Krankenkasse Zusatzbeitrag 2026: Was ihr zahlt und wann ihr wechseln könnt

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen liegt 2026 bei 2,9 Prozent — tatsĂ€chlich verlangen 72 von 92 Kassen mehr. Der Zusatzbeitrag ist der kassenindividuelle Aufschlag auf den gesetzlich festgelegten Beitragssatz von 14,6 Prozent: Jede Krankenkasse legt ihn selbst fest, deshalb zahlt ihr bei gleicher Pflichtleistung unterschiedlich viel. Zwischen der gĂŒnstigsten und der teuersten Kasse liegen aktuell 2,21 Prozentpunkte. Dieser Ratgeber zeigt euch, was das in Euro bedeutet, wann ihr ein SonderkĂŒndigungsrecht habt und wie der Wechsel ablĂ€uft. Stand: August 2026.

Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Allgemeiner Beitragssatz 14,6 Prozent, dazu der Zusatzbeitrag eurer Kasse
  • Spanne 2026: 2,18 bis 4,39 Prozent — 72 von 92 Kassen liegen ĂŒber dem Schnitt
  • Bei 4.000 Euro brutto sind das bis zu 530 Euro Unterschied im Jahr
  • Bei jeder Erhöhung greift ein SonderkĂŒndigungsrecht — die 12-Monats-Bindung entfĂ€llt

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Was ist der Zusatzbeitrag der Krankenkasse?

Der Zusatzbeitrag ist ein einkommensabhĂ€ngiger Aufschlag, den jede gesetzliche Krankenkasse selbst festlegt — 2026 im Schnitt 2,9 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen. Er kommt zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent hinzu, der bundesweit einheitlich gilt und den der Gesetzgeber bestimmt.

Rechtliche Grundlage ist § 242 SGB V. Dort steht, dass die Kassen den Zusatzbeitrag „als Prozentsatz der beitragspflichtigen Einnahmen jedes Mitglieds zu erheben“ haben. Reichen die Mittel einer Kasse wĂ€hrend des Haushaltsjahres nicht aus, muss sie den Satz per SatzungsĂ€nderung erhöhen — der Zusatzbeitrag ist also der Hebel, ĂŒber den jede Kasse ihre eigene Finanzlage ausgleicht.

Wichtig fĂŒr das VerstĂ€ndnis: Der Zusatzbeitrag Ă€ndert nichts am Leistungskatalog. Rund 95 Prozent der Leistungen sind gesetzlich vorgeschrieben und bei jeder Kasse identisch. Ihr zahlt also fĂŒr dieselbe Pflichtversorgung unterschiedlich viel — der Unterschied steckt in den freiwilligen Zusatzleistungen und im Service.

Wie hoch ist der Zusatzbeitrag 2026?

Abrechnung mit Krankenkassenbeitrag und Zusatzbeitrag 2026

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Der gesetzlich festgelegte durchschnittliche Zusatzbeitrag betrĂ€gt 2026 genau 2,9 Prozent — ein Anstieg um 0,4 Punkte gegenĂŒber den 2,5 Prozent des Vorjahres. Zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz ergibt das rechnerisch einen Gesamtbeitrag von 17,5 Prozent.

Dieser Durchschnittswert ist allerdings ein Rechenwert des Gesetzgebers, kein Marktmittel. Er dient als Referenz fĂŒr bestimmte Versichertengruppen — nicht als Preis, den ihr tatsĂ€chlich zahlt. Was eure Kasse verlangt, steht in ihrer Satzung.

Die weiteren RechengrĂ¶ĂŸen fĂŒr 2026, die den Beitrag begrenzen:

  • Beitragsbemessungsgrenze: 5.812,50 Euro im Monat, 69.750 Euro im Jahr — darĂŒber steigt der Beitrag nicht weiter
  • Versicherungspflichtgrenze: 77.400 Euro im Jahr, ab da ist ein Wechsel in die private Krankenversicherung möglich
  • Pflegeversicherung: zusĂ€tzlich 3,6 Prozent, fĂŒr Kinderlose ab 23 Jahren 4,2 Prozent

Warum steigen die ZusatzbeitrĂ€ge ĂŒberhaupt?

