Touristensteuer 2026: Wo Kurtaxe und Bettensteuer fĂ€llig werden — und was England plant

Touristensteuer ist der Sammelbegriff fĂŒr kommunale Abgaben auf Übernachtungen — in Deutschland sind das zwei verschiedene Dinge: der Kurbeitrag als Gegenleistung fĂŒr Kur- und Erholungseinrichtungen und die Bettensteuer als örtliche Aufwandsteuer. England hat am 10. September 2026 entschieden, seinen BĂŒrgermeistern eine solche Abgabe zu erlauben — zahlen muss dort aber vorerst niemand, denn das Gesetz fehlt noch. In Edinburgh dagegen laufen seit dem 24. Juli 2026 fĂŒnf Prozent auf jede bezahlte Übernachtung. Stand: September 2026.

Das Wichtigste in KĂŒrze

  • England hat am 10.09.2026 nur die Befugnis beschlossen — ein Gesetz gibt es nicht, AusgabeplĂ€ne werden bis MĂ€rz 2028 erwartet.
  • Edinburgh verlangt seit 24.07.2026 fĂŒnf Prozent des Übernachtungspreises, gedeckelt auf fĂŒnf NĂ€chte am StĂŒck.
  • Amsterdam liegt 2026 bei 12,5 Prozent des Übernachtungspreises ohne Mehrwertsteuer.
  • In Deutschland ist die Bettensteuer seit dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 22.03.2022 verfassungsgemĂ€ĂŸ — auch fĂŒr GeschĂ€ftsreisen.
  • Bei Pauschalreisen muss der Gesamtpreis alle Steuern enthalten, sonst zumindest die Art der Mehrkosten benannt sein.

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Touristensteuer, Kurtaxe, Bettensteuer: drei Wörter, zwei Abgaben

„Touristensteuer“ ist kein Rechtsbegriff, sondern ein Sammelwort. Dahinter stecken in Deutschland zwei Abgaben mit völlig unterschiedlicher Konstruktion, und der Unterschied entscheidet darĂŒber, wer zahlt und wofĂŒr.

Der Kurbeitrag — umgangssprachlich Kurtaxe — ist ein Beitrag im Sinne der Kommunalabgabengesetze der LĂ€nder. Die Gemeinde stellt Kur- und Erholungseinrichtungen bereit und lĂ€sst sich das von den GĂ€sten mitfinanzieren. In der Kurabgabesatzung der Gemeinde List auf Sylt, gĂŒltig ab dem 1. Januar 2026, steht dazu der Satz, der die meisten StreitfĂ€lle beendet: „Die Kurabgabe ist unabhĂ€ngig davon zu entrichten, ob und in welchem Umfang die Kur- und Erholungseinrichtungen tatsĂ€chlich genutzt werden.“ Die Satzung stĂŒtzt sich ausdrĂŒcklich auf Paragraf 10 des Kommunalabgabengesetzes Schleswig-Holstein und finanziert damit 84,19 Prozent der Kosten dieser Einrichtungen.

Die Übernachtungsteuer — Bettensteuer, City Tax, Kulturtaxe — ist dagegen eine echte Steuer ohne Gegenleistung. Das Bundesverfassungsgericht hat sie mit Beschluss vom 22. MĂ€rz 2022 (1 BvR 2868/15 und weitere) fĂŒr zulĂ€ssig erklĂ€rt und sie eingeordnet als „örtliche Aufwandsteuer im Sinne des Art. 105 Abs. 2a Satz 1 GG, die bundesgesetzlich geregelten Steuern nicht gleichartig ist“, wie das Gericht in seiner Pressemitteilung zusammenfasste. Steuerschuldner ist dabei nicht ihr, sondern der Beherbergungsbetrieb — er darf die Steuer aber auf euch abwĂ€lzen, und genau darauf ist sie laut Gericht angelegt.

Praktische Folge: Ein Ort kann beides nebeneinander erheben, und ein Ort ohne anerkannten Kurstatus kann trotzdem eine Bettensteuer verlangen. Wer nur nach „Kurtaxe“ sucht, ĂŒbersieht deshalb den zweiten Posten.

England: Beschlossen ist bisher nur die Erlaubnis

Englische Straßenzeile mit BacksteinhĂ€usern und nassem Gehweg nach dem Regen

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Am 10. September 2026 hat die britische Regierung ihre Antwort auf die Konsultation „Visitor levy in England“ veröffentlicht — und damit die Richtung festgelegt, nicht die Steuer eingefĂŒhrt. Die Konsultation lief laut gov.uk vom 26. November 2025 bis zum 18. Februar 2026 und brachte 1.223 Antworten.

