Dunkelflaute: Was sie ist und was sie fĂŒr euren Strompreis bedeutet
Eine Dunkelflaute treibt seit dem 28. Oktober 2026 den Börsenstrompreis in Deutschland nach oben: Am Donnerstag, 29. Oktober, lag der Day-Ahead-Preis laut SMARD der Bundesnetzagentur im Tagesmittel bei 314,85 Euro je Megawattstunde, am Sonntag davor waren es 13,12 Euro. Eine Dunkelflaute ist eine Wetterlage, in der ĂŒber lĂ€ngere Zeit gleichzeitig kaum Wind weht und kaum Sonne scheint, sodass Wind- und Solaranlagen nur einen Bruchteil ihrer Leistung liefern. Hier steht, was die Daten ĂŒber die aktuelle Lage zeigen, wie oft das passiert, warum das kein Blackout-Szenario ist und wer beim eigenen Strompreis tatsĂ€chlich draufzahlt. Stand: Oktober 2026.
Das Wichtigste in KĂŒrze
- Am 29. Oktober 2026 deckten Wind und Sonne laut SMARD nur 18,7 Prozent des Stromverbrauchs, zwischen 17 und 18 Uhr sogar nur 3,9 Prozent.
- Der teuerste Stundenwert lag bei 559,63 Euro je Megawattstunde, also knapp 56 Cent je Kilowattstunde vor Netzentgelten, Abgaben und Steuern.
- Wer einen Festpreis-Vertrag hat, zahlt in der Dunkelflaute keinen Cent mehr; betroffen sind Kunden mit dynamischem Tarif.
- Ein Blackout droht dadurch nicht: Die LĂŒcke fĂŒllen vor allem Gaskraftwerke, die Strompreise steigen, die Versorgung bleibt.
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Was ist eine Dunkelflaute?

Symbolbild â KI-generiert / MonsterDealz
Eine Dunkelflaute ist eine Phase, in der Wind- und Solaranlagen ĂŒber Stunden oder Tage nur sehr wenig Strom erzeugen, weil es gleichzeitig dunkel oder bewölkt und windstill ist. Der Deutsche Wetterdienst hat das 2018 so gemessen: Als kritisch galt, wenn die mittlere Erzeugung aus Wind und Sonne 48 Stunden lang unter zehn Prozent der Nennleistung blieb.
Die Bundesnetzagentur beschreibt den Begriff deutlich nĂŒchterner, als er klingt. In ihrem Insight-Beitrag zur Dunkelflaute heiĂt es wörtlich: âDoch eigentlich beschreibt es nur einen Zustand, der vor allem im Winter ganz normal ist: Die Sonne scheint nicht und gleichzeitig ist es windstill.â Neu ist nicht das Wetter, neu ist, dass Wind und Sonne inzwischen einen groĂen Teil des deutschen Stroms liefern und ihr Fehlen deshalb am Markt sichtbar wird.
Wer das Wort gerade zum ersten Mal hört, will meist zwei Dinge wissen: Wird der Strom knapp, und wird er fĂŒr mich teurer? Die kurze Antwort lautet: knapp nicht, teurer an der Börse ja, auf eurer Rechnung nur in einem bestimmten Tarif. FĂŒr diesen Artikel hat unsere Redaktion am 30. Oktober 2026 die stĂŒndlichen Day-Ahead-Preise, die Erzeugung aus Wind und Sonne und die Netzlast fĂŒr Oktober 2026 auf SMARD ausgewertet und mit den Veröffentlichungen von Bundesnetzagentur, Bundeskartellamt, Deutschem Wetterdienst und Verbraucherzentrale abgeglichen.
Eine einheitliche amtliche Definition gibt es nicht: Je nach Studie liegt die Schwelle bei einer anderen Prozentmarke oder Dauer, deshalb nennen Auswertungen unterschiedliche HĂ€ufigkeiten.
Ist gerade eine Dunkelflaute? Die Lage am 30. Oktober 2026
Ja, die Daten zeigen sie deutlich: Laut SMARD-Marktdaten der Bundesnetzagentur sank der Anteil von Wind und Sonne am Stromverbrauch von 100,6 Prozent am Sonntag, 25. Oktober 2026, auf 18,7 Prozent am Donnerstag, 29. Oktober 2026. Im selben Zeitraum stieg der Tagesmittelwert des Day-Ahead-Preises von 13,12 auf 314,85 Euro je Megawattstunde.
