Gemüsebrühe im Test: Was Öko-Test an 27 Brühen aus dem Supermarkt bemängelt
Gemüsebrühe im Test: Öko-Test hat 27 trockene Gemüsebrühen aus dem Glas untersucht, nur zwei sind „sehr gut“ – die Knorr Bio Gemüse-Bouillon und die Rewe Bio Gemüsebrühe mit 20 % Gemüse. Fünf der zehn konventionellen Brühen fallen durch, vor allem wegen Pestizid-Mehrfachrückständen, in zwei Fällen mit dem in der EU nicht mehr zugelassenen Insektizid Clothianidin. Stand: September 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Öko-Test hat im Heft Oktober 2026 (online seit 24. September 2026) 27 Gemüsebrühen und -bouillons geprüft, 17 davon mit Bio-Siegel. Getestet wurde nur trockene Brühe, keine Paste, keine Würfel.
- Alle 17 Bio-Brühen schneiden mindestens „gut“ ab. Von den zehn konventionellen Produkten fällt jedes zweite mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch.
- Hauptkritik sind Pestizide: In fast allen konventionellen Brühen fand das Labor mindestens einen Wirkstoff, meist mehrere. Clothianidin steckte in der Knorr Gemüse-Bouillon und der Cook! Klare Gemüse-Bouillon von Norma.
- Der Salzanteil im Pulver liegt zwischen 44 und 60 Prozent. Öko-Test zieht eine Note ab, wenn die fertige Brühe mehr als 0,90 Gramm Salz je 100 Milliliter enthält.
- Ein Liter fertige Brühe kostet laut Öko-Test 14 bis 42 Cent. Der Testsieger von Rewe liegt mit 20 Cent unter der durchgefallenen Knorr-Brühe mit 27 Cent.
Anzeige / Transparenz: Dieser Artikel enthält keine Partner-Links zu Anbietern. Die Testergebnisse stammen von Öko-Test und aus Berichten über das Heft, die Preis- und Kostenrechnungen sind eigene Berechnungen auf dieser Grundlage. Sollten wir an anderer Stelle auf Angebote verweisen, erhalten wir beim Kauf über einen solchen Link eine kleine Provision. Für euch bleibt der Preis identisch.
Gemüsebrühe im Test: Was hat Öko-Test untersucht?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Öko-Test hat 27 trockene Gemüsebrühen und Gemüsebouillons aus Supermärkten, Discountern, Bio-Märkten und Drogerien eingekauft, 17 davon mit Bio-Siegel. Der Test erschien laut Öko-Test am 24. September 2026 online und im Magazin Oktober 2026. Wer beim Einkauf auf Nummer sicher gehen will, möchte vor allem wissen, welches Glas im Regal ohne versteckte Probleme auskommt – genau darauf zielt der Test.
Gemüsebrühe ist ein Würzmittel aus Salz, getrocknetem Gemüse, Kräutern und oft Fett, Stärke oder Aroma, das mit Wasser zu einer klaren Brühe angerührt wird. Für die Produkte gelten die Europäischen Beurteilungsmerkmale für Brühen und Consommés; hatte ein Hersteller keine Brühe im Sortiment, nahm Öko-Test seine „Klare Gemüsesuppe“, für die dieselben Merkmale gelten.
Die Auswahl folgte festen Regeln. Öko-Test griff vorzugsweise zu Produkten im Glas, Nachfüllbeutel und Brühwürfel blieben außen vor. Hatte eine Marke mehrere Gemüsebrühen im Angebot, kam die mit dem höchsten Gemüseanteil in den Test. Das ist wichtig für die Einordnung: Über Würfel, Pasten oder Varianten mit weniger Gemüse sagt das Ergebnis nichts.
Welche Kriterien entscheiden über die Note?
Das Labor suchte nach einem breiten Spektrum an Pestiziden und nach Mineralölbestandteilen (MOSH und MOAH). Es maß den Natriumgehalt, um den deklarierten Salzgehalt zu überprüfen, kontrollierte „glutenfrei“-Angaben und untersuchte die Verpackung auf chlorierte Verbindungen. Über die Zutatenliste erfasste Öko-Test den Gemüseanteil, Aromen, Geschmacksverstärker und zugesetzten Zucker.
