Heizung entlĂĽften: Anleitung, richtiger Druck und was es wirklich spart

Heizung entlüften heißt, eingeschlossene Luft über das Entlüftungsventil am Heizkörper abzulassen, bis nur noch Wasser austritt — damit der Heizkörper wieder auf ganzer Fläche warm wird. Das Bayerische Verbraucherschutzministerium und der ADAC nennen bis zu 15 Prozent geringere Heizkosten als Obergrenze, eine gemessene Durchschnittsersparnis gibt es dagegen nicht. Entscheidend ist der Schritt danach: den Druck am Manometer prüfen. Stand: September 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gluckern, Plätschern und oben kalte Heizkörper sind die typischen Zeichen für Luft im System; der beste Zeitpunkt ist der Start der Heizperiode im Herbst.
  • Umwälzpumpe aus, Thermostate voll auf, 30 bis 60 Minuten warten, dann das Ventil mit dem Vierkantschlüssel öffnen, bis Wasser kommt.
  • Jedes Entlüften kostet Wasser und damit Druck: Nach Viessmann-Angaben sollte der Anlagendruck nach dem Befüllen nicht unter 1,3 bar liegen.
  • Mieter stimmen sich vorher mit der Hausverwaltung ab; Fußbodenheizung und Nachfüllen sind laut co2online Aufgaben für den Fachbetrieb.

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Warum gluckert die Heizung — und was bringt das Entlüften wirklich?

Nahaufnahme eines Entlüftungsventils an der oberen Ecke eines weißen Heizkörpers

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Luft im Heizkörper verdrängt das warme Wasser aus dem oberen Teil, deshalb bleibt die Fläche dort kalt und die Heizung gluckert. Laut Verbraucherinformationssystem des Bayerischen Umweltministeriums lassen sich durch das Entlüften „bis zu 15 Prozent der Energiekosten“ einsparen (Stand der Seite: 14. Oktober 2022). Wer bei kaltem Wetter frierende Räume und eine steigende Heizrechnung befürchtet, kann das Problem in den meisten Fällen selbst lösen — mit einem Werkzeug, das es in jedem Baumarkt gibt.

Die 15 Prozent sind allerdings eine Obergrenze, kein Durchschnittswert. Der ADAC übernimmt dieselbe Größenordnung in seinem Ratgeber vom 24. September 2026 und schreibt, die Heizkosten ließen sich „um bis zu 15 Prozent senken“. Eine Messreihe oder Studie dahinter nennen beide Quellen nicht. Die Verbraucherzentrale und co2online erklären das Entlüften ausführlich, beziffern die Ersparnis aber gar nicht. Ehrlich formuliert: Wer einen stark verlüfteten Heizkörper entlüftet, holt die verlorene Heizleistung zurück; wer eine gut gewartete Anlage ohne Gluckern entlüftet, spart praktisch nichts.

Warum überhaupt Luft ins System gerät, erklärt co2online in seinem Ratgeber zu Heizungsproblemen: Schon beim ersten Befüllen einer Heizung gelangt Luft in den Wasserkreislauf, und bei jedem Nachfüllen passiert das erneut. Dazu kommt Gas, das sich aus dem Heizungswasser löst. Diese Luft wandert an die höchsten Punkte des Systems, also in den oberen Teil der Heizkörper und in die obersten Etagen.

Woran erkennt ihr, dass Luft in der Heizung ist?

Viessmann ordnet die Geräusche in seinem Ratgeber eindeutig zu: Gluckern, Pfeifen und Plätschern deuten auf Luft im System hin, Rauschen dagegen auf eine zu hoch eingestellte Umwälzpumpe, Klopfen oder Knacken auf Rohre, die sich beim Aufheizen in ihren Halterungen dehnen. Zweites Zeichen: Ist ein Heizkörper unten warm und oben kalt, sitzt dort eine Luftblase. Bleibt er trotz aufgedrehtem Thermostat komplett kalt, kann Luft der Grund sein, aber auch ein klemmendes Ventil oder ein fehlender hydraulischer Abgleich.

Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die aktuellen Anleitungen von Verbraucherzentrale, co2online, ADAC und dem Heizungshersteller Viessmann ausgewertet und nebeneinandergelegt. In den meisten Punkten stimmen sie überein, bei zwei Fragen widersprechen sie sich — bei der Reihenfolge der Etagen und bei der Häufigkeit.

Heizkörper entlüften Schritt für Schritt

Entlüftungsschlüssel, Auffangbecher und Tuch auf dem Holzboden vor einem Heizkörper

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Das Entlüften dauert wenige Minuten, die Vorbereitung bis zu einer Stunde. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, sofern möglich die Umwälzpumpe abzuschalten, alle Thermostatventile vollständig aufzudrehen und dann 30 bis 60 Minuten zu warten, bevor das Ventil geöffnet wird. In dieser Zeit steigt die Luft im stehenden Wasser nach oben und sammelt sich direkt unter dem Entlüftungsventil.

Ihr braucht drei Dinge: einen Entlüftungsschlüssel, einen kleinen Behälter und einen Lappen. Das Verbraucherinformationssystem Bayern nennt genau diese Ausstattung und weist darauf hin, dass der Schlüssel im Baumarkt erhältlich ist. Die meisten Heizkörper haben einen genormten Vierkant; wo der nicht passt, hilft ein Universalschlüssel.

  • Schritt 1 – Heizung vorher laufen lassen: Entlüftet wird zu Beginn der Heizperiode, wenn die Anlage schon läuft. Dann erkennt ihr am Temperaturunterschied, welche Heizkörper betroffen sind.
  • Schritt 2 – Pumpe aus, Thermostate auf: Umwälzpumpe abschalten, sofern ihr Zugriff darauf habt, alle Thermostatköpfe auf die höchste Stufe drehen, 30 bis 60 Minuten warten.
  • Schritt 3 – Ventil finden: Das Entlüftungsventil sitzt meist oben an der Seite, die dem Thermostat gegenüberliegt. Lappen und Behälter darunter halten.
  • Schritt 4 – langsam öffnen: Schlüssel aufsetzen und das Ventil vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn drehen. Es zischt, solange Luft entweicht.
  • Schritt 5 – schließen, sobald Wasser kommt: Tritt statt Luft ein gleichmäßiger Wasserstrahl aus, das Ventil sofort fest zudrehen, damit nicht mehr Heizungswasser verloren geht als nötig.
  • Schritt 6 – Pumpe wieder an, Druck prüfen: Nach dem letzten Heizkörper die Pumpe einschalten und den Anlagendruck am Manometer ablesen. Dazu gleich mehr.
  • Schritt 7 – Nachkontrolle: Viessmann rät, die Heizung danach mindestens eine Stunde laufen zu lassen und die Heizkörper erneut zu prüfen.

Vorsicht beim Öffnen: Der ADAC warnt, das austretende Heizungswasser könne heiß und verschmutzt sein. Haltet Hände und Gesicht vom Ventil weg und schützt Boden und Wand mit einem Lappen — Heizungswasser ist oft dunkel verfärbt und hinterlässt Flecken.

Muss ich die Heizung bei laufender Pumpe entlüften?

Nein, alle vier ausgewerteten Quellen raten, die Umwälzpumpe vorher abzuschalten. Läuft sie weiter, wird die Luft im Kreislauf umgewälzt, statt sich oben im Heizkörper zu sammeln, und ihr bekommt nur einen Teil heraus. Wer keinen Zugriff auf die Pumpe hat, etwa im Mehrfamilienhaus, entlüftet trotzdem, nur weniger gründlich. Eine Ausnahme gilt für Wärmepumpen, die unten beschrieben ist.

Heizung entlüften Reihenfolge: welche Etage zuerst?

