Schneider Electric kauft Shelly: Was die Übernahme für eure Smart-Home-Geräte bedeutet
Schneider Electric will die Shelly Group für 70 Euro je Aktie übernehmen, insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro — an euren Shelly-Relais, -Steckdosen und -Dimmern ändert das vorerst nichts, weil das Angebot frühestens im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein soll. Zugesagt hat Schneider den Standort Bulgarien und die Belegschaft für mindestens drei Jahre, zu App, Cloud, Matter und Preisen steht in keiner der beiden Mitteilungen ein Wort. Wer seine Geräte schon heute lokal über Home Assistant, MQTT oder Matter steuert, ist von künftigen Cloud-Entscheidungen weitgehend unabhängig. Stand: September 2026.
Das Wichtigste in KĂĽrze
- AngekĂĽndigt ist ein freiwilliges Ăśbernahmeangebot: 70 Euro je Aktie in bar, 27 Prozent Aufschlag auf den unbeeinflussten Kurs, Bedingung sind 95 Prozent Annahmequote.
- Das Angebot war am 24. September 2026 noch nicht registriert; die bulgarische Finanzaufsicht soll Ende November oder Anfang Dezember 2026 entscheiden, der Abschluss ist fĂĽr das erste Quartal 2027 geplant.
- Schneider will Sitz, Organisation und Belegschaft von Shelly mindestens drei Jahre halten; zu Produkten, App und Cloud gibt es keine Zusage.
- Shelly-Geräte lassen sich ohne Cloud betreiben: Home Assistant spricht sie direkt im Heimnetz an, die Cloud-Verbindung lässt sich per Einstellung abschalten.
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Schneider Electric kauft Shelly: Was ist bisher tatsächlich vereinbart?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Vereinbart ist bisher eine Investitionsvereinbarung, noch kein Kauf: Schneider Electric will allen Aktionären der Shelly Group 70 Euro je Aktie in bar anbieten, was das Unternehmen mit rund 1,2 Milliarden Euro bewertet. Das teilte die Shelly Group am 24. September 2026 in ihrer Unternehmensmitteilung zur Investitionsvereinbarung mit; Schneider Electric bestätigte die Zahlen am selben Tag in einer eigenen Pressemitteilung.
Ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot ist ein Angebot an alle Aktionäre, ihre Anteile zu einem festen Preis zu verkaufen; niemand muss annehmen. Die 70 Euro liegen 27 Prozent über dem unbeeinflussten Referenzkurs von 55,20 Euro vom 28. Juli 2026 und 22 Prozent über dem Referenzkurs von 57,50 Euro vom 23. September 2026. Der Juli-Termin ist kein Zufall: Am 29. Juli 2026 hatte Shelly nach Medienberichten per Ad-hoc-Mitteilung bestätigt, mit Schneider in vorläufigen Gesprächen zu sein.
Die Schlagzeile „Schneider ĂĽbernimmt Shelly“ ist deshalb verfrĂĽht. Shelly schreibt ausdrĂĽcklich, dass am 24. September noch kein Angebot registriert oder veröffentlicht war. Der Bieter, die Schneider-Tochter SE 2026 A SAS, soll es binnen drei Werktagen bei der bulgarischen Finanzaufsicht FSC einreichen; mit der Freigabe rechnet Shelly Ende November oder Anfang Dezember 2026. Danach folgt die Annahmefrist, und erst wenn der Bieter mindestens 95 Prozent des Kapitals hält und die Kartellbehörden zugestimmt haben, ist die Ăśbernahme vollzogen — geplant bis zum ersten Quartal 2027.
Die Hürde von 95 Prozent ist hoch, aber gut vorbereitet. Die beiden Gründer halten zusammen rund 57 Prozent: Co-Chef Dimitar Dimitrov mit etwa 29 Prozent will seine Aktien andienen und einen Teil des Erlöses für mindestens drei Jahre neben Schneider wieder investieren, Mitgründer Svetlin Todorov verkauft seine rund 28 Prozent in zwei Tranchen, die zweite über etwa 23 Prozent erst nach der Fusionskontrolle. Bei Erfolg will Schneider die restlichen Aktien übernehmen und die Börsennotierung beenden, soweit das rechtlich möglich ist.
Wer ist die Shelly Group?
