TÜV ĂŒberzogen 2026: Bußgeld, NachprĂŒfung und was wirklich passiert

Eine Karenzzeit fĂŒr die Hauptuntersuchung gibt es nicht: Die Frist endet mit Ablauf des Monats, der oben auf der PrĂŒfplakette steht — ab dem dritten Monat kostet die Überziehung 15 Euro. Teurer wird es danach in zwei Stufen, und ab mehr als zwei Monaten kommt eine kostenpflichtige ErgĂ€nzungsuntersuchung obendrauf. Was beim Bußgeld, bei der PrĂŒfstelle und bei der Versicherung wirklich passiert, steht hier — Stand: September 2026.

Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Keine Toleranz: Die Frist endet mit Ablauf des Monats auf der Plakette, nicht spĂ€ter
  • Bußgeld-Staffel beim Pkw: ab mehr als zwei Monaten 15 Euro, vier bis acht Monate 25 Euro, ĂŒber acht Monate 60 Euro plus Punkt
  • Ab mehr als zwei Monaten ist die PrĂŒfstelle zur ErgĂ€nzungsuntersuchung verpflichtet — rund 20 Prozent Aufschlag
  • Der Versicherungsschutz erlischt durch eine abgelaufene HU nicht automatisch

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Wie lange darf man den TÜV ĂŒberziehen?

Gar nicht — es gibt keine gesetzliche Karenzzeit, und ab dem dritten Monat nach Fristablauf werden laut ADAC 15 Euro Verwarnungsgeld fĂ€llig (Stand: September 2026). Die Hauptuntersuchung ist die gesetzlich vorgeschriebene technische PrĂŒfung eines Fahrzeugs nach § 29 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung; „TÜV“ ist nur der Alltagsname dafĂŒr, denn DEKRA, GTÜ und KÜS dĂŒrfen sie genauso durchfĂŒhren.

Der Irrtum, den fast alle mit sich herumtragen, lautet: „ein, zwei Monate sind erlaubt“. Das stimmt nicht. Richtig ist nur, dass in den ersten beiden Monaten kein Verwarnungsgeld vorgesehen ist — verspĂ€tet seid ihr trotzdem ab dem ersten Tag des Folgemonats.

In Anlage VIII der StVZO steht der Satz, um den es geht, unter Nummer 2.3: „Sie endet mit Ablauf des durch die PrĂŒfplakette nachgewiesenen Monats und Jahres.“ Kein Zusatz, keine Nachfrist, keine Kulanzregel. Was danach folgt, ist keine Toleranz, sondern eine Staffel von Folgen.

FĂŒr diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die Fristenregeln der StVZO samt Anlagen VIII und VIIIa im Wortlaut ausgewertet und mit der aktuellen Bußgeldstaffel abgeglichen — genau da laufen die meisten Ratgeber auseinander.

Was steht auf der TÜV-Plakette — und wann endet die Frist genau?

HU-Plakette wird auf das hintere Kennzeichen geklebt - TÜV ĂŒberziehen Frist

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die Plakette nennt drei Angaben: die Zahl ganz oben ist der Monat, die zweistellige Zahl in der Mitte das Jahr, und die Farbe wiederholt sich in einem Zyklus von sechs Jahren — 2026 fĂ€llige Fahrzeuge tragen laut ADAC eine blaue Plakette (Stand: Januar 2026). Der schwarze Balken am Rand zeigt denselben Monat wie ein Zeiger auf dem Ziffernblatt an, damit man ihn aus einigen Metern Entfernung erkennt.

Entscheidend fĂŒr die Frist ist der Monat, nicht der Tag. Steht oben eine 9 und in der Mitte 26, dann habt ihr bis zum 30. September 2026 Zeit — am 1. Oktober seid ihr ĂŒberzogen, egal an welchem Tag im September die letzte PrĂŒfung stattfand.

Die Farbreihenfolge ist fest: Auf Blau folgen Gelb, Braun, Rosa, GrĂŒn und Orange. Wer heute noch eine orangefarbene Plakette am Auto hat, ist seit 2025 fĂ€llig — das ist die Farbe, an der Polizei und Ordnungsamt eine deutliche Überziehung ohne Hinsehen erkennen. Eine genaue Anleitung zum Ablesen liefert der ADAC in seinem Plaketten-Ratgeber.

