Selbstbedienungskasse: Wie sie funktioniert, wo es sie gibt und welche Rechte ihr an der SB-Kasse habt

An einer Selbstbedienungskasse scannt und bezahlt ihr euren Einkauf selbst – in Deutschland stehen laut EHI Retail Institute schon über 38.650 solcher Kassen in 10.366 Geschäften, und Kaufland will bis Ende des Rollouts allein über 8.000 betreiben. Hier lest ihr, wie die SB-Kasse funktioniert, welche Händler sie haben, wie Alterskontrolle und Stichproben ablaufen und was passiert, wenn ein Artikel ungescannt in der Tasche landet. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in KĂĽrze

  • Jede 18. Kasse im deutschen Einzelhandel ist laut EHI eine Selbstbedienungskasse (Stand August 2025)
  • Kaufland rĂĽstet 2026 weitere 220 Filialen um, Bargeld bleibt dort an der SB-Kasse möglich
  • Bei Alkohol und Tabak gibt ein Mitarbeiter den Kauf nach AusweisprĂĽfung frei
  • Eine Taschenkontrolle ohne konkreten Verdacht mĂĽsst ihr laut Verbraucherzentrale nicht hinnehmen
  • Vergessenen Artikel bemerkt? Sofort nachscannen oder an der Kasse melden

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Was ist eine Selbstbedienungskasse – und warum ist sie gerade Thema?

Selbstbedienungskasse mit Touchscreen, Scanner und Ablage mit gefĂĽllter Einkaufstasche

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Eine Selbstbedienungskasse (kurz SB-Kasse, englisch Self-Checkout) ist ein Kassenterminal, an dem die Kundschaft ihre Artikel selbst scannt und selbst bezahlt; ein Mitarbeiter betreut meist mehrere Terminals gleichzeitig. Laut der EHI-Markterhebung vom 5. November 2025 waren mit Stand August 2025 über 38.650 SB-Kassen in 10.366 Geschäften im Einsatz – von insgesamt 710.000 Kassen im Einzelhandel ist damit jede 18. eine Selbstbedienungskasse.

Das Wachstum ist steil: Die Zahl der Geschäfte mit stationären SB-Kassen hat sich laut EHI innerhalb von zwei Jahren um 143 Prozent erhöht. Fast 25.000 der Geräte stehen im Lebensmittelhandel, und 60 Prozent aller Geschäfte mit SB-Kassen sind Supermärkte oder Discounter. Im klassischen Lebensmittelhandel zählt das EHI mehr als 6.240 Märkte mit durchschnittlich 3,98 SB-Kassen. Drogeriemärkte stellen 21 Prozent der Standorte, Baumärkte 8 Prozent.

Den Grund nennt Frank Horst, der beim EHI die Self-Checkout-Initiative leitet, ohne Umschweife: „Insbesondere der Personalmangel hat die Verbreitung solcher Systeme beschleunigt.“ Für euch heißt das: Bedienkassen verschwinden nicht, aber die Schlange davor wird oft länger, während die SB-Zone frei ist.

Ein einzelnes Ereignis, das die Suchanfragen Mitte Oktober 2026 ausgelöst hätte, gibt es nicht: weder ein neues Gesetz noch eine Ankündigung eines großen Händlers. Die Debatte dreht sich um drei Dinge, die in diesem Ratgeber der Reihe nach vorkommen – wie stark die Märkte an der SB-Kasse kontrollieren, was bei einem vergessenen Artikel droht und welche Ketten die Kassen weiter ausbauen.

Supermarkt-Kassensysteme: Scan & Go, Selbstbedienungskasse und Pick & Go im Unterschied

Im Handel laufen drei Selbstbedienungs-Modelle nebeneinander, und das EHI zählt sie getrennt: 10.366 Geschäfte mit stationären SB-Kassen und 3.646 Geschäfte mit mobilem Self-Scanning, in rund 2.900 Geschäften habt ihr sogar die Wahl zwischen mindestens zwei Varianten. Insgesamt könnt ihr laut EHI in 11.120 Geschäften selbst kassieren.

