KontoprÀmie versteuern 2026: Die 256-Euro-Falle einfach erklÀrt

Eine KontoprĂ€mie mĂŒsst ihr versteuern, sobald alle solchen PrĂ€mien zusammen im Kalenderjahr 256 Euro erreichen — und dann nicht nur den Teil ĂŒber 256 Euro, sondern den kompletten Betrag. Bleibt ihr darunter, ist die PrĂ€mie komplett steuerfrei. Das klingt nach einem Detail, entscheidet aber darĂŒber, ob ihr aus einer 250-Euro-WechselprĂ€mie netto 250 Euro oder nur rund 160 Euro behaltet. Dieser Ratgeber zeigt euch, wie die Freigrenze funktioniert, welche Banken den Steuer-Passus selbst abdrucken und wie ihr legal das Maximum herausholt — Stand: Juni 2026.

📌 Das Wichtigste in KĂŒrze

  • ✅ Konto- und WechselprĂ€mien zĂ€hlen als „sonstige EinkĂŒnfte“ nach § 22 Nr. 3 EStG — steuerfrei bis 255 Euro pro Jahr.
  • ✅ Ab 256 Euro im Kalenderjahr wird der gesamte Betrag steuerpflichtig (Freigrenze, kein Freibetrag).
  • ✅ Die Bank zieht meist keine Steuer ab — ihr mĂŒsst die PrĂ€mie selbst in der Anlage SO angeben.
  • ✅ Tipp: PrĂ€mien ĂŒber zwei Kalenderjahre strecken oder auf beide Ehepartner aufteilen — die Grenze gilt pro Person.

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MĂŒsst ihr eure KontoprĂ€mie ĂŒberhaupt versteuern?

KontoprÀmie versteuern: Taschenrechner, Steuerformular und 256-Euro-Freigrenze auf dem Schreibtisch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Ja — aber nur, wenn ihr im Kalenderjahr 256 Euro oder mehr an solchen PrĂ€mien einsammelt. Eine einzelne WechselprĂ€mie von 100 oder 200 Euro bleibt damit fast immer steuerfrei. Das Finanzamt ordnet BankprĂ€mien fĂŒr die Eröffnung eines Girokontos oder die Übertragung eines Depots den „EinkĂŒnften aus sonstigen Leistungen“ nach § 22 Nr. 3 EStG zu.

Wichtig ist die Summe, nicht die einzelne PrĂ€mie. Wer 2026 bei drei Banken je 100 Euro kassiert, liegt mit 300 Euro ĂŒber der Grenze — und versteuert alle 300 Euro. Wer dagegen nur eine 200-Euro-PrĂ€mie holt, zahlt keinen Cent. FĂŒr diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die aktuellen Teilnahmebedingungen mehrerer Banken sowie die Vorgaben aus § 22 EStG und dem BMF-Schreiben zur Abgeltungsteuer ausgewertet.

Was bedeutet die 256-Euro-Freigrenze genau?

Die 256-Euro-Marke ist eine Freigrenze, kein Freibetrag — und dieser Unterschied kostet im Zweifel bares Geld. Bei einer Freigrenze gilt: Liegt ihr auch nur einen Euro darĂŒber, wird der komplette Betrag steuerpflichtig. Bei einem Freibetrag (wie dem Sparer-Pauschbetrag) wĂ€re dagegen nur der ĂŒbersteigende Teil betroffen.

Das Rechenbeispiel macht es deutlich:

  • 255 Euro PrĂ€mien im Jahr: komplett steuerfrei — ihr behaltet 255 Euro.
  • 256 Euro PrĂ€mien im Jahr: der gesamte Betrag ist steuerpflichtig. Bei einem persönlichen Steuersatz von 35 Prozent bleiben netto nur rund 166 Euro.

Ein einziger Euro mehr kann also fast 90 Euro Steuer auslösen. Maßgeblich ist immer die Summe aller sonstigen Leistungen eines Kalenderjahres — dazu zĂ€hlen neben BankprĂ€mien zum Beispiel auch Einnahmen aus gelegentlicher Vermietung oder die THG-Quote fĂŒrs E-Auto. Die Freigrenze von 256 Euro gilt 2026 unverĂ€ndert.

