Gaspreis Winter 2026/27: Was die halbvollen Speicher fĂŒr eure Rechnung bedeuten

Die deutschen Gasspeicher waren am 11. September 2026 zu 55,39 Prozent gefĂŒllt — historisch wenig fĂŒr diese Jahreszeit, und die Bundesnetzagentur nennt die Versorgung trotzdem stabil. Der Gaspreis fĂŒr Haushalte ist dabei kein Börsenkurs, sondern die Summe aus einem Arbeitspreis je Kilowattstunde, einem verbrauchsunabhĂ€ngigen Grundpreis, Netzentgelten, Steuern und Umlagen. Wir messen nach, wie voll die Speicher wirklich sind, welche Abgaben sich zur Heizperiode Ă€ndern und ob ein Wechsel jetzt etwas bringt. Stand: September 2026.

Das Wichtigste in KĂŒrze

  • FĂŒllstand am Gastag 11. September 2026: 137,1 von 247,5 Terawattstunden, also 55,39 Prozent — gemessen an den Daten von AGSI/GIE.
  • Die Bundesnetzagentur schreibt, die FĂŒllstĂ€nde lĂ€gen „deutlich niedriger als in den VergleichszeitrĂ€umen vergangener Jahre“, stuft das Risiko einer angespannten Versorgung aber weiterhin als gering ein.
  • Die Gasspeicherumlage von zuletzt 0,289 Cent je Kilowattstunde entfĂ€llt seit dem 1. Januar 2026 — bei 20.000 Kilowattstunden rund 58 Euro weniger im Jahr.
  • Der CO2-Preis wird 2026 erstmals versteigert, in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne; ab 2027 löst der europĂ€ische Emissionshandel ETS 2 das nationale System ab.

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Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland aktuell?

Gelbe Absperrventile und silberne Rohrbögen einer Gasspeicherstation bei Tageslicht

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Am Gastag 11. September 2026 lagerten in den deutschen Untertagespeichern 137,1 Terawattstunden Erdgas. Bezogen auf ein Arbeitsgasvolumen von 247,5 Terawattstunden entspricht das einem FĂŒllstand von 55,39 Prozent — so weist es die Transparenzplattform AGSI der europĂ€ischen Speicherbetreiber (GIE) aus, abgerufen am 13. September 2026.

Die Zahl bewegt sich langsam nach oben: Vom 7. auf den 11. September stieg der FĂŒllstand von 54,77 auf 55,39 Prozent, also um gut einen halben Prozentpunkt in vier Tagen. Eingespeichert wird weiter, aber in einem Tempo, das den RĂŒckstand zu den Vorjahren nicht mehr aufholt.

Die Bundesnetzagentur fĂŒhrt denselben Verlauf werktĂ€glich als eigene Grafik, zuletzt aktualisiert am 13. September 2026 um 8:51 Uhr. Damit gibt es zwei unabhĂ€ngige Quellen zum NachprĂŒfen.

Sind die Speicher ausreichend gefĂŒllt oder historisch niedrig?

Beides stimmt, und genau daran hĂ€ngt der scheinbare Widerspruch in den Meldungen vom 12. September 2026. Die Bundesnetzagentur schreibt in ihrem Lagebericht zur Gasversorgung selbst, die FĂŒllstĂ€nde lĂ€gen „deutlich niedriger als in den VergleichszeitrĂ€umen vergangener Jahre“ — und im selben Text, die Gasversorgung sei stabil und das Risiko einer angespannten Versorgungslage weiterhin gering (abgerufen am 13. September 2026).

Warum die Behörde beruhigt, lĂ€sst sich beziffern. Behördenchef Klaus MĂŒller sagte laut ZDFheute vom 12. September 2026: „Wir haben jetzt schon etwas mehr Gas in den Speichern als wir im gesamten letzten Winterhalbjahr aus den Speichern entnommen haben.“ Im vergangenen Winterhalbjahr wurden demnach knapp 134 Terawattstunden ausgespeichert — heute liegen gut 137 darin.

Die Gegenposition kommt von der Initiative Energien Speichern. Nach deren Gas-Szenarien startete Deutschland Anfang September mit rund 53 Prozent in die letzten beiden Monate der BefĂŒllung; im September 2025 waren es noch rund 71 Prozent. Technisch erreichbar seien bis zum 1. November noch etwa 77 Prozent. Bei normalen Wintertemperaturen wĂŒrde das reichen, bei extremer KĂ€lte nicht — der Verband rechnet dann mit Unterdeckungen von ĂŒber 25 Prozent an einzelnen Januartagen.

