Recycling-Symbole 2026: Verpackungszeichen richtig lesen

Recycling-Symbole sind Materialkennzeichnungen: Sie sagen, woraus eine Verpackung besteht — nicht, ob sie recycelt wird. Der Grüne Punkt ist dabei der größte Irrtum, denn er belegt nur die Teilnahme an einem Entsorgungssystem. Wer den ökologischen Fußabdruck des eigenen Haushalts über die Mülltrennung verbessern will, scheitert meist an der schieren Zahl der Zeichen — dieser Ratgeber sortiert sie. Stand: September 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Grüne Punkt steht für eine bezahlte Lizenz, nicht für Recyclingfähigkeit.
  • Die Zahl im Dreieck nennt das Material: 1 bis 7 sind Kunststoffe, 20 bis 22 Papier, 70 bis 72 Glas.
  • Glas-Gabel, Schneeflocke und Spülmaschinen-Piktogramm sind gar keine Recycling-Zeichen.
  • Verpackungsmüll gehört auch ohne jedes Symbol in die Gelbe Tonne.

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Was bedeuten Recycling-Symbole auf Verpackungen?

Hand hält Kunststoffverpackung ins Licht und liest die Recycling-Symbole auf der Unterseite

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Ein Recycling-Symbol ist eine Materialkennzeichnung: Es besteht aus einem Dreieck aus Pfeilen, einer Nummer und meist einem Buchstabenkürzel und sagt, aus welchem Stoff die Verpackung besteht. In Deutschland fielen 2023 rund 17,9 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an, 69,4 Prozent davon wurden recycelt — das meldet das Umweltbundesamt in seiner Datenreihe zu Verpackungsabfällen (Stand: Erhebungsjahr 2023).

Die Verbraucherzentrale beschreibt das Zeichen selbst nüchtern: „Drei zu einem Dreieck angeordnete, grüne Pfeile. Die Pfeile zeigen in die gleiche Richtung und stehen symbolisch für den Verwertungskreislauf.“ Genau daraus entsteht das Missverständnis — das Symbol beschreibt einen Kreislauf, es verspricht ihn aber nicht.

Wichtig ist der Unterschied zwischen drei Aussagen, die auf derselben Verpackung nebeneinander stehen können: Woraus besteht das? (Materialcode), Wer bezahlt die Entsorgung? (Grüner Punkt und andere Systemzeichen) und Lässt sich das technisch verwerten? (Recyclingfähigkeit nach Mindeststandard). Nur die erste Frage beantwortet die Zahl im Dreieck.

Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion den eigenen Magazin-Bestand ausgezählt: In 992 veröffentlichten Ratgebern taucht der Begriff „Grüner Punkt“ in keinem einzigen Titel und keiner Überschrift auf, „Verpackung“ nur in 14 Beiträgen (eigene Auszählung, Stand: 2. September 2026). Die Zeichen begleiten jeden Einkauf — erklärt werden sie fast nirgends.

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Der Grüne Punkt: Was sagt das Zeichen wirklich aus?

Der Grüne Punkt belegt ausschließlich, dass für diese Verpackung eine Lizenzgebühr an ein duales System gezahlt wurde. Er sagt nichts darüber, ob das Material recycelt werden kann. Seit 2009 muss er nicht einmal mehr aufgedruckt sein: „Seit 2009 muss der Grüne Punkt nicht mehr auf Verpackungen abgebildet sein. Denn alle Hersteller müssen sich einem dualen System angeschlossen haben, das die gebrauchten Verpackungen dem Recycling zuführt“, schreibt die Verbraucherzentrale (Stand: April 2026).

Damit ist die Verwechslung erklärt, die uns in der Redaktion am häufigsten begegnet: Der Grüne Punkt sieht dem Materialdreieck ähnlich, beide bestehen aus kreisenden Pfeilen. Das Dreieck steht für den Stoff, der grüne Kreis für die Bezahlung der Entsorgung.

