • 2027: Übertragungsnetzentgelt vorläufig 3,54 statt 2,86 ct/kWh, der Bundeszuschuss sinkt von 6,5 auf 5,525 Milliarden Euro.

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Was kostet eine Kilowattstunde Strom aktuell in Deutschland?

Steckdosenleiste und ungeöffneter Brief auf einem Küchentisch – Symbolbild für den aktuellen Strompreis je Kilowattstunde

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Eine Kilowattstunde Strom kostet Haushalte 2026 im Durchschnitt 37,0 Cent, meldet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft in seiner BDEW-Strompreisanalyse mit Datenstand August 2026. Das Statistische Bundesamt kommt für das 1. Halbjahr 2026 auf 37,97 Cent. Beide Zahlen stimmen, sie messen nur Verschiedenes – und wer die Angst vor der nächsten Abrechnung an einer Zahl festmachen will, sollte wissen, an welcher.

Der BDEW-Wert bildet Tarife ab, die zum Stichtag abschließbar waren, also Neuverträge samt Grundversorgung, gewichtet mit 78 Prozent Tarifprodukten und 22 Prozent Grundversorgung. Der Grundpreis ist für 3.500 kWh Jahresverbrauch anteilig eingerechnet. Ausdrücklich nicht abgebildet ist der Durchschnitt aller bestehenden Verträge. Genau den liefert Destatis: Dort werden bei den Versorgern alle Verkaufspreise erhoben, inklusive Grund- und Arbeitspreis, Netzentgelten, Steuern, Abgaben und Umlagen.

Quelle Preis je kWh Zeitraum
BDEW, abschließbare Tarife 37,0 ct 2026, Stand 08/2026
Destatis, alle Verträge 37,97 ct 1. Halbjahr 2026
Bundesnetzagentur, alle Verträge 40,1 ct 1. April 2025

Abruf 06.10.2026. BDEW: Jahresverbrauch 3.500 kWh, Grundpreis anteilig. Destatis: Durchschnitt aller privaten Haushalte, Pressemitteilung Nr. 345 vom 30.09.2026. Bundesnetzagentur: Monitoringbericht 2025, Verbrauchsband 2.500 bis 5.000 kWh. Die Werte sind wegen unterschiedlicher Methodik nicht eins zu eins vergleichbar.

Laut der Destatis-Pressemitteilung vom 30. September 2026 lag der Strompreis für private Haushalte im 1. Halbjahr 2026 um 6,4 Prozent unter dem 2. Halbjahr 2025, aber 16,4 Prozent über dem 1. Halbjahr 2021. Den Rückgang erklärt die Behörde so: „Ein wichtiger Grund für die gesunkenen Strompreise waren die niedrigeren Netzentgelte“, die durch den Bundeszuschuss an die Netzbetreiber günstiger wurden. Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die Veröffentlichungen von BDEW, Destatis, Bundesnetzagentur und den Übertragungsnetzbetreibern ausgewertet und die Börsenpreise selbst aus den SMARD-Daten berechnet.

Wie teuer ist Strom in Deutschland im europäischen Vergleich?

Deutsche Haushalte zahlten im 2. Halbjahr 2025 laut Eurostat 38,69 Cent je kWh und damit rund 34 Prozent mehr als der EU-Durchschnitt von 28,96 Cent. Teurer war in der EU nur Irland mit 40,42 Cent; Frankreich lag bei 25,61 Cent, Ungarn bei 10,82 Cent. Die Werte stammen aus der Eurostat-Tabelle nrg_pc_204 für das Verbrauchsband 2.500 bis 4.999 kWh inklusive aller Steuern (Abruf 06.10.2026). Der BDEW weist darauf hin, dass ein Teil des Abstands kaufkraftbereinigt schrumpft – an der Rechnung ändert das nichts.

Strompreis Grundversorgung vs. Sondervertrag: Wie groß ist der Unterschied?

In der Grundversorgung kostete die Kilowattstunde zum Stichtag 1. April 2025 im Schnitt 44,93 Cent, bei einem anderen Lieferanten als dem örtlichen Grundversorger 38,20 Cent – so der Monitoringbericht 2025 von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt. Die Differenz beträgt 6,73 Cent je kWh. Dazwischen liegt mit 39,51 Cent der Sondervertrag beim eigenen Grundversorger, also der Tarifwechsel ohne Anbieterwechsel.