Hier widersprechen sich die Quellen. Der ADAC schreibt, in einem mehrstöckigen Haus könne man „im unteren Geschoss beginnen“ und sich nach oben arbeiten. Viessmann empfiehlt, zuerst den am höchsten gelegenen Heizkörper zu entlüften, weil sich dort in der Regel die meiste Luft sammelt. Für euch heißt das praktisch: Die Reihenfolge ist zweitrangig, solange der höchste Heizkörper entlüftet wird und ihr ihn nach einer Stunde Betrieb noch einmal kontrolliert — dort taucht Restluft am ehesten wieder auf.

Heizung entlüften ohne Entlüftungsschlüssel

Ohne Schlüssel geht es an vielen Ventilen trotzdem: co2online nennt als Ersatz einen Schraubenzieher oder eine Kombi- oder Maulzange, weil manche Ventile zusätzlich einen Schlitz haben. Mit der Zange rutscht man am kleinen Vierkant aber leicht ab und beschädigt ihn. Der Schlüssel ist die sichere Wahl. Seit 2019 haben wir 97 Deals mit „Thermostat“ im Titel veröffentlicht, aber keinen einzigen zu Entlüftungsschlüsseln — das Werkzeug ist schlicht zu billig, um ein Angebot wert zu sein.

Druck prüfen und Heizungswasser nachfüllen: welcher Wert am Manometer stimmt?

WeiĂźe Wandtherme mit Kupferrohren und Ventilen in einem hellen Hauswirtschaftsraum

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Nach dem Entlüften ist der Druck am Manometer der wichtigste Kontrollwert, denn mit jeder entwichenen Luftblase geht auch Wasser aus dem System. Laut co2online sollte der Betriebsdruck einer Heizung nie unter 1 bar sinken; Viessmann nennt als Untergrenze nach dem Befüllen 1,3 bar. Fällt der Druck zu weit ab, drohen kalte Heizkörper und Strömungsgeräusche, bei manchen Kesseln auch eine Störabschaltung.

Das Manometer sitzt an der Therme oder am Heizkessel. Viele Geräte haben eine grüne Markierung oder einen zweiten Zeiger für den Solldruck. Wenn nicht, hilft eine Faustformel, die Viessmann wörtlich so angibt: „Systemdruck = Höhenunterschied (Meter) x 0,1 (ohne Einheit) + 0,5 (bar)“. Gemeint ist der Höhenunterschied zwischen dem Wärmeerzeuger und dem höchsten Heizkörper.

Höhenunterschied Rechnung Solldruck
8 Meter 0,8 + 0,5 1,3 bar
10 Meter 1,0 + 0,5 1,5 bar
12 Meter 1,2 + 0,5 1,7 bar
15 Meter 1,5 + 0,5 2,0 bar

Eigene Berechnung nach der Faustformel von Viessmann (10-Meter-Beispiel dort ebenfalls mit 1,5 bar). Eine Markierung am Manometer oder ein Wert in der Bedienungsanleitung eures Geräts hat immer Vorrang. Den Höhenunterschied messt ihr vom Heizkessel bis zur Oberkante des höchsten Heizkörpers.

Liegt der Druck nach dem Entlüften unter dem Sollwert, muss Wasser nachgefüllt werden. Genau hier raten die Quellen zur Zurückhaltung. co2online schreibt, falls Wasser nachzufüllen sei, solle man das nicht selbst erledigen, weil das Wasser passend zur Anlage aufbereitet werden muss. Viessmann formuliert es ähnlich: Wer den Anlagendruck erhöhen möchte, solle das „am besten einem Fachmann überlassen“. Der Grund ist nicht der Handgriff, sondern die Wasserqualität: Füllwasser muss nach Viessmann klar und frei von Ablagerungen sein und der VDI-Richtlinie 2035 entsprechen, und zwischen Trinkwasser und Heizungswasser gehört eine Füllarmatur, damit kein Heizungswasser ins Trinkwassernetz zurückläuft.

