Kupfernetz-Abschaltung 2026: Warum es noch keinen Termin gibt und was DSL-Kunden jetzt wissen müssen

Einen Termin für die Kupfernetz-Abschaltung gibt es in Deutschland noch nicht: Weder die Telekom noch die Bundesnetzagentur haben ein Datum festgelegt, und das Gesetz, das den Ablauf regeln soll, liegt erst im Bundestag. Die Kupfernetz-Abschaltung ist die geplante Außerbetriebnahme der alten Telefonleitungen aus Kupfer, über die DSL und VDSL laufen, sobald in einem Gebiet Glasfaser bis in die Wohnungen liegt. Wer jetzt fürchtet, dass das Internet plötzlich ausfällt oder teure neue Technik fällig wird, findet hier den gemessenen Stand: welche Fristen geplant sind, was die 1,3 Millionen umgestellten Telekom-Anschlüsse damit zu tun haben, was der Umstieg kostet und welche Rechte ihr habt. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt keinen DSL-Abschalttermin, weder bundesweit noch regional; die Telekom bestätigt das ausdrücklich.
  • Geplant ist: Vermarktungsstopp mindestens 24 Monate vor der Abschaltung, Ankündigung weitere 12 Monate davor, Start erst ab 80 Prozent Glasfaser im Gebiet.
  • Die 1,3 Millionen Telekom-Anschlüsse, die seit August 2026 umgestellt werden, sind reine Telefonanschlüsse und nicht der Beginn der DSL-Abschaltung.
  • Der Telekom-Hausanschluss kostet regulär 999,95 Euro und entfällt, wenn ihr in einem Ausbaugebiet einen Telekom-Glasfasertarif bucht.

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Was ist die Kupfernetz-Abschaltung, und gibt es schon einen Termin?

Geöffneter Kabelverzweiger mit alten Kupferadern und neuem Glasfaserkabel an einer Wohnstraße

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Einen Termin gibt es nicht. Die Telekom, der das Kupfernetz gehört, schreibt in ihrem Newsroom am 10. Juni 2025 wörtlich: „Es gibt von uns keinen DSL- bzw. (V)DSL-Abschalttermin, weder regional noch bundesweit.“ Daran hat sich bis Oktober 2026 nichts geändert, auch das Regulierungskonzept der Bundesnetzagentur vom 19. Januar 2026 nennt kein Datum, sondern Bedingungen.

Gemeint ist mit der Kupfernetz-Abschaltung die Doppelader aus Kupfer, die seit Jahrzehnten von der Vermittlungsstelle oder vom grauen Verteilerkasten bis in eure Wohnung läuft. Über sie kommen ADSL, VDSL und Vectoring ins Haus, und zwar nicht nur bei der Telekom: Auch DSL-Tarife anderer Anbieter laufen über Vorleistungsprodukte auf diesen Leitungen. Wird das Kupfer abgeschaltet, endet also DSL an dieser Adresse, egal bei welchem Anbieter ihr den Vertrag habt.

Wie viele Haushalte das betrifft, zeigt der Jahresbericht Telekommunikation 2025 der Bundesnetzagentur: Ende 2025 liefen noch 58,5 Prozent aller aktiven Festnetz-Breitbandanschlüsse über DSL, Glasfaser kam auf 16,5 Prozent. Addiert man die Geschwindigkeitsklassen aus dem Bericht, ergeben sich 38,8 Millionen Breitbandanschlüsse, rechnerisch also rund 22,7 Millionen DSL-Anschlüsse. Aktiv genutzt wurden 6,4 Millionen Glasfaseranschlüsse, davon 5,2 Millionen bis in die Wohnung (FttH).

Diese Lücke ist der Grund, warum niemand ein Datum nennt. Abgeschaltet werden kann nur, wo eine Glasfaserleitung bereitliegt, und die liegt bei der Mehrheit der Haushalte noch nicht. Was Glasfaser technisch ist und wie FTTH, FTTB und FTTC sich unterscheiden, erklärt unser Grundlagen-Ratgeber Was ist Glasfaser?.

