Umweltplakette 2026: Was sich für E-Autos ändert und wo ihr die grüne Plakette kauft

Die Umweltplakette brauchen 2026 weiterhin alle Benziner und Diesel, die in eine der 35 deutschen Umweltzonen fahren – Elektroautos mit E-Kennzeichen sind dagegen bald befreit, denn der Bundesrat hat der entsprechenden Änderung der 35. BImSchV am 25. September 2026 zugestimmt. Die grüne Plakette kostet bei der Zulassungsbehörde ab 5 Euro, das Fahren ohne Plakette in der Umweltzone 100 Euro Bußgeld. Hier steht, wann die Befreiung für E-Autos greift, wer weiter eine Plakette braucht und wo ihr sie am günstigsten bekommt. Stand: September 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • E-Kennzeichen ersetzt die grüne Plakette: Bundesrat hat am 25.09.2026 zugestimmt
  • Gültig ab dem ersten Tag des Quartals nach Verkündung: 01.10.2026 oder 01.01.2027
  • Benziner, Diesel und Plug-in-Hybride ohne E-Kennzeichen brauchen die Plakette weiter
  • Zulassungsbehörde ab 5 Euro, private Ausgabestellen verlangen teils über 17 Euro

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Brauchen Elektroautos eine Umweltplakette?

Elektroauto mit leerer Windschutzscheibe ohne Umweltplakette an einer Wandladestation in der Garage

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Elektroautos mit E-Kennzeichen brauchen künftig keine Umweltplakette mehr: Der Bundesrat hat in seiner 1068. Sitzung am 25. September 2026 der „Zweiten Verordnung zur Änderung der Verordnung zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge mit geringem Beitrag zur Schadstoffbelastung“ zugestimmt (Beschluss zu Drucksache 414/26). Die Umweltplakette ist der runde, 80 Millimeter große Aufkleber an der Windschutzscheibe, der nach der 35. Bundes-Immissionsschutzverordnung (35. BImSchV) die Schadstoffgruppe eines Fahrzeugs anzeigt und die Einfahrt in Umweltzonen erlaubt. Wer mit dem Auto in die Innenstadt muss und kein Bußgeld riskieren will, sollte deshalb zuerst wissen, was sich für den eigenen Wagen ändert.

Die Änderung selbst ist kurz. Im Anhang 3 der 35. BImSchV, der Liste der Fahrzeuge ohne Plakettenpflicht, kommt eine neue Nummer 11 dazu: „Kraftfahrzeuge mit einer Kennzeichnung für elektrisch betriebene Fahrzeuge nach § 11 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung.“ Die Bundesregierung begründet das in der Verordnungsvorlage vom 15. Juli 2026 damit, dass das E-Kennzeichen die Berechtigung zur Einfahrt schon heute sichtbar macht. Die Plakette sei eine Redundanz, die Umweltstandards blieben unverändert.

Ab wann gilt die Befreiung?

Die Verordnung tritt laut Artikel 2 „am ersten Tag des auf die Verkündung folgenden Quartals in Kraft“. Wird sie bis zum 30. September 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet, gilt die Befreiung ab dem 1. Oktober 2026, sonst ab dem 1. Januar 2027. Bis zum 29. September 2026 haben wir keine Verkündung gefunden. Bis zum Stichtag gilt die alte Rechtslage: Auch ein E-Auto braucht in der Umweltzone die grüne Plakette.

Eine Ausnahme gibt es schon heute. Die Berliner Senatsverwaltung schreibt auf ihrer Seite zur Umweltzone, dass Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride mit E-Kennzeichen in Berlin aufgrund einer Allgemeinverfügung von der Plakettenpflicht befreit sind. In München dagegen heißt es auf der Seite der Kfz-Zulassungsstelle noch ausdrücklich: „Auch Elektrofahrzeuge benötigen eine grüne Plakette.“

Welche E-Autos haben ein E-Kennzeichen?