Sieht eure Anlage das Nachfüllen über eine fest installierte Armatur ausdrücklich vor, gilt nach Viessmann: den Schlauch vorher komplett mit Wasser füllen, sonst drückt ihr genau die Luft ins System, die ihr gerade abgelassen habt.

Heizkörper trotz Entlüften kalt: Ursachen für ständige Luft in der Heizung

Bleibt ein Heizkörper auch nach der von Viessmann empfohlenen Stunde Heizbetrieb kalt oder gluckert er nach wenigen Tagen wieder, liegt das Problem meist nicht am Heizkörper selbst. Viessmann nennt als Warnsignal, wenn der Druck „in kurzer Zeit stark abfällt“ oder nach dem Nachfüllen kurz darauf erneut sinkt — dann sollte ein Fachbetrieb die Anlage prüfen. Ein geringer, gelegentlicher Druckverlust ist dagegen normal, gerade nach dem Entlüften.

Wer ständig entlüften muss, verschlimmert das Problem womöglich selbst. Jedes Nachfüllen bringt neue Luft und neuen Sauerstoff ins System, und Sauerstoff fördert laut co2online die Korrosion der metallischen Bauteile. Rost und Schlamm setzen sich wiederum in Heizkörpern und Ventilen ab. Viessmann empfiehlt deshalb ausdrücklich, seltener zu entlüften, wenn die Anlage ohnehin Wasser verliert — und stattdessen die Ursache zu suchen.

Heizung entlüften: Wasser kommt nicht

Kommt beim Öffnen des Ventils weder Luft noch Wasser, ist meist der Anlagendruck zu niedrig oder das Ventil verstopft. Erst den Druck am Manometer prüfen: Steht der Zeiger nahe null, fehlt Wasser im System, und ohne Druck kann auch nichts aus dem Ventil austreten. Stimmt der Druck, sitzt vermutlich Schmutz oder Kalk im Ventil; dann lohnt ein vorsichtiger zweiter Versuch mit etwas weiter geöffnetem Ventil, bevor ihr den Fachbetrieb ruft.

Ab wann deutet ständige Luftbildung auf einen Defekt am Membran-Ausdehnungsgefäß hin?

Das Ausdehnungsgefäß fängt die Volumenschwankungen des Heizungswassers beim Aufheizen und Abkühlen auf. Ist seine Membran defekt, schwankt der Druck stark. Viessmann nennt vier Anzeichen: Der Systemdruck schwankt deutlich, er steigt beim Anheizen stark an, im kalten Zustand fällt die Anzeige am Manometer ab, und nach dem Nachfüllen bilden sich wiederholt Pfützen, weil das Sicherheitsventil anspricht. Prüfen und tauschen gehört in die Hand des Fachbetriebs; co2online listet die Kontrolle des Vordrucks der Ausdehnungsgefäße als festen Punkt einer regulären Heizungswartung.

Was bedeutet es, wenn die Umwälzpumpe nach dem Entlüften Geräusche macht?

Ein Rauschen oder Brummen nach dem Entlüften hat zwei häufige Ursachen. Entweder steckt noch Luft in der Pumpe oder in den Leitungen, die sich nach einigen Stunden Betrieb in den Heizkörpern sammelt und beim nächsten Entlüften verschwindet. Oder die Pumpe ist schlicht zu hoch eingestellt: Laut Viessmann entsteht Rauschen, wenn die Umwälzpumpe zu hoch eingestellt ist und zu viel Wasser durch das System fließt; die richtige Einstellung soll ein Heizungsfachbetrieb vornehmen.

Wenn einzelne Heizkörper kalt bleiben: hydraulischer Abgleich

Werden die Heizkörper nahe am Kessel heiß und die entfernten kaum warm, obwohl alle entlüftet sind, fehlt meist der hydraulische Abgleich. Dabei stellt ein Fachbetrieb die Wassermengen so ein, dass jeder Heizkörper genau so viel Wasser bekommt, wie er braucht. Was der Abgleich kostet und welche Förderung es gibt, steht weiter unten.