Für diesen Artikel hat unsere Redaktion am 26. Oktober 2026 das Regulierungskonzept der Bundesnetzagentur, die Stellungnahme der Telekom dazu, den Regierungsentwurf zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes, den Vorschlag der EU-Kommission für einen Digital Networks Act und die Positionen des Verbraucherzentrale Bundesverbands ausgewertet.

Kupferleitung Abschaltung: Wie sieht der Zeitplan in Deutschland aus?

Der Zeitplan besteht bisher aus Vorschlägen, nicht aus Gesetz. Die Bundesnetzagentur hat am 19. Januar 2026 ein Regulierungskonzept vorgelegt, nach dem der Abschaltprozess in einem Gebiet erst starten soll, wenn mindestens 80 Prozent der Haushalte und Unternehmen Glasfaser bis in die Wohnung haben, und zum Abschaltzeitpunkt eine nahezu flächendeckende Versorgung besteht.

Daraus ergibt sich eine Mindest-Vorlaufzeit von drei Jahren: Die Vermarktung kupferbasierter Tarife soll mindestens 24 Monate vor der Abschaltung enden, und die Abschaltung soll weitere mindestens zwölf Monate vor diesem Vermarktungsstopp angezeigt werden. Wer heute DSL hat, würde also frühestens drei Jahre nach einer Ankündigung für sein Gebiet abgeschaltet. Zusätzlich verlangt die Behörde, dass Drittanbieter offenen Zugang zu den Glasfasernetzen bekommen (Open Access).

Behördenpräsident Klaus Müller fasst die Bedingung so zusammen: „Kupfernetze können nur dann abgeschaltet werden, wenn nahezu flächendeckend Glasfaser verfügbar und der Wettbewerb auf den neuen Netzen gesichert ist.“ Die Bundesnetzagentur schreibt selbst, dass sie sich mit dem Konzept vom geltenden Rechtsrahmen löst und der Gesetzgeber erst neue Instrumente schaffen muss.

Schritt Datum Stand
Regulierungskonzept Bundesnetzagentur 19.01.2026 Vorschlag
Digital Networks Act (EU-Kommission) 21.01.2026 Entwurf
Kabinettsbeschluss TKG-Änderungsgesetz 10.06.2026 im Bundestag
Anhörung im Digitalausschuss 04.11.2026 terminiert
Nationale Übergangspläne an die EU 2029 geplant
Ausstieg aus dem Kupfer EU-weit 2030 bis 2035 geplant

Stand 26.10.2026. Quellen: Bundesnetzagentur (Pressemitteilung 19.01.2026), EU-Kommission (Pressemitteilung IP/26/107), Gigabitbüro des Bundes, Deutscher Bundestag (Anhörung zu BT-Drs. 21/8277). „Geplant“ heißt: im Entwurf vorgesehen, nicht beschlossen.

Was ändert das TKG-Änderungsgesetz 2026?

Das Bundeskabinett hat den Entwurf am 10. Juni 2026 beschlossen, laut Gigabitbüro des Bundes soll die Bundesnetzagentur damit von marktmächtigen Unternehmen einen Migrationsplan anfordern können. Die Verabschiedung erwartet das Digitalministerium bis Ende 2026, mit dem zweiten Durchgang im Bundesrat Mitte Dezember. Der Digitalausschuss des Bundestags hört am 4. November 2026 Sachverständige zum Entwurf an (Drucksache 21/8277).

Ein festes Abschaltdatum enthält der Entwurf nicht. Heute gilt weiter Paragraf 34 TKG: Ein Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht, also die Telekom, muss die Außerbetriebnahme von Netzteilen der Bundesnetzagentur mindestens ein Jahr vorher anzeigen, die Behörde veröffentlicht die Unterlagen und gibt mindestens einen Monat Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Anzeige geht an die Behörde, nicht an euch, das Initiativrecht liegt nach heutiger Rechtslage allein bei der Telekom.

Was plant die EU?

Die EU-Kommission hat am 21. Januar 2026 den Digital Networks Act vorgeschlagen. Laut Pressemitteilung der EU-Kommission sollen verpflichtende nationale Übergangspläne den Ausstieg aus den Kupfernetzen zwischen 2030 und 2035 sicherstellen, die Mitgliedstaaten sollen ihre Pläne 2029 vorlegen. Als Schutz für Kunden nennt die Kommission rechtzeitige Information über Abschaltungen und Kontinuität des Dienstes. Der Vorschlag ist noch nicht beschlossen, Parlament und Rat verhandeln darüber.

