Infrarotheizung Stromkosten 2026: Verbrauch, Rechnung und Vergleich
Die Stromkosten einer Infrarotheizung berechnet ihr mit einer einzigen Formel: Leistung in Kilowatt mal Betriebsstunden mal Strompreis. Bei 37,0 Cent je Kilowattstunde — dem Durchschnittspreis für Haushalte aus der BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026 — kostet ein 600-Watt-Paneel rund 22 Cent pro Stunde, ein 2.000-Watt-Gerät 74 Cent. Eine Infrarotheizung ist eine elektrische Direktheizung, die Strom zu 100 Prozent in Wärmestrahlung umwandelt und diese Strahlung an Wände, Möbel und Personen abgibt statt an die Raumluft. Genau dieser Eins-zu-eins-Umsatz ist der Haken: Was beim Heizlüfter gilt, gilt auch hier — eine Kilowattstunde Strom ergibt maximal eine Kilowattstunde Wärme. Dieser Ratgeber rechnet jedes Beispiel offen vor, damit ihr die Zahlen auf eure eigene Wohnung übertragen könnt. Stand: September 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Formel: Kilowatt × Stunden × Strompreis — bei 37,0 Cent/kWh kostet 1.000 Watt genau 37 Cent pro Stunde.
- Als alleinige Heizung für 100 m² landet ihr bei rund 4.440 Euro im Jahr, mit Gas bei rund 1.591 Euro.
- Als Zusatzheizung im Bad kostet ein 600-Watt-Paneel über eine ganze Heizsaison unter 40 Euro.
- Günstigen Heizstrom bekommt ihr nur mit separatem Zähler — und längst nicht bei jedem Netzbetreiber.
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Was kostet eine Infrarotheizung pro Stunde?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Eine Infrarotheizung kostet pro Stunde genau so viel, wie ihre Leistung in Kilowatt mal dem Strompreis ergibt. Bei 37,0 Cent je Kilowattstunde — dem Durchschnitt für Haushalte im bisherigen Jahresverlauf laut BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026 (veröffentlicht am 21.08.2026) — sind das bei einem 1.000-Watt-Paneel exakt 37 Cent für eine Stunde Volllast.
Die Rechnung dahinter ist bewusst simpel, weil bei einer Direktheizung nichts umgewandelt, gespeichert oder gewonnen wird: Leistung (kW) × Laufzeit (h) × Arbeitspreis (€/kWh) = Kosten. Ein 600-Watt-Gerät zieht in einer Stunde 0,6 Kilowattstunden, das macht 0,6 × 0,37 € = 0,222 Euro, also rund 22 Cent.
Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die aktuellen Preisanalysen des BDEW, den Heizspiegel von co2online sowie die Rechenbeispiele von ADAC und Stiftung Warentest ausgewertet — und alle Beispiele anschließend mit ein und demselben Strompreis neu durchgerechnet, damit sie untereinander vergleichbar bleiben.
| Leistung | Kosten je Stunde | Kosten für 500 Stunden |
|---|---|---|
| 400 Watt | 0,15 € | 74 € |
| 600 Watt | 0,22 € | 111 € |
| 800 Watt | 0,30 € | 148 € |
| 1.000 Watt | 0,37 € | 185 € |
| 1.200 Watt | 0,44 € | 222 € |
| 2.000 Watt | 0,74 € | 370 € |
Eigene Berechnung, Stand September 2026. Angesetzt ist der Haushalts-Arbeitspreis von 37,0 Cent/kWh aus der BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026. Die Spalte ganz rechts unterstellt 500 Volllaststunden, also volle Leistung ohne Taktung durch ein Thermostat.
Wie viel Watt braucht ihr pro Quadratmeter?

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Die Faustformel liegt bei 40 bis 70 Watt pro Quadratmeter im Neubau und bei 60 bis 100 Watt pro Quadratmeter im sanierten Altbau — so nennt es der ADAC in seinem Infrarotheizung-Ratgeber (Stand: 02.09.2025). Für einen 20 Quadratmeter großen Raum im sanierten Altbau bedeutet das 1.200 bis 2.000 Watt installierte Leistung.
