CE-Kennzeichnung 2026: Was das Zeichen beim Kauf wirklich bedeutet
Die CE-Kennzeichnung ist kein Prüfsiegel, sondern eine Selbsterklärung des Herstellers: Er bestätigt damit selbst, dass sein Produkt die EU-Vorschriften erfüllt — geprüft hat das in den allermeisten Fällen niemand von außen. Wer günstig im Netz bestellt und Angst hat, ein unsicheres Gerät in die Wohnung zu holen, braucht deshalb mehr als diese zwei Buchstaben. Wir zeigen euch, was CE wirklich aussagt, wie ihr ein sauber angebrachtes Zeichen erkennt und woran ihr beim Billigkauf merkt, dass etwas nicht stimmt — Stand: September 2026.
Das Wichtigste in KĂĽrze
- CE ist eine Herstellererklärung, keine unabhängige Prüfung — das GS-Zeichen ist das Gegenteil.
- Ein eigenes „China-Export“-Logo gibt es offiziell nicht; enge Buchstaben sind schlicht ein falsch gestaltetes CE-Zeichen.
- Das Zeichen muss mindestens 5 mm hoch, dauerhaft und unverwechselbar angebracht sein.
- 2025 gab es 4.671 EU-Warnmeldungen zu gefährlichen Produkten — Höchststand seit 2003.
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Was bedeutet die CE-Kennzeichnung?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Die CE-Kennzeichnung ist die Erklärung des Herstellers, dass sein Produkt alle fĂĽr dieses Produkt geltenden EU-Vorschriften erfĂĽllt — aktuell betrifft das rund 24 Produktgruppen vom Spielzeug bis zur Maschine (Quelle: Wikipedia-Ăśbersicht der CE-Richtlinien, Stand: März 2025). Die EU-Kommission beschreibt sie im Portal „Ihr Europa“ als Erklärung, dass ein Produkt „die Anforderungen der EU-Produktvorschriften erfĂĽllt“ und deshalb im gesamten Binnenmarkt verkauft werden darf.
Die beiden Buchstaben stehen für Conformité Européenne, also europäische Konformität. Sie sind ein Verwaltungszeichen, kein Qualitätsurteil: Adressat ist in erster Linie die Marktaufsicht, nicht ihr als Käufer.
Die Industrie- und Handelskammern formulieren es in ihrem Einsteiger-Leitfaden zur CE-Kennzeichnung so: Mit dem Zeichen erklärt ein Hersteller „insbesondere gegenĂĽber den Marktaufsichts- und Zollbehörden“, dass sein Produkt mit allen anzuwendenden Rechtsvorschriften konform ist. FĂĽr den Weg dorthin listen die IHKs acht Schritte auf — von der Ermittlung der zutreffenden Richtlinien ĂĽber harmonisierte Normen und technische Unterlagen bis zur Konformitätserklärung.
Wichtig für das Verständnis: CE ist eine Marktzugangsvoraussetzung. Ohne das Zeichen darf ein kennzeichnungspflichtiges Produkt in der EU gar nicht erst verkauft werden. Dass es dran ist, heißt also nur: Der Hersteller behauptet, die Hausaufgaben gemacht zu haben.
Warum ist CE keine Qualitätsgarantie?
Weil in der Regel niemand nachprüft, ob die Erklärung stimmt — und weil die Zahl der beanstandeten Produkte trotz CE-Pflicht steigt: 2025 registrierte das EU-Schnellwarnsystem Safety Gate 4.671 Warnmeldungen zu gefährlichen Produkten, den höchsten Stand seit dem Start des Systems 2003 (Quelle: Safety-Gate-Jahresbericht 2025 der EU-Kommission, veröffentlicht März 2026). Das sind knapp 100 Meldungen pro Woche, ein Plus von 13 Prozent gegenüber 2024.
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung wird in ihrer Erläuterung zur CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung deutlich: Bei der CE-Kennzeichnung habe „nur im Ausnahmefall eine unabhängige PrĂĽf- und Zertifizierungsstelle das Produkt geprĂĽft“. Konformitätserklärung und CE-Zeichen seien „auf keinen Fall der (freiwilligen) PrĂĽfung und Zertifizierung durch eine neutrale Stelle gleichwertig“.