Der Sprung hat einen einfachen Grund. Am Wochenende davor wehte krÀftiger Wind, Windanlagen an Land lieferten am 25. Oktober laut SMARD rund 1.020 Gigawattstunden, von 2 bis 15 Uhr lag der Börsenpreis bei null oder höchstens einem Cent je Megawattstunde. Am 29. Oktober waren es an Land nur noch 97 Gigawattstunden, auf See 12. Die Sonne brachte mittags bis zu 25 Gigawatt, ab dem spÀten Nachmittag fiel sie ganz weg. Zwischen 17 und 18 Uhr deckten Wind und Sonne zusammen nur noch 3,9 Prozent der Netzlast von gut 61 Gigawatt, und genau in dieser Stunde lag der Preis bei 559,63 Euro je Megawattstunde.
Ausgelöst hat die Suchwelle nach dem Begriff ein Bericht, den unter anderem die Berliner Zeitung am 29. Oktober 2026 unter Berufung auf Bloomberg und Daten der Strombörse Epex Spot aufgriff: Der GroĂhandelspreis sei binnen weniger Tage von 13 auf mehr als 300 Euro gestiegen. Die SMARD-Zahlen bestĂ€tigen das, mit einer PrĂ€zisierung: Die 13 Euro sind das Tagesmittel eines sehr windigen Sonntags, also ein AusreiĂer nach unten, nicht der normale Ausgangswert.
| Tag | Preis im Tagesmittel | Anteil Wind und Sonne |
|---|---|---|
| So, 25.10.2026 | 13,12 âŹ/MWh | 100,6 % |
| Di, 27.10.2026 | 155,12 âŹ/MWh | 56,1 % |
| Mi, 28.10.2026 | 249,21 âŹ/MWh | 30,3 % |
| Do, 29.10.2026 | 314,85 âŹ/MWh | 18,7 % |
| Fr, 30.10.2026 | 268,62 âŹ/MWh | noch offen |
Stand 30.10.2026. Eigene Auswertung der SMARD-Stundenwerte (Gebotszone Deutschland/Luxemburg). Der Anteil ist die Erzeugung aus Wind an Land, Wind auf See und Photovoltaik geteilt durch die Netzlast desselben Tages; ĂŒber 100 Prozent heiĂt, dass rechnerisch mehr erzeugt als verbraucht wurde. FĂŒr den 30. Oktober liegen Erzeugungsdaten erst bis zum Nachmittag vor.
Vorbei ist die Lage noch nicht. Die Auktion fĂŒr Samstag, 31. Oktober 2026, schloss laut SMARD mit einem Tagesmittel von 251,42 Euro je Megawattstunde. FĂŒr den gesamten Oktober bis zum 29. lag der Mittelwert bei 163,02 Euro; der Donnerstag war also fast doppelt so teuer wie ein durchschnittlicher Oktobertag. In 19 Stunden des Monats lag der Preis ĂŒber 300 Euro, 15 davon am 28. und 29. Oktober.
Wie oft kommt eine Dunkelflaute vor?
Im Schnitt etwa zweimal im Jahr, wenn man Wind und Sonne zusammen betrachtet: Laut Deutschem Wetterdienst blieb die mittlere Erzeugung aus Wind an Land, Wind auf See und Photovoltaik in Deutschland im Mittel an zwei FĂ€llen pro Jahr 48 Stunden lang unter zehn Prozent der Nennleistung. Das ist das Ergebnis einer Auswertung von Wetterdaten, die der DWD im MĂ€rz 2018 vorgestellt hat.
Die Zahl hĂ€ngt stark davon ab, welche Anlagen man zusammenrechnet. FĂŒr Windkraft an Land allein zĂ€hlte der DWD etwa 23 solcher FĂ€lle im Jahr, mit Windkraft auf See noch 13. Erst mit der Photovoltaik sinkt der Wert auf zwei, und europaweit betrachtet, also mit einem Netz, das Strom ĂŒber LĂ€ndergrenzen verschiebt, nur noch auf 0,2 FĂ€lle pro Jahr. Die Lehre daraus: Wind und Sonne gleichen sich hĂ€ufig aus, und je gröĂer das Gebiet, desto seltener fĂ€llt beides gleichzeitig weg.
