Halal 2026: Was das Siegel bedeutet und worauf ihr achten müsst
Halal ist arabisch und heißt schlicht „erlaubt“ — der Gegenbegriff dazu ist haram, „verboten“. Der Begriff betrifft weit mehr als Fleisch, und ein staatliches Halal-Siegel gibt es in Deutschland nicht. Wer sichergehen will, dass sein Einkauf den islamischen Speisevorschriften entspricht, sucht vor allem Verlässlichkeit — und will nicht aus Unwissenheit etwas im Wagen haben, das nicht passt. Dieser Ratgeber erklärt sachlich, was hinter dem Begriff steckt, wer die Siegel vergibt und woran ihr versteckte Zutaten auf der Verpackung erkennt – Stand: September 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Halal heißt „erlaubt“, haram heißt „verboten“ — beides gilt für Lebensmittel, Kosmetik und Alltag.
- Der Begriff „halal“ ist in der EU lebensmittelrechtlich nicht geschützt, ein staatliches Siegel existiert nicht.
- Rund 100 Halal-Zertifikate verschiedener Institute sind laut Verbraucherportal Bayern im Umlauf.
- Kritisch sind versteckte Zutaten: Gelatine, Alkohol in Aromen, Schellack und bestimmte E-Nummern.
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Was bedeutet Halal? Bedeutung einfach erklärt
Halal ist ein arabisches Wort und bedeutet erlaubt, zulässig oder gestattet; im Türkischen lautet es „helal“. Grundlage der Speisevorschriften sind laut dem Verbraucherportal Bayern zwei Quellen: der Koran und die Sunna, also die überlieferten Worte und Handlungen des Propheten Mohammed (Stand: Oktober 2024).
Der Gegenbegriff ist haram: das Verbotene. Zwischen beiden Polen liegen im islamischen Recht weitere Abstufungen, etwa das Neutrale oder das Unerwünschte — im Alltag interessiert Verbraucher aber vor allem die Frage „erlaubt oder nicht“.
Wichtig für das Verständnis: Halal ist kein reiner Fleischbegriff. Er umfasst pflanzliche Lebensmittel, Getränke, Zusatzstoffe, Verarbeitung und Lagerung — und wird auch auf Kosmetik, Medikamente und Finanzprodukte angewendet.
Wie viele Menschen das betrifft, lässt sich beziffern. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schätzt in seinem Bericht „Zahl der Musliminnen und Muslime in Deutschland 2025″ 6,6 bis 7,0 Millionen muslimische Religionsangehörige mit Migrationshintergrund, das entspricht 8,0 bis 8,5 Prozent der Bevölkerung (veröffentlicht im Juni 2026).
Diese Zahl sagt nichts darüber aus, wie streng einzelne Menschen die Speisevorschriften auslegen — die Praxis reicht von sehr genau bis sehr locker. Sie zeigt nur, dass die Frage nach halal in deutschen Supermärkten kein Randthema ist.
Wie erkenne ich Halal zertifizierte Produkte?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Ein Halal-Siegel auf der Packung ist der schnellste Hinweis — aber kein einheitlicher Beleg. Laut dem Verbraucherportal Bayern sind rund 100 Halal-Zertifikate verschiedener Institute auf dem Markt, jedes mit eigenen Richtlinien (Stand: Oktober 2024).
Praktisch heißt das: Ihr prüft nicht nur, ob ein Siegel da ist, sondern welches. Der Name der Zertifizierungsstelle steht meist klein neben oder unter dem Logo, oft mit einer Prüfnummer.
Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die Vorgaben der Verbraucherzentrale, des Verbraucherportals Bayern und der Zusatzstoff-Liste des Lebensmittelverbands Deutschland ausgewertet und den eigenen Magazin-Bestand ausgezählt: In 992 veröffentlichten Magazin-Beiträgen (Stand: 2. September 2026) erklärt bislang genau einer das Zutatenverzeichnis, keiner den Begriff halal. Diese Lücke schließt dieser Artikel.
Drei Schritte haben sich beim Einkauf bewährt:
- Siegel lesen: Name der Zertifizierungsstelle notieren, nicht nur das Logo ansehen.
