Arbeitstage 2026: Wie viele es sind und was das fĂĽr euch bedeutet
Arbeitstage sind die Tage, an denen ihr nach eurem Arbeitsvertrag tatsächlich arbeiten müsst — 2026 sind das bei einer Fünftagewoche je nach Bundesland 252 bis 254 Tage. Die Spanne entsteht allein durch die Feiertage: Bayern und Baden-Württemberg haben die meisten, Berlin, Hamburg oder Niedersachsen die wenigsten. Wer seine Stunden abrechnet, Urlaub plant oder die Pendlerpauschale ansetzt, braucht genau diese Zahl — und nicht den Durchschnittswert aus dem Kopf. Dieser Ratgeber rechnet sie euch für jedes Bundesland vor, erklärt die Steuerseite und zeigt die Brückentage. Stand: September 2026.
Das Wichtigste in KĂĽrze
- 2026 hat 261 Wochentage von Montag bis Freitag — abzüglich Feiertage bleiben 252 bis 254 Arbeitstage.
- Baden-Württemberg und Bayern liegen mit 252 Arbeitstagen am unteren Ende, acht Länder mit 254 am oberen.
- Für die Entfernungspauschale akzeptieren Finanzämter bei einer Fünftagewoche in der Regel 230 Fahrten ohne Einzelnachweis.
- Seit 1. Januar 2026 gilt die Pauschale mit 0,38 Euro bereits ab dem ersten Entfernungskilometer.
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Wie viele Arbeitstage hat das Jahr 2026?
2026 hat je nach Bundesland zwischen 252 und 254 Arbeitstage. Das Jahr besteht aus 365 Kalendertagen, davon sind 261 Wochentage von Montag bis Freitag und 104 Samstage und Sonntage — von den 261 Wochentagen gehen dann noch sieben bis neun gesetzliche Feiertage ab, die auf einen Werktag fallen.
Der Sockel ist überall gleich: Neun Feiertage gelten laut Feiertags-Übersicht des DGB in allen 16 Ländern. 2026 fallen davon aber zwei aufs Wochenende — der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober und der zweite Weihnachtsfeiertag am 26. Dezember, beide ein Samstag. Bundesweit wirksam bleiben deshalb nur sieben Feiertage, und daraus ergibt sich die Obergrenze von 254 Arbeitstagen.
Alles darunter kommt aus den Landesfeiertagen. Wer in Bayern oder Baden-Württemberg arbeitet, hat 2026 zusätzlich Heilige Drei Könige am 6. Januar (ein Dienstag) und Fronleichnam am 4. Juni (ein Donnerstag) frei — macht neun Feiertage an Werktagen und 252 Arbeitstage.
Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die Feiertagsregeln aller 16 Länder ausgewertet und die Arbeitstage taggenau nachgerechnet, statt eine fremde Tabelle abzuschreiben. Genau das ist der Punkt, an dem viele Rechner-Seiten unsauber werden: Sie zählen Feiertage, die 2026 gar nicht auf einen Werktag fallen.
Arbeitstage 2026 nach Bundesland im Ăśberblick

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Die Spanne zwischen dem Land mit den meisten und dem mit den wenigsten Arbeitstagen beträgt 2026 nur zwei Tage — so eng war sie selten. Grund: Gleich sieben Feiertage fallen 2026 auf ein Wochenende, darunter der Reformationstag am 31. Oktober und Allerheiligen am 1. November, die sonst genau den Unterschied zwischen Nord und Süd ausmachen.
| Bundesland | Arbeitstage 2026 | Feiertage werktags |
|---|---|---|
| Baden-WĂĽrttemberg | 252 | 9 |
| Bayern | 252 | 9 |
| Hessen | 253 | 8 |
| Nordrhein-Westfalen | 253 | 8 |
| Rheinland-Pfalz | 253 | 8 |
| Saarland | 253 | 8 |
| Sachsen | 253 | 8 |
| Sachsen-Anhalt | 253 | 8 |
| Berlin | 254 | 7 |
| Brandenburg | 254 | 7 |
| Bremen | 254 | 7 |
| Hamburg | 254 | 7 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 254 | 7 |
| Niedersachsen | 254 | 7 |
| Schleswig-Holstein | 254 | 7 |
| ThĂĽringen | 254 | 7 |
Stand: September 2026, Fünftagewoche Montag bis Freitag, ohne Urlaub und Krankheitstage. Feiertage werktags zählt nur die gesetzlichen Feiertage, die 2026 auf einen Montag bis Freitag fallen. Regional begrenzte Feiertage wie Fronleichnam in Teilen von Sachsen und Thüringen oder Mariä Himmelfahrt in katholisch geprägten bayerischen Gemeinden sind nicht enthalten — sie gelten nicht landesweit.
