Kaminofen 2026: Welche Öfen noch laufen dürfen und was Nachrüsten kostet
Ein Kaminofen ist im Verordnungsrecht eine Einzelraumfeuerungsanlage — eine Feuerstätte, die vorrangig den Raum beheizt, in dem sie steht — und ob er 2026 noch brennen darf, entscheidet nicht das Kaufdatum, sondern das Datum auf dem Typschild. Die letzte Übergangsstufe der 1. BImSchV lief am 31. Dezember 2024 ab; seitdem ist keine weitere Frist beschlossen, und eine Filterpflicht für Holzfeuerstätten gibt es nicht. Das Schornsteinfegerhandwerk zählte 2025 rund 11,7 Millionen Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe in Deutschland, bei etwa 1,4 Millionen davon war ein Zeitpunkt für Nachrüstung oder Außerbetriebnahme festgesetzt. Stand: September 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Maßgeblich ist das Datum auf dem Typschild, nicht das Baujahr des Hauses und nicht das Kaufjahr: Öfen mit Typschild vom 1. Januar 1995 bis 21. März 2010 mussten bis zum 31. Dezember 2024 nachgerüstet, ausgetauscht oder stillgelegt werden.
- Wer den Nachweis führt, dass sein Altofen höchstens 0,15 Gramm Staub und 4 Gramm Kohlenmonoxid je Kubikmeter Abgas ausstößt, darf ihn unbefristet weiterbetreiben — für neue Kaminöfen gelten mit 0,04 und 1,25 Gramm deutlich schärfere Werte.
- Eine wiederkehrende Emissionsmessung gibt es bei Einzelraumfeuerungsanlagen nicht. Geprüft werden Brennstoff und technischer Zustand bei der Feuerstättenschau, die frühestens nach drei und spätestens nach fünf Jahren wiederholt wird.
- Das Brennholz darf einen Feuchtegehalt von unter 25 Prozent haben. Handelsübliche Messgeräte zeigen meist den Wassergehalt an — dort entspricht das 20 Prozent.
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Darf ich meinen alten Kaminofen 2026 noch betreiben?
Das hängt an zwei Zahlen: dem Datum auf dem Typschild und den Emissionswerten des Geräts. § 26 der 1. BImSchV erlaubt den Weiterbetrieb von Einzelraumfeuerungsanlagen, die vor dem 22. März 2010 errichtet wurden, nur dann, wenn sie höchstens 0,15 Gramm Staub und 4 Gramm Kohlenmonoxid je Kubikmeter Abgas ausstoßen. Wer diesen Nachweis bis Ende 2013 nicht vorgelegt hat, fiel in eine gestaffelte Sanierungsfrist — und deren letzte Stufe endete am 31. Dezember 2024.
Das Umweltbundesamt formuliert es so: „Öfen, die zwischen dem 01. Januar 1995 und dem 21. März 2010 typgeprüft wurden, mussten bis zum 31. Dezember 2024 stillgelegt, nachgerüstet oder durch einen neuen emissionsarmen Ofen ersetzt werden“. Entscheidend ist also das Prüf- beziehungsweise Typschilddatum des Geräts. Wer 2008 ein Modell gekauft hat, dessen Typprüfung von 1993 stammt, war schon 2020 dran; wer 2012 einen Ofen mit Typschild von 2011 einbauen ließ, ist gar nicht betroffen.
| Datum auf dem Typschild | Frist abgelaufen am | Status im September 2026 |
|---|---|---|
| bis 31.12.1974 oder nicht feststellbar | 31.12.2014 | abgelaufen |
| 1.1.1975 bis 31.12.1984 | 31.12.2017 | abgelaufen |
| 1.1.1985 bis 31.12.1994 | 31.12.2020 | abgelaufen |
| 1.1.1995 bis 21.3.2010 | 31.12.2024 | abgelaufen, vorerst letzte Stufe |
Fristen nach § 26 Absatz 2 der 1. BImSchV für Einzelraumfeuerungsanlagen ohne Nachweis der Grenzwerte. Die Verordnung ist zuletzt am 13. Oktober 2021 geändert worden; eine weitere Stufe nach 2024 enthält sie nicht (abgerufen am 20. September 2026).
