Sachbezug steuerfrei 2026: So bekommt ihr 50 Euro im Monat ohne AbzĂĽge
Ein Sachbezug ist steuerfrei, solange alle Sachbezüge eines Monats zusammen höchstens 50 Euro wert sind und Gutscheine oder Guthabenkarten zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Gehalt kommen. Über zwölf Monate sind das bis zu 600 Euro ohne Lohnsteuer und ohne Sozialabgaben — aber nur, wenn die Karte die gesetzlichen Kriterien erfüllt und kein Cent über der Grenze liegt. Stand: September 2026.
Das Wichtigste in KĂĽrze
- Die 50 Euro stehen in § 8 Absatz 2 Satz 11 EStG und sind eine Freigrenze: Bei 50,01 Euro wird der ganze Betrag steuer- und beitragspflichtig.
- Gutscheine und Guthabenkarten zählen nur, wenn sie auf einen Händler, eine Region oder eine enge Warengruppe begrenzt sind und kein Bargeld auszahlen.
- Eine Gehaltsumwandlung ist ausgeschlossen: Der Gutschein muss zusätzlich zum vereinbarten Lohn kommen, sonst entfällt der Steuervorteil.
- Aufmerksamkeiten bis 60 Euro zu persönlichen Anlässen, der Rabattfreibetrag von 1.080 Euro, Jobticket und Dienstrad laufen über eigene Regeln und belasten die 50 Euro nicht.
Anzeige / Transparenz: Dieser Artikel enthält keine Partner-Links zu Anbietern von Sachbezugskarten und ist keine Steuerberatung, sondern eine Erklärung der gesetzlichen Regeln. Sollten wir an anderer Stelle auf Angebote verweisen, erhalten wir beim Kauf über einen solchen Link eine kleine Provision. Für euch bleibt der Preis identisch.
Was ist ein Sachbezug — und wann ist er steuerfrei?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Ein Sachbezug ist jeder Teil des Arbeitslohns, der nicht als Geld fließt: Waren, Dienstleistungen, Kost, Wohnung oder ein Gutschein, der nur zum Einkaufen berechtigt. Steuerfrei bleibt er bis 50 Euro im Kalendermonat — so steht es seit 2022 in § 8 Absatz 2 Satz 11 EStG, vorher lag die Grenze bei 44 Euro. Wer also von der Personalabteilung eine Guthabenkarte angeboten bekommt oder selbst nach einem Extra ohne Abzüge fragen will, sucht genau diese Regel.
Der Gesetzestext ist knapp. SachbezĂĽge bleiben „auĂźer Ansatz, wenn die sich nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte ergebenden Vorteile insgesamt 50 Euro im Kalendermonat nicht ĂĽbersteigen“. Drei Wörter darin tragen die ganze Mechanik: „insgesamt“ heiĂźt, dass alle SachbezĂĽge eines Monats zusammengezählt werden. „Kalendermonat“ heiĂźt, dass nichts angespart wird. Und „Anrechnung der gezahlten Entgelte“ heiĂźt, dass ein Eigenanteil den Vorteil verringert.
FĂĽr diesen Ratgeber hat unsere Redaktion den Gesetzestext, das Schreiben des Bundesfinanzministeriums zur Abgrenzung von Geld- und Sachlohn und die Sachbezugswerte 2026 ausgewertet. Keine der Zahlen unten stammt aus Anbieterwerbung.
Freigrenze oder Freibetrag: Was passiert bei einem Cent zu viel?
Die 50 Euro sind eine Freigrenze, kein Freibetrag. Die Industrie- und Handelskammer Berlin beschreibt die Folge in ihrem Merkblatt zu Sachgeschenken (Stand 14. Juli 2022) eindeutig: Wird der Betrag in einem Monat ĂĽberschritten, ist der gesamte Wert der Sachzuwendungen dieses Monats steuer- und beitragspflichtig, nicht nur der ĂĽbersteigende Teil.
