Gasheizung 2026: Was nach dem neuen Heizungsgesetz erlaubt ist und was sie kostet

Eine neue Gasheizung dürft ihr seit dem 29. Juli 2026 wieder ohne die frühere 65-Prozent-Vorgabe einbauen — das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat das alte Gebäudeenergiegesetz abgelöst, verlangt aber ab 2029 einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe. Eine Gasheizung ist ein Wärmeerzeuger, der Erdgas, Flüssiggas oder Biomethan verbrennt und die Wärme über Heizwasser an Heizkörper und Warmwasserspeicher abgibt; moderne Geräte nutzen als Brennwertkessel zusätzlich die Wärme aus dem Abgas. Wer gerade vor dem Heizungstausch steht und Angst vor einer teuren Fehlentscheidung hat, findet hier die Regeln, die Preise und die Kostenrisiken — Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in KĂĽrze

  • Einbau erlaubt: Die 65-Prozent-Regel, die Beratungspflicht und die 30-Jahre-Austauschpflicht sind seit 29. Juli 2026 gestrichen.
  • Bio-Treppe fĂĽr neue Geräte: 10 Prozent klimafreundlicher Brennstoff ab 2029, 15 ab 2030, 30 ab 2035, 60 ab 2040.
  • Anschaffung: 6.000 bis 9.000 Euro fĂĽr den Wärmeerzeuger im Einfamilienhaus, staatliche Förderung gibt es dafĂĽr nicht.
  • Kostenrisiko: Laut Heizkostenprognose von co2online können sich die Heizkosten mit Gas bis 2045 mehr als verdoppeln.

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Was ist eine Gasheizung — und warum ist sie im Herbst 2026 wieder Thema?

Für die Gasheizung gelten seit dem 29. Juli 2026 neue Regeln. An diesem Tag ist laut Bundesregierung das Gebäudemodernisierungsgesetz in Kraft getreten, das der Bundestag am 10. Juli 2026 mit 322 zu 272 Stimmen beschlossen hat. Es trägt die amtliche Abkürzung GModG und ersetzt das Gebäudeenergiegesetz, das viele als Heizungsgesetz kennen.

Technisch hat sich am Gerät nichts geändert. Ein Brenner erhitzt Heizwasser, eine Pumpe verteilt es im Haus, das Abgas zieht über eine Abgasleitung oder den Schornstein ab. Ein Brennwertgerät kühlt das Abgas so weit herunter, dass der enthaltene Wasserdampf kondensiert und seine Wärme ebenfalls ins Heizwasser geht.

Dass der Begriff gerade so oft gesucht wird, hat drei messbare Anlässe innerhalb weniger Wochen. Erstens beginnt die erste Heizperiode unter dem neuen Gesetz. Zweitens hat die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online am 22. September 2026 den Heizspiegel mit einer Langfristprognose für Gas veröffentlicht. Drittens meldete die Bundesnetzagentur am 2. Oktober 2026 einen Füllstand der deutschen Gasspeicher von 58 Prozent, deutlich weniger als in den Vorjahren. Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion den Gesetzestext, die Mitteilungen von Bundesregierung und Bundestag sowie die Angaben von Verbraucherzentrale, KfW und co2online ausgewertet.

Wie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche das Gesetz begrĂĽndet, zeigt das Ministerium in einem kurzen Statement zum Kabinettsbeschluss vom 13. Mai 2026:

Das Video ist die Sicht der Regierung. Die Gegenrechnung liefern VerbraucherschĂĽtzer und Energieberater, und beide Seiten stehen in den folgenden Abschnitten nebeneinander.

Darf ich noch eine neue Gasheizung einbauen?

Installateur montiert eine neue Gasheizung als Brennwertgerät an einer Kellerwand

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Ja. Seit dem 29. Juli 2026 ist eine Heizungsanlage für Gas, Heizöl oder Flüssiggas eine von zehn ausdrücklich genannten Optionen, wenn ihr in einem bestehenden Gebäude die Heizung ersetzt — so steht es in § 43 GModG in Verbindung mit § 42. Die Bundesregierung fasst es so zusammen: Die Vorgabe von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien entfällt, neben Wärmepumpen, Fernwärme, Hybridmodellen und Biomasse können weiterhin auch Gas- und Ölheizungen eingebaut werden.

