Router absichern 2026: Die acht Einstellungen, die das BSI nennt

Einen Router absichern heißt, das Passwort seiner WeboberflĂ€che, seine FunkverschlĂŒsselung und seine offenen Dienste so einzustellen, dass weder jemand aus dem Internet noch jemand aus der Nachbarschaft ins Heimnetz kommt — und das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beschreibt dafĂŒr acht Schritte, nicht vier. Zwei davon dauern keine fĂŒnf Minuten: das Standardpasswort der WeboberflĂ€che Ă€ndern und automatische Firmware-Updates einschalten. Das aufgedruckte WLAN-Passwort dagegen ist bei heutigen GerĂ€ten meist kein Problem — das BSI nennt 20 Zeichen ab Werk ausdrĂŒcklich als Regelfall. Stand: September 2026.

Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Das BSI nennt acht Basis-Tipps fĂŒr das Heimnetz, nicht vier: Router-Passwort, Updates, WLAN-Passwort, Netzwerkname, Firewall, VerschlĂŒsselung, Fernzugriff, Gastnetz.
  • Zwei Passwörter, zwei Regeln: mindestens acht Zeichen aus mehreren Zeichenarten fĂŒr die WeboberflĂ€che, mindestens 20 zusammenhanglose Zeichen fĂŒr das WLAN.
  • UnterstĂŒtzt euer Router weder WPA2 noch WPA3, rĂ€t das BSI nicht zu einer Einstellung, sondern zum GerĂ€tewechsel.
  • WPS taucht in den acht Verbraucher-Tipps gar nicht auf — geregelt ist es nur in der Technischen Richtlinie des BSI fĂŒr Router, und dort restriktiv.

Anzeige / Transparenz: Dieser Artikel enthĂ€lt Partner-Links. Kauft ihr ĂŒber einen solchen Link, erhalten wir eine kleine Provision. FĂŒr euch bleibt der Preis identisch.

Welche Router-Einstellungen das BSI wirklich empfiehlt

Es sind acht, nicht vier. Das BSI fasst seine Empfehlungen fĂŒr Privathaushalte in der BroschĂŒre „Wegweiser kompakt — 8 Tipps fĂŒr ein sicheres Heimnetzwerk“ zusammen (Artikelnummer BSI-IFB 23/150); die ausfĂŒhrliche Fassung steht auf der Seite Sicherheitstipps fĂŒr privates und öffentliches WLAN. Wer eine Vierer-Liste liest, liest eine VerkĂŒrzung, keine Behördenvorgabe.

Die Reihenfolge der acht Punkte ist keine Rangfolge nach Wirkung, sondern eine Reihenfolge nach Handgriffen: Das BSI beginnt mit dem, was man beim ersten Einloggen ohnehin vor sich hat, und arbeitet sich durch das MenĂŒ. Genau deshalb lohnt es sich, die Liste einmal von oben nach unten abzuarbeiten, statt sich den vermeintlich wichtigsten Punkt herauszupicken.

BSI-Tipp Wonach ihr im Router-MenĂŒ sucht
1. Standard-Passwort der WeboberflĂ€che Ă€ndern Einstellungen → Router-Passwort oder GerĂ€tepasswort Ă€ndern
2. Firmware und Updates aktuell halten System → Update oder Laden & Sichern → Auto-Update
3. Langes, komplexes WLAN-Passwort vergeben WLAN → WLAN-Grundeinstellungen → WLAN-SchlĂŒssel
4. Standard-Netzwerknamen ersetzen WLAN → WLAN-Name oder SSID
5. Status der Firewall prĂŒfen Internet → Filter oder Freigaben → Sicherheitseinstellungen
6. Sichere WLAN-VerschlĂŒsselung nutzen WLAN → Sicherheit → WLAN-Modus WPA2 oder WPA3
7. Fernzugriff deaktivieren Internet → Freigabe → Internetzugriff auf Router
8. Gastnetzwerk einrichten WLAN → Gastzugang

Die acht Basis-Tipps aus dem BSI-Wegweiser, in der Reihenfolge der BroschĂŒre. Die MenĂŒbezeichnungen stammen ebenfalls aus dem BSI-Text; das Amt schreibt dazu ausdrĂŒcklich, je nach Routermodell und Firmware-Version könnten „Begrifflichkeiten geringfĂŒgig abweichen“. Die genauen Pfade stehen im Handbuch eures GerĂ€ts.

