Zuckersteuer 2027: Was geplant ist, ab wann sie gilt und was Cola dann kostet
Die Zuckersteuer ist in Deutschland politisch vereinbart, aber noch nicht beschlossen: Ein Entwurf vom 30. September 2026 sieht ab dem 1. Juli 2027 je nach Zuckergehalt 26, 32 oder 38 Cent pro Liter vor, zuckerfreie Getränke sollen steuerfrei bleiben. Für eine 1,25-Liter-Flasche Cola wären das 47,5 Cent Steuer, mit Mehrwertsteuer rund 57 Cent, sofern Hersteller und Handel alles weitergeben. Kabinett und Bundestag müssen noch zustimmen, deshalb können sich Sätze und Termin ändern. Stand: September 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Geplanter Start laut Entwurf: 1. Juli 2027, beschlossen ist noch nichts.
- Staffel: 26 Cent ab 5 g, 32 Cent ab 7 g, 38 Cent ab 10 g Zucker je 100 ml.
- Zero, Light, reine Säfte und alkoholfreies Bier sollen steuerfrei bleiben.
- Ein 12er-Kasten Cola (1 l) würde um bis zu 5,43 Euro teurer.
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Zuckersteuer Deutschland: aktueller Stand im September 2026

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Die Zuckersteuer ist eine Verbrauchsteuer auf zuckergesüßte Getränke, die nach Zuckergehalt gestaffelt beim Hersteller oder Importeur anfällt und über den Preis bei euch ankommt. Laut Deutschem Ärzteblatt liegt seit dem 30. September 2026 ein knapp 60 Seiten langer „Entwurf eines Zuckergetränkesteuergesetzes“ vor, der die Steuer ab dem 1. Juli 2027 vorsieht.
Wer gerade „Zuckersteuer“ liest und sich fragt, ob der Getränkekasten bald teurer wird, bekommt hier den belegten Stand und eine Rechnung pro Flasche. Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage, die Mitschrift der Regierungspressekonferenz vom 26. August 2026, die Gesetzesberichte aus dem Bundestag und die britischen Behördendaten ausgewertet. Wichtig vorab: Der Entwurf ist nicht amtlich veröffentlicht, sondern liegt Medien vor. Laut Bericht des Deutschen Ärzteblatts wird er noch mit den Ministerien und den Ländern abgestimmt, bevor er ins Kabinett und in den Bundestag kommen kann.
Zuckersteuer ab wann?
Nach dem Entwurf ab dem 1. Juli 2027, ursprünglich war 2028 geplant. So stand es noch in der Antwort der Bundesregierung vom 3. Juni 2026 (Bundestags-Drucksache 21/6290): Die Kabinettseckwerte vom 29. April 2026 sähen „die Einführung einer Zuckerabgabe ab dem Jahr 2028″ vor. Die Finanzkommission Gesundheit, an deren Empfehlung sich die Regierung orientiert, hatte eine Übergangsfrist von rund zwölf Monaten zwischen Beschluss und Inkrafttreten empfohlen, damit Hersteller ihre Rezepturen anpassen können. Mit dem Termin im Juli 2027 wird diese Frist knapper, sofern das Gesetz nicht noch 2026 verabschiedet wird.
Wie es zur Zuckersteuer kam: die Zeitleiste
- 29. April 2026: Das Kabinett beschließt die Eckwerte für den Haushalt 2027. Auf der Seite der Bundesregierung heißt es wörtlich: „Die Bundesregierung wird eine Plastik- und eine Zuckerabgabe einführen und die Tabaksteuer erhöhen.“ Am selben Tag kündigt das Bundesgesundheitsministerium an, ab 2028 in einem weiteren Gesetzgebungsverfahren eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke einzuführen.
- 3. Juni 2026: Die Regierung nennt im Bundestag rund 450 Millionen Euro jährliche Einnahmen als Schätzung der Finanzkommission Gesundheit.
- Juli 2026: Der Bundestag verabschiedet das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz; laut Bundestag werden spätere Einnahmen aus der Tabaksteuer und aus der Zuckerabgabe in die Finanzierung einbezogen.
- 25. und 26. August 2026: Ein Eckpunktepapier aus dem Finanzministerium wird bekannt, das auch Getränke mit Süßstoff besteuern wollte. Finanzminister Lars Klingbeil stellt am Tag darauf klar, dass es das nicht geben wird.