§ 22 Nr. 3 EStG oder § 20 EStG — wovon hĂ€ngt das ab?

Entscheidend ist, wofĂŒr die Bank zahlt: FĂŒr die reine Konto- oder Depoteröffnung greift § 22 Nr. 3 EStG mit der 256-Euro-Freigrenze. Wird die PrĂ€mie dagegen als Zinsersatz oder Guthabenverzinsung gezahlt, ist sie ein Kapitalertrag nach § 20 EStG — dann gilt der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) und die Bank fĂŒhrt automatisch Abgeltungsteuer ab.

Eine Sonderregel betrifft Depotwechsel: Zahlt eine Bank die PrĂ€mie unter der Bedingung, dass ihr das Geld sofort in Wertpapiere anlegt, mindert die PrĂ€mie laut BMF die Anschaffungskosten dieser Wertpapiere. Versteuert wird sie dann erst beim spĂ€teren Verkauf — nicht ĂŒber die Freigrenze. Bei reinen Bar- oder SachprĂ€mien fĂŒr die Kontoeröffnung bleibt es dagegen bei § 22 Nr. 3 EStG.

Übrigens: SachprĂ€mien wie ein Tablet zĂ€hlen mit ihrem ĂŒblichen Verkaufspreis. Reine Rabatte — etwa vergĂŒnstigte Orderkosten fĂŒr eine bestimmte Zahl an Trades — gelten dagegen als steuerfrei und belasten die Freigrenze nicht.

Welche Banken nutzen den Steuer-Passus?

Banken mit Steuerhinweis zur KontoprÀmie: ING, comdirect, TARGOBANK und norisbank im Vergleich

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Viele große Direktbanken drucken den 256-Euro-Hinweis direkt in ihre Werbe- und Teilnahmebedingungen. Der von euch genannte Passus stammt nahezu wörtlich aus den Bedingungen von ING und 1822direkt: Die PrĂ€mie ist steuerfrei, solange die sonstigen EinkĂŒnfte nach § 22 Nr. 3 EStG inklusive dieser PrĂ€mie unter 256 Euro im Kalenderjahr bleiben — und die persönlichen Folgen sollt ihr mit eurem Steuerberater abstimmen.

Diese Institute verwenden 2026 einen vergleichbaren Hinweis:

  • ING: klassischer Wortlaut, aktuell rund 200 Euro fĂŒrs Girokonto bei monatlichem Geldeingang.
  • 1822direkt: wortgleicher Passus, PrĂ€mie zuletzt bis zu 125 Euro plus Empfehlungsbonus.
  • TARGOBANK: DepotwechselprĂ€mie mit explizitem § 22 Nr. 3-Hinweis und der 256-Euro-Grenze.
  • norisbank: nennt die BarprĂ€mie ausdrĂŒcklich „sonstige EinkĂŒnfte“ mit 256-Euro-Freigrenze.
  • comdirect / Commerzbank: Giro- und Kunden-werben-Kunden-PrĂ€mien mit 256-Euro-Hinweis.
  • Consorsbank: nutzt nicht die Freigrenzen-Logik, sondern zieht bei DepotprĂ€mien direkt Kapitalertragsteuer ab.

Der Hinweis ist also kein Bank-Spleen, sondern korrekte Anwendung des Steuerrechts. Eine aktuelle Übersicht passender Konten findet ihr in unserer Girokonto- & Tagesgeld-Kategorie.

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Wer zieht die Steuer ab — die Bank oder ihr selbst?

Bei klassischen Giro- und DepotprĂ€mien zieht die Bank in der Regel keine Steuer ab — die Verantwortung liegt bei euch. Überschreitet ihr die 256-Euro-Grenze, tragt ihr die Summe selbst in die Anlage SO („Sonstige EinkĂŒnfte“) eurer SteuererklĂ€rung ein. Die Einnahmen kommen in die entsprechende Zeile fĂŒr Leistungen nach § 22 Nr. 3 EStG.