Diese Spanne entscheidet mehr über eure Stromrechnung als der Anschaffungspreis. Wer im unsanierten Altbau wohnt, liegt regelmäßig über 100 Watt pro Quadratmeter — dort verlässt die Wärme das Gebäude schneller, als das Paneel sie nachliefern kann.
| Gebäudetyp | Watt je m² | Bedarf für 20 m² |
|---|---|---|
| Neubau, gut gedämmt | 40 bis 70 | 800 bis 1.400 W |
| Sanierter Altbau | 60 bis 100 | 1.200 bis 2.000 W |
Watt-Bedarf nach ADAC (Stand 02.09.2025), Spalte rechts eigene Multiplikation auf 20 m². Für unsanierte Altbauten nennt der ADAC bewusst keinen Wert mehr — dort ist die Direktheizung als Vollheizung kein Thema.
Warum die Anschlussleistung nicht die Jahreskosten ist
Ein Paneel läuft nicht durchgehend. Sobald der Raum warm ist, schaltet ein Thermostat ab und erst bei sinkender Temperatur wieder ein. Realistisch ist über einen Heiztag eine Einschaltdauer zwischen 30 und 60 Prozent — bei schlechter Dämmung steigt sie, bei guter sinkt sie. Wer ehrlich rechnen will, nimmt deshalb zwei Zahlen: die Volllast als Obergrenze und die halbe Laufzeit als realistischen Mittelwert.
Infrarotheizung Stromkosten pro Monat und pro Heizsaison
Ein 15 Quadratmeter großes Arbeitszimmer im sanierten Altbau braucht nach ADAC-Faustformel rund 1.200 Watt; bei fünf Stunden Heizbetrieb täglich, 180 Heiztagen und 50 Prozent Einschaltdauer ergibt das 540 Kilowattstunden — zu 37,0 Cent/kWh (BDEW, Herbst 2026) also 199,80 Euro pro Heizsaison. Pro Monat sind das über sechs Heizmonate gerechnet 90 Kilowattstunden oder 33,30 Euro.
Die komplette Rechenkette offen: 15 m² × 80 W/m² = 1.200 W = 1,2 kW. 1,2 kW × 5 h × 180 Tage = 1.080 kWh bei Dauerbetrieb. Mit 50 Prozent Einschaltdauer bleiben 540 kWh. 540 kWh × 0,37 €/kWh = 199,80 Euro. Ohne jede Taktung wären es 1.080 kWh und damit 399,60 Euro.
Dasselbe Schema für das Bad: Ein 600-Watt-Spiegelpaneel, eine Stunde am Morgen, 180 Tage. 0,6 kW × 1 h × 180 = 108 kWh, mal 0,37 Euro sind 39,96 Euro für die gesamte Heizsaison. Wer hier über hohe Stromkosten klagt, hat meist nicht die Rechnung, sondern die Laufzeit unterschätzt.
Wie viel Strom euer Haushalt insgesamt zieht und wo eine zusätzliche Heizung überhaupt ins Gewicht fällt, zeigt unser Überblick zum Stromverbrauch im Haushalt nach Personenzahl.
Infrarotheizung, Gas oder Wärmepumpe: der Kostenvergleich

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Eine 100-Quadratmeter-Wohnung braucht laut Heizspiegel von co2online rund 120 Kilowattstunden Wärme je Quadratmeter und Jahr (Abrechnungsjahr 2025), also 12.000 Kilowattstunden. Mit einer Infrarotheizung kostet diese Wärmemenge bei 37,0 Cent/kWh 4.440 Euro, mit einem Gasbrennwertkessel rund 1.591 Euro und mit einer Wärmepumpe rund 1.306 Euro.
So kommen die drei Zahlen zustande — jede mit ihrer eigenen Umrechnung:
- Infrarotheizung: 1 kWh Strom = 1 kWh Wärme, also 12.000 kWh Strom × 0,37 €/kWh = 4.440,00 €.
- Gasbrennwertkessel: Wirkungsgrad 0,9 laut Verbraucherzentrale, also 12.000 ÷ 0,9 = 13.333 kWh Erdgas × 0,1193 €/kWh = 1.590,67 €.
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: Jahresarbeitszahl 3,4, also 12.000 ÷ 3,4 = 3.529 kWh Strom × 0,37 €/kWh = 1.305,88 €.