Für einen Haushalt mit 3.500 kWh ergibt die Differenz von 6,73 Cent rechnerisch 235,55 Euro im Jahr, bei 2.500 kWh sind es 168,25 Euro. Das ist unsere Rechnung aus den Behördenzahlen, kein Versprechen: Neuere amtliche Stichtagswerte gab es am 6. Oktober 2026 noch nicht, und die Spanne hat sich seit dem Frühjahr 2025 verschoben. Die Richtung ist aber seit Jahren dieselbe. Laut Bundesnetzagentur steckten 2024 trotzdem noch rund 22 Prozent der Stromkunden in der Grundversorgung.

Ist Grundversorgung bei Stadtwerken immer teurer?

Im Durchschnitt ja, im Einzelfall nicht zwingend. Die 44,93 Cent sind ein Mittelwert über alle Grundversorger; einzelne liegen darunter. Und derselbe Grundversorger bietet meist selbst günstigere Sonderverträge an – im Schnitt 5,42 Cent je kWh unter seinem Grundversorgungstarif. Entscheidend ist deshalb euer eigener Vertrag: Arbeitspreis und Grundpreis stehen auf der Jahresabrechnung, der Vergleich dauert wenige Minuten.

Dass gewechselt wird, zeigen die Zahlen: 2024 wechselten rund 7,1 Millionen Stromkunden ihren Lieferanten, ein Plus von 18 Prozent und laut Bundesnetzagentur ein Allzeithoch; Haushalte konnten zwischen 139 Stromanbietern wählen. In unserem eigenen Deal-Archiv standen am 6. Oktober 2026 sechs veröffentlichte Beiträge zu Stromtarifen und Stromvergleichen, vier davon nennen einen Wechselbonus zwischen 40 und 100 Euro. MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt. Wie der Wechsel Schritt für Schritt abläuft und wo Boni einen Haken haben, steht in unseren Tipps zum Stromanbieterwechsel.

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Drei unterschiedlich hohe Bausteinstapel neben einem Stromkabel – Symbolbild für die Zusammensetzung des Strompreises

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Der Strompreis besteht 2026 zu 41,0 Prozent aus Beschaffung und Vertrieb, zu 25,0 Prozent aus Netzentgelten und zu 34,0 Prozent aus Steuern, Abgaben und Umlagen – so die BDEW-Strompreisanalyse August 2026 (PDF). In Cent sind das 15,17, 9,24 und 12,57 von insgesamt 37,0 Cent je Kilowattstunde. Nur den ersten Block kann euer Lieferant selbst beeinflussen.

Bestandteil ct/kWh Anteil
Beschaffung und Vertrieb 15,17 41,0 %
Netzentgelt inkl. Messung 9,24 25,0 %
Mehrwertsteuer 5,91 16,0 %
Stromsteuer 2,05 5,5 %
Konzessionsabgabe 1,67 4,5 %
Aufschlag besondere Netznutzung 1,56 4,2 %
Offshore-Netzumlage 0,94 2,5 %
KWKG-Umlage 0,45 1,2 %

Quelle: BDEW-Strompreisanalyse, Datenstand 08/2026, Haushalt mit 3.500 kWh, Grundpreis anteilig enthalten. Die Anteile der sechs staatlichen Posten haben wir aus den Cent-Werten selbst berechnet; Rundungsdifferenzen möglich. Die EEG-Umlage fehlt, weil sie seit Mitte 2022 nicht mehr über den Strompreis erhoben wird.

Welche staatlichen Abgaben und Steuern sind im Strompreis enthalten?

Sechs Posten: Mehrwertsteuer, Stromsteuer, Konzessionsabgabe, der Aufschlag für besondere Netznutzung, die Offshore-Netzumlage und die KWKG-Umlage. Die Stromsteuer ist gesetzlich fixiert – § 3 Stromsteuergesetz nennt 20,50 Euro je Megawattstunde, also 2,05 Cent je kWh. Die Mehrwertsteuer von 19 Prozent fällt auf alle anderen Bestandteile an, auch auf die Stromsteuer. Die Konzessionsabgabe geht an die Gemeinde; 1,67 Cent sind laut BDEW der Durchschnitt.

Unterschied Arbeitspreis und Grundpreis

Der Arbeitspreis wird je verbrauchter Kilowattstunde berechnet, der Grundpreis fällt als fester Betrag pro Monat oder Jahr an – unabhängig vom Verbrauch. Deshalb zahlen kleine Haushalte je kWh spürbar mehr: Laut Destatis kostete Strom im 1. Halbjahr 2026 bei weniger als 1.000 kWh Jahresverbrauch 57,99 Cent, bei mehr als 15.000 kWh nur 30,55 Cent. Wer Tarife vergleicht, rechnet also immer mit dem eigenen Verbrauch und nie nur mit dem Arbeitspreis.