Fünf Gruppen sind von der Sanierungspflicht ausgenommen, und zwar dauerhaft: nichtgewerblich genutzte Herde und Backöfen unter 15 Kilowatt, offene Kamine, Grundöfen, Anlagen in Wohnungen, deren Wärme ausschließlich daraus kommt, sowie Öfen, die nachweislich vor dem 1. Januar 1950 hergestellt oder errichtet wurden. Für eingemauerte Kamin- und Kachelofeneinsätze gilt eine eigene Regel: Sie dürfen nicht einfach weiterlaufen, sondern sind nach § 26 Absatz 4 mit einer nachgeschalteten Staubminderung auszustatten.
Noch ein Fall wird häufig verwechselt: Öfen, die ab dem 22. März 2010 und vor dem 1. Januar 2015 errichtet wurden, behalten nach § 26 Absatz 6 dauerhaft die Grenzwerte der Stufe 1. Sie müssen also nicht auf Stufe-2-Niveau nachgerüstet werden. MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt; für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion den Verordnungstext, die Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks und die Messberichte des bayerischen Technologie- und Förderzentrums selbst gelesen.
Muss mein Kaminofen vom Schornsteinfeger gemessen werden?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Nein — und das ist der am weitesten verbreitete Irrtum zu diesem Thema. Die wiederkehrende Emissionsmessung nach § 15 Absatz 1 der 1. BImSchV gilt für Feuerungsanlagen ab vier Kilowatt Nennwärmeleistung, nimmt Einzelraumfeuerungsanlagen aber ausdrücklich aus. Ein Kaminofen im Wohnzimmer wird also nicht alle zwei Jahre gemessen wie ein Holzkessel im Heizungskeller.
Was stattdessen greift, steht in § 15 Absatz 2: Bei der regelmäßigen Feuerstättenschau prüft die Bezirksschornsteinfegerin oder der Bezirksschornsteinfeger, ob der Brennstoff die Feuchtevorgabe einhält und ob sich die Anlage in ordnungsgemäßem technischem Zustand befindet. Diese Schau darf nach § 14 des Schornsteinfeger-Handwerksgesetzes frühestens drei Jahre und soll spätestens fünf Jahre nach der letzten stattfinden — zweimal während der Bestellung der jeweiligen Bezirksschornsteinfegerin oder des Bezirksschornsteinfegers.
Eine Messung kommt nur ins Spiel, wenn ihr sie selbst braucht: Der Nachweis nach § 26 Absatz 1 lässt sich entweder über eine Prüfstandsmessbescheinigung des Herstellers führen oder über eine Messung durch eine Schornsteinfegerin oder einen Schornsteinfeger. Der erste Weg ist der billigere, weil das Papier für viele Geräte längst existiert und nur gesucht werden muss.
Anders sieht es bei wasserführenden Kaminöfen und Pelletöfen mit Wassertasche aus, sobald sie nicht mehr vorrangig den Aufstellraum, sondern das Heizsystem versorgen — dann sind sie keine Einzelraumfeuerungsanlage mehr und fallen unter die Messpflicht des § 15 Absatz 1 mit einer Messung in jedem zweiten Kalenderjahr. Wer unsicher ist, klärt das an der Anlagenbeschreibung und am Feuerstättenbescheid, nicht am Prospekt.
Welche Grenzwerte gelten für alte und für neue Kaminöfen?
