Tierarztkosten 2026: GOT-Tabelle fĂŒr Hund und Katze
Tierarztkosten richten sich in Deutschland nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) — und die erlaubt für dieselbe Leistung den einfachen bis dreifachen Satz. Eine allgemeine Untersuchung bei Hund oder Katze kostet deshalb zwischen 28,11 € und 84,32 € brutto, im Notdienst bis 112,43 € plus Notdienstgebühr. Wir haben die amtlichen Gebührensätze für die häufigsten Leistungen durchgerechnet und zeigen, was wirklich auf der Rechnung landet — Stand: August 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Die GOT gilt seit dem 22. November 2022 und ist für jede Praxis in Deutschland verbindlich.
- Der Gebührenrahmen reicht vom einfachen bis zum dreifachen Satz — welcher gilt, entscheidet die Praxis.
- Im Notdienst steigt der Rahmen auf das Zwei- bis Vierfache, dazu kommen 59,50 € Notdienstgebühr brutto.
- Alle Beträge im Gebührenverzeichnis sind Nettopreise — 19 Prozent Umsatzsteuer kommen obendrauf.
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Was ist die GOT — und warum steht auf jeder Rechnung ein „Satz“?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Die GOT ist die amtliche Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte — eine Rechtsverordnung, die für jede tierärztliche Leistung in Deutschland einen Mindestpreis festlegt und den zulässigen Preisrahmen nach oben begrenzt. Sie ist bindend: Eine Praxis darf die Sätze weder unterschreiten noch frei überschreiten.
Laut der aktuell geltenden Fassung der GOT bemisst sich die Höhe der einzelnen Gebühr nach dem Einfachen bis Dreifachen des Gebührensatzes (Stand: August 2026). Das erklärt den entscheidenden Punkt, den viele Halter erst auf der Rechnung entdecken: Zwei Praxen können für exakt dieselbe Behandlung völlig unterschiedliche Beträge verlangen — beide vollkommen legal.
Welchen Faktor eine Praxis ansetzt, hängt vom Aufwand ab: Schwierigkeit des Falls, Zeitaufwand, örtliche Verhältnisse. Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion das amtliche Gebührenverzeichnis ausgewertet und die Sätze für die häufigsten Leistungen bei Hund und Katze selbst durchgerechnet — inklusive Umsatzsteuer, die im Verordnungstext nämlich nicht enthalten ist.
Ein zweiter Punkt sorgt regelmäßig für Überraschungen: Das Gebührenverzeichnis deckt nur die tierärztliche Leistung ab. Medikamente, Verbands- und Verbrauchsmaterial, Laborkosten und Spezialdiagnostik werden zusätzlich berechnet. Die Zahlen in diesem Ratgeber sind also die Untergrenze dessen, was am Ende auf der Rechnung steht.
Tierarztkosten-Tabelle 2026: Was einzelne Leistungen bei Hund und Katze kosten

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Die folgenden Beträge sind Bruttopreise: Wir haben die Nettosätze aus dem amtlichen Gebührenverzeichnis genommen und 19 Prozent Umsatzsteuer aufgeschlagen (Stand: August 2026). Angegeben sind einfacher, zweifacher und dreifacher Satz — also der komplette legale Preiskorridor.
| Leistung (GOT-Nr.) | 1-facher Satz | 2-facher Satz | 3-facher Satz |
|---|---|---|---|
| Allgemeine Untersuchung mit Beratung (16) | 28,11 € | 56,22 € | 84,32 € |
| Injektionsnarkose intravenös (320) | 28,79 € | 57,57 € | 86,36 € |
| Blutprobenentnahme, venös (627) | 12,21 € | 24,42 € | 36,63 € |
| Röntgenaufnahme, erste und zweite (166) | 31,57 € | 63,14 € | 94,71 € |
| Zahnsteinentfernung mit Politur (932) | 73,74 € | 147,49 € | 221,23 € |
| Kastration Kater (378) | 36,08 € | 72,16 € | 108,24 € |
| Kastration Katze, Ovariektomie (601) | 67,21 € | 134,42 € | 201,63 € |
| Kastration Katze, Ovariohysterektomie (605) | 105,91 € | 211,82 € | 317,73 € |
| Kastration Rüde (377) | 84,01 € | 168,03 € | 252,04 € |
| Kastration Hündin, Ovariektomie (600) | 152,64 € | 305,28 € | 457,92 € |
| Kastration Hündin, Ovariohysterektomie (604) | 228,48 € | 456,96 € | 685,44 € |
| Euthanasie durch Injektion (208) | 36,63 € | 73,26 € | 109,88 € |
Bemerkenswert ist die Spannweite innerhalb einer einzigen Zeile. Die Kastration einer Hündin per Ovariohysterektomie kostet je nach angesetztem Satz zwischen 228,48 € und 685,44 € — ein Unterschied von 456,96 € für denselben Eingriff, ohne Narkose, Medikamente und Nachsorge. Wer vorher nach dem geplanten Satz fragt, weiß, woran er ist.