Telekom Kupfer-Abschaltung: Was steckt hinter den 1,3 Millionen Anschlüssen?

Festnetztelefon neben einer kleinen weißen Box und einer Telefondose im Flur

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die rund 1,3 Millionen Anschlüsse, die die Telekom seit August 2026 umstellt, sind keine DSL-Anschlüsse, sondern reine Telefonanschlüsse ohne Internet. Laut Medieninformation der Telekom vom 12. August 2026 werden sie umgestellt, weil die Telekom ältere Anschlusstechnik schrittweise ablöst, und zwar auf Mobilfunk-, FTTH- oder DSL-Lösungen umgestellt, für viele auf eine Telefon-Box, die über das Mobilfunknetz telefoniert.

Laut inside digital geht es um Anschlüsse auf der sogenannten MSAN-POTS-Technik, die der Kundschaft einen analogen Anschluss nachbildet und für die Ersatzteile knapp werden. Diese Technik wird abgelöst, das Kupfernetz für DSL läuft daneben weiter. Wer DSL hat, ist von dieser Aktion nicht betroffen, und wer betroffen ist, bekommt ausdrücklich auch DSL als Alternative angeboten. Was die Box kostet und was ihr mit Hausnotruf oder Fax beachten müsst, steht in unserem Ratgeber zur Umstellung des Telefonanschlusses.

Zur eigentlichen Kupfer-Abschaltung hat die Telekom eine klare Linie: Sie will nur dort abschalten, wo Kundinnen und Kunden schon gewechselt haben. Im Telekom-Newsroom heißt es sinngemäß, zuerst komme der Wechsel der Kunden und erst danach, zu einem noch offenen Zeitpunkt, die Abschaltung. Nach eigenen Angaben verlegt die Telekom Glasfaser für 2,5 Millionen Haushalte pro Jahr, mehr als die Hälfte der Haushalte müsse aber noch versorgt werden (Stand Juni 2025).

Streit gibt es über die Frage, wer die Abschaltung auslösen darf. Die Bundesnetzagentur will, dass es keine Rolle spielt, welcher Netzbetreiber in einem Gebiet Glasfaser gebaut hat. Die Telekom lehnt das in ihrer Stellungnahme vom 16. März 2026 ab und schätzt, dass rund 27 Millionen Haushalte noch keine Glasfaser im Gebäude haben. Ihre Forderung an jede Abschaltung formuliert sie so: „Im Kern muss gewährleistet sein, dass jeder Kupferkunde, der Glasfaser beziehen möchte, diesen Anschluss auch tatsächlich erhält.“

Wird mein Kupferanschluss bald abgeschaltet? So prüft ihr eure Adresse

In den nächsten drei Jahren wird euer DSL-Anschluss nach den bisherigen Plänen nicht abgeschaltet, weil zwischen Ankündigung und Abschaltung mindestens 36 Monate liegen sollen und wir bis zum 26. Oktober 2026 keine solche Anzeige für ein Gebiet gefunden haben. Erst wenn die Telekom eine Abschaltung nach Paragraf 34 TKG anzeigt, veröffentlicht die Bundesnetzagentur die Unterlagen auf ihrer Internetseite.

Ob euch das in absehbarer Zeit trifft, hängt an einer Frage: Liegt an eurer Adresse schon Glasfaser bis ins Haus? Nur dort kann der Prozess nach dem Konzept der Bundesnetzagentur überhaupt beginnen. Drei Wege führen zur Antwort:

  1. Anbieter-Abfrage: Telekom, Deutsche Glasfaser, Vodafone und regionale Netzbetreiber bieten Verfügbarkeitsprüfungen nach Adresse an. Sie zeigen, was vermarktet wird, nicht immer, was gebaut ist.
  2. Hausverwaltung oder Eigentümer: In Mehrfamilienhäusern entscheidet der Eigentümer über den Hausanschluss. Fragt nach, ob ein Glasfaser-Hausanschluss beantragt oder schon gelegt ist.
  3. Hausanschlussraum: Ein Glasfaser-Abschluss ist ein kleiner Kasten mit dünnem Kabel und sieht anders aus als die alte Telefondose.