Gestrichen wurden laut Bundestag die Paragrafen 71, 71b bis 71p und 72 des alten Gesetzes. Damit fallen drei Dinge weg, die viele Ratgeber noch nennen:

  • 65-Prozent-Regel: Sie galt fĂĽr neue Heizungen und war an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt. Im GModG steht bei § 71 nur noch „weggefallen“.
  • Beratungspflicht: Das verpflichtende Gespräch vor dem Einbau einer Ă–l- oder Gasheizung gibt es nicht mehr.
  • Stichtage 30. Juni 2026 und 30. Juni 2028: Die Fristen der Wärmeplanung bestehen fĂĽr die Kommunen weiter, lösen aber keine Heizungspflicht mehr aus.

Eine Bedingung bleibt. Die Verbraucherzentrale beschreibt sie in ihrem Überblick zum Gesetz (Stand: 21. August 2026) so: „Die neue Heizung darf energetisch nicht schlechter sein als die alte Heizung.“ Eine Zentralheizung muss außerdem die Wärmezufuhr automatisch drosseln können, etwa nachts. In Gebäuden mit sechs oder mehr Wohnungen gehört zum Einbau ein hydraulischer Abgleich.

Was muss ich beim Einbau einer neuen Gasheizung beachten?

Entscheidend ist das Einbaudatum. Die Brennstoffquoten gelten für Anlagen, die „nach dem 29. Juli 2026 in ein bestehendes Gebäude neu eingebaut“ werden. Wer also jetzt bestellt, kauft die Pflicht zur Bio-Treppe mit. Lasst euch im Angebot schriftlich geben, mit welchem Tarif oder welcher Zusatztechnik der Betrieb ab 2029 die Quote erfüllt, und bewahrt die Unterlagen auf.

Gilt das auch im Neubau?

Für Neubauten steuert das Gesetz über den Energiebedarf, nicht über eine Liste erlaubter Heizungen. Der Primärenergiebedarf darf laut Verbraucherzentrale höchstens 55 Prozent des Referenzgebäudes betragen. In der Bundestagsdebatte hieß es dazu aus der Unionsfraktion, die Wärmepumpe sei im Neubau bereits Standard.

Was bedeutet die Bio-Treppe fĂĽr neue Gasheizungen?

Biogasanlage mit zwei grünen Gärbehältern neben einem Feld – Biomethan für die Bio-Treppe der Gasheizung

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die Bio-Treppe verpflichtet Eigentümer neu eingebauter Gasheizungen, ab dem 1. Januar 2029 mindestens 10 Prozent der Wärme aus klimafreundlichen Brennstoffen zu erzeugen. Nach § 43 Absatz 1 GModG steigt der Anteil in vier Stufen bis auf 60 Prozent im Jahr 2040. Zugelassen sind Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas sowie grüner, blauer, orangener oder türkiser Wasserstoff samt Derivaten.

Ab 1. Januar Mindestanteil Bei 20.000 kWh
2029 10 % 2.000 kWh
2030 15 % 3.000 kWh
2035 30 % 6.000 kWh
2040 60 % 12.000 kWh

Stufen nach § 43 Absatz 1 GModG, Stand 04.10.2026. Die rechte Spalte ist eine eigene Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Wärme im Jahr und zeigt, welche Menge aus Biomethan oder einem anderen zugelassenen Brennstoff stammen muss.

In der Praxis bleibt der Gasanschluss, wie er ist. Der Versorger speist die entsprechende Menge Biomethan an anderer Stelle ins Netz ein und weist den Einkauf nach; ihr bucht einen Tarif mit dem passenden Anteil. Solche Mischungen werden laut Verbraucherzentrale schon heute angeboten. Was sie 2029 kosten, steht nirgends fest — das Gesetz regelt die Menge, nicht den Preis.

