Trade Republic Firmendepot: Für wen sich das GmbH-Depot lohnt und was es steuerlich bringt

Das Trade Republic Firmendepot heißt offiziell Private Holding Account und ist seit dem 22. September 2026 ein Depot für deutsche GmbHs und UGs, deren alleiniger Gesellschafter zugleich einziger Geschäftsführer ist. Die beworbenen „rund 1,5 Prozent“ Steuer gelten nur für Kursgewinne aus Einzelaktien, solange das Geld in der Gesellschaft bleibt — Dividenden, ETFs und Zinsen werden in der GmbH deutlich höher besteuert. Stand: September 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eröffnen dürfen nur Ein-Personen-GmbHs und -UGs mit Handelsregistereintrag, und nur mit bestehendem privatem Trade-Republic-Konto.
  • Kursgewinne aus Aktien sind nach § 8b KStG zu 95 Prozent steuerfrei, das ergibt bei einem Hebesatz von 409 Prozent rund 1,5 Prozent Steuer.
  • Dividenden aus Streubesitz kosten in der GmbH rund 30 Prozent, Gewinne aus Aktien-ETFs rund 11,8 Prozent, Verluste aus Aktien zählen steuerlich nicht.
  • Wer die Gewinne später privat entnimmt, zahlt zusätzlich Abgeltungsteuer — der Vorteil ist eine Steuerstundung, keine Steuerersparnis.

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Was ist das Trade Republic Firmendepot — und wer darf es eröffnen?

Kleines Einzelbüro mit einem Schreibtisch, Laptop und Geschäftspost für eine Ein-Personen-GmbH

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Das Trade Republic Firmendepot ist ein Wertpapierdepot mit Verrechnungskonto, das auf eine GmbH oder UG läuft statt auf eine Privatperson. Laut Pressemitteilung von Trade Republic vom 22. September 2026 können Kunden, die alleinige Gesellschafter einer deutschen GmbH oder haftungsbeschränkten UG sind, „ab sofort“ einen Private Holding Account eröffnen. Wer eine eigene Gesellschaft hat und deren Gewinne bisher auf dem Geschäftskonto parkt, fragt sich vor allem eines: Bleibt nach Steuern und Fixkosten wirklich mehr übrig als bei der privaten Geldanlage?

Die Zielgruppe ist enger, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Laut Handelsblatt-Vergleich muss eine einzige natürliche Person sämtliche Anteile halten und zugleich alleiniger Geschäftsführer sein. Ausgeschlossen sind nach Handelsblatt und WirtschaftsWoche damit Gesellschaften mit zwei oder mehr Gesellschaftern, GmbHs mit angestelltem Geschäftsführer sowie Personengesellschaften, Einzelunternehmer und Freiberufler. Weil eine natürliche Person alle Anteile halten muss, fallen auch Gesellschaften heraus, deren Gesellschafter selbst eine GmbH ist.

Die Eröffnung läuft komplett in der App oder im Web Terminal. Voraussetzung ist nach Angaben von Trade Republic ein bestehendes privates Konto; die Gesellschaft wird über Namen oder Handelsregisternummer gesucht, die Firmendaten übernimmt der Anbieter laut WirtschaftsWoche-Vergleich direkt aus dem Register. Zwischen privatem Depot und Firmendepot wechselt ihr über eine Kontowechsel-Funktion.

Das Firmendepot ist kein Geschäftskonto. Gehälter, Rechnungen und Umsatzsteuerzahlungen laufen weiter über die Hausbank der Gesellschaft; das Depot nimmt nur das Geld auf, das angelegt werden soll. Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die Pressemitteilung, die einschlägigen Paragrafen in KStG, GewStG und InvStG sowie die Hebesatz-Statistik des Statistischen Bundesamts ausgewertet und die Steuerlast selbst nachgerechnet.