  • Selbstbedienungskasse: Ihr legt die Ware am Terminal auf, scannt jeden Artikel einzeln und bezahlt dort. Kein Konto, keine App nötig.
  • Scan & Go (Self-Scanning): Ihr scannt schon am Regal – mit einem Handscanner des Marktes oder mit der Händler-App auf dem eigenen Handy. Am Ende ĂĽbertragt ihr den Warenkorb per QR-Code an ein Terminal und bezahlt. Auspacken und Einpacken an der Kasse entfällt.
  • Pick & Go: Kameras und Sensoren erfassen, was ihr aus dem Regal nehmt; abgerechnet wird beim Verlassen des Ladens ĂĽber die App. Das gibt es in Deutschland bislang nur in wenigen Märkten.

Rewe gehört bei Scan & Go zu den frühen Anbietern: Laut einer Rewe-Pressemitteilung vom 4. Dezember 2020 lief der Dienst damals in knapp 50 Märkten, der Ausbau auf rund 100 Märkte war angekündigt. Kaufland nennt sein System K-Scan, Lidl bietet Scan&Go innerhalb der Lidl-Plus-App an. Welche Variante für euch passt, hängt vor allem von der Größe des Einkaufs ab: Für fünf Teile ist die SB-Kasse schneller, für den Wocheneinkauf das Scannen am Regal.

Eine Einschränkung gilt fürs Self-Scanning fast überall: Ihr braucht ein Kundenkonto. Bei Kaufland ist das die Kaufland Card XTRA, bei Lidl die Lidl-Plus-App, bei Rewe die Rewe-App. Die SB-Kasse selbst funktioniert dagegen anonym.

Wie funktioniert die Selbstbedienungskasse Schritt fĂĽr Schritt?

Hand legt lose Äpfel auf die Waage einer Selbstbedienungskasse, daneben Bananen und Brötchen

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Der Ablauf an einer Selbstbedienungskasse besteht aus fünf Schritten, und laut Kaufland nutzen in Filialen mit SB-Kassen bereits rund 40 Prozent der Kundschaft diesen Weg (Kaufland-Pressemitteilung vom 24. März 2026). So läuft es in der Regel:

  1. Kundenkarte oder App scannen: Wer Rabatt-Coupons nutzen will, scannt die Karte zuerst, damit die Preise stimmen.
  2. Artikel scannen: Barcode unter den Scanner halten, bis der Signalton kommt und der Artikel auf dem Bildschirm erscheint.
  3. Ablegen: Den Artikel in die Ablage oder Tasche legen. Viele Terminals gleichen ĂĽber eine Waage das Gewicht mit den gescannten Artikeln ab.
  4. Bezahlen: Zahlart wählen, mit Karte, Handy oder – wo vorhanden – bar bezahlen.
  5. Bon mitnehmen: Der Kassenbon ist euer Nachweis, falls am Ausgang kontrolliert wird.

Wie bezahle ich an einer Selbstbedienungskasse?

Ob Bargeld geht, entscheidet jeder Händler selbst. Kaufland schreibt in seiner Pressemitteilung, dass ihr an den SB-Kassen mit Bargeld, Karte, App oder Kaufland Pay bezahlen könnt, und zwar in jeder Filiale. Bei Lidl Scan&Go sind laut Lidl-Hilfeseite EC- und Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay und Lidl Pay möglich, Bargeld nur „je nach Standort“. Eine gesetzliche Pflicht, an jeder Kasse Bargeld oder jede Karte anzunehmen, gibt es heute nicht; was dazu geplant ist, steht in unserem Ratgeber zur Kartenzahlung-Pflicht.

Obst, GemĂĽse und Backwaren wiegen

Lose Ware ist der häufigste Stolperstein, weil sie keinen Barcode hat. An der stationären SB-Kasse legt ihr sie auf die Waage und wählt die Sorte im Menü. Beim Scan&Go von Lidl wiegt ihr selbst an der Waage im Markt, scannt den ausgedruckten Barcode und bewahrt das Etikett bis zum Ende des Einkaufs auf; Stückware und frische Backwaren erfasst ihr über den Code am elektronischen Preisschild. Lidl testet nach Medienberichten außerdem Kameras an der Waage, die Obst und Gemüse selbst erkennen sollen – eine Pressemitteilung von Lidl dazu gibt es nicht.

