WPS-Taste 2026: Wie sie funktioniert und wann sie riskant ist

Die WPS-Taste verbindet ein Gerät per Knopfdruck mit dem WLAN, ohne dass jemand ein Passwort eintippt — bequem, aber mit einer Schwachstelle, die den Verzicht in vielen Haushalten nahelegt. Vor allem die Variante mit achtstelliger Kennziffer gilt als angreifbar. Wir zeigen, wie WPS funktioniert, wann ihr es gefahrlos nutzen könnt und was die besseren Alternativen sind. Stand: August 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • WPS gibt es in zwei Varianten — nur eine davon ist vertretbar.
  • Die Variante mit Kennziffer gilt als angreifbar und gehört abgeschaltet.
  • Der Knopfdruck öffnet ein Zeitfenster, in dem sich jedes Gerät anmelden kann.
  • Ein QR-Code ist heute die bequemere und sicherere Alternative.

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Was WPS ist und wozu es gedacht war

Nahaufnahme einer unbeschrifteten runden Taste auf weißem Gehäuse

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

WPS steht für ein Verfahren, das die WLAN-Einrichtung vereinfachen sollte. Die Idee stammt aus einer Zeit, in der Passwörter am Fernseher oder am Drucker mit Pfeiltasten eingetippt werden mussten — eine echte Zumutung.

Statt des Passworts drückt ihr am Router eine Taste und am Gerät die entsprechende Funktion. Beide handeln die Verbindung dann selbst aus, das Passwort wird im Hintergrund übertragen.

Das funktioniert und ist bequem. Der Preis dafür liegt in der Art, wie die beiden Geräte einander vertrauen: Während des Zeitfensters nach dem Knopfdruck nimmt der Router praktisch jedes Gerät an, das sich meldet.

Bei der zweiten Variante — der Anmeldung über eine mehrstellige Kennziffer — ist die Schwäche gravierender. Sie lässt sich systematisch durchprobieren, weil die Prüfung in Teilen erfolgt und damit die Zahl der nötigen Versuche drastisch sinkt.

Genau deshalb ist die Empfehlung heute eindeutig: Die Kennziffer-Variante gehört abgeschaltet. Die Taste selbst ist vertretbar, wenn ihr wisst, worauf ihr achtet.

Die zwei Varianten im Vergleich

Variante Ablauf Bewertung
Taste Knopfdruck, Zeitfenster vertretbar
Kennziffer Zahlenkombination abschalten
QR-Code scannen empfohlen
Passwort eintippen sicherste Wahl

Die unteren beiden Zeilen sind keine WPS-Varianten, sondern die Alternativen. Sie sind heute in fast allen Fällen der bessere Weg — auch weil moderne Geräte ohnehin eine Tastatur oder eine App mitbringen.

Die Tastenvariante ist zeitlich begrenzt und erfordert physischen Zugang zum Router. Wer den hat, könnte ohnehin den Aufkleber lesen. Das relativiert das Risiko im normalen Haushalt erheblich.

Die Kennziffer-Variante ist die problematische. Sie ist dauerhaft aktiv, wenn sie eingeschaltet ist, und lässt sich aus der Ferne angreifen — ohne dass jemand die Wohnung betreten muss.

Der Unterschied ist also nicht graduell, sondern grundsätzlich: Die eine Variante verlangt Anwesenheit, die andere nicht.

Prüft deshalb in den Router-Einstellungen, welche Varianten aktiv sind. Bei vielen Geräten lässt sich die Kennziffer getrennt deaktivieren, während die Taste weiter funktioniert.

Eine Besonderheit gibt es bei Geräten, die vom Anbieter gestellt werden: Dort ist WPS teils ab Werk aktiv und die Einstellung nicht über die gewohnte Oberfläche erreichbar, sondern über die App oder das Kundenportal. Wenn ihr den Punkt in den Einstellungen nicht findet, schaut dort nach, bevor ihr davon ausgeht, dass es ihn nicht gibt.

Und noch eine Beobachtung aus der Praxis: Manche Router schalten WPS nach einer gewissen Zeit ohne Nutzung automatisch ab. Das ist eine sinnvolle Voreinstellung — wer sie vorfindet, sollte sie nicht aus Bequemlichkeit deaktivieren.

So nutzt ihr die Taste sicher

Router, kleiner Drucker und Smartphone mit dunklem Bildschirm

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Wenn ihr sie braucht — etwa für einen Drucker ohne Display —, macht es so.

  1. Kennziffer-Variante abschalten. Zuerst, unabhängig davon, ob ihr die Taste nutzt.
  2. Nur bei Bedarf drücken. Nicht dauerhaft aktiviert lassen.
  3. Gerät bereithalten. Das Zeitfenster ist kurz — startet die Suche am Gerät zuerst.
  4. Verbindung prüfen. Danach in der Geräteliste des Routers nachsehen, was sich verbunden hat.
  5. Danach kontrollieren. Steht dort ein unbekanntes Gerät, sofort trennen und das Passwort ändern.

Punkt vier ist der, den kaum jemand macht — und der wichtigste. Die Geräteliste eures Routers zeigt jedes verbundene Gerät. Ein Blick nach jeder WPS-Nutzung dauert Sekunden und beantwortet die einzige Frage, die zählt: Hat sich nur das angemeldet, was sich anmelden sollte?

Punkt drei erspart Frust: Viele scheitern nicht an der Sicherheit, sondern am Timing. Startet die Verbindungssuche am Drucker oder Lautsprecher zuerst und drückt dann am Router — nicht umgekehrt.

