Motatos 2026: Der Shop ist zu — das sind die Alternativen
Motatos gibt es in Deutschland nicht mehr: Der schwedische Rettershop hat den DACH-Markt im Frühjahr 2026 verlassen, letzter Bestelltag war der 4. Mai 2026. Das Geschäft in Deutschland und Österreich hat die österreichische afreshed Group übernommen und führt es seit dem 1. September 2026 unter dem Namen Retterbox weiter. Wir zeigen, was passiert ist, was der Nachfolger anders macht und welche Alternativen es sonst gibt. Stand: September 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Motatos.de nimmt seit dem 4. Mai 2026 keine Bestellungen mehr an.
- Nachfolger ist Retterbox: 20 Euro Mindestbestellwert, Gratisversand ab 45 Euro.
- Motatos startete 2020 in Deutschland und kam auf rund 300.000 Kunden.
- Alternativen sind Retterbox, SIRPLUS und die Abhol-App Too Good To Go.
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Gibt es Motatos in Deutschland noch?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Nein. Motatos hat den deutschen Markt verlassen. Auf motatos.de steht seit dem Frühjahr 2026 eine Abschiedsseite mit dem Satz: „Der 04. Mai 2026 ist der letzte Tag, an dem du eine Bestellung aufgeben kannst.“ Neue Bestellungen sind seitdem nicht mehr möglich.
Ursprünglich war ein späterer Termin geplant. Motatos schreibt dazu selbst: „Da wir unsere Ware deutlich schneller abverkauft haben, als ursprünglich geplant mussten wir den Termin nach vorne verlegen.“ Der Räumungsverkauf lief also schneller als gedacht — deshalb kursieren in Berichten unterschiedliche Enddaten.
Offene Bestellungen wurden noch ausgeliefert. Der Kundenservice ist weiterhin per E-Mail erreichbar, allerdings nur für Rückfragen zu alten Bestellungen und für Reklamationen. Wer heute nach Motatos sucht, landet auf einer Seite, die selbst auf einen Nachfolger verweist.
Der Rückzug betrifft nicht nur Deutschland, sondern die gesamte DACH-Region. Auch in Österreich und der Schweiz ist der Shop dicht. In den nordischen Ländern läuft Motatos dagegen normal weiter.
Warum hat Motatos Deutschland verlassen?
Motatos begründet den Rückzug mit der Konzentration auf profitables Wachstum in den nordischen Ländern. Angesichts der aktuellen Marktdynamik bündele man die Kräfte dort, wo das Unternehmen herkommt. Konkrete Pläne für eine Rückkehr nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz gibt es nicht.
Das ist bemerkenswert, weil der Shop keineswegs winzig war. Seit dem Start in Deutschland im Jahr 2020 hatte Motatos nach eigenen Angaben rund 300.000 aktive Kundinnen und Kunden und einen Umsatz von über 35 Millionen Euro aufgebaut. Trotzdem reichte das offenbar nicht für ein tragfähiges Geschäft.
Der Grund liegt im Modell selbst. Restposten-Handel lebt von zwei Dingen: günstig eingekaufter Überschussware und niedrigen Logistikkosten. Beides ist beim deutschlandweiten Paketversand von Lebensmitteln schwer zu halten. Jede Palette Konserven muss einzeln kommissioniert, verpackt und verschickt werden.
Dazu kommt der Wettbewerb. Discounter senken ihre Preise selbst, Supermärkte verkaufen Ware mit kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum inzwischen aktiv vergünstigt, und Apps holen Überschüsse direkt im Laden ab. Wie sich diese Wege unterscheiden, zeigen wir im Überblick zum Thema Lebensmittel retten.
Was war Motatos — und warum hieß der Shop früher anders?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Motatos war ein Online-Shop für Überschussware aus der Lebensmittelindustrie. Verkauft wurde, was im normalen Handel nicht mehr durchkommt: Überproduktion, geänderte Verpackungen, ausgelaufene Rezepturen, Saisonartikel nach der Saison und Ware mit kurzem oder bereits überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum.
