dm Online-Apotheke dm-med: Was ihr dort bestellen könnt und worum der Rechtsstreit geht

Die dm Online-Apotheke heißt dm-med und ist eine tschechische Versandapotheke aus Bor, die seit dem 16. Dezember 2025 rund 2.500 rezeptfreie Apothekenprodukte — apothekenpflichtige Arzneimittel, Nahrungsergänzung und Vitamine — über dm.de und die dm-App an Kunden in Deutschland verschickt. Rezeptpflichtige Medikamente und E-Rezepte gibt es dort nicht, und in unserer Stichprobe lag dm-med 38 bis 58 Prozent unter dem Listenpreis, aber über dem günstigsten Angebot anderer Versandapotheken. Geklagt hat nicht ein Apothekerverband, sondern die Wettbewerbszentrale — das Landgericht Karlsruhe hat am 23. September 2026 verhandelt. Stand: September 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Betreiber ist die dm-Gesundheitsservices s.r.o. mit der Apotheke „dm-med LÉKÁRNA“ in Bor (Tschechien); die Aufsicht führt die tschechische Arzneimittelbehörde SÚKL.
  • Tschechische Versandapotheken dürfen laut Länderliste des Bundesgesundheitsministeriums nur nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel nach Deutschland schicken — die Rx-Lücke ist also Gesetz, keine Sortimentsentscheidung.
  • Unsere Messung vom 23.09.2026: vier Markenprodukte kosten bei dm-med zusammen 40,00 Euro, laut Listenpreis 70,99 Euro, beim jeweils billigsten Versender 32,31 Euro plus Versand.
  • Die Wettbewerbszentrale will dm den Verkauf apothekenpflichtiger Arzneimittel an Endverbraucher untersagen lassen; ein Urteil lag bei Redaktionsschluss nicht vor, bestellen könnt ihr weiterhin.

Anzeige / Transparenz: Dieser Artikel enthält Partner-Links. Kauft ihr über einen solchen Link, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch bleibt der Preis identisch. Der Artikel ist keine Gesundheits- oder Rechtsberatung und enthält keine Empfehlung für ein bestimmtes Arzneimittel.

Was ist die dm Online-Apotheke dm-med — und wer steckt dahinter?

Modernes flaches Gewerbegebäude mit Glasfassade vor bewaldeten Hügeln

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

dm-med ist eine Versandapotheke mit Präsenzapotheke im tschechischen Bor, die laut dm-Pressemitteilung vom 16. Dezember 2025 an diesem Tag gestartet ist. Betrieben wird sie nicht von der deutschen dm-drogerie markt GmbH & Co. KG selbst, sondern von einer Konzerngesellschaft nach tschechischem Recht.

Das Impressum von dm-med nennt die dm-Gesundheitsservices s.r.o. mit der Apotheke „dm-med LÉKÁRNA“, Nová Hospoda 22, 348 02 Bor, eingetragen beim Landgericht Plzeň unter Abteilung C, Einlage 45922. Vertretungsberechtigter Geschäftsführer ist Sebastian Bayer, der bei dm Deutschland zugleich das Ressort Marketing und Beschaffung verantwortet. Die Apotheke leitet eine in Tschechien approbierte Apothekerin, Aufsichtsbehörde ist das Staatliche Institut für Arzneimittelkontrolle SÚKL in Prag.

Von Bor aus wird verschickt, dort sitzt auch das Kundenservice-Team, das laut dm deutschsprachige Apothekerinnen, Apotheker und pharmazeutisch-technische Assistenten umfasst. Die Service-Hotline 0800-6882766 ist montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 15 Uhr erreichbar.

Auf dm.de tritt dm-med als „Partner“ auf. Wer im Shop nach einem Wirkstoff sucht, bekommt zuerst Drogerieartikel und darunter den Hinweis, dass weitere Treffer „im Apothekenbereich unseres Partners dm-med“ liegen. Für den Suchbegriff Ibuprofen waren das am 23. September 2026 genau 73 Produkte gegenüber einem einzigen Treffer im Drogeriesortiment. Genau diese enge Verzahnung ist der Kern des Rechtsstreits, dazu weiter unten mehr.

dm-Chef Christoph Werner begründete die Konstruktion zum Start mit der Regulierung: Man könne die eigene Sortimentskompetenz im Gesundheitsbereich „nur ausweiten, indem wir mit einer Versand-Apotheke kooperieren“. Eine eigene Apotheke in Deutschland darf dm nicht betreiben, denn nach § 2 Apothekengesetz bekommt die Betriebserlaubnis nur, wer die deutsche Approbation als Apotheker besitzt. Wie dm sonst Rabatte vergibt, steht in unserem Ratgeber zum dm Gutschein.

