Typklassen 2027: FĂŒr welche Autos die Kfz-Versicherung teurer oder gĂŒnstiger wird

Die Typklasse ist eine Einstufung des Automodells in der Kfz-Versicherung: Sie zeigt, wie viele und wie teure SchĂ€den mit einem Modell im Vergleich zu anderen Modellen verursacht werden, und reicht in der Haftpflicht von 10 bis 25. FĂŒr 2027 Ă€ndert sie sich laut der am 30. September 2026 veröffentlichten Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fĂŒr mehr als 12 Millionen Autofahrer: rund 7,4 Millionen werden höher, rund 5,1 Millionen niedriger eingestuft. Wir zeigen, welche Modelle betroffen sind, was eine Klasse beim Beitrag ausmacht und bis wann ihr reagieren könnt. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Typklassen 2027: rund 7,4 Millionen Autofahrer steigen in der Kfz-Haftpflicht auf, rund 5,1 Millionen ab, fĂŒr fast 30 Millionen (71 Prozent) bleibt die Typklasse gleich.
  • Es gibt drei getrennte Skalen: Haftpflicht 10 bis 25, Teilkasko 10 bis 33, Vollkasko 10 bis 34. Grundlage sind die Schadenbilanzen der Jahre 2023 bis 2025 von rund 33.000 Modellen.
  • Laut Verivox verĂ€ndert jede Typklasse den Vollkasko-Beitrag im Schnitt um rund vier Prozent. Der GDV selbst nennt keinen Euro-Betrag.
  • Die Typklasse steht nicht im Fahrzeugschein. Ihr findet sie ĂŒber die SchlĂŒsselnummern HSN und TSN (Felder 2.1 und 2.2) in der kostenlosen Abfrage des GDV.
  • Die Statistik ist fĂŒr Versicherer unverbindlich. FĂŒr laufende VertrĂ€ge wirkt sie frĂŒhestens zur nĂ€chsten HauptfĂ€lligkeit, meist am 1. Januar 2027; regulĂ€rer KĂŒndigungsstichtag ist dann der 30. November.

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Was ist eine Typklasse beim Auto?

Kleiner Stadtwagen und großer GelĂ€ndewagen nebeneinander auf einem Parkdeck

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Eine Typklasse ist die Schadenbilanz eines Automodells, ĂŒbersetzt in eine Zahl: In der Kfz-Haftpflicht gibt es laut GDV 16 Typklassen von 10 bis 25, in der Teilkasko 24 Klassen von 10 bis 33 und in der Vollkasko 25 Klassen von 10 bis 34 (Medieninformation vom 30. September 2026). Je niedriger die Zahl, desto weniger und desto gĂŒnstigere SchĂ€den haben die Fahrer dieses Modells in den vergangenen Jahren verursacht.

Der GDV definiert es in seiner Medieninformation zur Typklassenstatistik so: Die Typklasse sei eine Einstufung, die zeigt, wie viele und wie teure SchĂ€den mit einem Automodell im Vergleich zu anderen Modellen verursacht werden. Entscheidend ist also nicht, wie ihr persönlich fahrt, sondern wie alle Halter desselben Modells zusammen abschneiden. Wer sich fragt, warum die eigene Beitragsrechnung steigt, obwohl das Jahr unfallfrei war, findet hier oft die ErklĂ€rung. Amtlich ist der Wert nicht: Der GDV berechnet ihn einmal im Jahr als Kalkulationshilfe fĂŒr die Versicherer.

Jedes Modell hat drei Typklassen, eine je Versicherungsart, und sie können weit auseinanderliegen. Der VW Polo V 1.4 steht in der GDV-Auswahl fĂŒr 2027 in der Haftpflicht in Klasse 15, in der Vollkasko in Klasse 12 und in der Teilkasko in Klasse 15. Bei einem Toyota Land Cruiser 3.0D sind es 22, 29 und 32.

Wie die Einstufung zustande kommt, erklĂ€rt der Verband in einem kurzen Video auf seinem Kanal „Die Versicherer“:

Typklassen 2027: Was Àndert sich und welche Modelle sind betroffen?

