Weihnachtsgeld 2026: Anspruch, Auszahlung und was netto bleibt

Weihnachtsgeld bekommt rund die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland — einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es aber nicht. Ob ihr Geld seht, entscheidet euer Arbeitsvertrag, ein Tarifvertrag oder die betriebliche Übung; die tariflichen Beträge reichen von 250 bis über 4.200 Euro. Dieser Ratgeber erklärt Anspruch, Auszahlung, Steuer, Rückzahlung — und wann ihr das Geld am besten ausgebt. Stand: August 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • 51 Prozent aller Beschäftigten bekommen Weihnachtsgeld — mit Tarifvertrag sind es 77 Prozent (WSI, November 2025)
  • Es gibt kein Gesetz dazu: Anspruch entsteht aus Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder betrieblicher Übung
  • Ist die Zahlung Gegenleistung für geleistete Arbeit, ist eine Stichtagsklausel laut BAG unwirksam
  • Ausgeben lohnt im November: Dort liegen 11,3 Prozent unserer Deals, im Dezember nur 7,5 Prozent

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Wer bekommt Weihnachtsgeld — und wie hoch ist es?

Weihnachtsgeld Gehaltsabrechnung November Anspruch prüfen

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

51 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland bekommen Weihnachtsgeld — das ergab eine Auswertung des WSI-Tarifarchivs der Hans-Böckler-Stiftung unter 58.119 Beschäftigten (Stand: November 2025). Weihnachtsgeld ist eine jährliche Sonderzahlung des Arbeitgebers, die traditionell zum Jahresende ausgezahlt wird und rechtlich als Gratifikation, Jahressonderzahlung oder 13. Monatsgehalt ausgestaltet sein kann.

Der größte Unterschied liegt bei der Tarifbindung: In tarifgebundenen Betrieben erhalten 77 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld, in Betrieben ohne Tarifvertrag nur 41 Prozent. WSI-Tarifexperte Dr. Malte Lübker ordnet das so ein: „Tarifverträge lohnen sich für die Beschäftigten nicht nur zu Weihnachten, sondern das ganze Jahr über.“

Auch bei der Höhe ist die Spanne enorm. Bei mittleren Entgeltgruppen reichen die tariflichen Ansprüche laut derselben Auswertung von 250 Euro in der bayerischen Landwirtschaft bis zu 4.235 Euro in der chemischen Industrie Nordrhein. In den meisten Tarifverträgen wird das Weihnachtsgeld als fester Prozentsatz des Monatsentgelts berechnet — häufig zwischen 50 und 100 Prozent eines Monatsgehalts.

  • Nach Geschlecht: Männer 54 Prozent, Frauen 48 Prozent
  • Nach Region: Westdeutschland 53 Prozent, Ostdeutschland 41 Prozent
  • Nach Tarifbindung: mit Tarifvertrag 77 Prozent, ohne 41 Prozent
  • Berechnungsart: meist Prozentsatz vom Monatsentgelt, seltener Festbetrag

Die vollständige Auswertung samt Branchentabelle veröffentlicht die Hans-Böckler-Stiftung in ihrer Pressemitteilung zum Weihnachtsgeld.

Habe ich Anspruch auf Weihnachtsgeld?

Einen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld gibt es in Deutschland nicht — deshalb geht etwa die Hälfte der Beschäftigten leer aus. Ein Anspruch kann sich aber aus vier Quellen ergeben, und ihr prüft sie am besten in dieser Reihenfolge:

  • Arbeitsvertrag: Steht dort eine Sonderzahlung, ist sie in der Regel bindend. Achtet auf Formulierungen wie „freiwillig“ und „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht“.
  • Tarifvertrag: Gilt in eurem Betrieb ein Tarifvertrag, regelt er Höhe, Stichtag und Auszahlungsmonat verbindlich.
  • Betriebsvereinbarung: Zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat geschlossen, wirkt sie wie ein Tarifvertrag für den Betrieb.
  • Betriebliche Übung: Zahlt der Arbeitgeber dreimal in Folge vorbehaltlos dieselbe Leistung, kann daraus ein dauerhafter Anspruch entstehen.