Ein häufiges Missverständnis betrifft die Kastration von Katzen: Ovariektomie (nur Eierstöcke) und Ovariohysterektomie (Eierstöcke und Gebärmutter) sind zwei verschiedene Positionen mit deutlich unterschiedlichem Preis. Welche Methode angewendet wird, entscheidet die Praxis — nachfragen lohnt sich.
Was heißt „Erstattung von Tierarztkosten bis zum 3-fachen Satz“?
Diese Formulierung stammt aus Versicherungsbedingungen und bedeutet: Der Tarif erstattet Rechnungen bis zur Obergrenze des regulären GOT-Rahmens. Da der normale Rahmen laut Gebührenordnung beim Dreifachen endet, deckt ein solcher Tarif im Praxisalltag den kompletten legalen Spielraum ab.
Der Haken liegt im Notdienst. Dort erlaubt die GOT ausdrücklich das Zwei- bis Vierfache — ein Tarif, der bei 3-fach deckelt, lässt euch bei einer Nachtbehandlung mit dem Rest sitzen. Genau deshalb steht in besseren Bedingungen „bis zum 4-fachen Satz“ oder ausdrücklich „inklusive Notdienst“.
Rechenbeispiel: Eine Untersuchung zum 4-fachen Satz kostet 112,43 € brutto. Ein Tarif mit 3-fach-Deckel erstattet davon maximal 84,32 €. Die Differenz von 28,11 € tragt ihr selbst — bei einer einzelnen Position verschmerzbar, bei einer nächtlichen Notoperation mit Diagnostik, Narkose und Überwachung summiert sich das schnell dreistellig.
Achtet beim Vergleich außerdem auf drei Punkte, die den Erstattungssatz relativieren: eine mögliche Jahreshöchstgrenze, die Selbstbeteiligung (fest oder prozentual) und Wartezeiten nach Vertragsbeginn.
Warum sind die Tierarztkosten so stark gestiegen — und wann steigen sie wieder?
Der Sprung kam nicht schleichend, sondern an einem Stichtag: Mit der Neufassung der GOT zum 22. November 2022 stiegen die Gebühren nach Angaben aus dem Berufsstand im Mittel um rund 25 Prozent, wobei alltägliche Leistungen wie Impfungen und Kastrationen besonders betroffen waren. Davor hatte es über ein Jahrzehnt lang keine grundlegende Anpassung gegeben.
Der Grund für die Reform war handfest: gestiegene Personal-, Energie- und Materialkosten sowie der Fachkräftemangel in der Tiermedizin — die Bundestierärztekammer informiert Halter dazu gesondert. Für Halter fühlte sich das trotzdem wie eine Preiserhöhung über Nacht an — die Leistung war dieselbe, die Rechnung deutlich höher.
Für die Frage, wann es erneut teurer wird, gibt es einen konkreten Termin: Das zuständige Bundesministerium lässt die GOT im Jahr 2026 evaluieren. Vorgesehen ist eine Befragung des Berufsstands im zweiten Quartal 2026, Ergebnisse werden zum Jahresende 2026 erwartet. Eine beschlossene Erhöhung gibt es zum Stand August 2026 nicht — geprüft wird zunächst, ob die Sätze von 2022 noch angemessen sind.
