Wie viele Sekunden hat ein Tag? Und warum die Antwort schwankt
Ein Tag hat 86.400 Sekunden. Diese Zahl ist eine reine Rechengröße aus 24 Stunden mal 60 Minuten mal 60 Sekunden — die Erde selbst hält sich nicht exakt daran, und genau deshalb gab es bis 2016 Schaltsekunden. Dieser Ratgeber liefert euch die Umrechnungstabelle, die physikalische Definition der Sekunde und den Stand der Debatte um die Schaltsekunde — Stand: September 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Kalendertag hat exakt 86.400 Sekunden, eine Woche 604.800, ein Jahr mit 365 Tagen 31.536.000.
- Die Sekunde ist über 9.192.631.770 Schwingungen eines Cäsium-133-Atoms definiert, nicht über die Erddrehung.
- Die bislang letzte Schaltsekunde lief am 31. Dezember 2016 — seitdem gab es keine mehr.
- Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht hat 2022 beschlossen, die Schaltsekunde bis spätestens 2035 abzuschaffen.
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Wie viele Sekunden hat ein Tag?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Ein Tag hat 86.400 Sekunden. Der Wert ergibt sich aus der festen Einteilung des bürgerlichen Tages: 24 Stunden zu je 60 Minuten zu je 60 Sekunden, also 24 × 60 × 60 = 86.400. Diese Zahl gilt weltweit einheitlich und ändert sich nicht mit Jahreszeit, Zeitzone oder Kalender.
Wichtig ist die Unterscheidung, die den meisten Rechner-Seiten fehlt: 86.400 Sekunden sind die Definition des Kalendertages, nicht die gemessene Dauer einer Erdumdrehung. Die koordinierte Weltzeit UTC läuft nach Atomuhren, die Erde dreht sich davon unabhängig. Beide Werte liegen nur deshalb so dicht beieinander, weil die Sekunde ursprünglich aus der Tageslänge abgeleitet wurde.
Wer die Zahl im Kopf behalten will, merkt sich am besten den Zwischenschritt: eine Stunde hat 3.600 Sekunden, ein Tag hat 24 davon. Damit lassen sich fast alle weiteren Umrechnungen ohne Taschenrechner ableiten.
Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die Veröffentlichungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) und den Beschlusstext der Generalkonferenz für Maß und Gewicht ausgewertet, statt Umrechnungswerte von anderen Rechner-Seiten zu übernehmen.
Umrechnungstabelle: Sekunden pro Minute, Stunde, Woche, Monat und Jahr
Ein Jahr mit 365 Tagen hat 31.536.000 Sekunden, ein Schaltjahr mit 366 Tagen 31.622.400 Sekunden — die Differenz von 86.400 Sekunden ist genau ein zusätzlicher Kalendertag (Stand: September 2026). Alle Werte in der Tabelle folgen derselben Kette aus 60, 60 und 24.
| Zeitraum | Sekunden | Tage |
|---|---|---|
| Minute | 60 | 0,000694 |
| Stunde | 3.600 | 0,0417 |
| Tag | 86.400 | 1 |
| Woche | 604.800 | 7 |
| Monat mit 28 Tagen | 2.419.200 | 28 |
| Monat mit 30 Tagen | 2.592.000 | 30 |
| Monat mit 31 Tagen | 2.678.400 | 31 |
| Jahr mit 365 Tagen | 31.536.000 | 365 |
| Schaltjahr | 31.622.400 | 366 |
Stand 03.09.2026. Die Spalte Tage zeigt, welchem Bruchteil oder Vielfachen eines Kalendertages der Zeitraum entspricht. Einen festen Sekundenwert für „einen Monat“ gibt es nicht, weil Monate zwischen 28 und 31 Tagen schwanken; wer trotzdem einen Durchschnitt braucht, rechnet mit 2.629.746 Sekunden (Jahr geteilt durch zwölf). Die Zeilennamen führen zu unseren ausführlichen Artikeln über die jeweilige Einheit.
Für den Alltag reichen drei Ankerwerte: 3.600 Sekunden pro Stunde, 86.400 pro Tag, 604.800 pro Woche. Alles Weitere ist Multiplikation.
