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Ein Zeitschriften-Abo ist eine der wenigen Anschaffungen, bei denen du am Ende mehr Geld hast als vorher. Denn der Wettbewerb um Abonnenten läuft in Deutschland fast vollständig über Prämien: Verrechnungsschecks, Amazon- oder BestChoice-Gutscheine, Sachprämien, gelegentlich sogar eine Barauszahlung, die den Abopreis übersteigt.

Hier sammeln wir alle Abo-Deals, die wir gegengerechnet haben – Prämienabos, Probeabos, Aktionspreis-Jahresabos und Aggregator-Angebote. Bei jedem steht dabei, was das Abo über die volle Laufzeit kostet, was die Prämie wirklich wert ist und was unterm Strich übrig bleibt.

Die vier Abo-Typen und wofür sie taugen

  • Prämienabo: Jahresabo mit Zugabe – Verrechnungsscheck, Gutschein oder Sachprämie. Der klassische Fall, bei dem die Prämie den Abopreis oft übersteigt. Läuft in der Regel ein Jahr und muss aktiv gekündigt werden.
  • Probeabo: Wenige Ausgaben gratis oder stark vergünstigt, endet meist automatisch. Ideal zum Reinschnuppern – aber genau hinsehen, ob es sich wirklich selbst beendet oder in ein Vollabo übergeht.
  • Aktionspreis-Jahresabo: Kein Geschenk, dafür dauerhaft reduzierter Bezugspreis über zwölf Monate. Sinnvoll, wenn du die Zeitschrift ohnehin dauerhaft liest.
  • Aggregator-Abo: Portale wie United Kiosk oder tageszeitung24 bündeln viele Titel und fahren eigene Aktionen, oft mit zusätzlichem Gutschein.

So rechnen wir Abo-Deals

Bei Prämienabos entscheidet eine einzige Zahl, ob sich der Abschluss lohnt – und die steht nie in der Werbung:

Effektivpreis = Abopreis für die Laufzeit − realistischer Prämienwert

  • Abopreis vollständig: inklusive Versand und aller Ausgaben der Mindestlaufzeit, nicht der beworbene Heftpreis.
  • Prämie zum Marktwert: Ein Verrechnungsscheck oder Gutschein zählt voll. Eine Sachprämie zählt nur mit dem Preis, den sie aktuell im Handel kostet – nicht mit der beworbenen Wertangabe, die regelmäßig doppelt so hoch angesetzt ist.
  • Ergebnis benennen: Kommt ein negativer Effektivpreis heraus, bekommst du fürs Lesen Geld – das schreiben wir ausdrücklich hin. Das ist bei Prämienabos keine Seltenheit.
  • Kündigungsfrist nennen: Wir schreiben, bis wann gekündigt werden muss, damit sich das Abo nicht verlängert. Bei fast allen Prämienabos ist genau das der Punkt, an dem der Vorteil verloren geht.
  • Empfängerbindung prüfen: Manche Prämien gibt es nur, wenn Abonnent und Prämienempfänger verschiedene Personen sind, oder wenn im Haushalt seit einer Sperrfrist kein Abo desselben Verlags lief.

Der wichtigste Termin: die Kündigung

Prämienabos rechnen sich fast immer im ersten Jahr und fast nie im zweiten. Der Verlag kalkuliert die Prämie als Kundenakquise – ab Jahr zwei zahlst du den regulären Preis ohne Zugabe.

  • Trage den Kündigungstermin sofort ein, sobald das Abo bestätigt ist. Üblich sind sechs Wochen zum Ende des Bezugszeitraums.
  • Kündigungsbutton nutzen: Für online abgeschlossene Dauerverträge schreibt § 312k BGB eine leicht auffindbare Kündigungsschaltfläche vor. Die Beendigung darf nicht schwerer sein als der Abschluss.
  • Automatische Verlängerung ist begrenzt: Nach § 309 Nr. 9 BGB sind in Allgemeinen Geschäftsbedingungen stillschweigende Verlängerungen nur noch zulässig, wenn sich der Vertrag danach auf unbestimmte Zeit verlängert und du ihn jederzeit mit höchstens einmonatiger Frist kündigen kannst. Eine automatische Verlängerung um ein weiteres volles Jahr ist damit unwirksam.
  • Widerruf: Beim Fernabsatz gelten 14 Tage nach § 355 BGB.