Steuern auf Aktiengewinne in der GmbH: woher die 1,5 Prozent kommen

Taschenrechner, leeres Notizbuch und eine Messingwaage als Symbol für die Steuer auf Aktiengewinne in der GmbH

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die 1,5 Prozent sind korrekt gerechnet, aber sie gelten nur für Veräußerungsgewinne aus Aktien bei einem mittleren Gewerbesteuer-Hebesatz. Grundlage ist § 8b KStG: Nach Absatz 2 bleiben Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft bei der Ermittlung des Einkommens außer Ansatz, nach Absatz 3 gelten davon „5 Prozent als Ausgaben, die nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden dürfen“.

Praktisch sind damit 95 Prozent eines Aktiengewinns steuerfrei und 5 Prozent steuerpflichtig. Auf diese 5 Prozent fallen die volle Körperschaftsteuer, der Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer an, denn eine GmbH ist nach § 2 Absatz 2 GewStG immer und in vollem Umfang gewerblich tätig.

Die Körperschaftsteuer beträgt nach § 23 KStG bis einschließlich 2027 genau 15 Prozent, der Solidaritätszuschlag nach § 4 SolzG 5,5 Prozent davon, zusammen also 15,825 Prozent. Die Gewerbesteuer ergibt sich aus der Messzahl von 3,5 Prozent (§ 11 GewStG) mal dem Hebesatz der Gemeinde. Laut Statistischem Bundesamt lag der durchschnittliche Hebesatz aller Gemeinden 2024 bei 409 Prozent (Pressemitteilung vom August 2025), das entspricht 14,315 Prozent Gewerbesteuer.

Hebesatz Gesamtsteuer GmbH Steuer auf Aktiengewinn
280 % (gesetzliches Minimum) 25,63 % 1,28 %
409 % (Durchschnitt 2024) 30,14 % 1,51 %
490 % 32,98 % 1,65 %

Eigene Berechnung für 2026 und 2027: Körperschaftsteuer 15 % plus Solidaritätszuschlag 5,5 % davon plus Gewerbesteuer (3,5 % × Hebesatz), angewendet auf 5 % des Gewinns (§ 8b Abs. 3 KStG). Der Mindesthebesatz von 280 % steht in § 16 Abs. 4 GewStG, der Durchschnittswert stammt vom Statistischen Bundesamt. Einen Gewerbesteuer-Freibetrag hat die GmbH nicht, § 11 GewStG gewährt ihn nur natürlichen Personen und Personengesellschaften.

Der Steuersatz wird in den kommenden Jahren noch sinken. Nach der aktuellen Fassung von § 23 KStG fällt die Körperschaftsteuer ab 2028 um einen Prozentpunkt pro Jahr auf 10 Prozent ab 2032; das Bundesfinanzministerium beziffert die Gesamtbelastung für Unternehmen dann auf knapp 25 statt knapp 30 Prozent. Bei einem Hebesatz von 409 Prozent sinkt die Steuer auf Aktiengewinne damit bis 2032 auf rund 1,24 Prozent.

Ein wichtiger Haken steht im selben Paragrafen. Nach § 8b Absatz 3 Satz 3 KStG werden Gewinnminderungen aus solchen Anteilen bei der Ermittlung des Einkommens nicht berücksichtigt — Verluste aus Aktienverkäufen lassen sich in der GmbH also nicht mit anderen Gewinnen verrechnen. Privat dürft ihr Aktienverluste immerhin mit Aktiengewinnen ausgleichen.

Wie hoch ist die Steuer auf Dividenden in der GmbH?

Dividenden normaler Aktien sind in der GmbH voll steuerpflichtig, im Beispiel mit 30,14 Prozent. Die 95-prozentige Steuerfreiheit für Dividenden nach § 8b Absatz 1 KStG gilt nach Absatz 4 nicht, wenn die Beteiligung zu Beginn des Kalenderjahres weniger als 10 Prozent des Grund- oder Stammkapitals betragen hat. Für die Gewerbesteuer verlangt § 9 Nr. 2a GewStG sogar 15 Prozent. Bei Aktien aus dem DAX oder dem MSCI World erreicht ein Privatanleger diese Schwellen nie.

Wer über das Firmendepot also vor allem Dividendenaktien kauft, zahlt in der GmbH mehr als privat, wo die Abgeltungsteuer nach § 32d EStG 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 Prozent, beträgt. Das sogenannte Schachtelprivileg ist ein Werkzeug für Beteiligungen an anderen Unternehmen, nicht für ein Aktiendepot.

