Neue Gasumlage fĂĽr die Gasreserve: Was sie Haushalte kostet und ab wann sie kommt

Die neue Gasumlage soll ab dem 1. Oktober 2027 eine staatliche Gasreserve finanzieren und kostet laut Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums 0,29 bis 0,36 Euro je Megawattstunde – für ein Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden 5,80 bis 7,20 Euro im Jahr, mit Mehrwertsteuer 6,90 bis 8,57 Euro. Beschlossen ist noch nichts: Der Entwurf vom 12. Oktober 2026 liegt bei Ländern und Verbänden, Kabinett, Bundestag und Bundesrat müssen ihn erst noch beraten. Hier steht, wie die Gasumlage berechnet wird, was sie von der abgeschafften Gasspeicherumlage und der Umlage von 2022 unterscheidet und was ihr jetzt bei eurem Gasvertrag beachten solltet. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in KĂĽrze

  • Geplant ab 1. Oktober 2027: 0,029 bis 0,036 Cent je kWh netto, jährlich neu festgelegt
  • Sie bezahlt eine Gasreserve von derzeit geplant 24 Terawattstunden fĂĽr den Krisenfall
  • Rund ein Zehntel bis ein Achtel der Ende 2025 abgeschafften Gasspeicherumlage
  • Gibt euer Versorger sie weiter, gilt bei Preiserhöhungen das SonderkĂĽndigungsrecht

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Die Gasumlage ist ein geplanter Aufschlag auf jede verbrauchte Kilowattstunde Erdgas, mit dem der Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe (THE) Kauf, Einlagerung und Vorhaltung einer nationalen Gasreserve für Notfälle bezahlt. Wer nach der Schlagzeile vom 13. Oktober 2026 auf seine Gasrechnung schaut, will vor allem eines wissen: ob nach der Gaspreiskrise schon wieder eine teure Umlage kommt. Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion den Referentenentwurf mit Bearbeitungsstand 12. Oktober 2026, die Pressemitteilungen von Trading Hub Europe zu den Umlagen seit 2022 und die einschlägigen Paragrafen aus Energiewirtschaftsgesetz und Gasgrundversorgungsverordnung ausgewertet.

Was ist die neue Gasumlage und ab wann kommt sie?

Gasrohrleitungen mit blauem Absperrventil auf dem Gelände eines Erdgasspeichers

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die neue Gasumlage ist die Umlage fĂĽr die Gasreserve nach dem geplanten § 35m Energiewirtschaftsgesetz; ihre erste Umlageperiode beginnt laut Entwurf am 1. Oktober 2027 und dauert jeweils ein Jahr. Das steht im Referentenentwurf „Gesetz zur EinfĂĽhrung einer Gasreserve zur Krisenvorsorge“ des Bundesministeriums fĂĽr Wirtschaft und Energie (BMWE), Bearbeitungsstand 12. Oktober 2026, 13:57 Uhr.

Wichtig für die Einordnung: Ein Referentenentwurf ist der erste Schritt im Gesetzgebungsverfahren, kein Gesetz. Das BMWE hat ihn laut Fachportal 3R am 13. Oktober 2026 in die Verbändeanhörung gegeben, Stellungnahmen sind bis Montag, 19. Oktober 2026, 12 Uhr möglich. Danach folgen Kabinettsbeschluss, Bundestag und Bundesrat. Alle Zahlen in diesem Artikel sind deshalb Planwerte, die sich bis zum Beschluss noch ändern können.

Der Zeitpunkt hat einen Grund. Die Füllstandsvorgaben für Gasspeicher, die 2022 nach dem Ausfall russischer Lieferungen eingeführt wurden, gelten nach § 35i EnWG nur bis zum Ablauf des 31. März 2027. Die Bundesregierung will sie nicht verlängern, weil ein vom Ministerium beauftragtes Gutachten von Frontier Economics im November 2025 zu dem Schluss kam, dass die Vorgaben die Speicherbefüllung eher hemmen. An ihre Stelle soll die Gasreserve treten: eine feste Menge Gas, die nur im Ernstfall angetastet wird.