Shelly ist ein bulgarischer Hersteller von WLAN-Relais, Zwischensteckern, Dimmern, Energiezählern und Sensoren mit Sitz in Sofia und einer Niederlassung in München. Laut Halbjahresmitteilung vom 12. August 2026 stieg der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 26,5 Prozent auf 68,3 Millionen Euro, der operative Gewinn (EBIT) um 45,6 Prozent auf 17,7 Millionen Euro. Die Shelly Cloud zählte am 30. Juni 2026 rund 2,9 Millionen aktive Nutzer, ein Jahr zuvor waren es etwa 2,2 Millionen.
Für Deutschland ist die Übernahme relevanter, als der bulgarische Firmensitz vermuten lässt. Shelly beschreibt sich selbst als stark vertreten in den deutschsprachigen Ländern, die Aktie ist seit 2021 zusätzlich in Frankfurt notiert und 2026 in den SDAX aufgestiegen. Verkauft werden die Geräte in mehr als 100 Ländern.
Warum will Schneider Electric Shelly?
Schneider Electric ist ein französischer Konzern fĂĽr Energiemanagement und Automatisierung und verkauft Haustechnik unter anderem unter der Marke Wiser. Frederic Godemel, bei Schneider fĂĽr Energiemanagement zuständig, begrĂĽndet den Kauf mit Shellys softwaregetriebener Plattform fĂĽr Heimenergie; das Ziel sei eine neue Stufe dessen, was Schneider „Energy Intelligence“ nennt, in Wohnhäusern, bei NachrĂĽstungen und in kleinen Gewerbegebäuden. Gemeint sind genau die Geräte, die viele von euch hinter Photovoltaik und Balkonkraftwerk einsetzen: Energiezähler wie der Shelly 3EM, Zwischenstecker mit Verbrauchsmessung und Relais, die Verbraucher nach Strompreis oder Solarertrag schalten.
Was sagt Schneider zu Shelly-Geräten, App und Cloud?
Zu Geräten, App und Cloud sagt Schneider nichts Verbindliches — die einzige konkrete Zusage betrifft das Unternehmen, nicht die Produkte. Laut Shelly-Mitteilung vom 24. September 2026 will Schneider den Firmensitz in Bulgarien, die bisherige geografische Aufstellung sowie Organisation und Belegschaft einschließlich Forschung, Entwicklung, Vertrieb und Management für mindestens drei Jahre nach dem Abschluss erhalten. Dimitrov soll zusammen mit Wolfgang Kirsch Co-Chef bleiben.
Für Nutzer ist die Lücke wichtiger als die Zusage. In keiner der beiden Mitteilungen steht etwas über die Shelly-App, die Shelly Cloud, die Weiterentwicklung der Firmware, die Matter-Unterstützung, eine Verknüpfung mit Schneiders eigener Wiser-Plattform oder die Preise der Geräte. Wer heute liest, die Cloud bleibe kostenlos oder die Geräte würden teurer, liest eine Vermutung.
Ein Satz in der Shelly-Mitteilung verdient trotzdem Aufmerksamkeit. Shelly beschreibt sein Geschäftsmodell als Kombination aus interoperabler Hardware, cloudgestĂĽtzten Diensten und offenen Schnittstellen und nennt als Chance ausdrĂĽcklich „additional software and subscription opportunities“, also zusätzliche Software- und Abo-Erlöse. Das ist keine AnkĂĽndigung eines Abos fĂĽr bestehende Funktionen, zeigt aber, wohin sich die Plattform wirtschaftlich entwickeln soll — unabhängig von Schneider.
Den Ton setzen die beiden Co-Chefs. Dimitrov nennt als Leitprinzip, smarte Technik „practical, open and accessible“ zu machen (praktisch, offen und zugänglich), und Co-Chef Kirsch hebt die „open technology platform“ hervor (Stand: 24. September 2026). Offenheit ist bei Shelly also Teil des Selbstverständnisses, vertraglich abgesichert ist sie fĂĽr die Zeit nach der Ăśbernahme nicht.
FĂĽr diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die beiden Mitteilungen vom 24. September, die Ad-hoc-Meldung vom 29. Juli und die technische Dokumentation von Shelly und Home Assistant im Original ausgewertet; die Handlungsempfehlungen unten beruhen ausschlieĂźlich auf dokumentierten Funktionen.