Was bedeutet betriebliche Übung genau?

Die betriebliche Übung ist der Weg, über den ein Anspruch ohne schriftliche Zusage entsteht: Wiederholt der Arbeitgeber eine Leistung regelmäßig und vorbehaltlos, dürfen Beschäftigte darauf vertrauen, dass sie fortgesetzt wird. In der arbeitsrechtlichen Praxis gilt eine dreimalige vorbehaltlose Zahlung als Faustregel. Entscheidend ist das Wort vorbehaltlos — ein wirksamer Freiwilligkeitsvorbehalt bei jeder einzelnen Zahlung verhindert, dass die Übung entsteht.

Hinweis: Dieser Artikel erklärt die Rechtslage allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei einem konkreten Streit über euren Anspruch sind Betriebsrat, Gewerkschaft oder eine Fachanwältin für Arbeitsrecht die richtige Adresse.

Wann wird das Weihnachtsgeld ausgezahlt?

Der übliche Auszahlungstermin ist die Novemberabrechnung — also der Lohn, der Ende November auf dem Konto landet; ein Teil der Tarifverträge sieht stattdessen den Dezember vor. Ein gesetzlich festgelegtes Datum gibt es nicht, maßgeblich ist die Fälligkeit im Arbeits- oder Tarifvertrag.

Der November ist dabei kein Zufall: Er soll das Geld vor die Weihnachtseinkäufe legen. Genau das macht ihn aus Spar-Sicht interessant — dazu weiter unten mehr.

Bekomme ich anteiliges Weihnachtsgeld bei unterjährigem Eintritt?

Wer erst im Laufe des Jahres anfängt, bekommt in vielen Tarifverträgen ein anteiliges Weihnachtsgeld, üblicherweise ein Zwölftel je vollem Beschäftigungsmonat. Ein Beispiel: Bei einem vollen Anspruch von 1.800 Euro und einem Eintritt zum 1. Juli ergeben sechs Monate genau 900 Euro. Ob und wie gestaffelt wird, steht allerdings ausschließlich in eurem Vertrag — es gibt keine gesetzliche Zwölftelungsregel.

Muss ich Weihnachtsgeld bei einer Kündigung zurückzahlen?

Weihnachtsgeld Rückzahlung bei Kündigung Arbeitsvertrag prüfen

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Das hängt daran, wofür die Zahlung geleistet wird — und hier hat das Bundesarbeitsgericht am 13. Mai 2015 (Aktenzeichen 10 AZR 266/14) eine klare Grenze gezogen. Belohnt die Sonderzahlung erbrachte Arbeitsleistung, darf sie nicht an das Bestehen des Arbeitsverhältnisses zu einem Stichtag geknüpft werden.

Das Gericht formulierte es so: „Da die Sonderzahlung somit Gegenleistung für die im laufenden Jahr erbrachte Arbeitsleistung des Klägers war, konnte sie nicht vom Bestand des Arbeitsverhältnisses am 31. Dezember des Jahres abhängig gemacht werden.“ Wichtig ist der Zusatz des Gerichts, dass eine Kopplung an das Betriebsergebnis daran nichts ändert.

Praktisch heißt das: Eine Stichtagsklausel ist nicht automatisch unwirksam — sie ist es dann, wenn die Zahlung Entgelt für Arbeit ist. Reine Treueprämien, die ausschließlich die Betriebsbindung belohnen und nicht die Arbeitsleistung, dürfen dagegen an einen Stichtag gebunden werden. Die Entscheidung im Volltext steht beim Bundesarbeitsgericht unter dem Aktenzeichen 10 AZR 266/14.