Wichtig für das Lesen der Noten: Öko-Test schreibt in seiner Bewertungsmatrix ausdrücklich, dass es sich bei den genannten Abwertungsgrenzen, soweit nicht anders angegeben, nicht um gesetzliche Grenzwerte handelt, sondern um solche, die die Redaktion selbst festgesetzt hat. Ein „ungenügend“ heißt also nicht, dass ein Produkt verboten oder zurückgerufen wäre. Es heißt, dass es die strengeren Maßstäbe von Öko-Test deutlich verfehlt.
Welche Gemüsebrühe ist die beste? Testsieger und Durchfaller
Nur zwei von 27 Gemüsebrühen erhalten das Urteil „sehr gut“: die Knorr Bio Gemüse-Bouillon und die Rewe Bio Gemüsebrühe mit 20 % Gemüse. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur, die das Heft ausgewertet hat, in einer bei web.de veröffentlichten Meldung vom 24. September 2026. Öko-Test selbst nennt auf seiner frei zugänglichen Seite die Zahl der „sehr guten“ Produkte, die Einzelnoten stehen im kostenpflichtigen Test.
Laut derselben dpa-Meldung schneiden alle 17 Bio-Produkte mindestens mit „gut“ ab. Bei den konventionellen Brühen gibt es neben fünf Testverlierern zwei „gute“ und drei „ausreichende“ Produkte. Daraus ergibt sich diese Verteilung:
| Gesamturteil | Produkte | davon mit Bio-Siegel |
|---|---|---|
| sehr gut | 2 | 2 |
| gut | 17 | 15 |
| ausreichend | 3 | 0 |
| mangelhaft | 3 | 0 |
| ungenügend | 2 | 0 |
Eigene Zusammenstellung nach den Angaben von Öko-Test (27 Produkte, 17 mit Bio-Siegel) und der dpa-Meldung zum Heft Oktober 2026. Die Aufteilung auf „mangelhaft“ und „ungenügend“ folgt dem Bericht von heidelberg24.de. Stand: 24. September 2026.
Welche Brühen sind durchgefallen?
Fünf Produkte fallen durch, und alle fünf sind konventionell. Mit „ungenügend“ bewertet Öko-Test nach einem Bericht von heidelberg24.de die Knorr Gemüse-Bouillon von Unilever und die Cook! Klare Gemüse-Bouillon von Norma, beide mit Clothianidin. „Mangelhaft“ sind demnach die Le Gusto Klare Gemüsebrühe von Aldi, die Gut & Günstig Klare Gemüsebrühe von Edeka und die K-Classic Gemüsebrühe von Kaufland.
Auffällig ist das Markenpaar: Knorr stellt mit der Bio-Bouillon einen der beiden Testsieger und mit der konventionellen Bouillon einen der beiden Schlusslichter. Der Name auf dem Glas sagt also wenig, die Zeile „Bio“ auf dem Etikett in diesem Test deutlich mehr.
Pestizide in Gemüsebrühe: Was das Labor gefunden hat

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Pestizide sind der wichtigste Grund für die schlechten Noten: Laut Öko-Test hat das Labor in einigen Brühen mindestens einen, meistens sogar mehrere Wirkstoffe nachgewiesen. In der dpa-Meldung zum Heft heißt es, in fast allen Brühen mit Gemüse aus konventionellem Anbau sei das der Fall gewesen. Öko-Test sieht solche Mischungen kritisch, weil Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Pestiziden nach Auffassung der Redaktion nicht ausreichend erforscht sind.
Die Bewertung ist gestaffelt. Zwei bis sechs Pestizide in einem Produkt kosten eine Note, sieben bis 14 zwei Noten, mehr als 14 vier Noten. Zusätzlich zählt Öko-Test die „besonders bedenklichen“ Wirkstoffe und die in der EU nicht mehr zugelassenen Stoffe getrennt, jeweils ab einem Gehalt von mehr als 0,010 Milligramm pro Kilogramm. Bei Bio-Produkten führt jeder Pestizidgehalt über 0,010 Milligramm pro Kilogramm zur Abwertung um zwei Noten.
Welche Wirkstoffe stuft Öko-Test als besonders bedenklich ein?
Drei Pestizide aus den Laborberichten ordnet Öko-Test als „besonders bedenklich“ ein. Das Fungizid Difenoconazol steht nach Einstufung der Europäischen Chemikalienagentur unter Krebsverdacht und wirkt gewässertoxisch. Das Insektizid Clothianidin und das Fungizid Pyraclostrobin gelten als vermutlich reproduktionstoxisch, Clothianidin wird vom Pestizid-Aktions-Netzwerk zusätzlich als hoch bienentoxisch eingestuft.
