Modernisierungsumlage: Wie viel Mieterhöhung nach einer Modernisierung erlaubt ist
Die Modernisierungsumlage ist die Mieterhöhung nach § 559 BGB, mit der Vermieter jährlich 8 Prozent der für eine Wohnung aufgewendeten Modernisierungskosten dauerhaft auf die Miete aufschlagen dürfen. Begrenzt wird sie durch eine Kappungsgrenze von 3 Euro je Quadratmeter in sechs Jahren, bei Mieten unter 7 Euro je Quadratmeter von 2 Euro, und beim Heizungstausch von 0,50 Euro. Seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz vom 23. Juli 2026 gelten für neue Heizungen zusätzlich geänderte Verweise und ein neuer § 559f BGB für Wärmepumpen. Stand: Oktober 2026.
Das Wichtigste in KĂĽrze
- Umlegbar sind 8 Prozent der Modernisierungskosten pro Jahr (§ 559 Absatz 1 BGB) — aber nur der Teil, der nicht auf Erhaltung entfällt und nicht durch Zuschüsse gedeckt ist.
- Die Miete darf wegen Modernisierung in sechs Jahren um höchstens 3 Euro je Quadratmeter steigen, bei einer Ausgangsmiete unter 7 Euro je Quadratmeter um höchstens 2 Euro.
- Beim geförderten Heizungstausch sind es 10 Prozent der Kosten nach Abzug von Fördermitteln und 15 Prozent Erhaltungspauschale, gedeckelt auf 0,50 Euro je Quadratmeter (§ 559e BGB).
- Die Ankündigung muss spätestens drei Monate vor Baubeginn in Textform kommen; die höhere Miete wird erst mit Beginn des dritten Monats nach der Erhöhungserklärung fällig.
- Einen Härteeinwand müsst ihr bis zum Ende des Monats nach Zugang der Ankündigung in Textform mitteilen — sonst ist er in der Regel verloren.
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Was ist die Modernisierungsumlage?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Die Modernisierungsumlage erlaubt dem Vermieter, die Jahresmiete um 8 Prozent der Kosten zu erhöhen, die er fĂĽr die Modernisierung einer Wohnung aufgewendet hat. So steht es in § 559 Absatz 1 BGB, wörtlich: Der Vermieter „kann […] die jährliche Miete um 8 Prozent der fĂĽr die Wohnung aufgewendeten Kosten erhöhen“ (abgerufen am 7. Oktober 2026). Das Wort „Modernisierungsumlage“ selbst kommt im Gesetz nicht vor; dort heiĂźt der Vorgang „Mieterhöhung nach ModernisierungsmaĂźnahmen“.
Drei Eigenschaften unterscheiden sie von jeder anderen Mieterhöhung. Sie braucht keine Zustimmung des Mieters, sondern wird einseitig erklärt. Sie hängt nicht am Mietspiegel, sondern an den Baukosten. Und sie endet nicht, wenn die Investition abbezahlt ist: § 559 BGB kennt keine Befristung, der Aufschlag wird Teil der Miete.
Was überhaupt eine Modernisierung ist, legt § 555b BGB in einem Katalog fest. Dazu gehören bauliche Veränderungen, die Endenergie nachhaltig einsparen (energetische Modernisierung), den Wasserverbrauch senken, den Gebrauchswert der Wohnung nachhaltig erhöhen oder die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessern. Eine neue Fassadendämmung, dreifach verglaste Fenster, ein nachträglich angebauter Balkon oder ein Aufzug fallen typischerweise darunter.
Nicht jede Nummer dieses Katalogs berechtigt aber zur Umlage. § 559 Absatz 1 nennt ausdrücklich nur die Nummern 1, 3, 4, 5 und 6. Maßnahmen, die allein nicht erneuerbare Primärenergie sparen oder das Klima schützen (Nummer 2), und der Bau neuen Wohnraums (Nummer 7) müssen Mieter zwar dulden, eine Mieterhöhung nach § 559 lösen sie nach dem Wortlaut nicht aus. MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und im Magazin Verbraucherthemen wie dieses anhand der Primärquellen erklärt.