Entschieden ist: Alle Mayoral und Foundation Strategic Authorities sollen die Befugnis fĂŒr einen „Overnight Visitor Levy“ bekommen, freiwillig und nach vorheriger Konsultation vor Ort. Die Abgabe wird als Prozentsatz des Unterkunftspreises erhoben, Nicht-Unterkunftskosten wie Mahlzeiten bleiben außen vor. Eine bundesweite Obergrenze soll es nicht geben — im Konsultationsbericht heißt es dazu, die Regierung beabsichtige keinen Deckel, halte die Frage aber fĂŒr knapp abgewogen. Auch saisonale Staffelungen oder unterschiedliche SĂ€tze je Unterkunftsart sind ausgeschlossen: ein Satz je Region.

Zahlungspflichtig gegenĂŒber der Behörde ist der Unterkunftsanbieter, der die Abgabe selbst berechnet und abfĂŒhrt; der Steuerzeitpunkt ist der Anreisetag, nicht der Buchungstag. National ausgenommen sind UnterkĂŒnfte, die nicht auf kommerzieller Basis bereitgestellt werden, dazu NotunterkĂŒnfte und karitative SchutzunterkĂŒnfte. Zelt- und WohnwagenstellplĂ€tze sowie Schlafsaal-UnterkĂŒnfte dĂŒrfen die Regionen zusĂ€tzlich befreien.

Und jetzt der Teil, der in den Schlagzeilen untergeht: Ein Gesetz existiert noch nicht. Die Regierung will laut demselben Dokument wĂ€hrend der laufenden Legislaturperiode gesetzgeberisch tĂ€tig werden und erwartet — vorbehaltlich der parlamentarischen Zustimmung —, dass die lokalen Verantwortlichen bis MĂ€rz 2028 darlegen können, wofĂŒr sie die Einnahmen verwenden. Wer 2026 oder 2027 nach London, Manchester oder Cornwall reist, zahlt also nach heutigem Stand nichts. FĂŒr die Einreise selbst gilt ohnehin eine andere Pflicht, die es lĂ€ngst gibt: die elektronische Reisegenehmigung, die wir im Ratgeber zur UK-Einreise mit ETA erklĂ€ren.

Edinburgh kassiert seit Juli, Wales startet frĂŒhestens 2027

Innerhalb des Vereinigten Königreichs ist England das Schlusslicht, nicht der Vorreiter. Schottland hat seine Rechtsgrundlage bereits, und Edinburgh nutzt sie als erste Stadt: Seit Freitag, dem 24. Juli 2026, gilt dort ein Aufschlag von fĂŒnf Prozent auf alle bezahlten Übernachtungen, begrenzt auf fĂŒnf aufeinanderfolgende NĂ€chte. Die Stadt rechnet laut eigener Mitteilung mit bis zu 50 Millionen Pfund im Jahr und betont, der Satz sei an jedem Tag des Jahres gleich hoch — keine Hochsaison-Staffelung.

Wales geht einen anderen Weg und rechnet in festen BetrĂ€gen statt in Prozenten. Der Visitor Levy wurde dort am 18. September 2025 Gesetz. Vorgesehen sind laut Mitteilung der walisischen Regierung 1,30 Pfund je Person und Nacht, fĂŒr Hostels und CampingplĂ€tze 75 Pence. EinfĂŒhren muss das aber jede Kommune selbst, frĂŒhestens 2027; die Registrierungspflicht fĂŒr Vermieter beginnt im Herbst 2026. Unter 18-JĂ€hrige zahlen in GemeinschaftsunterkĂŒnften nichts.

FĂŒr die Reiseplanung heißt das: Ein StĂ€dtetrip nach Edinburgh kostet heute real fĂŒnf Prozent mehr als der Buchungspreis suggeriert, ein Trip nach Cardiff oder Bristol noch keinen Cent extra. Wer mehrere Ziele vergleicht, sollte das wie einen Preisunterschied behandeln — genau so, wie wir es im Vergleich der Kurzurlaub-Portale beschreiben.