Johannes Kröhnert, Leiter des BrĂĽsseler BĂĽros des TĂśV-Verbands, sagt es in der Pressemitteilung zu den Rekord-Warnmeldungen so: „Die CE-Kennzeichnung richtet sich in erster Linie an die Behörden und hat fĂĽr Verbraucher eine nur eingeschränkte Aussagekraft.“ (Stand: März 2026).
Für euch heißt das ganz praktisch: Das CE-Zeichen ist die Eintrittskarte in den Binnenmarkt, kein Testergebnis. Wer eine echte Prüfung will, muss auf andere Zeichen schauen — dazu weiter unten mehr.
CE oder China Export: Gibt es zwei verschiedene Zeichen?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Nein — ein offizielles „China Export“-Zeichen existiert nicht, das haben sowohl die EU-Kommission (auf eine parlamentarische Anfrage 2007) als auch die Bundesregierung bestätigt. In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage vom 15. April 2021 (Bundestags-Drucksache 19/28089) erklärte die Bundesregierung laut Bundestags-Pressedienst, das Anbringen von Kennzeichnungen, „deren Bedeutung oder Gestalt von Dritten mit der Bedeutung oder Gestalt der CE-Kennzeichnung verwechselt werden kann“, sei per Verordnung untersagt.
Der Mythos hält sich trotzdem, weil er einen wahren Kern hat: Auf manchen Importprodukten steht ein CE-Zeichen, bei dem die beiden Buchstaben deutlich enger beieinander stehen als in der amtlichen Vorlage. Das ist aber kein zweites, chinesisches Siegel, sondern ein schlicht falsch gestaltetes CE-Zeichen — entweder aus Schlamperei oder aus Absicht, um Zweideutigkeit zu erzeugen.
Der eigentliche Punkt ist damit ein anderer, als das Internet gern erzählt: Nicht der Buchstabenabstand entscheidet, ob ein Produkt sicher ist. Auch ein perfekt gezeichnetes CE-Logo kann auf einem Gerät kleben, das nie irgendjemand geprüft hat. Der Abstand ist trotzdem ein brauchbares Warnsignal: Wer das amtliche Logo nicht sauber kopiert bekommt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die technische Dokumentation nicht.
Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die Vorgaben der EU-Kommission, der IHK-Leitfäden und die aktuellen Marktüberwachungsberichte ausgewertet und gegeneinander geprüft — insbesondere dort, wo Ratgeberseiten den China-Export-Mythos bis heute als Tatsache weitergeben.
Wie erkenne ich ein echtes CE-Zeichen?
An der Form: Die CE-Kennzeichnung muss laut Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 765/2008 mindestens 5 Millimeter hoch sein und bei jeder Vergrößerung oder Verkleinerung ihre Proportionen behalten (Stand: Rechtslage 2026). Sie muss außerdem sichtbar, lesbar, unverwechselbar und dauerhaft angebracht sein — auf dem Produkt selbst, einem Schild, der Verpackung oder in den Begleitunterlagen.
Daraus ergibt sich eine kurze SichtprĂĽfung, die ihr in zehn Sekunden macht:
- Größe: Unter 5 mm ist das Zeichen formal unzulässig — außer die Produktvorschrift erlaubt ausdrücklich eine kleinere Ausführung.
- Proportion: Die beiden Buchstaben sitzen auf gedachten Kreisen gleicher Größe, der Abstand entspricht etwa einem Achtel der Zeichenhöhe.
- Haltbarkeit: Aufgedruckt oder eingeprägt, nicht als Aufkleber, der sich mit dem Fingernagel abschieben lässt.
- Umfeld: Neben dem Zeichen stehen normalerweise Herstellername und eine Adresse in der EU — fehlt beides, fehlt auch der Ansprechpartner.
Und der wichtigste Punkt: Ein „echtes“ CE-Zeichen ist keine Bestätigung, dass das Produkt geprĂĽft wurde. Es ist nur die Bestätigung, dass jemand die Regeln zur Gestaltung des Zeichens kennt.
Was bedeutet CE bei Elektrogeräten genau?