Modernisierungsumlage berechnen: Prozentsatz, Kappungsgrenze und Rechenbeispiel

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Die Rechnung hat zwei Stufen: erst 8 Prozent der umlagefähigen Kosten geteilt durch zwölf, dann der Abgleich mit der Kappungsgrenze von 3 Euro beziehungsweise 2 Euro je Quadratmeter. Beide Zahlen stehen in § 559 BGB, die Kappung in Absatz 3a. Maßgeblich ist jeweils der niedrigere Betrag.
Die Kappungsgrenze lautet im Gesetz: Die monatliche Miete darf sich durch Modernisierungen innerhalb von sechs Jahren nicht um mehr als 3 Euro je Quadratmeter Wohnfläche erhöhen. Liegt die Miete vor der Erhöhung unter 7 Euro je Quadratmeter, sind es höchstens 2 Euro. Erhöhungen bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete (§ 558) und gestiegene Betriebskosten (§ 560) zählen dabei nicht mit — sie können also zusätzlich kommen.
Ein Beispiel, ausdrücklich als Rechenbeispiel: Eure Wohnung hat 70 Quadratmeter. Der Vermieter lässt Fassade und Fenster erneuern; nach Abzug des Erhaltungsanteils und der Zuschüsse entfallen 20.000 Euro umlagefähige Kosten auf eure Wohnung.
| Rechenschritt | 20.000 Euro Kosten | 40.000 Euro Kosten |
|---|---|---|
| 8 Prozent pro Jahr | 1.600 Euro | 3.200 Euro |
| Rechnerisch pro Monat | 133,33 Euro | 266,67 Euro |
| Rechnerisch je Quadratmeter | 1,90 Euro | 3,81 Euro |
| Grenze bei 3 Euro (70 Quadratmeter) | 210 Euro | 210 Euro |
| Grenze bei 2 Euro (70 Quadratmeter) | 140 Euro | 140 Euro |
| Zulässige Erhöhung, Miete ab 7 Euro | 133,33 Euro | 210 Euro |
| Zulässige Erhöhung, Miete unter 7 Euro | 133,33 Euro | 140 Euro |
Eigene Berechnung nach § 559 Absatz 1 und 3a BGB für eine Wohnung mit 70 Quadratmetern. Die Kostenbeträge sind Annahmen und verstehen sich nach Abzug von Erhaltungsanteil und Zuschüssen. Die Grenze gilt für alle Modernisierungserhöhungen innerhalb von sechs Jahren zusammen.
Das Ergebnis überrascht viele: Bei 20.000 Euro greift die Kappungsgrenze gar nicht, weil 1,90 Euro je Quadratmeter unter beiden Grenzen liegen. Erst bei höheren Kosten oder kleineren Wohnungen wird gekappt — im zweiten Beispiel bleiben von rechnerisch 266,67 Euro nur 210 Euro, bei günstigen Wohnungen 140 Euro. Den Betrag oberhalb der Grenze kann der Vermieter innerhalb des Sechs-Jahres-Zeitraums nicht verlangen.
Modernisiert der Vermieter mehrere Wohnungen gleichzeitig, muss er die Kosten nach § 559 Absatz 3 angemessen aufteilen. Einen festen Schlüssel nennt das Gesetz nicht; die Aufteilung muss in der Erhöhungserklärung nachvollziehbar sein.
Was passiert, wenn die Modernisierung staatlich gefördert wurde?
Zuschüsse aus öffentlichen Haushalten gehören nach § 559a Absatz 1 BGB nicht zu den aufgewendeten Kosten — sie sind vor der 8-Prozent-Rechnung abzuziehen. Bei zinsverbilligten Förderdarlehen verringert sich der Erhöhungsbetrag um den Jahresbetrag der Zinsermäßigung (Absatz 2); Mittel der Förderbanken von Bund und Ländern gelten ausdrücklich als öffentliche Mittel (Absatz 3). Für Vermieter heißt das: Wer Zuschüsse von KfW oder BAFA nimmt, darf diesen Teil nicht zusätzlich über die Miete hereinholen. Für Mieter heißt es: In der Erhöhungserklärung muss erkennbar sein, ob und in welcher Höhe Fördermittel geflossen sind.
Unterschied Modernisierung und Instandhaltung: Welche Kosten darf der Vermieter umlegen?