Was die Abgabe 2026 in Europa kostet

Leere Papierkarte mit Messingkompass, Lederriemen und Notizheft auf hellem Holztisch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Zwei Systeme stehen sich gegenĂŒber: Prozentmodelle, die mit dem Zimmerpreis mitwachsen, und FestbetrĂ€ge je Nacht. Ein Prozentsatz trifft teure Zimmer hĂ€rter, ein Festbetrag die gĂŒnstigen.

Ziel Höhe 2026 Modell
Amsterdam 12,5 Prozent Anteil am Preis
Edinburgh 5 Prozent Anteil am Preis
Berlin 7,5 Prozent Anteil am Preis
Griechenland, 4 Sterne 10 Euro Festbetrag je Nacht
Sylt, Hauptsaison 3,60 Euro Festbetrag je Tag
Wales ab 2027 1,30 Pfund Festbetrag je Nacht

Stand 14.09.2026, Quellen je Zeile im Fließtext. Prozentwerte beziehen sich auf den Übernachtungspreis, in Amsterdam und Berlin ohne Mehrwertsteuer bzw. Nebenleistungen. Der griechische Satz gilt je Zimmer, der Sylter je Person. Die walisischen BetrĂ€ge gelten erst, wenn eine Kommune sie beschließt.

Amsterdam ist Europas Spitzenreiter unter den Prozentmodellen. Die Stadt verlangt laut ihrer Steuerseite 12,5 Prozent des Übernachtungspreises ohne Mehrwertsteuer, und zwar fĂŒr Hotels, Hostels, Pensionen, Apartments, Ferienbungalows, Bed and Breakfasts, Kurzzeitvermietungen und CampingplĂ€tze gleichermaßen. TagesgĂ€ste von Kreuzfahrtschiffen zahlen 15 Euro pro Passagier — ein Posten, der in der Kalkulation einer Anlandung schnell ĂŒbersehen wird und den wir in der Übersicht der Kreuzfahrt-Kosten einordnen.

Katalonien hat seine SĂ€tze zum 1. April 2026 erhöht. ZusĂ€tzlich darf die Stadt Barcelona laut der katalanischen Steuerbehörde ATC einen Zuschlag von bis zu acht Euro erheben; die ĂŒbrigen Gemeinden Kataloniens dĂŒrfen per Gemeindeverordnung eigene ZuschlĂ€ge einfĂŒhren, die fĂŒr Aufenthalte ab dem 1. Oktober 2026 fĂ€llig werden. Die Behörde hat das am 10. MĂ€rz 2026 bekanntgegeben. Die Spanne innerhalb eines Landes wird damit grĂ¶ĂŸer statt kleiner.

Griechenland arbeitet mit der Klimakrisenabgabe, die je Übernachtung und je Zimmer beziehungsweise Apartment anfĂ€llt — nicht je Person. In der Hauptsaison von April bis Oktober sind es laut ADAC (Stand 21.07.2026) zwei Euro bei ein bis zwei Sternen, fĂŒnf Euro bei drei Sternen, zehn Euro bei vier Sternen und 15 Euro bei fĂŒnf Sternen. Von November bis MĂ€rz sinken die SĂ€tze auf 0,50 bis vier Euro. Eine Familienwoche im Vier-Sterne-Hotel bedeutet also 70 Euro obendrauf.

Deutschland: Kurbeitrag und Bettensteuer im Praxistest

Hölzerner Bohlenweg durch DĂŒnengras zum Wasser an der Nordsee

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

In Deutschland zahlt ihr die Abgabe fast immer direkt bei der Unterkunft. Die Sylter Satzung formuliert das so: „Die Kurabgabe entsteht mit dem Eintreffen im Gemeindegebiet. Sie ist vorrangig beim Unterkunftsgeber, dessen Beauftragtem oder bei der Kurverwaltung zu zahlen.“ Der An- und Abreisetag zĂ€hlen zusammen als ein Tag — eine Kleinigkeit, die bei Kurztrips spĂŒrbar ist.

Fall in List auf Sylt Kurabgabe
Hauptsaison 1. Mai bis 30. September 3,60 Euro je Tag
Übrige Zeit des Jahres 1,80 Euro je Tag
TagesgĂ€ste ohne Übernachtung 4,00 Euro
JahresgÀstekarte 100,80 Euro

Kurabgabesatzung der Gemeinde List auf Sylt, gĂŒltig ab 01.01.2026, Beschluss der Gemeindevertretung vom 27.08.2025. Alle BetrĂ€ge je Person und einschließlich Mehrwertsteuer. Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sind befreit, Menschen mit einem Grad der Behinderung ab 80 erhalten 20 Prozent ErmĂ€ĂŸigung.