- Zutatenverzeichnis prüfen: Es ist rechtlich vorgeschrieben und nennt Gelatine, Alkohol als Zutat und E-Nummern.
- Beim Hersteller nachfragen: Genau das empfiehlt die Verbraucherzentrale als Handlungsschritt, wenn die Angaben nicht reichen.
Wer Symbole auf Verpackungen generell entziffern will, findet in unserem Ratgeber zu den Recycling-Symbolen das gleiche Prinzip: Ein Zeichen sagt nur so viel, wie das System dahinter verlangt.
Gibt es offizielle Halal-Zertifizierungsstellen in Deutschland?
Eine staatliche Halal-Zertifizierungsstelle gibt es in Deutschland nicht. Die Verbraucherzentrale formuliert es so: „In der EU ist der Begriff ‚halal‘ lebensmittelrechtlich nicht geschützt.“ (Stand: 14. August 2026).
Das ist der Kern der ganzen Sache. Weil kein Gesetz definiert, was „halal“ auf einer Packung bedeuten muss, entscheidet allein die private Zertifizierungsstelle — und deren Standards unterscheiden sich.
Die Verbraucherzentrale beschreibt den Unterschied konkret: Während einige Zertifizierer Fleisch als halal anerkennen, wenn Elektrokurzzeitbetäubung oder Bolzenschussapparate eingesetzt wurden, legen andere das betäubungslose Schächten zugrunde. Zwei Produkte mit Halal-Siegel können also nach gegensätzlichen Regeln geprüft worden sein.
Zertifizierer in Deutschland sind meist eingetragene Vereine oder private Prüfgesellschaften, teils mit Anbindung an islamische Verbände, teils herstellernah. Wer es genau wissen will, sucht die Zertifizierungsstelle im Netz und liest deren veröffentlichten Standard — vor allem den Passus zur Betäubung.
Die Verbraucherzentrale hält daher fest, dass es für mehr Verlässlichkeit verbindliche Kriterien braucht, die islamische Gelehrte gemeinsam mit Herstellern, Handel und Gesetzgeber festlegen. Bis dahin bleibt die Bewertung eine Frage des jeweiligen Siegels.
Unterschied zwischen Halal und Haram
Halal und haram sind ein Begriffspaar: erlaubt gegen verboten. Als absolut verboten nennt das Verbraucherportal Bayern vier Gruppen — Schweinefleisch, Blut, Aas und Alkohol (Stand: Oktober 2024).
Auf der erlaubten Seite steht laut derselben Quelle eine lange Liste: frisches Obst und Gemüse, Getreide und reine Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Eier, Frischmilch und Milchprodukte, rein pflanzliche Fette, Zucker, Honig, Gewürze sowie Getränke wie Wasser, Tee und Kaffee.
Bei Fisch nennt das Portal ausdrücklich frischen Fisch mit Schuppen, etwa Lachs, Karpfen oder Forelle. Beim Fleisch sind Rind, Schaf, Ziege, Lamm und Huhn erlaubt — sofern sie nach den religiösen Vorgaben geschlachtet wurden.
Tabu sind neben Schweinefleisch auch daraus gewonnene Erzeugnisse: Schweineschmalz, Speck und Gelatine aus Schweineschwarten. Genau diese Nebenprodukte sind der Grund, warum die Zutatenliste bei Fertigprodukten so wichtig ist.
Wichtig ist noch ein zweiter Punkt: Herstellung, Lagerung und Zubereitung halal-konformer Lebensmittel müssen laut Verbraucherportal Bayern strikt von verbotenen Lebensmitteln getrennt sein. Ein an sich erlaubtes Produkt kann durch die Verarbeitungsumgebung fraglich werden.