ETFs in der GmbH: warum hier nicht 1,5 Prozent gelten

Für Aktien-ETFs liegt die Steuer in der GmbH bei rund 11,8 Prozent, also fast achtmal so hoch wie bei Einzelaktien. Der Grund steht in § 16 Absatz 3 InvStG: Auf Erträge aus Investmentfonds ist § 8b KStG ausdrücklich nicht anzuwenden. Stattdessen gilt die Teilfreistellung nach dem Investmentsteuergesetz.

Nach § 20 InvStG sind bei Aktienfonds für Anleger, die dem Körperschaftsteuergesetz unterliegen, 80 Prozent der Erträge steuerfrei — deutlich mehr als die 30 Prozent für Privatanleger. Absatz 5 derselben Vorschrift halbiert die Freistellung aber für die Gewerbesteuer: Dort sind nur 40 Prozent frei, 60 Prozent werden besteuert.

Daraus ergibt sich die Rechnung: 20 Prozent des Gewinns mal 15,825 Prozent Körperschaftsteuer samt Soli ergeben 3,17 Prozent, 60 Prozent mal 14,315 Prozent Gewerbesteuer ergeben 8,59 Prozent, zusammen rund 11,8 Prozent. Privat zahlt ihr auf einen Aktien-ETF-Gewinn 70 Prozent mal 26,375 Prozent, also rund 18,5 Prozent. Der ETF in der GmbH ist damit günstiger als privat, aber weit entfernt von den beworbenen 1,5 Prozent.

Dazu kommt die Vorabpauschale nach § 18 InvStG, die auch in der GmbH jedes Jahr für thesaurierende Fonds angesetzt wird. Welche Rolle Ausschüttung und Thesaurierung bei einem breiten Index spielen, haben wir im Ratgeber zum MSCI World ETF erklärt. Mischfonds bekommen nach § 20 Absatz 2 InvStG nur die halbe Teilfreistellung, Anleihe- und Geldmarktfonds gar keine.

VV GmbH vs. Privatvermögen: was nach der Ausschüttung übrig bleibt

Zwei Glasgefäße mit unterschiedlich viel Kies als Vergleich von GmbH und Privatvermögen

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Wer Gewinne aus der GmbH privat ausschüttet, zahlt am Ende auf einen Aktiengewinn rund 27,5 Prozent — etwas mehr als die 26,375 Prozent bei direkter privater Anlage. Die niedrige Steuer in der Gesellschaft ist also eine Stundung: Sie wirkt, solange das Geld in der GmbH bleibt und dort weiter angelegt wird.

Die Rechnung für 10.000 Euro Kursgewinn aus Einzelaktien, bei einem Hebesatz von 409 Prozent und ohne Kirchensteuer:

Schritt Privatdepot Firmendepot
Steuer auf den Gewinn 2.637,50 Euro 150,70 Euro
Wieder anlegbar 7.362,50 Euro 9.849,30 Euro
Steuer bei Ausschüttung entfällt 2.597,75 Euro
Steuer gesamt 2.637,50 Euro 2.748,45 Euro

Eigene Berechnung. Privat: 26,375 % Abgeltungsteuer mit Soli, ohne Sparer-Pauschbetrag. GmbH: 1,507 % auf den Gewinn, bei Ausschüttung 26,375 % auf den Rest. Die Ausschüttung kann auch Jahrzehnte später oder nie erfolgen; persönliche Steuersätze, Kirchensteuer und das Teileinkünfteverfahren sind nicht berücksichtigt.

Der Vorteil entsteht in der Zeile „wieder anlegbar“. Wer regelmäßig umschichtet, also Aktien verkauft und andere kauft, hat in der GmbH nach jedem Verkauf rund 2.487 Euro je 10.000 Euro Gewinn mehr im Depot, die weiter Rendite bringen können. Wer dagegen einen Sparplan kauft und hält, verkauft privat ohnehin erst im Ruhestand und zahlt bis dahin auf Kursgewinne gar keine Steuer. Für diese Anleger schrumpft der Vorteil des Firmendepots auf die Differenz bei den Dividenden, und die spricht wie gezeigt gegen die GmbH.