Für Bestandsöfen vor dem 22. März 2010 sind es 0,15 Gramm Staub und 4 Gramm Kohlenmonoxid je Kubikmeter Abgas. Für Geräte, die nach dem 31. Dezember 2014 errichtet wurden, verlangt Anlage 4 der 1. BImSchV bei einem Raumheizer mit Flachfeuerung — das ist der klassische Kaminofen — nur noch 0,04 Gramm Staub und 1,25 Gramm Kohlenmonoxid, dazu einen Mindestwirkungsgrad von 73 Prozent. Beim Staub ist das der 3,75-fach strengere Wert, beim Kohlenmonoxid der 3,2-fache.
Pelletöfen liegen noch einmal darunter: 0,03 Gramm Staub und 0,25 Gramm Kohlenmonoxid ohne Wassertasche, mit Wassertasche 0,02 und 0,25 Gramm — bei 85 beziehungsweise 90 Prozent Mindestwirkungsgrad. Alle diese Zahlen stammen aus der Typprüfung unter Laborbedingungen und beschreiben deshalb das Beste, was ein Gerät kann, nicht den Alltag im Wohnzimmer.
Warum der Verordnungsgeber nachgeschärft hat, zeigt die Emissionsbilanz. Nach dem nationalen Emissionsinventar für Luftschadstoffe, Submission 2026 mit Bezugsjahr 2024, entfallen auf Holzfeuerungen — Holzkessel und Einzelraumfeuerungsanlagen zusammen — 15,0 Tausend Tonnen PM10 und 14,2 Tausend Tonnen PM2,5. Gemessen an den 16,3 beziehungsweise 15,4 Tausend Tonnen aller Kleinfeuerungsanlagen sind das über 92 Prozent. Im Winter tragen Holzfeuerungen nach Messungen des Umweltbundesamts zwischen 10 und 20 Prozent zur Feinstaubbelastung in Deutschland bei.
Ein Kaminofen ist damit auch eine Quelle im eigenen Wohnumfeld — die Partikel gehen durch den Schornstein nach draußen und kommen beim Lüften teilweise zurück. Was ein Luftreiniger dagegen ausrichten kann und was nicht, haben wir in der Luftreiniger-Kaufberatung getrennt.
Nachrüsten, austauschen oder stilllegen: Was kostet welcher Weg?

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Der günstigste Weg ist fast immer der Nachweis, dass gar nichts zu tun ist: Die Feuerstätten-Datenbank des HKI Industrieverbands listet nach Verbandsangaben mehr als 7.000 Geräte mit ihren geprüften Emissionswerten. Steht euer Modell dort mit ausreichend niedrigen Werten, ist die Sache erledigt. Erst wenn das nicht klappt, wird es teuer.
Für die Nachrüstung nennt die Verbraucherzentrale zwei Preislagen: rund 1.000 Euro plus Einbaukosten für einen Staubabscheider, der bis zu 90 Prozent der Partikel zurückhält, und rund 400 Euro plus Einbau für einen Rußfilter, der regelmäßig gereinigt werden muss (Stand der Seite: 28. März 2025). Verwendet werden dürfen nur Einrichtungen, deren Eignung festgestellt ist oder für die eine Bauartzulassung vorliegt — das Umweltbundesamt verweist dafür auf die Übersicht des Deutschen Instituts für Bautechnik.
| Weg | Was zu tun ist | Kosten |
|---|---|---|
| Nachweis führen | Herstellerbescheinigung suchen oder Messung beauftragen | Bescheinigung meist kostenlos |
| Nachrüsten | Staubabscheider oder Rußfilter mit Bauartzulassung einbauen | rund 400 bis 1.000 Euro plus Einbau |
| Stilllegen | Ofen außer Betrieb nehmen, Feuerstättenbescheid ändern lassen | 16,66 Euro Gebühr für den Bescheid |
Preisangaben zur Nachrüstung: Verbraucherzentrale, Stand 28. März 2025. Die Gebühr für einen geänderten Feuerstättenbescheid ist eigene Rechnung nach Anlage 3 Nummer 1.1 der Kehr- und Überprüfungsordnung: 10,0 Arbeitswerte zu je 1,40 Euro netto zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer. Für den Gerätepreis eines neuen Kaminofens nennt keine der hier ausgewerteten unabhängigen Stellen eine belastbare Spanne; er hängt an Bauart und Einbausituation.