Woran ihr den echten Ausbaustand erkennt und warum „Glasfaser verfügbar“ nicht immer Glasfaser bis in die Wohnung heißt, zeigt unser Ratgeber Glasfaser-Verfügbarkeit prüfen.

Vorsicht an der Haustür: Wer euch dort mit einer baldigen Abschaltung eures DSL-Anschlusses unter Druck setzt, verwendet ein Verkaufsargument. Laut Verbraucherzentrale Bundesverband haben die Verbraucherzentralen von Januar bis November 2025 mehr als 4.000 Beschwerden über Glasfaser-Internetzugänge erfasst, 55 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ein Vertrag, den ihr an der Haustür abschließt, lässt sich 14 Tage lang widerrufen.

Welche Kosten entstehen bei der Umstellung auf Glasfaser?

Glasfaser-Hausanschluss im Keller neben der alten Telefon-Verteilerdose

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Der größte Posten ist der Hausanschluss, und den bekommt ihr in Ausbaugebieten oft gratis. Die Telekom nennt für den Hausanschluss regulär 999,95 Euro und übernimmt diese Kosten, wenn ihr einen Telekom-Glasfasertarif bucht; die Leitung wird dann von der Straße bis in den Hausanschlussraum kostenlos verlegt. Andere Netzbetreiber haben eigene Bedingungen, meist gilt der Gratis-Anschluss nur während der Ausbauphase im Viertel.

In der Wohnung setzt die Telekom die Glasfaser-Dose standardmäßig innerhalb von drei Metern hinter dem Hauseingang beziehungsweise der Wohnungstür, ohne Aufpreis. Wer sie woanders haben will, zahlt für die Installation 249,95 Euro, eine Verlängerungsbox für bis zu 30 Meter kostet 49,99 Euro. Wie das Verlegen konkret abläuft, zeigt die Telekom in einem offiziellen Erklärvideo:

Muss ich meinen Router austauschen?

Bei Glasfaser bis in die Wohnung reicht ein reiner DSL-Router nicht, ihr braucht ein Glasfaser-Modem oder einen Router mit Glasfaser-Anschluss. Nach Paragraf 73 TKG endet das öffentliche Netz am passiven Netzabschlusspunkt, ihr dürft also ein eigenes Gerät anschließen. Welche Geräte infrage kommen, zeigen unsere Ratgeber zum Glasfaser-Modem und zur FRITZ!Box für Glasfaser.

Was zahlen Mieter?

Mieter können über die Nebenkosten an einem Glasfaser-Neubau im Haus beteiligt werden. Das Glasfaserbereitstellungsentgelt nach Paragraf 72 TKG ist auf 60 Euro pro Jahr und Wohnung begrenzt, insgesamt auf 540 Euro, und läuft höchstens fünf Jahre, in Ausnahmefällen neun. Es gilt nur für Glasfasernetze im Gebäude, die bis zum 31. Dezember 2027 errichtet werden. Nach Ablauf muss der Eigentümer anderen Anbietern unentgeltlich Zugang zur Leitung gewähren.

Eure Rechte: Kündigung, Rufnummer und freie Anbieterwahl

Gezwungen werdet ihr zu keinem bestimmten Tarif: Wird das Kupfer abgeschaltet, endet euer DSL-Vertrag, aber ihr wählt den Glasfaseranbieter selbst. Ändert ein Anbieter dagegen einseitig euren laufenden Vertrag, zum Beispiel beim Wechsel der Technik oder des Preises, dürft ihr nach Paragraf 57 TKG ohne Frist und ohne Kosten kündigen, und zwar innerhalb von drei Monaten nach Zugang der Mitteilung.

Ein Sonderkündigungsrecht braucht ihr nicht, wenn der Anbieter selbst kündigt und euch daneben ein neues Angebot schickt. Dann müsst ihr das neue Angebot schlicht nicht annehmen. Lest jedes Schreiben deshalb genau: Steht dort „Vertragsänderung“ oder „Kündigung“? Davon hängt ab, welche Frist für euch läuft.