Router-Passwort und WLAN-Passwort: zwei Passwörter, zwei Regeln

Umgedrehter Router neben einer leeren Karteikarte und einem Stift auf einem Holztisch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

FĂŒr die WeboberflĂ€che empfiehlt das BSI „Passwörter mit mindestens acht Zeichen und aus verschiedenen Zeichenarten wie Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen“, fĂŒr das WLAN dagegen mindestens 20 zusammenhanglose Zeichen. Das sind zwei völlig verschiedene Anforderungen an zwei völlig verschiedene SchlĂŒssel — und genau diese Verwechslung steckt hinter der verbreiteten Warnung, das aufgedruckte Werkspasswort sei gefĂ€hrlich.

GefĂ€hrlich ist das Standardpasswort der Verwaltung. Dazu schreibt das BSI: Es gebe „immer noch Router, die mit Standardpasswörtern wie ‚admin‘ oder ‚1234′ ausgeliefert werden“, und „solche Zugangscodes sollten Sie sofort Ă€ndern, denn auch Angreifer kennen (und nutzen!) diese Standardpasswörter“. Das aufgedruckte WLAN-Passwort dagegen ist bei aktuellen GerĂ€ten in der Regel schon sicher: „In der Regel haben die Router werksseitig bereits ein sicheres WLAN-Passwort eingestellt, das aus 20 Zeichen besteht.“

Diese 20 Zeichen sind kein Zufall, sondern eine Herstellervorgabe. In der Technischen Richtlinie BSI TR-03148 „Secure Broadband Router“ steht, dass die ab Werk konfigurierte Passphrase mindestens 20 Stellen haben soll und keine Informationen enthalten darf, die sich aus dem GerĂ€t selbst ableiten lassen — also weder Hersteller noch Modellname noch MAC-Adresse. FĂŒr das Verwaltungspasswort verlangt dieselbe Richtlinie mindestens acht Zeichen aus mehreren Zeichenklassen. Ein Router, der beides einhĂ€lt, kommt also bereits brauchbar aus dem Karton; verlassen solltet ihr euch darauf trotzdem nicht, sondern nachsehen.

Merkmal Router-Passwort WLAN-Passwort
WofĂŒr Zugang zur WeboberflĂ€che Zugang zum Funknetz
BSI-MindestlÀnge 8 Zeichen, mehrere Zeichenarten 20 zusammenhanglose Zeichen
Werkseinstellung teils noch „admin“ oder „1234″ meist schon 20 Zeichen
Sofort Ă€ndern? ja, wenn es ein Standardwert ist nur, wenn kĂŒrzer als 20 Zeichen

GegenĂŒberstellung nach den Vorgaben aus dem BSI-Wegweiser und der Seite „Sicherheitstipps fĂŒr privates und öffentliches WLAN“, abgerufen am 15. September 2026. Wörtlich heißt es beim WLAN-Passwort: „Sofern das WLAN-Passwort weniger als 20 Zeichen besitzt, sollte es geĂ€ndert werden.“ Und: Das WLAN-Passwort darf niemals dasselbe sein wie das der WeboberflĂ€che.

Wenn ihr das WLAN-Passwort Ă€ndert, mĂŒsst ihr es anschließend auf jedem GerĂ€t neu eintragen — vom Fernseher ĂŒber die Spielkonsole bis zum Saugroboter. Wo ihr das aktuelle Passwort auf den verschiedenen GerĂ€ten nachschlagt, ohne den Router zurĂŒckzusetzen, haben wir im Ratgeber WLAN-Passwort anzeigen zusammengestellt.