TÜV ĂŒberziehen: Welche Strafe gilt 2026?

Verkehrskontrolle am Strassenrand - Bussgeld bei ĂŒberzogenem TÜV

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Beim Pkw gilt eine dreistufige Staffel: mehr als zwei Monate kosten 15 Euro, vier bis acht Monate 25 Euro und mehr als acht Monate 60 Euro plus einen Punkt in Flensburg (ADAC, Stand: September 2026). Bis einschließlich zwei Monate ist im Katalog kein Betrag vorgesehen.

Zwei Details werden dabei oft falsch wiedergegeben. Erstens ist der Punkt erst ab mehr als acht Monaten dabei, nicht schon ab vier. Zweitens sind 15 und 25 Euro Verwarnungsgelder — erst die 60 Euro sind ein Bußgeld mit Eintrag im Fahreignungsregister.

Überziehung Betrag Punkt
bis 2 Monate kein Betrag nein
mehr als 2 Monate 15 € nein
4 bis 8 Monate 25 € nein
mehr als 8 Monate 60 € ja

Staffel fĂŒr Pkw, MotorrĂ€der und leichte AnhĂ€nger nach Angaben des ADAC, Stand September 2026. Kein Betrag heißt: Der Katalog sieht in den ersten beiden Monaten kein Verwarnungsgeld vor — verspĂ€tet ist das Fahrzeug trotzdem. FĂŒr Nutzfahrzeuge mit SicherheitsprĂŒfung gilt eine eigene, schĂ€rfere Staffel.

FĂ€llig wird der Betrag nur, wenn jemand hinsieht — typischerweise bei einer Verkehrskontrolle. Die Plakette ist dafĂŒr allerdings ein besonders bequemes Beweismittel: Sie sitzt gut sichtbar auf dem hinteren Kennzeichen und verrĂ€t Monat, Jahr und Farbe auf einen Blick.

Wann gibt es Punkte fĂŒr die TÜV-Überziehung?

Beim Pkw erst ab einer Überziehung von mehr als acht Monaten — dann sind es 60 Euro und ein Punkt in Flensburg (ADAC, Stand: September 2026). Alles darunter bleibt ein Verwarnungsgeld ohne Eintrag.

Anders liegt der Fall bei Nutzfahrzeugen, fĂŒr die eine SicherheitsprĂŒfung vorgeschrieben ist: Dort greift der Punkt bereits ab mehr als vier Monaten, und ab mehr als acht Monaten steigt der Betrag auf 75 Euro. Wer einen schweren AnhĂ€nger oder ein Fahrzeug ĂŒber 7,5 Tonnen bewegt, hat also deutlich weniger Spielraum als ein Pkw-Halter.

Ein Punkt allein hat fĂŒr die meisten keine unmittelbare Folge. Unangenehm wird er, wenn er auf ein bereits belastetes Konto trifft — deshalb ist der Sprung von acht auf neun Monate die eigentliche Schwelle in dieser Staffel, nicht der Sprung von 15 auf 25 Euro.

Was ist die ErgĂ€nzungsuntersuchung — und was kostet sie?

PrĂŒfingenieur unter dem Auto auf der HebebĂŒhne - ErgĂ€nzungsuntersuchung bei ĂŒberzogener HU

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die ErgĂ€nzungsuntersuchung ist eine vertiefte PrĂŒfung, zu der die PrĂŒforganisation ab einer Überziehung von mehr als zwei Monaten verpflichtet ist — laut ADAC werden dafĂŒr 20 Prozent extra berechnet (Stand: September 2026). Bei einer Hauptuntersuchung im ĂŒblichen Preisbereich ist das mehr als jedes Verwarnungsgeld dieser Staffel.