FĂŒr 2027 werden rund 7,4 Millionen Autofahrer in der Kfz-Haftpflicht höher und rund 5,1 Millionen niedriger eingestuft, so die GDV-Statistik vom 30. September 2026. FĂŒr die ĂŒbrigen fast 30 Millionen Ă€ndert sich nichts. GDV-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Jörg Asmussen fasst es in der Medieninformation so zusammen: „FĂŒr die ĂŒbrigen fast 30 Millionen – insgesamt 71 Prozent aller Autofahrerinnen und Autofahrer – Ă€ndert sich in der Einstufung fĂŒr die KFZ-Haftpflichtversicherung nichts“.

Aus den drei Zahlen lĂ€sst sich die Verteilung ableiten: Von zusammen rund 42,5 Millionen erfassten Autofahrern steigen etwa 17 Prozent auf und etwa 12 Prozent ab. Die Schlagzeile, die Versicherung werde 2027 fĂŒr Millionen teurer, stimmt also fĂŒr gut jeden Sechsten; fĂŒr fast jeden Achten geht es in die andere Richtung.

Einstufung Haftpflicht 2027 Autofahrer Anteil
Höhere Typklasse rund 7,4 Millionen rund 17 Prozent
Niedrigere Typklasse rund 5,1 Millionen rund 12 Prozent
UnverÀndert fast 30 Millionen 71 Prozent

Quelle: GDV-Medieninformation vom 30.09.2026. Die Anteile fĂŒr höhere und niedrigere Einstufung sind eigene Rechnung aus den gerundeten GDV-Zahlen (7,4 + 5,1 + rund 30 Millionen), der Wert 71 Prozent stammt vom GDV.

In der Kasko ist die Bewegung etwas grĂ¶ĂŸer: Laut GDV behalten 67 Prozent der Voll- und Teilkaskoversicherten ihre aktuellen Typklassen, ein Drittel wird also umgestuft. Die SprĂŒnge selbst sind meist klein. HĂ€ufig gehe es fĂŒr Automodelle nur ein oder zwei Klassen nach oben oder unten, schreibt der Verband.

Welche Modelle werden 2027 höher eingestuft?

Der GDV veröffentlicht keine vollstĂ€ndige Rangliste, sondern eine Auswahl von je sieben Modellen. In der Tabelle der Aufsteiger stehen unter anderem vier Elektro- und Plug-in-Modelle; die grĂ¶ĂŸte Haftpflicht-Bewegung in dieser Auswahl sind zwei Klassen.

Modell (höher eingestuft) Haftpflicht 2027 Vollkasko 2027
Audi Q4 35 e-tron 18 (+1) 22 (+1)
BMW 330d Touring xDrive 17 (+2) 26 (unverÀndert)
Citroën C4 1.2 18 (+2) 18 (+1)
Mercedes CLA 250 e 17 (+1) 24 (+1)
Renault Megane / Scenic E-Tech Electric 17 (+1) 19 (+1)
SAIC MG ZS EV 21 (+1) 21 (+1)
Ơkoda Rapid 1.2 19 (+2) 14 (unverÀndert)

Quelle: GDV, „Typklassen 2027: Modelle mit höheren Einstufungen als im Vorjahr (Auswahl)“, Stand 30.09.2026, abgerufen am 04.10.2026. In Klammern die VerĂ€nderung zum Vorjahr. Die Einstufung gilt je Motor- und Ausstattungsvariante, nicht fĂŒr die ganze Baureihe.

Welche Modelle werden niedriger eingestuft?

Auf der anderen Seite nennt der GDV sieben Absteiger, darunter den VW T7 Multivan 2.0 TDI, der in der Haftpflicht zwei Klassen gewinnt, und den Mercedes GLC 200 4Matic mit zwei Klassen weniger in der Vollkasko.

Modell (niedriger eingestuft) Haftpflicht 2027 Vollkasko 2027
BMW 316i 19 (−1) 20 (−1)
Mercedes GLC 200 4Matic 18 (−1) 21 (−2)
Mitsubishi ASX 1.8 DI-D 4WD 19 (−1) 19 (−1)
Seat Toledo 1.2 19 (−1) 14 (−1)
Ơkoda Fabia 1.2 16 (−1) 10 (−1)
Volvo XC60 T8 Hybrid AWD 15 (−1) 20 (−1)
VW T7 Multivan 2.0 TDI 12 (−2) 21 (−1)

Quelle: GDV, „Typklassen 2027: Modelle mit niedrigeren Einstufungen als im Vorjahr (Auswahl)“, Stand 30.09.2026, abgerufen am 04.10.2026.