Praktisch heißt das: Wer einen planbaren Eingriff wie eine Kastration oder eine Zahnsanierung ohnehin vor sich herschiebt, hat 2026 noch Kalkulationssicherheit. Ob und wie stark es danach nach oben geht, ist offen.
Was kostet der Notdienst beim Tierarzt?

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Der Notdienst ist der mit Abstand größte Kostentreiber — und der am schlechtesten verstandene. Laut GOT erhöhen sich die einfachen Gebührensätze bei Leistungen in der Nacht, am Wochenende oder an Feiertagen auf das Zweifache und bis auf das Vierfache; zusätzlich steht der Praxis eine Notdienstgebühr von 50 Euro netto zu (Stand: August 2026). Brutto sind das 59,50 €, die anfallen, bevor überhaupt jemand das Tier angesehen hat.
Wir haben durchgerechnet, was das konkret bedeutet. Beispielfall: allgemeine Untersuchung, Injektionsnarkose und zwei Röntgenaufnahmen — dieselben drei Positionen, einmal regulär und einmal im Notdienst.
- Regulär, einfacher Satz: 120,04 € brutto
- Notdienst, zweifacher Satz + Notdienstgebühr: 299,57 € brutto
- Notdienst, vierfacher Satz + Notdienstgebühr: 539,64 € brutto
Dieselbe Behandlung kostet damit im ungünstigsten Fall das 4,5-Fache — allein abhängig davon, wann ihr durch die Tür kommt (eigene Berechnung auf Basis des amtlichen Gebührenverzeichnisses, Stand: August 2026). Das ist keine Willkür der Praxis, sondern exakt das, was die Verordnung vorsieht.
Daraus folgt eine simple Regel, die viel Geld spart: Alles, was bis zum nächsten Werktag warten kann, sollte warten. Bei echten Notfällen — Atemnot, starke Blutung, Verdacht auf Magendrehung, Vergiftung, Unfall — gilt das ausdrücklich nicht. Im Zweifel entscheidet die Gesundheit des Tieres, nicht die Rechnung.
Was tun, wenn man die Tierarztkosten nicht bezahlen kann?

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Sprecht die Praxis direkt an, bevor die Rechnung fällig wird — das ist der wirksamste und meistübersehene Schritt. Tierarztrechnungen sind zivilrechtliche Forderungen, über deren Zahlungsmodalitäten die Praxis selbst entscheiden kann. Eine Ratenzahlung ist Verhandlungssache, aber sie ist möglich.
Diese Wege gibt es in der Praxis:
- Ratenzahlung mit der Praxis vereinbaren: möglichst vor der Behandlung ansprechen, nicht erst nach der Mahnung.
- Abrechnungsdienstleister: Viele Praxen treten Rechnungen an externe Abrechnungsstellen ab, die von sich aus Ratenmodelle anbieten — nachfragen, ob das hier der Fall ist.
- Kostenvoranschlag verlangen: Bei planbaren Eingriffen vorab schriftlich geben lassen, inklusive des geplanten Gebührensatzes.
- Tierschutzvereine und Tiertafeln: Zahlreiche lokale Vereine unterstützen Halter mit geringem Einkommen bei Behandlungskosten — Angebot und Bedingungen unterscheiden sich regional stark.
- Zweitmeinung einholen: Bei teuren, nicht akuten Eingriffen kann sich eine zweite Einschätzung lohnen — sowohl medizinisch als auch preislich.
Was nicht funktioniert: die Rechnung liegen lassen. Aus einer offenen Forderung werden Mahngebühren, Verzugszinsen und im schlechtesten Fall ein Inkassoverfahren — die Summe wächst, statt zu schrumpfen. Wer früh das Gespräch sucht, hat die deutlich besseren Karten.
Beim Bürgergeld gilt: Tierarztkosten für Haustiere zählen nicht zum anerkannten Regelbedarf und werden vom Jobcenter nicht gesondert übernommen. Realistisch bleiben hier Tiertafeln, Tierschutzvereine und Ratenvereinbarungen.
Kann man Tierarztkosten von der Steuer absetzen?