Wann war die letzte Dunkelflaute in Deutschland? Vor der aktuellen Phase fielen vor allem drei Ereignisse auf. Vom 5. bis 7. November und am 11. und 12. Dezember 2024 stiegen die Preise laut Bundesnetzagentur zeitweise ĂŒber 300 Euro, in der Spitze ĂŒber 900 Euro je Megawattstunde. Am 20. Januar 2025 kostete eine Megawattstunde knapp 590 Euro; die Behörde zĂ€hlte im Winter 2024/25 bis dahin drei Dunkelflauten.
Ist die aktuelle Phase eine Dunkelflaute im Sinne der DWD-Studie?
Das lÀsst sich aus den öffentlichen Stundenwerten allein nicht sauber beantworten, weil die Schwelle der Studie an der installierten Nennleistung hÀngt und nicht am Verbrauch. Was sich sagen lÀsst: Die Windstromerzeugung lag am 29. Oktober 2026 laut SMARD im Tagesschnitt bei gut 4,5 Gigawatt, die Berliner Zeitung nennt weniger als 7 Gigawatt und weniger als die HÀlfte des bisherigen Jahresmittels. Als Wetterlage im allgemeinen Sprachgebrauch ist der Begriff damit gedeckt, als Messwert nach einer bestimmten Definition offen.
Was passiert bei einer Dunkelflaute am Strommarkt?

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Bei einer Dunkelflaute springen steuerbare Kraftwerke ein, vor allem Gas- und Braunkohlekraftwerke, und die teuersten von ihnen bestimmen den Preis. Laut SMARD lieferten Gaskraftwerke am 29. Oktober 2026 rund 283 Gigawattstunden, mehr als doppelt so viel wie am 27. Oktober mit 145 Gigawattstunden; Braunkohle kam auf 295 Gigawattstunden.
Der Mechanismus heiĂt Merit-Order. An der Strombörse werden die Angebote aller Kraftwerke nach ihren Grenzkosten sortiert, also nach dem, was eine zusĂ€tzliche Megawattstunde kostet. Wind und Sonne haben fast keine Grenzkosten, sie stehen ganz vorn. Reicht ihr Strom, setzt ein billiges Kraftwerk den Preis. Fehlt er, muss die Nachfrage bis zu teuren Gaskraftwerken hinauf gedeckt werden, und das letzte benötigte Kraftwerk bestimmt den Preis fĂŒr alle Anbieter in dieser Stunde.
In diesem Herbst kommt ein zweiter Faktor dazu. Laut Berliner Zeitung lag der europĂ€ische Gaspreis Ende Oktober 2026 erstmals seit 2022 wieder ĂŒber 100 Euro je Megawattstunde. Teures Gas macht jede Megawattstunde aus einem Gaskraftwerk teurer, und weil Gaskraftwerke in der Dunkelflaute den Preis setzen, schlĂ€gt das voll auf den Börsenstrompreis durch. Wie es um Gasspeicher und Gaspreise fĂŒr Haushalte steht, haben wir im Ratgeber zum Gaspreis im Winter 2026 zusammengefasst.
Welche Rolle spielt der Import von Strom?
Deutschland kauft in solchen Phasen zusĂ€tzlich Strom aus dem Ausland, aber nicht, weil sonst das Licht ausginge, sondern weil es dort gĂŒnstiger ist. Die Bundesnetzagentur schreibt fĂŒr Januar 2025, Importe habe es nur gegeben, wenn der Strom im Ausland billiger war; im Schnitt seien seit Jahresbeginn knapp sechs Prozent des Verbrauchs eingekauft worden. Das europĂ€ische Netz wirkt damit wie ein Puffer, der Preisspitzen dĂ€mpft.
Haben Kraftwerksbetreiber die Preise kĂŒnstlich hochgetrieben?
FĂŒr die Dunkelflauten 2024 haben die Behörden das geprĂŒft und verneint. In ihrer gemeinsamen Untersuchung vom 21. Oktober 2025 fanden Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt keine Hinweise auf missbrĂ€uchliches Verhalten. Bundeskartellamt-PrĂ€sident Andreas Mundt sagte, die hohen Preise seien nicht das Ergebnis kartellrechtswidrigen Verhaltens gewesen. Nahezu alle als verfĂŒgbar gemeldeten Kraftwerke hatten in den untersuchten Stunden tatsĂ€chlich Strom erzeugt.