Warum ist Strom je nach Region unterschiedlich teuer?

Weil jeder Verteilnetzbetreiber ein eigenes Netzentgelt erhebt. Für 2025 weist der Monitoringbericht 2025 (PDF) für Haushaltskunden mengengewichtete Netto-Netzentgelte zwischen 7,96 Cent je kWh in Bremen und 14,17 Cent in Hamburg aus; einzelne Netze reichten von 5,92 bis 21,70 Cent. Das sind Werte vor dem Bundeszuschuss 2026, die Rangfolge der Länder kann sich seither verschoben haben. Wie der Zuschuss auf den Strompreis wirkt, erklärt der BDEW in einem kurzen Video auf seinem offiziellen Kanal:

Für euch heißt das: Derselbe Tarif eines bundesweiten Anbieters kostet in zwei Postleitzahlgebieten unterschiedlich viel, ohne dass der Anbieter daran etwas verdient. Ein Preisvergleich funktioniert deshalb nur mit eurer eigenen Postleitzahl.

Warum schwankt der Strompreis an der Börse?

Windpark und Solarfeld unter wechselhaftem Himmel – Symbolbild für schwankende Börsenstrompreise

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Der Börsenstrompreis lag im September 2026 bei durchschnittlich 144,82 Euro je Megawattstunde, also 14,48 Cent je kWh – errechnet aus den stündlichen Day-Ahead-Preisen der Gebotszone Deutschland/Luxemburg, die die Bundesnetzagentur auf SMARD veröffentlicht (Abruf 06.10.2026). Im September 2025 waren es 83,51 Euro. Das ist ein Plus von 73 Prozent in zwölf Monaten, und in der ersten Oktoberwoche (1. bis 7. Oktober) stieg der Mittelwert weiter auf 183,33 Euro.

Damit ist auch die Frage beantwortet, warum der Strompreis Anfang Oktober 2026 so häufig gesucht wird. Einen einzelnen Beschluss vom 6. Oktober haben wir nicht gefunden. Belegbar ist ein Bündel aus drei Meldungen innerhalb einer Woche: die Halbjahrespreise von Destatis am 30. September, die vorläufigen Netzentgelte der Übertragungsnetzbetreiber am 1. Oktober und ein Börsenpreis, dessen Monatsmittel im September so hoch lag wie zuletzt im Dezember 2022 (251,62 Euro je MWh). Der BDEW führt den Anstieg der Großhandelspreise auf den Iran-Krieg zurück und hält fest, dass er sich bis August nicht nennenswert in den Neutarifen niedergeschlagen hat.

Was bedeutet Spotmarkt beim Strompreis?

Am Spotmarkt wird Strom für den nächsten Tag stundenweise gehandelt, der Preis entsteht aus Angebot und Nachfrage. Viel Wind und Sonne drücken ihn, teure Gaskraftwerke treiben ihn. Im September 2026 reichte die Spanne laut SMARD-Daten von minus 19,00 bis plus 697,31 Euro je Megawattstunde. Die meisten Versorger kaufen den Strom für ihre Festpreiskunden allerdings Monate bis Jahre im Voraus am Terminmarkt ein – deshalb folgen Haushaltstarife der Börse mit Verzögerung und geglättet.

Was passiert, wenn der Strompreis an der Börse negativ ist?

Dann zahlen Erzeuger dafür, dass ihnen jemand Strom abnimmt. Im September 2026 war das in 36 von 720 Stunden der Fall, im August in 54 von 744 Stunden. Bei euch kommt davon mit einem Festpreistarif nichts an, denn euer Arbeitspreis ist vertraglich fixiert. Und selbst im dynamischen Tarif wird der Strom nicht verschenkt: Netzentgelt, Steuern und Umlagen von zusammen rund 21,8 Cent je kWh im BDEW-Durchschnitt fallen auch in diesen Stunden an. Für wen sich das Modell trotzdem rechnet, erklären wir im Ratgeber zu dynamischen Stromtarifen.

Ein Vergleich zeigt, wie eng es für Lieferanten wird: Der BDEW setzt für Beschaffung und Vertrieb 15,17 Cent je kWh an, der Spotpreis allein lag im September bei 14,48 Cent. Bleibt die Börse auf diesem Niveau, wird der günstigste Block des Preises teurer. Eine amtliche Prognose dazu gibt es nicht, und wir geben auch keine ab.