Wie verbinde ich Shelly mit Home Assistant am besten?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Am besten ĂĽber die native Shelly-Integration von Home Assistant, weil sie ohne Cloud auskommt: Laut Dokumentation der Home-Assistant-Integration kommuniziert sie direkt mit dem Gerät, eine Cloud-Verbindung ist nicht nötig. Die Integration ist als „Local Push“ eingestuft, das Gerät meldet Zustandsänderungen also selbst im Heimnetz, und sie unterstĂĽtzt alle vier Gerätegenerationen von Gen1 bis Gen4.
Home Assistant ist eine kostenlose Open-Source-Zentrale, die auf einem Mini-PC oder Raspberry Pi im eigenen Netz läuft. Für Shelly-Besitzer ist sie der wichtigste Baustein, um von Herstellerentscheidungen unabhängig zu werden: Automationen, Zeitpläne und Verbrauchsauswertungen liegen dann auf eurem Gerät, nicht auf einem Server in der Cloud.
Vor dem Einbinden lohnt ein Blick auf die Firmware. Home Assistant verlangt bei Gen1-Geräten mindestens Firmware 1.9, bei einigen Gen1-Modellen wie Dimmer, RGBW2 oder Duo mindestens 1.11, bei Gen2 mindestens 1.0. Nicht unterstützt werden der alte Shelly 4Pro und der Shelly Sense. Die batteriebetriebenen Bluetooth-Sensoren der BLU-Serie laufen nicht über die Shelly-Integration, sondern über die BTHome-Integration.
Home Assistant Shelly Integration vs MQTT
Beide Wege funktionieren lokal, sie unterscheiden sich im Aufwand. Laut Shelly-Entwicklerdokumentation sprechen Geräte ab Gen2 vier Steuerkanäle: HTTP für einzelne Befehle, WebSocket für dauerhafte Verbindungen, MQTT nach dem Publish-Subscribe-Prinzip und UDP. Die native Integration nutzt diese Schnittstellen automatisch und erkennt neue Geräte meist von selbst.
MQTT lohnt sich, wenn ihr neben Home Assistant weitere Systeme wie ioBroker, Node-RED oder openHAB anbindet. Dafür braucht ihr einen MQTT-Broker im Heimnetz, etwa Mosquitto. Die MQTT-Dokumentation beschreibt, wie das Gerät Statusmeldungen veröffentlicht und Steuerbefehle empfängt. Wer nur Home Assistant nutzt, fährt mit der nativen Integration einfacher.
Welche Shelly Modelle unterstĂĽtzen Matter?
Matter unterstützen vor allem die Geräte der vierten Generation (Gen4): Beim Shelly 1PM Gen4 ist Matter laut Shelly-Wissensdatenbank sogar das Standardprofil, fünfmaliges Drücken der Taste schaltet auf Zigbee um. Das Gerät funkt zusätzlich per WLAN und Bluetooth und kann laut Hersteller eigenständig im lokalen WLAN arbeiten oder über Cloud-Dienste gesteuert werden.
Matter ist ein herstellerübergreifender Smart-Home-Standard, über den Geräte direkt mit Apple Home, Google Home, Amazon Alexa, Samsung SmartThings oder Home Assistant sprechen. Für die Übernahme ist das der zweite Schutz neben Home Assistant: Ein Matter-Gerät wird im Heimnetz von eurer Zentrale gesteuert, nicht von einer Hersteller-Cloud. Selbst wenn eine App eines Tages wegfiele, bliebe die Grundfunktion über Matter erhalten.
Bei älteren Generationen sieht es anders aus. Gen1-Geräte haben kein Matter, bei Gen2 und Gen3 hängt es vom Modell und der Firmware ab. PrĂĽft deshalb auf der Produktseite in der Wissensdatenbank, ob unter „Connectivity“ Matter aufgefĂĽhrt ist, bevor ihr euch auf diesen Weg verlasst.
Geht Shelly direkt mit Apple HomeKit?