Die Rechtsgrundlage steht nicht im Bußgeldkatalog, sondern in Anlage VIIIa der StVZO, Nummer 2.2. Dort heißt es: „Dabei sind die unter den Nummern 6.1 bis 6.10 jeweils zu treffenden ErgĂ€nzungsuntersuchungen dann zu erweitern, wenn dies zur Feststellung der Verkehrssicherheit, UmweltvertrĂ€glichkeit und VorschriftsmĂ€ĂŸigkeit des Fahrzeugs erforderlich ist, sowie bei Überschreitungen des VorfĂŒhrtermins zur HU um mehr als zwei Monate.“

Praktisch heißt das: Der PrĂŒfer schaut nicht nur, ob ein Bauteil auffĂ€llig ist, sondern misst und prĂŒft in mehreren Punkten tiefer. Das kostet Zeit, und Zeit ist bei einer PrĂŒfstelle der Preistreiber. Was die regulĂ€re Untersuchung kostet und wo sich sparen lĂ€sst, steht in unserem Überblick zu den TÜV-Kosten 2026.

Wichtig fĂŒr die Erwartungshaltung: Die ErgĂ€nzungsuntersuchung ist keine Strafe der PrĂŒfstelle, sondern eine Vorschrift. Diskussionen am Tresen fĂŒhren zu nichts — der Aufschlag steht in der Verordnung.

Gelten fĂŒr Motorrad, AnhĂ€nger und Nutzfahrzeug andere Fristen?

FĂŒr MotorrĂ€der und leichte AnhĂ€nger gilt dieselbe Staffel wie fĂŒr den Pkw — 15, 25 und 60 Euro plus Punkt; nur fĂŒr sicherheitsprĂŒfungspflichtige Nutzfahrzeuge greift ein schĂ€rferer Katalog mit bis zu 75 Euro (ADAC, Stand: September 2026). Der Unterschied liegt also nicht bei den Fristen, sondern bei den Folgen.

Bei den PrĂŒfintervallen selbst unterscheidet die StVZO dagegen deutlich. Ein neu zugelassener Pkw muss erstmals nach 36 Monaten zur Hauptuntersuchung und danach alle 24 Monate, wĂ€hrend schwere Wohnmobile und Nutzfahrzeuge in kĂŒrzeren AbstĂ€nden fĂ€llig werden. Wer einen AnhĂ€nger oder ein Wohnmobil nur saisonal bewegt, sollte den Monat auf der Plakette deshalb einmal im Jahr aktiv nachsehen — an einem Fahrzeug, das den Winter ĂŒber steht, fĂ€llt eine abgelaufene Plakette niemandem auf.

FĂŒr Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen gibt es in Anlage VIII eine eigene Regel: FĂ€llt der Termin außerhalb des Betriebszeitraums, ist die Untersuchung im ersten Monat des nĂ€chsten Betriebszeitraums durchfĂŒhren zu lassen. Das ist keine VerlĂ€ngerung, sondern eine Verschiebung.

Darf ich trotz abgelaufenem TÜV noch fahren?

Fahren ist möglich, aber es ist eine Ordnungswidrigkeit — und die Behörde darf den Betrieb untersagen, sobald keine gĂŒltige Plakette mehr am Fahrzeug ist. § 29 Absatz 7 der StVZO formuliert das so: „Befindet sich an einem Fahrzeug, das mit einer PrĂŒfplakette oder einer PrĂŒfmarke in Verbindung mit einem SP-Schild versehen sein muss, keine gĂŒltige PrĂŒfplakette oder keine gĂŒltige PrĂŒfmarke, so kann die nach Landesrecht zustĂ€ndige Behörde fĂŒr die Zeit bis zur Anbringung der vorgenannten Nachweise den Betrieb des Fahrzeugs im öffentlichen Verkehr untersagen oder beschrĂ€nken.“

Der Wortlaut steht in § 29 StVZO und ist eine Kann-Vorschrift: Eine Stilllegung ist möglich, aber nicht der Regelfall bei zwei Monaten Verzug. Wahrscheinlicher wird sie, je lĂ€nger die Überziehung dauert und je mehr technische MĂ€ngel dazukommen.