Wichtig für die Praxis: Maßgeblich ist der Ort eurer Arbeitsstätte, nicht euer Wohnort. Wer in Hamburg wohnt und in Niedersachsen arbeitet, richtet sich nach dem niedersächsischen Feiertagsgesetz.
Warum unterscheiden sich die Arbeitstage je Bundesland?
Die Arbeitstage unterscheiden sich, weil die Feiertage Ländersache sind — nur ein einziger Feiertag in Deutschland beruht auf Bundesrecht. Der DGB formuliert es so: „Welche Tage gesetzliche Feiertage sind, bestimmt sich nach den Feiertagsgesetzen der einzelnen Bundesländer.“ (Stand: September 2026). Das Grundgesetz weist dem Bund keine Zuständigkeit fĂĽr Feiertage zu, deshalb hat jedes der 16 Länder ein eigenes Sonn- und Feiertagsgesetz.
Historisch folgt die Verteilung der Konfession. Katholisch geprägte Länder haben Fronleichnam, Allerheiligen und teils Mariä Himmelfahrt; evangelisch geprägte Länder haben den Reformationstag. Laut dem Wikipedia-Überblick zu den Feiertagen in Deutschland reicht die Spanne von zehn gesetzlichen Feiertagen in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bis zu 13 in Bayern.
Zwei Sonderfälle solltet ihr kennen. Fronleichnam gilt in Sachsen und Thüringen nur in einzelnen überwiegend katholischen Gemeinden, nicht landesweit — in Sachsen betrifft das Orte im Landkreis Bautzen, in Thüringen das Eichsfeld und Teile des Unstrut-Hainich- und Wartburgkreises. Und der Buß- und Bettag ist seit 1995 nur noch in Sachsen ein gesetzlicher Feiertag; 2026 fällt er auf Mittwoch, den 18. November.
Für die Zahl der Arbeitstage zählt am Ende aber nicht, wie viele Feiertage ein Land hat, sondern wie viele davon auf einen Werktag fallen. Mecklenburg-Vorpommern hat 2026 elf gesetzliche Feiertage und trotzdem 254 Arbeitstage — weil der Internationale Frauentag am 8. März auf einen Sonntag und der Reformationstag am 31. Oktober auf einen Samstag fällt.
Werktage vs. Arbeitstage: Wo ist der Unterschied?
Werktage sind alle Tage außer Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen — der Samstag zählt also mit. Arbeitstage sind dagegen nur die Tage, an denen ihr nach eurem Arbeitsvertrag tatsächlich arbeiten müsst. 2026 gibt es rund 313 Werktage, aber eben nur 252 bis 254 Arbeitstage bei einer Fünftagewoche.
Der Unterschied ist keine Wortklauberei, sondern kostet Geld und Zeit. Wenn im Vertrag „30 Urlaubstage“ steht, ist entscheidend, ob damit Werktage oder Arbeitstage gemeint sind: 30 Werktage entsprechen bei einer FĂĽnftagewoche nur 25 Arbeitstagen, also fĂĽnf Wochen. 30 Arbeitstage sind sechs Wochen.
Auch Fristen laufen unterschiedlich. Viele gesetzliche Fristen — etwa bei Lieferungen oder Widerrufen — rechnen in Werktagen, Urlaubs- und Arbeitszeitregeln fast immer in Arbeitstagen. Ein Blick in den Vertrag lohnt sich hier mehr als jede Faustformel.
Wie berechne ich Arbeitstage pro Jahr genau?
Die Rechnung hat drei Schritte und kommt für 2026 auf 252 bis 254 Tage. Startwert sind die 261 Wochentage von Montag bis Freitag, die 2026 zur Verfügung stehen — davon zieht ihr die gesetzlichen Feiertage eures Bundeslandes ab, die auf einen dieser Wochentage fallen.