Zwei Posten fehlen der Gesellschaft ganz. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Person nach § 20 Absatz 9 EStG gilt nur für Privatanleger, und Freistellungsaufträge gibt es für eine GmbH nicht. Was der Pauschbetrag privat wert ist, rechnet unser Ratgeber zum Freistellungsauftrag vor.

Umgekehrt bringt die GmbH einen Vorteil mit, den Privatanleger nicht haben: Laufende Kosten wie Steuerberatung, Jahresabschluss und LEI-Gebühr sind Betriebsausgaben. Privat sind Werbungskosten bei Kapitalerträgen durch den Pauschbetrag abgegolten.

Zinsen, Geldmarktfonds und Sicherheit: was hinter den 2,5 Prozent steckt

Die 2,5 Prozent auf nicht investiertes Guthaben sind in der GmbH voll steuerpflichtig, nach rund 30 Prozent Steuer bleiben etwa 1,75 Prozent. Privat bleiben ohne Freibetrag rund 1,84 Prozent, mit ungenutztem Sparer-Pauschbetrag sogar die vollen 2,5 Prozent. Für das reine Parken von Geld ist das Firmendepot damit nicht attraktiver als das private Konto.

Wichtiger ist, wo das Geld liegt. Die Pressemitteilung sagt dazu wörtlich: „Geldguthaben wird ausschließlich in Geldmarktfonds gehalten.“ Das unterscheidet das Firmendepot vom privaten Konto, bei dem Guthaben laut unserem Ratgeber zu den Kosten und Zinsen bei Trade Republic bis 100.000 Euro der Einlagensicherung unterliegen.

Geldmarktfonds sind keine Einlagen, sondern Investmentfonds. Sie fallen nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung, sind aber nach § 92 KAGB Sondervermögen, das die Kapitalverwaltungsgesellschaft getrennt von ihrem eigenen Vermögen halten muss. Bei einer Pleite des Brokers oder der Fondsgesellschaft gehören die Anteile also weiter der GmbH; ein Kursrisiko des Fonds trägt sie dagegen selbst. Steuerlich sind Erträge aus Geldmarktfonds Investmenterträge ohne jede Teilfreistellung. Wie sich Geldmarktfonds und Einlagen im Ernstfall unterscheiden, zeigt der Ratgeber zur Einlagensicherung.

Der Zinssatz ist variabel. Trade Republic schreibt selbst, dass sich die Verzinsung am Zinssatz der Europäischen Zentralbank orientiert. In unserem Deal-Archiv stehen seit 2020 sieben Beiträge mit Trade Republic im Titel; darin warb der Broker im Januar 2023 mit 2 Prozent und kündigte im September 2023 4 Prozent ab Oktober an (Auswertung der MonsterDealz-Beitragsdatenbank, Stand: September 2026). Die 2,5 Prozent von heute sind also eine Momentaufnahme, keine Zusage.

Welche Kosten entstehen beim Firmendepot und der GmbH?

Büroregal mit unbeschrifteten Aktenordnern für Buchhaltung und Jahresabschluss einer GmbH

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Das Depot selbst kostet laut Trade Republic keine Kontoführungsgebühr, eine Order 1 Euro Abwicklungskostenpauschale zum Bestpreis oder 2 Euro an einem der 30 angebundenen Börsenplätze. Sparpläne sind nach Angaben des Anbieters kostenfrei. Das sind dieselben Konditionen wie im privaten Depot.

Hinzu kommt eine Gebühr, die es privat nicht gibt. Unternehmen brauchen für den Wertpapierhandel einen Legal Entity Identifier, eine weltweit eindeutige Kennung für juristische Personen. Laut Handelsblatt- und WirtschaftsWoche-Vergleich besorgt Trade Republic den LEI in der App und berechnet für die jährliche Verlängerung 35,70 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Die eigentlichen Kosten stecken nicht im Depot, sondern in der Gesellschaft. Eine GmbH oder UG ist buchführungspflichtig, muss jedes Jahr einen Jahresabschluss aufstellen und offenlegen, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärungen abgeben und ist Pflichtmitglied der IHK. Die meisten Gesellschafter lassen das von einer Steuerberatung erledigen. Wie hoch diese Kosten ausfallen, hängt von Umfang und Kanzlei ab; eine verlässliche amtliche Durchschnittszahl dafür gibt es nicht.