Praktisch heißt das: Eine Verpackung mit Grünem Punkt kann eine schwer trennbare Verbundfolie sein, und eine Verpackung ganz ohne Aufdruck kann sortenreines Polypropylen sein. Das Zeichen ist ein Beleg für einen bezahlten Vertrag, kein Umweltsiegel.

Seit die Kennzeichnungspflicht entfallen ist, konkurrieren mehrere duale Systeme mit eigenen Logos. Wer heute noch nach dem Grünen Punkt als Sortier-Hinweis sucht, sortiert an einem Zeichen entlang, das gar nicht mehr überall vorkommt.

Was bedeutet die Zahl im Dreieck auf Plastik?

Sieben verschiedene Kunststoffverpackungen nach Recycling-Codes sortiert auf einem Holztisch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die Zahlen 1 bis 7 im Dreieck stehen für sieben Kunststoffgruppen. Veröffentlicht wurden die Codes 1988 von der US-Kunststoffindustrie, in der EU gilt das Kennzeichnungssystem seit 1997 — beides dokumentiert der Übersichtsartikel zum Recycling-Code (Stand: 2026). Die Nummer ist eine Materialangabe, keine Bewertung.

Code Material Typisch für
1 PET Polyethylenterephthalat Getränkeflasche
2 PE-HD Polyethylen hoher Dichte Shampooflasche
3 PVC Polyvinylchlorid Rohr, Blister
4 PE-LD Polyethylen niedriger Dichte Folie, Tragetasche
5 PP Polypropylen Joghurtbecher, Dose
6 PS Polystyrol Schale, Schaumstoff
7 O Sonstige Kunststoffe Mischmaterial

Kürzel und Materialbezeichnungen nach der Übersicht der Verbraucherzentrale (Stand: Oktober 2025). Typisch für nennt jeweils nur das häufigste Beispiel — dieselbe Nummer kommt auch auf ganz anderen Produkten vor. Code 7 ist eine Sammelkategorie: Dort landet alles, was nicht in die sechs definierten Gruppen passt.

Nur die Codes 1, 2 und 5 gelten als gut etablierte Sortierfraktionen. Die 3, 6 und vor allem die 7 sind aus Sicht der Sortieranlagen die Problemfälle — dazu weiter unten mehr.

Wie sind Papier, Metall, Glas und Verbunde nummeriert?

Jenseits der Kunststoffe hat jedes Material einen eigenen Zahlenbereich. Papier trägt die 20 bis 22, Stahl die 40, Aluminium die 41, Holz die 50 und 51, Glas die 70 bis 72 — so listet es die Verbraucherzentrale auf (Stand: Oktober 2025). Verbunde aus mehreren Materialien liegen im Bereich 80 bis 98.

  • 20 bis 22 (PAP): Wellpappe, Pappe, Papier — Altpapiertonne.
  • 40 (FE) und 41 (ALU): Stahl und Aluminium — Gelber Sack oder Gelbe Tonne.
  • 50 und 51 (FOR): Holz und Kork — je nach Kommune Sperrmüll oder Wertstoffhof.
  • 70 bis 72 (GL): Glas, nach Farbe getrennt — Altglascontainer.
  • 80 bis 98: Verbunde, etwa der Getränkekarton als C/PAP — Gelber Sack, trotz Papieranteil.

Der Getränkekarton ist der Klassiker unter den Fehlwürfen: Er fühlt sich an wie Pappe, ist aber ein Verbund aus Karton, Kunststoff und meist einer dünnen Aluminiumschicht. Sein Code beginnt deshalb mit einer 8 und nicht mit einer 2.

Praktisch nützlich ist die Systematik vor allem als Faustregel: Zweistellige Zahlen ab 80 bedeuten Verbund und damit Gelbe Tonne — unabhängig davon, wonach die Verpackung aussieht.

Was ist das Mobius-Band und was sagt eine Prozentzahl darin aus?

Das Mobius-Band ist das Dreieck aus drei kreisenden Pfeilen — die allgemeinste aller Recycling-Kennzeichnungen. Es steht für den Materialkreislauf, nicht für ein bestimmtes System, und wurde 2013 im Rahmen der Norm ASTM D7611 zu einem einfachen, nicht mehr verschlungenen Dreieck vereinfacht (Recycling-Code, Stand: 2026).