- 30. September 2026: Der Entwurf des Zuckergetränkesteuergesetzes mit Start 1. Juli 2027 wird bekannt.
Wie die Koalition die Zuckerabgabe ursprünglich eingeordnet hat, zeigt Gesundheitsministerin Nina Warken im offiziellen Video des Bundesgesundheitsministeriums zum Kabinettsbeschluss vom 29. April 2026; die Zuckerabgabe ist dort einer von sieben Punkten der Finanzreform:
Aus der Abgabe ist im Lauf des Sommers eine Steuer geworden. Den Unterschied erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg (Stand 25.08.2026) so: „Da es sich um eine Steuer handelt, würden die Einnahmen allgemein in den Bundeshaushalt fließen.“ Eine Abgabe hätte dagegen zweckgebunden etwa der Krankenversicherung zugutekommen können.
Wie hoch ist die Zuckersteuer in Deutschland?
Laut Entwurf 26 Cent pro Liter bei 5 bis unter 7 Gramm Zucker je 100 Milliliter, 32 Cent bei 7 bis unter 10 Gramm und 38 Cent ab 10 Gramm, berichtet das Deutsche Ärzteblatt am 30. September 2026. Getränke unter 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter bleiben steuerfrei.
Maßgeblich ist der Gesamtzuckergehalt, nicht nur zugesetzter Zucker. Das ist relevant für Schorlen und Nektare, die Fruchtzucker enthalten: Bleibt ein Getränk mit Zuckerzusatz über der Schwelle, zählt der gesamte Zucker. Reine Säfte und Schorlen ohne Zuckerzusatz nimmt der Entwurf ausdrücklich aus. Die Steuer bemisst sich pro Liter, nicht pro Gramm, deshalb springt der Betrag an den Stufengrenzen: Ein Getränk mit 6,9 Gramm zahlt 26 Cent, eines mit 7,0 Gramm 32 Cent.
Gegenüber dem Eckpunktepapier aus dem August hat sich vor allem die Untergrenze verschoben. Laut Ärzteblatt vom 26. August 2026 sollten damals schon Getränke ab 4,5 Gramm besteuert werden, dazu Getränke mit Süßstoff. Die Finanzkommission Gesundheit hatte eine niedrigere Staffel empfohlen: dieselbe Untergrenze, aber als höchste Stufe 32 Cent ab mehr als 8 Gramm.
| Zucker je 100 ml | Entwurf 30.09.2026 | Eckpunkte August 2026 |
|---|---|---|
| unter 4,5 g | 0 Cent | 0 Cent |
| 4,5 bis unter 5 g | 0 Cent | 26 Cent |
| 5 bis unter 7 g | 26 Cent | 26 Cent |
| 7 bis unter 10 g | 32 Cent | 32 Cent |
| ab 10 g | 38 Cent | 38 Cent |
| zuckerfrei mit Süßstoff | 0 Cent | 26 Cent |
Steuer je Liter. Werte des Entwurfs laut Deutschem Ärzteblatt vom 30.09.2026, Werte der Eckpunkte laut Ärzteblatt vom 26.08.2026. Beide Fassungen sind nicht beschlossen; die Eckpunkte gelten nach der Klarstellung des Finanzministers für zuckerfreie Getränke nicht mehr.
Wie wird die Zuckersteuer technisch erhoben?
Nach der Zusammenfassung der Eckpunkte durch die Steuerberatung EY schulden Hersteller oder Importeure die Steuer, sie entsteht beim Inverkehrbringen und folgt den üblichen Grundsätzen der Verbrauchsteuern. Ihr zahlt also nichts direkt an der Kasse, sondern über den Verkaufspreis. Ob und wie stark der Handel die Steuer weitergibt, regelt kein Gesetz.
Zuckersteuer auch auf Zero? Welche Getränke betroffen sind

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Nein, zuckerfreie Getränke wie Cola Zero sollen nicht besteuert werden. Finanzminister Klingbeil sagte am 26. August 2026 laut Mitschrift der Bundesregierung: „Ich werde als Finanzminister keine Steuer vorlegen, mit der zuckerfreie Getränke besteuert werden.“
Bundeskanzler Friedrich Merz hat das in derselben Pressekonferenz ausdrücklich unterstützt. Der Entwurf vom 30. September folgt dieser Linie. Laut Ärzteblatt greift die Steuer vor allem bei diesen Produkten:
- Betroffen: Softdrinks und Limonaden, Eistee, gezuckerte Säfte ab 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter sowie Konzentrate, Sirupe und ähnliche Zubereitungen, aus denen solche Getränke hergestellt werden.