Bemerkenswert ist der dritte Fall: Auch wer gar nicht ĂŒbernachtet, zahlt, sobald ihm die Nutzung der Einrichtungen offensteht. Und wer selbst eine Ferienwohnung im Ort besitzt, gilt laut Satzung als ortsfremd — Eigentum schĂŒtzt nicht vor der Kurabgabe.

Bei der Bettensteuer ist Berlin das Referenzbeispiel. Der Satz liegt seit dem 1. Januar 2025 bei 7,5 Prozent des Nettoentgelts fĂŒr die Übernachtung, Nebenleistungen wie FrĂŒhstĂŒck bleiben draußen. Zwei Änderungen sind fĂŒr Vielreisende wichtig: Seit dem 1. April 2024 unterliegen auch beruflich veranlasste Übernachtungen der Steuer, und die frĂŒhere Befreiung fĂŒr Aufenthalte ĂŒber 21 Tage ist entfallen, wie die Berliner Finanzverwaltung auffĂŒhrt. Das deckt sich mit dem Karlsruher Beschluss: „Der Gesetzgeber kann zudem beruflich veranlasste Übernachtungen von der Aufwandbesteuerung ausnehmen, muss dies aber nicht.“

Im Reisepreis oder vor Ort? Was Veranstalter angeben mĂŒssen

Messing-ZimmerschlĂŒssel mit leerem AnhĂ€nger auf einem dunklen Holztresen

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die hĂ€ufigste Streitfrage an der Rezeption lautet: Ist das nicht schon bezahlt? Bei Pauschalreisen gibt das Gesetz eine klare Antwort. Nach Artikel 250 Paragraf 3 Nummer 3 EGBGB muss der Veranstalter vor Vertragsschluss „den Reisepreis einschließlich Steuern und gegebenenfalls aller zusĂ€tzlichen GebĂŒhren, Entgelte und sonstigen Kosten“ nennen — „oder, wenn sich diese Kosten vor Vertragsschluss nicht bestimmen lassen, die Angabe der Art von Mehrkosten, fĂŒr die der Reisende gegebenenfalls noch aufkommen muss“. Den Wortlaut findet ihr bei gesetze-im-internet.de.

Das ist keine Formalie, sondern euer PrĂŒfpunkt: Steht im Reisepreis nichts von Kurtaxe oder Ortstaxe und findet sich auch kein Hinweis auf Mehrkosten vor Ort, ist die Unterrichtung unvollstĂ€ndig. Steht dagegen ein Satz wie „zzgl. Kurtaxe, zahlbar vor Ort“, habt ihr die Information bekommen und mĂŒsst sie selbst einkalkulieren. Welche Veranstalter das wie transparent handhaben, ordnen wir im Reiseveranstalter-Vergleich ein.

Bei Einzelbuchungen ĂŒber ein Portal gilt das Pauschalreiserecht nicht. Dort zahlt ihr in aller Regel den Zimmerpreis online und die Ortsabgabe beim Check-in oder Check-out — hĂ€ufig sogar in bar, weil viele Kurverwaltungen die Meldescheine selbst abwickeln. Ausnahmen gibt es dort, wo Plattformen die Abgabe automatisch einziehen und abfĂŒhren; Amsterdam benennt in seinen Regeln ausdrĂŒcklich auch Kurzzeitvermietungen als abgabepflichtig, unabhĂ€ngig vom Buchungsweg. Wie sich Kurtaxe, Endreinigung und BettwĂ€sche zum Gesamtpreis einer Ferienwohnung addieren, rechnen wir im Ratgeber zum Ferienwohnung buchen durch; die Meldepflichten fĂŒr Vermieter stehen im Beitrag zu den Regeln der Kurzzeitvermietung.

FĂŒr private Vermieter gilt dasselbe: Sie ziehen die Abgabe ein und fĂŒhren sie ab. In Amsterdam ist das ausdrĂŒcklich Sache des Gastgebers, in England soll es nach den RegierungsplĂ€nen genauso laufen. Wer die Abgabe nicht einsammelt, schuldet sie trotzdem.

Ausnahmen und der richtige Preisvergleich

Befreiungen gibt es fast ĂŒberall, aber sie sind nirgends einheitlich. Drei Gruppen tauchen immer wieder auf.