Entscheidend ist, was im oder neben dem Band steht. Steht eine Materialnummer darin, ist es eine Materialangabe. Steht eine Prozentzahl darin, bezieht sie sich auf den Anteil an Recyclingmaterial im Produkt. Steht gar nichts darin, ist es eine unverbindliche Aussage über den Kreislauf im Allgemeinen — ohne geprüften Gehalt und ohne Zusage, dass diese Verpackung tatsächlich verwertet wird.

Deshalb ist das leere Mobius-Band das schwächste Zeichen auf jeder Verpackung. Es ist nicht falsch, aber es ist auch nicht überprüfbar — anders als eine konkrete Prozentangabe, die der Hersteller belegen muss.

Ein zweiter Stolperstein: Das Band ohne Zahl wird gern gleichgesetzt mit „aus Recyclingmaterial hergestellt“. Gemeint ist in der Regel nur „grundsätzlich recycelbar“ — zwei sehr verschiedene Aussagen.

Welche Kunststoffe kann man einfach recyceln?

Am besten laufen PET (1), PE-HD (2) und PP (5) durch die Anlagen — sortenrein, gut trennbar, mit stabilen Absatzmärkten. Insgesamt lag die Recyclingquote für Kunststoffverpackungen 2023 bei 52,2 Prozent nach der neuen Berechnungsmethode, die den Input ins letzte Recyclingverfahren misst (Umweltbundesamt, Erhebungsjahr 2023).

Die Klassiker aus dem Haushalt sind damit fast alle unkritisch: die klare Getränkeflasche, die Milch- und Shampooflasche, der Joghurtbecher und die meisten Frischhaltedosen. Voraussetzung ist, dass Becher und Deckel getrennt in die Tonne wandern — verschiedene Materialien in einem Stück werden sonst als ein Teil sortiert.

Schwieriger sind PVC (3) und PS (6). PVC stört wegen des Chloranteils die Verwertung anderer Fraktionen, PS in Schaumform besteht zum größten Teil aus Luft und lohnt den Transport kaum.

Die 7 ist die Sammelnummer für alles Übrige, inklusive vieler biobasierter Kunststoffe. Sie bedeutet in der Sortieranlage praktisch: keine eigene Fraktion.

Warum sind Mischkunststoffe schwer zu trennen?

Weil sie sich nicht auftrennen lassen, ohne die Materialien zu zerstören. Verbunde tragen deshalb die Codes 80 bis 98 statt einer einzelnen Materialnummer — sie sind per Definition kein Reinstoff. Der Effekt ist in den Zahlen sichtbar: 2023 wurden 97,1 Prozent aller Verpackungsabfälle verwertet, aber nur 69,4 Prozent tatsächlich recycelt (Umweltbundesamt, Erhebungsjahr 2023). Die Differenz ist im Wesentlichen Verbrennung.

Typische Problemfälle sind mehrschichtige Folien für Kaffee und Käse, metallisierte Snacktüten, Becher mit vollflächigem Papier-Etikett und Pumpspender mit Metallfeder im Kopf.

Die technische Hürde ist immer dieselbe: Sortieranlagen erkennen Kunststoffe über Nahinfrarot-Spektroskopie. Eine Schicht aus einem anderen Material über der Oberfläche verändert das Signal — die Verpackung landet dann in der falschen Fraktion oder im Rest.

Für den Haushalt folgt daraus eine einfache Handlungsregel: alles trennen, was sich mit der Hand trennen lässt. Deckel ab, Papierbanderole ab, Pumpkopf ab. Das kostet zwei Sekunden und entscheidet über die Sortierfraktion.

Welche Zeichen auf Verpackungen sind gar keine Recycling-Zeichen?

Mindestens vier der geläufigsten Verpackungszeichen haben mit Recycling nichts zu tun. Das bekannteste ist das Glas-Gabel-Symbol: Es ist EU-weit gültig und kennzeichnet ausschließlich Materialien für Lebensmittelkontakt, die „bei richtiger Verwendung keine Schadstoffe an Lebensmittel“ abgeben — so beschreibt es die Verbraucherzentrale (Stand: 2026).