Wie läuft eine Halal-Schlachtung genau ab?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Nach den islamischen Vorschriften darf laut Verbraucherportal Bayern nur Fleisch von Tieren auf den Tisch, die geschächtet und ausgeblutet sind (Stand: Oktober 2024). In Deutschland steht dem § 4a Absatz 1 des Tierschutzgesetzes gegenüber: „Ein warmblütiges Tier darf nur geschlachtet werden, wenn es vor Beginn des Blutentzugs zum Zweck des Schlachtens betäubt worden ist.“
Das Schächten ohne Betäubung ist damit grundsätzlich verboten. § 4a Absatz 2 des Tierschutzgesetzes lässt aber eine Ausnahme zu: Die zuständige Behörde kann eine Ausnahmegenehmigung erteilen, wenn zwingende Vorschriften einer Religionsgemeinschaft das Schächten verlangen oder den Genuss von Fleisch nicht geschächteter Tiere untersagen.
Was bei der Schlachtung selbst passiert
Der Ablauf folgt in beiden Fällen demselben Muster: ein schneller Schnitt an der Halsschlagader, vollständiges Ausbluten des Tieres. Unterschieden wird vor allem danach, ob vorher betäubt wurde und mit welchem Verfahren.
Viele Zertifizierer in Deutschland akzeptieren eine reversible Betäubung, meist Elektrokurzzeitbetäubung. Genau darauf zielt die Kritik strengerer Standards: Sie verlangen, dass das Tier zum Zeitpunkt des Schnitts unbetäubt und lebend ist.
Warum das für den Einkauf zählt
Für euch heißt das: Das Siegel entscheidet, welches Verfahren dahintersteht. Wer eine bestimmte Auslegung braucht, kommt an der Frage nach dem konkreten Zertifizierer nicht vorbei.
Unterschied zwischen Halal und konventioneller Schlachtung
Der zentrale Unterschied ist die Betäubung, nicht der Schnitt. Artikel 4 Absatz 4 der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 nimmt Tiere, die speziellen religiös vorgeschriebenen Schlachtmethoden unterliegen, von der allgemeinen Betäubungspflicht aus — allerdings nur, wenn die Schlachtung in einem Schlachthof erfolgt (Stand: September 2026).
In der konventionellen Schlachtung wird immer vor dem Blutentzug betäubt, in der Regel per Bolzenschuss, Elektrizität oder Gas. Das Ausbluten selbst unterscheidet sich technisch kaum.
Ein oft übersehener Punkt betrifft den Handel: Laut Verbraucherzentrale ist der Import von Fleisch geschächteter Tiere erlaubt, auch wenn das betäubungslose Schächten in Deutschland grundsätzlich verboten ist. Halal-Fleisch im deutschen Regal kann also aus dem Ausland stammen.
Ein Detail für alle, die zusätzlich auf Bio achten: Fleisch von Tieren, die ohne Betäubung geschlachtet wurden, kann laut Lebensmittelklarheit keine Bio-Zertifizierung tragen. Halal und Bio schließen sich also nicht generell aus — wohl aber bei dieser konkreten Schlachtvariante.
Welche Haram-Inhaltsstoffe stecken in Süßigkeiten und Fertigprodukten?

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Die kritischen Zutaten sind selten offensichtlich — sie stecken in Gelier-, Überzugs- und Farbstoffen. Die Verbraucherzentrale listet als versteckte tierische Bestandteile unter anderem Gelatine aus dem Bindegewebe von Tieren, tierisches Lab aus Kälber-, Schaf- oder Ziegenmägen, den Farbstoff E 120 aus Schildläusen und L-Cystein (E 920), das etwa aus Federn gewonnen werden kann (Stand: 6. März 2026).
Bei Süßwaren sind es meist drei Verdächtige. Gelatine in Fruchtgummi und Schaumzucker, Schellack als Glanzüberzug auf Dragees und Karmin als roter Farbstoff.
Dazu kommen Alkohol als Trägerstoff in Aromen und Emulgatoren, die pflanzlich oder tierisch sein können. Keiner dieser Stoffe muss seine Herkunft im Zutatenverzeichnis ausweisen — deshalb bleibt die Rückfrage beim Hersteller oft der einzige sichere Weg.
Wo die Zutatenliste schweigt
Zwei Lücken sind besonders relevant. Klärhilfsmittel bei Säften und Weinen — die Verbraucherzentrale nennt hier Gelatine und Hausenblase aus der Schwimmblase des Störs — müssen nicht deklariert werden, weil sie im Endprodukt nicht mehr enthalten sein sollen.