WPA2 oder WPA3: Was die VerschlĂŒsselung Ă€ndert

Aufgeklappter Laptop mit leerem Bildschirm vor einem unscharfen WLAN-Router auf dem Schreibtisch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Das BSI nennt beide Standards gleichrangig: „WPA2 und WPA3 beschreiben die aktuell sichersten VerschlĂŒsselungsmethoden fĂŒr WLAN-Netze.“ Alles davor ist ausgemustert — das Verbraucherportal Baden-WĂŒrttemberg, herausgegeben vom baden-wĂŒrttembergischen Verbraucherschutzministerium, schreibt zur Absicherung von Router und WLAN, die WEP-VerschlĂŒsselung dĂŒrfe nicht mehr verwendet werden, da sie keinen ausreichenden Schutz biete.

Umgestellt wird das im MenĂŒ unter WLAN und dort unter Sicherheit: Dort steht der WLAN-Modus, der auf WPA2 oder WPA3 gehört, darunter der WLAN-SchlĂŒssel. Viele GerĂ€te bieten einen kombinierten Modus an, in dem sich sowohl WPA2- als auch WPA3-fĂ€hige GerĂ€te anmelden können — das ist der praktikable Weg, solange noch Ă€ltere Drucker, Kameras oder Lautsprecher im Haushalt hĂ€ngen, die WPA3 nicht beherrschen.

Der interessanteste Satz des BSI zu diesem Punkt ist aber kein Einstellungshinweis, sondern ein Kaufhinweis: „Falls Ihr Router keinen dieser beiden Standards unterstĂŒtzt, sollten Sie auf ein neues Router-Modell umsteigen.“ FĂŒr ein GerĂ€t ohne WPA2 gibt es also keine Einstellung, die das Problem löst. Die Technische Richtlinie TR-03148 zieht dieselbe Linie auf der Herstellerseite: Ein Router muss WPA2 oder neuer fĂŒr jedes private und jedes Gastnetz unterstĂŒtzen, und die VerschlĂŒsselung muss in den Werkseinstellungen bereits aktiv sein, sofern das WLAN ab Werk eingeschaltet ist.

Rechnet damit, dass die Umstellung auf WPA3 einzelne AltgerĂ€te aussperrt. Wenn nach dem Wechsel ausgerechnet der Drucker fehlt, liegt das hĂ€ufiger am Standard oder am Frequenzband als am Passwort — die Reihenfolge, in der ihr das prĂŒft, steht im Ratgeber Drucker mit WLAN verbinden.

Firmware-Updates: der Punkt, an dem die anderen sieben hÀngen

Von den acht Tipps ist dieser der einzige, der dauerhaft wirkt, ohne dass ihr etwas tut — vorausgesetzt, ihr schaltet ihn einmal ein. Das BSI rĂ€t, in der BenutzeroberflĂ€che unter System nach dem Auto-Update zu suchen und die Einstellung „Über neue Versionen informieren und neue Versionen automatisch installieren (empfohlen)“ zu ĂŒbernehmen. Wer seinen Router vom Internetanbieter bekommen hat, soll dort nachfragen, ob die Firmware regelmĂ€ĂŸig ĂŒber eine Fernwartung aktualisiert wird.

Warum das kein Nebenpunkt ist, zeigt der Lagebericht des BSI. Im Berichtszeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 wurden nach dem Kapitel zu Botnetzen durchschnittlich 119 neue Schwachstellen pro Tag bekannt, rund 24 Prozent mehr als im Zeitraum davor. Bei den Botnetzen dominierten zwei Familien, BadBox und Vo1d, die „teilweise bereits ab Werk auf betroffenen IoT-Systemen, vor allem TV-Set-Top-Boxen, vorinstalliert bzw. fĂŒr diese konzipiert sind“; BadBox war mit bis zu 58 Prozent der infizierten Systeme das grĂ¶ĂŸte in Deutschland aktive Botnetz. Der Router ist in dieser Rechnung nicht das Ziel, sondern die TĂŒr: Er steht zwischen diesen GerĂ€ten und dem Internet.

