Was ist Glasfaser? Technik, Ausbau und Kosten 2026

Glasfaser ist eine Anschlusstechnik, bei der Daten als Lichtsignale durch haarfeine Glasfasern laufen statt als elektrische Signale durch Kupferdraht — dadurch sind Gigabit-Geschwindigkeiten über weite Strecken ohne Qualitätsverlust möglich. Der entscheidende Punkt für euch: „Glasfaser verfügbar“ bedeutet nicht automatisch Glasfaser bis in eure Wohnung. Laut Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hatten im Juni 2025 erst 42,9 Prozent aller Haushalte in Deutschland Zugang zu einem echten Glasfaseranschluss bis ins Gebäude oder in die Wohnung. Dieser Ratgeber erklärt euch die Technik, den Ausbaustand, den Hausanschluss, die Kosten und die geplante Kupfer-Abschaltung — Stand: August 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur FTTH bringt die Glasfaser bis in die Wohnung — FTTC endet am grauen Kasten an der Straße.
  • 42,9 Prozent der Haushalte hatten im Juni 2025 einen FTTB/FTTH-Anschluss (Quelle: BMDS).
  • Ein nachträglicher Hausanschluss kostet laut Verbraucherzentrale meist 500 bis 1.000 Euro.
  • Die Kupfernetze werden abgeschaltet — aber mit langen Vorlauffristen, nicht kurzfristig.

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Was ist Glasfaser eigentlich?

Glasfaser ist ein Übertragungsmedium, bei dem Informationen als Lichtimpulse durch dünne Glasfäden geschickt werden. Die deutschsprachige Wikipedia definiert ein Glasfasernetz als „ein Übertragungsmedium zur Datenkommunikation in Form einer Verbindung mehrerer Glasfaserkabel-Systeme (auch Lichtleiter) zu einem Netzwerk“ und nennt für FTTH-Anschlüsse Datenraten von über 1 Gbit/s im Downstream, seit 2021 im Labor- und Pilotbetrieb sogar 25 Gbit/s symmetrisch.

Der physikalische Unterschied zu Kupfer ist der Kern der Sache. Elektrische Signale in einer Kupferader werden mit jedem Meter schwächer und störanfälliger. Lichtsignale in einer Glasfaser dagegen überbrücken bei Singlemode-Fasern über 100 Kilometer, bevor sie verstärkt werden müssen.

Daraus folgt der praktische Vorteil: Bei Glasfaser hängt eure Geschwindigkeit nicht davon ab, wie weit ihr vom Verteilerkasten entfernt wohnt. Bei DSL hängt sie genau davon ab.

Ein zweiter Punkt wird oft übersehen: Glasfaser ist symmetriefähig. Sie kann in beide Richtungen gleich schnell übertragen — Kupferleitungen mit VDSL können das bauartbedingt nicht.

Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die aktuellen Veröffentlichungen der Bundesnetzagentur, des Bundesdigitalministeriums und der Verbraucherzentralen ausgewertet und zusätzlich den eigenen Beitragsbestand seit 2017 nach Internet-Tarifen durchsucht.

FTTH, FTTB oder FTTC: Was steckt hinter „Glasfaser verfügbar“?

Grauer Kabelverzweiger am Straßenrand als Endpunkt eines FTTC-Anschlusses

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Der Unterschied zwischen den FTTx-Varianten ist die wichtigste Information in diesem ganzen Artikel — und die Stelle, an der die meisten Missverständnisse entstehen. Die Zahlen machen das deutlich: 42,9 Prozent der Haushalte hatten im Juni 2025 FTTB oder FTTH, aber 79,0 Prozent hatten technologieübergreifend Zugang zu Gigabit-Anschlüssen. Die Lücke von rund 36 Prozentpunkten besteht überwiegend aus modernisierten TV-Kabelnetzen, die schnell sind, aber keine Glasfaser bis ins Haus haben.

Die Verbraucherzentrale beschreibt die drei relevanten Stufen so knapp, dass es sich zu zitieren lohnt. FTTC steht für „Fiber to the curb, also bis zum berühmten grauen Kasten am Straßenrand“. FTTB steht für „Fiber to the building, also die Glasfaser geht hier bis in den Keller eines Gebäudes“. Und FTTH heißt „Fiber to the home. Die Glasfaser geht hier bis in Ihre Wohnung.“ Die Verbraucherzentrale ergänzt: FTTH sei „die zukunftssicherste Art“.