Wie berechnet der GDV die Typklasse eines Autos?

StoßfĂ€nger und Scheinwerfer auf einer Werkbank, im Hintergrund ein Auto auf der HebebĂŒhne

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Der GDV wertet einmal im Jahr die SchĂ€den und Reparaturkosten der letzten drei Jahre je Modell aus; die Statistik fĂŒr 2027 umfasst die Schadenbilanzen der Jahre 2023 bis 2025 von rund 33.000 Modellen. Wurden mit einem Fahrzeugtyp vergleichsweise weniger SchĂ€den gemeldet und entschĂ€digt als zuvor, rutscht er in eine niedrigere Klasse, bei mehr und teureren SchĂ€den in eine höhere. So beschreibt es der Verband in seinem Beitrag „Typklassen kurz erklĂ€rt“.

Welche SchÀden zÀhlen, hÀngt von der Versicherungsart ab:

  • Haftpflicht: Versicherungsleistungen fĂŒr geschĂ€digte Dritte nach VerkehrsunfĂ€llen, vom Parkrempler bis zum schweren Unfall.
  • Teilkasko: nur Teilkasko-SchĂ€den, also unter anderem AutodiebstĂ€hle, GlasschĂ€den, WildunfĂ€lle und SchĂ€den durch Naturereignisse.
  • Vollkasko: SchĂ€den am eigenen Auto nach selbstverschuldeten UnfĂ€llen und zusĂ€tzlich die Teilkasko-SchĂ€den.

In der Kasko spielen deshalb auch Wiederbeschaffungswert, Reparaturkosten und Ersatzteilpreise eine Rolle. Kleinwagen wie Fiat Panda, Renault Twingo und VW Polo, die gĂŒnstig zu reparieren sind, haben laut GDV oft niedrige Kasko-Typklassen; bei GelĂ€ndewagen, Sportwagen und Oberklassemodellen fallen die Kosten hĂ€ufig höher aus. Asmussen nennt dazu eine Faustregel: Je teurer ein Auto und dessen Ersatzteile sind, desto höher fĂ€llt meist die Kasko-Typklasse aus.

Die Auswahl der hoch eingestuften Modelle bestÀtigt das. Der Porsche Panamera 4 E-Hybrid 2.9 und der Maserati Ghibli beziehungsweise Quattroporte Diesel stehen 2027 in Vollkasko-Klasse 30, der Land Rover Range Rover 3.0 TD in Klasse 29, der Toyota Land Cruiser 3.0D in Teilkasko-Klasse 32. Am unteren Ende stehen der Renault Twingo 1.2 und der Smart Fortwo Coupé Electric Drive mit Vollkasko-Klasse 10.

Warum Àndert sich meine Typklasse jÀhrlich?

Weil das Dreijahresfenster jedes Jahr um ein Jahr weiterrĂŒckt und ein Schadenjahr herausfĂ€llt, wĂ€hrend ein neues hinzukommt. Eingestuft wird außerdem jede Variante einzeln, weshalb zwei Motorisierungen derselben Baureihe in entgegengesetzte Richtungen laufen können.

Wie werden neue Modelle und Assistenzsysteme eingestuft?

FĂŒr ein neues Modell gibt es noch keine Schadenbilanz. Laut der FAQ zur Typklassenabfrage des GDV wird dann unter anderem die Schadenerwartung vergleichbarer Fahrzeuge herangezogen; in der Vollkasko fließen zusĂ€tzlich Informationen aus einem Crashtest ein, mit dem der Reparaturaufwand fĂŒr einen durchschnittlichen Unfall im Stadtverkehr ermittelt wird. Assistenzsysteme wie ein Notbremsassistent wirken nur mittelbar: Sie werden nicht als Ausstattung belohnt, sondern erst dann, wenn mit dem Modell tatsĂ€chlich weniger oder geringere SchĂ€den entstehen.

Wie wirken sich Typklassen auf meinen Beitrag aus?

AutoschlĂŒssel, grauer Schnellhefter und ein kleines Modellauto auf einem Schreibtisch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Im Schnitt verĂ€ndert jede Typklasse den Beitrag fĂŒr die Vollkaskoversicherung um rund vier Prozent, so der Kfz-Versicherungsindex von Verivox (Stand: 30. September 2026). Der GDV selbst nennt bewusst keine Zahl und schreibt: „Eine Aussage ĂŒber den Kfz-Versicherungsbeitrag lĂ€sst sich allein durch eine VerĂ€nderung bei der Typklasse nicht treffen.“ Der Verivox-Wert ist ein Durchschnitt ĂŒber viele Tarife und bezieht sich auf die Vollkasko einschließlich Haftpflicht; einzelne Versicherer gewichten die Klassen anders.