Weil der Zusatzbeitrag die einzige Stellschraube ist, die eine Krankenkasse selbst bedienen kann — der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent ist gesetzlich fixiert und fĂŒr alle Kassen gleich. Steigen die Ausgaben schneller als die Einnahmen, bleibt nur der kassenindividuelle Aufschlag, und genau deshalb kletterte der Durchschnitt 2026 um 0,4 Punkte auf 2,9 Prozent.

Das ist keine unternehmerische Entscheidung, sondern eine gesetzliche Pflicht. § 242 SGB V schreibt vor: Reichen die Betriebsmittel einer Kasse einschließlich der ZufĂŒhrung aus der RĂŒcklage nicht aus, um die Ausgaben zu decken, „ist der Zusatzbeitragssatz nach Absatz 1 durch Änderung der Satzung zu erhöhen“. Eine Kasse darf also gar nicht dauerhaft ins Minus laufen.

FĂŒr euch als Versicherte folgt daraus zweierlei. Erstens erklĂ€rt es, warum die SĂ€tze so weit auseinanderliegen: Sie spiegeln die Finanzlage und die Versichertenstruktur der jeweiligen Kasse, nicht die QualitĂ€t ihrer Leistungen. Zweitens ist eine Erhöhung ein Signal — eine Kasse mit dĂŒnner RĂŒcklage erhöht mit einiger Wahrscheinlichkeit erneut, wĂ€hrend eine Kasse mit Puffer lĂ€nger stabil bleibt.

Deshalb lohnt beim Vergleich ein Blick auf die Historie: Hat eure Kasse in den vergangenen Jahren mehrfach nachgelegt, ist der aktuelle Satz nur eine Momentaufnahme und kein Versprechen fĂŒr das kommende Jahr.

Welche Krankenkasse hat den niedrigsten Zusatzbeitrag?

Diagramm Verteilung der Zusatzbeitraege aller Krankenkassen 2026

Auswertung der amtlichen Krankenkassenliste des GKV-Spitzenverbands — Grafik: MonsterDealz

FĂŒr diesen Ratgeber haben wir die amtliche Krankenkassenliste des GKV-Spitzenverbands vom 23. August 2026 vollstĂ€ndig ausgewertet: Von 92 Kassen mit veröffentlichtem Zusatzbeitrag liegen 72 ĂŒber dem gesetzlichen Durchschnitt von 2,9 Prozent — das sind 78 Prozent (Auswertung MonsterDealz, Stand: August 2026).

Die Eckwerte unserer Auswertung:

  • GĂŒnstigste Kasse: BKK firmus mit 2,18 Prozent
  • Teuerste Kasse: BKK24 mit 4,39 Prozent
  • Spannweite: 2,21 Prozentpunkte
  • Median: 3,40 Prozent — deutlich ĂŒber dem gesetzlichen Durchschnitt
  • Unter 2,50 Prozent: nur 4 der 92 Kassen
  • Bei 4,00 Prozent oder darĂŒber: 9 Kassen

Daraus folgt eine Aussage, die in der öffentlichen Debatte oft untergeht: Wer sich am „durchschnittlichen Zusatzbeitrag“ orientiert, unterschĂ€tzt seinen eigenen Beitrag mit hoher Wahrscheinlichkeit. Der typische Wert am Markt ist nicht 2,9, sondern 3,40 Prozent.

Dass diese Zahlen ĂŒberhaupt öffentlich vergleichbar sind, ist gesetzlich erzwungen: Nach § 242 Absatz 5 SGB V fĂŒhrt der Spitzenverband „eine laufend aktualisierte Übersicht“ und „veröffentlicht diese Übersicht im Internet“. Geplante Änderungen erscheinen dort erst an dem Tag, an dem sie wirksam werden.

Wie viel kostet euch die falsche Kasse im Jahr?