Das E-Kennzeichen gibt es nur auf Antrag, und die Befreiung hängt am Kennzeichen, nicht am Antrieb. Berechtigt sind laut Elektromobilitätsgesetz reine Batterieelektrofahrzeuge, Brennstoffzellenfahrzeuge und von außen aufladbare Hybride. Plug-in-Hybride bekommen es aber nur, wenn sie nach § 3 Absatz 2 EmoG höchstens 50 Gramm CO2 je Kilometer ausstoßen oder mindestens 40 Kilometer elektrisch fahren. Ein Plug-in-Hybrid ohne E-Kennzeichen braucht deshalb auch nach der Neuregelung eine grüne Plakette, ein Vollhybrid ohne Stecker sowieso.

Wie viele Fahrzeuge das betrifft, zeigt der Bestand: Am 1. Januar 2026 waren laut Kraftfahrt-Bundesamt 2.034.260 reine Elektro-Pkw, 1.122.958 Plug-in-Hybride und 1.575 Brennstoffzellen-Pkw zugelassen. Wie viele davon tatsächlich ein E-Kennzeichen tragen, weist die Statistik nicht aus. Die Bundesregierung rechnet in ihrer Vorlage mit 571.686 Neuzulassungen des Jahres 2024, die zum E-Kennzeichen berechtigt waren.

Ein Detail für die Planung: Das Elektromobilitätsgesetz ist in seiner geltenden Fassung bis zum 31. Dezember 2026 befristet (§ 8 EmoG). Die Bundesregierung will es mit dem Gesetzentwurf auf Drucksache 21/7872 bis Ende 2035 verlängern. Geplant ist dort auch eine strengere Grenze für neue Plug-in-Hybride: 80 Kilometer elektrische Reichweite innerorts statt 40 Kilometer. Beschlossen ist das noch nicht.

Was gilt für E-Autos aus dem Ausland?

Im Ausland zugelassene Elektroautos können sich nach § 11 Absatz 4 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung mit einer blauen Plakette kennzeichnen lassen, und genau diese Kennzeichnung nennt die neue Nummer 11 ebenfalls. Die Bundesregierung schreibt in der Begründung, dass Fahrzeuge mit einem E-Kennzeichen „oder einer entsprechenden anderen Kennzeichnung nach § 11 FZV“ von der Plakettenpflicht ausgenommen werden. Wer mit einem Elektroauto aus dem Ausland ohne diese Kennzeichnung einreist, braucht weiter die grüne Plakette.

Rund ums E-Auto haben wir weitere Kostenfragen aufgeschrieben: was E-Auto laden 2026 kostet, wie ihr die THG-Prämie fürs Elektroauto beantragt und ob sich E-Auto leasen oder kaufen mehr lohnt.

Welche Umweltplakette für mein Auto?

Die meisten Autos bekommen heute die grüne Plakette: Die 35. BImSchV teilt Fahrzeuge in vier Schadstoffgruppen ein, und nach § 3 Absatz 1 ist die Plakette für Gruppe 2 rot, für Gruppe 3 gelb und für Gruppe 4 grün. Gruppe 1 bekommt gar keine Plakette. Weil alle 35 Umweltzonen nur noch die grüne Plakette zulassen, entscheidet in der Praxis eine einzige Frage: Erreicht euer Auto die Schadstoffgruppe 4?

Plakette Diesel Benziner
grün (Gruppe 4) Euro 4, Euro 3 mit Filter Euro 1 mit G-Kat
gelb (Gruppe 3) Euro 3, Euro 2 mit Filter –
rot (Gruppe 2) Euro 2, Euro 1 mit Filter –
keine (Gruppe 1) Euro 1 und älter ohne G-Kat

Stand 29.09.2026, vereinfachte Zuordnung für Pkw nach der Übersicht der Berliner Kfz-Zulassungsbehörde. „Mit Filter“ heißt: nachgerüsteter Partikelfilter mit Nachweis. Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotor gehören ebenfalls zur Gruppe 4. Verbindlich ist die Emissionsschlüsselnummer in euren Fahrzeugpapieren.

Wie finde ich heraus, welche Schadstoffgruppe mein Auto hat?

Maßgeblich ist die emissionsbezogene Schlüsselnummer, die nach § 5 der 35. BImSchV in der Zulassungsbescheinigung Teil I steht. DEKRA erklärt, wo genau: in der Zulassungsbescheinigung die letzten beiden Stellen von Feld 14.1, in alten Fahrzeugscheinen bis zum 30.09.2005 die letzten beiden Stellen der Schlüsselnummer „zu 1″. Mit diesen zwei Ziffern ordnet die Ausgabestelle euer Auto zu. Benziner ab Euro 1 mit geregeltem Katalysator und alle Diesel ab Euro 4 liegen praktisch immer in Gruppe 4.