Praktisch heißt das:

  • FTTC: Glasfaser bis zum Verteilerkasten, letzte Meter Kupfer. Das ist technisch VDSL. Geschwindigkeit sinkt mit der Leitungslänge.
  • FTTB: Glasfaser bis in den Hauskeller, im Haus weiter über vorhandene Leitungen. Deutlich besser als FTTC, aber im Gebäude bleibt ein Flaschenhals.
  • FTTH: Glasfaser bis in die Wohnung. Kein Kupfer mehr auf der letzten Strecke. Volle Bandbreite, symmetrischer Upload möglich.
  • HFC (Kabel): Glasfaser im Netz, Koaxialkabel im Haus. Wird von manchen Anbietern als „Glasfaser“ beworben, ist aber technisch etwas anderes.

Genau bei diesem letzten Punkt warnt die Verbraucherzentrale NRW ausdrücklich. In ihrem Ratgeber zum Ärger beim Glasfaserausbau heißt es, Vertreterinnen und Vertreter versuchten, „herkömmliche Kabelanschlüsse als ‚Glasfaser‘ zu verkaufen“ — mit Kunstbegriffen wie „Kabel-Glasfaser“ oder „Koax-Glasfaser-Technologie“. Techniken, die „auf den letzten Metern weiterhin Kupferkabel“ nutzen, bremsen laut Verbraucherzentrale die Glasfaser-Geschwindigkeit aus.

Merkregel für den Vertragsabschluss: Steht im Angebot nicht ausdrücklich FTTH oder „Glasfaser bis in die Wohnung“, fragt nach. Ein Anbieter, der die Frage nicht klar beantwortet, hat sie beantwortet.

Wie weit ist der Glasfaserausbau in Deutschland?

Baugrube mit Leerrohren für den Glasfaserausbau in einer Wohnstraße

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Der Ausbau kommt voran, ist aber weit von Flächendeckung entfernt. Laut einer Meldung des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung vom 19. November 2025 verfügten zum Stichtag Juni 2025 „42,9 Prozent aller Haushalte“ über einen FTTB- oder FTTH-Anschluss — ein Plus von „7,2 Prozentpunkten“ gegenüber dem Vorjahr. Technologieübergreifend lag die Gigabit-Verfügbarkeit bei „79,0 Prozent der Haushalte“.

Die Datenbasis ist belastbar: Die Bundesnetzagentur befragt für den Breitbandatlas im Gigabit-Grundbuch halbjährlich „über 420 Betreiber von Telekommunikationsnetzen in Deutschland“ und erfasst die Verfügbarkeit adressgenau. Zum Vergleich: Beim Stand Ende 2023 meldete das Gigabitbüro des Bundes noch 32,1 Prozent FTTB/H und eine Gigabit-Versorgung von knapp 75 Prozent bei damals über 380 befragten Netzbetreibern.

Wichtig für die Einordnung: Diese Zahlen haben ein kurzes Haltbarkeitsdatum. Der nächste Erhebungsstichtag verschiebt den Wert erfahrungsgemäß um mehrere Prozentpunkte nach oben. Prüft deshalb immer den Stichtag, bevor ihr eine Ausbau-Quote weitergebt — und verlasst euch für eure eigene Adresse nicht auf Bundeszahlen, sondern auf die adressgenaue Abfrage im Breitbandatlas oder beim Netzbetreiber.

Regional ist die Streuung erheblich. Der Bundesdurchschnitt sagt über eine konkrete Straße wenig aus: In manchen Neubaugebieten liegt FTTH seit Jahren, in gewachsenen Innenstadtlagen mit vielen Eigentümern stockt der Ausbau, weil die Nachfragebündelung nicht zustande kommt.

Wie läuft ein Glasfaser-Hausanschluss ab und was kostet er?