Der belastbare Satz lautet deshalb: Der FĂŒllstand ist fĂŒr die Jahreszeit der niedrigste seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren, und die Versorgung ist bei normalem Winterwetter gesichert. Als nĂ€chsten harten Maßstab nennt die Bundesnetzagentur die FĂŒllstandsvorgabe von 30 Prozent zum 1. Februar 2027.

Was zahlt ein Haushalt je Kilowattstunde und woraus besteht der Preis?

Leerer Notizblock, Taschenrechner und Papierstapel auf einem Holztisch am Fenster

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Das Statistische Bundesamt weist fĂŒr das 2. Halbjahr 2025 einen Durchschnitt von 12,23 Cent je Kilowattstunde aus — 0,8 Prozent mehr als im Halbjahr davor und 79,1 Prozent mehr als im 2. Halbjahr 2021 (Erdgas- und Stromdurchschnittspreise, abgerufen am 13. September 2026). Eine amtliche Zahl fĂŒr 2026 gibt es noch nicht, die Statistik erscheint halbjĂ€hrlich.

NĂ€her am Heute liegt die Gaspreisanalyse des BDEW mit Stand August 2026: 11,93 Cent je Kilowattstunde im Einfamilienhaus und 11,17 Cent im Mehrfamilienhaus. Der Jahresmittelwert 2026 liegt damit trotz steigender Tendenz unter dem von 2025. Die Aufteilung beschreibt derselbe Verband so: Beschaffung und Vertrieb rund die HĂ€lfte, Netzentgelte rund ein FĂŒnftel, Steuern, Abgaben und Umlagen rund 30 Prozent.

Bestandteil Anteil bzw. Höhe Quelle
Beschaffung und Vertrieb rund 50 Prozent BDEW
Netzentgelte rund 20 Prozent BDEW
Steuern, Abgaben, Umlagen rund 30 Prozent BDEW
Energiesteuer auf Erdgas als Heizstoff 5,50 Euro je Megawattstunde EnergieStG
Gasspeicherumlage 0,00 Cent je kWh seit 1.1.2026 Trading Hub Europe

Zusammensetzung des Haushaltsgaspreises. Die Prozentangaben stammen aus der BDEW-Gaspreisanalyse mit Stand August 2026, die Energiesteuer aus dem Energiesteuergesetz; alle Werte am 13. September 2026 abgerufen.

Der ermĂ€ĂŸigte Steuersatz fĂŒr Erdgas als Heizstoff betrĂ€gt nach Paragraf 2 Energiesteuergesetz 5,50 Euro je Megawattstunde, also 0,55 Cent je Kilowattstunde; obendrauf kommen 19 Prozent Umsatzsteuer. Wie ihr aus dem ZĂ€hlerstand in Kubikmetern Kilowattstunden macht und daraus die Jahreskosten rechnet, steht im Beitrag Gasverbrauch berechnen.

Welche Umlagen und Abgaben Àndern sich zur Heizperiode 2026/27?

GaszÀhler mit verdecktem ZÀhlwerk und verzinkten Rohren an einer hellen Kellerwand

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die grĂ¶ĂŸte Entlastung ist schon in Kraft: Die Gasspeicherumlage, zuletzt 0,289 Cent je Kilowattstunde, wird seit dem 1. Januar 2026 nicht mehr ĂŒber den Gaspreis eingesammelt, sondern aus dem Bundeshaushalt finanziert. FĂŒr einen Haushalt mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch sind das laut Bundesnetzagentur rund 58 Euro im Jahr.

Formal hat sich dabei das Verfahren geĂ€ndert: Trading Hub Europe, der deutsche Marktgebietsverantwortliche, stellt vom Umlageverfahren auf ein Erstattungsverfahren nach dem Energiewirtschaftsgesetz um. Die Umlage lag zuvor bei 2,89 Euro je Megawattstunde. Die jeweils gĂŒltigen SĂ€tze aller Umlagen stehen in der Übersicht Entgelte und Umlagen.

In die Gegenrichtung wirkt der CO2-Preis. 2026 wird er erstmals nicht mehr gesetzlich festgelegt, sondern versteigert — in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne, wie die Deutsche Emissionshandelsstelle zum nationalen Emissionshandel erlĂ€utert. Das Bundesumweltministerium bezifferte die Mehrbelastung beim Erdgas in seiner Pressemitteilung vom 29. Dezember 2025 auf 0 bis 0,22 Cent je Kilowattstunde, je nachdem, wo im Korridor der Preis landet.