Fußbodenheizung, Gastherme und Wärmepumpe: wann ist Entlüften ein Fall für den Fachmann?

Heizkreisverteiler einer Fußbodenheizung in einem geöffneten Wandschrank

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Bei einer Fußbodenheizung empfiehlt co2online ausdrücklich eine Fachkraft und nennt dafür Kosten zwischen 50 und 150 Euro pauschal (Stand: 21. Februar 2024). Anders als ein Heizkörper hat eine Fußbodenheizung kein leicht zugängliches Entlüftungsventil in jedem Raum. Entlüftet wird am Heizkreisverteiler, meist Kreis für Kreis mit angeschlossenem Schlauch, und bei unsachgemäßem Vorgehen drohen Schäden und Ärger mit der Gewährleistung.

co2online nennt für Fußbodenheizungen einen Wasserdruck zwischen 1,5 und höchstens 2,5 bar; liegt er darüber, können Bauteile beschädigt werden. Muss die Anlage zusätzlich gespült werden, weil sich Schlamm in den Rohren abgesetzt hat, kommen laut derselben Quelle 5 bis 10 Euro je Quadratmeter dazu. Empfohlen wird das Entlüften und Spülen alle zwei bis fünf Jahre, bei Kunststoffrohren eher alle zwei bis vier Jahre, bei Metallrohren alle fünf Jahre.

Wann ist das Entlüften der Gastherme ein Fall für den Fachmann?

Die Therme selbst entlüftet ihr grundsätzlich nicht. Moderne Gasthermen haben in der Regel einen automatischen Entlüfter, einen sogenannten Schnellentlüfter, der sich öffnet, sobald sich Gas im Gerät ansammelt; co2online beschreibt diese selbsttätigen Ventile als Standardlösung neben der manuellen Entlüftung an den Heizkörpern. Eure Aufgabe als Nutzer endet an den Heizkörpern und am Manometer. Sobald ihr die Verkleidung öffnen müsstet, die Therme eine Störung meldet oder der Druck trotz Nachfüllen immer wieder fällt, ist das ein Fall für den Fachbetrieb — an Gasgeräten sowieso.

Heizung mit Wärmepumpe entlüften

An den Heizkörpern oder am Fußbodenverteiler funktioniert das Entlüften bei einer Wärmepumpe genauso, nur beim Abschalten ist Vorsicht nötig. Der ADAC schreibt: „Wärmepumpen sollte man nicht abrupt ausschalten, weil das den Kompressor beschädigen kann.“ Wer die Umwälzpumpe stoppen will, nutzt dafür die Funktion in der Regelung oder fragt den Installateur, statt die Anlage am Sicherungsschalter vom Netz zu nehmen. Was eine Wärmepumpe im Betrieb und in der Wartung kostet, steht im Ratgeber zu den Wärmepumpe-Kosten.

Mietwohnung: Darf ich die Heizung selbst entlüften?

Ein ausdrückliches Verbot für Mieter gibt es nicht, aber alle drei hier zitierten Quellen raten zur Absprache: Der ADAC empfiehlt, „die Hausverwaltung oder -vermietung vorab zu informieren“, und das Bayerische Umweltministerium rät Mietern bei Unsicherheit, sich an Hausverwaltung, Vermieter oder eine Fachkraft zu wenden. Am deutlichsten wird co2online: „Als Mieter*in sollten Sie das Entlüften der Heizung Ihrem Gebäudemanagement oder einem/einer anderen von der Hausverwaltung beauftragten Handwerker*in überlassen.“

Der Hintergrund ist praktisch, nicht juristisch. In einem Mehrfamilienhaus mit Zentralheizung senkt jedes Entlüften den Druck in der gesamten Anlage, also auch bei den Nachbarn, und nachfüllen kann ein Mieter ohnehin nicht, weil Kessel und Manometer im Heizungsraum liegen. Bei einer Etagenheizung mit eigener Gastherme in der Wohnung seht ihr den Druck dagegen selbst und könnt nach dem Entlüften sofort kontrollieren, ob alles im grünen Bereich ist.