Ein Gutschein über 50,01 Euro kostet euch damit mehr als einer über 50 Euro. Mit den Annahmen aus unserem Rechenbeispiel weiter unten bleiben von 50,01 Euro nach Steuer und Sozialabgaben nur noch rund 24,43 Euro übrig. Bei einem Freibetrag wäre nur der eine Cent steuerpflichtig. Dasselbe Prinzip kennt ihr vielleicht von der 256-Euro-Grenze bei Kontoprämien.
Muss die 50-Euro-Grenze monatlich oder jährlich betrachtet werden?
Monatlich. Laut IHK Berlin lässt sich ein nicht ausgeschöpfter Monat weder auf den nächsten übertragen noch nachholen. Wer im März nur 30 Euro bekommt, darf im April trotzdem nicht 70 Euro steuerfrei erhalten. Eine Jahreskarte über 600 Euro, die im Januar auf einen Schlag übergeben wird, ist deshalb nicht steuerfrei — die Karte muss Monat für Monat mit höchstens 50 Euro aufgeladen werden.
Sachbezug 50 Euro: Was genau zählt — und was nicht?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Als Sachbezug zählen Gutscheine und Geldkarten nur dann, wenn sie ausschlieĂźlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen und die Kriterien des § 2 Absatz 1 Nummer 10 Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz erfĂĽllen. Das regelt § 8 Absatz 1 Satz 3 EStG seit dem 1. Januar 2022. Welche Karten das konkret sind, hat das Bundesfinanzministerium im BMF-Schreiben vom 15. März 2022 (Aktenzeichen IV C 5 – S 2334/19/10007 :007) mit Beispielen aufgelistet.
Die Liste folgt drei Typen. Alle drei sind steuerlich gleichwertig, sie unterscheiden sich nur darin, womit die Begrenzung erreicht wird.
Welche Gutscheine und Karten sind erlaubt?
- Ein Aussteller: Gutscheine, die nur für die eigene Produktpalette des Ausstellers gelten — etwa die Geschenkkarte einer Ladenkette mit einheitlichem Auftritt, einschließlich ihres Onlineshops, oder die Tankkarte einer bestimmten Tankstellenkette.
- Eine Region: Stadtgutscheine und City-Cards, Centergutscheine von Einkaufszentren und Outlets sowie regionale EinkaufsverbĂĽnde. Als Region gelten auch unmittelbar angrenzende zweistellige Postleitzahlbezirke.
- Eine enge Warengruppe: Karten nur fĂĽr Kraftstoff und Ladestrom, fĂĽr Nah- und Fernverkehr, Fitness, Streaming, Zeitungen, BĂĽcher, Beauty-Behandlungen oder Bekleidung samt Accessoires. Hier kommt es auf die Zahl der Akzeptanzstellen nicht an.
Eine Ausnahme ist für Online-Händler wichtig: Deren Karten zählen laut BMF nur, wenn sie ausschließlich für Waren aus dem eigenen Sortiment gelten. Lässt sich das Guthaben auch bei Fremdanbietern auf einem Marktplatz einlösen, ist es kein begünstigter Sachbezug.
Was ist kein Sachbezug?
Kein Sachbezug ist alles, was auf einen Geldbetrag lautet und wie Geld funktioniert. § 8 Absatz 1 Satz 2 EStG nennt zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen und Geldsurrogate ausdrücklich als Einnahmen in Geld. Das BMF zählt im selben Schreiben auf, wann eine Karte stets als Geldleistung gilt:
- Barauszahlung: Die Karte zahlt Guthaben in bar aus. Toleriert wird nur ein Restguthaben bis zu einem Euro.
- Eigene IBAN oder Überweisungen: Die Karte hat eine eigene Kontonummer oder lässt sich für Überweisungen nutzen, etwa über PayPal.
- Devisen und Krypto: Mit dem Guthaben lassen sich Fremdwährungen oder Kryptowährungen kaufen.
- Allgemeines Zahlungsmittel: Die Karte kann als generelles Zahlungsmittel hinterlegt werden, etwa eine Prepaid-Kreditkarte mit ĂĽberregionaler Akzeptanz.