- Steuerfrei: reine Fruchtsäfte und Schorlen ohne Zuckerzusatz, alkoholfreies Bier, alkoholfreier Wein, Nahrungsergänzungsmittel und Erzeugnisse, die dem Arzneimittelgesetz unterliegen.
- Zuckerfrei: Zero- und Light-Getränke mit Süßstoff bleiben nach der Zusage des Finanzministers steuerfrei.
- Offen: Milchmischgetränke, Kakao, Energydrinks, trinkfertiger Kaffee und gesüßte Pflanzendrinks werden in den verfügbaren Berichten zum Entwurf nicht ausdrücklich genannt.
Für Energydrinks, Eistee und Biermischgetränke entscheidet am Ende der Zuckergehalt auf dem Etikett, sofern sie nicht ausdrücklich ausgenommen werden. Die Verbraucherzentrale Hamburg hielt im August noch fest, es sei nicht endgültig geklärt, ob neben Softdrinks auch Säfte, Milchgetränke, Eistees, Biermischgetränke und trinkfertige Kaffeegetränke erfasst werden. Beim Eckpunktepapier standen Milchmischgetränke und pflanzliche Milchalternativen zeitweise auf der Liste. Wer Haferdrink ohnehin selbst ansetzt, ist unabhängig davon auf der sicheren Seite, wie unser Ratgeber zum Hafermilch selber machen vorrechnet.
Welche Lebensmittel wären von einer möglichen Zuckersteuer betroffen?
Nur Getränke und die Sirupe oder Konzentrate dafür. Süßigkeiten, Joghurt, Backwaren oder Haushaltszucker sind im Entwurf nicht vorgesehen, und auch die Bundesregierung sprach bisher ausschließlich von einer Abgabe auf zuckergesüßte Getränke. Eine allgemeine Zuckersteuer auf Lebensmittel ist in Deutschland nicht geplant.
Was die Zuckersteuer pro Flasche und Kasten kosten kann

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Eine 1,25-Liter-Flasche Coca-Cola würde mit 47,5 Cent Zuckersteuer belastet, denn laut Nährwertangabe von Coca-Cola Deutschland enthält sie 10,6 Gramm Zucker je 100 Milliliter und fällt damit in die 38-Cent-Stufe. Mit 19 Prozent Mehrwertsteuer, die auch auf den Steueranteil im Verkaufspreis anfällt, wären es rund 57 Cent.
Die Tabelle zeigt unsere Beispielrechnung für typische Packungen. Wir haben dafür die Sätze aus dem Entwurf und die Zuckerangaben der Hersteller genommen. Bei Fanta liegen die Sorten in unterschiedlichen Stufen: Fanta Orange hat 7,6 Gramm Zucker je 100 Milliliter, Fanta Exotic 6,0 Gramm, die Zero-Sorten 0,3 Gramm oder weniger.
| Packung | Steuer netto | mit 19 % USt. |
|---|---|---|
| Cola 0,33 l Dose | 12,5 Cent | 14,9 Cent |
| Cola 1,25 l | 47,5 Cent | 56,5 Cent |
| Cola 24 × 0,33 l | 3,01 Euro | 3,58 Euro |
| Cola Kasten 12 × 1 l | 4,56 Euro | 5,43 Euro |
| Fanta Orange 1,25 l | 40,0 Cent | 47,6 Cent |
| Fanta Exotic 1,25 l | 32,5 Cent | 38,7 Cent |
| Cola Zero 1,25 l | 0 Cent | 0 Cent |
Eigene Beispielrechnung, Stand 30.09.2026: Sätze laut Entwurf (38 Cent ab 10 g, 32 Cent ab 7 g, 26 Cent ab 5 g Zucker je 100 ml), Zuckergehalt laut Coca-Cola Deutschland (Cola 10,6 g, Fanta Orange 7,6 g, Fanta Exotic 6,0 g). Annahme: Hersteller und Handel geben die Steuer vollständig weiter. Pfand bleibt unberührt.