Kann man bei dm Medikamente bestellen? Sortiment, Rezept und E-Rezept

Ordentliches Apothekenregal mit unbeschrifteten weißen Arzneimittelschachteln

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Ja, aber nur rezeptfreie: Laut dm umfasst das Sortiment rund 2.500 apothekenpflichtige Arzneimittel, apothekenexklusive Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine sowie knapp 1.000 Dermokosmetik-Produkte. Rezeptpflichtige Arzneimittel liefert dm-med ausdrücklich nicht, E-Rezepte lassen sich dort nicht einlösen.

Die Grenze zieht nicht dm, sondern das deutsche Recht. Nach § 73 Absatz 1 Nummer 1a Arzneimittelgesetz darf eine Apotheke aus einem anderen EU-Staat nur dann an deutsche Endverbraucher versenden, wenn ihr Heimatrecht beim Versandhandel dem deutschen entspricht. Welche Länder das erfüllen, veröffentlicht das Bundesgesundheitsministerium in einer Länderliste — und dort steht wörtlich: „Tschechien, nur für den Versandhandel mit nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln“. Eine tschechische Apotheke könnte also selbst dann kein Rezept aus Deutschland bedienen, wenn sie wollte.

Zum Sortiment gehören nach dm-Angaben unter anderem Schmerzmittel, Grippemittel, apothekenpflichtige Nahrungsergänzung und Produkte zur Frauengesundheit. Bei der Suche fällt auf, dass es innerhalb eines Wirkstoffs viele Hersteller gibt: Für Ibuprofen 400 Milligramm in der 50er-Packung listete dm-med am 23. September 2026 unter anderem Präparate von Heumann, Aristo, Betapharm, Aliud, 1 A Pharma und Hexal zwischen 2,75 und 4,95 Euro — derselbe Wirkstoff in derselben Menge, bis zu 2,20 Euro Preisunterschied.

Das Sortiment hat sich seit dem Start bewegt. Apotheke Adhoc berichtete im Dezember 2025, dass große Marken wie Hexal zum Start komplett fehlten; bei unserer Abfrage im September 2026 waren Hexal-Präparate gelistet. Es lohnt sich also, bei einem bestimmten Produkt direkt nachzusehen, statt sich auf ältere Berichte zu verlassen.

Wer ein Rezept einlösen will, braucht weiterhin eine deutsche Apotheke oder eine Versandapotheke mit Rx-Erlaubnis. Wie das E-Rezept dort abläuft, erklären wir im Ratgeber zum DocMorris Gutschein und zum Shop Apotheke Gutschein.

Ist die dm Online-Apotheke günstiger? Unser Preisvergleich mit vier Produkten

Geöffnetes Paket mit unbedruckten Arzneimittelpackungen und Drogerieartikeln auf einem Küchentisch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Gegenüber dem Listenpreis ja, gegenüber dem billigsten Versender nein: In unserer Stichprobe vom 23. September 2026 kosteten vier Markenprodukte bei dm-med zusammen 40,00 Euro, beim Preisvergleichsportal medizinfuchs.de betrug der ausgewiesene Listenpreis 70,99 Euro. Das ist ein Abstand von 43,7 Prozent — die günstigsten Einzelangebote anderer Versandapotheken lagen aber bei zusammen 32,31 Euro.

Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die Preise am selben Tag auf dm.de im dm-med-Bereich und auf den Produktseiten von medizinfuchs abgelesen. Ausgewählt haben wir bekannte Marken aus vier Kategorien, die es bei beiden gab, jeweils in identischer Packungsgröße:

Produkt dm-med Listenpreis
Voltaren Schmerzgel forte, 180 g 21,65 € 35,00 €
Grippostad C, 24 Kapseln 9,95 € 18,80 €
Nurofen Junior Fiebersaft Erdbeer, 100 ml 4,65 € 8,19 €
IbuHEXAL plus Paracetamol, 20 Tabletten 3,75 € 9,00 €
Summe 40,00 € 70,99 €

Stand 23.09.2026. Listenpreis ist der auf medizinfuchs.de als „Preis bisher“ ausgewiesene Wert. Die dm-med-Preise stammen aus dem dm-med-Bereich auf dm.de und gelten ohne Coupon, zuzüglich Versand. Was der Medikamenten-Preisvergleich leistet, erklären wir im Test zu Medizinfuchs.

Die günstigsten Einzelangebote, die medizinfuchs am selben Tag auswies, sahen so aus:

  • Voltaren Schmerzgel forte 180 g: 19,48 € plus 3,95 € Versand / dm-med 2,17 € teurer
  • Grippostad C 24 Stück: 7,38 € plus 3,99 € Versand, nur mit Gutscheincode / dm-med 2,57 € teurer
  • Nurofen Junior Fiebersaft 100 ml: 3,50 € plus 3,99 € Versand, nur mit Gutscheincode / dm-med 1,15 € teurer
  • IbuHEXAL plus Paracetamol 20 Stück: 1,95 € plus 4,45 € Versand / dm-med 1,80 € teurer

Der Haken an den Tiefstpreisen: Sie stammen von vier verschiedenen Apotheken, zwei davon verlangen einen Gutscheincode, und jede berechnet eigenen Versand. Wer alles bei einem Anbieter bestellt, zahlt dort meist mehr als die Summe der Tiefstpreise. dm-med spielt seinen Vorteil deshalb vor allem dann aus, wenn ihr ohnehin Drogerieartikel bestellt und die Versandkosten entfallen.

Die Preise sind nicht fest. Apotheke Adhoc nannte zum Start für Grippostad C 24 Stück bei dm-med 10,85 Euro, wir haben im September 9,95 Euro gemessen. Rezeptfreie Arzneimittel unterliegen in Deutschland keiner Preisbindung, jede Apotheke kalkuliert selbst. Ob die Apotheke um die Ecke teurer ist, lässt sich deshalb nicht pauschal sagen — ihr Preis kann unter dem Listenpreis liegen. Im September 2026 warb dm-med außerdem mit einem 10-Prozent-eCoupon auf den gesamten dm-med-Einkauf; damit wären es in unserer Stichprobe 36,00 Euro gewesen.

Versand, Abholung im dm-Markt und Kombibestellung: So läuft die Bestellung

Der Versand kostete laut Apotheke Adhoc zum Start 4,95 Euro pro Paket innerhalb Deutschlands, ab 59 Euro Warenwert ist er kostenlos. Am 23. September 2026 bewarb dm.de „Kostenloser Versand ab 59 € mit dm-Konto“ — und weil Drogerie- und Apothekenbestellung zusammen zählen, reicht es, den Warenkorb mit Shampoo oder Waschmittel über die Grenze zu heben.

Die Kombibestellung ist kein neues Feature. Schon in der Startmeldung vom Dezember 2025 schreibt dm, dass Produkte aus der Versand-Apotheke gemeinsam mit Artikeln aus dem Drogeriesortiment bestellt werden können und die Lieferung in der Regel in einer Sendung erfolgt, wahlweise nach Hause oder an eine Abholstation im dm-Markt. Neu ist seit September 2026 vor allem die Werbung dafür: Laut dpa wirbt dm mit dem Slogan „Alles zusammen. Einfach bestellt“.

Wie viele Kunden das nutzen, hat dm gegenüber der Deutschen Presse-Agentur beziffert: 75 Prozent der dm-med-Kunden kombinieren Medikamente mit Drogerieprodukten, 25 Prozent bestellen nur Arzneimittel. Den Umsatzanteil von dm-med nennt das Unternehmen nicht.

Die Abholung im Markt ist erlaubt und läuft über die Abholstation, nicht über die Kasse. Beraten wird im dm-Markt nicht: Das dm-med-Impressum bittet ausdrücklich um Verständnis, „dass wir als Versand-Apotheke keine Beratung in dm-Märkten anbieten können“. Fragen zu Produkten, Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen gehen an das Apotheker-Team in Bor per Telefon, E-Mail oder Kontaktformular.