Clothianidin gehört zu den Neonikotinoiden und ist im Freiland seit Jahren tabu. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat die Zulassungen der Freilandanwendungen zum 18. September 2018 widerrufen, nachdem die EU-Kommission die Verwendung auf dauerhafte Gewächshäuser beschränkt hatte. Öko-Test schreibt, der Wirkstoff habe seit 2019 gar keine EU-Zulassung mehr.
Wie kommt ein verbotenes Pestizid in die Brühe?
Die wahrscheinlichste Erklärung liegt in der Herkunft des Gemüses. Öko-Test hat alle Anbieter gefragt, woher ihr Gemüse stammt, und nach eigener Aussage erfahren, dass es sehr häufig von außerhalb der EU kommt. Etliche Hersteller nannten Indien, China oder Ägypten; die Redaktion hält es für gut möglich, dass Clothianidin mit dem Gemüse eingeschleppt wurde. Ein Anbauverbot in der EU gilt eben nur für Felder in der EU.
Für euch als Käufer ist die Herkunft auf dem Glas meist nicht erkennbar. Das Bio-Siegel ist in diesem Test der verlässlichere Hinweis, weil synthetische Pestizide im Bio-Anbau nicht erlaubt sind und Öko-Test Rückstände bei Bio-Produkten besonders streng abwertet.
Wie hoch ist der Salzgehalt in den als gesund vermarkteten Brühen?
Salz ist in jeder getesteten Gemüsebrühe die Hauptzutat, der Anteil liegt laut Öko-Test zwischen 44 und 60 Prozent. Salz steht deshalb immer an erster Stelle der Zutatenliste, auch bei den Bio-Produkten. Das gilt ausdrücklich auch für Gläser, die mit „natürlich“ oder „nur Gemüse“ werben.
Öko-Test orientiert sich an einem Zielwert aus Großbritannien. Dort sollen zubereitete Brühen nach der nationalen Salzreduktionsstrategie nicht mehr als 0,90 Gramm Salz je 100 Milliliter enthalten. Liegt der deklarierte Salzgehalt der fertigen Brühe darüber, zieht Öko-Test eine Note ab. Nach eigener Aussage überschreiten „sehr viele“ Gemüsebrühen im Test diese Schwelle.
Was das auf dem Teller bedeutet, zeigt eine einfache Rechnung. Ein Teller mit 250 Millilitern Brühe enthält an der Schwelle von 0,90 Gramm je 100 Milliliter bereits 2,25 Gramm Salz. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung schreibt: „Für die Speisesalzzufuhr wird ein Orientierungswert von bis zu 6 g Speisesalz/Tag angegeben.“ Ein Teller Brühe deckt damit rund 37,5 Prozent dieses Tageswerts, zwei Teller drei Viertel. Wer mehr darüber wissen will, wie viel Salz in gekörnter Brühe steckt und wie eine selbst gekochte Brühe im Vergleich abschneidet, findet das im Ratgeber Gemüsebrühe selber machen.
Öko-Test prüft außerdem, ob der gemessene Salzgehalt zur Angabe auf der Packung passt. Weicht er stärker ab als die EU-Toleranzen für die Nährwertkennzeichnung erlauben, kostet das eine weitere Note. Der praktische Rat der Redaktion ist schlicht: Nachsalzen lässt sich eine Brühe problemlos, zu viel Salz dagegen nicht wieder herausholen.
Gesunde Gemüsebrühe ohne Hefeextrakt: Aroma, Geschmacksverstärker und Hefeextrakt

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Aromen und Geschmacksverstärker kosten im Öko-Test pauschal eine Note, Hefeextrakt dagegen nicht, weil er rechtlich eine normale Zutat ist. Das Verbraucherportal Lebensmittelklarheit der Verbraucherzentralen fasst die Rechtslage so zusammen: „Hefeextrakt zählt rechtlich nicht als Zusatzstoff, enthält aber von Natur aus Glutamat, also eine Aminosäure mit geschmacksverstärkender Wirkung.“ (Stand der Seite: 2. Februar 2023).