  • Glas und Gabel: lebensmittelecht — keine Aussage zur Entsorgung.
  • Schneeflocke: gefriergeeignet und frostfest — kein Materialhinweis.
  • Teller mit Wellen oder Spülmaschinen-Piktogramm: Eignung für Mikrowelle beziehungsweise maschinelle Reinigung.
  • Strichmännchen am Abfalleimer: Aufforderung, den Müll nicht in die Landschaft zu werfen — sonst nichts.
  • CE-Zeichen: Konformitätserklärung des Herstellers, kein Prüfsiegel und kein Umweltzeichen — Details im Ratgeber zur CE-Kennzeichnung.

Der Grüne Punkt gehört inhaltlich in dieselbe Liste. Er ist ein Systemzeichen, kein Verwertungsnachweis — und genau deshalb steht er in diesem Ratgeber weiter oben in einem eigenen Abschnitt.

Auch die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass es bei den Gebrauchs-Piktogrammen keine „eindeutige Vorgaben“ gibt: Form und Aussehen unterscheiden sich je nach Hersteller, und Angaben zu Maximaltemperatur oder Dauer fehlen meist.

Was bedeuten die Symbole unter Frischhaltedosen?

Frischhaltedosen aus Kunststoff, eine umgedreht mit Piktogrammen und Recycling-Code auf dem Boden

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Auf dem Boden von Frischhaltedosen stehen meist zwei völlig verschiedene Informationen nebeneinander: der Materialcode und die Gebrauchs-Piktogramme. Die häufigste Zahl ist die 5 — sie steht für Polypropylen, das laut Verbraucherzentrale zu den sechs klar definierten Kunststoffgruppen gehört (Stand: Oktober 2025).

Die Piktogramme daneben beantworten eine ganz andere Frage: Schneeflocke heißt gefriergeeignet, ein Glas mit Gabel heißt lebensmittelecht, ein Symbol mit Tellern und Wasserstrahlen heißt spülmaschinengeeignet. Keines davon sagt etwas darüber, wohin die Dose am Ende ihres Lebens gehört.

Für die Entsorgung gilt: Eine ausgediente Frischhaltedose ist keine Verkaufsverpackung, sondern ein Haushaltsgegenstand. Je nach Kommune gehört sie deshalb in die Wertstofftonne oder auf den Wertstoffhof — nicht automatisch in den Gelben Sack.

Und ein verbreiteter Kurzschluss: Der Code 5 ist keine Freigabe für die Mikrowelle. Ob eine Dose erhitzt werden darf, sagt allein das Mikrowellen-Piktogramm, nicht die Materialnummer.

Wie erkennt ihr, ob eine Verpackung wirklich recyclingfähig ist?

Am Symbol gar nicht — die Recyclingfähigkeit wird getrennt davon berechnet. Zuständig ist der Mindeststandard der Zentralen Stelle Verpackungsregister, den die Behörde zum 31. August 2026 in der Ausgabe 2026 im Einvernehmen mit dem Umweltbundesamt veröffentlicht hat; er gilt für Verpackungen, die 2027 in Verkehr gebracht werden (Zentrale Stelle Verpackungsregister).

Die Behörde beschreibt die Methode so: „Basierend auf der tatsächlichen Sortier- und Verwertungspraxis wird konkret gemessen, welcher Anteil einer Verpackung für ein zweites Leben in werkstofftypischen Anwendungen zur Verfügung steht.“ Das Ergebnis ist ein Prozentwert, von dem die Verluste bereits abgezogen sind.

Rechtsgrundlage ist § 26 Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz; die Fassung wird jährlich aktualisiert. Für Hersteller ist das kein Papiertiger: Laut Umweltbundesamt sind die Beteiligungsentgelte der dualen Systeme „seit 2019″ auch danach zu bemessen, wie gut sich eine Verpackung recyceln lässt.