Was die Nachrüstung nicht ist: eine Pflicht. Der HKI Industrieverband stellt in seiner Presseinformation vom 22. Januar 2024 ausdrücklich klar, dass der Einbau von Feinstaubfiltern weder damals noch ab 2025 vorgeschrieben war. Wer die Grenzwerte auf anderem Weg einhält, braucht keinen Filter. Nach Angaben des Verbands, gestützt auf die Statistik des Schornsteinfegerhandwerks, war jedes vierte Altgerät von der Austauschwelle 2024 betroffen.
Wer den Ofen als Zuheizer betreibt, sollte die Rechnung ohnehin zu Ende führen: Was ein Raummeter Buchenscheite derzeit kostet und wie sich das auf den Kilowattstundenpreis umrechnet, steht im Ratgeber Brennholz kaufen; die Entwicklung der Gaspreise in derselben Heizperiode haben wir unter Gaspreis Winter 2026/27 nachgerechnet.
Warum die Kaminscheibe rußt und schwarz wird

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Hinter einer schnell verrußenden Sichtscheibe stecken fast immer drei Ursachen, und es sind dieselben, die auch die Emissionen hochtreiben: zu feuchtes Holz, eine falsch geführte Verbrennungsluft und ein falsch angelegtes Anfeuer. Das Technologie- und Förderzentrum in Straubing, eine Einrichtung des Freistaats Bayern, hat diese Bedienfehler am Prüfstand durchgemessen — die Größenordnungen sind erstaunlich.
Der schwerste Fehler war laut TFZ-Bericht 61 aus dem August 2019 das Offenlassen der Primärluft nach dem ersten Nachlegen: Der Kohlenmonoxid-Ausstoß stieg auf das 5,6-Fache, der Feinstaubausstoß auf das 6,5-Fache gegenüber dem ordnungsgemäßen Betrieb. Genau dieser Fehler erklärt auch die schwarze Scheibe. Beim Kaltstart sollen alle Zuluftöffnungen offen sein; nach dem ersten Nachlegen muss die Rostluft aber geschlossen werden, damit die Verbrennungsluft hinter der Ofentür an der Scheibe entlang zur Flamme strömt. Bleibt der Rost offen, fällt diese Scheibenspülung aus, und die Partikel schlagen sich auf dem kälteren Glas nieder.
Die zweite Ursache ist das Holz. Ein einziges Auflegen von zu feuchtem Brennstoff führte in den TFZ-Messungen bereits zum vierfachen Feinstaubausstoß. Wasser im Holz kühlt die Flamme, die Verbrennung bleibt unvollständig, und unverbrannte Bestandteile lagern sich als Ruß und Teer ab — auf der Scheibe genauso wie im Schornstein.
Die dritte Ursache ist das Anzünden. Nach der TFZ-Pressemitteilung vom 28. November 2019 setzt Zeitungspapier ohne Kleinholz rund fünfmal mehr Kohlenwasserstoffe frei und verdoppelt den Feinstaubausstoß gegenüber Anzündblöcken mit Anzündhölzern. Auch zu spätes Nachlegen schlägt durch: vierfacher Gesamtstaub und fünffache Kohlenwasserstoffe. Die Verbraucherzentrale rät deshalb von Altpapier und Karton als Anzündhilfe ab und empfiehlt wachsgetränkte Holzwolle oder Paraffin-Holzfaserstäbe, angezündet von oben statt von unten.