Unterschied zwischen Dunkelflaute und Blackout: Wie sicher ist das deutsche Stromnetz wirklich?
Eine Dunkelflaute ist ein Preis- und Erzeugungsthema, ein Blackout ist ein groĂflĂ€chiger Stromausfall, und das eine fĂŒhrt nicht automatisch zum anderen. FĂŒr die Dunkelflauten im November und Dezember 2024 hĂ€lt die Bundesnetzagentur ausdrĂŒcklich fest, die sichere Stromversorgung sei zu jedem Zeitpunkt gewĂ€hrleistet gewesen.
Wie zuverlĂ€ssig das Netz im Alltag ist, misst die Bundesnetzagentur jedes Jahr mit dem SAIDI-Wert. Er gibt an, wie lange ein Letztverbraucher im Schnitt ohne Strom war. FĂŒr 2024 waren das laut der Veröffentlichung vom 9. Oktober 2025 nur 11,7 Minuten, nach 12,8 Minuten im Jahr davor und unter dem zehnjĂ€hrigen Mittel von 12,7 Minuten. Erfasst werden Unterbrechungen ab drei Minuten, ausgelöst meist durch Bauarbeiten, Unwetter oder technische Defekte im Verteilnetz, nicht durch fehlenden Wind.
Die Angst vor dem Blackout bei Windstille ist verstĂ€ndlich, weil viele Menschen die Erzeugung aus Wind und Sonne mit der gesamten Versorgung gleichsetzen. TatsĂ€chlich stand am 29. Oktober 2026 auch in der Stunde mit nur 3,9 Prozent Wind- und Solaranteil genug Leistung zur VerfĂŒgung, um gut 61 Gigawatt Last zu decken. Der Preis war hoch, das Licht blieb an.
WofĂŒr gibt es Reservekraftwerke?
Die bekannteste Reserve, die Netzreserve, ist nicht fĂŒr Dunkelflauten gedacht, sondern fĂŒr EngpĂ€sse im Netz. Laut Bundesnetzagentur betrĂ€gt der Bedarf fĂŒr den Zeitraum April 2026 bis MĂ€rz 2027 rund 7,4 Gigawatt. Die Ăbertragungsnetzbetreiber setzen diese Kraftwerke ein, wenn Strom zwar erzeugt, aber nicht dorthin transportiert werden kann, wo er gebraucht wird, typischerweise vom windreichen Norden in den SĂŒden.
Was ist mit der Versorgungssicherheit in den nÀchsten Jahren?
Hier sieht die Bundesnetzagentur Handlungsbedarf, aber keine akute Gefahr. In ihrem Bericht zur Versorgungssicherheit vom 3. September 2025 schreibt sie, bis 2035 wĂŒrden bis zu 22,4 Gigawatt zusĂ€tzliche steuerbare Kraftwerksleistung gebraucht, bei verzögerter Energiewende bis zu 35,5 Gigawatt. PrĂ€sident Klaus MĂŒller fasste es so zusammen: Die Stromversorgung sei auch in Zukunft sicher, wenn zusĂ€tzliche steuerbare KapazitĂ€ten errichtet werden. Wer sich unabhĂ€ngig davon auf einen Stromausfall vorbereiten will, findet Checklisten beim Bundesamt fĂŒr Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Was bedeutet die Dunkelflaute fĂŒr euren Strompreis?

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FĂŒr die meisten Haushalte bedeutet sie zunĂ€chst gar nichts: Wer einen Festpreis-Vertrag hat, zahlt am 29. Oktober 2026 denselben Cent-Betrag je Kilowattstunde wie am windigen 25. Oktober. Der Börsenpreis von 559,63 Euro je Megawattstunde zwischen 17 und 18 Uhr landet nur bei Kunden mit dynamischem Stromtarif direkt auf der Rechnung.
Seit dem 1. Januar 2025 mĂŒssen laut Paragraf 41a Energiewirtschaftsgesetz alle Stromlieferanten mindestens einen dynamischen Tarif anbieten, fĂŒr Kunden mit intelligentem Messsystem. Bei diesen Tarifen folgt der Arbeitspreis dem Börsenpreis; Netzentgelte, Umlagen, Stromsteuer und Mehrwertsteuer kommen obendrauf. Wie diese Tarife grundsĂ€tzlich funktionieren, steht in unserem Ratgeber zu dynamischen Stromtarifen, wie sich der Gesamtpreis zusammensetzt, im Artikel zum Strompreis.