Der Aufbau soll laut Entwurf schon 2027 beginnen, die Umlage startet aber erst mit dem neuen Gaswirtschaftsjahr am 1. Oktober 2027. Ihre Höhe muss Trading Hub Europe spätestens sechs Wochen vor Beginn jeder Periode veröffentlichen, für den Start also bis Mitte August 2027. Erst dann steht der echte Satz fest, nicht schon heute.

Wer erhebt die Gasumlage – der Staat oder der Versorger?

Weder noch direkt. Trading Hub Europe stellt die Umlage den sogenannten Bilanzkreisverantwortlichen in Rechnung, also den Gashändlern und Versorgern, und zwar je Megawattstunde, die an Haushalten, Gewerbe und Industrie ausgespeist wird. Ob der Versorger sie an euch weiterreicht, entscheidet er selbst; der Entwurf nennt diese Weitergabe ausdrücklich freiwillig. In der Praxis ist das bei allen bisherigen Umlagen des Gasmarkts passiert.

Was kostet die Gasumlage einen Haushalt?

Heizkörper-Thermostatkopf, Teetasse, Lesebrille und Briefumschlag auf einem Küchentisch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Ein typischer Haushalt zahlt laut Referentenentwurf 3,77 bis 7,20 Euro im Jahr: 3,77 bis 4,68 Euro in einer Wohnung mit 13.000 Kilowattstunden Verbrauch, 5,80 bis 7,20 Euro im Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden. Diese Werte sind netto; auf die Umlage kommen wie auf jeden Bestandteil des Gaspreises 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Die Grundlage ist eine Kostenschätzung des Ministeriums. Der Entwurf rechnet mit 247 bis 308 Millionen Euro pro Jahr in den ersten zehn Jahren, verteilt auf einen Jahresverbrauch von rund 864 Terawattstunden (Stand 2025). Daraus ergeben sich 0,29 bis 0,36 Euro je Megawattstunde, also 0,029 bis 0,036 Cent je Kilowattstunde. Für eigene Verbrauchswerte haben wir das selbst durchgerechnet:

Jahresverbrauch Netto pro Jahr Mit 19 % MwSt.
10.000 kWh 2,90 bis 3,60 € 3,45 bis 4,28 €
13.000 kWh 3,77 bis 4,68 € 4,49 bis 5,57 €
20.000 kWh 5,80 bis 7,20 € 6,90 bis 8,57 €
30.000 kWh 8,70 bis 10,80 € 10,35 bis 12,85 €

Eigene Berechnung aus der Spanne 0,29 bis 0,36 Euro je Megawattstunde im Referentenentwurf vom 12.10.2026. Die Werte für 13.000 und 20.000 kWh netto nennt der Entwurf selbst. Der tatsächliche Satz wird erst 2027 von Trading Hub Europe festgelegt.

Auf den Monat gerechnet sind das im Einfamilienhaus 58 bis 71 Cent brutto. Der Entwurf beziffert den Effekt auf die gesamte Gasrechnung auf 0,3 bis 0,4 Prozent: In seiner Beispielrechnung steigt der Endpreis für ein Einfamilienhaus von 11,64 auf 11,67 bis 11,69 Cent je Kilowattstunde. Den größten Teil davon machen weiterhin Beschaffung und Vertrieb mit 5,49 Cent, die Netzentgelte mit 2,57 Cent und der CO2-Preis mit 1,14 Cent aus.

Die Last ist ungleich verteilt. Haushalte und Gewerbe verbrauchen laut Entwurf rund 40 Prozent des Gases (347 Terawattstunden) und tragen damit 99 bis 123 Millionen Euro im Jahr, die Industrie mit rund 60 Prozent (517 Terawattstunden) 148 bis 185 Millionen Euro. Wie euer eigener Verbrauch in Kilowattstunden aussieht, wenn auf dem Zähler Kubikmeter stehen, erklären wir im Ratgeber Gasverbrauch berechnen.

Steigt die Gasumlage später noch?