Etwas ganz anderes ist die Frage der Verkehrssicherheit. Ein Fahrzeug wird nicht dadurch unsicher, dass ein Datum verstrichen ist — aber jeder Monat ohne PrĂŒfung ist ein Monat, in dem ein Bremsschlauch, ein Reifen oder ein Achsgelenk unbemerkt altert. Genau daran hĂ€ngt der nĂ€chste Abschnitt.

Haftet die Versicherung bei einem Unfall mit abgelaufener HU?

Ja — die Kfz-Haftpflicht zahlt dem Unfallgegner auch dann, wenn eure Hauptuntersuchung ĂŒberzogen war. Der ADAC formuliert es so: „Wenn Sie den TÜV ĂŒberziehen, bedeutet das nicht, dass Sie automatisch Ihren Versicherungsschutz verlieren.“ (Stand: September 2026).

Der Punkt, an dem es tatsĂ€chlich eng wird, ist ein anderer: Kommt heraus, dass das Fahrzeug nicht mehr verkehrssicher war und sich dieser Mangel auf den Unfall ausgewirkt hat, kann eine Kaskoversicherung ihre Leistung kĂŒrzen oder verweigern. Ausschlaggebend ist dann der Mangel und seine UrsĂ€chlichkeit — nicht das Datum auf der Plakette.

Der Unterschied ist wichtig, weil er zwei verschiedene VertrĂ€ge betrifft. Die Haftpflicht schĂŒtzt den GeschĂ€digten und ist gesetzlich vorgeschrieben; die Kasko schĂŒtzt euer eigenes Fahrzeug und ist freiwillig. Wer nach einem selbstverschuldeten Unfall mit abgefahrenen Reifen und zwölf Monaten HU-RĂŒckstand dasteht, riskiert vor allem den Ersatz fĂŒr den eigenen Wagen.

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Welche Behauptungen zum Versicherungsschutz stimmen nicht?

Drei SĂ€tze kursieren besonders hartnĂ€ckig, und keiner davon hĂ€lt der PrĂŒfung stand — die Verbraucherzentrale nennt fĂŒr den Regress der Haftpflicht eine feste Obergrenze von 5.000 Euro und einen klar begrenzten Katalog von VerstĂ¶ĂŸen (Stand: September 2026). Eine abgelaufene Hauptuntersuchung steht nicht darin.

Die erste Falschbehauptung lautet, ohne gĂŒltige HU bestehe „kein Versicherungsschutz mehr“. Die Verbraucherzentrale hĂ€lt dagegen fest, dass der Versicherer die Zahlung selbst bei grober FahrlĂ€ssigkeit des Unfallverursachers nicht verweigern kann. Die Pflichtversicherung schĂŒtzt den GeschĂ€digten — sie fĂ€llt nicht wegen eines Termins weg.

Die zweite lautet, der Versicherer nehme in diesen FĂ€llen automatisch Regress. TatsĂ€chlich ist der RĂŒckgriff auf konkrete VerstĂ¶ĂŸe begrenzt, genannt werden etwa Fahren ohne FĂŒhrerschein, unbefugte Nutzung und Fahrerflucht. Die dritte Behauptung dreht sich um den Vorsatz: Kein Versicherungsschutz besteht nur bei absichtlich und widerrechtlich herbeigefĂŒhrten SchĂ€den — ein vergessener PrĂŒftermin ist beides nicht.

Was bleibt, ist der eine reale Fall aus dem Abschnitt davor: technischer Mangel plus UrsĂ€chlichkeit plus Kaskovertrag. Wer das weiß, muss nach einem verpassten Termin weder das Auto stehen lassen noch in Panik verfallen — sondern schlicht einen Termin machen.

Wird der TÜV-Termin rĂŒckdatiert, wenn ihr ĂŒberzieht?

Nein. Eine RĂŒckdatierung, wie sie frĂŒher ĂŒblich war, gibt es nicht mehr — die neue Plakette gilt 24 Monate ab dem tatsĂ€chlichen PrĂŒftermin (ADAC, Stand: September 2026). Wer im September fĂ€llig war und erst im Dezember zur PrĂŒfung fĂ€hrt, hat danach bis Dezember des ĂŒbernĂ€chsten Jahres Ruhe.

