RFID-Schutz im Check: Hilft Alufolie für Reisepass und Kreditkarte?
Der Reise-Hack, den Reisepass in Alufolie zu wickeln, geht gerade viral — dabei gibt der Chip im deutschen Pass ohne die aufgedruckten Daten ohnehin nichts heraus. RFID-Schutz heißt, einen Funkchip in Karte oder Ausweis so abzuschirmen, dass ein fremdes Lesegerät ihn nicht ansprechen kann. Bei Bank- und Kreditkarten leisten das Schutzhüllen und sogar Alufolie nachweislich, das Risiko ohne Hülle ist aber deutlich kleiner als in den Videos. Stand: September 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Chip im Reisepass gibt seine Daten erst frei, wenn das Lesegerät die maschinenlesbare Zone der Datenseite kennt; der Personalausweis verlangt die sechsstellige Zugangsnummer oder die PIN.
- Aus einer girocard lassen sich kontaktlos IBAN und Gültigkeit lesen, aus Kreditkarten Kartennummer und Ablaufdatum — Name, Adresse und Prüfziffer stehen nicht auf dem Chip.
- NFC funktioniert laut BSI nur bis maximal zehn Zentimeter; einen dokumentierten Fall von Datendiebstahl im Vorbeigehen in Deutschland haben wir nicht gefunden.
- Im BSI-Test mit 55 Prüfmustern blockierte komplett gefaltete Alufolie am Bezahlterminal alle Testkarten, eine normale Geldbörse dagegen keine.
- Eine einzelne Kartenhülle kostet bei Geizhals ab 4,75 Euro, im Zehnerpack rund 71 Cent je Stück (Stand 23.09.2026).
Anzeige / Transparenz: Dieser Artikel enthält Partner-Links. Kauft ihr über einen solchen Link, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch bleibt der Preis identisch.
Kann mein Reisepass im Rucksack gescannt werden?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Nein, jedenfalls nicht ohne die aufgedruckten Daten. Der deutsche Reisepass trägt seit dem 1. November 2005 einen kontaktlosen Chip, und nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) muss ein Lesegerät zuerst die maschinenlesbare Zone am unteren Rand der Datenseite optisch erfassen oder abtippen. Erst daraus berechnet es den Schlüssel, mit dem es sich beim Chip ausweist.
Wer vor dem Urlaub die Kontrolle über seine Ausweisdaten behalten will, sollte diesen Mechanismus kennen, denn er entscheidet über die ganze Frage. Das Verfahren heißt Basic Access Control, kurz BAC. Der Chip schickt eine Zufallszahl, das Lesegerät verschlüsselt sie mit dem Zugriffsschlüssel, und nur wenn das Ergebnis stimmt, gibt der Chip Foto, Name und Geburtsdatum frei. Derselbe Schlüssel verschlüsselt anschließend den gesamten Datenverkehr. Ein Gerät, das im Gedränge an einem geschlossenen Rucksack vorbeistreift, hat die Datenseite nie gesehen und kennt den Schlüssel deshalb nicht.
Noch strenger geschützt sind die Fingerabdrücke. Seit dem 1. November 2007 speichert der Pass laut BSI auch zwei Fingerabdrücke; auf sie greift nach den technischen Richtlinien des Amts nur ein hoheitliches Kontrollgerät zu, das sich zusätzlich per Extended Access Control mit einem passenden Berechtigungszertifikat ausweist. Ein handelsübliches Lesegerät kommt an diese Daten auch dann nicht heran, wenn es die Datenseite kennt.
Beim Personalausweis heißt das Verfahren PACE, das Prinzip ist dasselbe. Der Chip gibt Daten nur heraus, wenn er entweder die persönliche PIN oder die sechsstellige Zugangsnummer bekommt, die auf der Vorderseite rechts neben dem Gültigkeitsdatum steht. Das BSI schreibt dazu wörtlich: „Wie bei der Online-Ausweisfunktion ist auch beim Vor-Ort-Auslesen ein unbemerktes Auslesen der Daten im Chip ohne Wissen des Besitzers, etwa im öffentlichen Raum, nicht möglich.“ (BSI zum Vor-Ort-Auslesen, abgerufen am 23.09.2026). Behörden und Firmen, die den Ausweis vor Ort auslesen wollen, brauchen dafür außerdem eine staatliche Berechtigung. Wie der Ausweis ab 2027 zusätzlich aufs Handy kommt, steht in unserem Ratgeber zum Personalausweis auf dem Handy.
Die Schwachstelle liegt deshalb nicht im Funk, sondern beim Papier. Wer euren Pass aufgeschlagen in der Hand hatte oder eine Kopie der Datenseite besitzt, kennt die maschinenlesbare Zone ohnehin — gegen diesen Fall hilft keine Hülle, sondern nur Zurückhaltung beim Herausgeben von Passkopien. Was der Pass selbst kostet und wie lange die Ausstellung dauert, haben wir im Ratgeber zu den Reisepass-Kosten zusammengestellt.
An der Grenze wird die Hülle sogar zum Hindernis. An den eGates der teilautomatisierten Grenzkontrolle EasyPASS scannt ihr den elektronischen Pass selbst; nutzen dürfen das laut Bundespolizei Inhaber eines gültigen elektronischen Passes aus der EU, dem EWR oder der Schweiz ab zwölf Jahren. Das Gerät muss den Chip lesen — eine abschirmende Hülle, die ihn vor Fremden schützen soll, schützt ihn genauso vor dem Kontrollgerät. Nehmt den Pass also vor der Kontrolle heraus.
Welche Daten verrät eine kontaktlose Bankkarte?
Mehr als der Pass, aber weniger als befürchtet. Laut den Antworten auf der offiziellen girocard-Seite lassen sich aus einer girocard kontaktlos unter anderem Kontonummer, Bankleitzahl beziehungsweise IBAN sowie die Gültigkeit der Karte auslesen; Name und Adresse sind auf dem Chip gar nicht gespeichert.
Bei Kreditkarten mit Kontaktlos-Funktion sieht es ähnlich aus, nur mit anderen Feldern. Im Februar 2016 berichtete heise online, dass sich aus kontaktlosen Mastercard-Karten mit einem NFC-Smartphone und einer Leser-App aus etwa einem Zentimeter Abstand Kartennummer, Ablaufdatum und sogar die letzten Umsätze mit Datum und Betrag auslesen ließen — wohin das Geld floss, verriet die Karte dagegen nicht. Die dreistellige Prüfziffer von der Rückseite stand nicht auf dem Chip.
Ein neuerer Test bestätigt das Bild. Die c’t hat das Bastel-Gadget Flipper Zero ausprobiert; es konnte bei einer Mastercard mit Kontaktlos-Funktion die komplette Kartennummer und das Ablaufdatum anzeigen, sich aber nicht selbst als diese Karte ausgeben. Viele moderne NFC-Karten sind nach dem Befund der Tester kryptografisch gegen solche Nachbildungen geschützt.
Einkaufen lässt sich mit diesen Daten im Normalfall nicht. Die Finanzaufsicht BaFin stellt klar: „Beim Bezahlen mit Kreditkarte im Internet genügt es nicht, nur die auf der Karte sichtbaren Daten inklusive Prüfziffer auf der Rückseite einzugeben.“ Nötig ist zusätzlich eine zweite Freigabe, zum Beispiel ein geheimes Passwort und eine TAN. Wer per Funk ausliest, hat also nicht einmal die Prüfziffer — und die zweite Freigabe schon gar nicht. Ausnahmen lässt die BaFin nur für Zahlungen zu, die der Zahlungsdienstleister nach einer automatischen Risikoanalyse als wenig riskant einstuft.
| Dokument | Ohne Freigabe lesbar | Nicht lesbar |
|---|---|---|
| Reisepass | nichts | Foto, Name, Fingerabdrücke |
| Personalausweis | nichts | alle Ausweisdaten |
| girocard | IBAN, Gültigkeit | Name, Adresse |
| Kreditkarte | Kartennummer, Ablaufdatum | Prüfziffer |
Stand 23.09.2026. Ohne Freigabe heißt: ohne die aufgedruckte maschinenlesbare Zone (Pass), ohne Zugangsnummer oder PIN (Ausweis) und ohne weitere Authentifizierung. Quellen: BSI (Pass, Ausweis), girocard-Seite (girocard), heise online und c’t (Kreditkarte). Bei den 2016 getesteten Kreditkarten waren zusätzlich die letzten Umsätze lesbar.
Wie groß ist die reale Gefahr durch RFID-Skimming im Alltag?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Klein, und sie liegt an einer anderen Stelle als im viralen Video. Die Verbraucherzentrale hält ein Ausspähen durch verdeckte Lesevorgänge für eher unwahrscheinlich (Stand 25. November 2025), und laut BSI darf der Abstand zwischen Karte und Bezahlterminal bei NFC höchstens zehn Zentimeter betragen.
In der Praxis ist die Reichweite noch kürzer. In einem Ratgeber von heise aus dem Januar 2021 ist von vier Zentimetern oder weniger die Rede, und im Test von 2016 las das Smartphone die Karte aus etwa einem Zentimeter Abstand. Größere Distanzen erfordern Spezialhardware und ein starkes Feld; wer im Bus mit einem Lesegerät an Hosentaschen entlangstreift, muss praktisch Körperkontakt herstellen.
Das Szenario, das das BSI in seiner Untersuchung „NFC Systeme im Praxiseinsatz“ aus dem Jahr 2020 tatsächlich beschreibt, ist kein Datendiebstahl, sondern eine Buchung: Ein Angreifer besorgt sich legal ein zugelassenes Bezahlterminal, stellt einen kleinen Betrag ein, für den keine PIN nötig ist, und hält das Gerät nah an eine fremde Karte. Das BSI nennt diesen Ablauf bei Zahlungssystemen leicht umsetzbar — anders als bei Pass und Ausweis, wo er nicht funktioniert.
Unsichtbar bleibt so eine Abbuchung allerdings nicht. Jedes Terminal hängt an einem Händlerkonto bei einem Zahlungsdienstleister. Reklamiert das Opfer die Buchung, bucht die Bank laut BSI-Studie zurück, der Dienstleister sperrt das Händlerkonto und bringt den Fall zur Anzeige. Unentdeckt bleibt der Betrug nur, wenn niemand seine Umsätze prüft — deshalb nennt das BSI den regelmäßigen Blick aufs Konto ausdrücklich als Schutz. Wo die PIN-Grenzen liegen und wie ihr eine Karte sperrt, steht im Ratgeber zum kontaktlosen Bezahlen.
Einen dokumentierten Fall von Datendiebstahl im Vorbeigehen in Deutschland haben wir bei BSI, Polizei-Beratung und Verbraucherzentralen nicht gefunden (Recherche am 23.09.2026). Auch der heise-Ratgeber von 2021 hält fest, dass Diebstahl über manipulierte Lesegeräte in der Praxis trotz medial vermittelter Angst recht selten vorgekommen sei. Die Betrugsmaschen, die heute tatsächlich Schaden anrichten, funktionieren anders: Täter bringen Opfer per Anruf oder Nachricht dazu, die Karte selbst ans Handy zu halten oder einen Code herauszugeben. Diese aktiven Tricks erklären wir im Artikel zum NFC-Betrug.
Ein verbreiteter Trost trägt übrigens nicht: dass mehrere Karten im Portemonnaie sich gegenseitig blockieren. Das BSI hat genau das getestet und festgestellt, dass Bezahlterminals bei mehreren Karten im Feld nicht immer zuverlässig abbrechen — in manchen Versuchen wurde trotzdem eine Karte ausgewählt. Das bloße Vorhandensein mehrerer Karten ist nach dem Fazit der Studie kein wirksamer Schutz, bietet aber eine gewisse Basis.
Funktionieren Alufolie-Tricks bei RFID?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Ja, bei Bankkarten sogar erstaunlich gut. Das BSI hat 2020 in der Studie „NFC Systeme im Praxiseinsatz“ insgesamt 55 Prüfmuster gegen ein echtes Bezahlterminal, ein Smartphone im Lesemodus und ein genormtes Referenzlesegerät getestet und bescheinigt der Alufolie „einen überraschend guten Schutz“ — mit der Einschränkung, dass die Folie bei der Handhabung nicht beschädigt werden darf, weil sonst ein großer Teil der Abschirmwirkung verloren geht.
Was die Folie im Test geschafft hat
Entscheidend ist, wie die Folie liegt. Komplett um die Karte gefaltet, blockierte sie am Bezahlterminal jede der getesteten Karten, und auch mit zehn Millimetern aus der Folie herausgezogen kam noch keine Verbindung zustande. Bei 20 Millimetern waren drei von vier Testkarten wieder lesbar. Lag die Folie dagegen nur als Einlage auf einer Seite und zeigte die ungeschützte Seite zum Terminal, baute das Gerät bei fünf von acht Testkarten trotzdem eine Verbindung auf.
Die Physik dahinter ist die eines Faradayschen Schirms: Metall schluckt das Feld des Lesegeräts. Laut BSI bricht dann entweder die Energieversorgung der Karte zusammen, oder sie versteht die Kommandos des Lesegeräts nicht mehr, oder ihre Antwort kommt beim Leser nicht mehr an. Eine Lücke auf einer Seite reicht, damit genug Feld die Antenne erreicht.
Hüllen, Geldbörsen und Blockerkarten im Vergleich
Die Messreihe hat auch Handelsware geprüft, zufällig ausgewählt aus dem Sortiment eines großen Onlinehändlers. Das Ergebnis in vier Punkten:
- Normale Geldbörse: bot in allen Testreihen keinerlei Schutz vor dem Auslesen.
- Geldbörse mit eingebauter Abschirmung: geschlossen ein ausreichender Schutz, aufgeklappt mit der Karte auf dem Terminal keiner.
- Blockerkarten (Scrambler): senden auf die Anfrage des Lesegeräts absichtlich falsche Antworten und stören so die Verbindung; das Feld schwächen sie nicht ab. In den Tests mit echten Geräten überwiegend wirksam.
- Kartenhüllen: gegen handelsübliche Lesegeräte stets wirksam. Im strengsten Test mit stark erhöhter Feldstärke fielen eine nur einseitig abgeschirmte Hülle und eine mit großer Aussparung durch.
Der wichtigste Praxisbefund betrifft das Einstecken. Schon ein leichtes Herausziehen verschlechtert die Schutzwirkung massiv: Bei einer Hülle mit großer Aussparung waren am Bezahlterminal drei von vier Testkarten lesbar, sobald sie fünf Millimeter herausschauten. Das BSI empfiehlt deshalb doppelseitige Hüllen mit möglichst kleinen Aussparungen und die Karte immer ganz hineinzuschieben. Für das Portemonnaie rät es zu einer Geldbörse mit integriertem RFID-Schutz oder alternativ zu einem möglichst großen Stück Alufolie im Geldscheinfach; eine Blockerkarte obendrauf macht den Schutz optimal.
Hilft die Folie auch beim Reisepass?
Physikalisch kann sie auch einen Pass abschirmen, nötig ist sie dort aber nicht, weil BAC den Chip ohnehin verschließt. Das BSI-Messprotokoll zeigt zudem, wie leicht die Methode danebengeht: Als Einlage zwischen Terminal und Testpass verhinderte die Folie am Bezahlterminal die Kommunikation mit dem Pass nicht, am Smartphone dagegen schon. Die meisten Kartenhüllen waren für den Pass schlicht zu klein. Wer den Pass trotzdem einwickelt, schützt ihn vor einem Angriff, der ohne Datenseite nicht funktioniert — und muss die Folie an jeder Kontrolle wieder abnehmen.
Was kostet RFID-Schutz — und wie testet ihr eine Hülle selbst?
Wenig: Eine einzelne NFC/RFID-Schutzhülle im Kreditkartenformat gibt es laut Geizhals ab 4,75 Euro, ein Zehnerpack ab 7,13 Euro, also rund 71 Cent je Hülle (Artikelpreise ohne Versand, abgerufen am 23.09.2026). Eine Schutzhülle für den Reisepass von Herma kostet ab 6,24 Euro, eine Umhängetasche mit RFID-Blockfach von Tatonka ab 16,98 Euro.
Teils geht es sogar gratis. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass manche Kreditinstitute Schutzhüllen für NFC-Karten auf Nachfrage kostenlos ausgeben (Stand 10. Dezember 2025). Ein Anruf bei der eigenen Bank kostet weniger als jede Hülle.
MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt. In unserer Datenbank stehen zwischen Juli 2019 und Oktober 2024 zehn Community-Deals mit RFID im Titel; neun davon waren Geldbörsen, Kartenetuis, Hüllen oder ein Rucksack mit Ausleseschutz, der günstigste ein Fünferpack Kartenhüllen für 1,52 Euro im November 2019. Die Zahl zeigt vor allem eines: RFID-Schutz ist seit Jahren ein Nebenmerkmal von Geldbörsen, kein eigenes teures Produkt.
Beim Kauf zählen die Kriterien aus der BSI-Messung mehr als Werbeversprechen: doppelseitige Abschirmung, eine möglichst kleine Aussparung an der Kopfseite und eine Passform, in der die Karte ganz verschwindet. Viele Hüllen verweisen auf eine Prüfung oder Zertifizierung; das BSI hat solche Produkte bevorzugt ausgewählt, und trotzdem schnitten sie im strengsten Test unterschiedlich ab.
Wie teste ich eine RFID-Schutzhülle?
Mit einem NFC-fähigen Smartphone und einer Kartenleser-App, wie sie auch heise 2016 benutzt hat, lässt sich die Grundfunktion in zwei Minuten prüfen. Haltet die Karte zuerst ohne Hülle an die Rückseite des Handys — bei dem im BSI-Test verwendeten Smartphone lag dort der Punkt mit der höchsten Feldstärke. Die App sollte die Karte erkennen. Dann steckt ihr die Karte ganz in die Hülle und wiederholt den Versuch; reagiert die App nicht mehr, blockiert die Hülle zumindest gegen ein handelsübliches Gerät.
Ein bestandener Handytest ist allerdings kein Laborbefund. Das BSI hat für seine strengste Prüfung ein Feld von 12 Ampere pro Meter erzeugt, deutlich mehr als ein Smartphone liefert, und eine Hülle nur dann bestehen lassen, wenn innen weniger als 0,25 Ampere pro Meter ankamen. Zieht die Karte beim Test ein paar Millimeter heraus und probiert es erneut — so seht ihr, wie viel Spielraum eure Hülle hat.
Und der Autoschlüssel? Warum Keyless ein anderes Risiko ist

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Beim Funkschlüssel ist Abschirmen tatsächlich sinnvoll, denn dort geht es um echte Diebstähle. Der ADAC hat in zehn Jahren 850 Fahrzeuge mit Keyless-System getestet; laut dem Stand vom 18.08.2026 sind 70 Prozent inzwischen besser gegen Diebstahl geschützt, bei rund 30 Prozent sieht der Club weiterhin Verbesserungsbedarf.
Der Unterschied zur Bankkarte ist die Reichweite. Bei einer sogenannten Relay-Attacke verlängern Diebe das Signal des Schlüssels laut ADAC um Hunderte von Metern — der Schlüssel liegt im Flur, das Auto öffnet sich auf der Straße. Die zehn Zentimeter, die NFC bei Karten begrenzen, gibt es hier nicht.
Der ADAC nennt dieselben Hausmittel wie der virale Reise-Hack, aber mit klarer Bedingung: Metalldose, abschirmendes Etui, Kochtopf oder Alufolie können funktionieren, wenn wirklich alle Strahlen abgeschirmt werden — und der Club rät, das auszuprobieren. Die Probe ist einfach: Schlüssel in die Hülle, neben dem Auto an den Türgriff fassen; öffnet es sich, schirmt die Hülle nicht. Dazu gehört, den Schlüssel im Haus nicht in der Nähe von Außentüren, Außenwänden und Fenstern abzulegen.
Vor- & Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Laut BSI gegen handelsübliche Lesegeräte stets wirksam, wenn die Karte ganz in der Hülle steckt | Beim Reisepass unnötig, weil der Chip ohne die Datenseite nichts herausgibt |
| Günstig: Einzelhülle ab 4,75 Euro, im Zehnerpack rund 71 Cent je Stück | Schon fünf Millimeter Überstand können die Wirkung aufheben |
| Verhindert auch die unbemerkte Kleinbetrags-Buchung per Terminal, die das BSI beschreibt | Jede Zahlung und jede Grenzkontrolle heißt: Karte oder Pass erst herausnehmen |
| Beim Keyless-Autoschlüssel ein echter Diebstahlschutz | Schützt nicht vor den aktiven Maschen, bei denen Opfer die Karte selbst ans Handy halten |
Häufige Fragen zum RFID-Schutz
Reicht Alufolie als DIY-Schutz für RFID-Karten aus?
Für Bankkarten ja, wenn sie die Karte vollständig und doppelseitig umschließt: Im BSI-Test blockierte komplett gefaltete Folie am Bezahlterminal alle Testkarten. Als bloße Einlage auf einer Seite ließ sie bei fünf von acht Karten trotzdem eine Verbindung zu, und eingerissene Folie verliert einen großen Teil ihrer Wirkung. Eine Hülle für 4,75 Euro hält länger.
Welche Karten verfügen überhaupt über RFID/NFC-Technologie?
Girocards und Kreditkarten mit Kontaktlos-Funktion, der Personalausweis und der Reisepass, dazu viele Firmen- und Zutrittsausweise sowie Nahverkehrskarten. Bezahlkarten mit Kontaktlos-Funktion erkennt ihr meist am Wellensymbol auf der Karte. Ob euer Ausweis oder Pass einen Chip hat, ist seit Jahren keine Frage mehr: Der deutsche Reisepass trägt ihn seit 2005.
Können RFID-Blocker auch die eigene Nutzung der Karte behindern?
Ja, das ist ihr Prinzip. Eine Karte in der Hülle funktioniert an der Kasse erst, wenn ihr sie herausnehmt; das BSI weist ausdrücklich darauf hin, dass sich das Nutzungsverhalten dadurch ändert. Eine Blockerkarte stört jede Verbindung in ihrer Nähe — also auch die gewollte, wenn ihr das ganze Portemonnaie ans Terminal haltet.
Gibt es offizielle Empfehlungen der Banken zum RFID-Schutz?
Eine einheitliche Empfehlung der Banken gibt es nicht. Laut Verbraucherzentrale geben manche Kreditinstitute Schutzhüllen auf Nachfrage kostenlos aus, und bei einigen Karten lässt sich die Kontaktlos-Funktion abschalten. Das BSI empfiehlt in seiner Studie eine abschirmende Geldbörse oder eine Hülle und den regelmäßigen Blick auf die Umsätze.
Muss der Reisepass bei der Grenzkontrolle aus der Hülle?
Ja. An den EasyPASS-Schleusen der Bundespolizei scannt ihr den Pass selbst, und das Gerät muss den Chip lesen. Eine abschirmende Hülle blockiert das Kontrollgerät genauso wie ein fremdes Lesegerät; nehmt den Pass deshalb vorher heraus.
Kann jemand mit meiner ausgelesenen Kartennummer online einkaufen?
Im Normalfall nicht. Die Prüfziffer von der Rückseite steht nicht auf dem Chip, und laut BaFin reichen beim Online-Kauf mit Kreditkarte selbst die sichtbaren Daten samt Prüfziffer nicht aus — es braucht eine zweite Freigabe, etwa Passwort und TAN. Ausnahmen gibt es nur für Zahlungen, die der Zahlungsdienstleister als wenig riskant einstuft.
Fazit: Hülle für die Karte, Aufmerksamkeit für den Pass
Die Leitfrage des viralen Hacks lässt sich zweigeteilt beantworten. Beim Reisepass schützt die Alufolie vor einem Angriff, der ohne die Datenseite gar nicht funktioniert; wichtiger ist, Passkopien sparsam herauszugeben. Bei Bankkarten wirkt die Abschirmung nachweislich — im BSI-Test blockierte selbst eine gefaltete Folie alle Testkarten, eine normale Geldbörse dagegen keine —, aber das Risiko, das sie abwehrt, ist klein und besteht vor allem in einer nachverfolgbaren Kleinbetrags-Buchung, nicht im Datendiebstahl.
Wer eine Hülle will, zahlt dafür ab 4,75 Euro oder fragt bei der Bank nach einer kostenlosen. Wer keine will, prüft einfach regelmäßig seine Umsätze und hält die Sperrnummer bereit. Beim Keyless-Autoschlüssel lohnt sich die Abschirmung dagegen wirklich, weil dort Hunderte Meter statt zehn Zentimeter im Spiel sind. Aktuelle Angebote für Geldbörsen, Reisezubehör und alles andere findet ihr täglich auf der MonsterDealz-Startseite.