Wohngeld bekommen: Welche Vergünstigungen euch zustehen — und welche nicht

Wohngeld öffnet die Tür zu weiteren Leistungen — aber fast keine davon kommt automatisch, und der Rundfunkbeitrag gehört ausdrücklich nicht dazu. Der größte Posten ist das Bildungspaket: Allein Schulbedarf und Teilhabebeitrag summieren sich auf 375 Euro pro Kind und Jahr, die nur fließen, wenn ihr sie beantragt. Diese Übersicht zeigt euch, was tatsächlich dranhängt, was nicht — und in welcher Reihenfolge ihr vorgeht. Stand: August 2026.

Das Wichtigste in KĂĽrze

  • Bildung und Teilhabe steht Wohngeld-Familien zu — wird aber nicht automatisch ausgezahlt
  • 375 € pro Kind und Jahr allein aus Schulbedarf (195 €) und Teilhabe (15 €/Monat)
  • RĂĽckwirkend beantragbar: AnsprĂĽche verjähren erst nach zwölf Monaten
  • Rundfunkbeitrag: Wohngeld allein befreit nicht — das hat ein Gericht im Juni 2026 bestätigt

Anzeige / Transparenz: Dieser Artikel enthält Partner-Links. Kauft ihr über einen solchen Link, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch bleibt der Preis identisch.

Welche VergĂĽnstigungen sind an den Wohngeld-Bezug geknĂĽpft?

Formulare, Taschenrechner und Notizbuch auf einem KĂĽchentisch zur Beantragung von VergĂĽnstigungen bei Wohngeld

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

An den Wohngeld-Bezug sind vor allem drei Dinge geknüpft: das Bildungspaket für Kinder, der Zugang zum Wohnberechtigungsschein und eine wechselnde Zahl kommunaler Ermäßigungen. Wohngeld selbst ist ein staatlicher Zuschuss zu den Wohnkosten für Haushalte mit geringem Einkommen, geregelt im Wohngeldgesetz — es ist keine Grundsicherung, und genau dieser Unterschied entscheidet darüber, was zusätzlich dranhängt.

Das ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse entstehen. Viele Vergünstigungen im deutschen Sozialsystem sind an den Bezug von Bürgergeld oder Grundsicherung gekoppelt, nicht an Wohngeld. Wer Wohngeld bekommt, gilt rechtlich gerade nicht als Empfänger dieser Leistungen — mit der Folge, dass ein Teil der bekannten Vergünstigungen schlicht nicht greift.

Umgekehrt gibt es Leistungen, die ausdrĂĽcklich auch Wohngeld-Haushalten offenstehen und trotzdem massenhaft liegen bleiben, weil sie beantragt werden mĂĽssen. FĂĽr diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die gesetzlichen Grundlagen im Bundeskindergeldgesetz und im Rundfunkbeitragsstaatsvertrag ausgewertet und mit der aktuellen Rechtsprechung abgeglichen.

Ein Hinweis vorweg: Dieser Artikel ordnet die Rechtslage ein, ersetzt aber keine Rechts- oder Sozialberatung. Kommunale Regelungen unterscheiden sich teils erheblich — im Zweifel fragt bei eurer Wohngeldstelle oder einer Beratungsstelle nach.

Bildung und Teilhabe: der größte Posten — und er kommt nicht automatisch

Schulranzen, Hefte, Buntstifte und Geodreieck als Leistungen aus dem Bildungspaket

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Wohngeld-Familien mit Kindern haben Anspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe — das steht in § 6b des Bundeskindergeldgesetzes. Anspruchsberechtigt ist, wer Kindergeld bezieht und bei wem im Falle der Wohngeld-Bewilligung er selbst und das Kind zu berücksichtigende Haushaltsmitglieder sind (Stand: August 2026).

Der entscheidende Unterschied zum Bürgergeld: Dort werden Teile des Bildungspakets automatisch mit ausgezahlt. Bei Wohngeld und Kinderzuschlag passiert das nicht. Ihr müsst die Leistungen separat bei der zuständigen Stelle eurer Kommune beantragen — meist Schulamt, Jugendamt oder Sozialamt, je nach Bundesland unterschiedlich.

Genau hier verschenken Familien Jahr für Jahr Geld. Der Wohngeldbescheid selbst enthält keinen Hinweis auf das Bildungspaket, und die Schule informiert in der Regel auch nicht. Wer nicht von sich aus fragt, bekommt nichts — obwohl der Anspruch besteht.

Praktisch heißt das: Nehmt euren Wohngeldbescheid, geht damit zur zuständigen Stelle und beantragt Bildung und Teilhabe schriftlich. Eine Schulbescheinigung solltet ihr direkt beilegen.

Was steckt konkret im Bildungspaket?

Das Bildungspaket umfasst sechs Bausteine, von denen zwei pauschal ausgezahlt werden und vier die tatsächlichen Kosten abdecken. Zusammen kommen allein die beiden Pauschalen auf 375 Euro pro Kind und Jahr (Stand: August 2026, Quelle: Familienratgeber der Aktion Mensch).