Was sich bei Fristen und Kündigungsbutton konkret geändert hat, steht in unserem Beitrag Zeitschriften-Abos: Kündigungsfrist und Kündigungsbutton.

Welche Anbieter die größten Prämien zahlen

Die Prämienhöhe hängt weniger vom Titel ab als vom Vermarkter. In der Praxis findest du dieselbe Zeitschrift bei mehreren Anbietern mit sehr unterschiedlichen Zugaben:

  • Verlagsdirekt (Burda Direct, Bauer Plus, Leserservice): breites Titelangebot, verlässliche Abwicklung, mittlere bis hohe Prämien.
  • Prämienportale (Leserwelt, Aboheld, leser-werden, Salenti): spezialisiert auf hohe Zugaben, häufig Verrechnungsschecks. Hier entstehen die negativen Effektivpreise.
  • Aggregatoren (United Kiosk, tageszeitung24): viele Titel unter einem Dach, oft mit eigenen Aktionscodes.
  • Digital-Abos (E-Paper, Lese-Flatrates): günstiger im Bezug, aber selten mit hohen Prämien.

Unser Rat: Vergleiche denselben Titel immer bei mindestens zwei Anbietern. Die Spanne bei der Prämie liegt regelmäßig bei 20 bis 40 Euro für dasselbe Abo.

Wann Abo-Deals am stärksten sind

  • Januar: Neujahrsaktionen der Verlage, oft die höchsten Prämien des Jahres.
  • Vor Weihnachten: Geschenkabos mit Zusatzprämie – hier ist die Empfängerbindung besonders wichtig zu prüfen.
  • Quartalsenden: Vermarkter ziehen Abschlusszahlen nach.
  • Titel-Jubiläen und Relaunches: unregelmäßig, aber häufig mit außergewöhnlich hohen Zugaben.

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Häufige Fragen zu Zeitschriften-Abos

Welcher Anbieter zahlt die größten Prämien für Zeitschriften-Abos?

Am höchsten liegen in der Regel die spezialisierten Prämienportale wie Leserwelt, Aboheld oder leser-werden, die häufig mit Verrechnungsschecks arbeiten. Verlagsdirektangebote sind zuverlässiger in der Abwicklung, aber meist etwas niedriger dotiert. Da sich die Prämie für denselben Titel um 20 bis 40 Euro unterscheiden kann, lohnt der Vergleich bei mindestens zwei Anbietern.

Lohnt sich ein Prämienabo wirklich?

In den meisten Fällen ja – vorausgesetzt, du kündigst rechtzeitig. Übersteigt die Prämie den Abopreis, bekommst du fürs Lesen Geld. Ab dem zweiten Jahr entfällt die Prämie, der reguläre Preis bleibt: Dann kippt die Rechnung.

Muss ich ein Prämienabo aktiv kündigen?

Ja. Prämienabos laufen fast immer über eine Mindestlaufzeit von zwölf Monaten und verlängern sich, wenn nicht gekündigt wird. Übliche Frist: sechs Wochen zum Ende des Bezugszeitraums. Trage den Termin direkt bei Abschluss in den Kalender ein.

Darf sich mein Abo automatisch um ein Jahr verlängern?

Nein. Nach § 309 Nr. 9 BGB ist eine stillschweigende Verlängerung in AGB nur zulässig, wenn der Vertrag danach unbefristet läuft und du ihn mit höchstens einem Monat Frist kündigen kannst. Klauseln über eine erneute Jahresbindung sind unwirksam.

Was ist ein Verrechnungsscheck als Prämie?

Ein Scheck über einen festen Betrag, den du bei deiner Bank einreichst. Er ist die attraktivste Prämienform, weil der Wert eindeutig ist und keine Einlösebeschränkung besteht – anders als bei Gutscheinen, die an bestimmte Shops gebunden sind.

Warum bekomme ich manche Prämien nicht?

Häufigster Grund: Abonnent und Prämienempfänger müssen bei vielen Aktionen verschiedene Personen sein. Dazu kommen Sperrfristen – lief im selben Haushalt in den letzten sechs bis vierundzwanzig Monaten schon ein Abo desselben Verlags, entfällt der Anspruch.

Kann ich ein Abo widerrufen?

Ja, im Fernabsatz gelten 14 Tage ab Erhalt der ersten Lieferung nach § 355 BGB. Bereits erhaltene Prämien musst du in diesem Fall zurückgeben oder ihren Wert ersetzen.

Quellen und Rechtsgrundlagen