Worauf ihr im Vertrag achten solltet

  • Zweckbestimmung: Steht dort „für die im Kalenderjahr geleistete Arbeit“, spricht das für Entgeltcharakter.
  • Bindungsdauer: Rückzahlungsklauseln über den 31. März des Folgejahres hinaus sind bei kleineren Beträgen regelmäßig angreifbar.
  • Höhe: Je höher die Zahlung, desto längere Bindung akzeptiert die Rechtsprechung tendenziell.
  • Kündigung durch wen: Manche Klauseln greifen nur bei Eigenkündigung — eine Kündigung durch den Arbeitgeber lässt den Anspruch dann unberührt.

Wie viel Weihnachtsgeld bleibt netto übrig?

Vom Weihnachtsgeld bleibt spürbar weniger übrig als vom normalen Gehalt, weil es lohnsteuerlich als sonstiger Bezug behandelt wird. Die Lohnsteuer wird dabei nicht auf den Monat, sondern auf das voraussichtliche Jahreseinkommen hochgerechnet — dadurch rutscht die Sonderzahlung in den höchsten persönlichen Steuersatz.

Dazu kommen Sozialabgaben, solange ihr mit dem Jahresentgelt unter den Beitragsbemessungsgrenzen liegt. Wer die Grenze mit dem laufenden Gehalt bereits überschreitet, zahlt auf das Weihnachtsgeld anteilig weniger oder keine Beiträge mehr — das ist der Grund, warum zwei Kollegen mit gleichem Brutto-Weihnachtsgeld sehr unterschiedliche Netto-Beträge sehen können.

Drei Punkte, die dabei regelmäßig überraschen:

  • Kein eigener Freibetrag: Für Weihnachtsgeld gibt es keine Steuerbefreiung wie bei der früheren Inflationsausgleichsprämie.
  • Rückholung über die Steuererklärung: Zu viel einbehaltene Lohnsteuer holt ihr euch mit der Einkommensteuererklärung zurück, wenn der Jahressteuersatz niedriger ausfällt.
  • Steuerklasse zählt: Bei Steuerklasse V fällt der Abzug am stärksten aus — auch das gleicht die Jahresveranlagung später aus.

Wie wird das Weihnachtsgeld bei Teilzeit berechnet?

Bei Teilzeit wird das Weihnachtsgeld im Regelfall im Verhältnis der vereinbarten zur regelmäßigen Arbeitszeit gekürzt — wer 20 statt 40 Stunden arbeitet, bekommt die Hälfte. Rechtlicher Hintergrund ist das Teilzeit- und Befristungsgesetz, das Teilzeitkräfte nicht schlechter stellen darf, eine anteilige Berechnung aber ausdrücklich zulässt.

Zwei Details werden dabei oft übersehen: Bei unterjährigem Wechsel des Stundenumfangs wird meist der Durchschnitt des Bezugszeitraums herangezogen, nicht der Stand im November. Und bei schwankender Arbeitszeit — etwa in Schichtmodellen — ist der Referenzzeitraum entscheidend, der im Tarifvertrag festgelegt ist.

Was passiert beim Arbeitgeberwechsel?

Beim Wechsel mitten im Jahr entscheidet die Regelung des alten Arbeitgebers über einen anteiligen Anspruch — und genau hier greifen die Stichtagsfragen aus dem vorigen Abschnitt. Ist die Zahlung Entgelt für geleistete Arbeit, spricht viel für einen anteiligen Anspruch trotz Ausscheidens; ist sie reine Treueprämie, in der Regel nicht.

Beim neuen Arbeitgeber beginnt die Rechnung von vorn: Ein voller Anspruch im ersten Jahr ist die Ausnahme, häufiger sind Zwölftelung oder eine Wartezeit von sechs bis zwölf Monaten. Wer im Herbst wechselt, verliert deshalb im Zweifel beide Hälften — ein Punkt, der in Gehaltsverhandlungen selten angesprochen wird, sich aber beziffern lässt.