Posten Was sich Àndert Quelle
Gasspeicherumlage entfÀllt seit 1.1.2026 Bundesnetzagentur
CO2-Preis Versteigerung im Korridor 55 bis 65 Euro je Tonne DEHSt
Emissionshandel ab 2027 EU-weites ETS 2 statt nationalem System DEHSt

Die drei Abgaben-Änderungen, die in die laufende Heizperiode fallen. Der Systemwechsel zum ETS 2 zum Jahreswechsel liegt mitten im Winter 2026/27, die Auswirkung auf den Haushaltspreis steht noch nicht fest.

Dieser Termin ist der eigentliche Merkposten: Das nationale System gilt nach Angaben der Emissionshandelsstelle nur noch bis Ende 2026, ab 2027 greift der europĂ€ische Emissionshandel ETS 2. Damit wechselt mitten in der Heizperiode das Preisbildungssystem fĂŒr die CO2-Komponente. Eine Zahl dazu nennt bislang keine der amtlichen Quellen — wer euch heute einen Gaspreis fĂŒr 2027 als sicher verkauft, rechnet mit einer Annahme. Die gleiche Umstellung trifft ĂŒbrigens auch den Tank: Wie die Abgaben dort wirken, ordnen wir unter Spritpreisdeckel ein.

Warum ziehen die Beschaffungskosten fĂŒr Gas gerade wieder an?

Weil der grĂ¶ĂŸte Block des Preises am Weltmarkt hĂ€ngt. Der BDEW schreibt in seiner Gaspreisanalyse, Beschaffung und Vertrieb hĂ€tten im Januar 2026 den niedrigsten Stand seit 2021 erreicht und seien seitdem wegen geopolitischer Spannungen wieder gestiegen. Das ist derselbe Block, der rund die HĂ€lfte eures Arbeitspreises ausmacht.

Das erklĂ€rt auch, warum die Speicher nur langsam voller werden. Die Initiative Energien Speichern hĂ€lt in ihren Szenarien fest, dass die BefĂŒllung wirtschaftlich tragfĂ€hig sein muss, damit Marktakteure sie tatsĂ€chlich umsetzen — und dass die aktuellen Marktbedingungen genau diesen Anreiz schwĂ€chen. Als Gegenmittel schlĂ€gt der Verband unter anderem rabattierte Netzentgelte, die Abschaffung der Konvertierungsumlage und Finanzierungshilfen der KfW vor. Beschlossen ist davon nichts.

Die tagesaktuellen Großhandelspreise fĂŒr die Marktzone THE veröffentlicht die Bundesnetzagentur werktĂ€glich auf Basis von Daten der European Energy Exchange. Eine Preisprognose fĂŒr den Winter gibt dagegen weder Behörde noch Verband heraus, und deshalb steht auch hier keine. Wie derselbe Mechanismus beim anderen großen WĂ€rmetrĂ€ger wirkt, zeigt unser Beitrag zum Heizölpreis 2026.

Lohnt sich jetzt ein Anbieterwechsel oder eine Preisgarantie?

Weißer Heizkörper mit schlichtem Thermostatventil unter einem Fenster im Wohnraum

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Ein Wechsel lohnt sich vor allem dann, wenn ihr noch in der Grundversorgung steckt — sie ist strukturell teurer als der Wettbewerb. Die entscheidende GrĂ¶ĂŸe ist dabei nicht der beworbene Neukundenbonus, sondern der Arbeitspreis je Kilowattstunde plus Grundpreis, denn nur diese beiden Werte gelten auch im zweiten Vertragsjahr.

Rechtlich seid ihr bei einer Preiserhöhung nicht wehrlos. Die Verbraucherzentrale fasst den Rahmen in ihrem Beitrag Preiserhöhungen bei Strom und Gas mit Stand 19. November 2025 so zusammen: In SondervertrĂ€gen muss der Anbieter spĂ€testens einen Monat vor der Änderung informieren, in der Grundversorgung sechs Wochen vorher öffentlich bekannt machen. Die Mitteilung muss Anlass, Umfang und Voraussetzungen nennen und die Preisbestandteile in alter und neuer Höhe gegenĂŒberstellen. Ein SonderkĂŒndigungsrecht besteht in der Regel bis zum Wirksamwerden des neuen Preises.

Was eine Preisgarantie wirklich abdeckt und wie schnell ihr aus der Grundversorgung herauskommt, steht im Beitrag Gasverbrauch berechnen — dort auch, warum eine eingeschrĂ€nkte Garantie Netzentgelte und Abgaben meist ausnimmt. Den Systemwechsel beim CO2-Preis zum Jahreswechsel verschiebt ein Wechsel dagegen nicht: Der trifft jeden Tarif gleichermaßen.

Womit senkt ihr eure Gasrechnung im Winter am stÀrksten?