Glasfaser-Hausübergabepunkt an einer Kellerwand mit angeschlossenem Netzabschlussgerät

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Während einer laufenden Ausbaukampagne ist der Hausanschluss meistens kostenlos, danach wird es teuer. Die Verbraucherzentrale beziffert die spätere Nachrüstung in ihren Antworten zum Glasfaseranschluss so: „Meist entstehen hier Anschlusskosten für den Bau des Anschlusses in Höhe von etwa 500 bis 1.000 Euro.“ Das ist der Preis ohne laufenden Nutzungsvertrag.

Der Ablauf folgt laut Verbraucherzentrale fünf Phasen: Nachfragebündelung, Ausbauentscheidung, Tiefbau, Installation im Gebäude und Schaltung des Anschlusses. Zwischen Vertragsunterschrift und funktionierendem Internet können deshalb viele Monate liegen — eine verbindliche Gesamtdauer nennt die Verbraucherzentrale bewusst nicht, weil sie vom Bauabschnitt abhängt.

Was ihr als Eigentümer entscheiden müsst

Ohne Zustimmung des Eigentümers wird nicht gebaut. Als Mieter braucht ihr also die Freigabe der Vermieterin oder des Vermieters, in Eigentümergemeinschaften einen Beschluss. Das ist in der Praxis der häufigste Grund, warum ein an sich verfügbarer Anschluss nicht zustande kommt.

Vorsicht bei Verträgen an der Haustür

Der Glasfaserausbau wird stark über Haustürvertrieb verkauft, und genau dort entstehen die meisten Probleme. Die Verbraucherzentrale formuliert es so: „Grundsätzlich empfehlen die Verbraucherzentralen, bei Haustürgeschäften vorsichtig zu sein.“ (Stand: August 2026).

Konkret raten die Verbraucherzentralen dazu, sich den Ausweis zeigen zu lassen, Name und Mitarbeiternummer zu notieren und nichts unter Zeitdruck zu unterschreiben. Prüft außerdem, ob der Anbieter bei euch tatsächlich baut und ob ihr die angebotene Bandbreite wirklich braucht.

Falls doch etwas unterschrieben wurde, gilt laut Verbraucherzentrale NRW: „Wurde der Vertrag an der Haustür, am Telefon oder im Internet geschlossen, haben Sie grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen.“ Details zu den Vertragsfallen sammelt die Verbraucherzentrale auch in ihrem Ratgeber zu Abläufen und Verträgen beim Glasfaseranschluss.

Was bedeutet die Kupfer-Abschaltung für euch?

Die Kupfernetze verschwinden, aber mit sehr langen Vorlauffristen. Die Bundesnetzagentur hat am 19. Januar 2026 ihr Regulierungskonzept zur Kupfer-Glas-Migration vorgelegt. Darin sind zwei Fristen zentral: Die Vermarktung kupferbasierter Angebote soll mindestens 24 Monate vor der Abschaltung enden, und die Abschaltung selbst muss mindestens 12 Monate vor diesem Vermarktungsstopp angezeigt werden.

Behördenpräsident Klaus Müller ordnet das so ein: „Der Wechsel auf Glasfaser ist ein zukunftsorientiertes Internet-Upgrade für Deutschland.“ Verbraucherinnen und Verbraucher sollen laut Bundesnetzagentur „früh und ausführlich über alle Schritte des Übergangs“ informiert werden.

An eine Abschaltung sind Bedingungen geknüpft. Zum Migrationsbeginn in einem Gebiet sollen mindestens 80 Prozent der Haushalte und Unternehmen mit FTTH versorgt sein; zum Abschaltzeitpunkt ist eine prinzipiell flächendeckende Glasfaserversorgung vorgesehen. Stellungnahmen zum Konzept waren bis zum 16. März 2026 möglich. Den weiteren Verfahrensstand dokumentiert die Bundesnetzagentur auf ihrer Themenseite zur Kupfer-Glas-Migration.

Was das für euch praktisch heißt: Niemand steht nächste Woche ohne Internet da. Und vor allem: Es gibt keine gesetzliche Pflicht, ab einem Stichtag Glasfaser zu nutzen. Die Verbraucherzentralen weisen ausdrücklich darauf hin, dass an der Haustür oft das Gegenteil behauptet wird — die angebliche baldige Abschaltung eures Anschlusses ist ein klassisches Verkaufsargument und kein Fakt aus eurem Briefkasten.