So geht ihr vor:
- Schritt 1 — Kalendertage: 365 Tage im Jahr 2026, davon 104 Samstage und Sonntage. Bleiben 261 Wochentage.
- Schritt 2 — Feiertage: Nur die Feiertage abziehen, die auf Montag bis Freitag fallen. 2026 sind das sieben bundesweite plus null bis zwei Landesfeiertage.
- Schritt 3 — persönliche Abzüge: Urlaub und Krankheitstage abziehen, wenn ihr eure tatsächlichen Anwesenheitstage braucht — etwa für die Steuererklärung.
Für eine abweichende Wochenarbeitszeit ändert sich nur Schritt 1: Wer samstags arbeitet, startet bei 313 Werktagen; wer vier Tage arbeitet, bei 209. Der Feiertagsabzug bleibt gleich, solange die Feiertage in eure Arbeitstage fallen.
Ein häufiger Fehler: Schaltjahre. 2026 ist keines, aber 2028 hat einen Tag mehr — je nachdem, auf welchen Wochentag der 29. Februar fällt, kommt dadurch ein Arbeitstag dazu oder eben nicht.
Arbeitstage pro Monat berechnen: Formel und Beispiel

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Ein Monat hat 2026 zwischen 18 und 23 Arbeitstage — der Mai ist mit 18 Tagen der kürzeste, der Juli mit 23 der längste (bundesweiter Sockel, ohne Landesfeiertage). Der oft zitierte Durchschnitt von 21 Arbeitstagen pro Monat stimmt also nur als Jahresmittel, nie für einen konkreten Monat.
Die Formel für einen einzelnen Monat lautet: Kalendertage des Monats minus Samstage und Sonntage minus Feiertage, die auf einen Werktag fallen. Für den Mai 2026 heißt das: 31 Kalendertage minus 10 Wochenendtage minus drei Werktagsfeiertage (Tag der Arbeit am 1. Mai, Christi Himmelfahrt am 14. Mai, Pfingstmontag am 25. Mai) — bleiben 18 Arbeitstage.
Warum das relevant ist: Wer nach Stunden bezahlt wird oder Projekte kalkuliert, hat im Mai fast ein Viertel weniger Kapazität als im Juli. Bei einer 40-Stunden-Woche sind das 144 statt 184 Sollstunden — ein Unterschied von 40 Stunden im selben Bezugsmonat.
FĂĽrs Gehalt spielt das bei einem Festgehalt keine Rolle: Das Monatsentgelt bleibt gleich, egal wie viele Arbeitstage der Monat hat. Relevant wird die Zahl bei Stundenlohn, bei Zeitkonten und bei anteiligen Monaten, etwa im Eintritts- oder Austrittsmonat.
Wie berechne ich Arbeitstage bei 4-Tage-Woche?
Bei einer Vier-Tage-Woche von Montag bis Donnerstag kommt ihr 2026 auf 209 Wochentage, in Nordrhein-Westfalen bleiben davon nach Abzug der Feiertage 204 Arbeitstage. Gegenüber der Fünftagewoche mit 253 Tagen sind das 49 Arbeitstage weniger — knapp ein Fünftel.
Der Rechenweg ist derselbe wie oben, nur mit anderem Startwert: Ihr zählt die Wochentage, an denen ihr tatsächlich arbeitet, und zieht davon die Feiertage ab, die auf genau diese Tage fallen. Genau da liegt der Haken — wer freitags freihat, verliert 2026 zum Beispiel den Karfreitag am 3. April, den 1. Mai und den ersten Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember als bezahlten freien Tag, weil sie ohnehin auf seinen freien Tag fallen.
Rechtlich ist das kein Nachteil, aber auch kein Ausgleichsanspruch: Fällt ein Feiertag auf einen ohnehin arbeitsfreien Tag, gibt es keinen Ersatzruhetag. Wer die Wahl hat, legt den freien Tag deshalb eher auf Montag — 2026 liegen mit Ostermontag und Pfingstmontag zwei bundesweite Feiertage auf einem Montag.
Für Urlaub gilt dieselbe Logik: Der gesetzliche Mindesturlaub von 24 Werktagen entspricht bei vier Arbeitstagen pro Woche 16 Urlaubstagen. Das Verhältnis bleibt bei vier Wochen Urlaub — nur die absolute Zahl sinkt.