Die Quote lässt sich auch ohne Biogas erfüllen. § 43 nennt drei Wege:

  • Solarthermie: Bei Häusern mit höchstens zwei Wohnungen genĂĽgen von 2029 bis Ende 2034 mindestens 0,04 Quadratmeter Aperturfläche je Quadratmeter Nutzfläche.
  • LĂĽftungsanlage mit WärmerĂĽckgewinnung: Sie muss das ganze Gebäude versorgen und mindestens 73 Prozent der Wärme zurĂĽckgewinnen.
  • Wärmepumpen-Hybridheizung: Die Pflicht gilt als erfĂĽllt, wenn die Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Leistung des Spitzenlastkessels erbringt, bei bivalent alternativem Betrieb 40 Prozent.

Für den Notfall gibt es Aufschub. Fällt die alte Heizung irreparabel aus und wird 2028 ersetzt, greift die Pflicht erst zwölf Monate nach dem Einbau.

H2-ready-Gasheizung: sinnvoll oder Marketing?

Als Antwort auf die Bio-Treppe taugt das Etikett bisher kaum. Geringe Wasserstoffmengen lassen sich dem Erdgasnetz beimischen, für die ab 2035 geforderten 30 Prozent und mehr sind die heute verkauften Geräte nach Einschätzung der Verbraucherzentrale oft nicht geeignet. Dazu müsste ein ganzes Netzgebiet auf die passende Mischung umgestellt werden, und solche Netze gibt es aktuell nicht. Die KfW fördert wasserstofffähige Heizungen nur, wenn das Gebäude nachweislich in einem Wasserstoffnetzausbaugebiet liegt und der Netzbetreiber einen Fahrplan vorlegt.

Was kommt mit der GrĂĽngasquote dazu?

Neben der Bio-Treppe ist eine zweite Quote geplant, die alle Gaskunden trifft. Nach § 42a GModG muss die Bundesregierung bis zum 1. Dezember 2026 ein eigenes Gesetz vorlegen, das eine „Grüngas-/Grünheizölquote“ einführt und die Lieferanten verpflichtet, ab 2045 nur noch klimaneutrale Brennstoffe für die Gebäudewärme zu verkaufen. Laut Bundesregierung soll die Quote 2028 starten. Höhe und Kosten sind offen, der Entwurf lag bis zum 4. Oktober 2026 nicht vor.

Wie lange darf ich eine Gasheizung noch betreiben?

Eine bestehende Gasheizung darf ohne Enddatum weiterlaufen und repariert werden. Das Betriebsverbot für 30 Jahre alte Konstanttemperaturkessel stand in § 72 des alten Gesetzes, und dieser Paragraf ist im GModG seit dem 29. Juli 2026 als „weggefallen“ geführt.

An seine Stelle tritt eine Pflicht für die Lieferanten. Brennstoffe für Heizungen müssen laut Bundesregierung ab 2045 komplett klimaneutral sein. Ob euer alter Kessel dann noch läuft, entscheidet also nicht mehr ein Verbot, sondern das, was aus der Leitung kommt, und was es kostet. Die Bundesregierung will das Gesetz 2030 überprüfen; bis dahin kann sich an den Stufen noch etwas ändern.

Für Geräte, die vor dem 29. Juli 2026 eingebaut wurden, gilt die Bio-Treppe nach dem Wortlaut von § 43 nicht. Das betrifft auch Gasheizungen aus den Jahren 2024 bis Mitte 2026; § 71 des alten Gesetzes ist gestrichen. Wer in dieser Zeit eingebaut hat, sollte Rechnung und Inbetriebnahmeprotokoll griffbereit halten.

Ganz ohne Pflichten ist der Bestand nicht. Zwei Punkte solltet ihr kennen:

  • HeizungsprĂĽfung in größeren Häusern: In Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen mĂĽssen Heizungen, die vor dem 1. Oktober 2009 eingebaut wurden, nach § 60b GModG bis zum 30. September 2027 geprĂĽft und optimiert werden. Mieter können das Ergebnis verlangen.
  • Dämmpflichten: Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen mĂĽssen gedämmt sein. Wer ein Ein- oder Zweifamilienhaus kauft, hat dafĂĽr laut Verbraucherzentrale zwei Jahre Zeit.

