DAZN Geld zurück: So meldet ihr euch zur Sammelklage an

DAZN-Kunden können Geld zurückbekommen, wenn sie die Preiserhöhungen von 2021 und 2022 bezahlt haben — aber nur, wenn sie sich bis zum 25. September 2026 ins Klageregister eintragen. Die DAZN-Sammelklage ist eine Abhilfeklage des Verbraucherzentrale Bundesverbands, mit der angemeldete Kunden die Aufschläge ohne eigenen Prozess zurückfordern. Ein Urteil gibt es noch nicht: Das Oberlandesgericht Hamm hat in der Verhandlung am 4. September 2026 erkennen lassen, dass es die einseitigen Erhöhungen für unwirksam hält, und will am 18. November 2026 entscheiden. Wir zeigen, wer mitmachen kann, wie viel realistisch drin ist und wie die Anmeldung läuft. Stand: September 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Betroffen sind die Erhöhungen von August 2021 (11,99 auf 14,99 Euro) und August 2022 (14,99 auf 29,99 Euro im Monat).
  • Anmeldung kostenlos beim Bundesamt für Justiz, Frist: 25. September 2026.
  • Das Urteil des OLG Hamm ist für den 18. November 2026 angekündigt, Aktenzeichen I-12 VKl 1/24.
  • Wer sich nicht einträgt, profitiert von einem Erfolg nicht automatisch.

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Wie bekommen DAZN-Kunden ihr Geld zurück?

Der Weg zum Geld führt über eine Sammelklage: Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) klagt seit dem 5. April 2024 vor dem Oberlandesgericht Hamm gegen DAZN Limited, laut Verbandsklageregister des Bundesamts für Justiz als Abhilfe- und Musterfeststellungsklage. Eine Abhilfeklage ist eine Sammelklage, bei der das Gericht den Anbieter direkt zur Zahlung an alle angemeldeten Verbraucher verurteilen kann — ohne dass jeder einzeln vor Gericht ziehen muss.

Der Haken steckt im Wort „angemeldet“. Zahlen muss DAZN im Erfolgsfall nur an Menschen, die im Klageregister eingetragen sind. Wer DAZN seit Jahren zahlt und sich über jeden Preissprung geärgert hat, hat jetzt eine kostenlose Möglichkeit, das Geld zurückzuholen — aber nur noch zwei Wochen Zeit.

Laut vzbv haben sich bis Anfang September 2026 bereits rund 4.500 Menschen angeschlossen. Ein eigener Musterbrief an DAZN ist dafür nicht nötig, und ein Anwalt auch nicht: Die Anmeldung beim Bundesamt ersetzt beides.

Warum das Thema bei uns so präsent ist: In unserem Archiv stehen seit Januar 2022 17 Deal- und Ratgeber-Beiträge mit DAZN im Titel (eigene Auswertung der MonsterDealz-Beitragsdatenbank, Stand 11.09.2026). Kaum ein Streamingdienst hat seine Preise in dieser Zeit so oft geändert.

Welche DAZN-Preiserhöhungen sind betroffen?

Ausgeschalteter Fernseher, Fernbedienung und geöffneter Briefumschlag im Wohnzimmer

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die Klage umfasst genau zwei Erhöhungen: laut vzbv-Pressemitteilung vom 4. September 2026 stieg das Monatsabo im August 2021 von 11,99 auf 14,99 Euro und im August 2022 von 14,99 auf 29,99 Euro. Beide Male hat DAZN die Preise in laufenden Verträgen angehoben, ohne dass die Kunden zugestimmt hatten.

Erhöhung Monatsabo Jahresabo
August 2021 11,99 → 14,99 € 119,99 → 149,99 €
August 2022 14,99 → 29,99 € 149,99 → bis 299,99 €

Preise laut vzbv und sammelklagen.de. Beim Jahresabo 2022 nennt eine ältere Seite der Verbraucherzentrale 274,99 Euro; der vzbv spricht von „bis zu 299,99 Euro“, weil DAZN damals mehrere Jahresvarianten hatte.

Der zweite Sprung war der größte: Das Monatsabo hat sich im Sommer 2022 praktisch verdoppelt. Er zählt allerdings nur für Verträge, die vor Februar 2022 geschlossen wurden — so steht es in den Abhilfezielen im Klageregister. Wer ab Februar 2022 neu eingestiegen ist, hat bereits den höheren Neukundenpreis akzeptiert.