Jahresarbeitsstunden berechnen: Formel und Umrechnungsfaktor
Die Jahresarbeitszeit ergibt sich aus Arbeitstagen mal täglicher Arbeitszeit: Bei 253 Arbeitstagen und acht Stunden pro Tag sind das 2.024 Stunden im Jahr 2026. Zieht ihr 30 Urlaubstage ab, bleiben 223 Anwesenheitstage und 1.784 Stunden.
FĂĽr die monatliche Sollzeit hat sich ein fester Umrechnungsfaktor eingebĂĽrgert. Er lautet: Wochenstunden mal 13 geteilt durch 3. Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt das 173,33 Monatsstunden, bei 30 Wochenstunden 130 und bei 20 Wochenstunden 86,67 Stunden.
Hinter dem Faktor steckt der Durchschnitt von 4,33 Wochen pro Monat — 52 Wochen geteilt durch 12 Monate. Der Wert glättet die Schwankungen zwischen kurzen und langen Monaten und ist deshalb die Grundlage für Zeitkonten und Teilzeitverträge.
Aufpassen müsst ihr bei der Feiertagsfrage: Der Umrechnungsfaktor berücksichtigt Feiertage nicht. Wenn eure Sollstunden feiertagsbereinigt berechnet werden, müsst ihr für jeden Werktagsfeiertag die tägliche Arbeitszeit abziehen — bei acht Stunden pro Tag also acht Stunden je Feiertag.
Entfernungspauschale 2026: Was ein Arbeitstag steuerlich wert ist

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Seit dem 1. Januar 2026 könnt ihr 0,38 Euro je Entfernungskilometer ansetzen — und zwar ab dem ersten Kilometer, nicht mehr erst ab dem 21. Nach § 9 Absatz 1 Satz 3 Nummer 4 EStG gilt der Betrag „fĂĽr jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die erste Tätigkeitsstätte aufsucht“, begrenzt auf höchstens 4.500 Euro im Kalenderjahr.
Diese Erhöhung stammt aus dem Steueränderungsgesetz 2025. Laut Haufe-Übersicht zur neuen Entfernungspauschale hat der Bundestag das Gesetz am 4. Dezember 2025 beschlossen, der Bundesrat stimmte am 19. Dezember 2025 zu. Bis Ende 2025 galten für die ersten 20 Kilometer nur 0,30 Euro.
Was das konkret bringt, zeigt eine einfache Rechnung. Bei 20 Kilometern einfacher Entfernung und 230 angesetzten Fahrten kommt ihr auf 230 × 20 × 0,38 Euro = 1.748 Euro. Nach der alten Regelung wären es 230 × 20 × 0,30 Euro = 1.380 Euro gewesen — ein Plus von 368 Euro allein durch die Gesetzesänderung.
Wichtig ist der Bezugspunkt: Die Pauschale wirkt sich erst aus, wenn eure gesamten Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegen. Der beträgt nach § 9a EStG 1.230 Euro. Bis dahin rechnet das Finanzamt ohnehin pauschal — die 1.748 Euro aus dem Beispiel bringen also nur die 518 Euro Differenz zusätzlich zur Wirkung.
Zwei Details werden oft übersehen: Es zählt die einfache Entfernung, nicht Hin- und Rückweg. Und pro Arbeitstag darf die Pauschale nur einmal angesetzt werden, auch wenn ihr zwischendurch nach Hause fahrt.
Wie viele Arbeitstage akzeptiert das Finanzamt ohne Nachweis?
Bei einer FĂĽnftagewoche erkennen Finanzämter in der Regel 230 Fahrten pro Jahr an, bei einer Sechstagewoche 280. Laut Steuerrat24 lautete die interne Praxis: „Sie akzeptierten im Allgemeinen bei einer FĂĽnf-Tage-Woche 220 bis 230 Fahrten und bei einer Sechs-Tage-Woche 260 bis 280 Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.“ (Stand: September 2026).
Die Zahl 230 hat einen nachvollziehbaren Ursprung. Das Finanzgericht MĂĽnchen hat 2008 entschieden, dass 230 Tage anzuerkennen sind (Urteil vom 12.12.2008, Az. 13 K 4371/07): 365 Tage minus 104 Samstage und Sonntage minus elf Feiertage minus 20 Urlaubstage ergibt genau 230.