Bei Elektrogeräten erklärt der Hersteller mit CE vor allem, dass sein Gerät die Niederspannungs-, die EMV- und — bei Funk — die Funkanlagenvorschriften einhält. Ausgerechnet diese Gruppe stellte 2025 elf Prozent aller EU-Warnmeldungen und lag damit auf Platz drei hinter Kosmetika (36 Prozent) und Spielzeug (16 Prozent), so der Safety-Gate-Meldungsbestand der EU-Kommission (Stand: März 2026).
Typische Mängel bei billigen Elektroartikeln sind keine Exoten, sondern immer dieselben: zu geringe Abstände zwischen Netz- und Kleinspannungsteil im Netzteil, fehlende Zugentlastung am Kabel, ungeeignete Kunststoffe im Gehäuse, überdimensionierte Ladeströme bei Akkus.
Ein CE-Zeichen sagt zu keinem dieser Punkte etwas Belastbares aus. Aussagekräftiger sind bei Elektrogeräten die Schutzart und das GS-Zeichen. Wie ihr die IP-Codes lest, erklären wir im Ratgeber zur IP-Schutzart.
CE-Zeichen und GS-Zeichen: Was ist der Unterschied?

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Der Unterschied ist der entscheidende Punkt für Käufer: CE ist Pflicht und selbst erklärt, GS ist freiwillig und tatsächlich geprüft — und eine GS-Zuerkennung ist nach § 20 des Produktsicherheitsgesetzes (ProdSG) auf höchstens fünf Jahre befristet (Quelle: § 20 ProdSG, Fassung von 2021). Vor der Zuerkennung steht eine Baumusterprüfung, danach eine laufende Fertigungsüberwachung mit Vor-Ort-Inspektion.
Das Verbraucherportal Bayern bringt beide Zeichen auf eine Zeile: Die CE-Kennzeichnung werde „in der Regel von den Herstellern selbst angebracht“, während beim GS-Zeichen „eine zugelassene und unabhängige PrĂĽfstelle“ dem Hersteller bestätigt, dass das Produkt den rechtlichen Anforderungen entspricht.
Damit lässt sich beim Einkauf eine einfache Rangfolge bilden:
- GS-Zeichen: unabhängige Baumusterprüfung plus Fertigungsüberwachung — das stärkste Signal, das ein deutsches Verbraucherprodukt tragen kann.
- Prüfzeichen der Prüfhäuser (etwa VDE oder ENEC bei Elektroartikeln): ebenfalls Fremdprüfung, thematisch enger gefasst.
- CE-Kennzeichnung: Pflichtangabe, Selbsterklärung, kein Prüfnachweis.
- Kein Zeichen: bei kennzeichnungspflichtigen Produkten ein klares Ausschlusskriterium.
Wer also zwischen zwei ähnlich teuren Geräten schwankt, nimmt das mit GS. Der Aufpreis ist meist kleiner als der Unterschied in der Prüftiefe.
Welche Produkte brauchen zwingend CE — und welche nicht?
CE-pflichtig sind nur Produkte, für die eine EU-Vorschrift das ausdrücklich anordnet — etwa 24 Produktgruppen, darunter Spielzeug, Elektrogeräte, Maschinen, Aufzüge, Druckgeräte, persönliche Schutzausrüstung, Sportboote, Batterien, Drohnen und Medizinprodukte (Quelle: EU-Kommission und Richtlinienübersicht, Stand: 2026). Ein Detail daran ist verblüffend: Kosmetika verursachten 2025 mit 36 Prozent die meisten EU-Warnmeldungen — und tragen trotzdem kein CE-Zeichen, weil sie gar nicht darunterfallen.
Genau daran scheitert die verbreitete Faustregel „CE drauf = geprĂĽft, CE fehlt = verboten“. Beides stimmt nicht.
- Kein CE nötig: Möbel, Textilien, Lebensmittel, Kosmetik, Schmuck, Bücher, die meisten Haushaltswaren ohne Strom.
- CE nötig: alles mit Netzstecker oder Akku, Spielzeug, Schutzausrüstung wie Helme, Medizinprodukte, Maschinen.
- Unzulässig: ein CE-Zeichen auf einem Produkt, für das gar keine CE-Vorschrift gilt — die EU-Kommission nennt das ausdrücklich nicht zulässig.
Ein CE-Zeichen auf dem Pullover ist also kein Qualitätsplus, sondern ein Fehler. Umgekehrt fehlt es auf eurer Bratpfanne aus gutem Grund.