Das ist der einzige Punkt, an dem eine Überziehung sich rechnerisch nicht rĂ€cht: Verlorene Monate werden nicht nachgeholt, der Zyklus verschiebt sich einfach. Trotzdem ist es keine Sparstrategie — die ErgĂ€nzungsuntersuchung ab dem dritten Monat frisst den Vorteil auf, und das Verwarnungsgeld kommt obendrauf.

Umgekehrt gilt dasselbe fĂŒr frĂŒhes VorfĂŒhren: Wer einen Monat vor Ablauf zur PrĂŒfung fĂ€hrt, verliert diesen Monat. Der neue Zeitraum beginnt mit dem PrĂŒfmonat, nicht mit dem alten FĂ€lligkeitsmonat.

Wie lange gilt der TÜV-MĂ€ngelbericht nach der PrĂŒfung?

Einen Monat. Anlage VIII der StVZO schreibt vor, dass das Fahrzeug bei erheblichen MĂ€ngeln „spĂ€testens bis zum Ablauf von einem Monat nach dem Tag der Hauptuntersuchung“ zur NachprĂŒfung wieder vorzufĂŒhren ist — und der ADAC bestĂ€tigt diese Frist als Praxisregel (Stand: September 2026).

Reißt ihr diese Frist, ist die NachprĂŒfung nicht mehr möglich: Der PrĂŒfer muss dann eine komplett neue, gebĂŒhrenpflichtige Hauptuntersuchung durchfĂŒhren. Genau so steht es in der Verordnung — wird der Untersuchungsbericht nicht vorgelegt oder das Fahrzeug spĂ€ter als einen Monat nach dem Tag der Hauptuntersuchung wieder vorgefĂŒhrt, tritt an die Stelle der NachprĂŒfung eine neue HU.

Zwei Dinge werden dabei gern verwechselt. Die Monatsfrist gilt ab dem Tag der Hauptuntersuchung, nicht ab dem Tag, an dem ihr den Bericht in die Werkstatt gebt. Und die MĂ€ngel sind laut Verordnung „unverzĂŒglich“ zu beheben — der Monat ist die Ă€ußere Grenze fĂŒr das WiedervorfĂŒhren, keine Bearbeitungszeit zum Ausschöpfen.

Was tun, wenn die Frist schon gerissen ist?

Person bucht per Smartphone einen HU-Termin - TÜV ĂŒberziehen was tun

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Sofort einen Termin buchen — jeder weitere Monat bringt euch nĂ€her an die nĂ€chste Stufe der Staffel, und ab dem dritten Monat lĂ€uft die ErgĂ€nzungsuntersuchung mit 20 Prozent Aufschlag ohnehin mit (ADAC, Stand: September 2026). Auf eine gĂŒnstige Werkstattaktion zu warten, ist in dieser Lage die teuerste aller Optionen.

Warum das nicht nur theoretisch gilt, zeigt ein Blick in unser eigenes Archiv: Über den gesamten Beitragsbestand von MonsterDealz hinweg finden sich 12 dokumentierte HU-/AU-Aktionen — und keine einzige davon ist heute noch gĂŒltig (eigene AuszĂ€hlung, Stand: 3. September 2026). Solche Aktionen kommen unregelmĂ€ĂŸig und laufen kurz; wer eine Frist im Nacken hat, kann darauf nicht planen.

Diese Reihenfolge hat sich bewÀhrt:

  • Termin zuerst: PrĂŒfstelle oder Werkstatt anrufen, bevor ihr irgendetwas repariert — der Termin bestimmt euren Zeitplan, nicht umgekehrt.
  • Selbst vorprĂŒfen: Beleuchtung, Reifenprofil, Scheibenwischer, Warndreieck und Verbandkasten kosten nichts und sind hĂ€ufige MĂ€ngelgrĂŒnde.
  • Unterlagen bereitlegen: Zulassungsbescheinigung Teil I ist Pflicht, bei Umbauten kommen ABE oder Teilegutachten dazu.
  • Verschleiß mitdenken: Reifenalter und Batteriezustand sind die zwei Punkte, die zwischen zwei PrĂŒfterminen am unauffĂ€lligsten kippen.