Was bringt Glasfaser im Alltag wirklich?

WLAN-Router im Wohnzimmer als Endpunkt eines Glasfaseranschlusses

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Der Alltagsnutzen liegt weniger im Spitzentempo als in der Verlässlichkeit. Die Bundesnetzagentur hat am 18. Juni 2026 ihren zehnten Jahresbericht der Breitbandmessung veröffentlicht: Im Festnetz erhielten „85,9 Prozent der messenden Nutzer“ mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Download-Rate, bei „45,9 Prozent der Nutzer“ wurde sie voll erreicht oder überschritten. Grundlage sind 184.452 valide Festnetz-Messungen im Zeitraum vom 1. Oktober 2024 bis 30. September 2025.

Der Bericht schlüsselt diese Werte nicht nach Anschlusstechnik auf. Wir behaupten deshalb nicht, dass Glasfaser-Kunden dort besser abschneiden als VDSL-Kunden — die Zahlen geben das schlicht nicht her.

Belastbar ist dagegen, was technisch anders ist:

  • Upload: Der größte spürbare Unterschied. FTTH-Tarife bieten oft symmetrische oder zumindest deutlich höhere Upload-Raten. Wer Videokonferenzen fährt, Cloud-Backups schiebt oder große Dateien verschickt, merkt das sofort.
  • Latenz: Niedriger und stabiler als bei DSL. Relevant für Online-Gaming und Videotelefonie, nicht fürs Streamen.
  • Parallelnutzung: Mehrere gleichzeitig streamende und arbeitende Personen im Haushalt bringen einen FTTH-Anschluss praktisch nicht ins Schwitzen.
  • Störungsresistenz: Glasfaser ist unempfindlich gegen elektromagnetische Einstreuung und Feuchtigkeit in alten Kupferkabeln.

Ein wichtiger Dämpfer: Der Anschluss ist nur die halbe Miete. Wenn euer WLAN schwach ist oder der Router alt, kommt von einem Gigabit-Anschluss im Wohnzimmer wenig an. Wie sich Anschlussgeschwindigkeit und tatsächlich nutzbare Bandbreite unterscheiden, vertiefen wir im Ratgeber zur Internetgeschwindigkeit.

Wie kommt ihr an einen Glasfaser-Tarif — und was zeigen unsere Deal-Daten?

In unserem eigenen Beitragsbestand hat sich das Verhältnis von DSL zu Glasfaser innerhalb von zwei Jahren gedreht: In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 trug jeder der drei veröffentlichten Internet-Tarif-Deals das Wort „Glasfaser“ im Titel — im Jahr 2019 war das bei keinem einzigen von sechs DSL-Tarif-Deals der Fall (Auswertung des MonsterDealz-Beitragsarchivs, Stand: 8. August 2026). MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt.

Wie diese Zahl entstanden ist, gehört dazu: Wir haben unser Beitragsarchiv seit 2017 nach den Begriffen „DSL“, „Glasfaser“, „Internet“ und „Router“ durchsucht und die Treffer von Hand sortiert. Von 15 Beiträgen mit „Glasfaser“ im Titel sind nur sieben tatsächlich Internet-Tarife oder Anschluss-Aktionen. Vier sind Router, und vier haben mit Internet gar nichts zu tun — darunter ein Schlosserhammer und eine Kombihacke, beide mit Stiel aus Glasfaser.

Wie belastbar ist das? Nur begrenzt. Sieben Tarif-Deals sind eine kleine Fallzahl, aus der wir bewusst keinen Durchschnittspreis und keine Marktaussage ableiten. Der Trend ist trotzdem eindeutig: Sechs dieser sieben Glasfaser-Tarif-Deals stammen aus den zwölf Monaten zwischen August 2025 und August 2026. Zum Vergleich standen im selben Archiv 45 Beiträge mit „DSL“ im Titel, davon 28 echte Tarif-Deals — der Bestand ist also historisch klar DSL-lastig.