Der Gaspreis stammt aus der BDEW-Gaspreisanalyse August 2026 (veröffentlicht am 24.08.2026): 11,93 Cent/kWh im Einfamilienhaus, 11,17 Cent/kWh im Mehrfamilienhaus. Die Jahresarbeitszahl von 3,4 für Luft-Wasser-Wärmepumpen im Gebäudebestand kommt aus der vierjährigen Feldstudie „WP-QS im Bestand“ des Fraunhofer ISE, über die der Bundesverband Wärmepumpe am 04.11.2025 berichtet hat: 77 vermessene Anlagen, Erdreich-Wärmepumpen kamen im Schnitt auf 4,3.
Die Differenz ist der eigentliche Befund: Gegenüber Gas zahlt ihr 2.849 Euro mehr im Jahr, gegenüber der Wärmepumpe 3.134 Euro. Was eine Wärmepumpe in Anschaffung, Förderung und Betrieb wirklich kostet, rechnen wir im Ratgeber Wärmepumpe Kosten durch.
| Heizsystem | Energiebedarf | Kosten im Jahr |
|---|---|---|
| Infrarotheizung | 12.000 kWh Strom | 4.440 € |
| Gasbrennwertkessel | 13.333 kWh Gas | 1.591 € |
| Wärmepumpe | 3.529 kWh Strom | 1.306 € |
Eigene Berechnung, Stand September 2026, für 12.000 kWh Wärmebedarf (100 m² × 120 kWh/m², Heizspiegel-Abrechnungsjahr 2025). Strompreis 37,0 Cent/kWh und Gaspreis 11,93 Cent/kWh nach BDEW; Wirkungsgrad 0,9 beim Gaskessel, Jahresarbeitszahl 3,4 bei der Wärmepumpe.
Warum der Wirkungsgrad von 100 Prozent in die Irre führt
Strom ist drei- bis viermal so teuer wie Erdgas — das ist der entscheidende Satz, und er stammt von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (31.01.2024). Mit dem heutigen Preisabstand von 37,0 zu 11,93 Cent liegt der Faktor bei 3,1.
Hersteller werben gern mit „100 Prozent Wirkungsgrad“. Das stimmt sogar — nur ist es kein Vorteil, sondern die Obergrenze. Eine Stromdirektheizung erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom maximal eine Kilowattstunde Wärme. Eine Wärmepumpe erreicht laut Verbraucherzentrale die dreifache Wärmemenge, weil sie Umweltwärme dazuholt, und ein moderner Gasbrennwertkessel macht aus einer Kilowattstunde Erdgas rund 0,9 Kilowattstunden Wärme — dafür ist der Brennstoff eben dreimal billiger.
Hans Weinreuter, Fachbereichsleiter Energie und Bauen bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, fasst es so zusammen: „Über 20 Jahre betrachtet ist eine Infrarotheizung ein sehr teures Heizsystem“. Wirtschaftlich sinnvoll sei der Einsatz nach seiner Einschätzung nur in sehr gut gedämmten Gebäuden wie Passivhäusern.
Wärmestrahlung fühlt sich wärmer an — spart aber keinen Strom
Der häufigste Einwand lautet, man könne dank Strahlungswärme die Raumtemperatur um ein bis zwei Grad senken. Das Empfinden stimmt, die Rechnung geht trotzdem selten auf: Der Effekt wirkt nur dort, wo die Strahlung direkt hinfällt. Verlasst ihr den bestrahlten Bereich, ist die Luft weiterhin kühl — und ein zweiter Nutzer im Raum braucht ein zweites Gerät.
Gibt es für Infrarotheizungen günstigen Heizstrom?
In den seltensten Fällen: Die Verbraucherzentrale schreibt, dass für Infrarotheizungen meist nur teurer Haushaltsstrom verfügbar ist und günstiger Heizstrom „nur bei getrennter Messung, mit je einem eigenen Zähler für Heiz- und Haushaltsstrom“ überhaupt möglich ist. Der zweite Zähler kostet demnach 50 bis 100 Euro plus Montage.
Dazu kommt die zweite Hürde: Der Netzbetreiber muss die Anlage als steuerbare Verbrauchseinrichtung anerkennen — und das tun längst nicht alle bei Direktheizungen. Die Bundesnetzagentur listet für Paragraf 14a EnWG ausdrücklich Wallboxen, Wärmepumpen, Klimageräte und Stromspeicher ab 4,2 Kilowatt Netzanschlussleistung auf; Elektro-Direktheizungen tauchen dort nicht auf.