Was kostet eine neue Gasheizung?

Angebot fĂĽr eine neue Gasheizung auf einem Schreibtisch mit Taschenrechner, Kupferrohr und Thermostat

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Eine durchschnittliche Gaszentralheizung kostet im Einfamilienhaus inklusive Einbau etwa 6.000 bis 9.000 Euro. Diese Spanne nennt co2online in seiner Kostenübersicht (Stand: 21. Mai 2026); sie umfasst nur den Wärmeerzeuger, nicht neue Heizkörper oder Rohre. Eine Gasetagenheizung liegt bei 3.500 bis 5.000 Euro.

Posten von bis
Brennwertgerät wandhängend 2.500 € 4.000 €
Brennwertgerät bodenstehend 3.500 € 6.000 €
Wasserspeicher 500 € 1.500 €
Abgasleitung mit Montage 600 € 1.500 €
Montage und Inbetriebnahme 300 € 500 €
Hydraulischer Abgleich 500 € 900 €
Gasanschluss 500 € 2.500 €

Ungefähre Preise einzelner Komponenten laut co2online, Stand 21.05.2026. Nicht jeder Posten fällt in jedem Haus an: Wer eine alte Gasheizung ersetzt, hat den Gasanschluss schon, braucht aber oft eine neue Abgasleitung, weil Brennwertgeräte kühleres, feuchtes Abgas erzeugen.

Damit ist die Gasheizung in der Anschaffung die günstigste Zentralheizung, und genau das macht sie attraktiv, wenn der alte Kessel im Winter ausfällt. Der Preisvorteil schrumpft allerdings, sobald die Förderung ins Spiel kommt: Für eine reine Erdgasheizung gibt es keinen Zuschuss, für eine Wärmepumpe übernimmt der Staat mindestens 30 Prozent der förderfähigen Kosten.

Zu den laufenden Kosten gehört die Wartung. co2online veranschlagt für die jährliche Wartung im Ein- oder Zweifamilienhaus 80 bis 180 Euro, dazu kommt etwa alle zwei bis drei Jahre die Prüfung durch den Schornsteinfeger. In Mietwohnungen sind diese Kosten üblicherweise Teil der Betriebskosten.

Ein Wort zum Angebot selbst: Holt mindestens drei Angebote ein und achtet darauf, dass Demontage, Abgasleitung und Abgleich einzeln ausgewiesen sind. MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt — einen Heizkessel findet ihr bei uns nicht, wohl aber regelmäßig das Zubehör, mit dem sich der Verbrauch senken lässt.

Ist Gasheizen in Zukunft zu teuer?

Die Heizkosten mit Gas können sich bis 2045 mehr als verdoppeln. Das ist das Ergebnis der Heizkostenprognose, die co2online am 22. September 2026 zusammen mit dem Heizspiegel 2026 vorgelegt hat. Als Ursachen nennt die Organisation steigende CO2-Kosten, höhere Netzentgelte und die Bio-Treppe.

Der Blick auf die Gegenwart ist weniger dramatisch. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern zahlte laut Heizspiegel im Abrechnungsjahr 2025 mit Erdgas 2.040 Euro, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2026 erwartet co2online 1.930 Euro, also 5 Prozent weniger. Mit einer Wärmepumpe waren es im selben Haus 1.260 Euro. Geschäftsführerin Tanja Loitz rät, diese Entwicklung bei der Planung zu kennen, auch wenn reine Gasheizungen wieder erlaubt sind.

Wie teuer wird Gas durch den CO2-Preis?