Umlegbar sind nur Modernisierungskosten; Kosten, die für Erhaltungsmaßnahmen erforderlich gewesen wären, gehören nach § 559 Absatz 2 BGB nicht dazu und sind notfalls zu schätzen. Der Bundesgerichtshof hat diese Regel am 17. Juni 2020 deutlich ausgeweitet (Az. VIII ZR 81/19). Seitdem reicht es nicht mehr zu sagen, das alte Bauteil habe noch funktioniert.
Erhaltung — also Instandhaltung und Instandsetzung — schuldet der Vermieter ohnehin aus dem Mietvertrag. Tauscht er ein defektes Fenster gegen ein gleichwertiges, ist das keine Modernisierung, und es gibt keine Umlage. Baut er stattdessen ein besser gedämmtes Fenster ein, liegt eine „modernisierende Instandsetzung“ vor: Umlegbar ist nur der Mehrwert.
In dem Fall aus DĂĽsseldorf hatte ein Vermieter rund 60 Jahre alte TĂĽren, Fenster und eine Briefkastenanlage ersetzt und die Kosten voll angesetzt. Der Bundesgerichtshof verlangt einen Abzug auch bei Bauteilen, die zwar noch funktionieren, aber — so der amtliche Leitsatz — „bereits ĂĽber einen nicht unerheblichen Zeitraum ihrer zu erwartenden Gesamtlebensdauer (ab-)genutzt worden sind“. Derselbe Gedanke steht heute in § 559 Absatz 2 Satz 2: Der Abnutzungsgrad der erneuerten Bauteile ist angemessen zu berĂĽcksichtigen.
Lukas Siebenkotten, Präsident des Deutschen Mieterbundes, fasste die Folge laut Mitteilung des Verbands vom 11. August 2020 so zusammen: Wer alte, noch funktionstüchtige Fenster gegen besser gedämmte tauscht, müsse bei der Mieterhöhung die Kosten abziehen, die er für die Erhaltung der alten Fenster einspart.
| Maßnahme | Umlagefähig? | Grundlage |
|---|---|---|
| Fassadendämmung, neue Fenster mit besserer Dämmung | Ja, abzüglich Erhaltungsanteil | § 555b Nr. 1, § 559 |
| Wassersparende Technik | Ja | § 555b Nr. 3 |
| Balkonanbau, Aufzug | Ja | § 555b Nr. 4, 5 |
| Maßnahmen, die der Vermieter nicht zu vertreten hat | Ja | § 555b Nr. 6 |
| Erster Glasfaseranschluss | Nur unter Bedingungen | § 555b Nr. 4a, § 559 Abs. 1 Satz 2 |
| Neue Heizungsanlage | Ja, mit eigener Obergrenze | § 555b Nr. 1a, § 559e |
| Reparatur, gleichwertiger Ersatz | Nein | § 555a, § 559 Abs. 2 |
| Reiner Klimaschutz ohne Einsparung von Endenergie | Nein | § 555b Nr. 2 |
| Dachausbau zu neuem Wohnraum | Nein | § 555b Nr. 7 |
Eigene Einordnung nach dem Wortlaut der §§ 555a, 555b, 559 und 559e BGB, abgerufen am 7. Oktober 2026. Die Beispiele in der linken Spalte sind typische Fälle; ob eine konkrete Maßnahme darunter fällt, hängt vom Einzelfall ab.
Beim Glasfaseranschluss ist die Umlage nur zulässig, wenn ihr euren Internetanbieter über den neuen Anschluss frei wählen könnt und der Vermieter kein Glasfaserbereitstellungsentgelt über die Betriebskosten umlegt oder umgelegt hat. Was der Anschluss technisch bringt, steht in unserem Ratgeber zu Glasfaser.
Modernisierungsumlage bei Heizungstausch: Was gilt seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz?

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Für neue Heizungen gilt eine eigene Obergrenze von 0,50 Euro je Quadratmeter in sechs Jahren — bei 70 Quadratmetern sind das höchstens 35 Euro im Monat. Geregelt ist das in § 559e BGB und in § 559 Absatz 3a Satz 3. Beide Vorschriften wurden zuletzt durch das Gesetz vom 23. Juli 2026 angepasst.