Bei 4.000 Euro Bruttoeinkommen trennen die teuerste und die gĂŒnstigste Kasse 44,20 Euro im Monat — also 530,40 Euro im Jahr, die allein ihr tragt (Berechnung MonsterDealz auf Basis der amtlichen Liste, Stand: August 2026). Der Zusatzbeitrag wird paritĂ€tisch geteilt, in der Rechnung steckt also bereits nur euer halber Anteil.

Die Differenz nach Bruttoeinkommen, jeweils Arbeitnehmeranteil:

Brutto im Monat Pro Monat Pro Jahr
3.000 Euro 33,15 Euro 397,80 Euro
3.500 Euro 38,67 Euro 464,10 Euro
4.000 Euro 44,20 Euro 530,40 Euro
5.000 Euro 55,25 Euro 663,00 Euro
5.812,50 Euro 64,23 Euro 770,74 Euro

Unterschied zwischen der teuersten Kasse (4,39 Prozent) und der gĂŒnstigsten (2,18 Prozent), jeweils Arbeitnehmeranteil. Ab 5.812,50 Euro brutto greift die Beitragsbemessungsgrenze, darĂŒber wĂ€chst der Betrag nicht weiter. Stand: August 2026.

Realistischer als der Extremvergleich ist der Wechsel von einer durchschnittlichen zur gĂŒnstigsten Kasse: Von der Median-Kasse mit 3,40 Prozent zur gĂŒnstigsten mit 2,18 Prozent sind es bei 4.000 Euro brutto 24,30 Euro im Monat, also 291,60 Euro im Jahr.

Auf den Gesamtbeitrag gerechnet reicht die Spanne von 16,78 Prozent bei der gĂŒnstigsten bis 18,99 Prozent bei der teuersten Kasse. Die Median-Kasse liegt bei glatt 18,00 Prozent.

Wer zahlt den Zusatzbeitrag — Arbeitnehmer oder Arbeitgeber?

Bei sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag hĂ€lftig — seit 2019 gilt wieder die volle ParitĂ€t. Von 2,9 Prozent Zusatzbeitrag tragt ihr also 1,45 Prozent, den Rest zahlt der Arbeitgeber.

Das gilt genauso fĂŒr den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent. Auf eurer Abrechnung taucht deshalb ungefĂ€hr die HĂ€lfte des Gesamtbeitrags auf. Bei Rentnern ĂŒbernimmt die Deutsche Rentenversicherung den Arbeitgeberanteil.

Anders sieht es bei freiwillig Versicherten ohne Arbeitgeber aus, etwa SelbststĂ€ndigen: Sie tragen den vollen Beitrag allein. FĂŒr sie verdoppelt sich der Effekt aus der Tabelle oben — aus 530 Euro Unterschied im Jahr werden ĂŒber 1.000 Euro.

Was gilt fĂŒr Rentner, Studenten und Familienversicherte?

Auch Rentner zahlen den kassenindividuellen Zusatzbeitrag, und zwar zur HĂ€lfte — die andere HĂ€lfte trĂ€gt die Rentenversicherung. Bei einer Rente von 1.500 Euro macht ein Wechsel von 3,40 auf 2,18 Prozent rund 9 Euro im Monat aus.

Die wichtigsten SonderfĂ€lle im Überblick:

  • Studenten: zahlen den Zusatzbeitrag auf den studentischen Beitragssatz — der Kassenwechsel lohnt hier absolut betrachtet wenig, prozentual aber genauso
  • Familienversicherte: zahlen gar keinen eigenen Beitrag, also auch keinen Zusatzbeitrag
  • Freiwillig Versicherte: tragen den Beitrag allein, ohne Arbeitgeberanteil
  • BĂŒrgergeld-Beziehende: der Beitrag wird vom Jobcenter ĂŒbernommen

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Was passiert, wenn eure Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht?

Kuendigung der Krankenkasse per Sonderkuendigungsrecht unterschreiben

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Erhöht eure Kasse den Zusatzbeitrag, bekommt ihr ein SonderkĂŒndigungsrecht — und die sonst geltende Bindung von zwölf Monaten spielt dann keine Rolle mehr. Das ist der wichtigste Hebel des ganzen Themas, und er wird regelmĂ€ĂŸig verschenkt.