Gegründet wurde das Unternehmen 2014 in Schweden — und zwar unter dem Namen Matsmart. Der Name bedeutet frei übersetzt „clever mit Essen“. Für den Auftritt außerhalb Skandinaviens legte sich das Unternehmen später die Marke Motatos zu; in Schweden laufen beide Namen bis heute nebeneinander.
Das Sortiment bestand überwiegend aus haltbaren Trockenprodukten: Konserven, Nudeln, Süßwaren, Getränke, Kaffee, Snacks, dazu Drogerie- und Haushaltsartikel. Frischware gab es nicht — und das ist bei allen Versandrettern so, denn Kühlkette und Paketversand vertragen sich schlecht.
Der Preisvorteil war real, aber nicht bei jedem Artikel. Testberichte nennen Spannen von rund 20 bis 65 Prozent gegenüber dem üblichen Verkaufspreis, bei einzelnen Markenartikeln auch mehr. Wer wahllos in den Warenkorb legte, zahlte dagegen bei manchen Positionen den normalen Supermarktpreis.
Wer hat das Geschäft übernommen? Retterbox im Überblick
Das DACH-Geschäft von Motatos hat die österreichische afreshed Group übernommen — über ein Übergangs- und Kooperationsabkommen, nicht über einen klassischen Firmenkauf. Kundendaten wurden dabei ausdrücklich nicht übertragen. Seit dem 1. September 2026 betreibt die Gruppe den neuen Shop Retterbox.
afreshed wurde 2021 gegründet, beschäftigt rund 45 Mitarbeitende und liegt beim Jahresumsatz nahe an zehn Millionen Euro. Zur Gruppe gehören außerdem die österreichische Bio-Kistenmarke afreshed und der deutsche Anbieter etepetete. Retterbox ist damit die dritte Marke im Haus.
| Kennzahl | Motatos (bis Mai 2026) | Retterbox |
|---|---|---|
| Mindestbestellwert | rund 25 Euro | 20 Euro |
| Gratisversand ab | 40 Euro | 45 Euro |
| Liefergebiet | DE, AT, CH | DE, AT |
Stand 07.09.2026. Die Motatos-Werte stammen aus der Zeit vor der Schließung und dienen nur dem Vergleich — der Shop nimmt keine Bestellungen mehr an. Retterbox berechnet unterhalb der Freigrenze 6,95 Euro Versand.
Das Sortiment ist zum Start deutlich kleiner als bei Motatos: rund 400 bis 500 Artikel aus dem Trockensortiment in etwa zehn Kategorien, von Süßwaren über Saucen und Gewürze bis zu Sportnahrung und Kaffee. Versendet wird aus einem Zentrallager bei Wien.
Retterbox wirbt mit durchschnittlich rund 50 Prozent Ersparnis auf den gesamten Einkauf. Als Rabattgründe nennt der Shop Überbestände, kurzes Mindesthaltbarkeitsdatum, Saisonende, Verpackungswechsel, Rezepturänderungen und Auslistungen — also genau die Kategorien, die auch Motatos bedient hat.
Welche Alternativen zu Motatos gibt es sonst?

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Es gibt drei Wege, die sich klar unterscheiden: Versandhandel mit Restposten, Abholung von Überschüssen im Laden und den ganz normalen Preisvergleich im Supermarkt. Wer Motatos wegen der Trockenware genutzt hat, findet den direkten Ersatz nur beim Versandhandel.
- Retterbox: der offizielle Nachfolger, Trockensortiment, Versand nach Deutschland und Österreich, Mindestbestellwert 20 Euro.
- SIRPLUS: Berliner Anbieter seit 2017, Einzelartikel und vorgepackte Retterboxen, Gratisversand ab 39,90 Euro. Details im Ratgeber zu SIRPLUS.