Ja, über Matter: Ein Gen4-Gerät lässt sich in der Home-App wie jedes andere Matter-Zubehör hinzufügen, eine zusätzliche Bridge ist nicht nötig. Für Geräte ohne Matter bleibt der Umweg über Home Assistant oder Homebridge, die Shelly-Geräte gegenüber Apple Home als HomeKit-Zubehör ausgeben. Beides läuft lokal, braucht aber einen dauerhaft eingeschalteten Rechner im Heimnetz.
Wie sichert ihr eure Shelly-Geräte gegen spätere Cloud-Änderungen ab?

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Die wirksamste Absicherung ist, jede wichtige Funktion so einzurichten, dass sie ohne Shelly Cloud läuft — bei 2,9 Millionen aktiven Cloud-Nutzern laut Shelly-Halbjahresmitteilung (30. Juni 2026) nutzt ein großer Teil der Kundschaft die Cloud heute als Hauptweg. Das bedeutet nicht, dass ihr die Cloud abschalten müsst; ihr solltet sie nur nicht als einzigen Weg haben.
Diese fĂĽnf Schritte sind in der Shelly-Dokumentation belegt und kosten nichts:
- Lokale Zentrale einrichten: Geräte in Home Assistant, per Matter in Apple Home oder Google Home oder per MQTT in eure Zentrale einbinden, bevor ihr etwas an der Cloud ändert.
- Automationen umziehen: Zeitpläne und Szenen, die heute in der Shelly-App laufen, in die lokale Zentrale übertragen oder direkt auf dem Gerät anlegen; die Weboberfläche jedes Shelly ist über dessen IP-Adresse im Browser erreichbar.
- Feste IP-Adressen vergeben: Im Router jedem Shelly eine feste Adresse zuweisen, damit Zentrale und MQTT die Geräte nach einem Neustart wiederfinden.
- Cloud gezielt abschalten, wo sie nicht gebraucht wird: Laut Cloud-Dokumentation hat jedes Gen2-plus-Gerät die Einstellung „enable“, die die Cloud-Verbindung ein- oder ausschaltet — in der Weboberfläche oder per Befehl.
- Netz absichern: Smart-Home-Geräte gehören hinter einen aktuellen Router mit sicherem WLAN-Passwort, idealerweise in ein eigenes Gastnetz. Wie das geht, steht in unserem Ratgeber Router absichern.
Eine Einschränkung gilt für den Fernzugriff. Wer seine Geräte von unterwegs schalten will, braucht ohne Shelly Cloud einen eigenen Weg dafür, etwa den Fernzugang von Home Assistant, ein VPN in den Router oder die Fernsteuerung über Apple Home mit einer Steuerzentrale im Haus. Wer darauf verzichten kann, verliert mit abgeschalteter Cloud nichts von der Grundfunktion.
Wer Shelly-Energiezähler zur Verbrauchsmessung nutzt, sollte die Messwerte zusätzlich lokal speichern. Home Assistant führt Verbrauchsdaten im eigenen Energie-Dashboard, sie bleiben damit auch dann erhalten, wenn sich die Konditionen der Shelly Cloud ändern. Warum sich das lohnt, zeigt unser Ratgeber zum Stromverbrauch im Haushalt, und wer mit Verbrauchsdaten einen dynamischen Stromtarif steuert, braucht sie ohnehin in der eigenen Zentrale.
Was passiert, wenn ein Hersteller die Cloud abschaltet?
Dann verlieren Geräte ohne lokalen Zugang Funktionen, die nur über die Cloud liefen — zwei belegte Fälle aus 2025 und 2026 zeigen, wie das konkret aussieht. Keiner davon ist eine Folge einer frischen Übernahme, beide zeigen aber, welche Geräteklasse es trifft und welche verschont bleibt.
Der erste Fall ist Neato Robotics. Laut Neato-Supportseite war Neato ein US-Unternehmen, das die Vorwerk-Gruppe übernommen hatte und das im Mai 2023 den Betrieb einstellte. Vor der Schließung hatte Neato fünf Jahre Cloud-Betrieb zugesagt; in der Mitteilung vom 6. Oktober 2025 kündigte das Unternehmen an, die Cloud-Dienste auslaufen zu lassen, und begründete das mit gestiegenen Anforderungen an Cybersicherheit und Regulierung. Die Saugroboter funktionieren seitdem nur noch per Tastendruck. Vorwerk bietet europäischen Käufern, die seit Mai 2023 einen Neato gekauft und die Cloud-Funktionen genutzt haben, freiwillig einen Kobold VR7 im Tausch an.