Wie viel dabei zusammenkommt, fasst das TFZ in einem Satz: „Wussten Sie, dass mit ein paar einfachen Handgriffen – wie dem ‚Anzünden von oben‘, richtiger Luftsteuerung und trockenem Holz – bis zu 80 % weniger Feinstaub und Kohlenmonoxid entstehen können?“ Eine Einschränkung gehört dazu: Das Zentrum spricht vom für die Feuerstätte geeigneten Anzünden und setzt „meist von oben“ dazu. Bei einzelnen Bauarten kann das Anzünden von unten günstiger ausfallen — die Bedienungsanleitung des Geräts schlägt hier die Faustregel.
Welche Holzfeuchte ist für den Kamin optimal?
Die Verordnung ist eindeutig: Nach § 3 Absatz 3 der 1. BImSchV dürfen naturbelassenes stückiges Holz und Holzbriketts nur eingesetzt werden, wenn ihr Feuchtegehalt unter 25 Prozent liegt — bezogen auf das Trocken- oder Darrgewicht. Genau an dieser Bezugsgröße scheitern viele Messungen im Hof.
Handelsübliche Holzfeuchtemessgeräte zeigen nämlich in der Regel den Wassergehalt an, also den Wasseranteil an der Gesamtmasse. Umgerechnet entsprechen 25 Prozent Feuchtegehalt genau 20 Prozent Wassergehalt. Wer auf dem Display 24 Prozent abliest und sich auf den Gesetzeswert beruft, liegt damit bereits darüber. Das Umweltbundesamt nennt als Zielkorridor nach optimaler Trocknung 15 bis 20 Prozent Wasseranteil und je nach Holzart ein bis zwei Jahre Trocknungszeit.
Wie ihr richtig messt — an der frisch gespaltenen Fläche, an mehreren Scheiten, bei Raumtemperatur — und was ein Raummeter kostet, steht ausführlich im Ratgeber Brennholz kaufen. Für den Ofen selbst zählt vor allem, dass die Feuchte kein freiwilliger Qualitätswert ist, sondern eine Betreiberpflicht, deren Einhaltung bei der Feuerstättenschau überprüft wird.
Diese Überprüfung hat sogar einen eigenen Gebührentatbestand. Anlage 3 Nummer 3.1 der Kehr- und Überprüfungsordnung setzt für die Überprüfung des Feuchtegehalts fester Brennstoffe im Rahmen der Feuerstättenschau 6,0 Arbeitswerte an, die Prüfung des Typschilddatums samt Information des Betreibers 3,0 Arbeitswerte. Ein Arbeitswert kostet nach § 6 Absatz 3 derselben Verordnung 1,40 Euro netto. Das sind nach eigener Rechnung 8,40 und 4,20 Euro netto, also rund 10,00 und 5,00 Euro mit Umsatzsteuer.
Zum Vergleich die Schau selbst: Ein Einfamilienhaus mit Heizkessel und Kaminofen kommt auf 11,7 Arbeitswerte Grundwert plus zweimal 6,0 Arbeitswerte Zuschlag je Feuerstätte, zusammen 23,7 Arbeitswerte — das sind 33,18 Euro netto oder 39,48 Euro brutto, verteilt auf drei bis fünf Jahre. Die Kehrung selbst steht nicht in diesem Gebührenverzeichnis: Sie gehört zu den frei vereinbaren Leistungen, deren Preis ihr verhandeln könnt.
Richtig anheizen — und was ein Verstoß kostet

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Wer sauber heizen will, braucht keine Technik, sondern eine Reihenfolge: trockenes Scheitholz in der vom Hersteller vorgesehenen Größe auflegen, mit Anzündblock und Anzündhölzern von oben entzünden, zunächst alle Luftschieber offen lassen, nach dem ersten Nachlegen die Rostluft schließen und wieder nachlegen, sobald die hellgelben Flammen erloschen sind. Das TFZ rät ausdrücklich davon ab, bei zu viel Wärme die Luft zu drosseln — dann lieber das Feuer ausgehen lassen.