Was bedeutet die vierstellige Nummer hinter dem CE-Zeichen?
Sie ist die Kennnummer der benannten Stelle, die bei der Konformitätsbewertung mitgewirkt hat — vier Ziffern, vergeben von der EU-Kommission, laut EU-Kommission verpflichtend neben dem Zeichen anzugeben, sobald eine solche Stelle beteiligt war (Stand: 2026). Genau diese Nummer ist der Unterschied zwischen „der Hersteller hat es selbst erklärt“ und „ein unabhängiges PrĂĽfhaus war eingebunden“.
Steht also nur das CE-Zeichen ohne Nummer auf dem Gerät, war für diese Produktgruppe keine Fremdprüfung vorgeschrieben — was bei den meisten Verbraucherprodukten der Normalfall ist. Steht eine Nummer daneben, könnt ihr die Stelle in der öffentlichen EU-Datenbank NANDO nachschlagen.
Zwei Fallen dabei: Eine erfundene Nummer ist genauso schnell aufgedruckt wie ein falsches Logo. Und eine echte Nummer bezieht sich immer nur auf das Verfahren, für das die Stelle beauftragt war — nicht auf das ganze Produkt.
Woran erkennt ihr beim Billigkauf, dass etwas nicht stimmt?

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Am Drumherum, nicht am Logo. Wie wenig Käufer dabei mit dem Thema in Berührung kommen, zeigt eine Auszählung unseres eigenen Magazin-Bestands: Von 992 Ratgeberartikeln behandeln 21 Produktsymbole und Kennzeichnungen, aber nur ein einziger erwähnte bislang die CE-Kennzeichnung — und keiner das GS-Zeichen (eigene Auszählung, Stand: 2. September 2026). Genau diese Lücke schließt dieser Artikel.
Diese sieben Punkte prüfen wir bei einem verdächtig günstigen Angebot, bevor wir es empfehlen:
- Verantwortliche Person in der EU: Name und Anschrift eines Herstellers, Importeurs oder Bevollmächtigten in der EU müssen auf Produkt oder Verpackung stehen. Fehlt das, gibt es im Schadensfall niemanden zu belangen.
- Anleitung auf Deutsch: Sicherheitshinweise in verständlichem Deutsch sind Pflicht. Maschinenübersetztes Kauderwelsch ist ein starkes Warnsignal.
- Sauberes Logo: Buchstaben mit korrektem Abstand, mindestens 5 mm hoch, dauerhaft angebracht.
- Passende Zeichen: CE auf einem Textil ohne Elektronik gehört da nicht hin — ebenso wenig wie ein Fantasie-Siegel ohne Prüfhaus dahinter.
- Netzteil und Stecker: Eurostecker mit sauberer Prägung, keine wackeligen Reiseadapter, kein Gehäuse, das sich mit dem Daumen öffnen lässt.
- Preis-Plausibilität: Ein Akku-Gerät zum Bruchteil des Marktpreises spart die Kosten meist genau an der Stelle, die euch gefährlich wird — an der Schutzelektronik.
- RĂĽckrufe prĂĽfen: Produkt- oder Modellname in die Safety-Gate-Suche eingeben, bevor ihr es benutzt.
MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt. Beim Sortieren der eingehenden Angebote sind fehlende EU-Adresse und fehlende deutsche Anleitung die zwei Punkte, an denen ein Produkt bei uns am häufigsten hängen bleibt.
Wer haftet, wenn ein importiertes Produkt keine gĂĽltige CE-Kennzeichnung hat?
Wer das Produkt in der EU in Verkehr bringt — also Hersteller, Importeur oder der Händler, der es unter eigenem Namen verkauft. Wie ernst die Behörden das nehmen, zeigen die 5.794 Folgemaßnahmen, die 2025 im Safety Gate validiert wurden: Rückrufe, Verkaufsverbote, Vernichtungen (Quelle: Safety-Gate-Jahresbericht 2025 der EU-Kommission, März 2026).
Die Kette ist dabei eindeutig geregelt: Der Hersteller trägt die Verantwortung für Konformitätsbewertung, technische Unterlagen und Kennzeichnung. Sitzt er außerhalb der EU, rückt der Importeur in weite Teile dieser Pflichten nach. Und wer ein Produkt unter eigener Marke verkauft, gilt rechtlich selbst als Hersteller — auch dann, wenn er nur eingekauft und umetikettiert hat.