Pfandbon und Rabatt-Apps an der SB-Kasse

Den Pfandbon vom Leergutautomaten scannt ihr an der SB-Kasse wie einen Artikel ein, der Betrag wird abgezogen. Lidl bietet in der Plus-App zusätzlich einen digitalen Pfandbon an, der direkt im Scan&Go-Warenkorb landet. Welche Flaschen der Automat überhaupt nimmt, erklären wir im Ratgeber zum Einwegpfand. App-Coupons aktiviert ihr vor dem Einkauf; bei Lidl Scan&Go wird der Rabatt angewendet, sobald ihr den Couponartikel scannt. Welche Händler-App wie viel spart, vergleicht unser Überblick zu Supermarkt-Apps.

Welche Händler haben Selbstbedienungskassen?

Kaufland ist der Händler mit dem klarsten Plan: Laut Pressemitteilung vom 24. März 2026 stehen derzeit rund 2.000 SB-Kassen in etwa 300 Filialen, 2026 kommen 220 weitere Filialen dazu – im Schnitt vier pro Woche –, und nach Abschluss sollen es über 8.000 SB-Kassen sein, bis zu zwölf je Standort. Bedienkassen behält Kaufland laut eigener Aussage in allen Filialen.

Heiko Koch, bei Kaufland in Deutschland Geschäftsleiter für Vertrieb, Logistik und SCM, begründet den Schritt so: „Deshalb bringen wir den Service jetzt in alle unsere Filialen.“ Für die übrigen Ketten gibt es keine vergleichbar genauen Zahlen. Die folgende Übersicht enthält nur, was die Händler selbst veröffentlicht oder gegenüber ZDFheute (8. November 2025) erklärt haben.

Händler Selbstbedienungskasse Scan-App / Handscanner
Kaufland rund 2.000 in etwa 300 Filialen, Ausbau auf alle Filialen K-Scan mit Kaufland Card XTRA
Lidl Ziel: über 1.600 Filialen bis Anfang 2026 Scan&Go in der Lidl-Plus-App, ausgewählte Filialen
Rewe in vielen Märkten, eine Kasse meist besetzt Scan&Go per App oder Handscanner, einzelne Märkte
Edeka „zusätzliche Serviceleistung“, je Markt verschieden keine einheitliche Angabe
Aldi Nord Test in acht Filialen keine Angabe

Stand 16.10.2026. Kaufland: Pressemitteilung 24.03.2026; Lidl, Rewe, Edeka, Aldi Nord: Angaben der Händler gegenüber ZDFheute, 08.11.2025; Scan&Go-Angaben von den Händlerseiten. Aldi Süd machte dort keine Angaben zur Zahl der Filialen.

Bei Edeka entscheidet jeder Markt selbst, weil viele Märkte von selbstständigen Kaufleuten geführt werden. Ob es in eurem Markt eine SB-Kasse gibt, seht ihr deshalb nur vor Ort oder in der Marktsuche. Ähnliches gilt bei Rewe, wo laut Pressemitteilung von 2020 ein Teil der über 3.600 Märkte von selbstständigen Kaufleuten betrieben wird.

Ein Blick in unsere eigenen Daten zeigt, wie präsent die großen Lebensmittelhändler im Deal-Alltag sind: Von 5.383 Deal-Beiträgen, die MonsterDealz zwischen dem 1. Januar und dem 15. Oktober 2026 veröffentlicht hat, nennen 92 einen der fünf großen Lebensmittelhändler im Titel – Lidl 36, Edeka 22, Kaufland 20, Rewe 11 und Aldi 3 (Auswertung der MonsterDealz-Beitragsdatenbank, Stand 16.10.2026). MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt.

Wie funktioniert die AltersprĂĽfung bei Alkohol oder Tabak?