Für den Versand selbst gelten die deutschen Regeln. § 11a Apothekengesetz verlangt unter anderem, dass bestellte Arzneimittel innerhalb von zwei Arbeitstagen verschickt werden, eine kostenfreie Zweitzustellung, Sendungsverfolgung und eine Beratung in deutscher Sprache. Laut Apotheke Adhoc verschickt dm-med mit DHL oder Hermes.

Warum darf eine Apotheke aus Tschechien Medikamente nach Deutschland liefern?

Weißer Lieferwagen auf einer Landstraße durch hügelige Wald- und Wiesenlandschaft

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Weil § 73 des Arzneimittelgesetzes den Versand aus dem EU-Ausland ausdrücklich zulässt und Tschechien in der Bekanntmachung des Bundesgesundheitsministeriums vom 5. Juli 2011 auf der Länderliste steht. Laut BfArM nennt die Liste daneben aktuell nur Island, die Niederlande (nur mit Präsenzapotheke) und Schweden (nur für verschreibungspflichtige Arzneimittel).

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte fasst die Rechtslage auf seiner Registerseite so zusammen: Aus Tschechien dürfen Humanarzneimittel versendet werden, dies „gilt nur für nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel“. Direkt dahinter steht der Satz, der für den Karlsruher Prozess wichtig ist: Diese Versandapotheken müssen sich ebenfalls an das deutsche Recht halten.

Daraus folgt eine doppelte Bindung. dm-med braucht die Zulassung in Tschechien und steht unter tschechischer Aufsicht, muss beim Versand nach Deutschland aber zugleich die deutschen Vorschriften zum Versandhandel einhalten. Genau an dieser Stelle setzt die Wettbewerbszentrale an: Sie meint, dass deutsches Apothekenrecht nicht nur Verpackung und Lieferfristen regelt, sondern auch, wer an einer Apotheke beteiligt sein darf.

Was bedeuten Versandhandelsregister und EU-Sicherheitslogo?

Jeder EU-Staat führt ein Register der Apotheken und Händler, die Arzneimittel online verkaufen dürfen, in Deutschland liegt es beim BfArM. Alle erfassten Händler müssen seit Oktober 2015 das EU-Sicherheitslogo auf ihrer Website zeigen, jeweils mit der Flagge des Landes, in dem sie sitzen. Bei dm-med ist es die tschechische Flagge, der Klick führt zur Registrierung bei der tschechischen Behörde und nicht zum deutschen BfArM.

Das BfArM betont, dass das Logo für sich allein noch nichts beweist. Entscheidend ist der Klick darauf und der Abgleich: Öffnet sich der Registereintrag auf der Seite der zuständigen Behörde, stimmen Name und Adresse, und führt der Link im Register zurück zum Shop? Wer diesen Abgleich einmal macht, erkennt auch Fälschungen, die das Logo nur als Bild kopieren — mehr dazu in unserem Ratgeber Fake-Shops erkennen.

Was heißt „apothekenpflichtig“ im Unterschied zu „freiverkäuflich“?

§ 43 Arzneimittelgesetz legt fest, dass Arzneimittel, die nicht ausdrücklich für den Verkauf außerhalb von Apotheken freigegeben sind, für den Endverbrauch nur in Apotheken abgegeben werden dürfen. Freiverkäufliche Arzneimittel darf auch eine Drogerie verkaufen; das BfArM weist darauf hin, dass Einzelhändler im Gegensatz zu Apotheken nur freiverkäufliche Medikamente anbieten dürfen. Alles dazwischen — rezeptfrei, aber apothekenpflichtig — war bis Dezember 2025 für dm tabu und ist genau das Sortiment von dm-med.

Worum geht der Rechtsstreit um die dm Online-Apotheke?

Die Wettbewerbszentrale hat am 12. Februar 2026 mitgeteilt, dass sie beim Landgericht Karlsruhe Klage gegen dm erhoben hat. Laut Pharmazeutischer Zeitung beantragt sie, dm zu untersagen, apothekenpflichtige Arzneimittel gegenüber Endverbrauchern zum Kauf anzubieten oder zu verkaufen; verhandelt hat die Kammer für Handelssachen I am 23. September 2026.