Was ändert sich 2027 beim Strompreis?

Umspannwerk mit Hochspannungsleitungen im Morgenlicht – Symbolbild für die Netzentgelte 2027

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Das durchschnittliche Übertragungsnetzentgelt steigt 2027 vorläufig von 2,86 auf 3,54 Cent je Kilowattstunde, das sind knapp 24 Prozent mehr. Die Zahl haben die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW am 1. Oktober 2026 genannt, wie die Zeitung für kommunale Wirtschaft berichtet. Ohne Bundeszuschuss läge das Entgelt demnach bei 6,52 Cent.

Beschlossen ist davon noch nichts endgültig. Auf netztransparenz.de schreiben die Netzbetreiber, dass die Entgelte unter Vorbehalt stehen: Der Zuschuss von 5,525 Milliarden Euro soll aus dem Klima- und Transformationsfonds kommen und in einem neuen § 24d Energiewirtschaftsgesetz verankert werden. Besteht bis zum 7. Dezember 2026 keine Rechtssicherheit, werden die endgültigen Entgelte höher ausfallen. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung (Bundestagsdrucksache 21/8236 vom 28. September 2026) sieht den Zuschuss für 2027 bis 2029 vor – nach 6,5 Milliarden Euro im Jahr 2026, also knapp eine Milliarde weniger pro Jahr.

Einfluss von Netzentgelten auf den Strompreis

Was bei Haushalten ankommt, entscheidet sich im Verteilnetz. Nach § 20 Absatz 1 Energiewirtschaftsgesetz müssen Netzbetreiber ihre Entgelte für das Folgejahr spätestens zum 15. Oktober veröffentlichen; erst dann lässt sich für euer Netzgebiet rechnen. Zur Größenordnung ein Rechenbeispiel, keine Prognose: Würden die 0,68 Cent Aufschlag eins zu eins durchgereicht, wären das mit Mehrwertsteuer 0,81 Cent je kWh oder 28,32 Euro im Jahr bei 3.500 kWh.

Wie ungleich die Entlastung schon 2026 ausfiel, zeigt die Aktenlage. Die Bundesregierung nennt im Gesetzentwurf für 2026 einen Rückgang der Haushalts-Netzentgelte um durchschnittlich rund 2 Cent je kWh. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hält in seiner Kurzstellungnahme vom 13. August 2026 dagegen: In den von ihm untersuchten Netzgebieten lag die Ersparnis im Schnitt bei 56 Euro pro Jahr, angestrebt hatte die Regierung 100 Euro.

Sinkt 2027 die Stromsteuer für Haushalte?

Nach heutigem Stand nein. Haushalte zahlen weiter 2,05 Cent je kWh, während für das produzierende Gewerbe laut BDEW 0,05 Cent gelten. Der vzbv erinnert daran, dass der Koalitionsvertrag eine dauerhafte Entlastung um mindestens fünf Cent je kWh und die Senkung der Stromsteuer für alle angekündigt hatte. Bekämen Haushalte denselben Satz wie die Industrie, wären das nach unserer Rechnung 2,38 Cent brutto je kWh oder 83,30 Euro im Jahr bei 3.500 kWh – ein Beschluss dazu liegt nicht vor.

Offen sind außerdem die Umlagen: Für KWKG-Umlage, Offshore-Netzumlage und den Aufschlag für besondere Netznutzung waren am 6. Oktober 2026 auf netztransparenz.de noch keine Werte für 2027 veröffentlicht. Was 2027 sonst an Abgaben auf Verbraucher zukommt, haben wir für die Plastiksteuer und die Heizkosten 2027 zusammengetragen.

Wie berechne ich meine jährlichen Stromkosten?

Jahresverbrauch in Kilowattstunden mal Preis je Kilowattstunde: Mit den 37,0 Cent aus der BDEW-Analyse vom August 2026 kostet ein Verbrauch von 3.500 kWh rechnerisch 1.295 Euro im Jahr oder knapp 108 Euro im Monat. Genauer wird es mit eurem eigenen Vertrag – Arbeitspreis mal Verbrauch plus Grundpreis.