Weihnachtsgeld im öffentlichen Dienst: Was sich 2026 ändert

Jahressonderzahlung öffentlicher Dienst TVöD November 2026 Erhöhung

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Für Beschäftigte im öffentlichen Dienst heißt das Weihnachtsgeld Jahressonderzahlung — und sie steigt 2026 spürbar: Bei den Kommunen wird sie ab 2026 einheitlich auf 85 Prozent erhöht, beim Bund gestaffelt auf 95 Prozent (Entgeltgruppen 1 bis 8), 90 Prozent (9a bis 12) und 75 Prozent (13 bis 15). Ausgezahlt wird der erhöhte Betrag laut ver.di „erstmals im November 2026″.

Die Prozentsätze beziehen sich auf das durchschnittliche Monatsentgelt — wer als kommunal Beschäftigter 3.400 Euro verdient, kommt bei 85 Prozent also auf rund 2.890 Euro brutto. Die Staffelung nach Entgeltgruppe ist Absicht: Untere Gruppen bekommen anteilig mehr.

Antragsfrist 1. September: Geld gegen freie Tage tauschen

Neu ist eine Wahlmöglichkeit, die viele übersehen: Beschäftigte können einen Teil der Jahressonderzahlung „im Wert von bis zu drei freien Tagen umtauschen“. Der Antrag muss laut ver.di bis zum 1. September des laufenden Jahres gestellt werden, die Tage lassen sich dann erst im Folgejahr nehmen. Ausgenommen sind Krankenhäuser (BT-K) sowie Pflege- und Betreuungseinrichtungen (BT-B).

Wer also mit dem Gedanken spielt, sollte die Frist im Blick behalten — sie liegt deutlich vor dem Auszahlungstermin im November. Die Einzelheiten erläutert ver.di in seinen Fragen und Antworten zur Tarifeinigung.

Und in der Zeitarbeit?

In der Zeitarbeit richtet sich die Sonderzahlung nach dem jeweiligen Branchentarifvertrag, etwa dem der iGZ. Üblich sind Staffeln nach ununterbrochener Betriebszugehörigkeit, die erst nach mehreren Monaten im Einsatz greifen — ein Wechsel des Kundenbetriebs unterbricht die Zugehörigkeit dabei in der Regel nicht, ein Ende des Arbeitsverhältnisses schon. Weil die Tarifwerke regelmäßig neu verhandelt werden, ist hier der Blick in die aktuelle Fassung des eigenen Tarifvertrags unvermeidlich.

Weihnachtsgeld, 13. Monatsgehalt oder Gratifikation — wo ist der Unterschied?

Die drei Begriffe werden im Alltag synonym benutzt, meinen juristisch aber unterschiedliche Dinge — und dieser Unterschied entscheidet über Rückzahlung und Kürzung. Das 13. Monatsgehalt ist reines Entgelt: Es vergütet geleistete Arbeit und wird deshalb typischerweise anteilig gezahlt und ist kaum an Stichtage koppelbar.

Die Gratifikation im engeren Sinn belohnt Betriebstreue; sie darf eher an den Fortbestand des Arbeitsverhältnisses geknüpft werden. Der Begriff Weihnachtsgeld sagt für sich genommen gar nichts über den Charakter aus — er beschreibt nur den Zahlungszeitpunkt. Viele Zahlungen haben deshalb einen Mischcharakter: Sie belohnen zugleich Arbeitsleistung und Treue, und genau darum drehen sich die meisten Gerichtsverfahren.

MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt. Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die aktuelle Auswertung des WSI-Tarifarchivs, zwei Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts und das eigene Deal-Archiv der Jahre 2019 bis 2025 ausgewertet.

Wann gebt ihr das Weihnachtsgeld am besten aus?

Weihnachtsgeld ausgeben November Black Friday Angebote vergleichen

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Im November — und zwar aus einem Grund, den ihr in keiner Gehaltsabrechnung findet: Von 26.856 Deal-Beiträgen, die wir zwischen 2019 und 2025 veröffentlicht haben, fielen 11,27 Prozent auf den November — mehr als in jedem anderen Monat. Im Dezember bricht die Angebotsdichte auf 7,48 Prozent ein (Stand: August 2026).