  • Kinder und Jugendliche: Auf Sylt sind alle bis zum vollendeten 18. Lebensjahr befreit, in Wales gilt die Befreiung fĂŒr Unter-18-JĂ€hrige nur in GemeinschaftsunterkĂŒnften wie Hostels und auf CampingplĂ€tzen.
  • GeschĂ€ftsreisende: In Berlin seit dem 1. April 2024 nicht mehr befreit. Laut Bundesverfassungsgericht darf der Gesetzgeber sie ausnehmen, muss es aber nicht — die Frage entscheidet jede Kommune fĂŒr sich.
  • TagesgĂ€ste: Werden in Kurorten mit eigener Tageskurabgabe erfasst, in Amsterdam trifft es Kreuzfahrtpassagiere mit 15 Euro. Eine Übernachtung ist also nicht zwingend Voraussetzung.

FĂŒr den Preisvergleich folgt daraus eine Rechenregel: Rechnet die Abgabe auf den Gesamtaufenthalt hoch, bevor ihr zwei Angebote nebeneinanderlegt — bei FestbetrĂ€gen mit NĂ€chten und, wo die Abgabe personenbezogen ist, mit Personen. Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern zahlt auf Sylt in der Hauptsaison 7,20 Euro pro Tag, weil die Kinder befreit sind; dieselbe Familie zahlt in einem griechischen Vier-Sterne-Hotel zehn Euro pro Nacht, weil dort das Zimmer besteuert wird und das Alter keine Rolle spielt.

MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die tĂ€glich geprĂŒfte SchnĂ€ppchen kuratiert — die verbindliche Auskunft zur Höhe gibt aber immer die Satzung der Gemeinde oder das Tourismusamt vor Ort. Bei Zweifeln ĂŒber die RechtmĂ€ĂŸigkeit einer Forderung an der Rezeption sind die Verbraucherzentralen die richtige Anlaufstelle, nicht der Vermieter. Wie sich solche Nebenkosten in der Gesamtrechnung eines Trips verhalten, zeigen wir auch im Ratgeber zur gĂŒnstigen StĂ€dtereise.

Ein zweiter Posten, der in keinen Reisepreis eingerechnet ist: die Einfuhr von Tabakwaren. Aus Nicht-EU-LĂ€ndern sind nur 200 Zigaretten abgabenfrei, oberhalb dieser Grenze rechnet der Zoll pauschal mit bis zu 0,19 Euro je StĂŒck ab — fĂŒr eine zweite Stange also rund 38 Euro. Die vollstĂ€ndigen Freimengen fĂŒr Tabakwaren stehen in unserem Ratgeber dazu.

Touristensteuer: Vor- & Nachteile im Überblick

Vorteile Nachteile
Die Einnahmen sind an den Ort gebunden und finanzieren dort Infrastruktur Die Abgabe taucht im Suchergebnis des Buchungsportals meist nicht auf
Prozentmodelle belasten gĂŒnstige UnterkĂŒnfte weniger als teure England verzichtet bewusst auf eine nationale Obergrenze
Kinder sind in vielen Satzungen vollstÀndig befreit Befreiungen gelten je Kommune unterschiedlich und sind kaum vergleichbar
Bei Pauschalreisen muss der Veranstalter ĂŒber Mehrkosten unterrichten Auch TagesgĂ€ste und FerienwohnungseigentĂŒmer können zahlungspflichtig sein

HĂ€ufige Fragen zur Touristensteuer

Muss die Steuer vorab oder beim Check-out gezahlt werden?

Das hĂ€ngt vom Ort ab. Auf Sylt entsteht die Kurabgabe mit dem Eintreffen im Gemeindegebiet und wird am Tag nach der Ankunft fĂ€llig, gezahlt wird vorrangig beim Unterkunftsgeber. In England soll der maßgebliche Zeitpunkt nach den RegierungsplĂ€nen der Anreisetag sein, nicht der Buchungs- oder Zahltag. Bei Portalbuchungen ist der Check-in der Regelfall, bei Pauschalreisen steckt der Betrag oft schon im Reisepreis.

Gibt es Befreiungen fĂŒr Kinder oder Senioren?