Wer trotzdem Modul 1 bekommt, spart nach Angaben der Bundesnetzagentur pauschal 110 bis 190 Euro Netzentgelt im Jahr. Gemessen an einer Jahresrechnung von 4.440 Euro für eine 100-Quadratmeter-Wohnung ist das die Nachkommastelle, nicht die Lösung.
Was ein Tarifwechsel wirklich bringt
Von den 37,0 Cent je Kilowattstunde entfallen laut BDEW 15,2 Cent auf Beschaffung und Vertrieb, 9,2 Cent auf Netzentgelte und 12,6 Cent auf Steuern, Abgaben und Umlagen. Ein Anbieterwechsel bewegt also nur die ersten 15,2 Cent — das ist viel, wenn ihr in der teuren Grundversorgung steckt, aber es macht aus einer Direktheizung keine günstige Heizung. Worauf ihr beim Wechsel achten müsst, steht in unserem Ratgeber zum Stromanbieterwechsel.
Wann sich eine Infrarotheizung wirklich lohnt
Immer dann, wenn die Laufzeit kurz bleibt: Das Bad-Beispiel aus diesem Artikel kostet mit 600 Watt und einer Stunde täglich über 180 Tage genau 39,96 Euro — bei 37,0 Cent/kWh. Für diesen Betrag bekommt ihr keine zweite Heizungsanlage und keinen Heizkreis, sondern nur ein Kabel und eine Schraube.
Typische Fälle, in denen die Rechnung aufgeht:
- Bad: Kurze Spitzenwärme am Morgen, oft schon durch ein Spiegelpaneel abgedeckt. Aufwand: eine Steckdose. Auszahlung: keine überheizte Zentralheizung nur wegen eines Raums.
- Selten genutzte Räume: Gästezimmer, Hobbyraum, Atelier. Aufwand: einzelnes Paneel. Auszahlung: Der Raum bleibt sonst kalt, die Zentralheizung läuft gar nicht erst mit.
- Übergangszeit: Einzelne kühle Abende im September und April. Aufwand: null Umbau. Auszahlung: Die Zentralheizung bleibt aus.
- Wintergarten und Homeoffice-Ecke: Punktuelle Strahlungswärme am Arbeitsplatz. Aufwand: ein Paneel plus Zeitschaltuhr. Auszahlung: Ihr heizt die Person, nicht das Volumen.
- Passivhaus und sehr gut gedämmter Neubau: Aufwand: komplette Ausstattung. Auszahlung: Der Wärmebedarf ist so klein, dass auch teurer Strom in absoluten Zahlen wenig kostet.
Auch Stiftung Warentest ordnet die Technik nicht als Sparlösung, sondern als Ergänzung ein. In ihrer Bewertung vom 05.12.2023 heißt es: „Infrarotheizungen können eine Notlösung sein, wenn beispielsweise die Gasversorgung vorübergehend ausfällt.“
Wann ihr die Finger davon lassen solltet
Als alleinige Heizung im Bestandsgebäude. Stiftung Warentest rechnet für eine 100-Quadratmeter-Wohnung mit rund 8.000 Watt installierter Leistung, acht Betriebsstunden am Tag und 11.680 Kilowattstunden im Jahr — bei dem damals angesetzten Strompreis von 40 Cent ergab das rund 4.700 Euro Heizkosten pro Jahr (05.12.2023).
Mit dem heutigen BDEW-Preis von 37,0 Cent sinkt dieselbe Rechnung auf 4.321,60 Euro — die Größenordnung bleibt. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät vom Einbau solcher Systeme in Bestandsgebäuden ausdrücklich ab.
Drei Konstellationen sind besonders heikel:
- Unsanierter Altbau: Der Wärmebedarf liegt über 100 Watt je Quadratmeter, die Heizung läuft praktisch durch.
- Mietwohnung ohne Zustimmung: Fest montierte Paneele sind bauliche Veränderungen, und die Heizkostenabrechnung ändert sich.
- Warmwasser: Eine Infrarotheizung kann kein Wasser erwärmen — dafür braucht ihr weiter ein zweites System.