Für ein privat gehaltenes Haustier sind Tierarztkosten steuerlich grundsätzlich nicht absetzbar — sie gelten als Kosten der privaten Lebensführung. Weder als außergewöhnliche Belastung noch als Sonderausgabe lassen sie sich in der Regel geltend machen.
Es gibt jedoch Konstellationen, in denen ein Abzug in Betracht kommt:
- Assistenz- und Blindenführhunde: Kosten können als außergewöhnliche Belastung anerkannt werden, wenn der Hund behinderungsbedingt notwendig ist.
- Beruflich genutzte Tiere: Diensthunde, Herdenschutz- oder Therapiehunde können Betriebsausgaben oder Werbungskosten sein — bei nachweisbarer beruflicher Veranlassung.
- Tierbetreuung als haushaltsnahe Dienstleistung: Betreuung im eigenen Haushalt kann anteilig begünstigt sein — das betrifft aber die Betreuung, nicht die Tierarztrechnung.
Für den Regelfall — Familienhund oder Wohnungskatze — bleibt es dabei: Das Finanzamt beteiligt sich nicht. Umso mehr lohnt es, die Kosten selbst zu steuern: über den Gebührensatz, über die Vermeidung unnötiger Notdienste und über eine passende Absicherung.
Wer zahlt Tierarztkosten bei Fundtieren?
Bei einem Fundtier ist grundsätzlich die Fundbehörde — also die Kommune — zuständig, sobald der Fund ordnungsgemäß gemeldet wurde. Genau darin liegt der entscheidende Punkt: Wer ein verletztes Tier auf eigene Faust zum Tierarzt bringt, ohne den Fund vorher anzuzeigen, bleibt im Zweifel selbst auf der Rechnung sitzen.
Richtige Reihenfolge: Fund beim Ordnungsamt, bei der Polizei oder beim zuständigen Tierheim melden und die Behandlung abstimmen. Bei akuter Lebensgefahr geht die Versorgung natürlich vor — die Meldung dann unmittelbar nachholen und alle Belege aufbewahren.
Welche Versicherung übernimmt die Tierarztkosten?
Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Produkte, und die Verwechslung ist der häufigste Fehler beim Abschluss. Eine Tierkrankenversicherung (Vollschutz) übernimmt ambulante Behandlungen, Diagnostik, Medikamente und Operationen. Eine reine OP-Versicherung zahlt ausschließlich bei chirurgischen Eingriffen — der teure Routinealltag bleibt an euch hängen.
Worauf es beim Vergleich ankommt, unabhängig vom Anbieter:
- Erstattungssatz: bis zum 3-fachen oder 4-fachen GOT-Satz — nur Letzteres deckt den Notdienst vollständig.
- Selbstbeteiligung: fester Betrag pro Fall oder prozentualer Anteil, oft mit spürbarem Beitragseffekt.
- Jahreshöchstgrenze: gedeckelt oder unbegrenzt — bei chronischen Erkrankungen der wichtigste Punkt.
- Wartezeit: Zeitraum nach Vertragsbeginn ohne Leistung, bei Unfällen häufig verkürzt oder entfallend.
- Eintrittsalter und Vorerkrankungen: Je älter das Tier, desto teurer und enger die Annahme — bestehende Diagnosen sind meist ausgeschlossen.
- Direktabrechnung: Rechnet der Versicherer direkt mit der Praxis ab, müsst ihr nicht in Vorleistung gehen.
MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt. Versicherungen bewerten wir wie jeden Deal: nach Bedingungen und realem Preis, nicht nach Werbeversprechen.
Unser Tipp: Tierkrankenversicherung von AGILA
- Kranken- und OP-Schutz für Hund und Katze
- AGILA ist auf Haustierversicherungen spezialisiert und bietet Tarife für Hunde und Katzen — vom reinen OP-Schutz bis zum Vollschutz. Prüft vor dem Abschluss Erstattungssatz, Selbstbeteiligung und Wartezeit gegen die Punkte aus unserer Liste.
So prüfen wir Deals
- Zahlen aus der Primärquelle: Alle Gebührensätze in diesem Ratgeber stammen aus dem amtlichen Gebührenverzeichnis der GOT und wurden von uns selbst auf Bruttopreise umgerechnet.