Was das im Einkaufswagen bedeutet, zeigt ein Blick in unser eigenes Archiv. MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt. Der günstigste Coca-Cola-Classic-Deal des Jahres 2026 in unserer Deal-Datenbank war ein 24er-Pack Dosen für effektiv 10,79 Euro vom 17. März 2026. Mit voll weitergegebener Zuckersteuer wären es 14,37 Euro gewesen, also 33 Prozent mehr. Bei einem Cola-Kasten mit zwölf Litern für 9,99 Euro plus Pfand, den unsere Community im Dezember 2025 geteilt hat, kämen 5,43 Euro hinzu.
Hochgerechnet aufs Jahr: Der Entwurf nennt laut Ärzteblatt einen Pro-Kopf-Konsum gezuckerter Getränke von etwa 90 bis 100 Litern jährlich. Liegt dieser Konsum komplett in der untersten Stufe, wären es 23,40 bis 26 Euro Steuer pro Kopf, komplett in der obersten Stufe 34,20 bis 38 Euro, jeweils netto. Weil viele Getränke zwischen den Stufen liegen und Hersteller Rezepturen ändern dürften, ist das eine Obergrenze zur Orientierung, keine Prognose.
Wofür das Geld der Zuckersteuer verwendet wird
Laut Entwurf soll die Zuckersteuer im zweiten Halbjahr 2027 rund 945 Millionen Euro einbringen und ab 2028 rund 1,2 Milliarden Euro pro Jahr, berichtet das Deutsche Ärzteblatt am 30. September 2026. Das ist rund zweieinhalbmal so viel wie die 450 Millionen Euro, mit denen die Bundesregierung im Juni noch aus der Schätzung der Finanzkommission Gesundheit rechnete.
Konkret soll mit den Einnahmen laut Entwurf haushalterisch gegenfinanziert werden, dass der Bundeszuschuss an den Gesundheitsfonds weniger stark sinkt. Den Hintergrund liefert das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Ursprünglich sollte der Zuschuss ab 2027 um zwei Milliarden Euro auf 12,5 Milliarden Euro fallen. Laut Bundestag liegt er nun 2027 bei 13,15 Milliarden Euro und ab 2028 bei 12,95 Milliarden Euro, weil spätere Einnahmen aus Tabak- und Zuckersteuer eingerechnet werden. Warum das für euren Beitrag zählt, erklären wir im Ratgeber zum Zusatzbeitrag der Krankenkasse: Fehlt Geld im System, bleibt den Kassen am Ende nur der Zusatzbeitrag als Stellschraube.
Die Zuckersteuer ist nicht die einzige neue Verbrauchsteuer. Die Kabinettseckwerte vom April nennen im selben Satz eine Plastikabgabe und eine höhere Tabaksteuer; was die für Raucher bedeutet, steht in unserem Artikel zum Zigarettenpreis 2026.
Welche gesundheitspolitischen Ziele werden mit einer Zuckersteuer verfolgt?
Der Entwurf nennt laut Ärzteblatt zwei Zwecke: zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt und „ferner auch Anreize für die Hersteller zur Produktreformulierung“. Die jährlichen Versorgungskosten, die mit dem Konsum gezuckerter Getränke verbunden sind, beziffert die Problembeschreibung auf etwa 3,5 Milliarden Euro. Das Gesetz soll unbefristet gelten und innerhalb von fünf Jahren nach Inkrafttreten evaluiert werden. Die Verbraucherzentrale Hamburg bezeichnet die Steuer als „längst überfälligen Schritt für mehr Gesundheitsschutz“; aus der Wirtschaft gab es laut Ärzteblatt in den vergangenen Monaten großen Widerstand, und auch in der Unionsfraktion sowie in mehreren Ländern gibt es Vorbehalte.
Hat die Zuckersteuer in UK wirklich funktioniert?

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Ja, zumindest beim Zuckergehalt: Laut britischer Regierung ist der durchschnittliche Zuckergehalt der betroffenen Getränke seit Einführung der Abgabe 2018 um fast 50 Prozent gesunken. Das teilte das britische Gesundheitsministerium am 25. November 2025 mit.