An der Selbstbedienungskasse sperrt das System bei Alkohol und Tabak den Bezahlvorgang, bis ein Mitarbeiter euer Alter geprüft und den Kauf freigegeben hat. Grundlage sind § 9 und § 10 Jugendschutzgesetz: Bier, Wein und Sekt dürfen nicht an unter 16-Jährige abgegeben werden, Spirituosen sowie Tabak und E-Zigaretten nicht an unter 18-Jährige.

Der § 9 JuSchG verbietet Händlern außerdem, Alkohol in der Öffentlichkeit über Automaten anzubieten, wenn nicht durch technische Vorrichtungen oder ständige Aufsicht sichergestellt ist, dass Kinder und Jugendliche nicht an die Ware kommen. Auch deshalb ist die SB-Zone betreut; Kaufland schreibt in seinem Firmenblog vom April 2026, dass an den SB-Kassen immer ein Mitarbeiter als Ansprechpartner bereitsteht. Für Tabakwaren regelt § 10 JuSchG dasselbe.

Lidl beschreibt den Ablauf für Scan&Go auf seiner Hilfeseite konkret: Alkohol und Tabak könnt ihr mit der App scannen, das Alter prüft ein Mitarbeiter beim Bezahlen, den Ausweis solltet ihr bereithalten. An klassischen SB-Kassen erscheint ein Hinweis auf dem Bildschirm, und das Terminal wartet, bis jemand vom Personal es freischaltet.

Praktisch heißt das: Wer abends Bier und Chips holt, wartet an der SB-Kasse unter Umständen länger als an der Bedienkasse, wenn das Personal gerade woanders hilft. Ist nur eine Person für sechs Terminals zuständig, lohnt sich bei altersbeschränkten Artikeln der Gang zur besetzten Kasse.

Kontrollen an der SB-Kasse: Was darf der Markt und was nicht?

Ăśberwachungskamera an der Decke eines Supermarkts ĂĽber Selbstbedienungskassen und einer Ausgangsschranke

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Märkte sichern ihre Selbstbedienungskassen mit Waagen, Kameras, Ausgangsschranken und Stichproben – eine Taschenkontrolle ohne konkreten Verdacht ist aber laut Verbraucherzentrale grundsätzlich unzulässig (abgerufen am 16.10.2026). Der Druck auf die Händler ist groß: Laut der EHI-Studie Inventurdifferenzen vom 23. Juni 2026 verursachte die Kundschaft 2025 Warenverluste von 3,05 Milliarden Euro.

ZDFheute zählt die üblichen Sicherungen auf: Kontrollwaagen, die das Gewicht mit den gescannten Artikeln vergleichen, Videosysteme, elektronische Ausgangssperren und Mitarbeitende, die Stichproben machen. Einzelne Ketten setzen zusätzlich Software ein, die auffälliges Verhalten am Terminal erkennen soll.

Wie solche Kamera-Systeme am Checkout arbeiten und warum Verluste oft aus Fehlscans statt aus Diebstahl entstehen, erklärt das EHI in diesem Video:

Stichprobe beim Self-Scanning: Das stimmt ihr mit der App zu

Beim Scan & Go gelten andere Regeln als bei der Taschenkontrolle, weil ihr die Bedingungen des Dienstes akzeptiert habt. Lidl weist auf seiner Scan&Go-Seite ausdrücklich darauf hin, dass es stichprobenartige Warenkontrollen geben kann. Dabei gleicht ein Mitarbeiter einige Artikel im Wagen mit eurer gescannten Liste ab. Fällt eine Abweichung auf, wird der Artikel nachgescannt und bezahlt.

Taschenkontrolle: Was die Verbraucherzentrale sagt

Die Verbraucherzentrale formuliert es so: „Ohne einen konkreten Verdacht ist eine Taschenkontrolle im Supermarkt grundsätzlich unzulässig.“ Das gilt auch dann, wenn ein Schild am Eingang auf Kontrollen hinweist. Erlaubt ist ein Blick in die Tasche erst, wenn jemand auf frischer Tat beobachtet wurde. Dann dürfen Detektive oder Personal die Personalien aufnehmen und die Person bis zum Eintreffen der Polizei festhalten – durchsuchen darf aber nur die Polizei.