Und zusammengesetzte Zutaten dürfen unter einem Sammelbegriff stehen. Was genau in einer „Glasur“ oder einem „Aroma“ steckt, erschließt sich aus der Packung häufig nicht.
Welche E-Nummern sind Haram?
Keine E-Nummer ist automatisch haram — entscheidend ist die Herkunft des Stoffes. Vier Nummern lohnen laut der Zusatzstoff-Liste des Lebensmittelverbands Deutschland aber einen genaueren Blick, weil sie tierisch sein können oder es immer sind (Stand: September 2026).
- E 120 (Echtes Karmin): Farbstoff, gewonnen aus getrockneten Schildläusen. Immer tierischen Ursprungs, typisch in roten Süßwaren, Getränken und Desserts.
- E 904 (Schellack): Überzugs- und Trennmittel aus dem Ausscheidungsharz der Lackschildlaus. Typisch als Glanzschicht auf Dragees und Äpfeln.
- E 471 (Mono- und Diglyceride von Fettsäuren): Emulgator, meist aus pflanzlichen Fetten, aber auch aus tierischen Fetten herstellbar. Die Packung sagt nicht, welche Variante drin ist.
- E 920 (L-Cystein): Mehlbehandlungsmittel in Backwaren, das laut Verbraucherzentrale unter anderem aus Federn gewonnen werden kann.
Manche Halal-Standards gehen noch weiter. Das Verbraucherportal Bayern weist darauf hin, dass einige Standards Emulgatoren aus Speisefettsäuren gar nicht erlauben und tierisches Labenzym für die Käseherstellung ablehnen.
Praktisch bedeutet das: Eine E-Nummer ist ein Prüfauftrag, kein Urteil. Wer eine Kennzeichnung sicher lesen will, arbeitet sich systematisch durch die Zeichen — so wie bei den Gefahrensymbolen auf Haushaltsprodukten, wo jedes Piktogramm eine feste Bedeutung hat.
Alkohol in Aromen: Was steht davon auf der Verpackung?
Ein Teil des Alkohols in Lebensmitteln taucht im Zutatenverzeichnis überhaupt nicht auf. Das Verbraucherportal Bayern beschreibt zwei Fälle: Alkohol, der naturgemäß durch Gärung entsteht — etwa in Fruchtsaft, Kefir oder Essig — und Alkohol, der als Lösungsmittel von Aromen oder als Reinigungsmittel bei der Herstellung eingesetzt wird (Stand: Oktober 2024).
Beides erscheint nicht auf der Verpackung. Wer Alkohol strikt meidet, kann sich beim Blick auf die Zutatenliste also nicht vollständig absichern.
Wie diese Restmengen religiös bewertet werden, fällt je nach Rechtsschule und Zertifizierer unterschiedlich aus. Manche Standards ziehen eine Grenze bei technisch unvermeidbaren Spuren, andere lehnen jeden Zusatz ab.
Für die Praxis heißt das: Bei Aromen, Glasuren, Backmischungen und Süßwaren lohnt die Rückfrage beim Hersteller am meisten. Genau diesen Schritt nennt auch die Verbraucherzentrale als zentrale Handlungsempfehlung.
Ist vegetarisches Essen automatisch Halal?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Nein — vegetarisch und halal sind zwei verschiedene Kriterien. Die Verbraucherzentrale nennt allein für vegetarische Produkte mehrere tierische Stoffe, die dort trotzdem enthalten sein können, darunter tierisches Lab im Käse und Gelatine als Klärhilfsmittel (Stand: 6. März 2026).
Vegetarisch schließt Fleisch aus, nicht aber Alkohol, tierisches Lab oder tierische Emulgatoren. Ein vegetarischer Käse mit Kälberlab ist vegetarisch im Sinne vieler Definitionen, für strenge Halal-Standards aber problematisch.
Vegan liegt näher am Ziel, deckt es aber ebenfalls nicht vollständig ab. Ein veganes Produkt kann Alkohol enthalten, und die Trennung von haram-Produkten in der Produktion ist damit nicht geregelt.