Der zweite Fall ist Belkin Wemo. Laut Belkin-Support wurde die Wemo-Cloud am 31. Januar 2026 abgeschaltet; die App, der Fernzugriff und die Sprachassistenten funktionieren seitdem nicht mehr. Geräte, die vor diesem Datum in Apple HomeKit eingerichtet waren, laufen dagegen über die Home-App weiter, ebenso vier Thread-Modelle.
| Fall | Cloud-Ende | Was weiterläuft |
|---|---|---|
| Neato (Vorwerk) | ab 6.10.2025 | Start per Taste |
| Belkin Wemo | 31.01.2026 | HomeKit, Thread |
| Shelly (Gen2+) | nicht angekĂĽndigt | lokal alles |
Stand 24.09.2026, eigene Zusammenstellung aus den Supportseiten von Neato und Belkin sowie der Shelly- und Home-Assistant-Dokumentation. Lokal alles heiĂźt: Schalten, Messen und Automationen laufen ĂĽber Home Assistant, MQTT oder Matter ohne Shelly Cloud; der Fernzugriff braucht dann einen eigenen Weg.
Die Lehre aus beiden Fällen ist dieselbe: Betroffen war, was nur über die Hersteller-Cloud lief, verschont blieb, was lokal in einem offenen Standard eingebunden war. Shelly-Geräte sind hier besser aufgestellt als die meisten Konkurrenten, weil sie schon heute lokal über dokumentierte Schnittstellen erreichbar sind.
DĂĽrft ihr Shelly-Relais selbst einbauen?

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Nein, jedenfalls nicht die Unterputz-Relais am 230-Volt-Netz: Shelly selbst schreibt in der gedruckten Sicherheitsanleitung zum Shelly 1PM Gen4, dass der Anschluss an das Stromnetz von einer qualifizierten Elektrofachkraft durchgefĂĽhrt werden muss. Die Anleitung ist auf der Produktseite der Shelly-Wissensdatenbank hinterlegt.
Dazu kommt das deutsche Recht. Nach § 13 Absatz 2 der Niederspannungsanschlussverordnung dürfen Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter dem Hausanschluss außer vom Netzbetreiber nur von einem Installationsunternehmen ausgeführt werden, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Ein Relais in der Schalterdose zu verdrahten, gehört zu diesen Arbeiten.
Anders ist es bei Zwischensteckern wie dem Shelly Plug oder dem Plug S: Sie werden einfach in die Steckdose gesteckt und brauchen keinen Elektriker. Für die Übernahme spielt das keine Rolle — die Regel gilt unabhängig davon, wem Shelly gehört. Wer neue Unterputz-Geräte plant, sollte den Einbau aber gleich mit Matter-fähigen Gen4-Modellen verbinden, damit sie dauerhaft lokal steuerbar bleiben.
Matter erreicht inzwischen auch die Heizung: Das IKEA Heizkörperthermostat LILJEBAGGE funkt über Matter over Thread und braucht dafür einen Thread-Border-Router, etwa den DIRIGERA Hub für 79,99 Euro. Welche Zentralen passen und was das Gerät nicht kann, steht in unserem Ratgeber.
Vor- & Nachteile der Ăśbernahme fĂĽr Shelly-Nutzer
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Entwicklung und Support in Bulgarien fĂĽr mindestens drei Jahre zugesagt | Keine Zusage zu App, Cloud, Matter oder Preisen |
| Mitgründer Dimitrov bleibt Co-Chef und investiert mit | Shelly nennt selbst zusätzliche Abo-Erlöse als Chance |
| Ein großer Konzern sichert Lieferketten und Ersatzteile ab | Nach drei Jahren sind Umbauten oder Markenwechsel möglich |
| Gen2- bis Gen4-Geräte laufen lokal ohne Cloud | Fernzugriff ohne Shelly Cloud braucht einen eigenen Weg |
Häufige Fragen zur Shelly-Übernahme
Ist die Shelly Cloud nach der Integration in Home Assistant noch erforderlich?