Klägerin ist also weder ein Apothekerverband noch eine Apothekerkammer, sondern die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs, ein von der Wirtschaft getragener Verein, der Wettbewerbsverstöße abmahnt und einklagt. Die Apothekerschaft kritisiert dm-med zwar öffentlich, Partei im Verfahren ist sie nicht.

Die Klage stützt sich auf zwei Vorwürfe. Der erste betrifft die Vermischung: Apothekenpflichtige Arzneimittel sollen nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit anderen Konsumgütern angeboten werden. Die Wettbewerbszentrale formuliert es so: „Was im stationären Handel unzulässig ist – eine ‚Apothekenecke‘ in einer Drogerie – kann nach Auffassung der Wettbewerbszentrale folgerichtig auch im Online-Handel nicht anders behandelt werden.“

Der zweite Vorwurf betrifft die Beteiligung. Nach Ansicht der Wettbewerbszentrale wirkt dm am Betrieb der Versandapotheke in einer Weise mit, die mit apothekenrechtlichen Unabhängigkeits- und Beteiligungsregeln nicht vereinbar ist. Ein vergleichbares Modell mit einer in Deutschland ansässigen Versandapotheke wäre aus ihrer Sicht unzulässig, die tschechische Konstruktion sei deshalb eine Umgehung.

dm hält laut dpa dagegen, dass sich am Online-Auftritt seit dem Start nichts geändert habe; auf dm.de ist dm-med als Partner gekennzeichnet. Die zentrale Frage für das Gericht lautet deshalb, ob dm-med ein Angebot von dm selbst ist oder hinreichend vom Drogeriegeschäft getrennt.

Was bedeutet der Streit für euch als Kunden?

Kurzfristig nichts: Ein Urteil lag bei Redaktionsschluss am 23. September 2026 nicht vor, und dm-med nimmt weiter Bestellungen an. Auch ein Urteil gegen dm wäre nicht sofort das Ende, denn die unterlegene Seite kann Berufung beim Oberlandesgericht Karlsruhe einlegen; wegen der grundsätzlichen Bedeutung könnte der Streit laut dpa bis zum Bundesgerichtshof gehen.

Bereits gekaufte Arzneimittel betrifft das Verfahren nicht, es richtet sich auf künftige Angebote. Wer auf ein bestimmtes Produkt angewiesen ist, sollte trotzdem wissen, wo er es sonst bekommt: in jeder Apotheke vor Ort und bei deutschen oder niederländischen Versandapotheken. Für den Markt insgesamt ist der Ausgang wichtiger als für den einzelnen Einkauf, denn die Wettbewerbszentrale schreibt selbst, dass sich für viele Händler, die einen Einstieg überlegen, die Frage der wirtschaftlichen Tragfähigkeit klären wird.

Vor- & Nachteile im Überblick

Vorteile Nachteile
Rund 2.500 rezeptfreie Apothekenprodukte online Keine Rezepte, kein E-Rezept
Stichprobe 43,7 % unter Listenpreis Billigste Versender teils günstiger
Versandfrei ab 59 € mit Drogeriekauf Keine Beratung im dm-Markt
Abholung an der Station im Markt Klage offen, Ausgang ungewiss

Häufige Fragen zur dm Online-Apotheke

Hat dm eine eigene Online-Apotheke?

Ja und nein. Das Angebot heißt dm-med und ist in dm.de und die dm-App eingebunden, rechtlich betrieben wird es aber von der dm-Gesundheitsservices s.r.o., einer dm-Konzerngesellschaft in Tschechien. Der Versand kommt aus Bor, die Aufsicht führt die tschechische Behörde SÚKL. In Deutschland darf dm keine Apotheke betreiben, weil die Betriebserlaubnis an eine Approbation als Apotheker geknüpft ist.

Ist dm-med eine echte Apotheke?

Ja. Hinter dm-med steht eine Präsenzapotheke in Bor mit leitender Apothekerin, die Mitglied der tschechischen Apothekerkammer ist. Das EU-Sicherheitslogo auf der dm-med-Seite führt zum Eintrag bei der tschechischen Behörde. Ob die Einbindung in den dm-Shop zulässig ist, klärt gerade das Landgericht Karlsruhe — die Zulassung als Apotheke ist davon unabhängig.