Wichtig ist die ZustĂ€ndigkeitsfrage, und die fĂ€llt anders aus, als viele annehmen. Die Verbraucherzentrale schreibt zum Wechsel des Internetrouters klar: „Sie sind fĂŒr das Einspielen von Updates selber verantwortlich.“ Wer also einen eigenen Router betreibt statt des AnbietergerĂ€ts, ĂŒbernimmt damit auch die Update-Pflicht — ein Argument fĂŒr das automatische Update, nicht gegen den eigenen Router.

Fernzugriff, WPS und ungenutzte Dienste: Was abgeschaltet gehört

RĂŒckseite eines Routers mit zwei belegten und mehreren freien Netzwerkbuchsen

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Das BSI formuliert diesen Punkt als Regel, nicht als Liste: „Deaktivieren Sie auf Ihrem Router daher alle Dienste, die Sie nicht benötigten.“ Namentlich genannt wird der Fernzugang — viele Router lassen sich von außerhalb des Heimnetzes konfigurieren, und das Amt rĂ€t, diese Funktion zu deaktivieren, falls ihr sie nicht braucht. Im MenĂŒ sucht ihr dafĂŒr unter Internet nach Freigabe und entfernt den Haken bei „Internetzugriff auf Router aktiviert“.

Die Firewall dagegen mĂŒsst ihr in aller Regel gar nicht anfassen. Das BSI stellt fest, sie sei standardmĂ€ĂŸig aktiviert, und rĂ€t ausdrĂŒcklich davon ab, an ihr zu drehen: Ändert die Einstellungen „nur, wenn Sie entsprechende Kenntnisse ĂŒber die einzelnen Ports besitzen“. Tipp fĂŒnf heißt deshalb „Status der Firewall prĂŒfen“ und nicht „Firewall konfigurieren“ — es geht um einen Blick, nicht um einen Eingriff.

Und WPS? Der Knopf zum schnellen Anmelden neuer GerĂ€te kommt in den acht Verbraucher-Tipps ĂŒberhaupt nicht vor, und auch auf der ausfĂŒhrlichen BSI-Seite zum WLAN steht kein Wort dazu. Geregelt ist WPS nur auf der Herstellerebene, in der TR-03148: Die PIN-Variante darf demnach nur angeboten werden, wenn sie im ausgelieferten Zustand deaktiviert ist und fĂŒr jedes neu angemeldete GerĂ€t eine neue PIN erzeugt wird; WPS ĂŒber NFC soll ab Werk ebenfalls abgeschaltet sein. Die Tastenvariante und die Anmeldung per USB-Stick sind ausdrĂŒcklich erlaubt. Wer WPS also gar nicht nutzt, schaltet es nach der allgemeinen Regel „alles Ungenutzte aus“ ab — eine eigene BSI-Warnung davor gibt es aber nicht, und wer etwas anderes behauptet, hat die Richtlinie mit den Verbrauchertipps verwechselt.

Gastnetz und Smart Home: Trennen bringt mehr als der MAC-Filter

Wohnzimmer mit Router, Lautsprecher, Saugroboter und ausgeschaltetem Fernseher

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Das Gastnetz ist Tipp acht und der einzige der acht, der GerĂ€te voneinander trennt statt sie nur besser zu verriegeln. Das BSI beschreibt den Zweck so: „Mit einem Gast-Netzwerk trennen Sie z. B. die GerĂ€te Ihrer GĂ€ste von Ihren eigenen GerĂ€ten, auf denen Sie sensible Dienste wie Onlinebanking oder Homeoffice-Anwendungen nutzen.“ Eingerichtet wird es unter WLAN → Gastzugang, mit eigenem Netzwerknamen, eigenem SchlĂŒssel und, wenn das GerĂ€t es anbietet, ebenfalls mit WPA2 oder WPA3.