Die Soft Drinks Industry Levy ist eine Herstellerabgabe, und genau an diesem Modell orientiert sich laut Drucksache 21/6290 auch die deutsche Planung. Sie funktioniert mit zwei Stufen: Laut Statistik der britischen Steuerbehörde HMRC kosten seit dem 1. April 2025 Getränke mit 5 bis unter 8 Gramm Zucker je 100 Milliliter 19,4 Pence pro Liter, ab 8 Gramm 25,9 Pence; von 2018 bis März 2025 waren es 18 und 24 Pence. Die deutsche Staffel ist mit drei Stufen und bis zu 38 Cent feiner und höher.
Der Effekt zeigt sich auch in den Einnahmen. Weil viele Hersteller ihre Rezepturen unter die Schwelle gedrückt haben, sinken die Erträge: HMRC meldet vorläufig 327 Millionen Pfund für das Finanzjahr 2024/25, nach 338 Millionen im Vorjahr und 355 Millionen 2022/23. Die Abgabe verdient also weniger, je besser sie wirkt. Oliver Huizinga vom AOK-Bundesverband rechnet laut Ärzteblatt deshalb auch in Deutschland mit geringeren Einnahmen als in der Prognose.
Wie funktioniert die britische Zuckersteuer ab 2028?
Großbritannien verschärft die Abgabe zum 1. Januar 2028. Laut Policy Paper vom 13. Juli 2026 sinkt die Schwelle von 5 auf 4,5 Gramm Gesamtzucker je 100 Milliliter. Außerdem fällt die Ausnahme für Milchgetränke weg; natürlicher Milchzucker wird über einen Laktose-Freibetrag herausgerechnet. Gesüßte Pflanzendrinks werden ebenfalls erfasst.
Welche Länder haben eine Zuckersteuer?
Laut Weltgesundheitsorganisation besteuerten 2023 mindestens 108 Länder zumindest eine Art zuckergesüßter Getränke. Im Durchschnitt machte die Verbrauchsteuer aber nur 6,6 Prozent des Preises einer Limonade aus, meldet die WHO vom 5. Dezember 2023. Mit der Initiative „3 by 35″ ruft die WHO seit dem 2. Juli 2025 dazu auf, die realen Preise von Tabak, Alkohol und zuckerhaltigen Getränken bis 2035 über Steuern um mindestens 50 Prozent anzuheben. Deutschland war bisher eines der Länder ohne eine solche Steuer.
Vorrat kaufen, umsteigen, selbst machen: Was ihr vor Juli 2027 tun könnt
Laut Entwurf greift die Steuer frühestens am 1. Juli 2027, also in rund neun Monaten, und auch das nur, wenn er so beschlossen wird. Hamsterkäufe lohnen sich deshalb heute nicht, und selbst kurz vor dem Start bringen sie wenig.
- Vorrat nur mit Blick aufs Mindesthaltbarkeitsdatum: Softdrinks haben ein begrenztes MHD, das auf jeder Flasche steht. Ein Vorrat, den ihr im Juni 2027 anlegt, spart bei einer Flasche Cola rund 57 Cent und nur so lange, wie er reicht. Wie ihr Vorräte rotiert, statt sie wegzuwerfen, steht in unserem Ratgeber zum Notvorrat.
- Zero statt Classic: Die zuckerfreie Variante bleibt nach der Zusage des Finanzministers steuerfrei. Bei Cola heißt das je Kasten mit zwölf Litern bis zu 5,43 Euro Unterschied, wenn die Steuer voll weitergegeben wird.
- Selbst mischen: Selbstgemachte Limonade wird nicht in Verkehr gebracht und fällt damit nicht unter die Steuer. In unserem Ratgeber Limonade selber machen landet das Grundrezept bei 6,5 Gramm Zucker je 100 Milliliter, und ihr bestimmt die Dosis selbst. Gekaufte Sirupe für Wassersprudler sind laut Entwurf dagegen erfasst.
- Grundpreis vergleichen: Discounter, Aktionen und Multipacks entscheiden weiter über den Literpreis. Wie ihr das systematisch angeht, zeigt unser Discounter-Preisvergleich.
- Pfand nicht verwechseln: Die Steuer richtet sich nach Liter und Zuckergehalt, nicht nach der Verpackung. Einweg- und Mehrwegpfand bleiben, wie sie sind; die Regeln stehen im Artikel zur Pfandpflicht.