Für die Entscheidung heißt das: Wer bereits eine aktive GmbH mit Steuerberatung und Jahresabschluss hat, zahlt für das Firmendepot praktisch nur die LEI-Gebühr und etwas Buchungsaufwand obendrauf. Wer eine GmbH nur für das Depot gründet, muss die kompletten Gründungs- und Folgekosten gegen den Stundungseffekt rechnen. Bei einer UG kommt eine Besonderheit dazu: Nach § 5a Absatz 3 GmbHG muss sie ein Viertel des Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage einstellen.

Wann lohnt sich das Firmendepot wirklich?

Das Firmendepot lohnt sich vor allem für Ein-Personen-GmbHs, die bereits Gewinne thesaurieren und diese langfristig in Einzelaktien anlegen wollen. Jeder Euro, der in der Gesellschaft mit rund 30 Prozent versteuert wurde, würde bei einer Ausschüttung noch einmal mit 26,375 Prozent belastet. Bleibt er in der GmbH und wird dort angelegt, entfällt die zweite Steuer bis zur späteren Entnahme.

Weniger gut passt es in vier Fällen. Erstens bei ETF-Sparplänen, weil dort rund 11,8 statt 1,5 Prozent anfallen. Zweitens bei Dividendenstrategien, weil Streubesitzdividenden in der GmbH höher belastet sind als privat. Drittens, wenn das Geld in wenigen Jahren privat gebraucht wird, denn dann fällt die Ausschüttungssteuer sofort an. Viertens bei kleinen Beträgen, wenn eine GmbH nur für das Depot gegründet werden müsste.

Christian Hecker, Mitgründer von Trade Republic, begründet den Schritt in der Pressemitteilung so: „Milliarden liegen in deutschen Holdings und arbeiten kaum.“ Für Gesellschafter mit ungenutztem Geld auf dem Geschäftskonto ist das ein nachvollziehbares Argument. Ob sich die Anlage in der eigenen Gesellschaft rechnet, hängt aber an Hebesatz, Anlagestil und Zeithorizont — das sollte die Steuerberatung für den konkreten Fall durchrechnen.

Wer ohnehin privat anlegt und nur einen günstigen Broker sucht, findet die Unterschiede zwischen den Anbietern im Neobroker-Vergleich.

Vor- & Nachteile des Trade Republic Firmendepots

Vorteile Nachteile
Rund 1,5 Prozent Steuer auf Aktienkursgewinne in der GmbH Nur für Ein-Personen-GmbHs mit Gesellschafter als einzigem Geschäftsführer
Orders ab 1 Euro, Sparpläne ohne Ausführungsgebühr Dividenden rund 30 Prozent, Aktien-ETFs rund 11,8 Prozent Steuer
2,5 Prozent auf Guthaben ohne Obergrenze Guthaben liegt in Geldmarktfonds, nicht in der Einlagensicherung
Eröffnung digital ohne Papierunterlagen Aktienverluste steuerlich nicht nutzbar, Ausschüttung kostet 26,375 Prozent

Häufige Fragen zum Trade Republic Firmendepot

Wie funktioniert die Entnahme des Kapitals aus der GmbH in das Privatvermögen?

Gewinne kommen in der Regel als Ausschüttung ins Privatvermögen und werden dort mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag belastet. Eigenes Geld, das ihr als Einlage in die GmbH gegeben habt, wird auf dem steuerlichen Einlagekonto nach § 27 KStG geführt und kann steuerfrei zurückfließen — aber erst, soweit die Auszahlung den ausschüttbaren Gewinn übersteigt. Gewinne gehen also zuerst raus.

Wie vermeide ich die gewerbliche Infektion bei einer VV GmbH?