Der CO2-Preis liegt 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Für ein Haus mit 20.000 Kilowattstunden Gasverbrauch sind das rund 237 bis 281 Euro im Jahr inklusive Mehrwertsteuer — gerechnet mit dem amtlichen Emissionsfaktor aus Anlage 2 der Emissionsberichterstattungsverordnung 2030, der 0,18139 Tonnen CO2 je Megawattstunde ergibt. Für 2027 soll derselbe Korridor gelten: Die Bundesregierung hat dazu einen Gesetzentwurf vorgelegt, über den der Bundestag am 8. September 2026 berichtete. Beschlossen war er zu diesem Zeitpunkt nicht. Ab 2028 startet der europäische Emissionshandel für Gebäude, dann bildet sich der Preis am Markt. Die ganze Rechnung samt Heizöl steht in unserem Ratgeber zu den Heizkosten 2027.

Warum steigen die Netzentgelte?

Netzentgelte sind der Teil des Gaspreises, mit dem Bau und Betrieb der Leitungen bezahlt werden. Steigen Haushalte auf Wärmepumpe oder Fernwärme um, verteilen sich dieselben Kosten auf weniger Anschlüsse. Eine belastbare Zahl für euer Netzgebiet gibt es nicht im Voraus; die Betreiber veröffentlichen ihre Entgelte jeweils zum Jahresende.

Was die Gasspeicher mit eurer Rechnung zu tun haben

Kurzfristig bestimmt der GroĂźhandel den Preis. Die Bundesnetzagentur meldete am 2. Oktober 2026 einen SpeicherfĂĽllstand von 58 Prozent oder 143,5 Terawattstunden und bezeichnet die Versorgung dennoch als stabil. Was das fĂĽr Tarife und Preisgarantien heiĂźt, haben wir im Beitrag zum Gaspreis im Winter 2026/27 durchgerechnet.

Was ändert sich für Mieter?

Baut ein Vermieter in ein bestehendes Wohngebäude eine neue fossile Heizung ein, muss er sich an den laufenden Kosten beteiligen. Laut Bundestag tragen Mieter ab 2028 nur noch die Hälfte der Netzentgelte und des CO2-Preises. Ab 2029 übernimmt der Vermieter zusätzlich die Hälfte der Mehrkosten für die Beimischung biogener Brennstoffe, begrenzt auf 30 Prozent des verbrauchten Brennstoffs. Für Vermietende gibt es eine Härtefallregelung. Die Regel betrifft neue Heizungen; bei einer alten Gasheizung bleibt es bei der bisherigen Aufteilung der CO2-Kosten nach dem energetischen Zustand des Hauses.

Welche Alternativen zur Gasheizung sind aktuell am wirtschaftlichsten?

Außeneinheit einer Wärmepumpe vor der Fassade eines Einfamilienhauses als Alternative zur Gasheizung

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Bei den Betriebskosten liegt die Wärmepumpe vorn: 1.260 Euro im 130-Quadratmeter-Haus gegenüber 2.040 Euro mit Erdgas, so der Heizspiegel für das Abrechnungsjahr 2025. Bei der Anschaffung ist es umgekehrt, und deshalb entscheidet die Förderung. Die KfW-Heizungsförderung 458 zahlt seit dem 21. Juli 2026 nach neuen Bedingungen.

Baustein Satz Bedingung
Grundförderung 30 % alle Eigentümer
Klimageschwindigkeitsbonus 16 % Selbstnutzer, alte Heizung raus
Einkommensbonus 10 bis 40 % bis 50.000 € Einkommen
Förderfähige Kosten 28.000 € erste Wohneinheit

Konditionen laut KfW, Stand 04.10.2026. Der Einkommensbonus beträgt 40 Prozent bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro und 10 Prozent bis 50.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen; mit einem kindergeldberechtigten Kind verschieben sich die Grenzen um 10.000 Euro nach oben. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte und entfällt für Anträge ab 1. August 2028. Die förderfähigen Kosten sinken ab 1. Februar 2027 halbjährlich um 750 Euro. Insgesamt sind je nach Antragstellergruppe höchstens 80 Prozent möglich.