Der praktische Gewinn liegt weniger beim Besuch als bei den vernetzten GerĂ€ten, die ihr nicht selbst aktuell halten könnt: Saugroboter, Steckdosen, Überwachungskameras, Fernseher. Das BSI nennt als Adressaten des Gastnetzes ausdrĂŒcklich auch „unsichere GerĂ€te“. Landen sie dort, erreichen sie zwar weiter das Internet, aber nicht mehr den Rechner mit den Steuerunterlagen. Was ein Fernseher im Heimnetz nebenbei mitschneidet und wo ihr das abstellt, steht im Ratgeber zum Smart-TV-Datenschutz.

Den MAC-Filter fĂŒhrt das BSI dagegen nicht unter den acht Basis-Tipps, sondern unter „Erweiterte Einstellungen“: Wenn euer Router die Möglichkeit biete, einen MAC-Filter einzurichten, dann nutzt sie — nur den freigegebenen Netzwerkkarten wird nach PrĂŒfung ihrer Adresse der Zugang gestattet. Im Alltag ist dieser Punkt der mĂŒhsamste der ganzen Liste, weil aktuelle Smartphones ihre MAC-Adresse je Netzwerk zufĂ€llig erzeugen (Android nennt es randomisierte MAC-Adresse, Apple private WLAN-Adresse). Jedes neue GerĂ€t und jede zurĂŒckgesetzte Verbindung bedeutet dann einen neuen Eintrag von Hand. Die Trennung ĂŒber ein Gastnetz erreicht mit einem Handgriff mehr als eine GerĂ€teliste, die ihr laufend pflegen mĂŒsst.

FĂŒr den Besuch spart ihr euch das Buchstabieren des 20-Zeichen-SchlĂŒssels ohnehin besser: Ein ausgedruckter Code an der Pinnwand erledigt die Anmeldung ins Gastnetz in zwei Sekunden. Wie ihr ihn erzeugt und worauf ihr bei Generatoren im Netz achten mĂŒsst, steht im Ratgeber WLAN-QR-Code.

Wer im Netz hĂ€ngt — und wann der Router ersetzt gehört

FĂŒr die Frage „hĂ€ngt da jemand Fremdes drin?“ gibt es in den acht BSI-Tipps keinen eigenen Punkt; die GerĂ€teliste eures Routers beantwortet sie trotzdem am schnellsten. Jeder aktuelle Router fĂŒhrt unter Heimnetz oder Netzwerk auf, welche GerĂ€te verbunden sind und welche jemals verbunden waren. Rechnet dabei mit zwei Effekten: GerĂ€te ohne ĂŒbermittelten Hostnamen erscheinen nur mit ihrer IP-Adresse, und wegen der zufĂ€lligen MAC-Adressen moderner Smartphones lĂ€sst sich nicht jeder Eintrag einem Hersteller zuordnen. Ein unbekannter Name ist deshalb noch kein Einbruch — ein GerĂ€t, das auch nach dem Abschalten aller eigenen GerĂ€te weiter aktiv ist, dagegen schon.