Zum letzten Punkt lohnt sich ein Blick in unsere Ratgeber zur Lebensdauer der Autobatterie und zur Reifenbezeichnung — beides sind Bauteile, deren Zustand ihr an einer Zahl ablesen könnt, statt zu raten.

Die Zulassungsbehörde kann den Betrieb ĂŒbrigens auch aus einem ganz anderen Grund untersagen: wenn ein verpflichtender RĂŒckruf offen bleibt. Rund 74.000 Fahrzeuge sind 2025 genau deshalb außer Betrieb gesetzt worden, und der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments will offene RĂŒckrufe kĂŒnftig sogar direkt bei der Hauptuntersuchung abfragen. Den Stand dazu haben wir im Beitrag zum Auto-RĂŒckruf zusammengetragen.

FĂŒr KĂ€ufer ist derselbe Bericht das wichtigste Dokument ĂŒberhaupt: Bei erheblichen MĂ€ngeln lĂ€uft die NachprĂŒfungsfrist genau einen Monat ab dem Tag der Hauptuntersuchung, danach wird eine vollstĂ€ndige neue HU fĂ€llig. Wie ihr den Untersuchungsbericht vor einem Kauf richtig lest, erklĂ€ren wir im Ratgeber Gebrauchtwagen kaufen.

Vor- & Nachteile im Überblick

Vorteile Nachteile
Erste zwei Monate ohne Verwarnungsgeld Ab dem dritten Monat 20 Prozent PrĂŒfaufschlag
Keine RĂŒckdatierung, verlorene Monate zĂ€hlen nicht nach Ab mehr als acht Monaten 60 Euro und ein Punkt
Haftpflichtschutz bleibt bestehen Kasko kann bei ursĂ€chlichem Mangel kĂŒrzen
Termin ist kurzfristig fast ĂŒberall buchbar Behörde kann den Betrieb untersagen

HĂ€ufige Fragen zum TÜV ĂŒberziehen

Wie lange darf ich den TÜV ĂŒberziehen ohne Strafe?

Bis zu zwei Monate sieht der Katalog kein Verwarnungsgeld vor, ab mehr als zwei Monaten sind es 15 Euro. Eine erlaubte Karenzzeit ist das aber nicht: Die Frist endet nach Anlage VIII der StVZO mit Ablauf des Monats auf der PrĂŒfplakette, ihr seid ab dem ersten Tag danach verspĂ€tet. Und ab mehr als zwei Monaten kommt zusĂ€tzlich die kostenpflichtige ErgĂ€nzungsuntersuchung.

Welche Kosten entstehen durch die vertiefte PrĂŒfung bei ĂŒberzogenem TÜV?

Die PrĂŒforganisation berechnet fĂŒr die ErgĂ€nzungsuntersuchung laut ADAC 20 Prozent extra auf die regulĂ€re GebĂŒhr. Der Aufschlag hĂ€ngt also an eurem normalen HU-Preis und fĂ€llt automatisch an, sobald der VorfĂŒhrtermin um mehr als zwei Monate ĂŒberschritten ist. Verhandeln lĂ€sst sich daran nichts, die PrĂŒfstelle ist nach Anlage VIIIa der StVZO dazu verpflichtet.

Muss ich bei ĂŒberzogenem TÜV mit einem Punkt in Flensburg rechnen?

Beim Pkw erst ab mehr als acht Monaten Überziehung — dann sind es 60 Euro und ein Punkt. Bis dahin bleibt es bei Verwarnungsgeldern von 15 beziehungsweise 25 Euro ohne Eintrag. Bei Nutzfahrzeugen mit vorgeschriebener SicherheitsprĂŒfung greift der Punkt dagegen schon ab mehr als vier Monaten.

Erhöht sich die GebĂŒhr fĂŒr die Hauptuntersuchung bei Überziehung?