Welche Fahrzeuge sind von der Umweltplakette befreit?

Anhang 3 der 35. BImSchV nennt heute zehn Gruppen, die ohne Plakette in die Umweltzone dürfen, die E-Autos werden die elfte. Für Privatleute zählen vor allem vier davon:

  • Zwei- und dreirädrige Kraftfahrzeuge: Motorräder, Roller und Trikes brauchen keine Plakette (Nr. 4).
  • Oldtimer mit H-Kennzeichen: Fahrzeuge mit Oldtimer-Kennzeichen nach § 9 Absatz 1 oder § 17 FZV sind befreit (Nr. 10).
  • Fahrzeuge schwerbehinderter Menschen: wenn der Ausweis das Merkzeichen „aG“, „H“ oder „Bl“ trägt (Nr. 6).
  • Krankenwagen und Arztwagen: mit der Kennzeichnung „Arzt Notfalleinsatz“ (Nr. 5).

Dazu kommen Arbeitsmaschinen, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen und Fahrzeuge mit Sonderrechten. Eine blaue Umweltplakette für besonders saubere Diesel gibt es dagegen nicht: § 3 der 35. BImSchV kennt bis heute nur Rot, Gelb und Grün. Wer von einer „blauen Plakette“ liest, meint heute meist die Kennzeichnung ausländischer E-Autos nach der FZV.

Wo kann man die Umweltplakette kaufen?

Leere grüne Umweltplakette auf dem Trägerbogen neben Fahrzeugpapieren, Stift und Autoschlüssel

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die Umweltplakette bekommt ihr bei drei Arten von Stellen, und der Preis hängt davon ab, welche ihr wählt: Nach § 4 der 35. BImSchV geben die Zulassungsbehörden, die nach Landesrecht sonst zuständigen Stellen und alle für die Abgasuntersuchung anerkannten Stellen Plaketten aus. Die Bundesregierung rechnet in ihrer Vorlage mit einem Mindestpreis von 5 Euro bei der Zulassungsbehörde und mit „Gebühren bis ca. 20 Euro“ bei TÜV, DEKRA, GTÜ, FSP, KÜS und AU-berechtigten Werkstätten.

Einen festen Preis schreibt kein Bundesrecht vor. Die Berliner Senatsverwaltung formuliert es so: „Privatwirtschaftliche Ausgabestellen können daher frei kalkulieren.“ (Stand: September 2026). Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die Verordnungsvorlage der Bundesregierung ausgewertet und am 29. September 2026 die Preise der folgenden Ausgabestellen abgerufen.

Ausgabestelle Preis Weg
Zulassungsbehörde Berlin 5 € vor Ort
Zulassungsbehörde Berlin 6 € online mit Versand
Zulassungsstelle München 6 € nur bei Zulassung
TÜV SÜD 17,50 € online mit Versand

Stand 29.09.2026. Berlin: laut Senatsverwaltung 5 Euro vor Ort und 6 Euro online, das Dienstleistungsportal nennt „5,95 Euro (mindestens)“; online dauert es laut Senatsverwaltung 7 bis 14 Tage. München gibt die Plakette nur im Zuge einer Zulassung oder Umschreibung aus, sonst verweist die Stadt an die Prüforganisationen. TÜV SÜD: Preis im eigenen Webshop, gleicher Preis bei Abholung im Service-Center.

Mitbringen müsst ihr die Zulassungsbescheinigung Teil I, denn die Ausgabestelle trägt das Kennzeichen mit lichtechtem Stift in die Plakette ein (§ 3 Absatz 2). Am schnellsten geht es bei einer Prüforganisation oder AU-Werkstatt, oft direkt im Zuge der Hauptuntersuchung. Was die dort kostet, steht in unserem Überblick zu den TÜV-Kosten 2026.

Kann man die Umweltplakette online bestellen?