Und was die Zahl nicht bedeutet: Dass wir mehr Glasfaser-Deals posten, heißt nicht, dass Glasfaser günstiger geworden ist. Es heißt, dass Anbieter dort gerade am stärksten mit Boni, Cashback und Rabattmonaten werben. Aktions-Saison ist nicht Preis-Saison — das sind zwei verschiedene Dinge.

Worauf ihr beim Tarifvergleich achten solltet

  • Bereitstellungspreis: Wird er erlassen oder nicht? Das sind schnell dreistellige Beträge.
  • Effektivpreis über die Laufzeit: Rabattmonate und Boni auf 24 Monate umlegen, nicht den Startpreis vergleichen.
  • Router: Miete oder Kauf, und ist das Gerät überhaupt FTTH-tauglich? Ein DSL-Router funktioniert an einem Glasfaseranschluss nicht ohne separates Modem.
  • Upload: Die Zahl, die im Marketing selten vorne steht und im Alltag am meisten ausmacht.
  • Laufzeit: Monatlich kündbare Tarife kosten mehr, geben euch aber Bewegungsfreiheit, solange der Ausbau läuft.

Wer ohnehin wechselt: Prämien- und Bonusaktionen sind bei Festnetzverträgen üblich. Welche Konstruktionen dabei seriös sind und worauf ihr achten müsst, haben wir im Ratgeber zu DSL mit Prämie aufgeschrieben. Und wenn ein Umzug der Auslöser ist, lohnt der Blick auf das Sonderkündigungsrecht beim Internet-Umzug.

Was tun, wenn es bei euch keine Glasfaser gibt?

Rund 21 Prozent der Haushalte hatten im Juni 2025 technologieübergreifend keinen Zugang zu einem Gigabit-Anschluss (Quelle: Breitbandatlas im Gigabit-Grundbuch, erhoben von der Bundesnetzagentur). Wenn ihr dazugehört, gibt es drei realistische Wege.

Erstens: Nachfragebündelung mitmachen. Viele Ausbauprojekte starten erst, wenn eine Mindestquote an Vorverträgen in einem Gebiet erreicht ist. Wer sich beteiligt, bekommt den Hausanschluss in aller Regel kostenlos statt für 500 bis 1.000 Euro.

Zweitens: VDSL ausreizen. Für einen Zwei-Personen-Haushalt mit Streaming und Homeoffice reicht ein solider VDSL-Anschluss in vielen Fällen völlig. Ob sich der Wechsel für euch rechnet, klären wir im direkten Vergleich unter Glasfaser oder DSL.

Drittens: Mobilfunk als Festnetzersatz. In schlecht versorgten Lagen ist ein 5G-Router inzwischen eine ernsthafte Alternative — mit dem Vorbehalt, dass ihr euch eine Funkzelle mit allen Nachbarn teilt und die Bandbreite abends schwanken kann. Was 5G leistet und wo die Grenzen liegen, steht im Ratgeber zum 5G-Netz. Wie Festnetz und Mobilfunk vertraglich zusammenspielen, ordnet unser Überblick zum Handyvertrag ein.

Vor- & Nachteile von Glasfaser im Überblick

Vorteile Nachteile
Geschwindigkeit unabhängig von der Leitungslänge Erst 42,9 Prozent der Haushalte versorgt
Deutlich höherer, oft symmetrischer Upload Nachträglicher Anschluss kostet 500 bis 1.000 Euro
Stabile Latenz, unempfindlich gegen Störungen Tiefbau und Wartezeit von vielen Monaten
Zukunftssicher vor der Kupfer-Abschaltung Neuer FTTH-tauglicher Router nötig

Häufige Fragen zu Glasfaser

Was ist Glasfaser einfach erklärt?

Glasfaser ist eine Leitung, in der Daten als Lichtsignale durch haarfeine Glasfäden laufen statt als Strom durch Kupferdraht. Licht verliert über die Strecke kaum an Qualität, deshalb bleibt die Geschwindigkeit auch bei großer Entfernung zum Verteiler hoch. Wikipedia beschreibt ein Glasfasernetz als Übertragungsmedium zur Datenkommunikation aus verbundenen Glasfaserkabel-Systemen.

Was ist der Unterschied zwischen FTTH und FTTB?