Eure Festnetznummer könnt ihr behalten. Nach Paragraf 59 TKG darf der Dienst beim Anbieterwechsel höchstens einen Arbeitstag unterbrochen werden, und die Rufnummer zieht mit, solange ihr im selben Ortsnetz bleibt. Wie die Portierung läuft und wo sie an Grenzen stößt, steht im Ratgeber Festnetznummer mitnehmen.

Die Verbraucherzentralen fordern, dass dieser Rahmen bei der Abschaltung erhalten bleibt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband schrieb am 19. November 2025: „Verbraucher:innen müssen durchgehend mit Internet versorgt werden.“ Dazu verlangt er, dass ihr auch auf der Glasfaser den Anbieter frei wählen könnt und der Umbau euch nicht stärker finanziell belastet.

Wo am Standort gar nichts verfügbar ist, greift das Recht auf Versorgung nach Paragraf 156 TKG. Es verpflichtet von der Bundesnetzagentur bestimmte Unternehmen, eure Hauptwohnung mit einem Mindestangebot an Internet und Telefon zu versorgen.

Freiwillig wechseln oder abwarten?

Router, Hausnotruf-Basisstation und Checkliste mit „Hausnotruf“, „Fax“ und „Router“ auf einem Sideboard

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Wer heute zufrieden mit DSL ist, kann abwarten, denn nach den bisherigen Plänen liegen zwischen Ankündigung und Abschaltung mindestens drei Jahre. Für einen frühen Wechsel spricht vor allem der Gratis-Hausanschluss: Die Telekom und andere Ausbauer verlegen die Leitung meist nur während der Bauphase im Viertel ohne Kosten, später kann derselbe Anschluss vierstellig werden.

Auch bei den Angeboten hat sich der Markt gedreht. In unserer Deal-Datenbank tragen von den veröffentlichten Deal-Beiträgen vor 2025 insgesamt 16 das Wort DSL im Titel und keiner das Wort Glasfaser; seit Januar 2025 sind es 6 Glasfaser-Deals und nur noch 3 DSL-Deals (eigene Auszählung, Stand 26. Oktober 2026). Wechselprämien gibt es also zunehmend für Glasfaser, wie ihr sie richtig gegenrechnet, zeigt unser Ratgeber DSL mit Prämie.

Ob sich der Wechsel für euch technisch lohnt, hängt vom Nutzungsprofil ab: Upload, mehrere Nutzer gleichzeitig und lange Kupferleitungen sprechen für Glasfaser, ein stabiler VDSL-Anschluss reicht vielen Haushalten aber weiter aus. Den ausführlichen Vergleich findet ihr unter Glasfaser oder DSL.

Bevor ihr wechselt, prüft alle Geräte, die am Telefonanschluss hängen:

  • Hausnotruf: Ältere Basisstationen hängen an der Telefonleitung. Fragt beim Anbieter, ob das Gerät über Glasfaser, Router oder Mobilfunk funktioniert. Mehr dazu im Ratgeber Hausnotruf.
  • Alarmanlage und Aufzugnotruf: Die Telekom nennt Notruf- und Aufzugsverbindungen ausdrücklich als Anwendungen, die auf dem Glasfasernetz jederzeit funktionieren müssen. Klärt das mit dem Errichter der Anlage.
  • Fax und Kartenterminal: Beides läuft nicht automatisch über jeden Router. Testet vor der Kündigung des alten Anschlusses.
  • Stromausfall: Glasfaser-Modem und Router brauchen Strom aus der Steckdose. Ohne Strom ist kein Festnetz-Notruf möglich, ein geladenes Handy ist dann die Rückfallebene.

Jetzt freiwillig wechseln: Vor- & Nachteile im Überblick

Vorteile Nachteile
Hausanschluss (Telekom: 999,95 Euro) oft gratis Neuer Vertrag, oft mit 24 Monaten Laufzeit
Kein Zeitdruck bei der Abschaltung später Neues Modem oder neuer Router nötig
Wechselprämien zunehmend für Glasfaser Bauarbeiten in Haus und Garten
Rufnummer bleibt im selben Ortsnetz erhalten Hausnotruf und Fax müssen neu geprüft werden

Häufige Fragen zur Kupfernetz-Abschaltung

Gibt es einen festen Termin für die DSL-Abschaltung?