- Geld zurück: Ihr kauft selbst ein und reicht den Beleg ein. Das ist eine nachträgliche Kostenerstattung und damit Geld, auch wenn der Arbeitgeber den Zweck vorgibt.
Das BMF rechnet ein Beispiel vor, das viele ĂĽberrascht: Eine Prepaid-Kreditkarte, monatlich mit 50 Euro aufgeladen und laut Arbeitsvertrag nur fĂĽr Kraftstoff erlaubt, ist trotzdem eine Geldleistung, weil sie technisch bei Millionen Akzeptanzstellen funktioniert. Die vertragliche Zweckbindung reicht nicht, die Begrenzung muss in der Karte selbst stecken.
Warum muss der Sachbezug zusätzlich zum Gehalt kommen?
Gutscheine und Guthabenkarten sind nur steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden, und was „zusätzlich“ heiĂźt, legt § 8 Absatz 4 EStG ĂĽber vier Bedingungen fest. Die Pflicht selbst steht im zweiten Halbsatz von § 8 Absatz 2 Satz 11 EStG. Das Bundesfinanzministerium formuliert die Konsequenz in Randnummer 4 des Schreibens vom 15. März 2022 so: „Der steuerliche Vorteil ist damit insbesondere im Rahmen von Gehaltsverzicht oder -umwandlungen ausgeschlossen.“
Alle vier Bedingungen mĂĽssen gleichzeitig erfĂĽllt sein:
- Die Leistung wird nicht auf den Anspruch auf Arbeitslohn angerechnet.
- Der Anspruch auf Arbeitslohn wird nicht zugunsten der Leistung herabgesetzt.
- Die Leistung ersetzt keine bereits vereinbarte künftige Lohnerhöhung.
- Fällt die Leistung weg, steigt der Arbeitslohn nicht.
Praktisch heißt das: Aus 3.000 Euro brutto dürfen nicht 2.950 Euro plus 50-Euro-Karte werden. Auch eine für Januar zugesagte Gehaltserhöhung lässt sich nicht nachträglich in eine Karte umwidmen. Umgekehrt schadet ein fester Anspruch nicht — nach Satz 2 derselben Vorschrift bleibt die Leistung zusätzlich, auch wenn sie im Arbeitsvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag steht.
Darf der Sachbezug durch eine Gehaltsumwandlung finanziert werden?
Nein, jedenfalls nicht bei Gutscheinen und Guthabenkarten. Genau diesen Fall schlieĂźen Gesetz und BMF aus. Wer euch einen „steuerfreien Gutschein statt Gehalt“ anbietet, bietet in Wahrheit steuerpflichtigen Lohn in anderer Form an. Das Risiko einer Nachforderung bei der Lohnsteuer-AuĂźenprĂĽfung trägt zunächst der Arbeitgeber, die Beiträge zur Sozialversicherung betreffen aber auch euren Anteil.
Sachbezug oder Gehaltserhöhung — was ist besser?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Für Beschäftigte ist der Sachbezug fast immer besser: Von 50 Euro Sachbezug kommen 50 Euro an, von 50 Euro Gehaltserhöhung in unserem Beispiel nur rund 24,42 Euro. Grundlage sind die Beitragssätze 2026 laut Techniker Krankenkasse: Rentenversicherung 18,6 Prozent, Arbeitslosenversicherung 2,6 Prozent, Krankenversicherung 14,6 Prozent plus durchschnittlich 2,9 Prozent Zusatzbeitrag und Pflegeversicherung 3,6 Prozent.