Bei einer GmbH gibt es nichts zu vermeiden, denn sie gilt nach § 2 Absatz 2 GewStG stets und in vollem Umfang als Gewerbebetrieb. Die Gewerbesteuer fällt deshalb immer an. Die erweiterte Kürzung nach § 9 Nr. 1 GewStG, die eine reine Vermögensverwaltung von der Gewerbesteuer befreien kann, setzt eigenen Grundbesitz voraus und hilft einem reinen Wertpapierdepot nicht.

Welche steuerlichen Vorteile bietet das Schachtelprivileg konkret?

Das Schachtelprivileg stellt Dividenden zu 95 Prozent von Körperschaft- und Gewerbesteuer frei, wenn die GmbH an der ausschüttenden Gesellschaft mit mindestens 10 Prozent (Körperschaftsteuer) beziehungsweise 15 Prozent (Gewerbesteuer) beteiligt ist. Für eine Holding, die eine eigene Betriebs-GmbH hält, ist das der Kern der Konstruktion. Für Aktien börsennotierter Konzerne im Firmendepot greift es nicht.

Welche laufenden Kosten für Buchhaltung und Steuerberatung muss ich einplanen?

Beim Depot selbst fallen nur Orderkosten und die LEI-Verlängerung von 35,70 Euro im Jahr an. Die Gesellschaft braucht zusätzlich Buchführung, Jahresabschluss, Offenlegung und Steuererklärungen, meist über eine Steuerberatung. Die Höhe hängt von Kanzlei und Umfang ab; lasst euch vor einer Neugründung ein Angebot machen und rechnet es gegen den erwarteten Steuervorteil.

Brauche ich für das Firmendepot ein privates Trade-Republic-Konto?

Ja. Laut Pressemitteilung ist ein bestehendes Trade-Republic-Konto Voraussetzung, das Firmendepot wird aus dem privaten Profil heraus angelegt. Wer noch gar kein Depot hat, findet die Schritte im Ratgeber Depot eröffnen.

Kann ich mein privates Depot in die GmbH übertragen?

Rechtlich ist das eine Einlage der Wertpapiere in die Gesellschaft. Für Wertpapiere im Privatvermögen gilt die Einlage steuerlich regelmäßig als Veräußerung, bei der aufgelaufene Kursgewinne privat besteuert werden können. Der steuerfreie Wechsel eines bestehenden Depots in die GmbH ist also kein Selbstläufer — hier ist eine Steuerberatung Pflicht, bevor ihr Positionen verschiebt.

Wird die Steuer auf Aktiengewinne in der GmbH bald noch niedriger?

Ja. § 23 KStG senkt die Körperschaftsteuer ab 2028 schrittweise von 15 auf 10 Prozent im Jahr 2032. Bei einem Hebesatz von 409 Prozent fällt die Steuer auf Aktiengewinne damit von 1,51 auf rund 1,24 Prozent. Die Gewerbesteuer bleibt unverändert und macht dann mehr als die Hälfte der Belastung aus.

Fazit: Stundung für Aktien, kein Steuertrick für ETFs

Das Trade Republic Firmendepot bringt Ein-Personen-GmbHs dieselben Konditionen wie das private Konto: Orders ab 1 Euro, kostenlose Sparpläne und 2,5 Prozent auf Guthaben ohne Obergrenze. Die beworbenen 1,5 Prozent stimmen aber nur für Kursgewinne aus Einzelaktien. Dividenden kosten in der GmbH rund 30 Prozent, Aktien-ETFs rund 11,8 Prozent, und wer später ausschüttet, landet mit rund 27,5 Prozent sogar etwas über der privaten Abgeltungsteuer.

Sinnvoll ist das Depot deshalb vor allem für Gesellschafter, die Gewinne ohnehin in der GmbH lassen, über viele Jahre in Aktien anlegen und dabei auch umschichten. Wer nur einen ETF-Sparplan besparen will, fährt privat oft genauso gut und spart sich Buchhaltung, LEI und Steuererklärungen der Gesellschaft.

MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt. Aktuelle Depot-Prämien, Zinsaktionen und die Angebote des Tages findet ihr auf der MonsterDealz-Startseite.

Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

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