Die Verbraucherzentrale ergänzt zwei praktische Größen: Scheite mit einem Durchmesser von maximal 6 bis 12 Zentimetern und ein Nachlegeintervall von meist rund 30 Minuten. Überladen bringt nichts — beim TFZ setzte eine um 70 Prozent erhöhte Brennstoffmenge die dreifache Menge an Kohlenwasserstoffen frei.
Und wenn die Vorschriften nicht eingehalten werden? Hier lohnt ein genauer Blick, denn die 1. BImSchV selbst nennt gar keinen Bußgeldrahmen. Ihr § 24 beschreibt nur die Tatbestände — etwa den Einsatz nicht zugelassener Brennstoffe nach Nummer 1 oder den Weiterbetrieb einer Anlage entgegen § 26 Absatz 1 nach Nummer 16 — und verweist für die Folgen auf § 62 Absatz 1 Nummer 7 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Dort steht in Absatz 4 der Rahmen: eine Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro.
In der Praxis kommt es selten so weit. Nach Ablauf der Frist kontrolliert die Schornsteinfegerin oder der Schornsteinfeger die Umsetzung im Rahmen der Feuerstättenschau und ist bei einem Verstoß verpflichtet, den Ofen stillzulegen beziehungsweise die zuständige Behörde zu informieren. Die vorläufige Stilllegung ist in § 14 Absatz 2 des Schornsteinfeger-Handwerksgesetzes ausdrücklich als Sicherungsmaßnahme vorgesehen.
Wie groß die Baustelle insgesamt ist, zeigen die Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks 2025: Rund 7.600 bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger betreuen über 32 Millionen Feuerungsanlagen und stellten allein 2025 mehr als 950.000 Einzelmängel fest, davon fast 370.000 an Anlagen für feste Brennstoffe. Wer seinen Kaminofen ordentlich bedient, spart sich einen Teil davon — und wer die Heizkosten insgesamt drücken will, findet die Hebel ohne Anschaffung im Ratgeber richtig heizen.
Alten Kaminofen nachrüsten statt austauschen: Vor- & Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Der Ofen bleibt, wo er ist — kein Eingriff in Schornstein und Aufstellraum | Ein Staubabscheider kostet rund 1.000 Euro plus Einbau |
| Ein Rußfilter liegt mit rund 400 Euro plus Einbau unter einem Gerätetausch | Der Wirkungsgrad des Altgeräts bleibt unverändert, der Holzverbrauch auch |
| Nur bauartzugelassene Einrichtungen sind zulässig, die Eignung ist damit belegt | Rußfilter müssen regelmäßig gereinigt werden, Abscheider brauchen Strom |
| Oft reicht schon die Herstellerbescheinigung, dann entfällt jede Nachrüstung | Neue Geräte halten 0,04 statt 0,15 Gramm Staub je Kubikmeter ein |
Häufige Fragen zum Kaminofen
Was passiert, wenn mein Kaminofen die Grenzwerte bei der Messung nicht einhält?
Dann darf er nach § 26 Absatz 1 der 1. BImSchV nicht weiterbetrieben werden. Ihr habt drei Möglichkeiten: eine bauartzugelassene Staubminderung nachrüsten, das Gerät austauschen oder es stilllegen. Stellt die Schornsteinfegerin oder der Schornsteinfeger bei der Feuerstättenschau einen Verstoß fest, ist sie oder er verpflichtet, den Ofen stillzulegen oder die zuständige Behörde zu informieren.
Wie finde ich heraus, ob mein Ofen ein gültiges Typprüfzeugnis hat?
Zuerst auf das Typschild sehen — es sitzt meist an der Rückseite oder unter der Aschelade und nennt Hersteller, Typbezeichnung und Datum. Mit diesen Angaben lässt sich das Gerät in der Feuerstätten-Datenbank des HKI nachschlagen, die nach Verbandsangaben mehr als 7.000 Modelle mit ihren geprüften Werten führt. Fehlt das Typschild, gilt das Datum nach der Verordnung als nicht feststellbar — und damit die früheste Frist.