Der hĂ€rtere Fall ist das Support-Ende. Die TR-03148 verpflichtet Hersteller, ĂŒber das Ende der UnterstĂŒtzung („End of Support“) zu informieren, und zwar ĂŒber dieselbe Stelle, an der das GerĂ€t auch sonst Informationen anzeigt: die Router-Konfiguration. Ein Router, fĂŒr den keine Firmware mehr erscheint, behĂ€lt jede bis dahin bekannt gewordene LĂŒcke dauerhaft — und genau das macht ihn zum Kandidaten fĂŒr den Austausch, nicht sein Alter allein. Die Verbraucherzentrale rĂ€t in ihrem Ratgeber So stĂ€rken Sie Ihr WLAN zu Hause gegen Cyberangriffe in dieselbe Richtung: GerĂ€te, die keine Sicherheitsupdates mehr erhalten, gehören ausgetauscht oder vom Netzwerk getrennt. Beim Neukauf nennt das BSI ein konkretes Kriterium: das IT-Sicherheitskennzeichen auf der Verpackung, dessen QR-Code auf eine Produktinformationsseite des Amtes fĂŒhrt.

MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die tĂ€glich geprĂŒfte SchnĂ€ppchen kuratiert — in unserem eigenen Bestand stehen 110 Deal-BeitrĂ€ge zu Routern, 87 davon zu FRITZ!Box-Modellen, der Ă€lteste vom MĂ€rz 2020. Von unseren 1.233 veröffentlichten Magazin-Ratgebern drehen sich elf um WLAN oder Router; die Absicherung behandelt dieser hier als erster.

Dass ihr ĂŒberhaupt frei wĂ€hlen könnt, ist keine SelbstverstĂ€ndlichkeit, sondern eine Regel: Seit dem 1. August 2016 dĂŒrfen Anbieter kein bestimmtes GerĂ€t vorschreiben, und die nötigen Zugangsdaten mĂŒssen sie laut Verbraucherzentrale „unaufgefordert und kostenlos“ herausgeben. Welche Bauart an euren Anschluss passt, hĂ€ngt an der Technik davor — fĂŒr Glasfaser haben wir das im Ratgeber Router fĂŒr Glasfaser aufgeschlĂŒsselt, die Auswahl nach WohnungsgrĂ¶ĂŸe und Tempo im Ratgeber Bester WLAN-Router.

Ein Beispiel aus der Praxis: FĂŒr die EasyBox nennt Vodafone ab Werk den Benutzernamen root und das Kennwort 123456, bei Vodafone Station und Connect Box steht das GerĂ€tepasswort auf dem Aufkleber. Wie ihr in die OberflĂ€che kommt und das Kennwort Ă€ndert, zeigt unser Ratgeber zum Vodafone Router Login.

Dieselbe Trennung gilt unterwegs, nur umgekehrt: Im fremden GĂ€stenetz seid ihr das GerĂ€t, das im selben Segment hĂ€ngt. Unsere Messung vom 21. September 2026 zeigt, warum das noch zĂ€hlt — 71 von 196 geprĂŒften Domains senden keinen HSTS-Header, ihr erster Aufruf lĂ€uft also unverschlĂŒsselt. Welche Einstellungen im Hotel, CafĂ© und Zug wirklich helfen, steht im Ratgeber zu öffentliches WLAN.

Genau in dieses Gastnetz gehören auch Kameras am Haus. Video-TĂŒrklingeln gibt es inzwischen ab 47 Euro, elf von 24 gelisteten Modellen kosten weniger als 100 Euro — und jedes davon hĂ€lt eine Dauerverbindung ins Internet, oft zu einer Herstellercloud. Welche Einstellungen die Datenschutzaufsicht an solchen GerĂ€ten verlangt, steht in unserem Ratgeber zu Videoklingeln und Überwachungskameras.

Wer smarte Relais oder Steckdosen ins Gastnetz verschiebt, sollte prĂŒfen, ob die Steuerung dann noch lokal funktioniert. Bei Shelly geht das ohne Hersteller-Cloud: GerĂ€te ab der zweiten Generation lassen sich ĂŒber vier KanĂ€le — HTTP, WebSocket, MQTT und UDP — direkt im Heimnetz ansprechen, und die Cloud-Verbindung lĂ€sst sich per Einstellung abschalten. Wie das geht, erklĂ€ren wir im Ratgeber Shelly-GerĂ€te ohne Cloud betreiben.

