Pflegehilfsmittel 2026: 42 Euro im Monat ab Pflegegrad 1
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bekommt jeder mit Pflegegrad 1 bis 5, der zu Hause gepflegt wird – die Pflegekasse zahlt dafür bis zu 42 Euro im Monat, ohne Rezept und ohne Zuzahlung. Aufs Jahr gerechnet sind das 504 Euro für Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen und Mundschutz, die viele Familien bisher selbst bezahlen. Hier lest ihr, wer Anspruch hat, welche Produkte drin sind und wie ihr die Pflegebox in zehn Minuten beantragt – Stand: Oktober 2026.
Das Wichtigste in KĂĽrze
- Anspruch ab Pflegegrad 1 bei Pflege zu Hause, im betreuten Wohnen oder in einer Pflege-WG
- Bis zu 42 Euro pro Monat nach § 40 Abs. 2 SGB XI – Verbrauchshilfsmittel sind zuzahlungsfrei
- Kein Rezept nötig, ein einmaliger Antrag bei der Pflegekasse reicht für viele Monate
- Seit Juli 2024 Pflicht: Beratung vor dem Antrag, keine starren Fertigpakete mehr
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Was sind Pflegehilfsmittel zum Verbrauch?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind Einwegprodukte, die die häusliche Pflege hygienischer und leichter machen und nach einmaliger Benutzung im Müll landen. Rechtsgrundlage ist § 40 SGB XI: Absatz 2 begrenzt die Ausgaben der Pflegekasse für diese Produkte auf 42 Euro pro Monat.
Davon zu unterscheiden sind technische Pflegehilfsmittel wie Pflegebett, Rollator-Ersatzteile oder ein Hausnotruf. Sie werden meist leihweise gestellt, und Erwachsene zahlen dafür 10 Prozent zu, höchstens 25 Euro je Hilfsmittel. Die Verbrauchsprodukte sind von dieser Zuzahlung ausdrücklich ausgenommen.
FĂĽr diesen Ratgeber hat unsere Redaktion den Gesetzestext, die aktuellen Hinweise der Verbraucherzentrale zu den Regeln seit Juli 2024 und den Bestellweg beim Versorger Pflegehase ausgewertet. Das Ergebnis vorweg: Wer einen Pflegegrad hat und die 42 Euro nicht abruft, verschenkt jedes Jahr 504 Euro.
Wer hat Anspruch auf Pflegehilfsmittel?
Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch hat jede Person mit anerkanntem Pflegegrad 1 bis 5, die nicht vollstationär im Pflegeheim lebt. Schon Pflegegrad 1 reicht – das ist einer der wenigen Posten, die es im niedrigsten Grad in voller Höhe gibt.
- Pflege zu Hause: egal, ob Angehörige, ein Pflegedienst oder eine 24-Stunden-Kraft pflegen
- Betreutes Wohnen und Pflege-WG: ebenfalls anspruchsberechtigt
- Kein Anspruch im Pflegeheim und während eines Krankenhausaufenthalts – dort stellt die Einrichtung die Materialien
- Private Pflegeversicherung und Beihilfe: Die Leistung gibt es dort genauso, abgerechnet wird dann per Erstattung
Habt ihr noch keinen Pflegegrad, ist das der erste Schritt. Wie die Begutachtung abläuft und wie viele Punkte ihr für welchen Grad braucht, steht in unserem Ratgeber zum Pflegegrad 2026. Wichtig: Die 42 Euro stehen zusätzlich zu Pflegegeld oder Pflegesachleistungen zur Verfügung und werden nicht damit verrechnet.
Welche Leistungen gibt es ab Pflegegrad 1 auĂźerdem?
Die Pflegebox ist nur einer von mehreren Posten, die schon im niedrigsten Pflegegrad greifen. Wer ihn hat, sollte die ĂĽbrigen gleich mit prĂĽfen:
- Entlastungsbetrag: 131 Euro im Monat für Alltagshilfen wie Haushaltshilfe oder Betreuung, abgerechnet über anerkannte Dienste – laut Reformentwurf ab 2027 nicht mehr in Pflegegrad 1
- Wohnumfeldverbesserung: bis zu 4.180 Euro je MaĂźnahme, etwa fĂĽr eine bodengleiche Dusche oder Haltegriffe
- Hausnotruf: Basistarif mit Zuschuss der Pflegekasse, wenn die Person viel allein ist
- Technische Pflegehilfsmittel: etwa ein Pflegebett, mit maximal 25 Euro Zuzahlung
Den Antrag für die pflegebedürftige Person dürfen Angehörige stellen, wenn sie bevollmächtigt sind oder als Pflegeperson eingetragen sind. Eine formlose Vollmacht reicht dafür in der Regel aus.
Was ändert die Pflegereform 2027?