Daraus ergibt sich für Beschäftigte mit Kind ein Arbeitnehmeranteil von 21,15 Prozent, für Kinderlose wegen des Zuschlags in der Pflegeversicherung von 21,75 Prozent. Für die Lohnsteuer nehmen wir einen persönlichen Grenzsteuersatz von 30 Prozent an. Die Rechnung ist bewusst vereinfacht: Vorsorgepauschale, Kirchensteuer und Umlagen des Arbeitgebers bleiben außen vor.
| Pro Monat | Gehaltsplus | Sachbezug |
|---|---|---|
| Bruttowert | 50,00 € | 50,00 € |
| Sozialabgaben Arbeitnehmer | 10,57 € | 0,00 € |
| Lohnsteuer (30 %) | 15,00 € | 0,00 € |
| Bei euch kommt an | 24,42 € | 50,00 € |
| Kosten Arbeitgeber | 60,58 € | 50,00 € |
Eigene Beispielrechnung, Stand 30.09.2026. Annahmen: Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil je 21,15 Prozent (mit Kind, durchschnittlicher Zusatzbeitrag), Grenzsteuersatz 30 Prozent, kein Solidaritätszuschlag, keine Kirchensteuer. Gebühren eines Kartenanbieters sind nicht eingerechnet; laut BMF sind sie für euch kein zusätzlicher Arbeitslohn.
Aufs Jahr gerechnet stehen 600 Euro Sachbezug gegen rund 293 Euro netto aus der Gehaltserhöhung. Der Arbeitgeber zahlt für die Gehaltserhöhung rund 727 Euro, für den Sachbezug 600 Euro. Soll bei euch derselbe Betrag ankommen, müsste er das Gehalt um rund 102 Euro brutto im Monat anheben — das kostet ihn mit seinem Anteil etwa 124 Euro, also mehr als doppelt so viel.
Der Sachbezug hat aber zwei Nachteile, die in keiner Tabelle stehen. Er erhöht weder die Rentenansprüche noch Lohnersatzleistungen wie Kranken- oder Elterngeld, weil keine Beiträge fließen. Und er ist zweckgebunden: 50 Euro bei einer Tankstellenkette helfen nur, wenn ihr dort ohnehin tankt. Wer das Geld frei braucht, fährt mit einem höheren Gehalt trotz Abzügen manchmal besser.
Sachbezug brutto oder netto — wo taucht er in der Abrechnung auf?
Der Arbeitgeber muss den Sachbezug im Lohnkonto erfassen, getrennt vom Barlohn und mit Abgabetag und Wert — das schreibt § 4 Absatz 2 Nummer 3 der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung vor. Auf eurer Abrechnung erscheint er deshalb oft als eigene Zeile, erhöht aber weder das steuerpflichtige Brutto noch mindert er das Netto. Wird er zusätzlich zum Lohn gezahlt, bleibt euer Überweisungsbetrag gleich.
Welche steuerfreien Extras gibt es neben den 50 Euro?
Neben den 50 Euro im Monat gibt es mindestens drei weitere Wege: Aufmerksamkeiten bis 60 Euro je persönlichem Anlass, den Rabattfreibetrag von 1.080 Euro im Jahr und verbilligte Mahlzeiten zum amtlichen Sachbezugswert von 4,57 Euro. Sie folgen eigenen Regeln und lassen sich teilweise mit dem monatlichen Sachbezug kombinieren.
Aufmerksamkeiten bis 60 Euro zu persönlichen Anlässen
Sachgeschenke aus einem besonderen persönlichen Anlass gehören nach R 19.6 der Lohnsteuer-Richtlinien nicht zum Arbeitslohn, wenn sie höchstens 60 Euro einschließlich Umsatzsteuer kosten. Typische Anlässe sind laut IHK Berlin Geburtstag, Heirat oder die Geburt eines Kindes. Auch diese 60 Euro sind eine Freigrenze, sie können aber mehrfach im Jahr genutzt werden, wenn mehrere Anlässe zusammenkommen. Ein Gutschein über 60 Euro zum runden Geburtstag bleibt so steuerfrei — zusätzlich zum monatlichen Sachbezug.
Zwei Grenzen sind wichtig. Geldgeschenke fallen nie unter diese Regel, auch ein 20-Euro-Schein zum Geburtstag ist steuerpflichtig. Und Weihnachten gilt nicht als persönlicher Anlass, weil es jedes Jahr für alle gleich kommt. Wie das Weihnachtsgeld versteuert wird, steht in einem eigenen Ratgeber.