Die Verivox-Auswertung zu den Typklassen 2027 zeigt, wie groß der Effekt bei den Ausreißern wird. Der Jeep Wrangler 2.0 steigt in der Vollkasko um sechs Klassen, der Beitrag damit im Schnitt um 25 Prozent. Der Jeep Wrangler 3.6 sinkt um sechs Klassen und wird durchschnittlich 19 Prozent gĂŒnstiger. Weitere Beispiele aus derselben Auswertung:

  • Mini Cooper C 1.5: Vollkasko fĂŒnf Klassen, Haftpflicht zwei Klassen niedriger / Beitrag im Schnitt 21 Prozent gĂŒnstiger.
  • BMW 330 Ci: Haftpflicht vier Klassen, Vollkasko eine Klasse niedriger / 15 Prozent gĂŒnstiger.

Was der Durchschnittswert fĂŒr die typischen kleinen SprĂŒnge bedeutet, lĂ€sst sich ĂŒberschlagen. Wir rechnen dafĂŒr nicht mit einem Marktpreis, sondern mit einer runden BezugsgrĂ¶ĂŸe von 1.000 Euro Jahresbeitrag, die ihr auf eure eigene Rechnung umlegen könnt.

Typklassen-Sprung Vollkasko BeitragsÀnderung je 1.000 Euro Jahresbeitrag
eine Klasse höher rund +4 Prozent rund +40 Euro
zwei Klassen höher rund +8 Prozent rund +82 Euro
sechs Klassen höher rund +27 Prozent rund +265 Euro

Eigene Überschlagsrechnung von MonsterDealz mit dem Verivox-Durchschnitt von vier Prozent je Typklasse, aufeinander aufbauend gerechnet (1,04 hoch Zahl der Klassen). Die 1.000 Euro sind eine RechengrĂ¶ĂŸe, kein Durchschnittsbeitrag. Verivox selbst weist fĂŒr sechs Klassen beim Jeep Wrangler 2.0 im Schnitt 25 Prozent aus; der tatsĂ€chliche Wert hĂ€ngt vom Tarif ab.

Eine höhere Typklasse heißt außerdem nicht automatisch eine höhere Rechnung. Wer 2026 unfallfrei geblieben ist, rĂŒckt in der Schadenfreiheitsklasse auf, und dieser Rabatt kann den Typklassen-Effekt ĂŒberdecken. Umgekehrt nennt der GDV die Reparaturkosten, die seit Jahren stĂ€rker steigen als die allgemeine Inflation, als eigenen Treiber der PrĂ€mien. Die Differenz zwischen gĂŒnstigen Tarifen und Angeboten aus dem mittleren Preissegment beziffert Verivox aktuell auf 33 Prozent.

Was ist der Unterschied zwischen Typklasse und Regionalklasse?

Die Typklasse bewertet das Automodell, die Regionalklasse den Zulassungsbezirk des Halters, und die Schadenfreiheitsklasse bewertet euch selbst. Der GDV fĂŒhrt in seiner Übersicht „So setzt sich der Versicherungsbeitrag fĂŒr einen Pkw zusammen“ (Stand: 9. September 2026) mindestens neun Risikomerkmale auf, die Typklasse steht dort an zweiter Stelle.

  • Typklasse: Bezug Fahrzeugmodell / Skala Haftpflicht 10 bis 25 / jĂ€hrlich neu, fĂŒr 2027 seit 30. September 2026 / von euch nur ĂŒber die Modellwahl beeinflussbar.
  • Regionalklasse: Bezug Wohnsitz des Halters / Skala Haftpflicht 1 bis 12 / jĂ€hrlich neu, fĂŒr 2027 seit 9. September 2026 / nur ĂŒber einen Umzug beeinflussbar.
  • Schadenfreiheitsklasse: Bezug eigener Vertrag / steigt mit jedem unfallfreien Jahr um eine Klasse / direkt durch das eigene Fahren beeinflussbar.