Der wirksamste Hebel bleibt der Verbrauch, nicht der Tarif. Ein Grad weniger Raumtemperatur senkt den Heizverbrauch um rund sechs Prozent, und eine richtig eingestellte Anlage bringt noch einmal 10 bis 15 Prozent ohne jede Anschaffung — beides haben wir im Ratgeber richtig heizen durchgerechnet.

Drei Punkte lohnen sich vor dem ersten kalten Tag:

  • Abschlag prĂŒfen statt hoffen: Zu niedrig angesetzt kommt die LĂŒcke als Nachzahlung, zu hoch verleiht ihr dem Versorger zinslos Geld.
  • ZĂ€hlerstand zum Beginn der Heizperiode notieren: Nur so lĂ€sst sich spĂ€ter trennen, ob Verbrauch oder Preis die Rechnung getrieben hat.
  • Hilfen frĂŒh klĂ€ren: Wohngeld mit Heizkostenkomponente, Ratenzahlung und kommunale HĂ€rtefallfonds wirken nur bei rechtzeitigem Antrag — der Überblick steht unter Heizkostenzuschuss.

Wer ohnehin vor einem Heizungstausch steht, rechnet nicht mit dem Gaspreis allein, sondern mit der Jahresarbeitszahl der Alternative: Die Betriebskosten einer WÀrmepumpe hÀngen an genau diesem Wert, nicht am Prospekt.

Ein Kaminofen entlastet die Gasrechnung nur, wenn das Holz trocken ist: Bei 50 Prozent Wassergehalt liefert ein Kilogramm nur noch rund 2,2 Kilowattstunden statt gut 4,2 bei luftgetrocknetem Holz. Was die gesetzliche Grenze von 25 Prozent Feuchtegehalt konkret bedeutet und was ein Raummeter derzeit kostet, steht in unserem Ratgeber zu Brennholz.

Und der Zuheizer darf ĂŒberhaupt nur brennen, wenn er die Grenzwerte einhĂ€lt: Eine vor dem 22. MĂ€rz 2010 errichtete Einzelraumfeuerungsanlage darf höchstens 0,15 Gramm Staub und 4 Gramm Kohlenmonoxid je Kubikmeter Abgas ausstoßen, sonst war spĂ€testens am 31. Dezember 2024 Schluss. Welches Typschilddatum welche Frist auslöst, steht im Ratgeber Kaminofen 2026.

Eine dieser Abgaben bleibt ĂŒber die Heizperiode hinaus berechenbar: Der nationale CO2-Preis soll nach dem Gesetzentwurf vom 7. September 2026 auch 2027 im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne bleiben. Auf ein Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Gasverbrauch gerechnet sind das höchstens 280,62 Euro brutto im Jahr. Die komplette Rechnung steht in unserem Ratgeber zu den Heizkosten 2027.

Bevor die Heizperiode richtig losgeht, lohnt noch ein Handgriff ohne jede Anschaffung: Heizkörper, die gluckern oder oben kalt bleiben, einmal entlĂŒften und danach den Anlagendruck ablesen. Viessmann nennt nach dem BefĂŒllen 1,3 bar als Untergrenze. Die Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung steht im Ratgeber Heizung vor dem Winter entlĂŒften.

Wer statt des Tarifs gleich den Kessel tauschen will, sollte die Anschaffung nicht allein betrachten: Eine Gaszentralheizung kostet im Einfamilienhaus zwar nur 6.000 bis 9.000 Euro, wird aber nicht gefördert und unterliegt ab 2029 einer Pflicht zu steigenden Biogas-Anteilen. Die ganze Rechnung steht im Ratgeber neue Gasheizung.

Jetzt wechseln statt abwarten: Vor- & Nachteile

Vorteile Nachteile
Die Grundversorgung ist strukturell teurer als SondervertrÀge Der Beschaffungsblock zieht laut BDEW gerade wieder an
Ein SonderkĂŒndigungsrecht besteht in der Regel bei jeder Preiserhöhung Boni gelten einmalig, der Arbeitspreis bleibt
Die Gasspeicherumlage ist seit dem 1. Januar 2026 aus dem Preis heraus EingeschrÀnkte Preisgarantien decken Abgaben meist nicht ab
Der Vergleich kostet nichts und ist jederzeit wiederholbar Der Wechsel zum ETS 2 zum 1. Januar 2027 trifft jeden Tarif gleich

HĂ€ufige Fragen zum Gaspreis im Winter 2026/27

Wie voll sind die deutschen Gasspeicher gerade?