Personalrabatt: 1.080 Euro Rabattfreibetrag im Jahr
Wer Waren oder Dienstleistungen seines eigenen Arbeitgebers verbilligt bekommt, fällt unter § 8 Absatz 3 EStG. Dort wird der Endpreis um 4 Prozent gemindert, und der verbleibende Vorteil ist steuerfrei, soweit er 1.080 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigt. Anders als die 50 Euro ist das ein Freibetrag: Nur was darüber liegt, wird versteuert. Die Regel gilt allerdings nur für Produkte, die der Arbeitgeber selbst herstellt oder vertreibt, nicht für eingekaufte Gutscheine eines Dritten.
Essen: Sachbezugswerte 2026 fĂĽr Mahlzeiten
Kantinenessen und verbilligte Mahlzeiten werden nicht mit ihrem Preis, sondern mit einem amtlichen Sachbezugswert angesetzt. Für 2026 hat das Bundesfinanzministerium ihn im Schreiben vom 29. Dezember 2025 bekanntgegeben, Grundlage ist die 16. Änderungsverordnung zur Sozialversicherungsentgeltverordnung.
| Mahlzeit | je Mahlzeit | je Monat |
|---|---|---|
| Frühstück | 2,37 € | 71 € |
| Mittagessen | 4,57 € | 137 € |
| Abendessen | 4,57 € | 137 € |
| Vollverpflegung | 11,50 € | 345 € |
Stand 01.01.2026. Tageswerte laut BMF-Schreiben vom 29.12.2025, Monatswerte laut § 2 Sozialversicherungsentgeltverordnung. Zahlt ihr für ein Kantinenessen mindestens den Sachbezugswert, entsteht kein geldwerter Vorteil.
Zahlt ihr in der Kantine für ein Mittagessen mindestens 4,57 Euro, bleibt nichts zu versteuern. Essensmarken und digitale Zuschüsse zu Mahlzeiten ordnet das BMF ebenfalls als Sachbezug ein, für sie gilt aber eine eigene Richtlinienregel (R 8.1 Absatz 7 Nummer 4 LStR) mit eigener Höchstgrenze je Arbeitstag. Die genaue Zuschusshöhe gehört in die Absprache mit der Lohnbuchhaltung.
Jobticket, Deutschlandticket und Jobrad: Zählen sie zu den 50 Euro?

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Nein, Jobticket und Dienstrad laufen über eigene Steuerbefreiungen in § 3 EStG und belasten die 50-Euro-Grenze nicht. Beide Befreiungen verlangen aber ebenfalls, dass die Leistung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn kommt.
Zuschüsse zu Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind nach § 3 Nummer 15 EStG steuerfrei, auch für das Deutschlandticket als Jobticket. Einen Haken gibt es: Die steuerfreien Zuschüsse mindern laut Satz 3 der Vorschrift die Entfernungspauschale, die ihr in der Steuererklärung ansetzen könnt. Wie viel ihr über ein Jobticket beim Deutschlandticket spart, rechnen wir im Ratgeber zu den Deutschlandticket-Kosten vor.
Die private Nutzung eines betrieblichen Fahrrads ist nach § 3 Nummer 37 EStG steuerfrei, wenn es zusätzlich zum Lohn überlassen wird. Die Vorschrift ist befristet: Nach § 52 Absatz 4 EStG gilt sie letztmals für das Jahr 2030. Läuft das Dienstrad über eine Gehaltsumwandlung, greift die Steuerfreiheit nicht, dann wird der private Nutzungsvorteil versteuert.
Wer seinen Arbeitsweg mit dem Auto fährt, kann den monatlichen Sachbezug stattdessen als Tankkarte nutzen. Welche Tankkarten dafür taugen und wie sich das mit Bonusprogrammen kombinieren lässt, steht im Ratgeber Gratis tanken.
DĂĽrfen Minijobber auch SachbezĂĽge erhalten?