Bei den Regionalklassen zĂ€hlt laut GDV nicht, wo ein Unfall passiert, sondern in welchem der 413 Zulassungsbezirke der Halter wohnt. FĂŒr 2027 Ă€ndern sie sich fĂŒr fast zehn Millionen Autofahrer; welche Bezirke auf- und absteigen, steht in unserem eigenen Ratgeber zu den Regionalklassen 2027.

Die Schadenfreiheitsklasse ist das einzige der drei Merkmale, das an eurem eigenen Verhalten hĂ€ngt. Wie sie sich nach einem Schaden zurĂŒckstuft und wie sie sich ĂŒbertragen lĂ€sst, erklĂ€ren wir im Beitrag zur Schadenfreiheitsklasse.

Wie finde ich die Typklasse meines Autos heraus?

GrĂŒne DokumentenhĂŒlle und AutoschlĂŒssel in der Mittelkonsole eines Autos

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Am schnellsten ĂŒber die kostenlose Typklassenabfrage des GDV, in der rund 33.000 Modelle mit ihren Werten fĂŒr 2027 hinterlegt sind (Stand: 30. September 2026). Die Abfrage liefert alle drei Typklassen fĂŒr Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko und zeigt mit einer Farbskala von GrĂŒn bis Rot, ob das Modell niedrig oder hoch eingestuft ist.

Es gibt zwei Wege. Der erste fĂŒhrt ĂŒber Marke, Modell, Baujahr, Leistung und Kraftstoff und eignet sich, wenn ihr mehrere Autos vergleichen wollt. Der zweite ist genauer: die Eingabe von HSN und TSN, also der HerstellerschlĂŒsselnummer und der TypschlĂŒsselnummer. Beide Nummern vergibt das Kraftfahrt-Bundesamt, und nur ihre Kombination identifiziert einen Fahrzeugtyp eindeutig.

Laut ADAC stehen HSN und TSN in der Zulassungsbescheinigung Teil I, dem frĂŒheren Fahrzeugschein, in den Feldern 2.1 und 2.2. Die HSN besteht aus vier Ziffern, bei der TSN zĂ€hlen die ersten drei Zeichen des Feldes 2.2. Bei Fahrzeugen, die vor 2005 zugelassen wurden, steht die HSN in Feld 2 und die TSN in Feld 3. Im Fahrzeugbrief, der Zulassungsbescheinigung Teil II, sind beide Nummern ebenfalls vermerkt.

Ein Beispiel aus den GDV-Tabellen: Der VW Polo V 1.4 trĂ€gt die SchlĂŒsselnummer 0603-APO, also HSN 0603 fĂŒr Volkswagen und TSN APO fĂŒr genau diese Variante. Bei Elektroautos nutzt die Abfrage die 30-Minuten-Leistung aus den Zulassungsdokumenten, nicht die höhere Systemleistung aus dem Prospekt.

Typklasse vor dem Autokauf prĂŒfen

Die Abfrage lohnt sich vor allem, bevor ihr unterschreibt. Zwei Motorvarianten desselben Modells können mehrere Klassen auseinanderliegen, und dieser Unterschied lĂ€uft ĂŒber die gesamte Haltedauer mit. Drei Schritte reichen:

  • SchlĂŒsselnummer besorgen: Beim Gebrauchten HSN und TSN aus dem Inserat oder vom VerkĂ€ufer erfragen, beim Neuwagen ĂŒber Marke und Modell suchen.
  • Alle drei Klassen ansehen: Wer Vollkasko braucht, etwa bei Leasing oder Finanzierung, achtet auf die Vollkasko-Klasse, nicht nur auf die Haftpflicht.
  • Varianten vergleichen: Den nĂ€chstkleineren oder nĂ€chstgrĂ¶ĂŸeren Motor gegenprĂŒfen und erst dann Angebote fĂŒr die Versicherung einholen.

Was beim Kauf eines Gebrauchten sonst noch in die Rechnung gehört, vom HU-Bericht bis zu den ZulassungsgebĂŒhren, steht in unserem Ratgeber zum Gebrauchtwagen kaufen.

Ab wann gelten die Typklassen 2027 und wann dĂŒrft ihr kĂŒndigen?