Die Kehrseite: Verweigert ihr eine Kontrolle, darf der Markt laut Verbraucherzentrale ein Hausverbot aussprechen, auch ohne Begründung. Wer sich ungerecht behandelt fühlt, kann die Kontrolle zulassen und sich danach bei der Geschäftsführung beschweren. Wurdet ihr zu Unrecht festgehalten, könnt ihr Anzeige bei der Polizei erstatten.

Vergessener Artikel an der SB-Kasse: Wann droht ein Diebstahlvorwurf?

Einkaufskorb mit Wasser-Mehrfachpack, Nudeln und Joghurt, obenauf ein leerer Kassenbon

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Ein Versehen ist keine Straftat – strafbar ist nach § 242 StGB nur, wer eine Sache in der Absicht wegnimmt, sie sich rechtswidrig zuzueignen, und dafür drohen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Das EHI schätzt in seiner Studie vom Juni 2026, dass jährlich rund 24,8 Millionen Ladendiebstähle im Wert von je 123 Euro unentdeckt bleiben; über 98 Prozent der Fälle werden nicht erkannt.

Entscheidend ist also der Vorsatz, und den muss im Zweifel die Staatsanwaltschaft nachweisen. Für euch zählt in der Praxis aber, was im Laden passiert: Werdet ihr am Ausgang mit einem ungescannten Artikel angehalten, wird zunächst vor Ort geklärt, ob es ein Fehler war. Wer sofort anbietet nachzuzahlen und den Fehler erklären kann – etwa einen Mehrfachpack, der nur einmal gepiept hat –, steht deutlich besser da als jemand, der schweigt.

Welche Paragrafen gelten an der Selbstbedienungskasse?

  • Diebstahl, § 242 StGB: bis zu fĂĽnf Jahre oder Geldstrafe; der Versuch ist ebenfalls strafbar.
  • Geringwertige Sachen, § 248a StGB: Diebstahl geringwertiger Sachen wird nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, die Staatsanwaltschaft sieht ein besonderes öffentliches Interesse. Eine feste Euro-Grenze steht nicht im Gesetz.
  • Computerbetrug, § 263a StGB: Wer das Ergebnis eines Datenverarbeitungsvorgangs durch falsche Daten beeinflusst, etwa durch das Scannen eines billigeren Barcodes fĂĽr teure Ware, riskiert bis zu fĂĽnf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe.

Beim Computerbetrug kursiert eine falsche Zahl: Manche Ratgeber nennen höchstens drei Jahre. Laut § 263a StGB liegt die Höchststrafe aber bei fünf Jahren; die drei Jahre gelten nur für das Vorbereiten der Tat, etwa das Beschaffen manipulierter Programme. Den Antrag bei geringwertigen Sachen regelt § 248a StGB.

So vermeidet ihr Fehlscans

Laut ZDFheute berichten Händler von häufigeren Fehlscans an SB-Kassen. Drei Gewohnheiten helfen: jeden Artikel erst ablegen, wenn er auf dem Bildschirm erscheint; bei Mehrfachpackungen auf die Stückzahl achten; den Bon vor dem Gehen kurz mit dem Wagen abgleichen. Merkt ihr erst zu Hause, dass etwas fehlt, geht ihr mit Bon und Artikel zurück und bezahlt nach – das zeigt, dass kein Vorsatz im Spiel war. Den Bon braucht ihr auch für Umtausch und Garantie; was sich beim digitalen Kassenbon ändert, lest ihr im Ratgeber zum digitalen Kassenbon.

Vor- & Nachteile der Selbstbedienungskasse im Ăśberblick

Vorteile Nachteile
Kürzere Wartezeit bei kleinen Einkäufen Warten auf Freigabe bei Alkohol und Tabak
Kein Konto nötig, anonym nutzbar Lose Ware und Mehrfachpacks sind fehleranfällig
Kaufland nimmt auch Bargeld an der SB-Kasse Bargeld nicht bei jedem Händler möglich
Eigener Ăśberblick ĂĽber Preise und Coupons Bei vergessenem Artikel steht schnell ein Verdacht im Raum

Häufige Fragen zur Selbstbedienungskasse

Was passiert bei einer Stichprobenkontrolle durch das Personal?