Der Unterschied steht in der Zutatenliste. Isolierte Glutamate sind Zusatzstoffe mit den E-Nummern E 620 bis E 625 und müssen mit Funktion und Namen gekennzeichnet werden, etwa als „Geschmacksverstärker: Natriumglutamat“ oder „Geschmacksverstärker: E 621“. Hefeextrakt erscheint dagegen nur als „Hefeextrakt“. Deshalb darf ein Glas mit Hefeextrakt „ohne Zusatzstoff Geschmacksverstärker“ tragen – was Lebensmittelklarheit kritisiert, weil es falsche Erwartungen weckt.
Öko-Test begründet die Abwertung von Aromen und Geschmacksverstärkern mit einem Satz, der die Haltung der Redaktion zusammenfasst: „Guter Geschmack lässt sich bei einem Produkt wie Gemüsebrühe problemlos mit hochwertigen Zutaten wie Gemüse und Kräutern herstellen.“ Dazu verweist die Redaktion auf wissenschaftliche Hinweise, dass zugesetzte Aromen zu übermäßigem Essen beitragen können.
Wie erkenne ich versteckte Geschmacksverstärker in Gemüsebrühe?
Drei Begriffe in der Zutatenliste deuten auf eine geschmacksverstärkende Wirkung hin, auch wenn das Wort „Geschmacksverstärker“ fehlt: Hefeextrakt, Würze und Aroma. Wer das vermeiden will, sucht gezielt nach Gläsern mit dem Hinweis „ohne Hefe“ oder „hefefrei“. Im aktuellen Öko-Test tragen drei Bio-Produkte diesen Zusatz schon im Namen: die Alnatura Gemüse-Bouillon ohne Hefeextrakt, die Bio Zentrale Gemüsebrühe ohne Hefezusatz und die Dennree Gemüsebrühe hefefrei; dazu kommt die Rapunzel Klare Gemüsesuppe ohne Hefe.
Auch die Stiftung Warentest kam in ihrem Bericht über einen Test des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation zum selben Befund: Konventionelle Produkte enthielten laut Etikett häufig Geschmacksverstärker, Bio-Produkte kamen ohne aus und setzten mitunter Hefeextrakt ein. Wer auch diesen meiden möchte, greift laut test.de zu hefefreien Produkten.
Unterschied Bio-Gemüsebrühe und konventionell – und was ein Liter kostet

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Ein Liter fertige Gemüsebrühe kostet nach der Rechnung von Öko-Test zwischen 14 und 42 Cent, und die Bio-Brühen im Test sind im Schnitt nur wenige Cent teurer. Öko-Test hat für jedes Produkt ausgerechnet, was ein Liter nach Packungsanleitung kostet, weil die Brühen unterschiedlich ergiebig sind. Acht konventionelle Eigenmarken liegen bei 14 Cent, neun Bio-Brühen bei genau 20 Cent.
Das macht einen Preisvergleich über die Qualität hinweg ungewöhnlich einfach. Der Testsieger von Rewe kostet 20 Cent je Liter und damit weniger als die durchgefallene Knorr Gemüse-Bouillon mit 27 Cent. Die teuerste Brühe im Test ist die Maggi Bio Gemüse-Bouillon mit 42 Cent je Liter.
| Produkt oder Gruppe | Preis je Liter | Kosten für 52 Liter im Jahr |
|---|---|---|
| Acht konventionelle Eigenmarken | 14 Cent | 7,28 Euro |
| Rewe Bio Gemüsebrühe (sehr gut) | 20 Cent | 10,40 Euro |
| Knorr Gemüse-Bouillon (ungenügend) | 27 Cent | 14,04 Euro |
| Knorr Bio Gemüse-Bouillon (sehr gut) | 34 Cent | 17,68 Euro |
| Maggi Bio Gemüse-Bouillon | 42 Cent | 21,84 Euro |
Preise je Liter zubereiteter Brühe laut Öko-Test (Einkauf für das Heft Oktober 2026), keine tagesaktuellen Händlerpreise. Jahreskosten: eigene Berechnung von MonsterDealz mit einem Liter Brühe pro Woche. Die acht Eigenmarken zu 14 Cent sind Le Gusto (Aldi), Gut & Günstig (Edeka), K-Classic (Kaufland), Kania (Lidl), Carat (Netto), Cook! (Norma), Würz & Co (Penny) und Ja! (Rewe).
Laut unserer Rechnung kostet der Umstieg von der billigsten konventionellen Brühe auf den Testsieger von Rewe bei einem Liter pro Woche 3,12 Euro im Jahr, also sechs Cent je Liter. Wer von der konventionellen Knorr-Bouillon auf deren Bio-Variante wechselt, zahlt 3,64 Euro im Jahr mehr. Beide Beträge sind klein genug, dass der Preis bei Gemüsebrühe kaum ein Argument gegen Bio ist.