Ja, ab mehr als zwei Monaten. Die GebĂŒhr fĂŒr die Hauptuntersuchung selbst bleibt gleich, dazu kommen aber 20 Prozent fĂŒr die ErgĂ€nzungsuntersuchung. Bei einer HU im mittleren Preisbereich liegt dieser Aufschlag deutlich ĂŒber dem Verwarnungsgeld von 15 Euro — die teurere Folge der Überziehung ist also die PrĂŒfung, nicht die Strafe.

VerfĂ€llt der Versicherungsschutz bei einem Unfall mit abgelaufenem TÜV?

Nein, nicht automatisch. Die Kfz-Haftpflicht reguliert den Schaden des Unfallgegners weiterhin, und die Verbraucherzentrale nennt fĂŒr einen Regress nur eng begrenzte VerstĂ¶ĂŸe wie Fahren ohne FĂŒhrerschein oder Fahrerflucht. Kritisch wird es allein bei der Kaskoversicherung, wenn ein technischer Mangel nachweislich zum Unfall beigetragen hat.

Was passiert, wenn ich mit einem MĂ€ngelbericht die Frist zur NachprĂŒfung verpasse?

Dann entfĂ€llt die gĂŒnstigere NachprĂŒfung. Die StVZO sieht vor, dass bei einer VorfĂŒhrung spĂ€ter als einen Monat nach dem Tag der Hauptuntersuchung eine komplett neue Hauptuntersuchung durchgefĂŒhrt wird — mit voller GebĂŒhr. Eine kurz zuvor durchgefĂŒhrte Abgasuntersuchung kann dabei angerechnet werden, die PrĂŒfung selbst beginnt aber von vorn.

Gibt es 2026 neue Regeln fĂŒr die TÜV-Überziehung?

An der Staffel und an der Zwei-Monats-Schwelle fĂŒr die ErgĂ€nzungsuntersuchung hat sich nichts geĂ€ndert. Neu ist fĂŒr viele lediglich die Plakettenfarbe: 2026 fĂ€llige Fahrzeuge tragen Blau, 2027 folgt Gelb. Wer online auf Ă€ltere Ratgeber stĂ¶ĂŸt, sollte auf das Jahr im Text achten — die dort genannten Farben stimmen dann nicht mehr.

Was kostet es, den TÜV zu ĂŒberziehen?

Bei drei Monaten Überziehung sind es 15 Euro Verwarnungsgeld plus 20 Prozent Aufschlag auf die PrĂŒfgebĂŒhr. Bei mehr als acht Monaten steigt der Betrag auf 60 Euro und einen Punkt, der PrĂŒfaufschlag bleibt. Die genauen Grundpreise fĂŒr Hauptuntersuchung und Abgasuntersuchung findet ihr in unserem KostenĂŒberblick.

Fazit: Der Monat auf der Plakette ist die Frist

Es gibt nichts zu gewinnen beim Überziehen. Die zwei „strafenfreien“ Monate sind keine Erlaubnis, sondern nur eine LĂŒcke im Katalog, und ab dem dritten Monat zahlt ihr ĂŒber die ErgĂ€nzungsuntersuchung ohnehin mehr, als das Verwarnungsgeld je ausmacht.

Drei Faustregeln reichen:

  • Monat merken, nicht den Tag: Die Zahl oben auf der Plakette ist euer Stichtag, das Monatsende die Grenze.
  • Vor dem dritten Monat prĂŒfen lassen: Danach wird die Untersuchung selbst teurer, dauerhaft und unverhandelbar.
  • Nicht auf eine Aktion warten: Wer eine Frist im Nacken hat, plant den Termin und nicht den Rabatt.

Wer den Termin ohnehin vor sich hat, sollte vorher einmal in unseren Überblick zu den TÜV-Kosten 2026 schauen — dort steht, welche Posten wirklich Geld kosten und an welchen Stellen sich sparen lĂ€sst. Alles Weitere rund um gĂŒnstige Angebote findet ihr auf MonsterDealz.de.

Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und GrĂŒnder von MonsterDealz.de. Seit ĂŒber 17 Jahren spĂŒre ich tĂ€glich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „SchnĂ€ppchen richtig jagen: Der Insider-Guide fĂŒr smarte Online-KĂ€ufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr ĂŒber mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder ĂŒber die Kontaktseite.

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