FĂŒr Kinder hĂ€ufig, fĂŒr Senioren selten. Die Gemeinde List auf Sylt befreit alle bis zum vollendeten 18. Lebensjahr und gewĂ€hrt Menschen mit einem Grad der Behinderung ab 80 eine ErmĂ€ĂŸigung von 20 Prozent; Wales befreit Unter-18-JĂ€hrige in Hostels und auf CampingplĂ€tzen. Eine Altersgrenze nach oben kennt keine der hier geprĂŒften Regelungen.

Ist die Steuer bereits im Reisepreis des Veranstalters enthalten?

Nicht automatisch, aber genannt werden muss sie. Artikel 250 Paragraf 3 Nummer 3 EGBGB verlangt den Reisepreis einschließlich Steuern und aller zusĂ€tzlichen GebĂŒhren — oder, wenn sich die Kosten vorher nicht bestimmen lassen, die Angabe der Art der Mehrkosten. Ein Hinweis wie „Kurtaxe vor Ort zahlbar“ erfĂŒllt diese Pflicht, ein Schweigen nicht.

Gelten fĂŒr Ferienwohnungen die gleichen Regeln wie fĂŒr Hotels?

Meistens ja. Amsterdam nennt Apartments, Ferienbungalows, Bed and Breakfasts, Kurzzeitvermietungen und CampingplĂ€tze ausdrĂŒcklich neben Hotels. In Griechenland liegen die SĂ€tze fĂŒr FerienhĂ€user mit 15 Euro in der Hauptsaison sogar auf dem Niveau eines FĂŒnf-Sterne-Hotels. Auf Sylt gelten selbst EigentĂŒmer einer Ferienwohnung als ortsfremd, solange sie dort nicht ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben.

Was ist der Unterschied zwischen Bettensteuer und Kurtaxe?

Die Kurtaxe ist ein Beitrag fĂŒr bereitgestellte Kur- und Erholungseinrichtungen und deshalb an einen anerkannten Kur- oder Erholungsort gebunden. Die Bettensteuer ist eine örtliche Aufwandsteuer ohne Gegenleistung, die jede Kommune mit entsprechender Rechtsgrundlage erheben kann. Beide können nebeneinander anfallen.

Muss ich in England 2026 schon Touristensteuer zahlen?

Nein. Beschlossen wurde am 10. September 2026 nur, dass die Regionen die Befugnis bekommen sollen; ein Gesetz muss das Parlament erst noch verabschieden. Die Regierung erwartet, dass lokale Verantwortliche bis MÀrz 2028 AusgabeplÀne vorlegen. In Edinburgh dagegen wird seit dem 24. Juli 2026 kassiert.

Wie unterscheidet sich die Abgabe bei Pauschalreisen?

Der Unterschied liegt in der Bemessungsgrundlage. In England sollen ausdrĂŒcklich nur die Unterkunftskosten zĂ€hlen, Mahlzeiten und andere Leistungen nicht — die technische Aufteilung bei Paketpreisen ist dort noch offen und Gegenstand weiterer Abstimmung mit der Branche. Bei einer All-inclusive-Reise lohnt deshalb der Blick auf die ReisebestĂ€tigung, ob die Ortsabgabe eingerechnet ist.

Fazit: Ein Posten, der in keinen Vergleich passt — und trotzdem hineingehört

Die Touristensteuer ist der letzte Preisbestandteil, den kaum ein Portal mitrechnet, und sie wĂ€chst in beide Richtungen: Amsterdam dreht am Prozentsatz, England legt eine neue Ebene an. Schlagt die verbindliche Zahl vor der Buchung bei der Gemeinde oder dem Tourismusamt nach — im Buchungsprozess steht sie nicht.

Und im Zweifel gilt die einfachste Regel: Prozentmodelle vertragen gĂŒnstige Zimmer, FestbetrĂ€ge vertragen teure. Wer mit Kindern reist, fĂ€hrt in LĂ€ndern mit personenbezogener Abgabe oft besser als in solchen mit Zimmerpauschale. Tagesaktuelle Reise-Angebote und geprĂŒfte SchnĂ€ppchen findet ihr auf unserer Startseite, passende Spartipps fĂŒr kurze Trips im Ratgeber zu Last-Minute-Reisen.

Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und GrĂŒnder von MonsterDealz.de. Seit ĂŒber 17 Jahren spĂŒre ich tĂ€glich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „SchnĂ€ppchen richtig jagen: Der Insider-Guide fĂŒr smarte Online-KĂ€ufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr ĂŒber mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder ĂŒber die Kontaktseite.

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