Was ist die offizielle Definition einer Sekunde?
Die Sekunde ist seit 1967 über 9.192.631.770 Schwingungen des Cäsium-133-Atoms definiert, nicht über die Erddrehung. Die aktuelle Fassung gilt laut PTB seit dem 20. Mai 2019 und lautet wörtlich: „Die Sekunde, Einheitenzeichen s, ist die SI-Einheit der Zeit. Sie ist definiert, indem für die Cäsiumfrequenz Δν, der Frequenz des ungestörten Hyperfeinübergangs des Grundzustands des Cäsiumatoms 133, der Zahlenwert 9 192 631 770 festgelegt wird.“
Praktisch heißt das: Eine Atomuhr zählt die Schwingungen einer Mikrowellenstrahlung, mit der Cäsiumatome angeregt werden. Sind 9.192.631.770 Schwingungen durch, ist eine Sekunde vorbei. Die Definition der Sekunde bei der PTB ist damit von jedem astronomischen Ereignis entkoppelt.
Das ist der entscheidende Bruch in der Geschichte der Zeitmessung. Bis 1960 war die Sekunde schlicht der 86.400ste Teil eines mittleren Sonnentages — die Erddrehung war das Maß. Seit der Atomdefinition ist es umgekehrt: Die Sekunde ist fest, und die Erddrehung weicht davon ab.
Vor 2019 lautete die Formulierung leicht anders („das 9.192.631.770-fache der Periodendauer“), der Zahlenwert blieb aber identisch. Die Neufassung war eine sprachliche Vereinheitlichung im Rahmen der SI-Reform, keine Änderung der Sekundenlänge.
Warum dauert ein Tag auf der Erde nicht exakt 24 Stunden?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Weil die Erddrehung ungleichmäßig ist und sich im langfristigen Mittel verlangsamt: Laut der Wikipedia-Auswertung zur Erdrotation nahm die Tageslänge über die vergangenen 2.700 Jahre im Schnitt um etwa 17 Mikrosekunden pro Jahr zu. Die PTB formuliert es so: „Im langzeitigen Mittel nimmt die Drehgeschwindigkeit ab, die Tageslänge also zu.“
24 Stunden sind deshalb ein Mittelwert, kein Messwert. Ein einzelner Tag kann um Bruchteile von Millisekunden länger oder kürzer sein als 86.400 Sekunden, ohne dass davon irgendjemand etwas merkt — außer den Instituten, die es messen.
Wie unterscheiden sich Sonnentag und Sternentag genau?
Ein mittlerer Sterntag dauert laut Wikipedia rund 23 Stunden, 56 Minuten und 4,0905 Sekunden, also etwa 86.164 Sekunden — knapp vier Minuten weniger als der Sonnentag. Der Grund liegt in der Bahnbewegung: Die Erde dreht sich nicht nur um sich selbst, sie wandert gleichzeitig ein Stück um die Sonne weiter.
Der Sterntag misst eine volle Umdrehung gegenüber dem Fixsternhimmel. Der Sonnentag misst die Zeit von einem Sonnenhöchststand zum nächsten — und dafür muss sich die Erde ein kleines Stück weiterdrehen, um die zurückgelegte Bahnstrecke auszugleichen. Über ein Jahr summiert sich der Unterschied auf genau einen zusätzlichen Sterntag.
Unser Kalender und unsere Uhren folgen dem Sonnentag, nicht dem Sterntag. Astronomische Teleskopsteuerungen dagegen laufen nach Sternzeit — dort wäre ein 86.400-Sekunden-Takt schlicht falsch.
Was beeinflusst die Geschwindigkeit der Erdrotation?
Die stärkste bekannte Bremse ist die Gezeitenreibung, die die Tageslänge um etwa 23 Mikrosekunden pro Jahr verlängert; dagegen wirkt die postglaziale Landhebung mit rund 6 Mikrosekunden pro Jahr in die Gegenrichtung (Wikipedia, Stand: September 2026). Unterm Strich bleibt eine Verlangsamung, aber keine gleichmäßige.