Jahresverbrauch Kosten pro Jahr Kosten pro Monat
1.500 kWh 555 € 46,25 €
2.500 kWh 925 € 77,08 €
3.500 kWh 1.295 € 107,92 €
4.500 kWh 1.665 € 138,75 €

Rechenbeispiel der Redaktion mit 37,0 ct/kWh (BDEW, Datenstand 08/2026). Der Durchschnittspreis gilt für 3.500 kWh mit anteiligem Grundpreis: Bei 1.500 kWh liegt der tatsächliche Preis je kWh höher, bei 4.500 kWh niedriger, weil sich der Grundpreis auf weniger oder mehr Kilowattstunden verteilt.

Welcher Verbrauch für eure Haushaltsgröße normal ist, steht im Ratgeber zum Stromverbrauch im Haushalt. Wer zusätzlich ein E-Auto lädt oder mit Strom heizt, landet schnell jenseits der Tabelle; dafür haben wir die Kosten fürs E-Auto-Laden und die Stromkosten einer Infrarotheizung getrennt durchgerechnet. Den umgekehrten Weg, weniger Strom aus dem Netz zu ziehen, beschreibt der Artikel zum Balkonkraftwerk.

Ein Cent Preisunterschied macht bei 3.500 kWh genau 35 Euro im Jahr aus. Mit dieser Faustzahl lässt sich jede Preisänderung und jedes Angebot in Sekunden einordnen: Steigt euer Arbeitspreis um drei Cent, sind es 105 Euro; verspricht ein Bonus 60 Euro, entspricht das nicht einmal zwei Cent – und nur im ersten Jahr.

Worauf achten bei einer Strompreiserhöhung?

Haushaltskunden müssen spätestens einen Monat vor einer Preisänderung informiert werden und dürfen dann ohne Frist zum Zeitpunkt der Änderung kündigen – das regelt § 41 Absatz 5 Energiewirtschaftsgesetz für Sonderverträge. Der Lieferant darf dafür kein gesondertes Entgelt verlangen. Die Mitteilung muss Anlass, Voraussetzungen und Umfang der Änderung einfach und verständlich nennen.

In der Grundversorgung gilt eine längere Frist: Nach § 5 Stromgrundversorgungsverordnung werden Preisänderungen nur zum Monatsbeginn wirksam und müssen mindestens sechs Wochen vorher öffentlich bekannt gegeben werden, begleitet von einem Brief an jeden Kunden. Auch hier besteht ein Kündigungsrecht ohne Frist zum Wirksamwerden. Für eine Erhöhung zum 1. Januar 2027 muss der Grundversorger also spätestens um den 20. November bekannt geben und schreiben, ein Sondervertrags-Anbieter spätestens Ende November.

Die Verbraucherzentrale rät, jedes Schreiben des Versorgers genau zu lesen, weil Preiserhöhungen manchmal wie Werbung aussehen, und die Kündigung wegen einer Preisänderung selbst zu erklären, statt sie dem neuen Anbieter zu überlassen. Die Kündigung muss beim Unternehmen eingehen, bevor der neue Preis gilt. Zwei Einschränkungen nennt das Gesetz selbst: Gibt der Lieferant nur eine geänderte Mehrwertsteuer unverändert weiter oder senkt er den Preis wegen gesunkener Umlagen, entsteht nach § 41 Absatz 6 kein Sonderkündigungsrecht. Fristen, Form und Musterformulierung findet ihr im Ratgeber Stromvertrag kündigen.

  • Preisgarantie prüfen: Eine eingeschränkte Garantie nimmt Steuern, Abgaben und häufig auch Netzentgelte aus – genau die Posten, die sich 2027 bewegen.
  • Datum notieren: Zugang der Mitteilung und Datum der Preisänderung entscheiden über Frist und Kündigungstermin.
  • Vergleichswert bilden: Neuer Arbeitspreis mal Jahresverbrauch plus Grundpreis, erst dann Angebote gegenüberstellen.

Ganz konkret trifft diese Differenz gerade die Kunden von grüüün, deren Belieferung am 31. Oktober 2026 endet. Wer danach drei Monate in der Ersatzversorgung bleibt, zahlt bei 2.500 kWh Jahresverbrauch nach den Durchschnittswerten der Bundesnetzagentur rund 42 Euro mehr als bei einem anderen Lieferanten. Wie der Wechsel rechtzeitig klappt, erklären wir für grüüün-Kunden Schritt für Schritt.

Vor- & Nachteile: Jetzt einen Festpreis mit Garantie abschließen?