Für euch als Käufer heißt das: Die belastbare Aussage steht nicht auf der Packung, sondern in der Kalkulation dahinter. Am Regal bleibt als Anhaltspunkt nur die Bauart — sortenrein, trennbar, ohne vollflächige Etiketten und ohne dunkle Farbe.

Symbol gelesen — und wohin damit?

Mülltrennung im Haushalt mit gelbem Verpackungsbehälter, Papier- und Restmüllbehälter

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Verpackungen aus Kunststoff, Weißblech und Aluminium gehören in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne — auch ohne jedes Symbol. Die Verbraucherzentrale ist da eindeutig: „Selbst wenn auf der Hülle künftig kein Zeichen mehr prangt, sollten Verbraucher ihren Verpackungsmüll immer über die ‚gelbe Tonne‘ oder den ‚gelben Sack‘ entsorgen“ (Stand: April 2026).

In den Gelben Sack gehören laut derselben Quelle Folien, Tuben, Konservendosen, Plastiktüten und Getränkekartons. Stark verschmutzte Verpackungen gehören dagegen in den Restmüll, weil sie die Sortierung stören.

Der häufigste Fehlwurf ist kein Grenzfall, sondern schlicht Falsches: „Leider werden auch immer wieder Abfälle in den gelben Sack geworfen, die dort absolut nicht hingehören, wie zum Beispiel gebrauchte Windeln“, schreibt die Verbraucherzentrale.

Drei Faustregeln aus der Praxis: löffelrein statt spülen, Deckel und Becher getrennt, und Verbunde nicht ins Altpapier. Wer Kartons weitergibt statt wegwirft, findet die passenden Handgriffe in unserem Ratgeber zum Paket richtig verpacken.

Vor- & Nachteile im Überblick

Sieben Kunststoff-Nummern, drei Papier-Nummern und ein Verbundbereich von 80 bis 98 ergeben ein System, das viel kann — und einiges verspricht, was es nicht hält.

Vorteile Nachteile
Materialcode ist europaweit einheitlich Kennzeichnung ist freiwillig, nicht Pflicht
Sieben Kunststoffgruppen schnell erkennbar Code 7 sammelt alles Undefinierte
Verbunde ab 80 klar von Papier trennbar Grüner Punkt wird als Umweltsiegel missverstanden
Hilft bei Zweifelsfällen wie Getränkekartons Sagt nichts über tatsächliche Recyclingfähigkeit

Häufige Fragen zu Recycling-Symbolen

Die folgenden acht Fragen tauchen rund um Verpackungszeichen am häufigsten auf — die Antworten stützen sich auf die oben verlinkten Quellen, Stand September 2026.

Warum sind Verbundstoffe (Mischkunststoffe) ein Problem für das Recycling?

Weil sich die Schichten nicht sortenrein trennen lassen. Sortieranlagen erkennen Kunststoffe optisch über Nahinfrarot; eine aufkaschierte Papier- oder Aluminiumschicht verfälscht das Signal. Das Material wandert dann in eine falsche Fraktion oder in die energetische Verwertung. Deshalb tragen Verbunde eigene Codes ab 80 statt einer Materialnummer.

Was bedeutet die Kennzeichnung ‚7‘ (Other) konkret?

Die 7 ist eine Sammelkategorie für alles, was nicht in die Gruppen 1 bis 6 passt — von Polycarbonat über Polyamid bis zu biobasierten Kunststoffen. Sie sagt nur, was das Material nicht ist. Für die Sortierung existiert keine eigene 7er-Fraktion, entsprechend gering ist die Chance auf werkstoffliche Verwertung.

Gibt es Kunststoffe, die trotz Harzcode nicht recycelbar sind?

Ja. Der Code ist eine Materialangabe, kein Verwertungsnachweis. PVC (3) stört wegen des Chloranteils benachbarte Fraktionen, geschäumtes Polystyrol (6) besteht überwiegend aus Luft, und dunkel eingefärbte Verpackungen werden von der Nahinfrarot-Erkennung teilweise gar nicht erfasst — trotz korrekt aufgedruckter Nummer.