Nicht Teil der Klage sind spätere Preisänderungen ab 2023 und die Preise für Neukunden. Wer erst 2024 oder 2025 zu DAZN gekommen ist, kann sich dieser Sammelklage nicht anschließen. Die aktuellen Tarife und Aktionen sammeln wir unter DAZN-Angebote.

Ist die DAZN-Preiserhöhung rechtlich zulässig?

Richterhammer neben unbeschriftetem Aktenordner auf dunklem Holztisch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Nach vorläufiger Einschätzung des Gerichts nein: Das OLG Hamm hat am 4. September 2026 erkennen lassen, dass es die einseitigen Preiserhöhungen von 2021 und 2022 für unwirksam hält. Ein Urteil ist das aber noch nicht — die Entscheidung ist für den 18. November 2026 angekündigt (Aktenzeichen I-12 VKl 1/24).

Sebastian Reiling, Referent im Team Sammelklagen beim vzbv, formuliert es so: „Das Gericht hat in der Verhandlung erkennen lassen, dass es die einseitigen Preiserhöhungen von DAZN in 2021 und 2022 für unwirksam hält.“ (vzbv, 4. September 2026)

Der Kern des Streits sind die Preisanpassungsklauseln in den Geschäftsbedingungen. Der vzbv hält sie für unangemessen benachteiligend und intransparent, die Erhöhungen für Bestandskunden deshalb für rechtswidrig. Das Muster kennt ihr von anderen Diensten: Auch bei Netflix und bei Vodafone dreht sich die Diskussion darum, ob ein Anbieter den Preis ohne eure Zustimmung ändern darf.

Wichtig für die Einordnung: Wir geben den Stand des Verfahrens wieder, keine Rechtsberatung. Ob euer Fall passt, klärt der kostenlose Klage-Check der Verbraucherzentrale — dazu gleich mehr.

Wie viel Geld gibt es von DAZN zurück?

Zurückgefordert wird die Differenz zwischen altem und erhöhtem Preis, und zwar für alle bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung gezahlten Beträge, so steht es in den Abhilfezielen im Klageregister des Bundesamts für Justiz. Dazu kommen Zinsen von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz.

Eine Beispielrechnung für ein Monatsabo, das schon vor August 2021 lief und durchgehend bezahlt wurde, zeigt die Größenordnung für die beiden in der Klage genannten Jahre:

  • August 2021 bis Juli 2022: 12 Monate × 3 Euro Aufschlag = 36 Euro
  • August 2022 bis Juli 2023: 12 Monate × 18 Euro Aufschlag (29,99 statt 11,99 Euro) = 216 Euro
  • Zusammen: 252 Euro plus Zinsen

Das ist unsere eigene Rechnung auf Grundlage der veröffentlichten Klageanträge, keine Zusage. Wer länger zu den erhöhten Preisen weitergezahlt hat, kann auf mehr kommen; wer zwischendurch gekündigt hat, auf weniger. Den genauen Betrag ermittelt im Erfolgsfall das Umsetzungsverfahren.

In mehreren Zeitungsberichten kursiert die Zahl „bis zu 1.320 Euro“, zugeschrieben der Stiftung Warentest. Auf der aktuellen Sammelklagen-FAQ von test.de (Stand 28. August 2026) haben wir diesen Betrag nicht gefunden; dort steht nur, dass die auf rechtswidrige Erhöhungen entfallenden Zahlungen erstattet werden. Wir nennen die 1.320 Euro deshalb nicht als Richtwert.

Wie meldet ihr euch zur DAZN-Sammelklage an?

Laptop mit leerem Bildschirm, Belege und Kugelschreiber auf hellem Schreibtisch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die Anmeldung läuft online beim Bundesamt für Justiz und ist kostenlos; laut vzbv trägt dabei niemand ein Prozesskostenrisiko. Die Frist endet am 25. September 2026 — das ergibt sich aus § 46 VDuG, der eine Anmeldung bis drei Wochen nach Schluss der mündlichen Verhandlung erlaubt.