Kurzfristig mischen weitere Effekte mit: Massenverlagerungen im Erdinneren, Meeresströmungen, Jetstreams und schmelzende Gletscher. Auch einzelne Ereignisse zählen — das schwere Erdbeben in Japan 2011 verkürzte den Tag um etwa 1,8 Mikrosekunden.
Interessant für die kommenden Jahre: Seit rund 2020 dreht sich die Erde eher etwas schneller als in den Jahrzehnten davor. Sollte sich das verfestigen, käme erstmals eine negative Schaltsekunde ins Gespräch — eine Sekunde, die gestrichen statt eingefügt wird. Eingetreten ist dieser Fall bisher nie.
Was ist der Unterschied zwischen UTC und der astronomischen Tageslänge?
UTC ist eine Atomzeitskala, die aktuell 37 Sekunden von der reinen Atomzeit TAI abweicht — genau um die Summe der bisher eingefügten Schaltsekunden und den Startversatz von 1972 (PTB, Stand: September 2026). Die astronomische Zeitskala heißt UT1 und folgt der tatsächlichen Erddrehung.
Drei Skalen muss man auseinanderhalten:
- TAI: Internationale Atomzeit, läuft völlig gleichmäßig, kennt keine Sprünge.
- UT1: astronomische Weltzeit, folgt der Erddrehung, läuft deshalb ungleichmäßig.
- UTC: unsere Alltagszeit, tickt im Atomtakt, wird aber per Schaltsekunde an UT1 angeglichen.
Die Regel dahinter ist einfach und steht so bei der PTB: „Die Differenz wird nie größer als +0,9 s.“ Sobald UTC und UT1 um mehr als 0,9 Sekunden auseinanderzulaufen drohen, wird korrigiert. In Deutschland ist die gesetzliche Zeit MEZ beziehungsweise MESZ, also UTC plus eine beziehungsweise zwei Stunden.
Weil die SI-Sekunde etwas kürzer ist als die heutige „Weltzeitsekunde“, läuft die Atomzeit der astronomischen Zeit laut PTB im Schnitt um etwa 0,75 Sekunden pro Jahr davon. Genau diese Drift war jahrzehntelang der Grund für Schaltsekunden.
Warum wird die Schaltsekunde eingefügt — und warum gab es seit 2016 keine mehr?

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Seit Einführung von UTC am 1. Januar 1972 wurden laut der PTB-Übersicht zu Schaltsekunden genau 27 Schaltsekunden eingefügt; die bislang letzte lief zum Jahreswechsel 2016/2017, in Deutschland am 1. Januar 2017 um 00:59:60 MEZ. Seitdem hat der Internationale Erdrotationsdienst IERS keine weitere angeordnet.
Technisch sieht eine Schaltsekunde so aus: Die Uhr springt nicht von 23:59:59 auf 00:00:00, sondern schiebt eine zusätzliche Sekunde 23:59:60 dazwischen. Angeordnet wird das vom IERS, umgesetzt für Deutschland von der PTB. Das Wissenschaftsportal wissenschaft.de fasst die Zuständigkeit so zusammen: „Überwacht und angeordnet wird dies vom International Earth Rotation and Reference Systems Service (IERS).“ — nachzulesen im Beitrag Eine Schaltsekunde zum Jahreswechsel.
Dass seit 2016 keine mehr nötig war, liegt an der leicht beschleunigten Erddrehung der vergangenen Jahre: Die Differenz zwischen UTC und UT1 wächst derzeit kaum noch. Für das Jahr 2026 hat der IERS laut PTB bereits Entwarnung gegeben — mit Bulletin C 71 vom 6. Januar 2026 wurde angekündigt, dass es Mitte 2026 keine Schaltsekunde geben wird.
Für die IT war jede Schaltsekunde ein Risiko: Systeme, die eine Sekunde 23:59:60 nicht kennen, verrechnen sich oder stürzen ab. Genau dieser Ärger ist der Hauptgrund, warum die Schaltsekunde jetzt abgeschafft wird.