Möglich ist es. Trading Hub Europe muss den Satz jedes Jahr zum 1. Oktober neu bestimmen und dabei eine Prognose über die jeweils nächsten zehn Jahre zugrunde legen, erstmals für 2027 bis 2036. Steigt der Gaspreis am Terminmarkt, auf dem die Schätzung beruht, wird die Reserve teurer. Wird sie in einer Krise eingesetzt und danach neu aufgefüllt, berechnet THE die Umlage ebenfalls neu. Eine Obergrenze sieht der Entwurf nicht vor.

Warum gibt es eine Gasumlage? Die Gasreserve mit 24 Terawattstunden

Die Umlage finanziert eine Gasreserve, deren Umfang die BegrĂĽndung des Entwurfs derzeit mit 24 Terawattstunden angibt. MaĂźstab ist das sogenannte N-1-Kriterium der EU-Gasversorgungsverordnung: Die Reserve soll den Ausfall der wichtigsten Importinfrastruktur fĂĽr 30 Tage ĂĽberbrĂĽcken.

Laut Entwurf deckt dieselbe Menge auch andere Szenarien ab: 20 Tage Ausfall sämtlicher norwegischer Pipelineimporte, 40 Tage ohne die deutschen LNG-Terminals oder 18 Tage Vollversorgung aller Haushalte und Gewerbekunden, wenn in einem normalen Winter sämtliche Importe wegfallen. In einem extrem kalten Winter wären es zehn Tage. Das genaue Volumen schreibt das Gesetz bewusst nicht fest; Trading Hub Europe bestimmt es auf Grundlage der Risikobewertung der Bundesnetzagentur, und die Behörde überprüft die Reserve alle vier Jahre, erstmals zum 1. Dezember 2030.

Einsetzen darf das Gas nur die Bundesnetzagentur, und zwar erst, wenn die Notfallstufe nach dem Notfallplan Gas ausgerufen ist. Die BegrĂĽndung des Entwurfs formuliert es so: „Die Gasreserve ist kein Instrument zur Dämpfung von Preisen, sondern dient der resilienten Krisenvorsorge.“ FĂĽr euch heiĂźt das: Die Reserve soll im Ernstfall verhindern, dass Industriekunden abgeschaltet oder Temperaturvorgaben fĂĽr Gebäude verfĂĽgt werden mĂĽssen. Euren Gaspreis im normalen Winter senkt sie nicht.

Wie knapp die Speicher in diesem Herbst sind und warum die Bundesnetzagentur die Versorgung trotzdem als stabil einstuft, haben wir im Ratgeber zum Gaspreis im Winter 2026/27 mit den aktuellen Füllständen aufgeschlüsselt.

Warum zahlen Gaskunden und nicht der Bundeshaushalt?

Das ist eine politische Entscheidung, keine technische. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte laut Medienberichten zunächst zwei Wege genannt, eine Umlage oder die Finanzierung aus dem Haushalt, eventuell auch ein Mischmodell. Der Entwurf wählt die Umlage mit der Begründung, dass die Krisenvorsorge den Gaskunden zugutekommt. Der Energieverband BDEW nennt den Entwurf laut der Zeitung für kommunale Wirtschaft eine solide Grundlage, hätte eine Haushaltsfinanzierung aber für sachgerechter gehalten. Genau an diesem Punkt kann sich im weiteren Verfahren noch etwas ändern.

Wie wird die Gasumlage berechnet – und kann sie zurückfließen?

Heller Kontrollraum mit Monitoren, die abstrakte Linien zeigen, und leerem Schreibtisch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Trading Hub Europe saldiert alle Kosten und Erlöse der Reserve auf einem eigenen Umlagekonto und legt den Satz in Euro je ausgespeister Megawattstunde so fest, dass dieses Konto über den Prognosezeitraum ausgeglichen ist; Gewinne oder Verluste darf THE damit laut § 35m des Entwurfs zu keinem Zeitpunkt machen. In die Rechnung fließen der Gaseinkauf, die Entgelte für Speicherkapazität, Netzentgelte für den Transport sowie Personal-, Sach- und Finanzierungskosten.