Dieses Gesetz hat das Gebäudeenergiegesetz in Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) umbenannt und die 65-Prozent-Vorgabe gestrichen; laut Bundesregierung ist es am 29. Juli 2026 in Kraft getreten. Im Mietrecht hat sich dadurch der Anknüpfungspunkt verschoben. § 555b Nummer 1a BGB erfasst jetzt jede Heizungsanlage aus dem Optionskatalog des § 42 GModG — von der Wärmepumpe über den Wärmenetzanschluss bis zur Gas- oder Ölheizung.
Wie viel Prozent der Heizungskosten darf der Vermieter umlegen?
Nach § 559e Absatz 1 sind es 10 Prozent der für die Wohnung aufgewendeten Kosten abzüglich der in Anspruch genommenen Fördermittel. Voraussetzung: Die Maßnahme erfüllt dem Grunde nach die Bedingungen für öffentliche Zuschüsse, und der Vermieter hat die Förderung tatsächlich genommen. Zusätzlich gelten pauschal 15 Prozent der Kosten als Erhaltungsanteil und fallen heraus (Absatz 2).
Verzichtet der Vermieter auf eine mögliche Förderung, bleibt ihm nur der normale Weg über § 559 mit 8 Prozent. Die Grenze von 0,50 Euro gilt nach § 559 Absatz 3a Satz 3 auch dort, sobald die neue Heizung zugleich Endenergie spart oder unter Nummer 1a fällt.
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Zahlen: Auf eure 70-Quadratmeter-Wohnung entfallen 12.000 Euro für eine neue zentrale Wärmepumpe, der Vermieter erhält dafür anteilig 3.600 Euro Zuschuss. Zieht man zuerst die Pauschale von 15 Prozent ab (bleiben 10.200 Euro) und dann den Zuschuss, ergeben sich 6.600 Euro. Davon 10 Prozent sind 660 Euro im Jahr oder 55 Euro im Monat — das wären 0,79 Euro je Quadratmeter. Zulässig bleiben wegen der Obergrenze nur 35 Euro. In welcher Reihenfolge Pauschale und Zuschuss abzuziehen sind, lässt der Wortlaut offen; im Beispiel greift die Obergrenze in beiden Varianten.
Zwei Punkte sind neu. Erstens gilt die 15-Prozent-Pauschale nach § 559e Absatz 2 Satz 2 nicht, soweit die Kosten durch den Einbau einer Gas-, Heizöl- oder Flüssiggasheizung im Sinne des § 43 GModG entstanden sind. Ob eine solche Anlage die Förder-Voraussetzung des Absatzes 1 überhaupt erfüllt, hängt von den Förderrichtlinien ab und sollte im Einzelfall geprüft werden. Die Betriebskostenseite neuer fossiler Heizungen behandeln wir im Ratgeber zur Gasheizung.
Zweitens steht die Wärmepumpen-Regel jetzt im BGB. Nach dem neuen § 559f BGB kann der Vermieter die Erhöhung nur dann in voller Höhe verlangen, wenn ein Fachunternehmer eine Jahresarbeitszahl von mindestens 2,5 nachgewiesen hat. Fehlt der Nachweis, darf er nur die Hälfte der Kosten ansetzen. Entbehrlich ist der Nachweis unter anderem bei Gebäuden, die nach 1996 errichtet wurden oder mit höchstens 55 Grad Vorlauftemperatur beheizt werden können. Was die Jahresarbeitszahl für die Stromrechnung bedeutet, rechnen wir im Beitrag zu den Kosten einer Wärmepumpe vor.
Ankündigung und Fristen: Wann wird die Mieterhöhung fällig?

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Die Modernisierung muss spätestens drei Monate vor Baubeginn in Textform angekündigt werden, und die höhere Miete schuldet ihr erst mit Beginn des dritten Monats nach Zugang der Erhöhungserklärung. Die erste Frist steht in § 555c Absatz 1 BGB, die zweite in § 559b Absatz 2. Dazwischen liegen also zwei getrennte Schreiben.