Ja, und für sie ist der Sachbezug besonders interessant. Die Verdienstgrenze im Minijob liegt 2026 laut Minijob-Zentrale bei 603 Euro im Monat, abgeleitet aus dem Mindestlohn von 13,90 Euro. Ein steuerfreier Sachbezug zählt nicht zum Arbeitsentgelt, weil lohnsteuerfreie Zuwendungen, die zusätzlich zum Lohn kommen, nach § 1 der Sozialversicherungsentgeltverordnung kein Arbeitsentgelt sind.
Ein Minijob mit 603 Euro Lohn plus 50 Euro Sachbezug bleibt also ein Minijob. Auch hier gilt die Zusätzlichkeit: Wer den Stundenlohn senkt, um Platz für den Gutschein zu schaffen, verliert den Vorteil. Wie viele Stunden in die Grenze passen, zeigt der Ratgeber zu den Minijob-Stunden. Für Teilzeitkräfte gilt dieselbe Grenze von 50 Euro wie für Vollzeitkräfte, sie hängt nicht an der Arbeitszeit.
Wie sprecht ihr euren Arbeitgeber auf den Sachbezug an?
Am besten mit einer konkreten Zahl: Für den Arbeitgeber kostet ein Sachbezug von 600 Euro im Jahr rund 127 Euro weniger als eine Gehaltserhöhung um denselben Bruttobetrag, und bei euch kommt etwa doppelt so viel an. Ein Anspruch auf einen Sachbezug besteht nicht, er ist eine freiwillige Leistung. Ein sachliches Gespräch mit Rechnung ist deshalb meist erfolgreicher als eine Forderung.
Diese vier Punkte gehören in das Gespräch:
- Zeitpunkt: Sprecht den Sachbezug zusammen mit dem Jahresgespräch an, aber nicht als Ersatz für eine bereits zugesagte Erhöhung — das wäre nach § 8 Absatz 4 EStG schädlich.
- Kartenart: Fragt, ob euer Arbeitgeber eine Karte für eine Region, eine Kette oder einen Zweck wie Tanken oder Fitness nutzt. Ihr könnt Wünsche äußern; die Auswahl, welche Varianten zulässig sind, trifft der Arbeitgeber mit seiner Lohnbuchhaltung.
- Aufladung: Monatlich höchstens 50 Euro, keine Sammelaufladung für mehrere Monate.
- Andere Sachbezüge: Klärt, ob ihr schon Sachbezüge erhaltet, die auf die 50 Euro angerechnet werden. Sonst reißt die neue Karte die Freigrenze.
Wo lassen sich Sachbezugskarten einlösen?
Überall dort, wo der Kartenherausgeber einen Akzeptanzvertrag hat — und das ist bewusst begrenzt: eine Stadt oder Region, eine Kette mit ihrem Onlineshop oder ein Zweck wie Kraftstoff, Fitness oder Bücher. Welche Geschäfte teilnehmen, zeigt das Verzeichnis des jeweiligen Kartenherausgebers. Eine Karte, die überall funktioniert, wäre steuerlich gerade keine Sachbezugskarte mehr.
MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt. In unserer Zentral-Datenbank stehen seit 2019 genau 36 Deal-Beiträge und Userdeals zu rabattierten Geschenk-, Guthaben- oder Tankkarten, die veröffentlicht oder inzwischen abgelaufen sind (Stand: 30. September 2026). Solche Aktionen betreffen gekaufte Karten, nicht die Karte vom Arbeitgeber — aber wer seinen Sachbezug bei einer Kette einlöst, kann dort genauso auf Coupons und Aktionspreise achten.