Umgekehrt gilt: Rein pflanzliche Grundnahrungsmittel ohne berauschende Wirkung gelten laut Verbraucherportal Bayern als halal. Bei unverarbeitetem Obst, Gemüse, Reis oder Hülsenfrüchten stellt sich die Frage in der Regel gar nicht.
Wie wird die Einhaltung der Halal-Regeln in der Lieferkette kontrolliert?
Die Kontrolle liegt vollständig bei privaten Zertifizierern — eine staatliche Aufsicht speziell für Halal gibt es nicht. Lebensmittelklarheit, das Portal der Verbraucherzentralen, hält fest, dass keine einheitliche europäische Organisation Halal-Standards festlegt oder durchsetzt und die Anforderungen der Zertifizierer daher auseinandergehen (Stand: 14. Oktober 2022).
Wie tief geprüft wird, hängt vom jeweiligen Standard ab. Manche Zertifizierer prüfen nur den Schlachtbetrieb, andere zusätzlich Zulieferer, Zusatzstoffe, Reinigungsmittel und die Trennung der Produktionslinien.
Das Verbraucherportal Bayern bringt das Ergebnis für Verbraucher auf den Punkt: „Die Vielzahl an Halal-Siegeln verwirrt die Verbraucher mehr, als dass sie ihnen eine echte Entscheidungshilfe an die Hand gibt.“ (Stand: Oktober 2024).
Für die Lebensmittelüberwachung gilt trotzdem das normale Recht. Falsche Angaben auf einer Packung sind Irreführung und damit angreifbar — nur definiert eben kein Gesetz, welche Prüftiefe hinter dem Wort „halal“ stehen muss.
Eine Randnotiz zur Einordnung: MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt. Wir bewerten hier keine religiösen Auslegungen, sondern beschreiben nur, was auf den Verpackungen steht und was rechtlich dahintersteckt.
Vor- & Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Siegel spart Zeit beim Einkauf | Begriff ist in der EU nicht geschützt |
| Zertifizierer prüfen Zutaten und Herkunft | Rund 100 Siegel mit eigenen Regeln |
| Wachsendes Angebot in Supermärkten | Betäubungsfrage je Standard verschieden |
| Zutatenverzeichnis ist gesetzlich Pflicht | Alkohol in Aromen bleibt undeklariert |
Häufige Fragen zu Halal
Was heißt Halal auf Deutsch?
Halal ist arabisch und bedeutet erlaubt, zulässig oder gestattet. Im Türkischen wird das Wort „helal“ geschrieben und genauso verwendet. Der Gegenbegriff ist haram, also das Verbotene. Beide Begriffe beziehen sich nicht nur auf Essen, sondern auf Handlungen und Konsumgüter allgemein.
Was ist Halal-Fleisch?
Halal-Fleisch stammt von erlaubten Tierarten wie Rind, Schaf, Ziege, Lamm oder Huhn und wurde nach den religiösen Vorgaben geschlachtet und ausgeblutet. Schweinefleisch ist grundsätzlich ausgeschlossen. Ob eine Betäubung vor dem Schnitt zulässig ist, beantworten die Zertifizierungsstellen unterschiedlich — das ist der wichtigste Unterschied zwischen den Siegeln.
Gibt es einen rechtlichen Schutz für den Begriff Halal auf Produkten?
Nein. Die Verbraucherzentrale stellt klar, dass der Begriff „halal“ in der EU lebensmittelrechtlich nicht geschützt ist (Stand: 14. August 2026). Es gibt weder eine staatliche Definition noch ein amtliches Siegel. Wer ein Produkt so kennzeichnet, muss sich an das allgemeine Irreführungsverbot halten, aber an keinen festgelegten Halal-Standard.
Wie wird die Einhaltung der Halal-Regeln in der Lieferkette kontrolliert?
Ausschließlich durch private Zertifizierer nach deren eigenen Regelwerken. Manche prüfen nur den Schlachtbetrieb, andere die gesamte Kette bis zu Zusatzstoffen und Reinigungsmitteln. Eine einheitliche europäische Stelle, die Standards festlegt oder durchsetzt, existiert laut Lebensmittelklarheit nicht.
Sind in industriellen Lebensmitteln versteckte tierische Fette oder Alkohol enthalten?