Bei FTTH endet die Glasfaser in eurer Wohnung, bei FTTB im Keller des Gebäudes. Bei FTTB laufen die letzten Meter über die vorhandene Hausverkabelung, was die nutzbare Bandbreite begrenzen kann. FTTH ist laut Verbraucherzentrale die zukunftssicherste Variante.

Wie viel kostet ein Glasfaser-Hausanschluss?

Während einer laufenden Ausbaukampagne ist der Anschluss meist kostenlos, wenn ihr einen Vertrag abschließt. Wer sich später entscheidet, zahlt laut Verbraucherzentrale meist etwa 500 bis 1.000 Euro für den Bau des Anschlusses. Genau deshalb ist die Nachfragebündelungsphase der günstigste Zeitpunkt.

Wann wird das Kupfernetz abgeschaltet?

Ein bundesweites Enddatum steht nicht fest. Nach dem Regulierungskonzept der Bundesnetzagentur vom 19. Januar 2026 soll die Vermarktung kupferbasierter Angebote mindestens 24 Monate vor einer Abschaltung enden, angezeigt werden muss sie mindestens 12 Monate davor. Zum Migrationsbeginn sollen mindestens 80 Prozent der Haushalte in einem Gebiet FTTH haben.

Muss ich auf Glasfaser wechseln?

Nein. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, ab einem bestimmten Datum Glasfaser zu nutzen. Die Verbraucherzentralen weisen ausdrücklich darauf hin, dass an der Haustür häufig das Gegenteil behauptet wird, um schnelle Abschlüsse zu erreichen.

Brauche ich für Glasfaser einen neuen Router?

In den meisten Fällen ja. Ein klassischer DSL-Router hat keinen Glasfaser-Anschluss. Ihr braucht entweder einen Router mit integriertem Glasfaser-Modem oder ein separates Netzabschlussgerät, das der Anbieter stellt. Prüft vor dem Tarifwechsel, ob euer vorhandenes Gerät weiterverwendet werden kann.

Kann ich bei Glasfaser den Anbieter frei wählen?

Das hängt vom Netzbetreiber ab. Manche Glasfasernetze sind offen und lassen mehrere Anbieter auf dieselbe Leitung, andere vermarkten exklusiv. Fragt vor dem Hausanschluss nach, ob das Netz offen ist — das entscheidet darüber, wie viel Wahlfreiheit ihr in den nächsten Jahren habt.

Lohnt sich Glasfaser für einen Ein-Personen-Haushalt?

Wenn ihr allein wohnt, streamt und gelegentlich im Homeoffice arbeitet, reicht ein guter VDSL-Anschluss meist aus. Interessant wird Glasfaser, sobald mehrere Personen parallel arbeiten, ihr viel hochladet oder euer VDSL wegen der Leitungslänge deutlich unter der gebuchten Rate liegt. Ist der kostenlose Hausanschluss gerade verfügbar, spricht trotzdem viel dafür, ihn mitzunehmen.

Fazit: Glasfaser lohnt sich, Panik nicht

Glasfaser ist die Technik, auf die das deutsche Festnetz zuläuft — mit 42,9 Prozent versorgten Haushalten zum Stichtag Juni 2025 ist der Weg dorthin aber noch lang. Der wichtigste Satz aus diesem Artikel: Prüft, ob euer Angebot wirklich FTTH ist, bevor ihr unterschreibt.

  • Hausanschluss mitnehmen, wenn er kostenlos ist — nachträglich kostet er meist 500 bis 1.000 Euro.
  • Nichts an der Haustür unterschreiben — 14 Tage Widerrufsrecht sind kein Ersatz für eine ruhige Prüfung.
  • Tarif über die Laufzeit rechnen, nicht über den Startpreis.

Wenn ihr gerade ohnehin einen Wechsel plant, findet ihr laufend aktualisierte Internet- und Mobilfunk-Angebote auf MonsterDealz.de.

Florian Silbereis — MonsterDealz

Geschrieben von

Florian Silbereis

Gründer von MonsterDealz.de, gelernter Fachinformatiker. Spürt seit über 17 Jahren täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — Spezialgebiete: Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals und Preisfehler.

Zuletzt geprüft: August 2026

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