Vor- & Nachteile im Ăśberblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Bis 600 Euro im Jahr ohne Steuer und Abgaben | Ein Cent ĂĽber 50 Euro macht alles steuerpflichtig |
| 50 Euro kommen voll an, Gehaltsplus nur rund die Hälfte | Keine Gehaltsumwandlung, nur zusätzlich zum Lohn |
| Minijob-Grenze von 603 Euro bleibt unberührt | Keine Rentenpunkte, kein höheres Kranken- oder Elterngeld |
| Kombinierbar mit 60-Euro-Aufmerksamkeiten und Jobticket | Guthaben nur bei begrenzten Akzeptanzstellen nutzbar |
Häufige Fragen zum steuerfreien Sachbezug
Was passiert, wenn die 50-Euro-Grenze auch nur um einen Cent ĂĽberschritten wird?
Dann ist der gesamte Sachbezug des Monats steuer- und beitragspflichtig, nicht nur der Cent. Das liegt daran, dass die 50 Euro in § 8 Absatz 2 Satz 11 EStG eine Freigrenze sind. In unserem Rechenbeispiel bleiben von 50,01 Euro nach Abzügen nur rund 24,43 Euro übrig.
Müssen die Gutscheine zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden?
Ja. Für Gutscheine und Geldkarten verlangt das Gesetz ausdrücklich die Zusätzlichkeit, die § 8 Absatz 4 EStG mit vier Bedingungen definiert. Ein Gutschein, der aus einer Gehaltsumwandlung stammt oder eine zugesagte Lohnerhöhung ersetzt, ist steuerpflichtig.
Welche Dokumentationspflichten bestehen gegenĂĽber dem Finanzamt?
Sie liegen beim Arbeitgeber. Er muss Sachbezüge nach § 4 Absatz 2 Nummer 3 der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung im Lohnkonto einzeln bezeichnen, mit Abgabetag oder Abgabezeitraum, Abgabeort und Wert. Zusätzlich muss er laut BMF die Begrenzung der Karte durch technische Vorkehrungen und Verträge sicherstellen.
Ist der Unterschied zwischen 44 und 50 Euro noch wichtig?
Nur für Altfälle. Bis zum 31. Dezember 2021 lag die Freigrenze bei 44 Euro, seit dem 1. Januar 2022 gelten 50 Euro. Wer noch Unterlagen oder Anbieterseiten mit 44 Euro findet, liest einen veralteten Stand.
Kann ich den Sachbezug in der Steuererklärung angeben?
Das ist nicht nötig. Ein steuerfreier Sachbezug erscheint nicht als steuerpflichtiger Arbeitslohn und muss nicht zusätzlich erklärt werden. Hat der Arbeitgeber ihn fälschlich versteuert, hilft der Blick in die Lohnsteuerbescheinigung und notfalls ein Einspruch gegen den Steuerbescheid.
DĂĽrfen Ăśberstunden durch Gutscheine ausgezahlt werden?
Steuerfrei nicht. Überstunden sind geschuldeter Arbeitslohn, ein Gutschein an ihrer Stelle würde genau diesen Lohn ersetzen. Damit fehlt die Zusätzlichkeit nach § 8 Absatz 4 EStG, und der Gutschein wird wie normales Gehalt versteuert.
Fazit: 600 Euro im Jahr, wenn die Karte und der Zeitpunkt stimmen
Der steuerfreie Sachbezug ist der einfachste Weg zu mehr Netto, weil 50 Euro im Monat vollständig ankommen und den Arbeitgeber weniger kosten als eine Gehaltserhöhung. Er funktioniert aber nur mit einer begrenzten Karte, als echtes Extra zum Lohn und mit strikt 50 Euro pro Monat. Diese Steuerregeln sind keine Beratung im Einzelfall — bei zwei Jobs, Gehaltsumwandlungen oder Sonderfällen hilft eine Steuerberatung weiter.
- Regel 1: Höchstens 50 Euro im Monat, alle Sachbezüge zusammengerechnet.
- Regel 2: Nur zusätzlich zum Lohn, nie aus einer Gehaltsumwandlung.
- Regel 3: Karte mit begrenzter Akzeptanz, ohne Bargeld, IBAN oder Ăśberweisungsfunktion.
Wie ihr das Guthaben dann noch weiter streckt, zeigen die täglich geprüften Angebote auf der MonsterDealz-Startseite.