Das kommt vor und lässt sich der Packung nicht immer ansehen. Emulgatoren wie E 471 können aus pflanzlichen oder tierischen Fetten stammen, ohne dass die Herkunft angegeben wird. Alkohol als Lösungsmittel in Aromen erscheint laut Verbraucherportal Bayern nicht auf der Verpackung. In beiden Fällen hilft nur die Anfrage beim Hersteller.
Wie unterscheidet sich Halal von Tayyib (rein/gut)?
Halal beschreibt, was erlaubt ist. Tayyib geht darüber hinaus und meint das Gute und Reine — also Qualität, Sauberkeit und einwandfreie Herkunft. Ein Lebensmittel kann formal halal sein, aber nach diesem zweiten Maßstab als nicht gut gelten, etwa wegen der Produktionsbedingungen. Manche Halal-Standards greifen den Gedanken auf und stellen zusätzliche Anforderungen.
Was ist die Rolle von E-Nummern bei tierischen Fetten?
E-Nummern benennen die Funktion eines Zusatzstoffs, nicht seinen Ursprung. Der Emulgator E 471 etwa steht für Mono- und Diglyceride von Fettsäuren, die aus pflanzlichen oder tierischen Fetten stammen können. Aus der Nummer allein lässt sich also nicht ableiten, ob ein Produkt für euch in Frage kommt. Nur der Hersteller kann die Herkunft benennen.
Dürfen Medikamente mit Alkoholbestandteilen eingenommen werden?
Das ist eine religiöse Frage, die je nach Rechtsschule und Gelehrtenmeinung unterschiedlich beantwortet wird — dieser Ratgeber bewertet das nicht. Praktisch hilft ein Blick in die Packungsbeilage, wo Alkohol als sonstiger Bestandteil aufgeführt sein muss, sowie eine Nachfrage in der Apotheke nach alkoholfreien Alternativen. Bei verschreibungspflichtigen Mitteln gehört die Frage in die ärztliche Beratung.
Unterschied zwischen Halal und Koscher?
Beides sind religiöse Speisevorschriften mit ähnlicher Grundidee, aber verschiedenen Regeln. Koscher ist der jüdische Begriff, sein Gegenstück heißt treife; im Islam stehen halal und haram gegenüber. Schweinefleisch ist in beiden Systemen verboten, Alkohol dagegen nur im islamischen. Koscher kennt zusätzlich die strikte Trennung von Milch und Fleisch, die es im Halal-Regelwerk nicht gibt.
Fazit: So geht ihr beim Einkaufen praktisch vor
Halal heißt erlaubt und ist der Gegenbegriff zu haram — aber weil der Begriff in der EU nicht geschützt ist, sagt das Wort auf der Packung allein wenig aus. Entscheidend ist, welche Zertifizierungsstelle dahintersteht und nach welchen Regeln sie prüft.
Drei Faustregeln für den Alltag:
- Siegel benennen: Nicht nur das Logo sehen, sondern den Namen der Zertifizierungsstelle lesen und deren Standard zur Betäubung nachschlagen.
- Zutatenverzeichnis systematisch lesen: Gelatine, Lab, E 120, E 904, E 471 und E 920 sind die Stellen, an denen es sich zu stutzen lohnt.
- Beim Hersteller nachfragen: Bei Aromen, Emulgatoren und Glasuren ist das der einzige Weg zu einer belastbaren Auskunft.
Wer beim Einkauf ohnehin genauer hinsieht, spart oft doppelt — Geld und Lebensmittel. Wie sich das im Alltag verbinden lässt, zeigt unser Ratgeber zum Lebensmittel retten. Und alle aktuellen Angebote aus Supermarkt und Drogerie findet ihr jederzeit auf der Startseite von MonsterDealz.
Quellen: Verbraucherzentrale: Halal essen · Verbraucherportal Bayern: Halal-Ernährung · § 4a Tierschutzgesetz · Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 · BAMF: Zahl der Musliminnen und Muslime 2025 · Lebensmittelklarheit: Halal-Siegel · Lebensmittelverband: Liste der Zusatzstoffe · Verbraucherzentrale: Versteckte tierische Zutaten