Ja, aber der Preisunterschied ist groß: Berlin verschickt die Plakette für 6 Euro, TÜV SÜD für 17,50 Euro. Private Plakettenshops ohne eigene Prüfstelle verlangen oft noch mehr und reichen die Bestellung nur an eine anerkannte Stelle weiter. Dasselbe Muster kennt das französische Umweltministerium bei der Crit’Air-Vignette, dazu weiter unten mehr. Prüft vor der Bestellung, ob der Anbieter selbst eine Ausgabestelle nach § 4 ist, und vergleicht mit dem Preis eurer Zulassungsbehörde.

An der Tankstelle bekommt ihr die Plakette übrigens nur, wenn dort eine AU-berechtigte Werkstatt angeschlossen ist. Tankstellen selbst stehen nicht in § 4 der 35. BImSchV.

Welche Umweltzonen gibt es 2026 noch?

Blick durch die Windschutzscheibe auf eine Innenstadtstraße mit Straßenbahnschienen in einer Umweltzone

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

In Deutschland gibt es noch 35 aktive Umweltzonen, 23 sind bereits wieder aufgehoben: So steht es in der Umweltzonen-Karte des Umweltbundesamts, zuletzt inhaltlich geändert am 26. August 2026. In allen 35 Zonen gilt nur noch die grüne Plakette. Mehr als die Hälfte liegt in Nordrhein-Westfalen.

  • Nordrhein-Westfalen (17): Aachen, Bonn, Dinslaken, Düsseldorf, Eschweiler, Hagen, Krefeld, Köln, Langenfeld, Mönchengladbach, Münster, Neuss, Overath, Remscheid, Ruhrgebiet, Siegen, Wuppertal
  • Hessen (6): Darmstadt, Frankfurt am Main, Limburg an der Lahn, Marburg, Offenbach, Wiesbaden
  • Baden-Württemberg (3): Ludwigsburg und Umgebung, Pforzheim, Stuttgart
  • Bayern (3): Augsburg, München, Regensburg
  • Sachsen-Anhalt (2): Halle (Saale), Magdeburg
  • je 1: Berlin, Bremen, Leipzig (Sachsen), Osnabrück (Niedersachsen)

Die Zone „Ruhrgebiet“ zählt das Umweltbundesamt als eine einzige, obwohl sie mehrere Städte umfasst. Aufgehoben wurden in den vergangenen Jahren unter anderem Mannheim und Mühlacker (1. August 2024), Reutlingen, Tübingen, Ulm und Neu-Ulm (4. Juni 2024) sowie Freiburg (22. April 2025). Die Stadt Mainz hat ihre Umweltzone zum 1. Oktober 2025 aufgehoben, sie steht nicht mehr unter den aktiven Zonen.

Die Plakette gilt bundesweit: Eine grüne Plakette aus Hamburg berechtigt auch zur Fahrt durch die Stuttgarter Umweltzone, auch wenn Hamburg selbst keine Umweltzone hat. Umgekehrt nützt sie außerhalb Deutschlands nichts. Frankreich, Österreich und andere Länder haben eigene Systeme.

Umweltzone ohne Plakette befahren: Welche Strafe droht?

Wer ohne passende Plakette in eine Umweltzone fährt, zahlt 100 Euro: So steht es unter der laufenden Nummer 153 des Bußgeldkatalogs, für die Teilnahme am Verkehr „trotz Verkehrsverbotes zur Verminderung schädlicher Luftverunreinigungen (Zeichen 270.1, 270.2)“. Das gilt für jedes Fahrzeug, das weder eine Plakette noch eine Ausnahme nach Anhang 3 hat.

Achtet auf veraltete Angaben: Die Kfz-Zulassungsstelle München nennt auf ihrer Seite noch 80 Euro Bußgeld. Maßgeblich ist der Bußgeldkatalog, und der sieht 100 Euro vor. Auch die Berliner Senatsverwaltung nennt 100 Euro.

Eine Plakette, die zwar klebt, aber ein falsches Kennzeichen trägt, schützt nicht: Die Plakette gilt nur für das Fahrzeug mit dem eingetragenen Kennzeichen. Für ältere Diesel ohne grüne Plakette vergeben einige Städte Ausnahmegenehmigungen, etwa München für Diesel mit Euro 4 und schlechter unter bestimmten Voraussetzungen. Die Bedingungen legt jede Stadt selbst fest.