  • Schritt 1 — Klage-Check: Auf der Verfahrensseite der Verbraucherzentrale prüft ein Fragebogen, ob euer Vertrag unter die Klage fällt.
  • Schritt 2 — Unterlagen sammeln: Kundennummer oder DAZN-Konto-E-Mail, Vertragsbeginn, Abo-Art und die gezahlten Beträge. Belege findet ihr in eurem DAZN-Konto oder auf den Kontoauszügen.
  • Schritt 3 — Eintragen: Über das Online-Formular des Bundesamts für Justiz meldet ihr euren Anspruch zum Verbandsklageregister an. Die Verbraucherzentrale stellt dazu Ausfüllhinweise bereit.
  • Schritt 4 — Bestätigung abwarten: Laut Bundesamt kommt nach der Eintragung eine schriftliche Bestätigung per Post.

Der Eintrag lässt sich bis zum Ende der Frist wieder zurücknehmen, ebenfalls nach § 46 VDuG. Wer unsicher ist, verliert durch das Eintragen also nichts.

Ein häufiger Irrtum: Eine Beschwerde bei DAZN oder ein eigener Widerspruch per E-Mail ersetzt die Anmeldung nicht. Für die Sammelklage zählt allein der Eintrag im Register. Wie so ein Verfahren insgesamt abläuft, erklären wir auch am Beispiel der Schufa-Sammelklage.

Wer kann bei der DAZN-Klage mitmachen?

Mitmachen können Verbraucher mit Wohnsitz in Deutschland, deren Vertrag mit DAZN Limited schon vor der jeweiligen Erhöhung bestand und die der Erhöhung nicht zugestimmt haben. So beschreibt es die Verbraucherzentrale; erfasst sind Monats- und Jahresabos.

  • Ehemalige Kunden: Laut vzbv richtet sich die Klage an aktuelle und frühere Abonnenten. Entscheidend ist, dass ihr die erhöhten Beiträge gezahlt habt.
  • Neukunden ab Februar 2022: für die Erhöhung 2022 nicht erfasst, weil sie den höheren Preis bei Vertragsschluss akzeptiert haben.
  • Buchung über Sky, Amazon oder einen Telekom-Tarif: Die Klage richtet sich gegen DAZN Limited. Ob ein über einen Drittanbieter gebuchtes Abo darunterfällt, geht aus den Klageunterlagen nicht eindeutig hervor — genau das klärt der Klage-Check.
  • Ausdrückliche Zustimmung: Wer der neuen Preisstruktur aktiv zugestimmt hat, etwa durch einen Wechsel in ein neues Paket, fällt laut Verbraucherzentrale nicht unter die Klage.

Die unterschiedlichen Preise für Bestandskunden und Neukunden sind hier also keine Randfrage, sondern der Schlüssel dazu, wer anspruchsberechtigt ist.

Was passiert mit der Verjährung?

Sanduhr neben leerem Kalenderblatt und Briefumschlag auf Holztisch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die Anmeldung stoppt die Verjährung: Nach § 204a BGB hemmt eine Abhilfeklage die Verjährung für Verbraucher, die ihren Anspruch zum Verbandsklageregister anmelden. Die Hemmung endet spätestens sechs Monate nach dem Ende der Teilnahme am Verfahren.

Das ist gerade für die Erhöhung von 2021 der entscheidende Punkt. Zivilrechtliche Rückforderungen verjähren in der Regel nach drei Jahren, gerechnet ab Jahresende. Für Zahlungen aus 2021 wäre dieses Fenster auf eigene Faust in vielen Fällen schon zu. Über die Sammelklage kann der Anspruch dagegen erhalten bleiben, weil die Klage bereits 2024 eingereicht wurde — ob das im Einzelfall greift, beurteilt die Verbraucherzentrale.

Die Stiftung Warentest fasst es knapp zusammen: Mit der Anmeldung stoppt die Verjährung sofort. Wer einen eigenen Musterbrief an DAZN schickt, erreicht diese Wirkung nicht.

Nach dem Urteil vom 18. November 2026 ist der Fall noch nicht vorbei. Gegen ein Urteil des OLG ist grundsätzlich die Revision zum Bundesgerichtshof möglich. Erst wenn die Entscheidung rechtskräftig ist, folgt das Umsetzungsverfahren beim OLG Hamm, in dem die Rückzahlungen an die Angemeldeten verteilt werden. Realistisch fließt Geld also frühestens 2027.

Solltet ihr DAZN jetzt kündigen?

Für die Sammelklage müsst ihr nicht kündigen, und eine Kündigung schadet der Anmeldung auch nicht: Die Klage erfasst die Differenzbeträge aus den Erhöhungen 2021 und 2022, unabhängig davon, ob ihr heute noch Kunde seid. Ob sich das Abo zum aktuellen Preis lohnt, ist eine eigene Frage.