Anders bei KapitalertrĂ€gen: Hat die Bank die PrĂ€mie als Zinsersatz eingestuft, behĂ€lt sie die Abgeltungsteuer automatisch ein, und ihr mĂŒsst nichts weiter tun. Aufpassen solltet ihr bei der Consorsbank und bei comdirect-DepotprĂ€mien zur Direktinvestition — hier kann bereits Kapitalertragsteuer abgezogen worden sein. Gebt ihr die PrĂ€mie dann zusĂ€tzlich in der Anlage SO an, droht eine doppelte Versteuerung. Im Zweifel lohnt der Blick in die Steuerbescheinigung der Bank.

Verschweigen ist keine gute Idee: Das Finanzamt erhĂ€lt ĂŒber Kontrollmitteilungen Kenntnis von solchen Zahlungen. Wer oberhalb der Freigrenze nichts angibt, riskiert den Vorwurf der SteuerverkĂŒrzung.

So holt ihr legal das Maximum aus der Freigrenze

Steuertipps fĂŒr KontoprĂ€mien: PrĂ€mien ĂŒber zwei Kalenderjahre strecken und auf Ehepartner aufteilen

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Mit etwas Planung bleibt ihr legal unter der Grenze und kassiert trotzdem mehrere PrĂ€mien. Der wichtigste Hebel ist der Zeitpunkt: Wer eine PrĂ€mie auf den Dezember und die nĂ€chste auf den Januar legt, nutzt die Freigrenze in zwei Kalenderjahren — also zweimal 255 Euro statt einmal.

Diese vier Strategien funktionieren in der Praxis:

  • Über Kalenderjahre strecken: PrĂ€mien-Auszahlungen so timen, dass pro Jahr unter 256 Euro zusammenkommen.
  • Auf Ehepartner aufteilen: Die Freigrenze gilt pro Person — ein Paar kann je ein Konto auf einen Partner eröffnen und so 2 × 255 Euro steuerfrei vereinnahmen.
  • Rabatte statt Bargeld wĂ€hlen: Bietet die Bank ein Wahlrecht, sind Order-Rabatte steuerfrei und belasten die Freigrenze nicht.
  • Werbungskosten abziehen: Porto oder Fahrtkosten mindern den steuerpflichtigen Saldo — maßgeblich ist Einnahme minus Kosten.

Ein Wort zur Vorsicht: Wer Jahr fĂŒr Jahr systematisch Dutzende Konten eröffnet und vierstellige PrĂ€miensummen einstreicht, riskiert die Einstufung als gewerbliche TĂ€tigkeit. SpĂ€testens dann gehört das Thema in die HĂ€nde eines Steuerberaters. Wer regelmĂ€ĂŸig Konten wechselt, sollte zusĂ€tzlich seinen SCHUFA-Score im Blick behalten und gezielt optimieren — viele parallele Kontoeröffnungen und -kĂŒndigungen können sich auf den Score auswirken.

Wer die Freigrenze ĂŒber mehrere Jahre nutzen will, wechselt regelmĂ€ĂŸig die Bank. Wie das ohne LĂŒcke bei Lastschriften und DauerauftrĂ€gen gelingt, steht im Ratgeber Bank wechseln.

Vor- & Nachteile im Überblick

✅ Vorteile ❌ Nachteile
 Bis 255 Euro pro Jahr komplett steuerfrei  Ab 256 Euro wird der ganze Betrag steuerpflichtig
 Freigrenze gilt pro Person — Aufteilung möglich  Selbstdeklaration in Anlage SO nötig
 Rabatte statt Bargeld bleiben steuerfrei  Doppelversteuerung bei DepotprÀmien möglich
 Über zwei Kalenderjahre doppelt nutzbar  Serielles Kontohopping kann gewerblich werden

HÀufige Fragen zur Versteuerung von KontoprÀmien

Ist eine KontoprÀmie von 100 Euro steuerfrei?

Ja, eine einzelne PrĂ€mie von 100 Euro ist steuerfrei, solange ihr im selben Kalenderjahr nicht zusĂ€tzlich weitere sonstige Leistungen ĂŒber 155 Euro habt. Erst die Summe aller solchen Einnahmen entscheidet — ab 256 Euro insgesamt wird alles steuerpflichtig.

Was ist der Unterschied zwischen Freigrenze und Freibetrag?