Wer bei einer Zentralheizung die Kosten trägt, regelt die Betriebskostenverordnung. Nach § 2 Nummer 4 Buchstabe a gehören zu den umlagefähigen Heizkosten unter anderem die Kosten der Bedienung, Überwachung und Pflege der Anlage sowie der regelmäßigen Prüfung ihrer Betriebsbereitschaft einschließlich der Einstellung durch eine Fachkraft. Das Entlüften nennt die Verordnung nicht ausdrücklich; ob ein Hausmeistereinsatz dafür in eurer Abrechnung landet, hängt vom Mietvertrag und von der Abrechnungspraxis ab. Wie Vermieter ihre Pflichten bei der Heizkostenabrechnung erfüllen, erklärt unser Ratgeber Heizkosten als Vermieter sparen.

Hydraulischer Abgleich als nächster Schritt: Kosten und BAFA-Förderung

Hilft das Entlüften nicht gegen ungleich warme Räume, ist der hydraulische Abgleich der nächste Schritt — und für ihn gibt es einen staatlichen Zuschuss. Laut BAFA beträgt der Grundfördersatz für Maßnahmen zur Heizungsoptimierung 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben, das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 300 Euro brutto (abgerufen am 25. September 2026). Förderfähig sind neben dem Abgleich auch der Tausch der Heizungspumpe und die Anpassung von Vorlauftemperatur und Pumpenleistung.

Die Bedingungen sind eng. Der Abgleich muss nach dem sogenannten Verfahren B durchgeführt werden, also mit raumweiser Heizlastberechnung, und der Fachbetrieb bestätigt ihn auf dem Formular der Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft. Die Heizungsanlage muss laut BAFA älter als zwei Jahre sein, bei fossilen Brennstoffen zugleich nicht älter als zwanzig Jahre. Der 5-Prozent-Bonus für einen Sanierungsfahrplan greift erst ab 30.000 Euro förderfähigem Volumen je Einfamilienhaus, für einen reinen Abgleich also nicht.

Wichtig für die Reihenfolge: Laut dem Förderratgeber von co2online muss der Antrag beim BAFA vor Beginn der Maßnahme gestellt werden, sonst entfällt die Förderung. Erst Angebote einholen, dann beantragen, dann beauftragen. Unser Ratgeber zum richtigen Heizen ordnet die Kosten eines Abgleichs durch den Fachbetrieb zwischen 100 und 500 Euro ein und erklärt, welche Einstellungen ihr ohne jede Anschaffung selbst vornehmen könnt.

Einordnen lässt sich das mit einem Wert der Verbraucherzentrale: Wer die Heizungsanlage richtig einstellt, spart nach ihren Angaben 10 bis 15 Prozent Energie, etwa durch Absenkzeiten für Nacht und Arbeitstage. Entlüften, Druck prüfen, Abgleich und Einstellung wirken also zusammen, und das Entlüften ist der billigste Teil davon. Wie sich eure Rechnung im kommenden Jahr entwickelt, zeigt unser Überblick zu den Heizkosten 2027; wer den eigenen Verbrauch vor und nach der Maßnahme vergleichen will, findet die Rechenwege im Ratgeber Gasverbrauch berechnen.