Wo ihr die Geräteliste findet und wie ihr generell in die Router-Oberfläche kommt, steht in unserem Ratgeber WLAN-Passwort anzeigen.

Die besseren Alternativen

In den meisten Fällen braucht ihr WPS heute gar nicht mehr.

  • QR-Code. Android und iOS erzeugen ihn aus den WLAN-Details. Scannen, verbunden — ohne Zeitfenster und ohne offenes Tor.
  • Hersteller-App. Drucker, Lautsprecher und Smart-Home-Geräte bringen fast alle eine App mit, die die Einrichtung übernimmt.
  • Passwort eintippen. Umständlich, aber die sicherste Variante — und bei Geräten mit Tastatur oder Touchscreen kein Problem.
  • Netzwerkkabel. Bei Druckern und Netzwerkspeichern ohnehin die stabilere Wahl.

Der QR-Code hat einen zusätzlichen Vorteil: Er lässt sich für ein Gastnetz erzeugen. Damit kommen fremde Geräte gar nicht erst in euer Hauptnetz — deutlich besser, als ihnen per WPS Zugang zu allem zu geben.

Wie das genau funktioniert, steht in unserem Ratgeber WLAN per QR-Code teilen.

Für Drucker gilt zudem: Die Einrichtung über die Hersteller-App ist meist zuverlässiger als jedes Tastenverfahren — und sie richtet gleich die Treiber mit ein. Wie ihr dabei vorgeht, steht in unserem Ratgeber Drucker mit WLAN verbinden.

Wenn WPS nicht funktioniert

Weißer Router auf einem Sideboard neben einem Netzwerkkabel

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Fünf Ursachen erklären fast alle Fehlschläge — und keine davon ist ein Defekt.

Zeitfenster verpasst. Es ist kurz. Startet am Gerät zuerst, drückt dann am Router.

WPS ist deaktiviert. Viele Router liefern es ab Werk ausgeschaltet aus oder schalten es nach einiger Zeit selbst ab. Ein Blick in die Einstellungen klärt das.

Falsches Frequenzband. Manche Geräte können nur das niedrigere Band. Wenn euer Router beide unter demselben Namen führt, kann die Zuordnung scheitern — testweise das höhere Band abschalten hilft.

Zu weit entfernt. Die Aushandlung braucht eine stabile Verbindung. Stellt das Gerät für die Einrichtung neben den Router und bringt es danach an seinen Platz.

Gerät bereits gekoppelt. Ein Gerät, das noch alte Zugangsdaten gespeichert hat, verweigert manchmal die Neuanmeldung. Erst am Gerät die Netzwerkeinstellungen zurücksetzen, dann neu verbinden.

Kommt ihr damit nicht weiter, ist der Weg über das Passwort oder die App der schnellere — statt weiter am Tastenverfahren zu arbeiten. Ein häufiger Fehler ist, WPS immer wieder zu versuchen, obwohl das Gerät es gar nicht unterstützt: Nicht jedes Zubehör mit WLAN kann das Verfahren, und ein fehlender Hinweis in der Anleitung ist meist die Antwort.

Vor- und Nachteile von WPS

Vorteile Nachteile
Kein Passwort eintippen an Geräten ohne Tastatur Die Kennziffer-Variante gilt als angreifbar
Die Tastenvariante verlangt physischen Zugang Das Zeitfenster nimmt jedes Gerät an, das sich meldet
Auf fast jedem Router vorhanden Scheitert oft am Timing und am Frequenzband
Praktisch für alte Geräte ohne App QR-Code und App sind heute meist bequemer

Der erste Nachteil ist der einzige wirklich schwerwiegende: Die Kennziffer-Variante ist aus der Ferne angreifbar. Sie gehört abgeschaltet — und zwar unabhängig davon, ob ihr die Taste nutzt.

Häufige Fragen

Ist WPS unsicher?

Die Kennziffer-Variante ja, sie gilt als angreifbar. Die Tastenvariante ist im normalen Haushalt vertretbar.

Was soll ich abschalten?

Die Anmeldung über die Kennziffer. Die Taste könnt ihr behalten, wenn ihr sie braucht.

Wie lange ist das Zeitfenster offen?

Nur kurz. Startet die Suche am Gerät zuerst und drückt dann am Router.

Warum klappt es nicht?

Meist Timing, deaktiviertes WPS, falsches Frequenzband oder zu große Entfernung.

Was ist die beste Alternative?

Ein QR-Code aus den WLAN-Details des Handys — bequem und ohne offenes Zeitfenster.

Brauche ich WPS für den Drucker?

Meist nicht. Die Hersteller-App ist zuverlässiger und richtet die Treiber gleich mit ein.

Wie prüfe ich, wer sich verbunden hat?

In der Geräteliste der Router-Oberfläche. Ein Blick danach dauert Sekunden.

Was, wenn dort etwas Unbekanntes steht?

Gerät trennen und das WLAN-Passwort ändern.

Fazit: Kennziffer aus, Taste sparsam

WPS ist kein Sicherheitsdesaster, aber ein Verfahren aus einer anderen Zeit. Die eine gefährliche Variante gehört abgeschaltet — für den Rest gibt es heute bequemere Wege.

Drei Schritte für heute:

  • In den Router-Einstellungen die Kennziffer-Anmeldung abschalten.
  • Die Geräteliste einmal durchsehen und Unbekanntes trennen.
  • Für neue Geräte den QR-Code oder die Hersteller-App nutzen.

Wie ihr das Netz insgesamt absichert, steht in unserem Ratgeber Passkeys statt Passwörter. Aktuelle Netzwerk-Angebote sammeln wir laufend auf MonsterDealz.de.

Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

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