Bekommt ihr ein Knöllchen aus der Umweltzone, gelten für den Bescheid die normalen Fristen. Wie lange sich die Behörde Zeit lassen darf, steht in unserem Ratgeber zur Verjährung beim Bußgeldbescheid. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, findet die Frage „Parken in der Umweltzone“ bei den Regeln zum Wohnmobil parken.

Wie löse ich die alte Umweltplakette ab?

Halb abgelöste grüne Umweltplakette an der Windschutzscheibe, daneben ein Glasschaber und ein Mikrofasertuch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die Umweltplakette lässt sich nicht unbeschadet ablösen, das ist gewollt: Nach § 3 Absatz 2 der 35. BImSchV muss sie „so beschaffen und angebracht sein, dass sie sich beim Ablösen von der Windschutzscheibe selbst zerstört“. Wer sie entfernt, braucht sie also nicht aufzuheben. Eine neue kostet je nach Ausgabestelle zwischen 5 und rund 20 Euro.

So bekommt ihr die alte Plakette sauber herunter:

  1. Die Scheibe von außen mit warmem Wasser oder im warmen Innenraum anwärmen, damit der Kleber weicher wird.
  2. Die Plakette mit einem Glasschaber mit Klinge, etwa einem Ceranfeld-Schaber, flach von der Kante her abheben.
  3. Kleberreste mit Glasreiniger oder etwas Spiritus abwischen, dann die Scheibe trocken reiben.
  4. Die neue Plakette innen an eine Stelle kleben, an der sie das Sichtfeld nicht stört, zum Beispiel rechts unten.

Wann braucht ihr eine neue Plakette?

Die Plakette hat kein Ablaufdatum, die 35. BImSchV sieht keine Befristung vor. Neu kaufen müsst ihr sie trotzdem in zwei Fällen, die auch die Bundesregierung in ihrer Vorlage nennt: bei einer Umschreibung mit neuem Kennzeichen und „bei jedem Ersatz der Windschutzscheibe“. Wer die Scheibe nach einem Steinschlag tauschen lässt, sollte die Werkstatt deshalb gleich nach der Plakette fragen.

E-Auto-Fahrer mit E-Kennzeichen können die grüne Plakette nach dem Inkrafttreten der Neuregelung einfach kleben lassen oder entfernen. Eine Pflicht zum Abkratzen gibt es nicht, sie ist nur ab dem Stichtag überflüssig.

Umweltplakette Frankreich: Was kostet die Crit’Air-Vignette?

Für Umweltzonen in Frankreich braucht ihr eine eigene Plakette, die deutsche gilt dort nicht: Die Crit’Air-Vignette kostet laut französischem Umweltministerium 3,11 Euro plus Versandkosten (Seite aktualisiert am 2. Februar 2026). Es gibt sechs Klassen von „E“ bis „5″, dazu eine Stufe für die ältesten Fahrzeuge ohne Vignette. Elektroautos bekommen die grüne Klasse „E“.

Bestellen könnt ihr die Vignette offiziell nur über certificat-air.gouv.fr oder schriftlich mit Antragsformular. Das Ministerium warnt ausdrücklich vor Websites ohne Verbindung zum Ministerium, die sich als Vermittler ausgeben und die Vignette deutlich teurer verkaufen. Weil sie nur per Post kommt, solltet ihr sie einige Wochen vor der Reise bestellen.

Wie ihr eine Fahrt nach Frankreich mit Maut, Vignette und Ausrüstung plant, zeigt unser Ratgeber zur Outlet-Fahrt nach Frankreich. Und wer nach dem Urlaub Post von einer ausländischen Behörde bekommt, findet die Einordnung bei Maut und Bußgeld aus dem Ausland.

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Vor- & Nachteile der Neuregelung im Überblick

Vorteile Nachteile
E-Auto-Halter sparen 5 bis 20 Euro je Plakette Stichtag hängt an der Verkündung, noch offen
Kein neuer Kauf nach Scheibentausch nötig Befreiung nur mit E-Kennzeichen, nicht per Antrieb
Laut Bundesregierung über 6 Mio. Euro Entlastung pro Jahr Bis zum Stichtag gilt die Pflicht weiter, außer in Berlin
Ausländische E-Autos mit blauer Plakette ebenfalls befreit Für Benziner und Diesel ändert sich nichts

Häufige Fragen zur Umweltplakette

Wie erkenne ich die Schadstoffschlüsselnummer in meinem Fahrzeugschein?