Die Ankündigung muss drei Dinge enthalten: Art und voraussichtlichen Umfang der Maßnahme in wesentlichen Zügen, voraussichtlichen Beginn und Dauer sowie den Betrag der zu erwartenden Mieterhöhung samt den voraussichtlichen künftigen Betriebskosten. Außerdem soll der Vermieter auf Form und Frist des Härteeinwands hinweisen. Bei Bagatellmaßnahmen mit unerheblicher Einwirkung und unerheblicher Mieterhöhung entfällt die Ankündigungspflicht (§ 555c Absatz 4).
Nach Abschluss der Arbeiten folgt die Erhöhungserklärung, ebenfalls in Textform. Sie ist nach § 559b Absatz 1 nur wirksam, wenn die Erhöhung aus den tatsächlich entstandenen Kosten berechnet und erläutert wird — einschließlich Erhaltungsabzug und Fördermitteln. Geht euch die Erklärung zum Beispiel am 10. Oktober zu, schuldet ihr die höhere Miete ab dem 1. Januar.
Diese Frist verlängert sich um sechs Monate, wenn der Vermieter die Maßnahme nicht ordnungsgemäß angekündigt hat oder wenn die tatsächliche Erhöhung die angekündigte um mehr als 10 Prozent übersteigt. Im Beispiel wäre die höhere Miete dann erst ab dem 1. Juli fällig. Die Erhöhung selbst entfällt dadurch nicht, sie verschiebt sich nur.
Was ist das vereinfachte Verfahren?
Bei Kosten bis 10.000 Euro je Wohnung darf der Vermieter nach § 559c BGB vereinfacht rechnen: Als Erhaltungsanteil werden pauschal 30 Prozent abgezogen, eine Einzelschätzung entfällt. Aus 10.000 Euro werden so 7.000 Euro, daraus 8 Prozent sind 560 Euro im Jahr oder 46,67 Euro im Monat. Der Preis für Mieter: Der wirtschaftliche Härteeinwand ist in diesem Verfahren grundsätzlich ausgeschlossen, außer beim Heizungstausch. Der Preis für Vermieter: Fünf Jahre lang sind weitere Modernisierungserhöhungen weitgehend gesperrt, und frühere Erhöhungen der letzten fünf Jahre werden auf die 10.000 Euro angerechnet.
Härtefall, Sonderkündigung, Mietminderung: Welche Rechte haben Mieter?
Mieter haben drei Hebel, und der wichtigste hat eine kurze Frist: Härtegründe müssen bis zum Ablauf des Monats, der auf den Zugang der Ankündigung folgt, in Textform beim Vermieter sein. Das regelt § 555d Absatz 3 BGB. Kommt die Ankündigung am 10. Oktober, endet die Frist am 30. November.
Grundsätzlich müsst ihr eine Modernisierung dulden (§ 555d Absatz 1). Der Härteeinwand hat zwei Richtungen. Gegen die Bauarbeiten selbst schützt er nur, wenn sie für euch oder Angehörige eures Haushalts unzumutbar sind, etwa wegen schwerer Krankheit. Gegen die Mieterhöhung wirkt er über § 559 Absatz 4: Sie ist ausgeschlossen, soweit sie auch unter Berücksichtigung der künftigen Betriebskosten eine nicht zu rechtfertigende Härte bedeutet.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Abwägung findet nicht statt, wenn die Wohnung lediglich in einen allgemein üblichen Zustand versetzt wird oder der Vermieter die Maßnahme nicht zu vertreten hat — beim Heizungstausch gilt diese zweite Ausnahme allerdings nicht. Und die Frist läuft nur, wenn die Ankündigung den gesetzlichen Anforderungen entspricht; fehlt der Hinweis auf den Härteeinwand, seid ihr an Form und Frist nicht gebunden (§ 555d Absatz 5). Fällt die tatsächliche Erhöhung mehr als 10 Prozent höher aus als angekündigt, gilt die Ausschlussfrist ebenfalls nicht.
Der zweite Hebel ist die Sonderkündigung. Nach § 555e BGB könnt ihr bis zum Ablauf des Monats nach Zugang der Ankündigung außerordentlich zum Ablauf des übernächsten Monats kündigen. Ein zweites Mal öffnet sich das Fenster nach der Erhöhungserklärung: § 561 BGB erlaubt die Kündigung bis zum Ablauf des zweiten Monats nach Zugang, und dann tritt die Mieterhöhung nicht mehr ein.