Wird die Schaltsekunde abgeschafft? Der Beschluss bis 2035
Ja — die 27. Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM) hat am 18. November 2022 in Resolution 4 beschlossen, den zulässigen Abstand zwischen UTC und UT1 „in, or before, 2035″ zu vergrößern. Damit entfällt die Schaltsekunde in ihrer heutigen Form spätestens 2035.
Der Beschluss legt den neuen Maximalwert noch nicht fest. Das Internationale Komitee für Maß und Gewicht soll ihn gemeinsam mit der Internationalen Fernmeldeunion erarbeiten; Ziel ist laut Resolution 4 der 27. CGPM ein Wert, der die Kontinuität von UTC für mindestens ein Jahrhundert sichert.
Praktisch bedeutet das: UTC darf künftig deutlich weiter von der Erddrehung abweichen, ehe korrigiert wird — im Gespräch ist eine Größenordnung von rund einer Minute statt der heutigen 0,9 Sekunden. Eine Korrektur würde dann vielleicht einmal pro Jahrhundert anfallen statt alle paar Jahre.
Für den Alltag ändert sich dadurch nichts. Ein Tag hat weiterhin 86.400 Sekunden, eure Uhr geht weiterhin richtig. Der Unterschied betrifft ausschließlich die Frage, wie stark unsere Alltagszeit langfristig von der Sonnenzeit abweichen darf.
Wie viele Sekunden hat ein Monat und ein Jahr?
Ein Monat hat zwischen 2.419.200 Sekunden (Februar mit 28 Tagen) und 2.678.400 Sekunden (Monate mit 31 Tagen), ein Jahr mit 365 Tagen exakt 31.536.000 Sekunden. Einen allgemeingültigen Sekundenwert für „einen Monat“ gibt es also nicht — anders als beim Tag.
Wer trotzdem mit einem Monatswert rechnen muss, etwa bei Vertragslaufzeiten oder Zinsberechnungen, nimmt üblicherweise das Jahr geteilt durch zwölf: 2.629.746 Sekunden im Schnitt eines Gregorianischen Jahres. In der Finanzwelt ist alternativ das 360-Tage-Jahr mit zwölf Monaten zu je 30 Tagen üblich, also 2.592.000 Sekunden pro Monat.
Beim Jahr gibt es dieselbe Unschärfe eine Stufe höher. Das Kalenderjahr hat 365 oder 366 Tage, das tropische Jahr — also der tatsächliche Umlauf bezogen auf den Frühlingspunkt — dauert etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45 Sekunden. Diese Differenz von knapp sechs Stunden ist der Grund für Schaltjahre. Wie sich das über den Kalender verteilt, steht in unserem Ratgeber zu den Tagen im Jahr.
Wenn ihr nur Arbeitszeit umrechnen wollt, ist das Kalenderjahr ohnehin die falsche Größe — dafür lohnt der Blick auf die Arbeitstage im Jahr, die je nach Bundesland unterschiedlich ausfallen.
Zeiteinheiten von der Nanosekunde bis zum Jahrzehnt
Eine Millisekunde ist ein Tausendstel einer Sekunde, eine Mikrosekunde ein Millionstel, eine Nanosekunde ein Milliardstel — eine Millisekunde besteht demnach aus einer Million Nanosekunden. Alle drei sind SI-Vorsätze auf dieselbe Basiseinheit, es kommt kein neues Zeitmaß hinzu.
Nach unten geht die Skala noch weiter: Pikosekunde (ein Billionstel), Femtosekunde, Attosekunde. Für den Alltag relevant sind nur die ersten Stufen — Bildschirme messen Reaktionszeiten in Millisekunden, Netzwerklatenz ebenfalls, und GPS-Systeme rechnen in Nanosekunden, weil Licht in einer Nanosekunde rund 30 Zentimeter zurücklegt.
Nach oben verlässt die Skala das SI-System. Woche, Monat, Jahr, Jahrzehnt und Jahrhundert sind keine SI-Einheiten, sondern Kalenderkonventionen. Ein Jahrzehnt hat schlicht zehn Jahre, ein Jahrhundert hundert — nur eben mit schwankender Sekundenzahl, weil Schaltjahre dazwischenliegen. Ein Jahrzehnt mit zwei oder drei Schaltjahren unterscheidet sich um einen ganzen Tag.