Was das in der Praxis heiĂt, zeigen die Tarifdaten eines Anbieters. Laut agrarheute zahlten Tibber-Kunden mit dynamischem Tarif am Donnerstag, 29. Oktober 2026, in der Spitze bis zu 90 Cent je Kilowattstunde und im Tagesmittel 58 Cent. FĂŒr Freitag nennt der Bericht bis zu 63 Cent in der Spitze und 53 Cent im Mittel. Das sind Endkundenpreise einschlieĂlich aller Abgaben und nur fĂŒr diesen einen Anbieter belegt.
Rechenbeispiel: E-Auto laden in der Dunkelflaute
Wie stark der Zeitpunkt zĂ€hlt, zeigt ein Rechenbeispiel mit den SMARD-Stundenwerten. Wir rechnen nur den Börsenpreisanteil plus 19 Prozent Mehrwertsteuer, weil Netzentgelte und Umlagen je Kilowattstunde in beiden FĂ€llen gleich bleiben. Ladet ihr 40 Kilowattstunden in ein E-Auto, verteilt auf die vier Stunden von 17 bis 21 Uhr am 29. Oktober, liegt der Börsenpreis im Schnitt bei 453,26 Euro je Megawattstunde. Das ergibt 18,13 Euro netto oder 21,58 Euro mit Mehrwertsteuer, nur fĂŒr den Energieanteil.
Dieselben 40 Kilowattstunden in der Nacht zum 30. Oktober zwischen 0 und 4 Uhr kosten im Schnitt 235,42 Euro je Megawattstunde, also 9,42 Euro netto oder 11,21 Euro mit Mehrwertsteuer. Wer den Ladestart um sieben Stunden verschiebt, spart in diesem Beispiel 10,37 Euro. Am windigen Sonntag, 25. Oktober, hÀtte derselbe Börsenanteil zwischen 2 und 6 Uhr bei null gelegen.
| Ladezeitraum fĂŒr 40 kWh | Börsenpreis im Schnitt | Energieanteil brutto |
|---|---|---|
| Do, 29.10., 17â21 Uhr | 453,26 âŹ/MWh | 21,58 ⏠|
| Fr, 30.10., 0â4 Uhr | 235,42 âŹ/MWh | 11,21 ⏠|
| So, 25.10., 2â6 Uhr | 0,00 âŹ/MWh | 0,00 ⏠|
Stand 30.10.2026. Eigene Rechnung aus den SMARD-Stundenwerten, gleichmĂ€Ăig 10 kWh je Stunde, Börsenpreis plus 19 Prozent Mehrwertsteuer. Netzentgelte, Umlagen, Stromsteuer und der Aufschlag des Anbieters kommen in allen drei FĂ€llen in gleicher Höhe hinzu und sind deshalb nicht eingerechnet.
FĂŒr einen Haushalt ohne E-Auto ist der Effekt kleiner, aber spĂŒrbar. Bei 10 Kilowattstunden am Tag, verteilt wie der Tagesmittelwert, kostet allein der Börsenanteil am 29. Oktober 3,75 Euro mit Mehrwertsteuer, am 25. Oktober waren es 16 Cent. Ein einzelner teurer Tag ruiniert keine Jahresrechnung. Eine Woche oder ein Winter mit hohen Gaspreisen kann es, und genau dieses Risiko tragen Kunden mit dynamischem Tarif selbst.
Die Verbraucherzentrale ist deshalb zurĂŒckhaltend. In ihrem Ratgeber zu dynamischen Stromtarifen (Stand 6. Oktober 2025) heiĂt es: âFĂŒr normale Haushaltsstromkunden sind die Tarife in der Regel nicht empfehlenswert.â Vorteile sieht sie fĂŒr Haushalte mit hohem und zeitlich flexiblem Verbrauch, etwa mit E-Auto, WĂ€rmepumpe oder Batteriespeicher, und rĂ€t zu einer kurzen Vertragslaufzeit.