Der § 175 SGB V formuliert die Frist so: GekĂŒndigt werden kann „bis zum Ablauf des Monats, fĂŒr den der Zusatzbeitrag erstmals erhoben wird oder fĂŒr den der Zusatzbeitragssatz erhöht wird“. Erhöht eure Kasse also zum 1. Januar, habt ihr bis zum 31. Januar Zeit.

Zwei Punkte, die dabei oft falsch verstanden werden. Erstens: Das SonderkĂŒndigungsrecht entsteht bei jeder Erhöhung neu — auch wenn ihr erst seit drei Monaten Mitglied seid. Zweitens: Es gilt auch dann, wenn eure Kasse trotz Erhöhung immer noch unter dem Durchschnitt liegt. Maßstab ist die Erhöhung, nicht das Preisniveau.

Ihr mĂŒsst dabei nicht selbst kĂŒndigen, um zu wechseln: Meldet ihr euch bei der neuen Kasse an, ĂŒbernimmt diese die KĂŒndigung bei der alten. Ein separates KĂŒndigungsschreiben ist seit 2021 nicht mehr nötig.

Wie lange seid ihr an eure Krankenkasse gebunden?

Ohne Erhöhung gilt eine Mindestbindung von zwölf Monaten. Das Gesetz sagt es wörtlich: „Versicherungspflichtige und Versicherungsberechtigte sind an die von ihnen gewĂ€hlte Krankenkasse mindestens zwölf Monate gebunden.“ (§ 175 SGB V, Stand: August 2026).

Ist diese Bindungsfrist abgelaufen, könnt ihr jederzeit kĂŒndigen — allerdings nicht sofort wirksam. Die regulĂ€re Frist lĂ€uft laut Gesetz „zum Ablauf des ĂŒbernĂ€chsten Kalendermonats, gerechnet von dem Monat, in dem das Mitglied die KĂŒndigung erklĂ€rt“. KĂŒndigt ihr im MĂ€rz, endet die Mitgliedschaft also zum 31. Mai.

Praktisch heißt das: Der regulĂ€re Weg kostet euch rund zwei Monate Vorlauf, der Weg ĂŒber das SonderkĂŒndigungsrecht ist deutlich schneller und hebelt zusĂ€tzlich die Zwölf-Monats-Bindung aus. Wer wechseln will, wartet deshalb meist auf die nĂ€chste Beitragsanpassung statt auf den Ablauf der Bindungsfrist.

Wie wechselt ihr die Krankenkasse konkret?

Der Wechsel lĂ€uft in drei Schritten und dauert in der Regel keine 15 Minuten — die neue Kasse erledigt den Rest. Eine Ablehnung gibt es nicht: Jede gesetzliche Kasse muss euch aufnehmen, unabhĂ€ngig von Alter, Vorerkrankungen oder Einkommen.

  • Schritt 1 — Satz prĂŒfen: Aktuellen Zusatzbeitrag eurer Kasse und der Wunschkasse in der amtlichen Liste des GKV-Spitzenverbands nachsehen
  • Schritt 2 — Leistungen abgleichen: Bonusprogramm, ZuschĂŒsse zu Vorsorge und Zahnreinigung, Erreichbarkeit
  • Schritt 3 — Mitgliedschaft beantragen: Online bei der neuen Kasse; sie kĂŒndigt die alte und meldet den Wechsel an den Arbeitgeber

Regionale Kassen wie viele AOKs sind nur in bestimmten BundeslĂ€ndern wĂ€hlbar, bundesweite Kassen ĂŒberall. In unserer Auswertung war das auch ein Preisfaktor: Die AOK-SĂ€tze reichen von 2,47 Prozent in Rheinland-Pfalz/Saarland bis 3,50 Prozent bei der AOK Nordost.

Lohnt sich der Wechsel — oder zĂ€hlen die Leistungen mehr?