Verlasst euch trotzdem nicht blind darauf. Steuerrat24 stellt ausdrĂĽcklich klar: „Wohlgemerkt handelt es sich um interne Grenzen der Finanzämter, auf deren Anwendung kein Rechtsanspruch besteht.“ Wer mehr als 230 Tage ansetzt, muss sie belegen — etwa mit Arbeitgeberbescheinigung, Stundenzetteln oder Tankquittungen.
Auffällig wird es, wenn eure Angaben sich widersprechen. Wer 230 Fahrten geltend macht und gleichzeitig viele Fortbildungstage, hohe Krankheitskosten oder mehrere Homeoffice-Tage pro Woche angibt, bekommt eher eine Nachfrage. Rechnet in dem Fall lieber ehrlich: Von 253 Arbeitstagen in Nordrhein-Westfalen bleiben nach 30 Urlaubstagen 223 Tage — und jeder Homeoffice-Tag geht davon zusätzlich ab.
Feiertage bei der Arbeitszeitabrechnung berĂĽcksichtigen
Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf einen Arbeitstag, bekommt ihr das Entgelt weiter, ohne die Stunden nacharbeiten zu müssen — 2026 betrifft das je nach Bundesland sieben bis neun Tage. Das ist keine Kulanz, sondern folgt aus dem Entgeltfortzahlungsgesetz.
Für die Zeiterfassung heißt das: Ein Feiertag wird mit der Sollzeit des Tages gutgeschrieben, nicht mit null Stunden. Wer das falsch bucht, baut ein systematisches Minus im Zeitkonto auf — bei acht Stunden Sollzeit und neun Werktagsfeiertagen wären das 72 Stunden im Jahr.
Bei Teilzeit gilt der Grundsatz „was ausgefallen wäre, wird gutgeschrieben“. Wer nur dienstags und donnerstags arbeitet, bekommt Christi Himmelfahrt am 14. Mai 2026 (ein Donnerstag) gutgeschrieben, den 1. Mai (ein Freitag) dagegen nicht. Deshalb ist bei Teilzeitverträgen die Verteilung der Wochentage wichtiger als die Stundenzahl.
Ein Sonderfall ist der Buß- und Bettag: Er ist nur in Sachsen gesetzlicher Feiertag, 2026 am Mittwoch, den 18. November. Sächsische Arbeitnehmer zahlen dafür einen um 0,5 Prozentpunkte höheren Beitrag zur Pflegeversicherung — der Feiertag wurde 1995 bundesweit gestrichen, Sachsen behielt ihn und finanziert ihn über diesen Zuschlag.
BrĂĽckentage 2026 und 2027: mit wenig Urlaub viel frei

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
2026 ist als Brückentagsjahr schwach: Sieben Feiertage fallen auf ein Wochenende, und die verbleibenden liegen fast alle direkt neben dem Wochenende. Die einzige wirklich große Chance im Rest des Jahres liegt zwischen Weihnachten und Neujahr — der 25. Dezember 2026 ist ein Freitag, der 1. Januar 2027 ebenfalls.
Das sind die lohnenden Konstellationen:
- Jahreswechsel 2026/27: Urlaub vom 21. bis 24. Dezember (Montag bis Donnerstag) — vier Urlaubstage ergeben neun freie Tage vom 19. bis 27. Dezember.
- Christi Himmelfahrt 2027: Der 6. Mai 2027 ist ein Donnerstag. Ein einziger Urlaubstag am Freitag bringt vier freie Tage am Stück — das beste Verhältnis des Jahres.
- Pfingsten 2027: Pfingstmontag fällt auf den 17. Mai. Vier Urlaubstage von Dienstag bis Freitag ergeben neun freie Tage.
- Fronleichnam 2027: Am 27. Mai, einem Donnerstag — in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland reicht ein Urlaubstag für vier freie Tage.
- Allerheiligen 2027: Der 1. November ist ein Montag. In den fünf Ländern mit Allerheiligen ergeben vier Urlaubstage von Dienstag bis Freitag neun freie Tage.
Zwei regionale Extras für 2027: In Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt fällt Heilige Drei Könige auf Mittwoch, den 6. Januar — vier Urlaubstage rundherum ergeben neun freie Tage. In Sachsen liegt der Buß- und Bettag am Mittwoch, den 17. November, mit demselben Effekt.
Wer noch mehr Details zur Planung braucht, findet sie in unserem Ratgeber zu den BrĂĽckentagen im Jahr. Und weil sich Urlaubsplanung und Budget gegenseitig bedingen: Wie ihr die Reisekasse im Blick behaltet, zeigt unsere Haushaltsbuch fĂĽhren.
Arbeitstage 2027: Was sich gegenüber 2026 ändert
2027 bekommt ihr in fast allen Bundesländern mehr Arbeitstage als 2026 — die Spanne liegt bei 253 bis 256 Tagen. Der Grund ist derselbe wie 2026, nur schlimmer: Vier bundesweite Feiertage fallen 2027 aufs Wochenende, darunter der 1. Mai (Samstag) und beide Weihnachtsfeiertage (Samstag und Sonntag).
Konkret heiĂźt das: Baden-WĂĽrttemberg und Bayern kommen 2027 auf 253 Arbeitstage, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland auf 254, Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und ThĂĽringen auf 255. Am oberen Ende liegen Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit 256 Arbeitstagen.
Für die Steuererklärung 2027 ändert sich dadurch nichts an der 230-Tage-Grenze — die ist ein Verwaltungswert, kein Kalenderwert. Für die Urlaubsplanung schon: Wer 2027 dieselbe Zahl freier Tage will wie 2026, muss zwei bis drei Urlaubstage mehr einsetzen.
Wer sein Zeitkonto führt, sollte wissen, wie belastbar die eingetragenen Werte sind: Nach Paragraf 16 Absatz 2 Arbeitszeitgesetz muss der Arbeitgeber bislang nur die über acht Stunden werktäglich hinausgehende Arbeitszeit aufzeichnen und zwei Jahre aufbewahren. Warum eine eigene, täglich geführte Aufzeichnung trotzdem die bessere Absicherung ist, steht im Ratgeber zum Arbeitszeitbetrug.
Vor- & Nachteile im Ăśberblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Exakte Zahl statt Faustformel: 252 bis 254 Tage | Zahl gilt nur fĂĽr eine FĂĽnftagewoche |
| Grundlage fĂĽr Pendlerpauschale und Zeitkonto | Urlaub und Krankheit mĂĽsst ihr selbst abziehen |
| 230-Tage-Regel spart den Einzelnachweis | Auf die 230 Tage besteht kein Rechtsanspruch |
| BrĂĽckentage lassen sich frĂĽh sichern | 2026 fallen sieben Feiertage aufs Wochenende |
Häufige Fragen zu Arbeitstagen pro Jahr
Wie viele Arbeitstage hat ein Jahr im Durchschnitt?
Im langjährigen Mittel sind es rund 250 Arbeitstage pro Jahr bei einer Fünftagewoche. 2026 liegt mit 252 bis 254 Tagen leicht darüber, weil ungewöhnlich viele Feiertage auf ein Wochenende fallen. Für Überschlagsrechnungen ist 250 ein brauchbarer Wert, für die Steuererklärung oder ein Zeitkonto solltet ihr aber immer die konkrete Zahl eures Bundeslandes nehmen.
Wie werden Feiertage bei der Berechnung der Monatsarbeitszeit berĂĽcksichtigt?
Ein gesetzlicher Feiertag, der auf einen Arbeitstag fällt, wird mit der Sollzeit dieses Tages gutgeschrieben. Bei acht Stunden Tagesarbeitszeit reduziert jeder Werktagsfeiertag die zu leistenden Stunden also um acht, ohne dass Entgelt entfällt. Wer mit dem pauschalen Umrechnungsfaktor von 173,33 Monatsstunden arbeitet, muss die Feiertage zusätzlich herausrechnen — der Faktor kennt sie nicht.
Wie werden Teilzeitmodelle bei der Feiertagsberechnung berĂĽcksichtigt?
Entscheidend ist, ob der Feiertag auf einen eurer vereinbarten Arbeitstage fällt. Nur dann wird die ausgefallene Arbeitszeit bezahlt. Fällt er auf einen ohnehin freien Tag, gibt es weder Entgelt noch Ersatzruhetag. Deshalb lohnt es sich bei Teilzeit, die Arbeitstage auf Wochentage zu legen, auf die häufig Feiertage fallen — 2026 sind das vor allem Montag und Donnerstag.