So reagiert ihr auf eine Dunkelflaute: Verbrauch verschieben, Smart Meter, WĂ€rmepumpe und E-Auto

Symbolbild â KI-generiert / MonsterDealz
Der wirksamste Hebel ist der Zeitpunkt: Am 29. Oktober 2026 lag der gĂŒnstigste Stundenwert laut SMARD bei 231,00 Euro zwischen 2 und 3 Uhr, der teuerste bei 559,63 Euro zwischen 17 und 18 Uhr. Wer groĂe VerbrĂ€uche aus dem Abend in die Nacht oder in die Mittagsstunden schiebt, halbiert in der Dunkelflaute den Börsenanteil ungefĂ€hr.
Die teuren Stunden folgen einem festen Muster. Morgens zwischen 7 und 9 Uhr steigt der Verbrauch, die Sonne liefert noch nichts. Am spĂ€ten Nachmittag geht die Sonne unter, wĂ€hrend in den Haushalten gekocht, gewaschen und geheizt wird. In der Dunkelflaute fehlt dann auch der Wind, der diese LĂŒcke sonst teilweise schlieĂt. Mittags drĂŒckt selbst eine schwache Herbstsonne den Preis, am 29. Oktober lag er zwischen 12 und 14 Uhr bei rund 255 Euro.
- Waschmaschine, Trockner, GeschirrspĂŒler: Startzeitvorwahl nutzen und in die Nacht oder auf die Mittagsstunden legen, nicht auf 17 bis 20 Uhr.
- E-Auto: Ladestart an der Wallbox oder in der Fahrzeug-App auf nach 22 Uhr setzen; bei dynamischem Tarif ĂŒbernimmt das oft die App des Anbieters automatisch.
- WÀrmepumpe: GebÀude am Mittag etwas stÀrker aufheizen und die WÀrme im Estrich oder Pufferspeicher halten, statt am Abend nachzuheizen.
- Batteriespeicher: Ein Hausspeicher kann gĂŒnstige Stunden in teure verschieben; ohne SolarĂŒberschuss im Herbst lohnt sich das nur mit dynamischem Tarif.
Voraussetzung fĂŒr einen dynamischen Tarif ist ein intelligentes Messsystem. Laut Verbraucherzentrale (Stand 10. August 2026) ist es Pflicht ab 6.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch, bei Erzeugungsanlagen ĂŒber 7 Kilowatt und bei steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie WĂ€rmepumpe oder Wallbox. Seit 2025 könnt ihr den Einbau auch freiwillig verlangen, er muss dann innerhalb von vier Monaten erfolgen; die Preisobergrenze liegt bei 40 Euro im Jahr fĂŒr Haushalte zwischen 6.000 und 10.000 Kilowattstunden. Mehr dazu im Ratgeber zum Smart Meter.
Wer ein E-Auto fĂ€hrt, findet die vollstĂ€ndige Kostenrechnung fĂŒr Zuhause und unterwegs in unserem Artikel zu den Kosten beim E-Auto-Laden. Ob sich ein eigener Speicher rechnet und wie groĂ er sein sollte, steht im Ratgeber zur Stromspeicher-GröĂe. In unserer Deal-Datenbank stehen 32 veröffentlichte Angebote zu Balkonkraftwerken, Powerstations und Stromspeichern, 26 davon aus dem Jahr 2026 (Stand 30.10.2026); das zeigt, wie stark solche GerĂ€te inzwischen nachgefragt werden.
FĂŒr Kunden mit Festpreis gibt es in der Dunkelflaute nichts zu tun, auĂer den eigenen Vertrag zu kennen. PrĂŒft, wann eure Preisgarantie endet. LĂ€uft sie im Winter aus, kann ein neuer Festpreis teurer werden, wenn die GroĂhandelspreise ĂŒber Wochen hoch bleiben. MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die tĂ€glich geprĂŒfte SchnĂ€ppchen kuratiert und aktive Mitglieder ĂŒber das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt.
Dynamischer Tarif in der Dunkelflaute: Vor- & Nachteile im Ăberblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Nachtladen halbiert den Börsenanteil ungefÀhr | Abendspitze am 29.10. knapp 56 Cent netto |
| Windige Tage mit Börsenpreis um null | Volles Preisrisiko liegt beim Kunden |
| Seit 2025 jeder Versorger zum Angebot verpflichtet | Smart Meter nötig, ab 40 Euro im Jahr |
| Lohnt mit E-Auto, WĂ€rmepumpe oder Speicher | FĂŒr unflexible Haushalte laut Verbraucherzentrale ungeeignet |
HĂ€ufige Fragen zur Dunkelflaute
Welche Rolle spielen Gaskraftwerke beim Ausgleich einer Dunkelflaute?