Ein Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung. Wer als Selbstnutzer eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung gegen eine Wärmepumpe tauscht und die 28.000 Euro ausschöpft, erhält ohne Einkommensbonus 46 Prozent, also 12.880 Euro. Wartet derselbe Haushalt bis nach dem 1. Februar 2027, sind es 42 Prozent von 27.250 Euro und damit 11.445 Euro — 1.435 Euro weniger. Was eine Wärmepumpe insgesamt kostet und wann sie sich im Altbau nicht rechnet, steht in unserem Ratgeber zu den Wärmepumpe-Kosten.

Gefördert werden laut KfW außerdem Biomasseheizungen, Solarthermie, Brennstoffzellen und der Anschluss an ein Wärmenetz. Ob bei euch Fernwärme kommt, sagt die kommunale Wärmeplanung. Eine Stromdirektheizung ist in selbst bewohnten Ein- und Zweifamilienhäusern erlaubt, wird aber nicht bezuschusst; die Betriebskosten haben wir im Beitrag zu den Stromkosten der Infrarotheizung nachgerechnet.

Wie senkt ihr die Kosten einer bestehenden Gasheizung?

Wer seine Gasheizung behält, hat vier Stellschrauben, die wenig kosten:

  • Verbrauch kennen: Erst wer Zählerstand und Brennwert in Kilowattstunden umrechnet, kann Tarife vergleichen. Die Formel steht im Ratgeber Gasverbrauch berechnen.
  • Einstellen statt austauschen: Vorlauftemperatur, Nachtabsenkung und Heizkurve sind die Punkte, die auch die gesetzliche HeizungsprĂĽfung abfragt. Mehr dazu unter richtig heizen.
  • EntlĂĽften und abgleichen: Gluckernde Heizkörper kosten Wärme; die Anleitung samt richtigem Anlagendruck findet ihr unter Heizung entlĂĽften.
  • Thermostate tauschen: Programmierbare Heizkörperthermostate gehören zu den gĂĽnstigsten Anschaffungen. In der MonsterDealz-Beitragsdatenbank stehen seit Oktober 2025 sechs Deals mit Thermostaten im Titel, alle zwischen November und März (Abfrage: 4. Oktober 2026) — die Angebote kommen also mit der Heizsaison.

Der Heizspiegel beziffert das durchschnittliche Sparpotenzial im Einfamilienhaus auf 1.000 Euro im Jahr, in einer Wohnung auf 465 Euro. Rund 90 Prozent der Haushalte schöpfen es laut co2online nicht aus.

Neben den laufenden Kosten steht die Kaltmiete: Für den Einbau einer neuen Heizung darf der Vermieter die Miete innerhalb von sechs Jahren um höchstens 0,50 Euro je Quadratmeter erhöhen, bei 70 Quadratmetern also um maximal 35 Euro im Monat. Welche Voraussetzungen dafür gelten, steht im Ratgeber zur Mieterhöhung nach einem Heizungstausch.

Vor- & Nachteile im Ăśberblick

Vorteile Nachteile
Anschaffung ab 6.000 Euro im Einfamilienhaus Keine staatliche Förderung für reine Erdgasgeräte
Einbau seit 29. Juli 2026 wieder frei wählbar Bio-Treppe bis 60 Prozent im Jahr 2040
Vorhandene Heizkörper und Leitungen bleiben nutzbar Heizkosten können sich bis 2045 verdoppeln
Bestandsgeräte ohne Austauschpflicht weiter erlaubt Vermieter zahlen ab 2028 die Hälfte mit

Häufige Fragen zur Gasheizung

Gibt es eine gesetzliche Pflicht zur Nutzung von erneuerbaren Energien bei neu eingebauten Gasheizungen?

Ja, aber erst ab 2029. Für Gasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 in ein bestehendes Gebäude eingebaut werden, verlangt § 43 GModG ab 1. Januar 2029 mindestens 10 Prozent klimafreundlichen Brennstoff, ab 2030 dann 15, ab 2035 30 und ab 2040 60 Prozent. Die Pflicht trifft den Eigentümer oder, wenn ein anderer die Anlage betreibt, den Betreiber.

Wie sieht die kommunale Wärmeplanung in meiner Gemeinde aus?