Bei der FRITZ!Box steht das Auto-Update ab Werk auf Stufe III, neue Versionen kommen also einige Wochen nach Veröffentlichung von selbst. Das aktuelle FRITZ!OS 8.50 vom 29. September 2026 gibt es bisher allerdings nur fĂŒr ein einziges Modell, die 7690. Den MenĂŒweg, die drei Stufen und die Liste der Modelle ohne Support erklĂ€rt unser Ratgeber zum Fritzbox Update.

Router absichern: Vor- & Nachteile

Vorteile Nachteile
Alle acht BSI-Schritte sind kostenlos und in einer Sitzung erledigt MenĂŒbezeichnungen unterscheiden sich je Modell und Firmware-Version
Das automatische Update wirkt danach dauerhaft ohne weiteres Zutun Ein neues WLAN-Passwort muss auf jedem GerÀt neu eingetragen werden
Das Gastnetz trennt ungepflegte Smart-Home-GerÀte mit einem Handgriff ab Die Umstellung auf WPA3 kann Àltere Drucker und Lautsprecher aussperren
Das IT-Sicherheitskennzeichen gibt beim Neukauf ein prĂŒfbares Kriterium Ohne WPA2-UnterstĂŒtzung hilft keine Einstellung, nur ein neues GerĂ€t

HĂ€ufige Fragen zur Router-Absicherung

Ist WPS ein Sicherheitsrisiko?

In den acht Verbraucher-Tipps des BSI kommt WPS nicht vor, eine Warnung davor gibt es dort also nicht. Geregelt ist es in der Technischen Richtlinie TR-03148, und zwar nur fĂŒr die PIN-Variante: Sie darf im ausgelieferten Zustand nicht aktiv sein, und fĂŒr jedes neu angemeldete GerĂ€t muss eine neue PIN erzeugt werden. Die Tastenvariante bleibt erlaubt. Praktisch heißt das: Nutzt ihr WPS nicht, schaltet es nach der allgemeinen Regel ab, alles Ungenutzte zu deaktivieren.

Wie oft sollte ich das WLAN-Passwort Àndern?

Ein Intervall nennt das BSI nicht. Maßgeblich ist die LĂ€nge: „Sofern das WLAN-Passwort weniger als 20 Zeichen besitzt, sollte es geĂ€ndert werden.“ Ein regelmĂ€ĂŸiger Wechsel ohne Anlass bringt nichts und kostet euch jedes Mal die Neuanmeldung sĂ€mtlicher GerĂ€te. AnlĂ€sse fĂŒr einen Wechsel gibt es dagegen genug: Das Passwort war einem grĂ¶ĂŸeren Kreis bekannt, ein verlorenes GerĂ€t hatte es gespeichert, oder es ist kĂŒrzer als 20 Zeichen.

Warum sind Standardpasswörter das grĂ¶ĂŸte Risiko?

Weil sie öffentlich bekannt sind. Das BSI formuliert es so: Auch Angreifer kennen und nutzen Standardpasswörter wie „admin“ oder „1234″. Ein solcher Zugang muss nicht geknackt werden, er muss nur gefunden werden — und dafĂŒr genĂŒgt ein automatisierter Scan. Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Gemeint ist das Passwort der WeboberflĂ€che, nicht der aufgedruckte WLAN-SchlĂŒssel, der bei aktuellen GerĂ€ten in der Regel schon 20 Zeichen hat.

Brauche ich ein VPN fĂŒr den Zugriff auf mein Heimnetz?