Für private Käufer heißt das: Ihr haftet nicht. Ihr habt aber auch nichts davon, wenn der Verantwortliche in einem Drittland sitzt und die Plattform nur vermittelt hat. Deshalb ist die EU-Adresse auf der Verpackung kein Formalkram, sondern eure einzige belastbare Adresse für Gewährleistung und Schadenersatz.
Beim Weiterverkauf gebrauchter Ware gilt übrigens: Privat verkaufen ist unproblematisch, gewerblich weiterverkaufen zieht die Händlerpflichten nach sich.
Was tun, wenn ein Produkt kein oder ein falsches CE-Zeichen trägt?
Nicht benutzen, zurückgeben, melden — in dieser Reihenfolge. Die EU-Kommission stellt dafür die Safety-Gate-Datenbank bereit, in der 2025 rund 100 Warnmeldungen pro Woche eingingen und öffentlich durchsuchbar sind (Stand: März 2026).
Konkret geht ihr so vor:
- Schritt 1 — Kaufvertrag: Fehlt eine gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung, ist die Ware mangelhaft. Ihr habt die üblichen Gewährleistungsrechte gegenüber dem Verkäufer, in der Praxis meist Rückgabe und Erstattung.
- Schritt 2 — Plattform: Beim Kauf über einen Marktplatz die Meldefunktion für unsichere Produkte nutzen. Plattformen müssen solchen Meldungen inzwischen nachgehen.
- Schritt 3 — Marktüberwachung: Die zuständige Landesbehörde (in vielen Bundesländern das Amt für Arbeitsschutz oder das Gewerbeaufsichtsamt) nimmt Hinweise zu unsicheren Produkten entgegen.
- Schritt 4 — Beweise sichern: Fotos vom Typenschild, von Verpackung und Angebotsseite aufheben, bevor das Angebot verschwindet.
Und ganz pragmatisch: Ein Ladegerät mit zweifelhafter Kennzeichnung gehört nicht in die Nachttischsteckdose, während ihr auf eine Antwort wartet.
Nicht jedes Zeichen auf einer Verpackung ist ein Prüfzeichen im rechtlichen Sinn. Was zum Beispiel die Angabe „halal“ bedeutet und wer sie vergibt, steht in Halal: Bedeutung.
Vor- & Nachteile im Ăśberblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Pflicht für rund 24 Produktgruppen | Selbsterklärung ohne Fremdprüfung |
| Einheitliche Regeln im Binnenmarkt | Für Käufer kaum nachprüfbar |
| Klare Formvorgaben ab 5 mm Höhe | Logo lässt sich leicht fälschen |
| Grundlage fĂĽr RĂĽckrufe und Verbote | Sagt nichts ĂĽber Haltbarkeit aus |
Unterm Strich: 53 Prozent aller Warnmeldungen 2025 betrafen chemische Risiken, 14 Prozent Verletzungsrisiken und 9 Prozent Erstickungsgefahr (Safety-Gate-Bericht 2025, März 2026) — allesamt Risiken, gegen die ein aufgedrucktes CE-Zeichen allein nichts ausrichtet.
Häufige Fragen zur CE-Kennzeichnung
Ist das CE-Zeichen mit dem China-Export-Symbol verwechselbar?
Verwechselbar ja, unterschiedlich nein. Ein offizielles China-Export-Zeichen gibt es nicht — weder die EU-Kommission noch die Bundesregierung kennen ein solches Siegel. Was kursiert, sind CE-Zeichen mit zu eng stehenden Buchstaben, also fehlerhafte Kopien der amtlichen Vorlage. Sie sind ein Warnsignal für schlampige oder täuschende Hersteller, aber kein eigenes Kennzeichnungssystem.
Wie unterscheide ich ein gefälschtes CE-Zeichen vom Original?
Über Proportion, Größe und Umfeld. Das amtliche Zeichen ist mindestens 5 Millimeter hoch, behält seine Proportionen und ist dauerhaft angebracht. Verdächtig sind eng gestellte Buchstaben, unsaubere Kanten, ein loser Aufkleber sowie eine fehlende EU-Adresse daneben. Sicherheit gibt die Optik allerdings nie: Auch ein korrekt gezeichnetes Logo kann auf einem ungeprüften Produkt kleben.