Der dritte Hebel ist die Mietminderung während der Bauzeit — mit einer oft falsch wiedergegebenen Ausnahme. Nach § 536 Absatz 1a BGB bleibt eine Minderung für drei Monate außer Betracht, aber nur bei Maßnahmen, die einer energetischen Modernisierung nach § 555b Nummer 1 dienen. Für den Balkonanbau oder den Aufzug gilt die Sperre nach dem Wortlaut nicht. Wie ihr eine Minderung berechnet und anzeigt, erklärt unser Ratgeber zur Mietminderung.
Zusätzlich schĂĽtzt § 559d BGB vor dem „Herausmodernisieren“. KĂĽndigt der Vermieter etwa eine Erhöhung an, die die Monatsmiete mindestens verdoppeln wĂĽrde, oder beginnt er nicht innerhalb von zwölf Monaten nach dem angekĂĽndigten Termin, wird eine Pflichtverletzung vermutet.
Wer prüfen lässt, sollte Ankündigung, Erhöhungserklärung, Kostenaufstellung und den Mietvertrag mitbringen. Mietervereine und Verbraucherzentralen schauen dann vor allem auf vier Punkte: Erhaltungsabzug, Fördermittel, Kappungsgrenze und Fristen. Bei Staffelmietverträgen ist eine Erhöhung nach § 559 während der Laufzeit ganz ausgeschlossen (§ 557a Absatz 2), bei Indexmieten nur eingeschränkt möglich (§ 557b Absatz 2).
Was plant die Bundesregierung 2026 bei der Modernisierungsumlage?
Beschlossen ist bisher nur die Heizungs-Novelle vom 23. Juli 2026; geplant ist zusätzlich, die Wertgrenze des vereinfachten Verfahrens von 10.000 auf 20.000 Euro zu verdoppeln. Das steht im Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Mietrecht (Bundestagsdrucksache 21/6807), über den der Bundestag am 2. Juli 2026 berichtet und den er am 9. Juli 2026 in erster Lesung beraten hat. Im Gesetzestext steht am 7. Oktober 2026 weiterhin die alte Grenze.
Träte die Änderung so in Kraft, könnten im vereinfachten Verfahren aus 20.000 Euro nach dem 30-Prozent-Abzug 14.000 Euro werden — 8 Prozent davon sind 1.120 Euro im Jahr oder 93,33 Euro im Monat, ohne dass sich Mieter auf eine wirtschaftliche Härte berufen könnten. Die Bundesregierung begründet den Schritt mit gestiegenen Baupreisen; die Fraktion Die Linke fordert laut Bundestag, bei 10.000 Euro zu bleiben. Am Prozentsatz von 8 Prozent und an den Kappungsgrenzen ändert der Entwurf nach den Angaben des Bundestags nichts.
Derselbe Entwurf enthält Regeln zu Indexmieten, möblierten Wohnungen und Kurzzeitvermietung. Wie die Grenze bei Neuvermietung funktioniert und wie sich eine Modernisierung dort auswirkt, steht im Ratgeber zur Mietpreisbremse 2026.
Vor- & Nachteile der Modernisierungsumlage
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Feste Obergrenzen von 3, 2 und 0,50 Euro je Quadratmeter machen die maximale Belastung vorab berechenbar. | Der Aufschlag ist nicht befristet und bleibt, auch wenn die Investition längst bezahlt ist. |
| Erhaltungsanteil und Fördermittel müssen abgezogen werden — das senkt die Bemessungsgrundlage. | Die Erhöhung hängt an den Baukosten, nicht an der tatsächlichen Einsparung bei Heizung oder Wasser. |
| Ankündigungs- und Erklärungsfehler verschieben die Fälligkeit um sechs Monate. | Die Frist für den Härteeinwand ist kurz und läuft schon vor Baubeginn ab. |
| Zwei Sonderkündigungsrechte erlauben den Ausstieg, bevor die höhere Miete greift. | Vergleichsmieten-Erhöhungen und höhere Betriebskosten können zusätzlich zur Umlage kommen. |
Häufige Fragen zur Modernisierungsumlage
Wie hoch darf die Modernisierungsumlage maximal sein?