Wie löse ich ein E-Rezept bei einer Online-Apotheke ein?

Bei dm-med gar nicht, denn tschechische Versandapotheken dürfen laut Länderliste nur nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel nach Deutschland schicken. Für E-Rezepte braucht ihr eine Apotheke vor Ort oder eine Versandapotheke, die verschreibungspflichtige Mittel liefern darf; üblich ist die Übertragung über die App der Apotheke per Gesundheitskarte oder Rezeptcode.

Sind Online-Apotheken bei verschreibungspflichtigen Medikamenten günstiger?

Für gesetzlich Versicherte meist nicht spürbar, weil für verschreibungspflichtige Arzneimittel in deutschen Apotheken einheitliche Abgabepreise nach der Arzneimittelpreisverordnung gelten und ihr die gesetzliche Zuzahlung zahlt. Preisunterschiede gibt es vor allem bei rezeptfreien Produkten, deren Preis jede Apotheke frei festlegt. Bei dm-med stellt sich die Frage nicht, weil es dort keine rezeptpflichtigen Arzneimittel gibt.

Kann ich dm-med-Produkte direkt im dm-Markt kaufen?

Nein. Im Regal stehen weiterhin nur freiverkäufliche Arzneimittel. Apothekenpflichtige Produkte bestellt ihr online oder in der App und lasst sie nach Hause oder an eine Abholstation im dm-Markt liefern. Beratung gibt es im Markt nicht, sondern telefonisch oder per E-Mail beim Apotheker-Team von dm-med.

Was passiert mit dm-med, wenn dm den Prozess verliert?

Das hängt vom Urteil und von einer möglichen Berufung ab. Die Wettbewerbszentrale verlangt, dass dm den Verkauf apothekenpflichtiger Arzneimittel an Endverbraucher unterlässt. Ein erstinstanzliches Urteil kann beim Oberlandesgericht Karlsruhe angefochten werden. Bis eine Entscheidung gilt, bleibt das Angebot online — Stand 23. September 2026.

Wie erkenne ich, dass eine Online-Apotheke legal ist?

Am EU-Sicherheitslogo mit Landesflagge — aber erst der Klick darauf zählt. Er muss zum Registereintrag der zuständigen Behörde führen, bei deutschen Versendern zum BfArM, bei dm-med zur tschechischen Behörde. Stimmen Name, Adresse und Shop-Link überein, ist der Anbieter registriert. Zusätzlich hilft ein Blick ins Impressum mit Registernummer und Aufsichtsbehörde.

Fazit: praktisch für den Drogerie-Einkauf, nicht automatisch am billigsten

Die dm Online-Apotheke ist eine tschechische Versandapotheke mit einem klar begrenzten Sortiment: rund 2.500 rezeptfreie Apothekenprodukte plus knapp 1.000 Dermokosmetik-Artikel, keine Rezepte, kein E-Rezept. Das ist keine freiwillige Einschränkung, sondern folgt aus der Länderliste des Bundesgesundheitsministeriums, die Tschechien nur für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel freigibt.

Beim Preis zeigt unsere Stichprobe ein gemischtes Bild: 43,7 Prozent unter dem Listenpreis, aber 7,69 Euro über der Summe der Tiefstpreise anderer Versender. Richtig günstig wird dm-med, wenn ihr ohnehin Drogerieartikel bestellt und der Warenkorb 59 Euro erreicht. Für einzelne Packungen lohnt der Blick in einen Preisvergleich, besonders mit Blick auf Versandkosten und Gutscheincodes, die viele Tiefstpreise erst möglich machen. Für die Reisevorbereitung haben wir außerdem eine Checkliste zur Reiseapotheke.

Der Rechtsstreit in Karlsruhe entscheidet nicht über die Zulassung von dm-med als Apotheke, sondern darüber, wie eng ein Drogeriemarkt eine Versandapotheke in seinen Shop einbinden darf. MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt. Ob sich der nächste Drogerie-Einkauf mit einem Angebot kombinieren lässt, seht ihr auf der MonsterDealz-Startseite.

Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

Kommentare

Kommentar verfassen

Bild zum Kommentar hinzufügen (JPG, PNG)

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen.