Punkte in Flensburg abfragen: kostenlos online, Tilgungsfristen und wie ihr Punkte abbaut

Punkte in Flensburg könnt ihr beim Kraftfahrt-Bundesamt kostenlos abfragen, online mit dem Personalausweis in wenigen Minuten, schriftlich oder persönlich am Schalter, und ein einzelner Punkt verschwindet nach zweieinhalb Jahren plus einem Jahr Überliegefrist wieder. Punkte in Flensburg sind Eintragungen im Fahreignungsregister, das das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg führt: Jeder rechtskräftig geahndete Verkehrsverstoß ab 60 Euro Bußgeld oder mit Fahrverbot, der im Punktekatalog steht, bringt einen bis drei Punkte, und ab acht Punkten ist der Führerschein weg. Wer gerade einen Bußgeldbescheid im Briefkasten hat, will vor allem wissen, wie nah er an dieser Grenze steht. Hier steht, wie ihr das ohne Kosten herausfindet, wann Punkte verfallen und wie ihr mit einem Seminar einen Punkt abbaut. Stand: November 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Auskunft über euren Punktestand ist nach § 30 Absatz 8 StVG unentgeltlich, online gibt es sie mit Online-Ausweis und AusweisApp als PDF zum Download.
  • Bei 4 oder 5 Punkten kommt eine Ermahnung, bei 6 oder 7 eine Verwarnung, bei 8 Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen.
  • Ein Punkt wird nach 2,5 Jahren getilgt, zwei Punkte nach 5 Jahren, drei Punkte nach 10 Jahren, jeweils ab Rechtskraft und mit einem Jahr Überliegefrist.
  • Ein Fahreignungsseminar zieht einen Punkt ab, aber nur bei 1 bis 5 Punkten und nur einmal in fünf Jahren; laut ADAC kostet es rund 400 Euro.

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Wie fragt ihr eure Punkte in Flensburg kostenlos ab?

Hände halten ein Smartphone über eine Ausweiskarte neben einem geöffneten Brief

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die Auskunft aus dem Fahreignungsregister kostet nichts, egal auf welchem Weg ihr sie beantragt. Das steht im Gesetz selbst, in § 30 Absatz 8 des Straßenverkehrsgesetzes: „Der betroffenen Person wird auf Antrag schriftlich über den sie betreffenden Inhalt des Fahreignungsregisters und über die Anzahl der Punkte unentgeltlich Auskunft erteilt.“ Das KBA bietet dafür laut seiner Seite zur Auskunft aus dem Fahreignungsregister drei Wege an: online, per Post und persönlich in Flensburg (Stand 03.11.2026).

Für unsere Redaktion haben wir am 3. November 2026 die geltenden Paragrafen 2a, 4, 28, 29 und 30 des Straßenverkehrsgesetzes, § 42 der Fahrerlaubnis-Verordnung, die Auskunfts- und Punktekatalogseiten des KBA sowie die beiden aktuellen KBA-Statistiktabellen zum Fahreignungsregister ausgewertet. Die Anteile in den Abschnitten unten haben wir selbst aus den Rohdaten des KBA berechnet.

Online mit dem Personalausweis

Der schnellste Weg ist die Online-Registerauskunft. Ihr braucht dafür einen Personalausweis oder elektronischen Aufenthaltstitel mit eingeschalteter Online-Ausweisfunktion, eure selbst gewählte sechsstellige PIN, ein Smartphone mit NFC oder einen Kartenleser am PC und eine Ausweis-Software wie die kostenlose AusweisApp. Ihr meldet euch über die BundID an, haltet den Ausweis ans Handy, gebt die PIN ein und prüft eure Daten. Laut KBA steht die Registerauskunft danach als PDF-Dokument zum Download bereit, ihr müsst also nicht auf Post warten.

Das Bundesministerium für Verkehr beschreibt das Angebot als Selbstauskunft auf Grundlage von Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung, die ausschließlich auf eure eigenen Daten zugreift. Wer nicht weiß, ob die Online-Funktion seines Ausweises aktiv ist oder ob die PIN noch stimmt, findet die Schritte dazu in unserem Ratgeber zum Personalausweis auf dem Smartphone. Eine vergessene PIN setzt die Ausweisbehörde eures Wohnorts zurück.

Wie die Abfrage auf dem Handy konkret aussieht, zeigt der ADAC in seinem offiziellen Erklärvideo:

Schriftlich oder am Schalter in Flensburg

Ohne Online-Ausweis geht es per Brief: Ihr druckt das Antragsformular des KBA aus, füllt es aus, unterschreibt es eigenhändig und schickt es mit einer Kopie von Vorder- und Rückseite eures Personalausweises oder Reisepasses an das Kraftfahrt-Bundesamt, 24932 Flensburg. Statt der Ausweiskopie ist auch eine amtlich beglaubigte Unterschrift möglich.

Wer ohnehin in Flensburg ist, geht in den Auskunftspavillon des KBA in der Fördestraße 16, 24944 Flensburg. Dort reicht ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Die Öffnungszeiten veröffentlicht das KBA auf einer eigenen Seite, schaut vorher nach.

Warum ihr für die Auskunft nichts bezahlen solltet

Im Netz bieten private Portale an, die Punkteauskunft für euch zu beantragen, und verlangen dafür eine Gebühr. Am Ergebnis ändert das nichts: Sie stellen denselben Antrag beim KBA, den ihr selbst gratis stellen könnt, und brauchen dafür zusätzlich eure Ausweisdaten. Prüft deshalb vor jedem Formular, ob die Adresse auf kba.de endet. Spart euch die Gebühr und gebt Ausweiskopien nur dorthin, wo sie gesetzlich gebraucht werden.

Wie funktioniert das Punktesystem in Flensburg?

Säulenförmiger Blitzer am Straßenrand mit vorbeifahrendem Auto in der Stadt

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Ein Verstoß bringt laut KBA einen, zwei oder drei Punkte, je nachdem, wie stark er die Verkehrssicherheit gefährdet. Grundlage ist § 4 Absatz 2 StVG: Ordnungswidrigkeiten, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, zählen einen Punkt, besonders gefährliche Ordnungswidrigkeiten und Straftaten ohne Führerscheinentzug zwei Punkte, Straftaten mit Entzug der Fahrerlaubnis oder Sperre drei Punkte.

Wie ungleich das verteilt ist, zeigt die Zugangsstatistik des KBA. Im Jahr 2025 wurden 4.207.000 Verkehrsverstöße ins Fahreignungsregister eingetragen, davon waren 3.637.165 Ordnungswidrigkeiten mit einem Punkt, nach unserer Berechnung 86,5 Prozent. Zwei Punkte gab es für 339.164 Ordnungswidrigkeiten und 107.633 Straftaten, drei Punkte für 109.999 Straftaten (KBA, Zugang in das Fahreignungsregister 2025, veröffentlicht am 30. Juni 2026).

Ab welchem Bußgeld gibt es Punkte?

Die Grenze von 60 Euro stimmt, sie reicht aber allein nicht. Nach § 28 Absatz 3 StVG wird eine Ordnungswidrigkeit nur eingetragen, wenn sie in der Punkte-Anlage 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung steht und eine Geldbuße von mindestens 60 Euro oder ein Fahrverbot festgesetzt wurde. Ein Verstoß, der nicht in diesem Katalog steht, bringt deshalb auch bei 60 Euro oder mehr keinen Punkt. Das Handy am Steuer steht dagegen drin und kostet 100 Euro plus einen Punkt.

Punkte entstehen außerdem erst mit der Rechtskraft. Solange ihr gegen einen Bußgeldbescheid Einspruch eingelegt habt und das Verfahren läuft, steht nichts im Register. Gezählt wird der Punkt dann aber rückwirkend zum Tag der Tat, dazu mehr im Abschnitt zum Bußgeldbescheid.

Welche Verstöße bringen die meisten Punkte?

Zu schnelles Fahren ist der mit Abstand häufigste Grund für einen Eintrag: 2.484.798 der 4.207.000 Eintragungen des Jahres 2025 waren Geschwindigkeitsverstöße, nach unserer Berechnung 59,1 Prozent. Dahinter folgen laut derselben KBA-Tabelle 384.564 Handyverstöße (9,1 Prozent) und 322.694 Rotlichtverstöße (7,7 Prozent).

Beim Tempo beginnt die Bepunktung für Pkw und Motorräder laut Punktekatalog des KBA erst ab 21 km/h zu viel. Innerorts wird es ab 31 km/h teuer, weil es dann zwei Punkte und ein Fahrverbot gibt:

Zu schnell innerorts Regelsatz Punkte
21 bis 25 km/h 115 Euro 1
26 bis 30 km/h 180 Euro 1
31 bis 40 km/h 260 Euro 2
41 bis 50 km/h 400 Euro 2
über 70 km/h 800 Euro 2

Stand 03.11.2026. Quelle: KBA-Punktekatalog „Geschwindigkeiten – Pkw, Motorrad“. Ab 31 km/h innerorts kommt regelmäßig ein Fahrverbot dazu; außerorts liegen die Regelsätze niedriger, dort gibt es zwei Punkte erst ab 41 km/h.

Wie viel Toleranz bei einer Messung abgezogen wird und warum Warngeräte selbst einen Punkt kosten, steht in unserem Ratgeber zum Blitzerwarner.

Wie viele Punkte darf man in Flensburg haben?

Bis sieben Punkte behaltet ihr euren Führerschein, ab acht Punkten muss die Fahrerlaubnisbehörde ihn nach § 4 Absatz 5 StVG entziehen. Davor gibt es zwei Warnstufen: Bei vier oder fünf Punkten schreibt euch die Behörde eine Ermahnung, bei sechs oder sieben Punkten eine Verwarnung.

Punktestand Maßnahme Folge
1 bis 3 Punkte Vormerkung keine Post von der Behörde
4 oder 5 Punkte schriftliche Ermahnung Seminar zieht 1 Punkt ab
6 oder 7 Punkte schriftliche Verwarnung Seminar ohne Punktabzug
ab 8 Punkten Entzug der Fahrerlaubnis Neuerteilung frühestens nach 6 Monaten

Stand 03.11.2026. Quelle: § 4 Absätze 4, 5, 7 und 10 Straßenverkehrsgesetz. Zuständig für Ermahnung, Verwarnung und Entzug ist die Fahrerlaubnisbehörde eures Wohnorts, das KBA meldet ihr nur den Punktestand.

Die Ermahnung und die Verwarnung enthalten laut Gesetz den Hinweis, dass ihr freiwillig ein Fahreignungsseminar besuchen könnt. In der Verwarnung steht zusätzlich, dass dieses Seminar euch keinen Punkt mehr abzieht und dass bei acht Punkten die Fahrerlaubnis entzogen wird. Gegen den Entzug könnt ihr zwar Widerspruch einlegen und klagen, beides hat nach § 4 Absatz 9 StVG aber keine aufschiebende Wirkung: Der Führerschein ist erst einmal weg.

Was passiert bei 8 Punkten in Flensburg?

Mit acht Punkten gilt ihr nach dem Gesetz als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen, die Fahrerlaubnis wird entzogen. Eine neue bekommt ihr nach § 4 Absatz 10 StVG frühestens sechs Monate nach dem Entzug, und in der Regel ordnet die Behörde vorher ein Gutachten einer Begutachtungsstelle für Fahreignung an, also eine MPU. Was Prüfungen und Behördengebühren beim Neuerwerb kosten, zeigt unser Ratgeber zu den Führerschein-Kosten.

Kann man direkt auf 8 Punkte springen?

Nicht ohne Vorwarnung. § 4 Absatz 6 StVG schreibt vor, dass die Behörde keine Stufe überspringen darf. Kommt jemand mit fünf Punkten durch einen schweren Verstoß auf acht, ohne vorher verwarnt worden zu sein, wird er zuerst verwarnt, und sein Punktestand sinkt mit dem Tag der Verwarnung auf sieben. Das gilt entsprechend für die Ermahnung: Wer ohne Ermahnung über fünf Punkte kommt, wird ermahnt und auf fünf Punkte gesetzt. Erst der nächste Verstoß führt dann zur nächsten Stufe.

Wann verfallen Punkte in Flensburg?

Sanduhr auf einem Kalender neben Autoschlüssel und Briefumschlag

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Ein Punkt verfällt nach zwei Jahren und sechs Monaten, zwei Punkte nach fünf Jahren und drei Punkte nach zehn Jahren. So regelt es § 29 Absatz 1 StVG. Laut § 29 StVG gelten zweieinhalb Jahre auch für Ordnungswidrigkeiten ohne Punkt, bei denen nur ein Fahrverbot verhängt wurde, und fünf Jahre für Straftaten ohne Führerscheinentzug.

Wichtig ist der Startpunkt der Frist. Bei Bußgeldbescheiden beginnt sie nach § 29 Absatz 4 StVG mit dem Tag der Rechtskraft, nicht mit dem Tag, an dem ihr geblitzt wurdet. Wer im März 2026 zu schnell war und dessen Bescheid im Juni 2026 rechtskräftig wurde, rechnet die zweieinhalb Jahre ab Juni. Bei einem Fahreignungsseminar läuft die Frist ab dem Ausstellungsdatum der Teilnahmebescheinigung.

Was bedeutet die Überliegefrist?

Nach Ablauf der Tilgungsfrist ist der Punkt noch nicht sofort gelöscht. § 29 Absatz 6 StVG hängt eine Überliegefrist von einem Jahr an. In diesem Jahr zählt der Punkt für euren normalen Punktestand nicht mehr, die Behörde darf ihn aber noch berücksichtigen, wenn ihr in der Zeit vor Ablauf der Frist einen neuen Verstoß begangen habt, der erst später rechtskräftig wird. Ein einzelner Punkt steht damit insgesamt dreieinhalb Jahre ab Rechtskraft im Register.

Deshalb kann eure Auskunft vom KBA noch Einträge zeigen, die nach eurer eigenen Rechnung schon weg sein müssten. Auskunft an euch selbst ist während der Überliegefrist ausdrücklich erlaubt.

Verlängert ein neuer Punkt die Frist der alten?

Nein. Jede Eintragung hat ihre eigene Tilgungsfrist und läuft unabhängig ab. Der ADAC formuliert es in seinem Ratgeber zum Punkteverfall so: „die Tilgungsfrist wird nicht dadurch verlängert, dass ein weiterer Punkt hinzukommt“ (ADAC, 22.10.2026). Die Ermahnung und die Verwarnung selbst bleiben allerdings gespeichert, bis die letzte Eintragung wegen eines Verstoßes getilgt ist.

Unabhängig davon verjährt die Tat selbst nach eigenen Regeln, bevor überhaupt ein Bescheid kommt. Seit dem 1. Juli 2026 hat die Bußgeldstelle dafür sechs Monate Zeit; die Einzelheiten stehen in unserem Ratgeber zur Verjährung beim Bußgeldbescheid.

Wie baue ich Punkte in Flensburg ab?

Seminarraum einer Fahrschule mit Notizblock und Whiteboard-Skizze einer Kreuzung

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Der einzige legale Weg, einen Punkt vor Ablauf der Tilgungsfrist loszuwerden, ist das Fahreignungsseminar, und es bringt genau einen Punkt. Nach § 4 Absatz 7 StVG gibt es den Abzug nur bei einem Punktestand von eins bis fünf, nur einmal innerhalb von fünf Jahren, und nur wenn ihr die Teilnahmebescheinigung innerhalb von zwei Wochen nach Seminarende bei eurer Fahrerlaubnisbehörde vorlegt.

Maßgeblich ist der Punktestand am Tag, an dem die Bescheinigung ausgestellt wird. Wer mit fünf Punkten ins Seminar geht und während des Seminars durch einen alten Verstoß auf sechs Punkte kommt, bekommt keinen Abzug mehr. Ab sechs Punkten ist das Seminar zwar weiter möglich, zieht laut § 4 StVG aber keinen Punkt mehr ab.

Wie läuft das Fahreignungsseminar ab?

Das Seminar besteht aus zwei Teilen mit zusammen 5,5 Stunden. § 42 der Fahrerlaubnis-Verordnung schreibt eine verkehrspädagogische Teilmaßnahme mit zwei Modulen zu je 90 Minuten bei einem Fahrlehrer mit Seminarerlaubnis vor und eine verkehrspsychologische Teilmaßnahme mit zwei Sitzungen zu je 75 Minuten bei einem Verkehrspsychologen. Das zweite pädagogische Modul darf frühestens eine Woche nach dem ersten beginnen.

Im ersten Modul geht es um eure eigene Fahrerkarriere und um die Verstöße, die euch Punkte gebracht haben, etwa Tempo, Abstand oder Handy. Dazwischen bekommt ihr eine Hausaufgabe zur Selbstbeobachtung. Die pädagogische Teilmaßnahme kann einzeln oder in Gruppen mit bis zu sechs Teilnehmern stattfinden.

Was kostet ein Punkteabbauseminar?

Einen Festpreis legt weder das Gesetz noch das KBA fest, die Anbieter kalkulieren selbst. Der ADAC nennt als Richtwert: „Das Seminar kostet rund 400 Euro und wird von Fahrschulen, TÜV und Dekra angeboten.“ Fragt deshalb zwei oder drei Anbieter in eurer Nähe an, denn Fahrlehrer und Verkehrspsychologe können von verschiedenen Stellen kommen.

Ob sich das lohnt, ist eine Rechenfrage. Wer bei fünf Punkten steht und viel fährt, kauft sich mit rund 400 Euro einen Puffer von einem Punkt vor der Verwarnung. Wer bei zwei Punkten steht, deren Frist in einem halben Jahr abläuft, spart sich das Geld meistens. Einen Rechtsanspruch auf eine bestimmte Prognose gibt euch dabei niemand: Im Zweifel klärt ihr den eigenen Fall mit der Fahrerlaubnisbehörde oder einer Anwaltskanzlei für Verkehrsrecht.

Bußgeldbescheid bekommen: Was bedeutet er für euer Punktekonto?

Ein Bußgeldbescheid über mindestens 60 Euro wegen eines Verstoßes aus dem Punktekatalog bringt Punkte, sobald er rechtskräftig ist, und das ist er zwei Wochen nach Zustellung, wenn ihr keinen Einspruch einlegt. Nach § 4 Absatz 2 StVG ergeben sich die Punkte „mit der Begehung“ der Tat, also rückwirkend zum Tattag, sofern die Tat rechtskräftig geahndet wird.

Für Ermahnung, Verwarnung und Entzug zählt nach § 4 Absatz 5 StVG der Punktestand am Tag des letzten Verstoßes. Wer am Tattag sieben Punkte hatte und einen Monat später einen alten Punkt durch Tilgung verliert, wird trotzdem nach dem Stand vom Tattag behandelt. Spätere Tilgungen bleiben für diese Maßnahme ausdrücklich unberücksichtigt.

Hilft ein Einspruch gegen die Punkte?

Ein Einspruch schiebt die Rechtskraft hinaus, ändert am Tattag als Stichtag aber nichts. Er lohnt sich, wenn die Messung oder der Bescheid fehlerhaft ist, nicht als Mittel, um Zeit für eine Tilgung zu gewinnen. Dazu kommt das Kostenrisiko: Verliert ihr vor dem Amtsgericht, zahlt ihr Gerichtskosten und gegebenenfalls einen Anwalt, die schnell über den rund 400 Euro für ein Fahreignungsseminar liegen. Fristen und Kosten des Einspruchs stehen in unserem Ratgeber zur Verjährung beim Bußgeldbescheid; für Post von Behörden aus dem Urlaubsland gilt eigenes Recht, siehe unseren Ratgeber zu Maut und Bußgeld aus dem Ausland.

Was gilt in der Probezeit?

Für Fahranfänger läuft neben dem Punktesystem eine zweite Regel, beide gelten laut § 4 Absatz 1 StVG nebeneinander. Die Probezeit dauert nach § 2a StVG zwei Jahre ab Erteilung der ersten Fahrerlaubnis. Ordnet die Behörde wegen eines Verstoßes ein Aufbauseminar an, verlängert sich die Probezeit um zwei weitere Jahre. Die Punkte aus demselben Verstoß stehen trotzdem ganz normal im Fahreignungsregister.

Fahreignungsseminar besuchen: Vor- & Nachteile

Vorteile Nachteile
Ein Punkt weniger bei einem Stand von 1 bis 5 Laut ADAC rund 400 Euro aus eigener Tasche
Puffer vor der Verwarnung bei 6 Punkten Ab 6 Punkten kein Punktabzug mehr
Kompakt: 5,5 Stunden in vier Terminen Abzug nur einmal in fünf Jahren
Freiwillig und bundesweit bei Fahrschulen buchbar Bescheinigung muss binnen zwei Wochen zur Behörde

Häufige Fragen zu Punkten in Flensburg

Wie lange dauert die Tilgungsfrist für einen einzelnen Punkt?