Das Weihnachtsgeld kommt also genau dann, wenn das Angebot am größten ist, und wer bis Dezember wartet, kauft im angebotsärmsten Monat des Jahresendes. Innerhalb des Novembers verteilt sich die Dichte in unserem Archiv auf zwei Spitzen: den 11. November als stärksten Einzeltag (162 Deals über sieben Jahre, Singles Day) und die Woche um Black Friday vom 24. bis 29. November.

Wichtig ist die ehrliche Einordnung: Diese Zahl misst, wie viele Angebote es gibt — nicht, wie tief der Preis fällt. Ein hohes Angebot erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, dass genau euer Wunschprodukt dabei ist, und es gibt euch Vergleichsmöglichkeiten. Wie ihr die Aktionswoche systematisch angeht, steht in unserem Ratgeber zum Black Friday 2026.

Drei Verwendungen, die sich rechnen

  • Teure Anschaffung vorziehen: Waschmaschine, Notebook oder Fernseher stehen im November regelmäßig im Angebot — das ist der klassische Weihnachtsgeld-Fall.
  • Jahresrechnungen vorauszahlen: Versicherungen und Abos sind jährlich oft 5 bis 10 Prozent günstiger als monatlich; das ist eine risikofreie Rendite.
  • Puffer statt Konsum: Wer keinen konkreten Bedarf hat, parkt das Geld als Rücklage — die Nebenkostenabrechnung kommt meist im Frühjahr.

Wer den Überblick über die eigenen Ausgaben behalten will, findet in unserem Ratgeber zum Haushaltsbuch die passende Methode.

Neben Sonderzahlungen ändert sich zum Jahreswechsel auch die Untergrenze: Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro brutto je Stunde, 70 Cent mehr als 2026. Bei einer 40-Stunden-Woche sind das rund 2.531 Euro brutto im Monat und 1.456 Euro mehr im Jahr. Auch die Minijob-Grenze steigt automatisch mit, auf 633 Euro. Die Zahlen im Detail stehen im Ratgeber Mindestlohn 2027.

Vor- & Nachteile des Weihnachtsgelds

Vorteile Nachteile
Kommt planbar im November oder Dezember Kein gesetzlicher Anspruch — 49 Prozent gehen leer aus
Mit Tarifvertrag bekommen es 77 Prozent Als sonstiger Bezug hoch besteuert
Fällt in den angebotsstärksten Monat (11,3 %) Rückzahlungsklauseln sind möglich
Zu viel gezahlte Lohnsteuer kommt zurück Kann bei Freiwilligkeitsvorbehalt entfallen

Häufige Fragen zum Weihnachtsgeld

Kann der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld einfach streichen?

Nur, wenn kein bindender Anspruch besteht. Steht die Zahlung im Arbeits- oder Tarifvertrag, ist sie verbindlich. Wurde sie dagegen jedes Jahr ausdrücklich als freiwillige Leistung ohne Anerkennung einer Rechtspflicht gewährt, kann der Arbeitgeber sie einstellen. Ist über Jahre vorbehaltlos gezahlt worden, kann eine betriebliche Übung entstanden sein — dann geht die Streichung nicht einseitig.

Ist Weihnachtsgeld pfändbar?

Nur teilweise. § 850a Nummer 4 der Zivilprozessordnung stellt Weihnachtsvergütungen unpfändbar bis zur Hälfte des Betrages, der sich nach Aufrundung des monatlichen Freibetrages nach § 850c auf den nächsten vollen 10-Euro-Betrag ergibt. Alles darüber ist im Rahmen der allgemeinen Pfändungstabelle pfändbar. Den Gesetzestext findet ihr bei Gesetze im Internet zu § 850a ZPO.

Bekomme ich Weihnachtsgeld in der Probezeit?

Das regelt allein euer Vertrag. Viele Tarifverträge knüpfen den vollen Anspruch an eine Mindestbetriebszugehörigkeit von sechs oder zwölf Monaten und zahlen in der Probezeit anteilig oder gar nicht. Eine gesetzliche Sperre für die Probezeit gibt es nicht — fehlt eine Regelung, gilt die allgemeine Anspruchsgrundlage aus Vertrag, Tarif oder betrieblicher Übung.