Beratungsgespraech zum Wechsel der Krankenkasse

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Rein rechnerisch lohnt der Wechsel fast immer: 291,60 Euro im Jahr bei 4.000 Euro brutto sind mehr, als die meisten Bonusprogramme ausschĂŒtten. Der Beitragssatz ist die einzige GrĂ¶ĂŸe, die sicher und sofort wirkt — Bonusprogramme muss man aktiv ausschöpfen.

Trotzdem ist der Preis nicht das einzige Kriterium. Diese Punkte gehören in die AbwÀgung:

  • Freiwillige Zusatzleistungen: ZuschĂŒsse zu professioneller Zahnreinigung, Osteopathie, Reiseimpfungen oder Hautkrebs-Screening unterscheiden sich deutlich
  • Bonusprogramm: Manche Kassen zahlen dreistellige BetrĂ€ge im Jahr aus — was das bringt, haben wir im Vergleich der Krankenkassen-Bonusprogramme durchgerechnet
  • Erreichbarkeit: GeschĂ€ftsstelle vor Ort, App-QualitĂ€t, Bearbeitungsdauer bei Krankengeld
  • StabilitĂ€t: Eine Kasse, die zwei Jahre in Folge erhöht hat, erhöht wahrscheinlich wieder

Wer laufende Behandlungen hat, sollte vor dem Wechsel klĂ€ren, ob eine bewilligte Leistung fortgefĂŒhrt wird. Bei den gesetzlichen Pflichtleistungen ist das unkritisch, bei freiwilligen Satzungsleistungen nicht. Eine unabhĂ€ngige EinschĂ€tzung zum konkreten Einzelfall bekommt ihr bei der Verbraucherzentrale; das Bundesgesundheitsministerium erklĂ€rt die gesetzlichen Grundlagen.

Vor- & Nachteile eines Kassenwechsels

Vorteile Nachteile
Bis zu 530 Euro Ersparnis im Jahr Neue Bindung von zwölf Monaten
Pflichtleistungen bleiben identisch Satzungsleistungen können wegfallen
Keine Ablehnung möglich Neue Kasse kann selbst bald erhöhen
Neue Kasse kĂŒndigt die alte fĂŒr euch Regionale Kassen nicht ĂŒberall wĂ€hlbar

HĂ€ufige Fragen zum Zusatzbeitrag der Krankenkasse

Wie hoch ist der Zusatzbeitrag 2026?

Der gesetzliche Durchschnittswert liegt bei 2,9 Prozent, nach 2,5 Prozent im Vorjahr. Die tatsÀchlichen SÀtze der einzelnen Kassen reichen von 2,18 bis 4,39 Prozent. Verbindlich ist immer der Satz, den eure eigene Kasse in ihrer Satzung festgelegt hat.

Welche Krankenkasse hat den niedrigsten Zusatzbeitrag?

Nach der amtlichen Krankenkassenliste vom 23. August 2026 ist es die BKK firmus mit 2,18 Prozent, gefolgt von der Krones Betriebskrankenkasse mit 2,20 Prozent. Am oberen Ende steht die BKK24 mit 4,39 Prozent. Die Liste Ă€ndert sich laufend — vor einem Wechsel den aktuellen Stand prĂŒfen.

Wer zahlt den Zusatzbeitrag?

Bei BeschĂ€ftigten teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag hĂ€lftig, bei Rentnern ĂŒbernimmt die Rentenversicherung die HĂ€lfte. Freiwillig Versicherte ohne Arbeitgeber tragen ihn vollstĂ€ndig selbst. Familienversicherte zahlen keinen eigenen Beitrag.

Kann ich kĂŒndigen, wenn meine Krankenkasse den Beitrag erhöht?

Ja. Bei jeder Erhöhung des Zusatzbeitrags entsteht ein SonderkĂŒndigungsrecht, und die Zwölf-Monats-Bindung entfĂ€llt. Ihr könnt bis zum Ablauf des Monats kĂŒndigen, fĂŒr den der erhöhte Satz erstmals gilt. Das Recht entsteht bei jeder Erhöhung neu.