Abgerechnet wird monatlich gegenüber den Bilanzkreisverantwortlichen, THE darf Abschläge verlangen. An Grenzübergangspunkten fällt keine Umlage an, Gas im Transit nach Nachbarländern zahlt also nicht mit. Belastet werden nur Mengen, die in Deutschland an Haushalte, Gewerbe und Industrie geliefert werden.

Spannend ist die Gegenrichtung. Übersteigen die prognostizierten Erlöse die Kosten, zum Beispiel weil die Reserve nach einer Überprüfung verkleinert und Gas verkauft wird, schüttet THE laut Entwurf an die Bilanzkreisverantwortlichen aus – höchstens bis zur Höhe der gezahlten Umlagen. Fällt der Umfang der Reserve auf null, endet die Umlage, sobald die Restkosten gedeckt sind. Ob eine solche Ausschüttung bei euch als Gutschrift ankommt, hängt wieder vom Versorger ab.

Für Transparenz muss THE auf seiner Internetseite die Höhe der Umlage, die Berechnungsgrundlage und monatlich den Saldo des Umlagekontos in maschinenlesbarer Form veröffentlichen. Das kennt ihr von den bisherigen Umlagen: Auch die Sätze der Gasspeicherumlage standen jeweils in einer Pressemitteilung des Marktgebietsverantwortlichen.

Gasumlage, Gasspeicherumlage, Konvertierungsumlage: Was ist der Unterschied?

Gasumlage ist kein feststehender Begriff, sondern der Name, den seit 2022 drei verschiedene Aufschläge getragen haben: die nie erhobene Gasbeschaffungsumlage von 2,419 Cent je Kilowattstunde, die Ende 2025 abgeschaffte Gasspeicherumlage und jetzt die geplante Umlage für die Gasreserve. Wer im Netz nach Gasumlage sucht, findet deshalb oft veraltete Zahlen.

Umlage Status 20.000 kWh netto
Gasbeschaffungsumlage 2022 nie erhoben 483,80 €
Gasspeicherumlage seit 1.1.2026 weg 57,80 €
Konvertierungsumlage seit 1.10.2026 2,20 €
Gasreserve-Umlage ab 1.10.2027 geplant 5,80 bis 7,20 €

Eigene Berechnung für 20.000 kWh mit 2,419 ct/kWh (THE-FAQ vom 18.08.2022), 2,89 €/MWh (letzter Satz der Gasspeicherumlage ab 01.07.2025), 0,11 €/MWh (THE, Umlageperiode ab 01.10.2026) und 0,29 bis 0,36 €/MWh (Referentenentwurf vom 12.10.2026). Alle Werte ohne Mehrwertsteuer.

Die Gasbeschaffungsumlage von 2022 wurde nie erhoben

Im August 2022 setzte Trading Hub Europe die Gasbeschaffungsumlage laut der THE-FAQ vom 18. August 2022 auf 2,419 Cent je Kilowattstunde fest, erhoben werden sollte sie ab dem 1. Oktober 2022. Sie sollte Gasimporteuren die Mehrkosten für Ersatz von russischem Gas ausgleichen. Dazu kam es nicht: Laut Bundesregierung wurde die Gasumlage zugunsten eines Abwehrschirms von 200 Milliarden Euro zurückgenommen, die Aufhebungsverordnung trat rückwirkend zum 9. August 2022 in Kraft. Die neue Umlage wäre bei gleichem Verbrauch etwa 67- bis 83-mal niedriger.

Wie lange bleibt die Gasspeicherumlage bestehen?

Sie ist bereits weg. Die Gasspeicherumlage finanzierte ab Oktober 2022 die Befüllung der Speicher nach den Füllstandsvorgaben und lag zuletzt bei 2,89 Euro je Megawattstunde, also 0,289 Cent je Kilowattstunde. Trading Hub Europe erhebt sie laut Pressemitteilung vom 20. November 2025 seit dem 1. Januar 2026 nicht mehr. Die Bundesregierung beziffert die Entlastung für einen Haushalt mit 20.000 Kilowattstunden auf knapp 58 Euro im Jahr; die Kosten trägt seitdem der Bund. Die neue Umlage holt davon rund ein Zehntel bis ein Achtel zurück.