Wand, Decke oder Spiegel: Wo das Paneel hingehört

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Der Montageort ändert nichts an der Formel: 600 Watt bleiben 600 Watt und kosten bei 37,0 Cent/kWh 22 Cent pro Stunde, ob das Paneel an der Wand, an der Decke oder als Spiegel im Bad hängt. Was sich ändert, ist die Fläche, die die Strahlung erreicht — und damit, wie viele Stunden ihr braucht, bis es sich warm anfühlt.
- Wand: Strahlt seitlich in den Raum, ideal hinter Sitzplätzen und Schreibtischen. Nachteil: Möbel schlucken Strahlung, die Fläche ist begrenzt.
- Decke: Größte freie Fläche, bestrahlt den ganzen Raum gleichmäßig. Nachteil: Montage aufwendiger, bei Raumhöhen über etwa drei Metern lässt die Wirkung spürbar nach.
- Spiegelheizung: Belegt im Bad keine zusätzliche Wandfläche und beschlägt nicht. Nachteil: meist geringere Leistung, also eher Komfort- als Vollheizung.
- Bild- und Motivheizung: Optisch unauffällig im Wohnraum. Nachteil: Der Preis liegt über dem einfarbiger Paneele, die Heizleistung ist identisch.
Was Bild-Infrarotheizungen wirklich kosten
Der Aufschlag betrifft nur die Anschaffung, nicht den Betrieb. Ein Motivpaneel mit 600 Watt verbraucht exakt so viel wie ein weißes Paneel mit 600 Watt — also 0,6 Kilowattstunden je Volllaststunde oder 22 Cent. Wer beim Kauf auf das Motiv statt auf die Wattzahl schaut, bezahlt den Unterschied einmalig; wer die Wattzahl ignoriert, bezahlt ihn jeden Winter.
Was kostet die Anschaffung einer Infrarotheizung?
Einzelne Paneele kosten laut ADAC zwischen rund 65 und 650 Euro, für einen 100-Quadratmeter-Haushalt nennt der Club 3.000 bis 6.000 Euro inklusive Installation (Stand: 02.09.2025). Gemessen an den laufenden Kosten von rund 4.440 Euro pro Jahr amortisiert sich hier nichts — die Anschaffung ist der kleinere Posten.
Unsere eigenen Zahlen zeigen dasselbe Muster. In unserem Beitrags-Inventar stehen seit September 2019 genau elf Deal-Beiträge zu elektrischen Direktheizgeräten — Heizlüfter, Konvektoren, mobile Elektroheizungen. Der mittlere Angebotspreis lag bei 25,99 Euro, die im Titel genannte Anschlussleistung dagegen bei 950 bis 2.400 Watt. Neun der zehn datierten Beiträge erschienen zwischen September und Februar. Zehn der elf Angebote sind heute nicht mehr online (Stand: 22.09.2026). Übersetzt heißt das: Das Gerät ist billig und schnell weg, der Stromzähler bleibt.
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Unser Tipp: Haushaltsgeräte im Preischeck
- Heizgeräte und Haushaltstechnik mit geprüftem Vergleichspreis
- In unserer Haushalt- und Garten-Rubrik sammeln wir laufend Angebote zu Heizlüftern, Heizpaneelen und Haushaltsgeräten — jeweils mit Vergleichspreis statt UVP, damit ihr die Wattzahl und nicht nur den Rabatt seht.
So senkt ihr die Stromkosten eurer Infrarotheizung
Der größte Hebel ist die Laufzeit, nicht der Tarif. Kürzt ihr im Arbeitszimmer-Beispiel die tägliche Heizzeit von fünf auf drei Stunden, sinkt der Verbrauch von 540 auf 324 Kilowattstunden — bei 37,0 Cent/kWh spart das 79,92 Euro in einer Heizsaison.
- Thermostat statt Steckdose: Ein Paneel ohne Regelung läuft mit voller Leistung durch. Ein Raumthermostat mit Wochenprogramm ist die Voraussetzung dafür, dass die Einschaltdauer überhaupt unter 100 Prozent fällt.
- Richtig dimensionieren: Ein zu kleines Paneel läuft dauerhaft auf Volllast und wird nie fertig. Lieber nach der ADAC-Faustformel auslegen, als die Wattzahl zu drücken.