Für 2026 gilt alles wie hier beschrieben, ab 2027 könnte sich die Pauschale ändern. Nach dem Kabinettsentwurf vom 30. September 2026 sollen die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch ab Pflegegrad 2 im neuen Entlastungsbudget aufgehen, das das Pflegegeld ablöst. Pflegegrad 1 behält den Anspruch auf Pflegehilfsmittel. Beschlossen ist das noch nicht, Bundestag und Bundesrat müssen zustimmen. Den aktuellen Stand verfolgen wir im Ratgeber zur Pflegereform 2027.
Welche Pflegehilfsmittel zahlt die Pflegekasse?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Die Pflegekasse zahlt sieben Produktgruppen, die im Pflegehilfsmittelverzeichnis als Verbrauchsprodukte gelistet sind. Ihr stellt daraus selbst zusammen, was ihr tatsächlich braucht, solange die Summe 42 Euro im Monat nicht übersteigt.
- Einmalhandschuhe – in der Praxis der Posten mit dem höchsten Verbrauch
- Händedesinfektion als Flasche oder Tücher
- Flächendesinfektion als Flasche oder Tücher
- Saugende Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch
- Mundschutz, medizinisch oder FFP2
- SchutzschĂĽrzen zum Einmalgebrauch
- Fingerlinge und Einmal-Lätzchen
Nicht dazu gehören Inkontinenzprodukte wie Windeln oder Vorlagen. Die verordnet der Arzt, und sie laufen über die Krankenkasse – also über ein anderes Budget. Ihr könnt beides parallel nutzen.
Waschbare Bettschutzeinlagen kommen obendrauf
Waschbare Bettschutzeinlagen gelten als technisches Pflegehilfsmittel und belasten das 42-Euro-Budget nicht. Pflegehase beantragt bis zu vier Stück pro Jahr gesondert mit. Ob dafür eine Zuzahlung fällig wird, entscheidet die Kasse im Einzelfall; der Versorger zeigt einen eventuellen Eigenanteil vor dem Absenden an.
Pflegebox oder selbst kaufen: Welcher Weg lohnt sich?
FĂĽr die meisten Haushalte ist die Pflegebox eines Vertragsversorgers der bequemere Weg, weil der Anbieter direkt mit der Pflegekasse abrechnet und ihr nichts vorstrecken mĂĽsst. Der Selbstkauf in der Drogerie lohnt sich nur, wenn ihr ohnehin dort einkauft und Belege sammeln wollt.
| Merkmal | Pflegebox | Selbstkauf |
|---|---|---|
| Geld vorstrecken | nein | ja |
| Abrechnung | Versorger | Belege einreichen |
| Lieferung | nach Hause | selbst abholen |
| Produktwahl | Verzeichnis-Produkte | freie Marken |
Stand Oktober 2026. Beim Selbstkauf erstattet die Pflegekasse bis 42 Euro je Monat gegen Quittung; den formlosen Antrag dafĂĽr stellt ihr vorher.
Bei der Pflegebox ist der Versorger Vertragspartner eurer Kasse. Er stellt den Antrag in eurem Namen, wartet die Bewilligung ab und liefert danach monatlich oder alle zwei Monate. FĂĽr euch bleibt es bei einer Unterschrift.
Unser Tipp: Pflegehilfsmittel kostenlos bei Pflegehase
- Pflegebox selbst zusammenstellen – Pflegegrad 1 bis 5
- Produkte und Mengen frei wählen, Pflegehase beantragt bei der Pflegekasse und rechnet direkt ab. Lieferung monatlich oder alle zwei Monate, auch an Angehörige oder an eine Packstation.
So beantragt ihr Pflegehilfsmittel Schritt fĂĽr Schritt

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Der Antrag auf Pflegehilfsmittel dauert online etwa zehn Minuten und muss nur einmal gestellt werden – die Pflegekasse bewilligt in der Regel für einen längeren Zeitraum. Bei Pflegehase sieht der Ablauf so aus:
- Produkte wählen: Handschuhgröße, Desinfektion und Bettschutzeinlagen in passenden Mengen zusammenstellen.
- Versicherung angeben: Kasse, Versichertennummer und Pflegegrad eintragen. Gesetzlich, privat, Beihilfe und Sozialamt sind möglich.
- Beratung: Die seit Juli 2024 vorgeschriebene Fachberatung läuft über das Formular, auf Wunsch zusätzlich per Telefon.
- Lieferadresse: an die pflegebedürftige Person, an Angehörige oder an eine Packstation.
- Unterschreiben und absenden: E-Mail per Code bestätigen, digital unterschreiben. Unterschreiben darf die versicherte Person oder ihre bevollmächtigte Pflegeperson.
- Bewilligung abwarten: Nach der Zusage der Kasse wird der Lieferbeginn abgestimmt.
Lehnt die Kasse ab, entstehen keine Kosten – es sei denn, ihr stimmt ausdrücklich einer Selbstzahler-Lieferung zu. Wer bereits eine Pflegebox bezieht, kann den Versorger wechseln. Pflegehase übernimmt die Kündigung beim alten Anbieter auf Wunsch per Vollmacht.