Die neue Statistik kann laut GDV ab sofort fĂŒr NeuvertrĂ€ge und fĂŒr bestehende VertrĂ€ge zur HauptfĂ€lligkeit angewendet werden, und das ist in der Regel der 1. Januar des folgenden Jahres, also der 1. Januar 2027. Wer einen laufenden Vertrag hat, sieht die Wirkung erst auf der Beitragsrechnung fĂŒr das neue Versicherungsjahr.

Der Verband betont dabei, dass die Statistik fĂŒr die Kfz-Versicherer unverbindlich ist. Ein Versicherer darf sie ĂŒbernehmen, abwandeln oder durch ein eigenes Modell ersetzen. Die Typklasse aus der GDV-Abfrage muss deshalb nicht mit der Zahl in eurem Versicherungsschein ĂŒbereinstimmen.

FĂŒr den Wechsel gelten zwei Fristen. Die regulĂ€re: Zum Jahresende können die meisten Autobesitzer kĂŒndigen, und das Schreiben muss nach Angaben der Verbraucherzentrale bis zum 30. November beim Versicherer sein. LĂ€uft euer Versicherungsjahr abweichend vom Kalenderjahr, verschiebt sich der Stichtag entsprechend.

Die zweite Frist ist das SonderkĂŒndigungsrecht bei Beitragserhöhung. § 40 Absatz 1 des Versicherungsvertragsgesetzes regelt: Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die PrĂ€mie, ohne dass sich der Umfang des Versicherungsschutzes entsprechend Ă€ndert, kann der Versicherungsnehmer „innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung des Versicherers mit sofortiger Wirkung, frĂŒhestens jedoch zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung, kĂŒndigen“. Der Versicherer muss in der Mitteilung auf dieses Recht hinweisen, und sie muss spĂ€testens einen Monat vor dem Wirksamwerden der Erhöhung zugehen.

Die Frist betrĂ€gt also einen Monat ab Zugang, nicht pauschal vier Wochen ab Rechnungsdatum. Kommt die Rechnung mit dem höheren Beitrag erst Ende November oder im Dezember, könnt ihr laut Verbraucherzentrale auch nach dem 30. November noch kĂŒndigen. Welche weiteren AnlĂ€sse eine vorzeitige KĂŒndigung erlauben, steht im Beitrag zum SonderkĂŒndigungsrecht in der Kfz-Versicherung; wie ihr Angebote vergleicht und den Wechsel ohne LĂŒcke im Haftpflichtschutz abwickelt, erklĂ€rt unser Ratgeber Kfz-Versicherung wechseln.

Typklassen: Vor- & Nachteile im Überblick

Vorteile Nachteile
Jeder kann die Typklasse seines Modells kostenlos und ohne Anmeldung abfragen Die Statistik ist unverbindlich, der eigene Versicherer kann anders einstufen
Modelle mit wenigen und gĂŒnstigen SchĂ€den werden mit niedrigen Klassen belohnt Ihr zahlt fĂŒr das Schadenverhalten aller Fahrer des Modells mit, auch wenn ihr unfallfrei seid
Vor dem Autokauf lassen sich Varianten nach Versicherungskosten vergleichen Nach dem Kauf lĂ€sst sich die Typklasse nicht mehr beeinflussen, sie Ă€ndert sich jedes Jahr von außen
FĂŒr 71 Prozent der Autofahrer bleibt die Haftpflicht-Typklasse 2027 unverĂ€ndert Der GDV nennt keinen Euro-Betrag je Klasse, die Wirkung zeigt erst die Beitragsrechnung

HĂ€ufige Fragen zur Typklasse

Warum kann sich die Typklasse meines Autos Àndern, obwohl ich keinen Unfall hatte?

Weil die Typklasse nicht euer Verhalten misst, sondern die Schadenbilanz aller in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge eures Modells ĂŒber drei Jahre. Verursachen andere Halter desselben Typs mehr oder teurere SchĂ€den, oder steigen die Reparaturkosten fĂŒr dieses Modell, steigt die Klasse auch fĂŒr euch. Euer eigenes unfallfreies Fahren wird ĂŒber die Schadenfreiheitsklasse belohnt.

Wo finde ich die Typklasse in meinem Fahrzeugschein?

Gar nicht. In der Zulassungsbescheinigung Teil I stehen nur die SchlĂŒsselnummern, mit denen ihr die Typklasse abfragt: die HSN in Feld 2.1 und die TSN in Feld 2.2. Die Typklasse, die euer Versicherer tatsĂ€chlich verwendet, steht im Versicherungsschein oder in der Beitragsrechnung.