Ein Hinweis zur Ehrlichkeit der Rechnung: Ob die Preise im Regal exakt um den Steuerbetrag steigen, weiß heute niemand. Hersteller können Zucker reduzieren, wie in Großbritannien, oder Preise mischkalkulieren. Die Beträge in diesem Artikel sind Obergrenzen bei voller Weitergabe.
Die Zuckersteuer ist nicht die einzige neue Verbrauchsteuer im Haushalt 2027. Für die Plastiksteuer auf Kunststoffverpackungen liegt seit dem 30. September 2026 ein Entwurf der Koalitionsfraktionen vor: 550 Euro je Tonne Kunststoff, erwartetes Aufkommen 1,485 Milliarden Euro im Jahr 2028, ebenfalls ohne Zweckbindung für den Bundeshaushalt.
Vor- & Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Zero- und Light-Getränke bleiben steuerfrei | Bis zu 5,43 Euro mehr je Cola-Kasten |
| Säfte ohne Zuckerzusatz bleiben steuerfrei | Sätze und Starttermin noch nicht beschlossen |
| In UK sank der Zuckergehalt um fast 50 Prozent | Sirupe und Konzentrate ebenfalls erfasst |
| Unter 5 Gramm Zucker keine Steuer | Weitergabe an Kunden gesetzlich nicht geregelt |
Häufige Fragen zur Zuckersteuer
Ist die Zuckersteuer schon beschlossen?
Nein. Beschlossen ist seit dem 29. April 2026 nur die politische Absicht in den Haushaltseckwerten. Der Gesetzentwurf vom 30. September 2026 wird laut Ärzteblatt noch mit Ministerien und Ländern abgestimmt und muss danach durch Kabinett und Bundestag.
Kommt die Zuckersteuer auch auf Cola Zero?
Nach heutigem Stand nein. Finanzminister Klingbeil hat am 26. August 2026 öffentlich zugesagt, keine Steuer auf zuckerfreie Getränke vorzulegen, und der Entwurf vom 30. September folgt dem.
Unterscheidet sich die geplante Steuer von der Mehrwertsteuer?
Ja. Die Mehrwertsteuer ist ein Prozentsatz auf fast alle Waren, die Zuckersteuer ein fester Betrag pro Liter, der nur bestimmte Getränke trifft und beim Hersteller entsteht. Die Mehrwertsteuer von 19 Prozent wird im Verkaufspreis zusätzlich auf den Teil erhoben, der auf die Zuckersteuer entfällt.
Wie wird die Zuckersteuer technisch bei Herstellern erhoben?
Nach den Eckpunkten schulden Hersteller oder Importeure die Steuer, sobald sie die Getränke in Verkehr bringen, wie bei anderen Verbrauchsteuern. Die genauen Verfahrensregeln stehen im Entwurf, der noch nicht amtlich veröffentlicht ist.
Welche Lebensmittel sind von der britischen Zuckersteuer ausgenommen?
Bis Ende 2027 vor allem Milchgetränke, reine Säfte ohne Zuckerzusatz und Getränke unter 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter. Ab dem 1. Januar 2028 fallen gesüßte Milch- und Pflanzendrinks unter die Abgabe, Trinkjoghurts mit mindestens 90 Prozent fermentierter Milch bleiben laut britischer Regierung ausgenommen.
Werden Getränke im Restaurant auch teurer?
Das hängt davon ab, ob die Gastronomie Sirupe und Konzentrate für Zapfanlagen einsetzt, denn die sind laut Entwurf erfasst. Die britische Regierung stellt für ihre Ausweitung ausdrücklich klar, dass sie nicht für offene Getränke in Cafés und Restaurants gilt; ob Deutschland das ähnlich regelt, geht aus den Berichten nicht hervor.
Fazit: Die Zuckersteuer kommt wahrscheinlich, die Details noch nicht
Dass es eine Zuckersteuer geben soll, hat die Koalition im April vereinbart und der Finanzminister im August bekräftigt. Offen sind Termin und Sätze, bis Kabinett und Bundestag entschieden haben. Kommt der Entwurf so durch, zahlt ihr ab Juli 2027 für eine 1,25-Liter-Flasche Cola bis zu 57 Cent mehr, für die Zero-Variante nichts. Wer Getränke nach Grundpreis kauft, auf Zero umsteigt oder selbst mischt, fängt den größten Teil ab. Die günstigsten Getränke-Deals der Woche findet ihr wie immer auf der MonsterDealz-Startseite.