- Too Good To Go: keine Lieferung, sondern Abholung von Überraschungstüten im Laden. Wie das läuft, steht im Ratgeber zu Too Good To Go.
- Supermarkt-Lieferdienste: volles Sortiment inklusive Frische, dafür ohne Rettungsrabatt — der Vergleich steht im Überblick zum Lebensmittel-Lieferdienst.
Wichtig ist die richtige Erwartung: Ein Rettershop ist kein Vollsortimenter. Ihr könnt dort keinen Wocheneinkauf erledigen, weil Frische, Kühlware und viele Grundnahrungsmittel schlicht nicht im Angebot sind. Der Einkauf ergänzt den normalen Einkauf, er ersetzt ihn nicht.
Was war bei Motatos wirklich billiger — und was nicht?
Günstig waren vor allem Markenartikel im Trockensortiment: Süßwaren, Riegel, Konserven, Saucen, Getränkepulver, Kaffee und Kosmetik. Dort lagen die Preise häufig deutlich unter dem Supermarktniveau, weil die Ware ohnehin nicht mehr in den regulären Handel gekommen wäre.
Nicht günstig waren Basisprodukte, die schon beim Discounter wenig kosten. Bei Nudeln, Reis, Mehl oder Eigenmarken-Konserven gibt es kaum Spielraum nach unten — und der Versandkostenanteil frisst den Rest. Dieselbe Rechnung gilt heute bei Retterbox und SIRPLUS.
Zwei Posten entscheiden über den echten Vorteil. Erstens die Versandkosten: Wer knapp unter der Freigrenze bleibt, zahlt bei Retterbox 6,95 Euro obendrauf und macht damit die Ersparnis eines kleinen Warenkorbs zunichte. Zweitens die Menge: Rettersortimente kommen oft in Großgebinden oder Mehrfachpackungen.
Unsere Empfehlung ist deshalb simpel: Legt vor dem Kauf zwei bis drei Referenzpreise fest, die ihr sicher kennt, und prüft die Bestellung daran. Wer nur auf den durchgestrichenen Preis schaut, kauft am Ende mehr, als er spart. Mehr dazu im Discounter-Preisvergleich.
Wie erkennt ihr, ob gerettete Lebensmittel noch gut sind?

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Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Es gibt an, bis wann der Hersteller Aussehen, Geruch und Geschmack garantiert — nicht, ab wann ein Produkt schlecht ist. Bei Nudeln, Reis, Konserven, Salz, Zucker, Kaffee oder Schokolade liegt der reale Zeitraum weit darüber.
Der Verkauf nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist in Deutschland erlaubt, solange die Ware einwandfrei ist und der Zustand kenntlich gemacht wird. Genau darauf bauen alle Rettershops auf. Streng geregelt ist dagegen das Verbrauchsdatum auf leicht verderblicher Ware wie Hackfleisch oder frischem Fisch — danach darf nichts mehr verkauft werden.
In der Praxis hilft die alte Regel: schauen, riechen, probieren. Aufgeblähte Konserven, verschimmelte Stellen, ranziger Geruch bei Nüssen und Ölen oder ein aufgebrochenes Siegel sind Ausschlusskriterien. Grau verfärbte Schokolade dagegen ist harmlos, das ist nur ausgetretenes Fett.
Ein Hinweis zur Rückgabe: Bei Lebensmitteln und bei geöffneten Verpackungen ist das Widerrufsrecht aus Hygienegründen ausgeschlossen. Reklamieren könnt ihr trotzdem, wenn Ware beschädigt ankommt oder etwas fehlt — das ist ein Mangel und kein Widerruf.
Eine vierte, kostenlose Alternative sind die öffentlichen Fairteiler von foodsharing, von denen der Verein in Deutschland über 1.000 zählt. Am 26. September 2026 kommen 42 Aktionsorte dazu, an denen gerettete Lebensmittel ohne Anmeldung verteilt werden; die Details stehen im Überblick zum Tag der Lebensmittelrettung.