Wer steckt hinter den Eigenmarken?
Öko-Test nennt bei vielen Eigenmarken den Hersteller in Klammern, und zwei Namen tauchen immer wieder auf. Hügli liefert laut Testliste acht Produkte, darunter den Testsieger Rewe Bio und die „mangelhafte“ K-Classic von Kaufland. Landena Wels steht hinter vier Brühen, darunter die Bio-Brühen von Lidl und Penny sowie die durchgefallenen Produkte Le Gusto von Aldi und Cook! von Norma. Derselbe Hersteller kann also je nach Rezeptur und Rohware für einen Handelspartner eine sehr gute und für einen anderen eine mangelhafte Brühe abfüllen.
Das passt zu dem, was wir im Ratgeber zu Eigenmarken und Markenprodukten beschrieben haben: Der gleiche Betrieb ist ein Hinweis, aber kein Beweis für die gleiche Qualität. Wie groß der Preisabstand zwischen Discounter und Supermarkt insgesamt ausfällt, zeigt unser Discounter-Preisvergleich.
Worauf bei Gemüsebrühe-Inhaltsstoffen achten: die Checkliste fürs Etikett
Vier Angaben auf dem Glas reichen, um die Stärken und Schwächen aus dem Öko-Test selbst im Regal zu erkennen: Bio-Siegel, Gemüseanteil, Salz je 100 Milliliter und die ersten Zutaten. Laut Öko-Test reicht die Spanne beim Gemüseanteil von 32,5 bis sieben Prozent, und niedrige Anteile gehen häufig mit viel Salz und Aroma einher. Das Produkt mit dem wenigsten Gemüse gehört nach Angaben der Redaktion zu den salzigsten im Test und setzt zusätzlich Aromastoffe ein, die Bouillon mit dem meisten Gemüse verzichtet auf Aromen.
- Bio-Siegel: In diesem Test schnitten alle 17 Bio-Brühen mindestens „gut“ ab, von den zehn konventionellen nur zwei.
- Gemüseanteil: Steht als Prozentangabe in der Zutatenliste oder im Namen. Je höher, desto weniger müssen Hersteller laut Öko-Test mit Salz oder Füllstoffen ausgleichen.
- Salz: In der Nährwerttabelle nach dem Wert je 100 Milliliter zubereiteter Brühe suchen. Alles über 0,90 Gramm überschreitet den Maßstab, den Öko-Test ansetzt.
- Aroma und Hefeextrakt: „Aroma“, „natürliches Aroma“ und „Geschmacksverstärker“ kosten im Test eine Note. Hefeextrakt wird nicht abgewertet, wirkt aber ähnlich.
- Zucker: Zugesetzter Zucker gehört nicht in eine Gemüsebrühe; Öko-Test hat ihn per Deklaration erfasst.
Einen eigenen, aktuellen Test von Gemüsebrühe hat die Stiftung Warentest nicht veröffentlicht. Auf test.de steht nur der Bericht über den österreichischen Test aus dem Dezember 2023 mit 58 Suppenpulvern und -würfeln, darunter 35 Gemüsebrühen; zwei Drittel schnitten dort mit „sehr gut“ oder „gut“ ab. Der aktuelle Öko-Test ist damit die neueste deutsche Laboruntersuchung zu Gemüsebrühe.
Ein Hinweis zu Umweltversprechen auf der Packung: Öko-Test wertet Umweltauslobungen ohne nachprüfbare Fundstelle ab. Die neuen Regeln im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, die laut Öko-Test am 27. September 2026 in Kraft treten, spielten für diesen Test noch keine Rolle, weil die Produkte vorher eingekauft wurden. Wer seinen Wocheneinkauf generell günstiger aufstellen will, findet im Ratgeber Sparen im Alltag die Hebel mit der größten Wirkung.