Welche technischen Unterlagen müssen für die CE-Konformität archiviert werden?
Der Hersteller muss die technische Dokumentation und die EU-Konformitätserklärung bereithalten, je nach Richtlinie typischerweise zehn Jahre lang. Dazu gehören laut IHK-Leitfaden die Auflistung der angewandten Richtlinien und harmonisierten Normen, die Risikobeurteilung, Konstruktionsunterlagen, Prüfberichte und gegebenenfalls die Bescheinigung der benannten Stelle. Behörden dürfen diese Unterlagen jederzeit anfordern.
Wann ist eine CE-Kennzeichnung erforderlich?
Immer dann, wenn eine EU-Vorschrift das für die konkrete Produktgruppe anordnet — etwa bei Elektrogeräten, Spielzeug, Maschinen, Schutzausrüstung, Medizinprodukten oder Drohnen. Für Möbel, Textilien, Kosmetik oder Lebensmittel gilt sie nicht. Steht das Zeichen trotzdem darauf, ist es unzulässig und eher ein Hinweis auf einen unseriösen Anbieter.
Ist CE ein Qualitätssiegel?
Nein. CE ist eine rechtliche Erklärung des Herstellers zur Regelkonformität und ausdrücklich kein Qualitäts- oder Prüfzeichen. Es sagt nichts über Verarbeitung, Lebensdauer oder Testergebnisse aus. Qualitätsaussagen liefern unabhängige Prüfzeichen wie das GS-Zeichen oder Testurteile etwa der Stiftung Warentest.
Brauchen Sonnenbrillen ein CE-Zeichen?
Ja. Sonnenbrillen gelten als persönliche Schutzausrüstung gegen UV-Strahlung und fallen damit unter die CE-Pflicht. Aussagekräftiger als das Zeichen selbst ist aber die Angabe der UV-Schutzkategorie und der Hinweis auf UV-400. Eine getönte Brille ohne UV-Filter ist gefährlicher als gar keine, weil sich die Pupille weitet.
Was ist der Unterschied zwischen CE und UKCA?
UKCA ist die britische Entsprechung nach dem Brexit und gilt für Großbritannien, CE für den EU-Binnenmarkt. Inhaltlich sind die Anforderungen weitgehend deckungsgleich, die Konformitätsbewertung läuft aber über britische statt europäische Stellen. Für Käufer in Deutschland ist allein die CE-Kennzeichnung maßgeblich.
Darf ich ein Produkt ohne CE-Zeichen zurĂĽckgeben?
Ja, wenn es kennzeichnungspflichtig ist. Fehlt eine gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung, ist die Ware mangelhaft, und ihr könnt die üblichen Gewährleistungsrechte gegenüber dem Verkäufer geltend machen. Bei Online-Käufen greift zusätzlich das 14-tägige Widerrufsrecht, das ohne Begründung funktioniert und der schnellere Weg ist.
Fazit: Worauf ihr beim Kauf wirklich achten solltet
Die CE-Kennzeichnung ist eine Pflichtangabe für rund 24 Produktgruppen und eine Selbsterklärung des Herstellers — nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sie ersetzt keine Prüfung, und die 4.671 EU-Warnmeldungen des Jahres 2025 zeigen, dass die Lücke zwischen Erklärung und Wirklichkeit größer wird statt kleiner.
Drei Faustregeln reichen im Alltag:
- Zeichen lesen, nicht bewundern: GS schlägt CE, eine vierstellige Nummer schlägt ein nacktes Logo.
- Adresse suchen: Ohne Hersteller- oder Importeuradresse in der EU habt ihr im Ernstfall keinen Ansprechpartner.
- Preis hinterfragen: Wenn ein Akku-Gerät auffällig billig ist, wurde meist an der Sicherheitselektronik gespart.
Wer Symbole auf Produkten generell besser lesen will, findet die passenden Nachschlage-Ratgeber bei uns: die IP-Schutzart bei Elektrogeräten, die Recycling-Symbole auf Verpackungen und — für alle, die günstig ausprobieren statt teuer kaufen wollen — unsere Übersicht zu Gratisproben.