Das Monatsabo ist ohnehin monatlich kündbar, ein Sonderkündigungsrecht spielt dort kaum eine Rolle. Beim Jahresabo hängt der Ausstieg von den Vertragsbedingungen ab. Wie die Kündigung Schritt für Schritt funktioniert, auch bei Buchung über Sky oder Amazon, steht in unserer Anleitung DAZN kündigen.

Wer DAZN nur für einzelne Wettbewerbe braucht, fährt oft mit einem Wechsel je Saison günstiger. Einen Überblick über die Alternativen gibt unser Streamingdienste-Vergleich.

Vor- & Nachteile im Überblick

Vorteile Nachteile
Anmeldung kostenlos, kein Prozesskostenrisiko Frist endet schon am 25. September 2026
Gericht hält die Erhöhungen vorläufig für unwirksam Noch kein Urteil, Revision möglich
Verjährung ist ab Anmeldung gehemmt Geld fließt realistisch frühestens 2027
Eintrag bis Fristende wieder zurücknehmbar Spätere Erhöhungen ab 2023 nicht erfasst

Häufige Fragen zu DAZN Geld zurück

Gibt es schon ein Urteil gegen DAZN?

Nein. Das OLG Hamm hat am 4. September 2026 verhandelt und erkennen lassen, dass es die Erhöhungen von 2021 und 2022 für unwirksam hält. Das Urteil soll am 18. November 2026 verkündet werden.

Bis wann kann ich mich anmelden?

Bis zum 25. September 2026. Die Frist folgt aus § 46 VDuG: Anmeldungen sind bis drei Wochen nach Schluss der mündlichen Verhandlung möglich. Danach ist ein Beitritt ausgeschlossen.

Was kostet die Teilnahme?

Nichts. Die Eintragung beim Bundesamt für Justiz ist kostenlos, und laut vzbv tragen die Angemeldeten kein Prozesskostenrisiko. Einen Anwalt braucht ihr dafür nicht.

Wie viel Geld bekomme ich zurück?

Die Differenz zwischen altem und erhöhtem Preis plus Zinsen. Für ein Monatsabo, das vor August 2021 lief, sind es in den beiden Klagejahren nach unserer Rechnung 252 Euro. Der tatsächliche Betrag hängt von eurer Abo-Art und Laufzeit ab.

Gibt es ein Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen?

Beim DAZN-Monatsabo ist das kaum relevant, weil es ohnehin monatlich kündbar ist. Beim Jahresabo kommt es auf die Vertragsbedingungen an. Eine Kündigung ist für die Sammelklage weder nötig noch schädlich.

Sind die Preiserhöhungen für Bestandskunden anders als für Neukunden?

Ja, und genau darum geht es in der Klage. Erfasst sind nur Bestandskunden, deren Vertrag vor der Erhöhung bestand. Wer ab Februar 2022 neu eingestiegen ist, hat den höheren Preis beim Abschluss akzeptiert und fällt für 2022 nicht darunter.

Kann ich auch mitmachen, wenn ich DAZN schon gekündigt habe?

Ja. Laut vzbv richtet sich die Klage an aktuelle und ehemalige Abonnenten, die die erhöhten Beiträge von 2021 oder 2022 gezahlt haben. Maßgeblich ist, was ihr damals bezahlt habt.

Fazit: Eintragen kostet nichts, Warten kostet Geld

Die Lage ist für DAZN-Bestandskunden so günstig wie selten: Das Gericht hat seine Tendenz offen gezeigt, die Anmeldung ist kostenlos und jederzeit bis Fristende zurücknehmbar. Das einzige Risiko ist, den 25. September 2026 zu verpassen.

Drei Dinge solltet ihr diese Woche erledigen:

  • Klage-Check machen und prüfen, ob euer Vertrag vor der Erhöhung bestand.
  • Zahlungsbelege sichern — Rechnungen aus dem DAZN-Konto oder Kontoauszüge ab 2021.
  • Beim Bundesamt für Justiz eintragen und die Bestätigung aufheben.

Wie ihr das Abo sauber beendet, steht in der Anleitung DAZN kündigen. MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt. Günstige Streaming- und Sportangebote findet ihr wie immer tagesaktuell auf MonsterDealz.

Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

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