Nein. Die Telekom nennt keinen Termin, die Bundesnetzagentur nur Bedingungen, und das TKG-Änderungsgesetz 2026 liegt noch im Bundestag. Die EU-Kommission schlägt vor, dass der Ausstieg aus dem Kupfer zwischen 2030 und 2035 erfolgt, beschlossen ist auch das nicht.

Muss ich meinen Router austauschen, wenn auf Glasfaser umgestellt wird?

Bei Glasfaser bis in die Wohnung ja, wenn euer Router nur einen DSL-Anschluss hat. Ihr braucht ein Glasfaser-Modem oder einen Router mit Glasfaser-Port. Nach Paragraf 73 TKG dürft ihr dafür ein eigenes Gerät verwenden, der Anbieter darf euch keins vorschreiben.

Welche Kosten entstehen bei der Hausanschluss-Umstellung?

Bei der Telekom kostet der Hausanschluss regulär 999,95 Euro und entfällt, wenn ihr in einem Ausbaugebiet einen Telekom-Glasfasertarif bucht. Eine Dose an anderer Stelle kostet 249,95 Euro, eine Verlängerungsbox bis 30 Meter 49,99 Euro. Andere Netzbetreiber haben eigene Preise.

Bleibt meine Rufnummer bei der Umstellung erhalten?

Ja, solange ihr im selben Ortsnetz bleibt. Paragraf 59 TKG verpflichtet Anbieter, die Rufnummer beim Wechsel mitzunehmen, der Dienst darf dabei höchstens einen Arbeitstag ausfallen. Den Antrag stellt ihr beim neuen Anbieter.

Beeinflusst ein Glasfaseranschluss die Höhe der Nebenkosten?

Er kann. Baut ein Netzbetreiber erstmals Glasfaser ins Haus, darf der Vermieter nach Paragraf 72 TKG bis zu 60 Euro pro Jahr und Wohnung umlegen, insgesamt höchstens 540 Euro. Das gilt für Netze, die bis Ende 2027 errichtet werden.

Ist Kabelinternet von der Kupfer-Abschaltung betroffen?

Das Regulierungskonzept der Bundesnetzagentur zielt auf das Telefon-Kupfernetz, über das DSL läuft. Die Telekom kritisiert in ihrer Stellungnahme genau das: Koaxiale Kabelnetze würden nicht erfasst, obwohl sie ebenfalls aus Kupfer bestehen. Einen Abschaltplan für Kabelinternet gibt es nicht.

Muss ich jetzt auf Glasfaser umsteigen?

Nein. Eine Pflicht, ab einem Stichtag Glasfaser zu nutzen, gibt es nicht, und nach den Plänen der Bundesnetzagentur werdet ihr mindestens drei Jahre vor einer Abschaltung informiert. Wer ohnehin wechseln will, spart in der Ausbauphase meist den Hausanschluss.

Was passiert mit meinem Hausnotruf, wenn das Kupfer abgeschaltet wird?

Er läuft nur weiter, wenn er über Router oder Mobilfunk funktioniert. Viele neue Basisstationen haben eine eigene SIM-Karte, ältere hängen an der Telefonleitung. Klärt das vor jedem Anschlusswechsel mit dem Hausnotruf-Anbieter.

Fazit: Kein Termin, aber ein Fahrplan

Die Kupfernetz-Abschaltung kommt, aber nicht über Nacht: Nach den Plänen der Bundesnetzagentur liegen zwischen Ankündigung und Abschaltung mindestens drei Jahre, und ein Gebiet ist erst dran, wenn 80 Prozent der Haushalte Glasfaser haben. Die 1,3 Millionen umgestellten Telekom-Anschlüsse sind ein eigenes Projekt für reine Telefonanschlüsse.

  • Jetzt: Verfügbarkeit an eurer Adresse prüfen und nachsehen, ob im Keller schon Glasfaser liegt.
  • Beim Ausbau im Viertel: den kostenlosen Hausanschluss mitnehmen, auch wenn ihr erst später wechselt.
  • Vor jedem Wechsel: Hausnotruf, Alarmanlage und Fax prüfen und die Rufnummer mitnehmen.

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Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

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