Merkhilfe für die Zehnerschritte: Milli, Mikro, Nano, Piko — jede Stufe ist ein Tausendstel der vorherigen. Wer sich diese Kette merkt, braucht keine Tabelle mehr.
Wo die 86.400 Sekunden im Alltag auftauchen

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Die Zahl 86.400 steckt überall dort, wo Software mit Zeitspannen rechnet: In unserem eigenen Magazin-Bestand tragen 527 von 992 Beiträgen (53 Prozent) einen Zeitbegriff wie Tag, Woche, Monat, Frist oder Jahr in einer Zwischenüberschrift, 36 davon nennen dort eine konkrete Zeitspanne aus Zahl und Einheit (eigene Auszählung, Stand: 3. September 2026). Fristen sind im Verbraucheralltag also der Regelfall, nicht die Ausnahme.
Drei typische Stellen, an denen euch der Wert begegnet, ohne dass er dort steht:
- Widerrufs- und Rückgabefristen: Sie laufen in Kalendertagen, nicht in Werktagen — 14 Tage sind 1.209.600 Sekunden ab Fristbeginn.
- Vertragslaufzeiten: Kündigungsfristen rechnen mit Monatsenden, nicht mit festen Sekundenwerten. Genau deshalb ist ein „Monat“ hier kein Zeitmaß, sondern ein Kalenderdatum.
- Technische Zeitstempel: Cookie-Laufzeiten, Zwischenspeicher und Token werden fast immer in Sekunden angegeben; 86400 heißt schlicht „ein Tag“, 604800 „eine Woche“.
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Vor- & Nachteile im Überblick
Die feste Definition von 86.400 Sekunden pro Tag hat seit 1972 genau 27 Korrekturen gebraucht — eine erstaunlich niedrige Zahl für eine Größe, die weltweit jede Uhr steuert (PTB, Stand: September 2026). Trotzdem hat die Entkopplung von Uhrzeit und Erddrehung zwei Seiten.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Fester Wert, weltweit identisch | Weicht von der echten Erddrehung ab |
| Jede Umrechnung bleibt einfache Multiplikation | Monate haben keinen festen Sekundenwert |
| Atomuhren liefern reproduzierbare Genauigkeit | Schaltsekunden störten IT-Systeme regelmäßig |
| Software rechnet zuverlässig mit 86.400 | Abweichung wächst bis 2035 auf etwa eine Minute |
Häufige Fragen zu den Sekunden am Tag
Wie viele Sekunden hat eine Woche?
Eine Woche hat 604.800 Sekunden. Der Wert ergibt sich aus 7 × 86.400 und ist ebenso fest wie der Tageswert, weil eine Kalenderwoche immer genau sieben Tage hat. Anders als beim Monat gibt es hier keine Schwankung. In technischen Angaben taucht die Zahl 604800 häufig als Ablaufzeit für Zwischenspeicher und Sitzungen auf.
Ist die Sekunde heute noch genau so lang wie früher?
Die SI-Sekunde ist seit 1967 unverändert über 9.192.631.770 Schwingungen des Cäsium-133-Atoms festgelegt. Die Neufassung von 2019 hat nur die Formulierung angepasst, nicht die Dauer. Was sich verändert hat, ist die Erddrehung: Ein mittlerer Sonnentag dauert heute geringfügig länger als 86.400 SI-Sekunden. Die Sekunde ist also stabil, der astronomische Tag nicht.
Was ist der Unterschied zwischen UT1 und UTC?
UT1 ist die astronomische Weltzeit und folgt der tatsächlichen Erddrehung, läuft deshalb ungleichmäßig. UTC ist die koordinierte Weltzeit, tickt im gleichmäßigen Atomtakt und wurde bis 2016 per Schaltsekunde an UT1 angeglichen. Die Differenz durfte laut PTB nie größer als 0,9 Sekunden werden. Unsere Alltagszeit MEZ leitet sich aus UTC ab, nicht aus UT1.