Vorteile Nachteile
Arbeitspreis bleibt trotz hoher Börsenpreise planbar Fallende Börsenpreise kommen erst nach Vertragsende an
Abstand zur Grundversorgung zuletzt 6,73 ct/kWh Eingeschränkte Garantien decken Netzentgelte oft nicht
Sonderkündigungsrecht bei jeder einseitigen Preiserhöhung Bonus gilt meist nur im ersten Vertragsjahr
Wechsel ohne Technik, Zähler bleibt derselbe Netzentgelte 2027 stehen erst im Dezember endgültig fest

Häufige Fragen zum Strompreis

Wie wirkt sich die Netzentgeltanpassung auf meinen individuellen Preis aus?

Das hängt von eurem Verteilnetzbetreiber und von eurem Vertrag ab. Die vorläufigen Entgelte für 2027 müssen bis zum 15. Oktober 2026 veröffentlicht sein. Ob der Lieferant eine Änderung weitergibt, regelt die Preisgarantie: Bei einer eingeschränkten Garantie darf er es in der Regel, muss euch aber einen Monat vorher informieren.

Wie hoch ist der Grundpreis zusätzlich zum Arbeitspreis?

Das legt jeder Anbieter selbst fest; einen amtlichen Durchschnittswert für den Grundpreis allein haben wir nicht gefunden. In den 37,0 Cent des BDEW ist er für 3.500 kWh bereits anteilig enthalten. Wie stark er wirkt, zeigen die Destatis-Zahlen: 57,99 Cent je kWh bei sehr kleinem, 30,55 Cent bei sehr großem Verbrauch.

Was kostet eine kWh Strom aktuell für Neukunden?

Eine amtliche Tageszahl für Neukundenpreise gibt es nicht. Der BDEW-Durchschnitt von 37,0 Cent mischt abschließbare Tarife mit der Grundversorgung; Verträge außerhalb der Grundversorgung lagen im letzten Monitoringbericht der Bundesnetzagentur 6,73 Cent unter dem Grundversorgungspreis. Den für euch gültigen Wert liefert nur ein Vergleich mit Postleitzahl und Jahresverbrauch.

Warum ist Strom in Deutschland teurer als in Frankreich?

Laut Eurostat zahlten Haushalte im 2. Halbjahr 2025 in Deutschland 38,69 und in Frankreich 25,61 Cent je kWh. Der Abstand entsteht aus höheren Netzentgelten sowie Steuern und Umlagen, die hierzulande ein Drittel des Preises ausmachen, und aus einem anderen Kraftwerkspark.

Gibt es noch eine Strompreisbremse?

Nein. Die Strompreisbremse galt laut Bundesregierung ab Januar 2023 und ist ausgelaufen. Die aktuelle Entlastung läuft über den Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzkosten: 6,5 Milliarden Euro im Jahr 2026 und geplant 5,525 Milliarden Euro jährlich von 2027 bis 2029.

Wie viel kWh verbraucht ein Durchschnittshaushalt?

BDEW und Bundesnetzagentur rechnen mit einem Musterhaushalt von 3.500 kWh im Jahr beziehungsweise dem Band von 2.500 bis 5.000 kWh. Ein Single in der Wohnung liegt deutlich darunter, eine Familie mit elektrischer Warmwasserbereitung darüber.

Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif bei hohen Börsenpreisen?

Nur wer Verbrauch verschieben kann, profitiert von günstigen Stunden. Im September 2026 lag der Spotpreis im Mittel bei 14,48 Cent je kWh vor Netzentgelt und Steuern und in der Spitze bei 69,7 Cent. Ohne E-Auto, Wärmepumpe oder Speicher tragt ihr vor allem das Risiko.

Fazit: Den Strompreis versteht, wer drei Zahlen kennt

37,0 Cent kostet die Kilowattstunde im Schnitt, 14,48 Cent davon entsprachen im September 2026 allein dem Börsenpreis, und 0,68 Cent kommen 2027 beim Übertragungsnetzentgelt vorläufig obendrauf. Aus diesen drei Werten ergibt sich die Lage: Der Rückgang von 2026 ist real, sein wichtigster Treiber – der Bundeszuschuss – schrumpft, und der Großhandel ist deutlich teurer als vor einem Jahr.

  • Arbeitspreis, Grundpreis und Laufzeit der Preisgarantie aus dem eigenen Vertrag heraussuchen.
  • Bis Mitte Oktober die vorläufigen Netzentgelte des eigenen Netzbetreibers ansehen, bis Dezember die endgültigen.
  • Jede Preismitteilung datieren – ab Zugang läuft die Frist für das Sonderkündigungsrecht.

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Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

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