Benötige ich für einen Austausch des Ofens eine neue Abnahme?
Ja. Eine neu errichtete Feuerstätte wird vor der Inbetriebnahme von der Bezirksschornsteinfegerin oder dem Bezirksschornsteinfeger überprüft, und der Feuerstättenbescheid wird angepasst. Für dessen Ausstellung oder Änderung setzt Anlage 3 Nummer 1.1 der Kehr- und Überprüfungsordnung bei bis zu drei Feuerungsanlagen 10,0 Arbeitswerte an, das sind 14,00 Euro netto.
Wann muss der Schornsteinfeger den Kamin reinigen?
Das richtet sich nach der Nutzung. Anlage 1 der Kehr- und Überprüfungsordnung sieht für eine regelmäßig in der üblichen Heizperiode benutzte Feststoff-Feuerstätte drei Kehrungen im Kalenderjahr vor, für eine ganzjährig regelmäßig benutzte vier und für eine nur gelegentlich benutzte eine. Feuerstätten für Holzpellets werden zweimal im Jahr gekehrt.
Ist mein Kaminofen für die aktuelle Brennstoffart zugelassen?
Nach § 4 Absatz 1 der 1. BImSchV dürft ihr nur Brennstoffe einsetzen, für die das Gerät nach Herstellerangaben geeignet ist. Ein reiner Scheitholzofen ist also nicht automatisch für Holzbriketts oder Kohle freigegeben. Die zulässigen Brennstoffarten stehen in der Bedienungsanleitung und auf dem Typschild; der Einsatz anderer Brennstoffe ist nach § 24 Nummer 1 eine Ordnungswidrigkeit.
Gilt die Austauschfrist auch für einen offenen Kamin oder einen Grundofen?
Nein. Offene Kamine und Grundöfen sind nach § 26 Absatz 3 von den Übergangsregelungen ausgenommen, ebenso Öfen, die vor 1950 hergestellt oder errichtet wurden, nichtgewerbliche Herde und Backöfen unter 15 Kilowatt sowie Anlagen, die eine Wohnung allein beheizen. Für offene Kamine gilt dafür eine eigene Beschränkung: Sie dürfen nach § 4 Absatz 4 nur gelegentlich und nur mit naturbelassenem stückigem Holz oder Holzbriketts betrieben werden.
Fazit: Erst das Typschild lesen, dann über Geld reden
Die Debatte um Kaminöfen läuft seit Jahren an der entscheidenden Zahl vorbei. Es geht nicht darum, ob Holzheizen generell verboten wird — die letzte Übergangsstufe ist Ende 2024 abgelaufen, eine weitere steht nicht in der Verordnung, und eine Filterpflicht hat es nie gegeben. Es geht um ein Datum auf einem Schild an der Ofenrückseite und um zwei Emissionswerte, die entweder in einer Herstellerbescheinigung stehen oder eben nicht.
Wer diese Reihenfolge einhält, spart im Zweifel vierstellig: erst Typschild, dann Datenbank, dann Bescheinigung, und nur wenn all das nichts ergibt, Nachrüstung oder Austausch. Für den laufenden Betrieb bleibt die billigste Maßnahme ohnehin die Bedienung — trockenes Holz, Anzünden nach Anleitung und eine nach dem Nachlegen geschlossene Rostluft bringen nach TFZ-Messungen bis zu 80 Prozent weniger Feinstaub und Kohlenmonoxid, und die Sichtscheibe bleibt nebenbei klar. Wenn draußen ohnehin Winterarbeit ansteht, lohnt gleich ein Blick auf die Streupflicht im Winter. Tagesaktuelle Angebote für Haushalt und Alltag findet ihr auf unserer Startseite.