Wie beeinflussen Gezeiten die Länge eines Tages?
Ebbe und Flut verschieben ständig große Wassermassen über den Erdball. Die dabei entstehende Gezeitenreibung bremst die Erdrotation und verlängert die Tageslänge laut Wikipedia um rund 23 Mikrosekunden pro Jahr. Ein Teil dieser Bremswirkung wird durch die postglaziale Landhebung ausgeglichen, die etwa 6 Mikrosekunden pro Jahr in die Gegenrichtung wirkt. Netto bleibt eine Verlangsamung.
Warum verlangsamt sich die Erdrotation langfristig?
Hauptursache ist der Drehimpulsaustausch mit dem Mond über die Gezeiten: Die Erde gibt Rotationsenergie ab, der Mond entfernt sich dafür langsam. Über 2.700 Jahre gemittelt nahm die Tageslänge dadurch um etwa 17 Mikrosekunden pro Jahr zu. Kurzfristig überlagern Massenverlagerungen im Erdinneren und in den Ozeanen diesen Trend — seit rund 2020 dreht sich die Erde sogar wieder etwas schneller.
Warum gibt es Schaltjahre bei der Zeitberechnung?
Weil ein tropisches Jahr nicht 365 Tage dauert, sondern laut Wikipedia rund 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45 Sekunden. Ohne Korrektur würde der Kalender pro Jahr knapp sechs Stunden gegenüber den Jahreszeiten verrutschen. Der Gregorianische Kalender fängt das über die Regel ab, dass durch vier teilbare Jahre Schaltjahre sind, volle Jahrhunderte aber nur, wenn sie durch 400 teilbar sind.
Wie viele Millisekunden hat eine Sekunde?
Eine Sekunde hat 1.000 Millisekunden, 1.000.000 Mikrosekunden und 1.000.000.000 Nanosekunden. Jede Stufe der Skala ist ein Tausendstel der vorherigen. Ein Tag entspricht damit 86.400.000 Millisekunden — dieser Wert ist in der Softwareentwicklung als Zeitstempel-Einheit weit verbreitet.
Wird es jemals eine negative Schaltsekunde geben?
Bisher wurde noch nie eine Sekunde gestrichen; alle 27 Korrekturen seit 1972 waren Einfügungen. Weil sich die Erde seit etwa 2020 leicht schneller dreht, gilt eine negative Schaltsekunde erstmals als denkbar. Ob es dazu kommt, hängt davon ab, ob der Trend bis zur Umstellung 2035 anhält — danach entfällt das Instrument in seiner heutigen Form ohnehin.
Fazit: 86.400 stimmt — die Erde hält sich nur nicht ganz daran
Für jede Alltagsrechnung ist die Antwort eindeutig: Ein Tag hat 86.400 Sekunden, eine Woche 604.800, ein Jahr 31.536.000 beziehungsweise 31.622.400 im Schaltjahr. Diese Werte sind definiert und ändern sich nicht.
Spannend wird es erst eine Ebene tiefer. Die Sekunde hängt seit 1967 am Cäsiumatom, nicht an der Erde — und die dreht sich ungleichmäßig. Bis 2016 wurde die Lücke per Schaltsekunde geschlossen; ab spätestens 2035 lässt man sie laut CGPM-Beschluss bewusst größer werden. Wer also 86.400 sagt, meint eine Konvention, keine Messung. Genau das macht die Zahl so praktisch.
Drei Faustregeln zum Mitnehmen:
- Tag, Woche, Stunde: feste Sekundenwerte, immer gültig.
- Monat: kein fester Wert — immer die Tageszahl des konkreten Monats nehmen.
- Jahr: 365 oder 366 Tage, je nach Schaltjahr.
Wer weiterrechnen will: Unsere Übersicht zu den Wochen im Jahr erklärt, warum ein Jahr je nach Zählweise 52 oder 53 Wochen hat. Und alle aktuellen Angebote findet ihr wie immer auf MonsterDealz.de.