- Zonen statt Fläche: Strahlung dorthin richten, wo ihr sitzt. Ein Paneel hinter dem Schreibtisch schlägt zwei Paneele an der Flurwand.
- Verbrauch messen: Ein Zwischenstecker zeigt nach einer Woche die tatsächliche Einschaltdauer. Wie ihr damit richtig messt, erklären wir im Ratgeber zum Energiekosten-Messgerät.
- Grundlast prüfen: Wer im Winter über Stromkosten klagt, findet oft daneben noch weitere Dauerverbraucher. Unsere Rechnung zu den Stromkosten der Weihnachtsbeleuchtung zeigt, wie schnell sich kleine Wattzahlen über viele Stunden summieren.
- Grundlagen zuerst: Stoßlüften statt Kippfenster, freie Heizflächen, geschlossene Türen zu kalten Räumen — die Basics aus unserem Ratgeber Richtig heizen wirken bei Strahlungswärme genauso.
Vor- & Nachteile im Überblick
Unterm Strich steht ein Gerät, das in der Anschaffung günstig und im Betrieb teuer ist: 4.440 Euro im Jahr als Vollheizung für 100 Quadratmeter gegenüber 1.306 Euro mit einer Wärmepumpe, beides zu 37,0 Cent/kWh gerechnet. Die folgenden Punkte fassen zusammen, wofür die Technik trotzdem taugt.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Anschaffung ab rund 65 Euro je Paneel | Strom kostet gut dreimal so viel wie Gas |
| Wärme ist in Minuten spürbar | Maximal 1 kWh Wärme aus 1 kWh Strom |
| Keine Leitungen, kein Heizraum, kein Brennstoff | Günstiger Heizstrom nur mit zweitem Zähler |
| Sinnvoll für Bad und selten genutzte Räume | Kein Warmwasser, keine Wärmespeicherung |
So prüfen wir Deals
- Vergleichspreis statt UVP: Wir prüfen jeden Preis gegen idealo und Geizhals — Referenz ist der reale Marktpreis, nicht die UVP.
- Aktualität: Alle Rechenbeispiele in diesem Artikel laufen mit demselben, offen genannten Strompreis; ändert sich der BDEW-Wert, ziehen wir das „Stand“-Datum hoch.
- Unabhängig: Unsere Einschätzung ist redaktionell — Partner-Links ändern nichts an der Bewertung.
Häufige Fragen zu Infrarotheizung und Stromkosten
Die folgenden Antworten rechnen alle mit demselben Arbeitspreis von 37,0 Cent je Kilowattstunde aus der BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026, damit ihr die Zahlen direkt vergleichen könnt.
Wie berechne ich die Stromkosten meiner Infrarotheizung?
Mit drei Werten: Leistung in Kilowatt, Betriebsstunden und Arbeitspreis. Teilt die Wattzahl durch 1.000, multipliziert mit den Stunden und dann mit eurem Preis je Kilowattstunde. Beispiel: 800 Watt sind 0,8 Kilowatt; bei drei Stunden täglich über 180 Tage sind das 432 Kilowattstunden, mal 0,37 Euro ergibt 159,84 Euro. Den Arbeitspreis findet ihr auf eurer letzten Jahresabrechnung — er ist genauer als jeder Durchschnittswert.
Was kostet eine 1000-Watt-Infrarotheizung pro Stunde?
Genau 37 Cent bei Volllast, weil 1.000 Watt einer Kilowattstunde pro Stunde entsprechen und der Durchschnittspreis bei 37,0 Cent liegt. In der Praxis liegt der Wert niedriger, sobald ein Thermostat das Gerät zwischendurch abschaltet. Bei 50 Prozent Einschaltdauer sind es 18,5 Cent je Stunde. Rechnet trotzdem zuerst mit Volllast — so kennt ihr eure Obergrenze.
Warum hat meine Infrarotheizung so hohe Stromkosten?
Meist aus einem von drei Gründen. Erstens läuft das Gerät länger als gedacht, weil kein Thermostat regelt. Zweitens ist es zu klein für den Raum und erreicht die Zieltemperatur nie, läuft also dauerhaft auf Volllast. Drittens ist die Dämmung zu schlecht: Über 100 Watt je Quadratmeter Bedarf arbeitet jede Direktheizung gegen das Gebäude an. Ein Zwischenstecker zeigt euch nach einer Woche, welcher der drei Gründe zutrifft.