Vor- & Nachteile von Gemüsebrühe aus dem Glas
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Günstig: Ein Liter kostet laut Öko-Test 14 bis 42 Cent, Bio-Eigenmarken meist 20 Cent | Salz ist immer die Hauptzutat, der Anteil im Pulver liegt bei 44 bis 60 Prozent |
| Alle 17 Bio-Brühen im Test sind mindestens „gut“ | Jede zweite konventionelle Brühe fällt durch, meist wegen Pestiziden |
| In zwei Minuten fertig, lange haltbar und ohne Platzbedarf im Gefrierfach | Gemüse stammt häufig aus Ländern außerhalb der EU, die Herkunft steht selten auf dem Glas |
| Hefefreie Varianten ohne Aroma sind bei mehreren Anbietern erhältlich | „Ohne Geschmacksverstärker“ schließt Hefeextrakt nicht aus |
Häufige Fragen zum Gemüsebrühe-Test
Ist Hefeextrakt als Geschmacksverstärker zu werten?
Rechtlich nein, in der Wirkung ja. Hefeextrakt gilt als normale Zutat und nicht als Zusatzstoff, enthält aber von Natur aus Glutamat. Deshalb muss er nicht als „Geschmacksverstärker“ gekennzeichnet werden. Öko-Test wertet in diesem Test nur Aromen und Geschmacksverstärker ab, Hefeextrakt nicht.
Sind Bio-Siegel ein verlässlicher Indikator für den Verzicht auf Zusatzstoffe?
Für Pestizide und isolierte Glutamate ja, für alles andere nur eingeschränkt. Isolierte Glutamate sind in Bio-Lebensmitteln verboten, Hefeextrakt ist dagegen erlaubt, wie Lebensmittelklarheit erklärt. Auch Bio-Brühen bestehen zum größten Teil aus Salz. Im aktuellen Öko-Test waren alle 17 Bio-Produkte mindestens „gut“, die Zutatenliste lohnt trotzdem einen Blick.
Wie hoch ist der tatsächliche Gemüseanteil in günstigen Pulverbrühen?
Er kann bei nur sieben Prozent liegen. Laut Öko-Test reicht die Spanne im Test von 32,5 bis sieben Prozent. Die K-Classic Gemüsebrühe von Kaufland kommt nach dem Bericht von heidelberg24.de auf 7,7 Prozent, die Cook! Klare Gemüse-Bouillon auf sieben Prozent. Die Knorr Bio Gemüse-Bouillon führt das Feld mit 32,5 Prozent an.
Gibt es einen aktuellen Stiftung-Warentest zu Gemüsebrühe?
Nein. Die Stiftung Warentest hat zuletzt im Dezember 2023 über einen Test des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation berichtet, der 35 Gemüsebrühen einschloss. Eine eigene Laboruntersuchung von Gemüsebrühe durch die Stiftung gibt es derzeit nicht.
Hat Öko-Test Mineralöl in Gemüsebrühe gefunden?
Untersucht wurde es, als Kritikpunkt nennt Öko-Test es aber nicht. Das Labor prüfte alle Produkte auf gesättigte und aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH und MOAH). Auf der frei zugänglichen Testseite nennt die Redaktion als Hauptkritik Pestizide, Salz sowie Aromen und Geschmacksverstärker, Mineralöl nicht.
Muss ich eine durchgefallene Brühe wegwerfen?
Nein, einen Rückruf gibt es nicht. Die Abwertungsgrenzen von Öko-Test sind nach eigener Aussage keine gesetzlichen Grenzwerte, sondern von der Redaktion festgelegte Maßstäbe. Wer ein betroffenes Glas im Schrank hat, kann es aufbrauchen und beim nächsten Einkauf zu einer Bio-Brühe greifen, die meist nur sechs Cent je Liter mehr kostet.
Fazit: Bio-Siegel schlägt Markennamen
Die Schlagzeile vom „vernichtenden Urteil“ trifft nur die Hälfte des Regals. Von 27 Gemüsebrühen fallen fünf durch, alle konventionell, und alle 17 Bio-Brühen sind mindestens „gut“. Die zwei Testsieger kommen von Knorr und Rewe, und ausgerechnet Knorr stellt mit der konventionellen Bouillon auch eines der beiden Schlusslichter. Wer im Regal nur auf die Marke achtet, liegt deshalb leicht daneben.
Die praktische Konsequenz ist günstig: Eine Bio-Eigenmarke für 20 Cent je Liter kostet bei einem Liter pro Woche 3,12 Euro im Jahr mehr als die billigste konventionelle Brühe. Wer zusätzlich auf Salz unter 0,90 Gramm je 100 Milliliter und auf „ohne Aroma“ achtet, hat die wichtigsten Kritikpunkte des Tests schon beim Einkauf abgehakt.
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