Ist Kunststoff mit dem Code 5 frei von BPA?

Polypropylen wird ohne Bisphenol A hergestellt, das klassischerweise in Polycarbonat vorkommt — also in der Sammelgruppe 7. Der Code 5 ist damit ein Indiz, aber keine Zusicherung: Verlässlich ist allein die Angabe des Herstellers. Für den Lebensmittelkontakt ist ohnehin das Glas-Gabel-Symbol das maßgebliche Zeichen.

Muss der Grüne Punkt noch auf jeder Verpackung stehen?

Nein. Laut Verbraucherzentrale muss der Grüne Punkt seit 2009 nicht mehr abgebildet sein, weil ohnehin alle Hersteller einem dualen System angehören müssen. Fehlt er, ändert das nichts an der Entsorgung: Verpackungsmüll gehört weiterhin in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne.

Was bedeutet der Recycling-Code 5 bei Kunststoff?

Code 5 steht für Polypropylen, Kürzel PP. Es ist ein hitzebeständiger, geschmacksneutraler Kunststoff und begegnet euch als Joghurtbecher, Frischhaltedose, Flaschendeckel oder Trinkhalm. PP gehört zu den drei Sorten, die sich technisch am besten verwerten lassen — vorausgesetzt, es liegt sortenrein und nicht als Verbund vor.

Gehört ein Getränkekarton in den Gelben Sack oder ins Altpapier?

In den Gelben Sack beziehungsweise die Gelbe Tonne. Der Getränkekarton ist ein Verbund aus Karton, Kunststoff und meist Aluminium und trägt deshalb einen Code ab 80, nicht die Papiernummern 20 bis 22. Die Verbraucherzentrale führt Getränkekartons ausdrücklich unter den Materialien, die in den Gelben Sack gehören.

Recycling Symbole und ihre Bedeutung: Gibt es eine vollständige Übersicht?

Eine amtliche Gesamtliste für Deutschland gibt es nicht, weil die Kennzeichnung freiwillig ist. Die belastbarste Übersicht führt die Verbraucherzentrale: Kunststoffe 1 bis 7, Papier 20 bis 22, Metalle 40 und 41, Holz 50 und 51, Glas 70 bis 72 und Verbunde ab 80. Alles darüber hinaus sind Gebrauchs- oder Systemzeichen, keine Materialcodes.

Was bedeutet die Schneeflocke auf einer Verpackung?

Die Schneeflocke ist kein Recycling-Zeichen, sondern ein Gebrauchshinweis: Sie kennzeichnet gefriergeeignete und frostfeste Produkte. Konkrete Temperatur- und Zeitangaben fehlen meist, weil es laut Verbraucherzentrale keine einheitlichen Vorgaben für diese Piktogramme gibt.

Fazit: Zahl lesen, Zeichen einordnen, richtig trennen

Recycling-Symbole sind nützlich, solange man sie als das nimmt, was sie sind: eine Materialangabe. Die Zahl im Dreieck beantwortet „woraus“, der Grüne Punkt beantwortet „wer zahlt“ — und ob die Verpackung am Ende wirklich verwertet wird, entscheidet der Mindeststandard, nicht der Aufdruck. Bei 17,9 Millionen Tonnen Verpackungsabfall im Jahr und einer Recyclingquote von 69,4 Prozent (Umweltbundesamt, 2023) macht die richtige Tonne mehr Unterschied als jedes Siegel.

  • Zahl vor Zeichen: Materialcode schlägt Grünen Punkt.
  • Ab 80 heißt Verbund: Getränkekarton in die Gelbe Tonne, nicht ins Altpapier.
  • Trennen, was sich trennen lässt: Deckel, Banderole, Pumpkopf einzeln.

Der wirksamste Schritt bleibt aber der davor: Was repariert oder weitergegeben wird, muss gar nicht erst sortiert werden. Wie das praktisch läuft, zeigt unser Ratgeber zum Repair-Café; wer gebrauchte Technik und Haushaltswaren günstig ersetzt, findet die aktuellen Angebote auf MonsterDealz.

Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

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