- Aktualität: Wir prüfen die Rechtslage vor Veröffentlichung und ziehen das „Stand“-Datum bei jedem Update hoch.
- Unabhängig: Unsere Einschätzung ist redaktionell — Partner-Links ändern nichts an der Bewertung.
Nicht in der Gebührenordnung steht, was danach kommt: Das Setzen des Transponders macht der Tierarzt, die Registrierung in einem Heimtierregister ist ein zweiter, kostenloser Schritt. Ein GPS-Tracker ersetzt beides nicht — nach der EU-Verordnung 2026/1818 wird die Chip- und Registrierpflicht für private Hundehalter am 31. August 2036 verbindlich.
Vor einer Flugreise kommt eine weitere Rechnung auf euch zu: Das Bundesministerium empfiehlt, die Transportfähigkeit tierärztlich bestätigen zu lassen, und die EU verlangt Mikrochip, gültige Tollwutimpfung und Heimtierausweis. Zwischen Erstimpfung und Abflug liegen mindestens 21 Tage — welche Fristen sonst noch laufen, steht in unserem Ratgeber zu den Pflichten für die Flugreise mit Hund und Katze.
Vor- & Nachteile einer Tierkrankenversicherung
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Schützt vor vierstelligen Einmalkosten | Beitrag fällt auch ohne Behandlung an |
| Gute Tarife decken den 4-fachen Satz | Vorerkrankungen meist ausgeschlossen |
| Medizinische Entscheidung ohne Kostendruck | Beitrag steigt mit dem Alter des Tieres |
| Direktabrechnung spart Vorleistung | Wartezeiten und Jahreshöchstgrenzen möglich |
Häufige Fragen zu Tierarztkosten
Wie hoch sind die Tierarztkosten für einen Hund?
Eine allgemeine Untersuchung kostet zwischen 28,11 € und 84,32 € brutto, je nach angesetztem Gebührensatz. Eine Kastration beim Rüden liegt zwischen 84,01 € und 252,04 €, bei der Hündin zwischen 152,64 € und 685,44 € — jeweils zuzüglich Narkose, Medikamenten und Material. Die Spannweite ergibt sich aus dem ein- bis dreifachen GOT-Satz.
Was bedeutet der einfache, zweifache und dreifache Satz?
Das Gebührenverzeichnis nennt für jede Leistung einen Grundbetrag — den einfachen Satz. Die Praxis darf diesen je nach Schwierigkeit, Zeitaufwand und örtlichen Verhältnissen bis zum Dreifachen multiplizieren. Alle drei Varianten sind rechtlich zulässig, deshalb unterscheiden sich Rechnungen für dieselbe Behandlung teils erheblich.
Warum sind die Tierarztkosten so gestiegen?
Mit der Neufassung der GOT zum 22. November 2022 stiegen die Gebühren im Mittel um rund 25 Prozent. Hintergrund waren gestiegene Personal-, Energie- und Materialkosten sowie der Fachkräftemangel in der Tiermedizin. Zuvor hatte es über ein Jahrzehnt keine grundlegende Anpassung gegeben, wodurch der Sprung besonders deutlich ausfiel.
Wann werden die Tierarztkosten erhöht?
Zum Stand August 2026 ist keine Erhöhung beschlossen. Das zuständige Bundesministerium lässt die GOT 2026 evaluieren — mit einer Befragung des Berufsstands im zweiten Quartal und Ergebnissen zum Jahresende 2026. Erst danach entscheidet sich, ob die Sätze von 2022 angepasst werden.
Was kostet der Tierarzt-Notdienst?
Im Notdienst gilt der zwei- bis vierfache Satz plus eine Notdienstgebühr von 50 Euro netto, also 59,50 € brutto. Unsere Beispielrechnung aus Untersuchung, Narkose und zwei Röntgenaufnahmen kommt regulär auf 120,04 €, im Notdienst zum vierfachen Satz auf 539,64 € — das 4,5-Fache für dieselbe Leistung.
Welche Versicherung übernimmt alle Tierarztkosten?