Zwei Jahre und sechs Monate ab Rechtskraft des Bußgeldbescheids, so steht es in § 29 Absatz 1 StVG. Danach folgt noch eine Überliegefrist von einem Jahr, in der der Punkt nur noch für Verstöße zählt, die ihr vor Ablauf der Tilgungsfrist begangen habt. Gelöscht ist ein einzelner Punkt also nach dreieinhalb Jahren.

Ist die Teilnahme am Punkteabbauseminar nur einmalig möglich?

Teilnehmen könnt ihr beliebig oft, den Punktabzug gibt es aber nur einmal innerhalb von fünf Jahren. Maßgeblich ist das Ausstellungsdatum der Teilnahmebescheinigung, so regelt es § 4 Absatz 7 StVG. Ein zweites Seminar innerhalb dieser fünf Jahre bringt keinen weiteren Punkt.

Welche Auswirkungen hat ein Bußgeldbescheid auf die Punkteberechnung?

Er zählt erst, wenn er rechtskräftig ist, dann aber rückwirkend zum Tattag. Für Ermahnung, Verwarnung oder Entzug zählt der Punktestand am Tag des letzten Verstoßes, eine spätere Tilgung alter Punkte hilft dabei nicht mehr. Ein Bescheid unter 60 Euro und ohne Fahrverbot bringt keinen Punkt.

Wie erfahre ich meinen aktuellen Punktestand?

Über die Online-Registerauskunft des KBA mit Personalausweis, PIN und AusweisApp, als PDF zum Download. Alternativ per Brief an das Kraftfahrt-Bundesamt in 24932 Flensburg mit Ausweiskopie oder persönlich im Auskunftspavillon in der Fördestraße 16. Alle drei Wege sind kostenlos.

Bekomme ich Post, wenn ich Punkte in Flensburg habe?

Bei einem bis drei Punkten nicht, ihr seid laut § 4 Absatz 4 StVG nur vorgemerkt. Schriftlich meldet sich die Fahrerlaubnisbehörde erst bei vier oder fünf Punkten mit einer Ermahnung. Wer seinen Stand vorher kennen will, muss selbst nachfragen.

Löscht ein neuer Führerschein die alten Punkte?

Ja, wenn die Fahrerlaubnis entzogen oder auf sie verzichtet und danach neu erteilt wurde. Punkte für Entscheidungen, die vor der Neuerteilung rechtskräftig wurden, werden nach § 4 Absatz 3 StVG gelöscht. Das gilt nicht für den Entzug in der Probezeit, die Verlängerung oder Erweiterung einer Fahrerlaubnis. Der reine Umtausch des Führerscheindokuments ist keine Neuerteilung und ändert am Punktestand nichts; wer bis wann tauschen muss, zeigt unser Ratgeber zum Führerschein-Umtausch zeigt.

Wie viele Menschen haben Punkte in Flensburg?

Am 1. Januar 2026 waren laut KBA 10.166.608 Personen im Fahreignungsregister eingetragen, 0,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Davon waren 7.635.153 Männer und 2.484.850 Frauen. Am stärksten wuchs die Gruppe ab 65 Jahren, um 5,4 Prozent auf 1.481.658 Personen.

Fazit: Erst den Punktestand abfragen, dann entscheiden

Wer Post von der Bußgeldstelle bekommt, sollte zuerst wissen, wo er steht, und das kostet beim KBA keinen Cent. Mit Online-Ausweis habt ihr den Stand in wenigen Minuten als PDF, ohne Online-Ausweis dauert es einen Brief lang. Danach ist die Rechnung meistens einfach:

  • 1 bis 3 Punkte: abwarten, ein Punkt ist nach zweieinhalb Jahren plus einem Jahr Überliegefrist weg.
  • 4 oder 5 Punkte: ein Fahreignungsseminar für rund 400 Euro prüfen, solange es noch einen Punkt abzieht.
  • 6 oder 7 Punkte: kein Abzug mehr möglich, jeder weitere Ein-Punkt-Verstoß kann den Führerschein kosten.

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Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

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