Höchstens 8 Prozent der umlagefähigen Kosten pro Jahr und zugleich höchstens 3 Euro je Quadratmeter Wohnfläche im Monat innerhalb von sechs Jahren. Liegt eure Miete vor der Erhöhung unter 7 Euro je Quadratmeter, sind es höchstens 2 Euro, beim Heizungstausch höchstens 0,50 Euro (§ 559 Absatz 3a, § 559e Absatz 3 BGB).
Wie lange darf die Modernisierungsumlage erhoben werden?
Unbefristet. § 559 BGB erhöht die Miete dauerhaft; eine Rückführung nach Amortisation sieht das Gesetz nicht vor. Die sechs Jahre in der Kappungsgrenze begrenzen nur, wie viel innerhalb dieses Zeitraums zusätzlich umgelegt werden darf.
Wie ziehe ich die fiktiven Instandhaltungskosten von der Modernisierungssumme ab?
Im Regelverfahren durch Schätzung: Maßgeblich sind die Kosten, die für die Erhaltung erforderlich gewesen wären, wobei der Abnutzungsgrad der ersetzten Bauteile angemessen zu berücksichtigen ist (§ 559 Absatz 2 BGB). Feste Pauschalen gibt es nur in zwei Fällen: 30 Prozent im vereinfachten Verfahren und 15 Prozent beim geförderten Heizungstausch.
Welche Formvorschriften muss das Mieterhöhungsschreiben zwingend erfüllen?
Textform genügt, also auch E-Mail. Inhaltlich muss die Erhöhung aus den entstandenen Kosten berechnet und nach den Vorgaben der §§ 559 und 559a erläutert werden (§ 559b Absatz 1 BGB). Im vereinfachten Verfahren muss der Vermieter zusätzlich angeben, dass er danach gerechnet hat.
Ist ein Heizungstausch immer eine Modernisierung?
Nein. Der gleichwertige Ersatz einer defekten Heizung ist Erhaltung und nicht umlagefähig. Eine Modernisierung liegt vor, wenn eine Heizungsanlage im Sinne des § 42 GModG eingebaut wird oder Endenergie nachhaltig gespart wird; auch dann fällt der Erhaltungsanteil heraus.
Wirkt sich die Modernisierungsumlage auf die Warmmiete aus?
Die Umlage erhöht die Kaltmiete. Ob die Warmmiete unter dem Strich steigt, hängt davon ab, wie stark die Heizkosten sinken — eine Garantie dafür gibt das Gesetz nicht. Wie sich der CO2-Preis auf die Abrechnung auswirkt, zeigt unser Überblick zu den Heizkosten 2027.
Darf der Vermieter nach der Umlage zusätzlich nach Mietspiegel erhöhen?
Ja, beide Wege bestehen nebeneinander. Erhöhungen nach § 559 werden bei den Fristen und der Kappungsgrenze der Vergleichsmieten-Erhöhung nicht mitgezählt (§ 558 Absatz 1 und 3 BGB). Nach oben begrenzt die ortsübliche Vergleichsmiete aber weiterhin jede Erhöhung nach § 558.
Fazit: erst die Fristen sichern, dann die Rechnung prĂĽfen
Die Modernisierungsumlage ist an vier Stellen angreifbar, und alle vier lassen sich mit den Unterlagen des Vermieters nachrechnen: Wurde der Erhaltungsanteil abgezogen, wurden Fördermittel berücksichtigt, ist die Kappungsgrenze von 3, 2 oder 0,50 Euro eingehalten, und stimmen die Fristen? Wer eine Ankündigung bekommt, sollte zuerst das Datum notieren, denn der Härteeinwand und die erste Sonderkündigung enden beide mit Ablauf des Folgemonats.
Beim Heizungstausch lohnt seit Ende Juli 2026 ein zweiter Blick: auf die Förderung, die Pauschale von 15 Prozent und bei Wärmepumpen auf den Nachweis der Jahresarbeitszahl. Die geplante Verdoppelung der Wertgrenze im vereinfachten Verfahren ist dagegen noch nicht Gesetz. Dieser Text ersetzt keine Beratung im Einzelfall — bei Zweifeln hilft der örtliche Mieterverein oder eine Verbraucherzentrale. Weitere Ratgeber und täglich geprüfte Angebote findet ihr auf der Startseite von MonsterDealz.