Wie lange bin ich an meine Krankenkasse gebunden?

Mindestens zwölf Monate. Danach gilt eine KĂŒndigungsfrist zum Ablauf des ĂŒbernĂ€chsten Kalendermonats — kĂŒndigt ihr im MĂ€rz, endet die Mitgliedschaft zum 31. Mai. Bei einer Beitragserhöhung greift stattdessen das SonderkĂŒndigungsrecht.

Sind die Leistungen bei einer gĂŒnstigeren Kasse schlechter?

Bei den Pflichtleistungen nicht — rund 95 Prozent des Leistungskatalogs sind gesetzlich vorgeschrieben und ĂŒberall gleich. Unterschiede gibt es nur bei freiwilligen Satzungsleistungen wie ZuschĂŒssen zur Zahnreinigung, bei Bonusprogrammen und beim Service.

Muss ich bei meiner alten Kasse selbst kĂŒndigen?

Nein. Seit 2021 ĂŒbernimmt die neue Krankenkasse die KĂŒndigung, sobald ihr dort die Mitgliedschaft beantragt. Ein eigenes KĂŒndigungsschreiben ist nicht mehr nötig. Auch die Meldung an den Arbeitgeber lĂ€uft ĂŒber die neue Kasse.

Kann eine Krankenkasse mich ablehnen?

Nein. Es gilt Aufnahmezwang: Jede gesetzliche Krankenkasse muss euch aufnehmen, unabhÀngig von Alter, Einkommen oder Vorerkrankungen. EinschrÀnkungen gibt es nur bei regional geöffneten Kassen, die auf bestimmte BundeslÀnder begrenzt sind.

Wo finde ich die offiziellen ZusatzbeitrÀge aller Kassen?

Beim GKV-Spitzenverband, der dazu gesetzlich verpflichtet ist. Die Übersicht zeigt immer die aktuell gĂŒltigen SĂ€tze; eine geplante Änderung erscheint erst an dem Tag, an dem sie wirksam wird.

Lohnt sich der Wechsel bei kleinem Einkommen?

Prozentual gleich, absolut weniger. Bei 2.000 Euro brutto sind es rund 22 Euro im Monat zwischen teuerster und gĂŒnstigster Kasse, bei 4.000 Euro gut 44 Euro. Da der Wechsel selbst nichts kostet und kaum Aufwand macht, rechnet er sich in beiden FĂ€llen.

Fazit: Der Durchschnitt ist kein guter Maßstab

Der wichtigste Satz zum Zusatzbeitrag 2026 ist nicht „2,9 Prozent im Schnitt“, sondern: 72 von 92 Kassen liegen darĂŒber. Wer seinen eigenen Satz nie geprĂŒft hat, zahlt statistisch mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr als nötig — bei 4.000 Euro brutto bis zu 530 Euro im Jahr.

Drei Faustregeln nehmt ihr am besten mit:

  • Satz einmal nachschlagen: Er steht in der amtlichen Liste des GKV-Spitzenverbands, nicht im Kleingedruckten
  • Erhöhungsschreiben nicht wegwerfen: Es ist der Startschuss fĂŒr das SonderkĂŒndigungsrecht, und die Frist ist kurz
  • Nicht nur auf den Preis schauen: Bonusprogramm und Satzungsleistungen können einen Teil der Differenz aufwiegen

Wer beim Wechseln von VertrÀgen ohnehin gerade aufrÀumt: Wie das bei der Kfz-Police lÀuft, steht im Ratgeber zum Wechsel der Kfz-Versicherung. Weitere Spar-Themen sammeln wir laufend auf MonsterDealz.

Florian Silbereis — MonsterDealz

Geschrieben von

Florian Silbereis

GrĂŒnder von MonsterDealz.de, gelernter Fachinformatiker. SpĂŒrt seit ĂŒber 17 Jahren tĂ€glich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — Spezialgebiete: Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals und Preisfehler.

Zuletzt geprĂŒft: August 2026

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