Vollständig alles übernimmt kein Tarif. Am nächsten kommt eine Tierkrankenversicherung mit Erstattung bis zum 4-fachen GOT-Satz, ohne Jahreshöchstgrenze und ohne Selbstbeteiligung — diese Kombination ist allerdings die teuerste. Vorerkrankungen bleiben praktisch immer ausgeschlossen.
Was tun, wenn man die Tierarztkosten nicht bezahlen kann?
Sprecht die Praxis frühzeitig auf eine Ratenzahlung an, idealerweise vor der Behandlung. Viele Praxen arbeiten mit Abrechnungsdienstleistern, die Ratenmodelle anbieten. Zusätzlich unterstützen lokale Tierschutzvereine und Tiertafeln Halter mit geringem Einkommen. Die Rechnung unbezahlt liegen zu lassen, verteuert die Sache nur.
Kann man Tierarztkosten von der Steuer absetzen?
Bei privat gehaltenen Haustieren nicht — sie zählen zur privaten Lebensführung. Ausnahmen gibt es bei Assistenz- und Blindenführhunden (außergewöhnliche Belastung) sowie bei beruflich genutzten Tieren wie Diensthunden, wo Betriebsausgaben oder Werbungskosten in Betracht kommen.
Wer zahlt Tierarztkosten bei Fundtieren?
Zuständig ist die Fundbehörde, also in der Regel die Kommune — vorausgesetzt, der Fund wurde ordnungsgemäß gemeldet. Wer ohne vorherige Meldung selbst zum Tierarzt fährt, bleibt häufig auf den Kosten sitzen. Bei akuter Lebensgefahr zuerst behandeln lassen, die Meldung dann sofort nachholen.
Fazit: Den Gebührensatz kennen ist die halbe Ersparnis
Tierarztkosten wirken undurchschaubar, folgen aber einer festen Systematik. Wer den Unterschied zwischen einfachem und dreifachem Satz kennt und weiß, was der Notdienst wirklich kostet, kann viele Rechnungen aktiv beeinflussen — ohne bei der medizinischen Versorgung zu sparen.
- Vorher fragen: Bei planbaren Eingriffen Kostenvoranschlag mit geplantem Gebührensatz geben lassen.
- Notdienst nur im Notfall: Der Faktor 4,5 gegenüber der regulären Sprechstunde ist der teuerste Hebel überhaupt.
- Absicherung prüfen: Nicht auf den Beitrag schauen, sondern auf Erstattungssatz, Selbstbeteiligung und Jahreshöchstgrenze.
Weitere Ratgeber rund um Tierarztkosten
Zu den einzelnen Kostenblöcken haben wir jeweils einen eigenen Ratgeber mit durchgerechneten Beträgen:
- Absicherung im Überblick: Welcher Schutz was leistet, steht im Ratgeber zur Tierkrankenversicherung für Hund und Katze.
- Nur das große Risiko absichern: Bedingungen, Fallen und Kosten erklärt die Hunde-OP-Versicherung.
- Planbarer Eingriff bei der Katze: Alle Sätze und der richtige Zeitpunkt stehen unter Katze kastrieren: Kosten.
- Gesamtbudget für den Hund: Wie sich Steuer, Futter und Tierarzt summieren, zeigt Was kostet ein Hund im Monat.
- Vollschutz für den Hund: Leistungen, Ausschlüsse und rassetypische Fallen erklärt die Hundekrankenversicherung.
- Schutz für die Katze: Warum bei Katzen das Chronische zählt, steht unter Katzenversicherung.
- Schäden an Dritten: Wo sie Pflicht ist und was sie leistet, klärt die Hundehaftpflicht.
- Das erste Jahr: Checkliste und Kosten stehen in der Welpen-Erstausstattung.
- Steuerlich absetzen: Was geht und was nicht, zeigt Tierarztkosten von der Steuer absetzen.
Wer beim Haustier spart, sollte an den richtigen Stellen ansetzen. Wie ihr auch abseits der Tierarztrechnung Fixkosten senkt, zeigt unser Ratgeber zu laufenden Kosten im Haushalt. Wie ein Versicherungswechsel systematisch abläuft, erklären wir am Beispiel der Kfz-Versicherung. Aktuelle Angebote rund um Haustierschutz sammeln wir laufend bei den Tierversicherungs-Deals.