Nein. Die Shelly-Integration von Home Assistant spricht die Geräte direkt im Heimnetz an, laut Dokumentation ist keine Cloud-Verbindung nötig. Die Cloud braucht ihr nur noch für die Shelly-App und den Fernzugriff über Shelly-Server. Wer beides nicht nutzt, kann die Cloud-Verbindung in der Weboberfläche des Geräts abschalten.
Sollte ich den Shelly Geräten eine feste IP-Adresse im Router zuweisen?
Ja, wenn ihr sie lokal über Home Assistant, MQTT oder direkte Befehle steuert. Ändert sich die Adresse nach einem Router-Neustart, findet eure Zentrale das Gerät sonst unter Umständen nicht mehr. In den meisten Routern legt ihr dafür in der Geräteliste fest, dass ein Gerät immer dieselbe IPv4-Adresse bekommt.
Wann ist die Ăśbernahme von Shelly abgeschlossen?
Geplant ist der Abschluss bis zum ersten Quartal 2027. Vorher muss die bulgarische Finanzaufsicht das Angebot freigeben, was Shelly für Ende November oder Anfang Dezember 2026 erwartet; danach läuft die Annahmefrist, und der Bieter muss am Ende mindestens 95 Prozent der Aktien halten. Außerdem braucht es die Zustimmung der Kartellbehörden.
Werden Shelly-Geräte nach der Übernahme teurer?
Dazu gibt es keine Aussage von Schneider oder Shelly. Zur Einordnung: Seit Juli 2022 haben wir auf MonsterDealz sechs Shelly-Deals veröffentlicht, der je Gerät günstigste im April 2026 ein 4er-Set Shelly Plug M Gen3 für 38 Euro, also 9,50 Euro je Zwischenstecker. Im Januar 2026 gab es das Relais Shelly Plus 1 für 12,99 Euro.
Was bedeutet die Übernahme für Shelly-Aktionäre?
Wer Aktien hält, kann nach Veröffentlichung der Angebotsunterlage entscheiden, ob er für 70 Euro je Aktie verkauft. Der Verwaltungsrat hält das Angebot nach vorläufiger Einschätzung für im Interesse des Unternehmens und wird eine begründete Stellungnahme veröffentlichen. Bei Erfolg will Schneider die übrigen Aktien übernehmen und die Börsennotierung beenden. Eine Anlageempfehlung ist das nicht.
Funktionieren meine Shelly-Geräte weiter, wenn die Shelly-App verschwindet?
Ja, die Schaltfunktion selbst hängt nicht an der App. Jedes Gerät hat eine eigene Weboberfläche im Heimnetz, lässt sich per HTTP, WebSocket, MQTT oder UDP steuern und über Home Assistant einbinden; Gen4-Modelle zusätzlich per Matter. Wegfallen würden App-Komfort, Fernzugriff über Shelly-Server und Cloud-Szenen, die ihr nicht lokal nachgebaut habt.
Fazit: Die Übernahme ändert vorerst nichts, lokale Einbindung schützt dauerhaft
Schneider Electric bietet 70 Euro je Aktie und bewertet Shelly mit rund 1,2 Milliarden Euro, doch bis zum geplanten Abschluss im ersten Quartal 2027 bleibt für Nutzer alles, wie es ist. Zugesagt sind drei Jahre Standort und Belegschaft, nicht aber App, Cloud oder Preise — was danach kommt, weiß heute niemand, und wer das Gegenteil behauptet, spekuliert.
Die gute Nachricht: Shelly gehört zu den wenigen Herstellern, deren Geräte sich vollständig lokal betreiben lassen. Wer seine Relais, Zwischenstecker und Energiezähler jetzt in Home Assistant, per MQTT oder per Matter einbindet, feste IP-Adressen vergibt und Automationen aus der App in die eigene Zentrale holt, ist von künftigen Cloud-Entscheidungen weitgehend unabhängig. Für neue Geräte lohnt sich die Gen4-Generation mit Matter, für den Einbau hinter der Schalterdose der Elektriker. Wer Shelly-Zähler mit Solarstrom kombiniert, findet im Ratgeber zum Balkonkraftwerk mit Speicher den nächsten Schritt.
MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt; Smart-Home-Geräte wie Shelly-Zwischenstecker und -Relais tauchen dort regelmäßig im Angebot auf. Die aktuellen Deals des Tages findet ihr auf der MonsterDealz-Startseite.