Das erfahrt ihr bei eurer Stadt oder Gemeinde, meist auf der Website des Bau- oder Umweltamts. Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern mussten ihre Wärmeplanung bis Mitte 2026 vorlegen, kleinere Kommunen haben bis Mitte 2028 Zeit. Der Plan zeigt, wo Fernwärme oder ein Wasserstoffnetz vorgesehen ist. Eine Pflicht für eure Heizung folgt daraus seit dem GModG nicht mehr, als Entscheidungshilfe bleibt der Plan wertvoll.

Wie entwickelt sich der CO2-Preis in den nächsten Jahren konkret?

Für 2026 gilt ein Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne, für 2027 ist derselbe Korridor geplant, aber noch nicht beschlossen (Stand: Bundestagsmeldung vom 8. September 2026). Ab 2028 gilt der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr; einen festen Preis gibt es dann nicht mehr. Seriöse Jahreswerte für die Zeit danach kann niemand nennen.

Wird meine alte Gasheizung jetzt verboten?

Nein. Die Austauschpflicht für 30 Jahre alte Kessel ist mit § 72 gestrichen, und ein Enddatum für den Betrieb steht nicht mehr im Gesetz. Ab 2045 sollen die Lieferanten nur noch klimaneutrale Brennstoffe verkaufen dürfen; das dazugehörige Gesetz zur Grüngasquote ist angekündigt, aber noch nicht vorgelegt.

Bekomme ich für eine neue Gasheizung Förderung?

Für eine reine Erdgas-Brennwertheizung nicht. Die KfW fördert Wärmepumpen, Biomasse, Solarthermie, Brennstoffzellen, Wärmenetzanschlüsse und wasserstofffähige Heizungen, letztere nur in ausgewiesenen Wasserstoffnetzausbaugebieten. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten.

Lohnt sich eine neue Gasheizung 2026 noch?

Kurzfristig ist sie die billigste Lösung, langfristig die mit dem größten Kostenrisiko. Sinnvoll kann sie sein, wenn das Haus in wenigen Jahren ohnehin an ein Wärmenetz kommt oder verkauft wird. Wer 15 bis 20 Jahre plant, sollte die Bio-Treppe, den Emissionshandel ab 2028 und die Netzentgelte in die Rechnung aufnehmen und ein Angebot für eine Wärmepumpe mit Förderung danebenlegen.

Was passiert, wenn die Heizung mitten im Winter ausfällt?

Dann dürft ihr sofort ersetzen. Bei einem irreparablen Ausfall räumt die Verbraucherzentrale eine Übergangsfrist von zwölf Monaten ein, in der ein Ersatzgerät die Auflagen noch nicht erfüllen muss. Die KfW bezuschusst außerdem die Kosten für eine provisorische Heiztechnik, wenn danach eine förderfähige Heizung eingebaut wird.

Fazit: erlaubt ist nicht dasselbe wie gĂĽnstig

Die Gasheizung ist seit dem 29. Juli 2026 rechtlich wieder eine freie Wahl, wirtschaftlich aber eine Wette auf drei unbekannte Preise: Biomethan ab 2029, CO2 ab 2028 und Netzentgelte in einem schrumpfenden Netz. Wer eine funktionierende Anlage hat, muss nichts überstürzen und kann mit Einstellung, Abgleich und Tarifwechsel sparen. Wer neu kauft, sollte die 6.000 bis 9.000 Euro für den Kessel neben ein gefördertes Wärmepumpen-Angebot legen, solange der Klimageschwindigkeitsbonus noch bei 16 Prozent liegt.

  • Bestand: weiterbetreiben, optimieren, Verbrauch messen.
  • Neukauf: Bio-Treppe im Angebot schriftlich klären lassen.
  • Förderung: vor dem 1. Februar 2027 beantragen, danach sinken Bonus und Kostendeckel.

Passendes Zubehör für die Heizsaison und aktuelle Energie-Deals findet ihr täglich auf der Startseite von MonsterDealz.

Ăśber den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

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