Wird Weihnachtsgeld auf den Mindestlohn angerechnet?

Das Bundesarbeitsgericht entschied am 28. September 2016 (5 AZR 220/16), dass Jahressonderzahlungen „nicht auf Grundlage des gesetzlichen Mindestlohns zu berechnen“ sind — maßgeblich ist die im Arbeitsvertrag bestimmte Vergütung. Für die Frage, welche Zahlungen umgekehrt den Mindestlohn erfüllen, ist der Zoll die zuständige Kontrollbehörde; er erläutert die Berechnung auf seinen Seiten zu Berechnung und Zahlung des Mindestlohns.

Wie wirkt sich Weihnachtsgeld auf Elterngeld oder Arbeitslosengeld aus?

Beim Elterngeld bleiben sonstige Bezüge wie Weihnachtsgeld bei der Berechnung des Bemessungsentgelts außen vor — sie erhöhen das Elterngeld also nicht. Beim Arbeitslosengeld I zählt für das Bemessungsentgelt das laufende Arbeitsentgelt des Bemessungszeitraums; Einmalzahlungen werden dort ebenfalls nicht wie laufender Lohn behandelt. Im Einzelfall lohnt die Nachfrage bei Elterngeldstelle beziehungsweise Agentur für Arbeit.

Habe ich als Minijobber Anspruch auf Weihnachtsgeld?

Ja, wenn im Betrieb Weihnachtsgeld gezahlt wird. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz verbietet die Schlechterstellung geringfügig Beschäftigter, sodass der Anspruch anteilig entsteht. Achtet dabei auf die Verdienstgrenze: Eine Sonderzahlung zählt zum regelmäßigen Arbeitsentgelt und kann die Jahresgrenze des Minijobs sprengen.

Wie berechne ich mein anteiliges Weihnachtsgeld?

Üblich ist die Zwölftelung: voller Anspruch geteilt durch zwölf, multipliziert mit den vollen Beschäftigungsmonaten im Kalenderjahr. Bei 1.800 Euro vollem Anspruch und Eintritt zum 1. September ergeben vier Monate 600 Euro. Ob Elternzeit, Krankheit oder unbezahlter Urlaub den Anspruch kürzen, steht ebenfalls im Vertrag — pauschal lässt sich das nicht beantworten.

Bekommen Beamte Weihnachtsgeld?

Nicht als eigenständige Zahlung. Das frühere Weihnachtsgeld für Beamte wurde in den meisten Ländern in die monatliche Besoldung eingerechnet oder gestrichen; die Regelungen unterscheiden sich je nach Bund und Bundesland erheblich. Maßgeblich ist das jeweilige Besoldungsgesetz, nicht ein Tarifvertrag.

Fazit: Erst den Vertrag lesen, dann den November nutzen

Weihnachtsgeld ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Vertragsfrage — und rund die Hälfte aller Beschäftigten hat sie zu ihren Gunsten beantwortet. Wer wissen will, woran er ist, findet die Antwort in drei Dokumenten: Arbeitsvertrag, Tarifvertrag und der eigenen Gehaltshistorie der letzten drei Jahre. Drei Faustregeln zum Mitnehmen:

  • Dreimal vorbehaltlos gezahlt kann einen dauerhaften Anspruch begründen — lohnt den Blick in alte Abrechnungen.
  • Stichtagsklauseln sind angreifbar, wenn die Zahlung Arbeitsleistung vergütet (BAG, 10 AZR 266/14).
  • Im November ausgeben, nicht im Dezember — dort liegt mit 11,3 Prozent die höchste Angebotsdichte unseres Archivs.

Welche Aktionstage im November konkret anstehen, haben wir im Überblick zum Singles Day 2026 aufgeschlüsselt. Aktuelle Angebote findet ihr laufend aktualisiert auf MonsterDealz.de.

Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

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