Die zentrale. Gaskraftwerke lassen sich schnell hoch- und herunterfahren und fĂŒllen deshalb die LĂŒcke, wenn Wind und Sonne ausfallen. Am 29. Oktober 2026 lieferten sie laut SMARD rund 283 Gigawattstunden, in der teuersten Abendstunde knapp 14 Gigawatt. Weil sie als teuerste benötigte Anlage den Börsenpreis setzen, bestimmt der Gaspreis in der Dunkelflaute weitgehend den Strompreis.
Was ist der Unterschied zwischen einem Brownout und einem Blackout?
Ein Blackout ist ein vollstĂ€ndiger, meist groĂflĂ€chiger Stromausfall. Als Brownout bezeichnet man dagegen einen Spannungsabfall oder eine gezielte, zeitlich begrenzte Abschaltung einzelner Verbraucher, um das Netz stabil zu halten. Beides hat mit einer Dunkelflaute nichts zu tun, solange genug steuerbare Leistung bereitsteht, und das war bei den Dunkelflauten 2024 und 2025 laut Bundesnetzagentur durchgehend der Fall.
Wie oft gibt es Dunkelflauten in Deutschland?
Nach der Auswertung des Deutschen Wetterdienstes im Schnitt etwa zweimal im Jahr, wenn Wind an Land, Wind auf See und Photovoltaik zusammen 48 Stunden lang unter zehn Prozent ihrer Nennleistung bleiben. KĂŒrzere oder weniger ausgeprĂ€gte Phasen mit wenig Wind und Sonne sind deutlich hĂ€ufiger, vor allem zwischen November und Februar.
Zahle ich mit Festpreis-Vertrag in der Dunkelflaute mehr?
Nein. Euer Arbeitspreis ist fĂŒr die Laufzeit der Preisgarantie fest, egal was an der Börse passiert. Indirekt wirken lange Phasen hoher GroĂhandelspreise erst dann, wenn euer Versorger neu einkauft und den Preis zum nĂ€chsten möglichen Termin anpasst; dann habt ihr ein SonderkĂŒndigungsrecht.
Wann war die letzte Dunkelflaute in Deutschland?
Die aktuelle Phase begann am 28. Oktober 2026 und hielt laut Day-Ahead-Auktion mindestens bis zum 31. Oktober an. Davor fielen vor allem der 20. Januar 2025 mit knapp 590 Euro je Megawattstunde sowie der 6. November und 12. Dezember 2024 auf; am 12. Dezember 2024 lag der Stundenwert zwischen 17 und 18 Uhr laut SMARD bei 936,28 Euro.
Kann man Dunkelflauten verhindern?
Das Wetter nicht, die Folgen schon teilweise. Der DWD zeigt, dass die Kombination aus Wind an Land, Wind auf See, Photovoltaik und einem europÀischen Netzverbund die Zahl kritischer Phasen von 23 auf 0,2 pro Jahr senkt. Dazu kommen Speicher, flexible Verbraucher und neue steuerbare Kraftwerke, die laut Bundesnetzagentur bis 2035 gebaut werden sollen.
Fazit: Hohe Preise an der Börse, kein Grund zur Panik
Die Dunkelflaute Ende Oktober 2026 ist echt und messbar: Wind und Sonne lieferten am 29. Oktober nur 18,7 Prozent des Stroms, der Börsenpreis stieg im Tagesmittel auf 314,85 Euro und in der Spitze auf 559,63 Euro je Megawattstunde. Ein Versorgungsproblem ist sie nicht, sondern ein Preisereignis, das vor allem Kunden mit dynamischem Tarif in den Abendstunden trifft.
- Festpreis-Kunden: nichts tun, nur das Ende der Preisgarantie im Blick behalten.
- Dynamischer Tarif: groĂe VerbrĂ€uche aus der Zeit von 16 bis 21 Uhr in die Nacht oder auf den Mittag verschieben.
- Vor einem Wechsel: erst prĂŒfen, ob E-Auto, WĂ€rmepumpe oder Speicher genug FlexibilitĂ€t bringen.
GeprĂŒfte Angebote fĂŒr Balkonkraftwerke, Stromspeicher, Wallboxen und Energiespar-Technik findet ihr tĂ€glich auf der MonsterDealz-Startseite.