Wie viel Strom verbraucht eine Infrarotheizung pro Jahr?
Das hängt allein an Wattzahl und Laufzeit. Unser Arbeitszimmer-Beispiel mit 1.200 Watt, fünf Stunden täglich, 180 Heiztagen und 50 Prozent Einschaltdauer landet bei 540 Kilowattstunden. Als Vollheizung für 100 Quadratmeter sind es dagegen rund 12.000 Kilowattstunden — das Zwanzigfache. Deshalb ist die Frage nach dem Jahresverbrauch ohne Angabe der Fläche nicht zu beantworten.
Wie viel Watt braucht eine Infrarotheizung pro Quadratmeter?
Der ADAC nennt 40 bis 70 Watt je Quadratmeter im Neubau und 60 bis 100 Watt im sanierten Altbau. Für ein 12 Quadratmeter großes Schlafzimmer im sanierten Altbau sind das 720 bis 1.200 Watt. Rechnet im Zweifel mit dem oberen Wert: Ein knapp ausgelegtes Paneel spart keinen Strom, sondern läuft nur länger.
Ist eine Infrarotheizung günstiger als ein Heizlüfter?
Pro Kilowattstunde nicht — beide sind Direktheizungen und wandeln Strom eins zu eins in Wärme. Der Unterschied liegt in der Wattzahl und im Nutzungsmuster: Heizlüfter arbeiten meist mit 2.000 Watt und damit 74 Cent je Stunde, viele Infrarotpaneele mit 600 bis 1.000 Watt und damit 22 bis 37 Cent. Wer das Paneel dafür dreimal so lange laufen lässt, hat nichts gewonnen.
Gibt es für Infrarotheizungen einen günstigen Heizstromtarif?
Nur selten. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass günstiger Heizstrom einen eigenen Zähler für den Heizstrom voraussetzt — Kostenpunkt 50 bis 100 Euro plus Montage — und dass nicht alle Netzbetreiber Direktheizungen als steuerbare Verbrauchseinrichtung anerkennen. Kommt es doch zustande, müsst ihr mit Sperrzeiten rechnen; weil Paneele kaum Wärme speichern, kühlt der Raum dann schnell aus.
Lohnt sich eine Infrarotheizung im Bad?
Das ist der Anwendungsfall, in dem die Rechnung am klarsten aufgeht. 600 Watt, eine Stunde täglich, 180 Tage: 108 Kilowattstunden oder 39,96 Euro für die gesamte Heizsaison. Eine Spiegelheizung spart zusätzlich Wandfläche und beschlägt nicht. Sobald ihr das Bad damit aber den ganzen Tag warm halten wollt, kippt die Rechnung ins Gegenteil.
Ist eine Infrarotheizung mit Photovoltaik wirtschaftlich?
Nur eingeschränkt. Eine Photovoltaikanlage liefert ihre schwächsten Erträge im Dezember und Januar — also genau dann, wenn die Heizung am meisten zieht. In der Übergangszeit kann eigener Solarstrom ein Paneel sinnvoll versorgen, im Hochwinter deckt er nur einen kleinen Teil. Rechnet deshalb mit dem Netzstrompreis und behandelt den Solarertrag als Bonus, nicht als Grundlage.
Fazit: Rechnet mit eurer eigenen Wattzahl
Die Stromkosten einer Infrarotheizung sind kein Geheimnis, sondern eine Multiplikation. Bei 37,0 Cent je Kilowattstunde kostet jede installierte Kilowattstunde Leistung 37 Cent pro Volllaststunde — daraus folgt alles andere: 40 Euro für ein Bad über die ganze Saison, 200 Euro für ein Arbeitszimmer, 4.440 Euro für eine 100-Quadratmeter-Wohnung.
Drei Faustregeln für die Entscheidung:
- Kurze Laufzeit, kleiner Raum: Infrarot ist die günstigste Art, punktuell Wärme zu erzeugen.
- Lange Laufzeit, ganze Wohnung: Jede Alternative mit Gas oder Wärmepumpe ist im Betrieb deutlich billiger.
- Vor dem Kauf messen, nicht schätzen: Wattzahl und Einschaltdauer bestimmen die Rechnung — nicht der Kaufpreis.
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