In der Zulassungsbescheinigung Teil I sind es die letzten beiden Stellen von Feld 14.1. Bei Fahrzeugscheinen, die bis zum 30. September 2005 ausgestellt wurden, stehen sie in der Schlüsselnummer „zu 1″. Mit dieser zweistelligen Zahl ordnet die Ausgabestelle euer Auto einer der vier Schadstoffgruppen zu.

Gibt es Sonderregelungen für Oldtimer oder Menschen mit Behinderung?

Ja. Oldtimer mit Oldtimer-Kennzeichen nach § 9 Absatz 1 oder § 17 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung sind nach Anhang 3 Nummer 10 der 35. BImSchV von der Plakettenpflicht befreit. Dasselbe gilt für Fahrzeuge, mit denen Menschen fahren oder gefahren werden, deren Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen „aG“, „H“ oder „Bl“ trägt (Nummer 6). Den Ausweis solltet ihr bei der Fahrt dabeihaben.

Gilt die Plakette auch für Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen?

Ja, auch ausländische Fahrzeuge brauchen in deutschen Umweltzonen eine grüne Plakette, darauf weist die Berliner Senatsverwaltung ausdrücklich hin. Die Plakette bekommen sie bei denselben Ausgabestellen; fehlt ein Abgasnachweis, richtet sich die Zuordnung nach § 6 der 35. BImSchV vor allem nach dem Datum der Erstzulassung. Ausländische Elektroautos mit blauer Plakette nach § 11 Absatz 4 FZV sind nach der Neuregelung befreit.

Ist die Umweltplakette zeitlich begrenzt gültig?

Nein. Die 35. BImSchV kennt kein Ablaufdatum, die Plakette gilt so lange, wie sie an der Scheibe klebt und das Kennzeichen stimmt. Neu kaufen müsst ihr sie nur bei neuem Kennzeichen oder neuer Windschutzscheibe.

Kann man die Umweltplakette an der Tankstelle kaufen?

Nur, wenn an der Tankstelle eine Werkstatt arbeitet, die Abgasuntersuchungen durchführen darf. Ausgabestellen sind nach § 4 der 35. BImSchV ausschließlich Zulassungsbehörden, die nach Landesrecht zuständigen Stellen und die für die Abgasuntersuchung anerkannten Stellen.

Brauchen Plug-in-Hybride weiter eine Umweltplakette?

Das hängt am Kennzeichen. Ein Plug-in-Hybrid mit E-Kennzeichen ist ab dem Stichtag befreit, einer ohne E-Kennzeichen braucht weiter die grüne Plakette. Das E-Kennzeichen bekommen Plug-in-Hybride derzeit nur mit höchstens 50 Gramm CO2 je Kilometer oder mindestens 40 Kilometern elektrischer Reichweite.

Was bedeutet die blaue Plakette?

Eine blaue Umweltplakette für Diesel gibt es in Deutschland nicht, die 35. BImSchV kennt nur Rot, Gelb und Grün. Die blaue Plakette, die es tatsächlich gibt, ist die Kennzeichnung für im Ausland zugelassene Elektroautos nach § 11 Absatz 4 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung.

Fazit: Plakette behalten, bis euer Kennzeichen sie ersetzt

Für Benziner und Diesel bleibt alles beim Alten: grüne Plakette für 5 bis rund 20 Euro, gültig ohne Ablaufdatum, 100 Euro Bußgeld ohne sie. Für Elektroautos mit E-Kennzeichen wird die Plakette zum 1. Oktober 2026 oder zum 1. Januar 2027 überflüssig, je nachdem, wann die Verordnung verkündet wird. Drei Faustregeln:

  • Plakette bei der Zulassungsbehörde oder Prüfstelle holen, nicht bei teuren Zwischenhändlern.
  • Nach Scheibentausch oder neuem Kennzeichen sofort neu besorgen.
  • Als E-Auto-Fahrer die Plakette bis zum Stichtag kleben lassen, in Berlin ist sie schon heute verzichtbar.

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Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

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