Was ist die Konvertierungsumlage?

Sie deckt die Kosten dafĂĽr, dass Gas mit niedrigem Brennwert (L-Gas) und hohem Brennwert (H-Gas) im deutschen Netz ineinander umgewandelt wird. Laut THE-Pressemitteilung vom 19. August 2026 sank sie zum 1. Oktober 2026 von 0,18 auf 0,11 Euro je Megawattstunde. Mit der Gasreserve hat sie nichts zu tun, sie wird aber ebenfalls bei den Bilanzkreisverantwortlichen erhoben.

Eine weitere Position, die oft mit Umlagen verwechselt wird, ist die Konzessionsabgabe. Sie ist keine Umlage für die Versorgungssicherheit, sondern das Entgelt an die Gemeinde dafür, dass Gasleitungen in öffentlichen Straßen liegen; in der Beispielrechnung des Entwurfs macht sie 0,03 Cent je Kilowattstunde aus und damit etwa so viel wie die neue Umlage.

Steht die Gasumlage auf der Rechnung – und darf der Versorger deshalb die Preise erhöhen?

Geöffneter Briefkasten im Wohnungsflur mit zwei unbeschrifteten Briefumschlägen

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Ja, der Entwurf ändert § 40 Absatz 3 Nummer 3 EnWG so, dass die Umlage für die Gasreserve gesondert auf der Rechnung ausgewiesen werden muss, soweit sie Teil des Preises ist. Für die Grundversorgung soll sie zusätzlich in § 2 Absatz 3 der Gasgrundversorgungsverordnung als eigener Preisbestandteil aufgenommen werden, den der Grundversorger auch auf seiner Internetseite veröffentlichen muss.

Erhöhen darf der Versorger die Preise deshalb nicht einfach still. Nach § 41 Absatz 5 EnWG muss er Haushaltskunden spätestens einen Monat vor einer Preisänderung unmittelbar informieren und dabei Anlass, Voraussetzungen und Umfang nennen. Ihr könnt den Vertrag dann ohne Frist zum Zeitpunkt der Änderung kündigen, ohne dass der Versorger dafür ein Entgelt verlangen darf. Eine Ausnahme regelt § 41 Absatz 6: Sinkt eine Umlage und gibt der Versorger das unverändert weiter, braucht er keine Mitteilung, und ein Sonderkündigungsrecht entsteht nicht. Für die Erhöhung durch eine neue Umlage gilt diese Ausnahme nicht.

In der Grundversorgung gelten eigene Fristen. Nach § 5 GasGVV werden Änderungen der Allgemeinen Preise nur zum Monatsbeginn wirksam und müssen mindestens sechs Wochen vorher öffentlich bekanntgegeben und brieflich mitgeteilt werden. Auch hier könnt ihr ohne Kündigungsfrist zum Zeitpunkt der Änderung kündigen.

SchĂĽtzt eine Preisgarantie vor der Gasumlage?

In den meisten Fällen nicht. Die Verbraucherzentrale beschreibt auf ihrer Seite zur Wahl des passenden Strom- oder Gastarifs (Stand: Juli 2026) den typischen Fall so: „Sie klammern gesetzlich regulierte Preisbestandteile wie Netzentgelte, Steuern, Abgaben oder Umlagen aus.“ Bei Strom und Gas können laut Verbraucherzentrale bis zu 70 Prozent des Preises von einer solchen eingeschränkten Garantie ausgenommen sein. Eine neue Umlage darf der Versorger dann weitergeben; nur eine vollständige Preisgarantie fängt sie ab. Schaut deshalb in euren Vertragsbedingungen nach, welche Preisbestandteile ausgenommen sind.

Lohnt sich wegen der Gasumlage jetzt ein Anbieterwechsel?