Vor- & Nachteile: Heizung selbst entlüften

Vorteile Nachteile
Werkzeug aus dem Baumarkt, kein Handwerkertermin nötig Jedes Entlüften senkt den Anlagendruck
Wenige Minuten je Heizkörper nach 30 bis 60 Minuten Wartezeit Nachfüllen gehört laut co2online in Fachhand
Holt verlorene Heizleistung zurück, bis zu 15 Prozent laut Behördenangabe Die 15 Prozent sind Obergrenze, kein gemessener Durchschnitt
Beseitigt Gluckern und kalte Heizkörperflächen sofort Fußbodenheizung und Therme bleiben Sache des Fachbetriebs

Häufige Fragen zum Heizung entlüften

Muss ich nach dem Entlüften den Wasserdruck an der Heizung nachfüllen?

Nur wenn der Druck unter den Sollwert gefallen ist. Nach dem Entlüften aller Heizkörper wird das Manometer abgelesen; Viessmann nennt 1,3 bar als Untergrenze nach dem Befüllen, co2online 1 bar als absolute Untergrenze im Betrieb. Liegt der Zeiger im markierten Bereich, ist nichts zu tun. Fehlt Druck, empfehlen co2online und Viessmann, das Nachfüllen einem Fachbetrieb zu überlassen.

Wann ist das Entlüften der Gastherme ein Fall für den Fachmann?

Immer dann, wenn es um das Gerät selbst geht. Die Therme hat in der Regel einen automatischen Schnellentlüfter, den ihr nicht bedienen müsst. Ihr entlüftet nur die Heizkörper. Meldet die Therme eine Störung, verliert sie ständig Druck oder müsstet ihr die Verkleidung öffnen, gehört das in die Hand eines Heizungsfachbetriebs.

Könnte ein zu niedriger Anlagendruck die Ursache für die ständige Luftbildung sein?

Ja, das hängt zusammen. Bei zu niedrigem Druck kann an den höchsten Stellen der Anlage Luft eingezogen werden oder sich leichter sammeln, und jedes Nachfüllen bringt neue Luft hinein. Fällt der Druck immer wieder, liegt die eigentliche Ursache oft woanders — etwa an einem defekten Ausdehnungsgefäß oder einer Undichtigkeit, die Viessmann zufolge ein Fachbetrieb mit Ultraschall oder Wärmebildkamera aufspürt.

Heizung entlüften wie oft pro Jahr?

Einmal im Jahr zum Start der Heizperiode reicht in den meisten Haushalten; so empfehlen es Viessmann und das Bayerische Umweltministerium. Der ADAC hält bei modernen, gut gewarteten Systemen sogar alle zwei bis drei Jahre für ausreichend. Öfter als einmal jährlich ist nur nötig, wenn es wieder gluckert — und dann lohnt die Suche nach der Ursache.

Heizung entlüften: warm oder kalt?

Beides, in zeitlicher Folge: Die Heizung sollte vorher gelaufen sein, damit ihr seht, welche Heizkörper oben kalt bleiben. Zum eigentlichen Entlüften wird die Umwälzpumpe abgeschaltet und 30 bis 60 Minuten gewartet, damit sich die Luft oben sammelt. Die Heizkörper sind dann noch warm, das austretende Wasser kann heiß sein.

Fazit: erst entlüften, dann den Druck ablesen

Das Entlüften ist die billigste Heizungswartung, die es gibt: ein Vierkantschlüssel, eine Stunde Wartezeit, wenige Minuten je Heizkörper. Die oft zitierten bis zu 15 Prozent Ersparnis sind allerdings eine Obergrenze ohne veröffentlichte Messung — realistisch holt ihr die Heizleistung zurück, die ein verlüfteter Heizkörper verloren hat. Der wichtigste Schritt folgt danach: der Blick aufs Manometer, mit 1,3 bar als Untergrenze nach Viessmann-Angaben, und bei Bedarf das Nachfüllen durch einen Fachbetrieb.

Bleibt es danach ungleich warm, ist der hydraulische Abgleich mit 15 Prozent BAFA-Zuschuss der nächste Hebel, sofern der Antrag vor der Beauftragung gestellt wird. In der Mietwohnung gilt: erst mit der Hausverwaltung sprechen, dann zum Schlüssel greifen.

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Ăśber den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

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