Wenn ihr von unterwegs auf GerĂ€te zu Hause zugreift, ja. Die Polizeiliche KriminalprĂ€vention der LĂ€nder und des Bundes rĂ€t in ihren Tipps zu öffentlichen WLAN-Hotspots, eine VPN-Verbindung zu nutzen, wenn ihr vertrauliche Daten ĂŒber einen Hotspot abruft, und empfiehlt sie besonders fĂŒr den Zugriff auf das eigene Heimnetzwerk und fĂŒr Smart-Home-Anwendungen. Das BSI rĂ€t ebenfalls dazu, vertrauliche Daten in fremden Netzen möglichst nur ĂŒber ein VPN abzurufen. Ein VPN ersetzt aber nicht den abgeschalteten Fernzugriff auf die Router-OberflĂ€che — es ist der sichere Weg dorthin, nicht ein zusĂ€tzlicher offener.

Muss ich den MAC-Filter wirklich einrichten?

Das BSI fĂŒhrt ihn unter „Erweiterte Einstellungen“, nicht unter den acht Basis-Tipps — er ist also eine ErgĂ€nzung, keine Grundlage. Rechnet mit erheblichem Pflegeaufwand: Weil aktuelle Smartphones ihre MAC-Adresse je Netzwerk zufĂ€llig erzeugen, mĂŒsst ihr bei jedem neuen GerĂ€t und nach jedem ZurĂŒcksetzen einer Verbindung nachtragen. Wer die acht Basis-Tipps umgesetzt und ein Gastnetz eingerichtet hat, gewinnt durch den Filter wenig hinzu.

Mein Router bekommt keine Updates mehr — muss ich ihn ersetzen?

Ja, oder ihr nehmt ihn vom Netz. Die Verbraucherzentrale rĂ€t, GerĂ€te ohne Sicherheitsupdates auszutauschen oder vom Netzwerk zu trennen, und die TR-03148 verpflichtet Hersteller, das Support-Ende in der Router-Konfiguration anzuzeigen. Schaut also zuerst dort nach, statt euch am Kaufdatum zu orientieren. FĂ€llt die Entscheidung fĂŒr ein neues GerĂ€t, achtet auf das IT-Sicherheitskennzeichen des BSI auf der Verpackung; das alte GerĂ€t könnt ihr hinter dem neuen weiterbetreiben, dann aber ohne eigene Internetverbindung.

Fazit: Einmal von oben nach unten durch das MenĂŒ

Die Absicherung eines Routers ist keine Frage von vier klugen Einstellungen, sondern eine Liste von acht Handgriffen, die das BSI in der Reihenfolge des MenĂŒs sortiert hat. Wer sie einmal von oben nach unten abarbeitet, braucht dafĂŒr eine halbe Stunde und hat danach den Teil erledigt, der dauerhaft wirkt: das automatische Update, die VerschlĂŒsselung, den abgeschalteten Fernzugriff und das Gastnetz fĂŒr alles, was ihr nicht selbst aktuell halten könnt.

Zwei Dinge lassen sich dabei nicht durch Einstellungen lösen, und beide enden beim GerĂ€t: ein Router ohne WPA2 und ein Router ohne Firmware-Nachschub. Beides ist kein Grund zur Eile, aber ein Grund, den Nachfolger in Ruhe auszusuchen — nicht erst dann, wenn ohnehin gerade nichts mehr geht. Wenn euer WLAN dagegen nur langsam ist, ist die Absicherung der falsche Hebel: Die richtige PrĂŒfreihenfolge steht im Ratgeber WLAN-Störung beheben. Tagesaktuelle Angebote rund um Netzwerk und Technik findet ihr auf unserer Startseite.

Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und GrĂŒnder von MonsterDealz.de. Seit ĂŒber 17 Jahren spĂŒre ich tĂ€glich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „SchnĂ€ppchen richtig jagen: Der Insider-Guide fĂŒr smarte Online-KĂ€ufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr ĂŒber mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder ĂŒber die Kontaktseite.

Kommentare

Kommentar verfassen

Bild zum Kommentar hinzufĂŒgen (JPG, PNG)

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die DatenschutzerklÀrung und die Nutzungsbedingungen.