Ein Konto wechselt man einmal und spart dann jahrelang – oder man kassiert die Prämie und bleibt. Hier sammeln wir alle Girokonto-Aktionen, Kreditkarten-Angebote und Tagesgeld-Konditionen, bei denen sich der Aufwand rechnet: Startguthaben, Wechselbonus, dauerhaft kostenlose Kontoführung, Zinsaktionen für Neukunden.
Anders als bei Produkten gibt es hier keinen Vergleichspreis, den man nachschlagen könnte. Deshalb rechnen wir jedes Angebot auf den Ertrag im ersten Jahr herunter – Prämie minus Kontoführungsgebühren, plus realistisch erreichbare Zinsen. Erst das macht ein 100-€-Startguthaben mit 5 € Monatsgebühr mit einem gebührenfreien Konto ohne Prämie vergleichbar.
Ein Punkt, den fast alle Vergleichsseiten auslassen: Prämien für eine Kontoeröffnung können steuerpflichtig sein.
Zahlt die Bank eine Prämie dafür, dass du ein Konto eröffnest und führst, behandelt die Finanzverwaltung das regelmäßig als sonstige Leistung im Sinne von § 22 Nr. 3 EStG. Dort gilt eine Freigrenze von 256 € im Kalenderjahr – und zwar eine Freigrenze, kein Freibetrag: Wer im selben Jahr mehrere Prämien einsammelt und in Summe 256 € erreicht, versteuert nicht nur den übersteigenden Teil, sondern alles.
Anders liegt der Fall bei Zinsen und bei Prämien, die als Zinsersatz gezahlt werden – die laufen über die Abgeltungsteuer und den Sparer-Pauschbetrag. Wer mehrere Kontoprämien pro Jahr mitnimmt, sollte deshalb mitrechnen. Ausführlich erklärt das unser Ratgeber Kontoprämie versteuern – die 256-Euro-Falle.
In der Regel ja, wenn sie für die Kontoeröffnung gezahlt wird. Sie zählt dann zu den sonstigen Einkünften nach § 22 Nr. 3 EStG. Bleiben alle derartigen Einkünfte im Kalenderjahr unter 256 €, sind sie steuerfrei – wird die Grenze erreicht, ist der volle Betrag steuerpflichtig.
Beim Freibetrag bleibt der Betrag immer steuerfrei und nur der übersteigende Teil wird versteuert. Bei einer Freigrenze – wie den 256 € – kippt bei Überschreiten der gesamte Betrag in die Steuerpflicht.
Innerhalb der EU sind Einlagen bis 100.000 € pro Kunde und Institut gesetzlich abgesichert. Viele deutsche Banken sichern über freiwillige Fonds deutlich darüber hinaus. Bei ausländischen Anbietern gilt das Sicherungssystem des Sitzlandes.
Auf die Bedingungen: Mindestgeldeingang pro Monat, eine bestimmte Anzahl Kartenzahlungen, ein echter Gehaltseingang oder eine Mindesthaltedauer des Kontos. Wird eine Bedingung nicht erfüllt, entfällt die Prämie komplett.
Nur mit Blick auf Laufzeit und Höchstbetrag. Ein hoher Zins für drei Monate auf maximal 10.000 € bringt weniger als ein etwas niedrigerer Dauerzins ohne Begrenzung. Rechne den absoluten Ertrag, nicht den Prozentsatz.
Ja. Nach § 31 Zahlungskontengesetz besteht ein Anspruch auf ein Basiskonto auf Guthabenbasis. Prämienaktionen setzen dagegen fast immer eine Bonitätsprüfung voraus.
Technisch mehrfach, meist aber nicht bei derselben Bank innerhalb einer Sperrfrist von oft 12 bis 24 Monaten. Steuerlich solltest du die 256-Euro-Grenze pro Kalenderjahr im Blick behalten.
Hinweis: Dieser Text ordnet Angebote ein und ersetzt keine Steuer- oder Anlageberatung. Bei größeren Beträgen oder mehreren Prämien im selben Jahr lohnt der Blick in die eigene Steuererklärung oder ein Gespräch mit einem Steuerberater.