Wegen der Umlage allein nicht: 6,90 bis 8,57 Euro brutto im Jahr fĂĽr ein Einfamilienhaus sind weniger als ein Prozent dessen, was ein Wechsel bei einem um wenige Cent gĂĽnstigeren Arbeitspreis bringt. Rechnet man mit dem Beispielpreis des Entwurfs von 11,64 Cent je Kilowattstunde, kosten 20.000 Kilowattstunden rund 2.328 Euro im Jahr; ein Cent weniger beim Arbeitspreis spart 200 Euro im Jahr, also gut das 23-Fache der Umlage am oberen Rand.

Ein Anbieterwechsel kann trotzdem sinnvoll sein, nur aus anderen Gründen: wenn euer Arbeitspreis deutlich über dem Marktschnitt liegt, wenn ihr seit Jahren in der Grundversorgung seid oder wenn euer Vertrag ausläuft. Wie ihr dabei Preisgarantie, Laufzeit und Wechselzeitpunkt abwägt, steht im Ratgeber zum Gaspreis im Winter 2026/27. Wer jetzt einen Vertrag mit 24 Monaten Laufzeit abschließt, sollte wissen, dass die Gasumlage am 1. Oktober 2027 mitten in diese Laufzeit fällt.

Wirksamer als jeder Tarifvergleich ist beim Gas der eigene Verbrauch. Beim CO2-Preis, der in der Beispielrechnung des Entwurfs mit 1,14 Cent je Kilowattstunde rund 30- bis 40-mal so viel ausmacht wie die neue Umlage, ist das bereits so; warum die CO2-Kosten 2027 steigen können, erklären wir im Ratgeber Heizkosten 2027. Gegen beide hilft dasselbe: weniger Kilowattstunden. Wie viel ein Grad weniger Raumtemperatur bringt, rechnen wir im Ratgeber zum richtigen Heizen vor, und ob ein kleiner Ventilator auf dem Heizkörper die Wärme schneller verteilt, prüfen wir im Ratgeber zum Heizkörperventilator.

Auch in unserer eigenen Datenbank zeigt sich, wo das Sparpotenzial gesucht wird: Von 5.868 Deal-Beiträgen, die MonsterDealz zwischen dem 15. Oktober 2025 und dem 14. Oktober 2026 angelegt hat, drehten sich 6 um Heizkörper- oder Raumthermostate, der günstigste darunter ein smartes Heizkörperthermostat für 25,64 Euro im November 2025 (Abfrage der MonsterDealz-Zentraldatenbank, Stand 15.10.2026). Schon ein einzelnes solches Thermostat kostet so viel wie drei bis vier Jahre Gasumlage im Einfamilienhaus. Wer mit Gas heizt und über eine Alternative nachdenkt, findet Regeln und Kosten im Ratgeber zur Gasheizung.

Was ändert sich für Mieter?

Mieter mit Gasetagenheizung und eigenem Gasvertrag sind direkt betroffen und haben dieselben KĂĽndigungsrechte wie EigentĂĽmer. Wer mit einer Zentralheizung zur Miete wohnt, bekommt die Umlage nicht separat berechnet, sondern indirekt ĂĽber die Heizkostenabrechnung, weil sie Teil des Gaspreises ist, den der Vermieter zahlt. Bei 13.000 Kilowattstunden je Wohnung sind das laut Entwurf 3,77 bis 4,68 Euro netto im Jahr.

Vor- & Nachteile im Ăśberblick

Vorteile Nachteile
Nur 5,80 bis 7,20 Euro netto im Einfamilienhaus Neue Dauerbelastung ohne gesetzliche Obergrenze
Reserve von 24 TWh fĂĽr 30 Tage Importausfall Satz kann jedes Jahr zum 1. Oktober steigen
Ausschüttung, wenn Erlöse die Kosten übersteigen Eingeschränkte Preisgarantien schützen nicht davor
Gesondert auf der Rechnung ausgewiesen Senkt den Gaspreis im Normalfall nicht

Häufige Fragen zur Gasumlage

Ist die neue Gasumlage schon beschlossen?