Ein Mitarbeiter vergleicht einige Artikel aus eurem Einkauf mit der gescannten Liste. Stimmt alles, geht es zur Kasse. Fehlt ein Artikel auf der Liste, wird er nachgescannt. Beim Scan & Go habt ihr solchen Stichproben mit den Nutzungsbedingungen zugestimmt; eine Durchsuchung eurer privaten Tasche gegen euren Willen ist das nicht.

Welche Artikel können an der Selbstbedienungskasse nicht gescannt werden?

Das hängt vom Händler ab. Bei Lidl Scan&Go lassen sich Gutschein- und Prepaidkarten nicht in der App erfassen, sie werden an der Scan&Go-Kasse gebucht; Umtausch von Sodastream-Zylindern läuft über die normale Kasse. Alkohol und Tabak könnt ihr scannen, sie brauchen aber die Freigabe durch einen Mitarbeiter.

Kann ich an der Selbstbedienungskasse bar bezahlen?

Bei Kaufland ja, laut Pressemitteilung vom März 2026 in jeder Filiale. Bei Lidl Scan&Go hängt es vom Standort ab. Manche Terminals sind reine Kartenkassen; erkennbar ist das am fehlenden Geldeinzug. Wer bar zahlen will und kein passendes Terminal findet, nutzt die Bedienkasse.

Muss ich die App vor oder nach dem Einkauf scannen?

Vorher. Bei Lidl Scan&Go checkt ihr bei jedem Einkauf am Eingang ein, automatisch per Standort oder per QR-Code, damit aktuelle Preise und Rabatte geladen werden. Bei Kaufland K-Scan scannt ihr die Kaufland Card XTRA am Eingang. An der normalen SB-Kasse scannt ihr die Kundenkarte am besten als Erstes.

Was mache ich, wenn ein Artikel beim Scan & Go nicht erkannt wird?

Bei Lidl tippt ihr in der App auf das Stift-Symbol und gebt die Artikelnummer von Hand ein. Klappt das nicht, wird der Artikel an der Scan&Go-Kasse erfasst. Grundsätzlich gilt: Nichts in die Tasche legen, was nicht auf der Liste steht.

Sind Selbstbedienungskassen bei Edeka immer verfĂĽgbar?

Nein. Edeka beschreibt SB-Kassen als zusätzliche Serviceleistung, und weil viele Märkte von selbstständigen Kaufleuten geführt werden, entscheidet jeder Markt selbst. Selbst wo es SB-Kassen gibt, können einzelne Terminals abends oder bei Personalmangel gesperrt sein.

Wird an der SB-Kasse mehr gestohlen als an der Bedienkasse?

Einen eigenen Wert für die SB-Kasse veröffentlicht das EHI in seiner Inventurstudie nicht. Fest steht: Die Kundschaft verursachte 2025 Verluste von 3,05 Milliarden Euro, 3,4 Prozent mehr als 2024. Rewe und Kaufland sagten gegenüber ZDFheute, sie sähen keinen signifikanten Zusammenhang zwischen SB-Kassen und Diebstahl.

Fazit: Die Selbstbedienungskasse spart Zeit, wenn ihr die Regeln kennt

Mit über 38.650 Geräten ist die Selbstbedienungskasse im deutschen Handel Alltag, und Kaufland allein will auf über 8.000 kommen. Für euch lohnt sie sich vor allem bei kleinen Einkäufen ohne Alkohol. Bargeld klärt ihr vorher, lose Ware wiegt ihr sorgfältig, und den Bon nehmt ihr mit. Eine Stichprobe beim Self-Scanning gehört zum Deal, eine Taschenkontrolle ohne Verdacht nicht. Wer einen Artikel vergessen hat, scannt sofort nach und zeigt damit, dass kein Vorsatz im Spiel war. Weitere Spartipps für den Wocheneinkauf und aktuelle Supermarkt-Angebote findet ihr jeden Tag auf MonsterDealz.de.

Ăśber den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

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