Worauf solltet ihr bei Pflegebox-Anbietern achten?
Seriöse Versorger erkennt ihr daran, dass sie Vertragspartner eurer Pflegekasse sind, euch frei wählen lassen und nie unaufgefordert anrufen oder klingeln. Genau das hat der Gesetzgeber zum 1. Juli 2024 festgeschrieben, nachdem es zu viele Beschwerden über Drückermethoden gab.
- Erstkontakt geht von euch aus: Kommt ein Anruf oder Hausbesuch ungefragt, nichts unterschreiben. Die Verbraucherzentrale rät, in dem Fall schriftlich zu widersprechen und die Pflegekasse zu informieren.
- Keine Fix-Pakete: Starre Boxen mit festem Inhalt sind nicht mehr zulässig. Ihr müsst Mengen anpassen können.
- Beratung wird dokumentiert: Der Versorger reicht den Beratungsnachweis mit dem Antrag ein.
- Lieferungen prüfen: Kommt etwas, das ihr nicht braucht, lasst die Zusammenstellung ändern statt Vorräte zu horten.
- Daten sparsam: Pflegegrad und Versichertennummer nur dem Anbieter geben, den ihr selbst ausgewählt habt.
Ein Wort zum Budget: Die 42 Euro sind eine Obergrenze, kein Guthaben. Was ihr in einem Monat nicht abruft, verfällt und lässt sich nicht ansparen.
Vor- & Nachteile im Ăśberblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Bis zu 504 Euro im Jahr | Nicht im Pflegeheim nutzbar |
| Schon ab Pflegegrad 1 | Nicht genutztes Budget verfällt |
| Kein Rezept, keine Zuzahlung | Nur Produkte aus dem Verzeichnis |
| Lieferung frei Haus | Inkontinenzartikel laufen separat |
Häufige Fragen zu Pflegehilfsmitteln
Wie viel zahlt die Pflegekasse fĂĽr Pflegehilfsmittel 2026?
Bis zu 42 Euro pro Monat. Der Betrag steht in § 40 Abs. 2 SGB XI und gilt für alle Pflegegrade gleich.
Bekomme ich Pflegehilfsmittel schon mit Pflegegrad 1?
Ja. Pflegegrad 1 reicht, sofern die Pflege zu Hause, im betreuten Wohnen oder in einer Wohngemeinschaft stattfindet.
Brauche ich ein Rezept fĂĽr die Pflegebox?
Nein. Ein Antrag bei der Pflegekasse genĂĽgt, den stellt bei einer Pflegebox in der Regel der Versorger fĂĽr euch.
Muss ich fĂĽr Pflegehilfsmittel zum Verbrauch etwas zuzahlen?
Nein. Die gesetzliche Zuzahlung von 10 Prozent gilt nur fĂĽr technische Pflegehilfsmittel, Verbrauchsprodukte sind ausgenommen.
Kann ich den Pflegebox-Anbieter wechseln?
Ja, jederzeit nach den vereinbarten Bedingungen. Der neue Versorger kann die KĂĽndigung beim alten mit eurer Vollmacht ĂĽbernehmen.
Kann ich die Produkte auch in der Drogerie kaufen?
Ja. Nach vorherigem Antrag erstattet die Pflegekasse gegen Kassenbon bis zu 42 Euro monatlich. Ihr mĂĽsst das Geld dann aber vorstrecken.
Was passiert mit der Pflegebox bei einem Krankenhausaufenthalt?
Während des Aufenthalts besteht kein Anspruch, weil das Krankenhaus die Materialien stellt. Sagt dem Versorger Bescheid, damit er die Lieferung pausiert.
Gibt es Pflegehilfsmittel auch bei privater Pflegeversicherung?
Ja. Privat Versicherte haben denselben Anspruch, die Leistung läuft dort meist über Kostenerstattung.
Fazit: 42 Euro im Monat, die niemand liegen lassen sollte
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind eine der einfachsten Pflegeleistungen ĂĽberhaupt: ein Antrag, kein Rezept, keine Zuzahlung, und das schon ab Pflegegrad 1. Wer zu Hause pflegt, holt sich damit Handschuhe, Desinfektion und Bettschutz im Wert von bis zu 504 Euro im Jahr.
- Pflegegrad vorhanden? Dann die Pflegebox direkt beantragen.
- Nur Produkte wählen, die ihr wirklich verbraucht.
- Ungefragte Anrufe von Anbietern grundsätzlich ablehnen.
Wer allein lebt, sollte außerdem prüfen, ob die Pflegekasse auch einen kostenlosen Hausnotruf übernimmt. Einen Überblick über weitere Pflichttermine mit Pflegegrad gibt unser Artikel zu Pflegegeld und Beratungseinsatz, und auf der MonsterDealz-Startseite findet ihr täglich neue Spartipps für den Alltag.