Wie beeinflusst die Schadenfreiheitsklasse die Typklasse?

Überhaupt nicht, beide Merkmale sind unabhĂ€ngig voneinander. Die Schadenfreiheitsklasse hĂ€ngt an eurem Vertrag und verbessert sich laut GDV mit jedem unfallfreien Jahr um eine Klasse. Die Typklasse hĂ€ngt am Modell. Auf der Rechnung wirken beide zusammen, weshalb ein Aufstieg in der Typklasse durch eine bessere Schadenfreiheitsklasse verdeckt werden kann.

Welche Autos haben Typklasse 10?

Klasse 10 ist in allen drei Sparten die niedrigste Einstufung. In der GDV-Auswahl fĂŒr 2027 erreichen sie in der Vollkasko der Renault Twingo 1.2, der Smart Fortwo CoupĂ© Electric Drive und der Ć koda Fabia 1.2. In der Haftpflicht liegt das am niedrigsten eingestufte Modell dieser Auswahl, der Smart, bei Klasse 11. Eine vollstĂ€ndige Liste veröffentlicht der GDV nicht, einzelne Modelle zeigt die Typklassenabfrage.

Muss mein Versicherer die neue Typklasse ĂŒbernehmen?

Nein. Der GDV bezeichnet seine Typklassenstatistik ausdrĂŒcklich als unverbindlich. Sie soll den Versicherern die risikogerechte Kalkulation erleichtern, jeder Anbieter entscheidet aber selbst ĂŒber seine Tarife. Deshalb können zwei Versicherer dasselbe Modell unterschiedlich bepreisen, und genau das macht den Vergleich vor dem 30. November sinnvoll.

Habe ich ein SonderkĂŒndigungsrecht, wenn meine Typklasse steigt?

Nicht wegen der Typklasse an sich, sondern wegen der Beitragserhöhung, die daraus folgt. Erhöht der Versicherer die PrĂ€mie auf Grund einer Anpassungsklausel bei gleichem Versicherungsschutz, könnt ihr nach § 40 des Versicherungsvertragsgesetzes innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung kĂŒndigen. Steigt die Typklasse, ohne dass der Beitrag steigt, bleibt nur die regulĂ€re KĂŒndigung zum Ende des Versicherungsjahres.

Fazit: Typklasse abfragen, Rechnung abwarten, bis 30. November entscheiden

Die neue Statistik bewegt mehr als 12 Millionen Autofahrer, aber meist nur um ein oder zwei Klassen: 7,4 Millionen steigen in der Haftpflicht auf, 5,1 Millionen ab, 71 Prozent bleiben, wo sie sind. Nach dem Verivox-Durchschnitt von rund vier Prozent je Vollkasko-Klasse geht es bei einem Sprung um eine Klasse um etwa 40 Euro je 1.000 Euro Jahresbeitrag.

Die Reihenfolge fĂŒr die nĂ€chsten Wochen: SchlĂŒsselnummern aus Feld 2.1 und 2.2 heraussuchen, die Typklasse 2027 in der GDV-Abfrage prĂŒfen, die Beitragsrechnung fĂŒr 2027 mit der des Vorjahres vergleichen und bei einer Erhöhung Angebote einholen. RegulĂ€r muss die KĂŒndigung bis zum 30. November beim Versicherer sein, bei einer Beitragserhöhung habt ihr einen Monat ab Zugang der Mitteilung. Und wer gerade ein Auto sucht, prĂŒft die Typklasse der konkreten Variante, bevor er den Kaufvertrag unterschreibt.

MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die tĂ€glich geprĂŒfte SchnĂ€ppchen kuratiert und aktive Mitglieder ĂŒber das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt; im Magazin stehen derzeit 1.422 veröffentlichte Ratgeber, darunter eine ganze Reihe rund um Auto, Versicherung und Wechselfristen. Weitere Ratgeber und die aktuellen Angebote des Tages findet ihr auf der MonsterDealz-Startseite.

Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und GrĂŒnder von MonsterDealz.de. Seit ĂŒber 17 Jahren spĂŒre ich tĂ€glich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „SchnĂ€ppchen richtig jagen: Der Insider-Guide fĂŒr smarte Online-KĂ€ufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr ĂŒber mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder ĂŒber die Kontaktseite.

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