Vor- & Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Nachfolger Retterbox liefert weiter nach Deutschland | Motatos-Konto und Guthaben sind nicht übertragbar |
| Mindestbestellwert mit 20 Euro niedriger als vorher | Gratisversand erst ab 45 statt ab 40 Euro |
| Markenartikel oft deutlich unter Supermarktpreis | Startsortiment mit rund 400 Artikeln klein |
| Rettet Ware, die sonst vernichtet würde | Keine Frischware, kein Wocheneinkauf möglich |
Häufige Fragen zu Motatos
Kann ich bei Motatos noch bestellen?
Nein. Der letzte Bestelltag war der 4. Mai 2026. Der Shop nimmt seitdem keine Bestellungen mehr an, die Seite zeigt nur noch eine Abschiedsmitteilung und den Hinweis auf den Nachfolger.
Was passiert mit meinem Motatos-Guthaben?
Kundendaten wurden beim Übergang an die afreshed Group ausdrücklich nicht übertragen. Wer noch offene Ansprüche, Gutscheine oder Reklamationen hat, wendet sich an den Motatos-Kundenservice per E-Mail. Bei Retterbox müsst ihr ein neues Konto anlegen.
Hieß Motatos früher Matsmart?
Ja. Das Unternehmen wurde 2014 in Schweden als Matsmart gegründet. Motatos ist der Markenname, unter dem der Shop international auftrat — in Schweden werden beide Namen bis heute parallel geführt.
Ist Retterbox dasselbe wie Motatos?
Nein, es ist ein eigenständiger Shop. Die österreichische afreshed Group hat das DACH-Geschäft über ein Übergangs- und Kooperationsabkommen übernommen und betreibt Retterbox seit dem 1. September 2026 mit eigenem Lager bei Wien und eigenem Sortiment.
Warum gibt es Motatos in Schweden weiter?
Das Unternehmen konzentriert sich nach eigener Aussage auf profitables Wachstum in den nordischen Ländern. Dort ist die Marke seit 2014 etabliert, die Logistikwege sind kürzer und die Marktposition ist stärker als in Deutschland.
Sind Lebensmittel nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch essbar?
In aller Regel ja. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist eine Qualitätsgarantie des Herstellers, kein Verfallsdatum. Der Verkauf danach ist erlaubt, wenn die Ware einwandfrei ist. Anders beim Verbrauchsdatum auf leicht verderblicher Ware — das ist eine harte Grenze.
Kommt Motatos nach Deutschland zurück?
Danach sieht es nicht aus. Das Unternehmen erklärt, es gebe derzeit keine konkreten Pläne für eine Rückkehr in die DACH-Märkte. Wer den Shop vermisst, ist mit Retterbox oder SIRPLUS besser bedient als mit Warten.
Fazit: Der Shop ist weg, das Sparmodell nicht
Motatos ist in Deutschland Geschichte. Das ändert aber nichts daran, dass Restposten-Shops funktionieren: Retterbox führt das Geschäft mit niedrigerem Mindestbestellwert weiter, SIRPLUS ist seit 2017 im Markt, und Too Good To Go deckt den Teil ab, den kein Versender abdecken kann.
Drei Faustregeln für den Einkauf beim Retter:
- Referenzpreise mitbringen — bei Basisprodukten ist der Discounter fast immer günstiger.
- Über die Versandgrenze kommen — 6,95 Euro Versand fressen jede kleine Ersparnis auf.
- Nur kaufen, was ihr wirklich verbraucht — sonst rettet ihr die Ware nur in den eigenen Mülleimer.
Welche Wege es außerdem gibt, steht in unserem Überblick zum Lebensmittel retten. Die tagesaktuellen Angebote findet ihr wie immer auf MonsterDealz.