Bei der Freigrenze von 256 Euro ist ab dem Überschreiten der gesamte Betrag steuerpflichtig. Bei einem Freibetrag — etwa dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro — bleibt der Betrag bis zur Grenze frei, und nur der ĂŒbersteigende Teil wird versteuert.

Wo trage ich die KontoprÀmie in der SteuererklÀrung ein?

Übersteigt ihr die 256-Euro-Grenze, gehört die Summe in die Anlage SO unter „Leistungen“ nach § 22 Nr. 3 EStG. Liegt ihr darunter, mĂŒsst ihr nichts angeben. Werbungskosten wie Porto dĂŒrft ihr von den Einnahmen abziehen.

Zieht die Bank die Steuer automatisch ab?

Bei klassischen Giro- und DepotprĂ€mien meist nicht — ihr seid selbst verantwortlich. Wird die PrĂ€mie dagegen als Kapitalertrag eingestuft (Zinsersatz), behĂ€lt die Bank die Abgeltungsteuer automatisch ein. Bei manchen DepotprĂ€mien zieht die Bank ebenfalls direkt Steuer ab.

Wie versteuere ich eine SachprÀmie wie ein Tablet?

Eine SachprĂ€mie zĂ€hlt mit ihrem ĂŒblichen Verkaufspreis (gemeiner Wert) als sonstige Einnahme. Dieser Wert fließt genauso in die 256-Euro-Freigrenze ein wie eine BarprĂ€mie. Reine Rabatte auf GebĂŒhren oder Orderkosten bleiben dagegen steuerfrei.

Darf ich mehrere KontoprÀmien im selben Jahr kassieren?

Ja, das ist erlaubt — ihr mĂŒsst nur die Summe im Blick behalten. Liegen alle PrĂ€mien zusammen unter 256 Euro, bleibt alles steuerfrei. DarĂŒber wird der komplette Betrag versteuert. Eine Aufteilung auf zwei Jahre oder beide Ehepartner umgeht das legal.

Kann hÀufiges Kontowechseln zum Problem werden?

Bei vereinzelten Wechseln nein. Wer aber systematisch und dauerhaft viele Konten zur PrĂ€mienjagd eröffnet, riskiert die Einstufung als gewerbliche TĂ€tigkeit mit Gewerbe- und Umsatzsteuerpflicht. Außerdem können viele Kontoeröffnungen euren SCHUFA-Score beeinflussen.

Fazit: Mit Planung bleibt die PrÀmie steuerfrei

KontoprĂ€mien sind eine der einfachsten Spar-Quellen — und fĂŒr die meisten von euch bleiben sie komplett steuerfrei. Der entscheidende Punkt ist die 256-Euro-Freigrenze: Wer pro Kalenderjahr darunter bleibt, behĂ€lt jeden Cent. Wer mehr kassiert, sollte die PrĂ€mien zeitlich strecken, auf den Partner aufteilen und ab 256 Euro sauber die Anlage SO ausfĂŒllen.

  • Unter 256 Euro/Jahr bleiben → steuerfrei, kein Aufwand.
  • Über die Grenze? → ganzer Betrag in die Anlage SO, im Zweifel Steuerberater fragen.
  • Strecken & aufteilen → zwei Jahre, zwei Personen = doppelte Freigrenze.

Die aktuell besten Konten mit PrĂ€mie sammeln wir laufend in unserer Girokonto- & Tagesgeld-Übersicht — und alle weiteren Spar-Themen findet ihr auf der MonsterDealz-Startseite.

Dieser Ratgeber wurde erstellt von Florian — SchnĂ€ppchen-Experte seit 2009, bekannt aus den Medien. Stand: Juni 2026.

Welche Programme ĂŒberhaupt PrĂ€mien zahlen und wie schnell mehrere Werbungen die Freigrenze reißen, steht im Überblick Kunden werben Kunden.

Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und GrĂŒnder von MonsterDealz.de. Seit ĂŒber 17 Jahren spĂŒre ich tĂ€glich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „SchnĂ€ppchen richtig jagen: Der Insider-Guide fĂŒr smarte Online-KĂ€ufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr ĂŒber mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder ĂŒber die Kontaktseite.

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