Nein. Es gibt bislang nur den Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums vom 12. Oktober 2026. Die Verbände können bis zum 19. Oktober 2026 Stellung nehmen, danach müssen Kabinett, Bundestag und Bundesrat das Gesetz beraten. Höhe, Startdatum und Finanzierungsweg können sich bis dahin noch ändern.

Sind alle diese Umlagen umsatzsteuerpflichtig?

Ja, für Haushaltskunden gehören Umlagen zum Gaspreis, und auf den gesamten Preis fallen 19 Prozent Mehrwertsteuer an. Die Beispielrechnung im Entwurf schlägt die Mehrwertsteuer deshalb auch auf die neue Umlage auf. Aus 0,036 Cent je Kilowattstunde netto werden so knapp 0,043 Cent brutto.

Haben die Umlagen einen Einfluss auf die GrundgebĂĽhr oder nur auf den Arbeitspreis?

Nur auf den Arbeitspreis. Trading Hub Europe erhebt die Gasumlage je ausgespeister Megawattstunde, sie wächst also mit eurem Verbrauch. Die Grundgebühr, die unabhängig vom Verbrauch anfällt, bleibt davon unberührt, sofern euer Versorger sie nicht aus anderen Gründen ändert.

Wie unterscheidet sich die Gaspreisgarantie von einer Preisbindung?

Entscheidend ist nicht der Name, sondern der Umfang. Versorger verwenden beide Begriffe für das Versprechen, den Preis für eine bestimmte Zeit nicht zu erhöhen. Im Vertrag steht, welche Bestandteile ausgenommen sind; bei der häufigen eingeschränkten Variante sind das laut Verbraucherzentrale Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen. Nur wenn der Vertrag ausdrücklich auch Umlagen einschließt, seid ihr vor der Gasumlage geschützt.

Wird die Gasumlage zurĂĽckgezahlt, wenn die Reserve nie gebraucht wird?

Nicht automatisch, denn die Umlage bezahlt die Vorhaltung, nicht den Einsatz. Wird die Reserve aber verkleinert und Gas verkauft, verrechnet THE die Erlöse und kann laut Entwurf an die Bilanzkreisverantwortlichen ausschütten, höchstens bis zur Höhe der gezahlten Umlagen. Ob davon etwas auf eurer Rechnung ankommt, liegt beim Versorger.

Muss ich etwas tun, wenn die Gasumlage kommt?

Nein, ein Antrag oder eine Meldung ist nicht nötig. Prüft im Spätsommer 2027 die Preisänderungsmitteilung eures Versorgers: Sie muss Anlass und Umfang nennen und euch einen Monat vorher erreichen. Steigt der Preis, habt ihr ein Sonderkündigungsrecht zum Zeitpunkt der Änderung.

Was hat die Gasumlage mit dem Solar-Aufschlag zu tun?

Nichts außer dem Zeitpunkt der Debatte. Beim Strom wird gerade über einen Aufschlag auf das Netzentgelt für Haushalte mit Photovoltaikanlage gestritten, der ab 2029 kommen könnte. Was dahintersteckt, erklären wir im Ratgeber zum Solar-Aufschlag.

Fazit: kleine Umlage, groĂźe Verwechslungsgefahr

Die neue Gasumlage ist mit 0,29 bis 0,36 Euro je Megawattstunde ein Bruchteil dessen, was die Schlagzeilen vermuten lassen: 6,90 bis 8,57 Euro brutto im Jahr für ein Einfamilienhaus, gegenüber knapp 58 Euro für die abgeschaffte Gasspeicherumlage und 483,80 Euro netto für die nie erhobene Umlage von 2022. Beschlossen ist sie noch nicht, frühestens fällig wird sie am 1. Oktober 2027. Bis dahin lohnt es sich, drei Dinge im Blick zu behalten: den Umfang eurer Preisgarantie, die Preisänderungsmitteilung im Spätsommer 2027 und vor allem euren Verbrauch, der beim Gas weit mehr entscheidet als jede Umlage.

MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt. Thermostate, Dämmung und alles andere, was beim Heizen spart, findet ihr täglich aktualisiert auf der MonsterDealz-Startseite.

Ăśber den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

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