Wie unterscheidet sich die Berechnung bei Vollzeit vs. Teilzeit?
Der Kalender ist identisch, nur der Startwert unterscheidet sich. Vollzeit mit fünf Tagen startet 2026 bei 261 Wochentagen, eine Drei-Tage-Woche entsprechend bei rund 157. Abgezogen werden jeweils nur die Feiertage, die auf einen vereinbarten Arbeitstag fallen. Beim Urlaub gilt dieselbe Quotelung: Vier Wochen Urlaub sind bei drei Arbeitstagen pro Woche zwölf Urlaubstage.
Muss ich bei Homeoffice-Tagen andere Berechnungsformeln anwenden?
Für die Arbeitszeit nicht, für die Steuer schon. Homeoffice-Tage zählen als volle Arbeitstage für Sollstunden und Urlaubsanspruch. Bei der Entfernungspauschale dürft ihr sie aber nicht ansetzen, weil ihr die erste Tätigkeitsstätte nicht aufgesucht habt. Wer zwei Tage pro Woche zu Hause arbeitet, kommt statt auf 230 nur auf rund 138 Fahrten — dafür greift die Homeoffice-Pauschale.
Wie unterscheidet sich die Berechnung bei Gleitzeitmodellen?
Die Zahl der Arbeitstage bleibt gleich, sie dient nur als Bezugsgröße für das Sollzeitkonto. Bei Gleitzeit multipliziert ihr die Arbeitstage des Monats mit der vertraglichen Tagesarbeitszeit und vergleicht das Ergebnis mit den tatsächlich gebuchten Stunden. Die Differenz ist euer Gleitzeitsaldo. Feiertage werden dabei mit der Sollzeit gebucht, nicht mit null.
Gilt der berechnete Durchschnitt auch fĂĽr die Entgeltfortzahlung?
Nein, bei der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall gilt das Lohnausfallprinzip. Maßgeblich ist, was ihr an den konkret ausgefallenen Tagen verdient hättet, nicht ein Jahresdurchschnitt. Bei festem Monatsgehalt macht das keinen Unterschied. Bei schwankendem Entgelt oder Stundenlohn kann die Abrechnung dagegen deutlich vom Durchschnittswert abweichen.
Wie viele Arbeitstage darf ich in der Steuererklärung angeben?
Ohne Nachweis akzeptieren Finanzämter bei einer Fünftagewoche üblicherweise 230 Fahrten, bei einer Sechstagewoche 280. Wer mehr ansetzt, muss belegen können, dass er tatsächlich so oft zur ersten Tätigkeitsstätte gefahren ist. Einen Rechtsanspruch auf die Pauschalwerte gibt es nicht — sie sind interne Verwaltungsgrenzen, keine gesetzliche Regel.
Zählt der Samstag als Arbeitstag?
Nur, wenn er in eurem Arbeitsvertrag als Arbeitstag vereinbart ist. Als Werktag zählt der Samstag dagegen immer, weil Werktage alle Tage außer Sonntagen und Feiertagen sind. Diese Unterscheidung ist beim Urlaub bares Geld wert: Der gesetzliche Mindesturlaub von 24 Werktagen entspricht bei einer Fünftagewoche nur 20 Urlaubstagen.
Fazit: Erst die eigene Zahl, dann die Planung
2026 hat je nach Bundesland 252 bis 254 Arbeitstage — und diese zwei Tage Unterschied entscheiden über Sollstunden, Urlaubswert und den Betrag in eurer Steuererklärung. Nehmt deshalb die Zahl eures Arbeitsortes aus der Tabelle oben, nicht den Durchschnitt aus dem Kopf.
Drei Faustregeln fĂĽr die Praxis:
- FĂĽr die Abrechnung: Arbeitstage des Bundeslandes nehmen, Feiertage mit Sollzeit buchen, nicht mit null.
- FĂĽr die Steuer: 230 Fahrten sind der bequeme Weg, mehr braucht Belege, Homeoffice-Tage gehen ab.
- Für den Urlaub: Brückentage des Folgejahres im Herbst sichern — der Freitag nach Christi Himmelfahrt ist zuerst weg.
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