Am Gastag 11. September 2026 waren es 137,1 Terawattstunden und damit 55,39 Prozent des Arbeitsgasvolumens von 247,5 Terawattstunden. Die Daten stammen von AGSI/GIE, die Bundesnetzagentur fĂŒhrt denselben Verlauf werktĂ€glich als eigene Grafik.

Reicht das Gas fĂŒr den Winter 2026/27?

Die Bundesnetzagentur bewertet das Risiko einer angespannten Versorgungslage weiterhin als gering und verweist darauf, dass heute mehr Gas im Speicher liegt, als im gesamten vergangenen Winterhalbjahr entnommen wurde. Die Initiative Energien Speichern rechnet bei extremer KĂ€lte dagegen mit Unterdeckungen von ĂŒber 25 Prozent an einzelnen Januartagen. Bei normalem Winterwetter reicht der erwartete FĂŒllstand nach beiden Lesarten.

Wie wirkt sich der CO2-Preis auf meine Gasrechnung in den kommenden Jahren aus?

2026 wird der CO2-Preis erstmals versteigert, im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne; das Bundesumweltministerium beziffert die Mehrbelastung beim Erdgas auf 0 bis 0,22 Cent je Kilowattstunde. Ab 2027 gilt der europĂ€ische Emissionshandel ETS 2 — eine belastbare Zahl fĂŒr die Zeit danach nennt bislang keine amtliche Quelle, weil sich der Preis dann am europĂ€ischen Markt bildet.

Welche Rolle spielen LNG-Terminals zusÀtzlich zu den klassischen Gasspeichern?

Sie sind die zweite Versorgungsschiene neben dem Speicher. Behördenchef Klaus MĂŒller verwies laut ZDFheute vom 12. September 2026 darauf, dass die LNG-Terminals derzeit nur zu etwa 45 Prozent ausgelastet seien und zusĂ€tzlich Pipelinegas etwa aus Norwegen zur VerfĂŒgung stehe. Ein niedriger Speicherstand ist deshalb nicht gleichbedeutend mit einer VersorgungslĂŒcke.

Gibt es die Gasspeicherumlage 2026 noch?

Nein. Sie lag zuletzt bei 0,289 Cent je Kilowattstunde und wird seit dem 1. Januar 2026 aus dem Bundeshaushalt finanziert statt ĂŒber den Gaspreis. Bei 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch entspricht das rund 58 Euro. Versorger waren verpflichtet, den Wegfall an die Kunden weiterzugeben.

Was kostet eine Kilowattstunde Gas aktuell?

Das Statistische Bundesamt weist fĂŒr das 2. Halbjahr 2025 im Schnitt 12,23 Cent je Kilowattstunde aus, der BDEW fĂŒr August 2026 11,93 Cent im Einfamilienhaus und 11,17 Cent im Mehrfamilienhaus. Euer eigener Wert steht auf der Jahresabrechnung als Arbeitspreis und kann davon deutlich abweichen.

Kommt die Gaspreisbremse zurĂŒck?

DafĂŒr gibt es derzeit keinen Beschluss. Die Bundesnetzagentur setzt nach eigener Darstellung auf Marktmechanismen und lehnt staatliche Eingriffe in die SpeicherbefĂŒllung ab; die Initiative Energien Speichern fordert stattdessen Anreize wie rabattierte Netzentgelte. Solange nichts entschieden ist, gilt fĂŒr euch der Vertragspreis.

Fazit: erst messen, dann wechseln, dann heizen

Der Streit um die Gasspeicher löst sich auf, sobald man die Zahl selbst ansieht: 55,39 Prozent am 11. September 2026 sind fĂŒr die Jahreszeit historisch wenig — und trotzdem mehr, als im ganzen letzten Winterhalbjahr entnommen wurde. Beides steht in denselben amtlichen Quellen.

Unser Rat in drei Schritten:

  • Arbeitspreis und Grundpreis aus der Abrechnung holen, statt euch am Durchschnitt zu orientieren — nur eure eigenen Werte sind vergleichbar.
  • Bei jeder Preiserhöhung die Mitteilung prĂŒfen: Anlass, Umfang, alte und neue Preisbestandteile mĂŒssen darin stehen, sonst ist sie angreifbar.
  • Den Verbrauch angehen, bevor der Tarif drankommt — ein Grad weniger wirkt sofort und in jedem Vertrag.

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Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und GrĂŒnder von MonsterDealz.de. Seit ĂŒber 17 Jahren spĂŒre ich tĂ€glich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „SchnĂ€ppchen richtig jagen: Der Insider-Guide fĂŒr smarte Online-KĂ€ufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr ĂŒber mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder ĂŒber die Kontaktseite.

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