  • Schulbedarf: 195 € pro Schuljahr, ausgezahlt in zwei Raten — 130 € zum Schuljahresbeginn im Sommer, 65 € zum zweiten Halbjahr im FrĂĽhjahr
  • Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben: 15 € monatlich bis zum 18. Geburtstag, also 180 € im Jahr — fĂĽr Sportverein, Musikschule oder Ferienfreizeit
  • Mittagsverpflegung: gemeinschaftliches Mittagessen in Kita, Schule oder Hort ohne Eigenanteil der Eltern
  • Lernförderung: Nachhilfe in tatsächlicher Höhe, wenn die Schule bestätigt, dass sie nötig und schulisch nicht leistbar ist
  • Klassenfahrten und AusflĂĽge: mehrtägige Fahrten und eintägige AusflĂĽge von Schule und Kita
  • SchĂĽlerbeförderung: Kosten fĂĽr den Schulweg, wenn keine andere Stelle sie ĂĽbernimmt

Unsere Modellrechnung: Eine Wohngeld-Familie mit zwei schulpflichtigen Kindern lässt allein bei den beiden Pauschalen 750 Euro im Jahr liegen, wenn sie nichts beantragt. Kommt das Mittagessen dazu, wird daraus schnell ein vierstelliger Betrag — bei rund 190 Schultagen und einem üblichen Essenspreis von etwa vier Euro sind das je Kind noch einmal gut 700 Euro, die nicht selbst gezahlt werden müssen.

Die Lernförderung ist der am seltensten genutzte Baustein, obwohl er der wertvollste sein kann: Nachhilfe wird in tatsächlicher Höhe übernommen, nicht pauschal gedeckelt.

Rückwirkend beantragen: die Zwölf-Monats-Frist

Wer den Antrag bisher nicht gestellt hat, kann AnsprĂĽche noch nachholen — sie verjähren erst nach zwölf Monaten. Im Gesetzestext heiĂźt es dazu wörtlich: „AnsprĂĽche auf Leistungen fĂĽr Bildung und Teilhabe verjähren in zwölf Monaten nach Ablauf des Kalendermonats, in dem sie entstanden sind.“ (§ 6b Abs. 2a BKGG, Stand: August 2026).

Das ist bares Geld für Familien, die erst jetzt davon erfahren. Wer im August 2026 einen Antrag stellt, kann damit grundsätzlich Ansprüche bis zurück in den Sommer 2025 geltend machen — also mindestens eine komplette Schulbedarfs-Auszahlung und zwölf Monatsbeiträge Teilhabe.

Wichtig ist, den rückwirkenden Zeitraum ausdrücklich zu benennen. Ein Antrag ohne diesen Zusatz wird von vielen Stellen nur ab dem laufenden Monat bearbeitet. Formuliert also klar, dass ihr die Leistungen auch für die vergangenen zwölf Monate beantragt, und legt die Nachweise für diesen Zeitraum bei.

Voraussetzung ist, dass ihr im rückwirkenden Zeitraum tatsächlich Wohngeld bezogen habt. Der Wohngeldbescheid ist dafür der Nachweis — deshalb lohnt es sich, alte Bescheide aufzubewahren.

Wohnberechtigungsschein: seit Januar 2026 deutlich höhere Grenzen

Helle einfache Mietwohnung mit Sofa und Esstisch als Sozialwohnung mit Wohnberechtigungsschein

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Wer Wohngeld bezieht, liegt fast immer auch unter den Einkommensgrenzen für einen Wohnberechtigungsschein — und die sind zum 1. Januar 2026 um bis zu 22,1 Prozent gestiegen. Der Wohnberechtigungsschein, kurz WBS, ist die Eintrittskarte für geförderte Sozialwohnungen, deren Miete dauerhaft unter dem Marktniveau liegt.

Die Grenzen legen allerdings die Länder fest, sie unterscheiden sich also je nach Wohnort. In Sachsen etwa gilt seit Anfang 2026 eine Grenze von 20.520 Euro Jahreseinkommen für Alleinlebende und 30.780 Euro für Zwei-Personen-Haushalte; für jede weitere Person im Haushalt kommen 7.011 Euro dazu, für jedes Kind zusätzlich 855 Euro (Quelle: Landeshauptstadt Dresden). In anderen Bundesländern gelten andere Werte — fragt bei eurer Kommune nach.

Der WBS ist deshalb interessant, weil er anders als eine einmalige Zahlung dauerhaft wirkt: Eine geförderte Wohnung senkt die Miete Monat für Monat, oft über Jahre. Details zu Antrag und Voraussetzungen erklärt der Familienratgeber.

Beantragt wird der Schein beim Wohnungsamt oder der Kommunalverwaltung, meist gültig für ein Jahr. Ein Haken bleibt: Der WBS verschafft euch die Berechtigung, nicht die Wohnung — in Ballungsräumen sind die Wartelisten lang.

Rundfunkbeitrag: Warum Wohngeld allein nicht befreit

Hier liegt der häufigste Irrtum: Wohngeld-Bezug allein berechtigt nicht zur Befreiung vom Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro monatlich. Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz hat das mit Urteil vom 11. Juni 2026 noch einmal ausdrücklich bestätigt (Az. 7 A 10302/26).

Das Gericht formuliert es unmissverständlich: „Der Bezug von Wohngeld ist im Katalog der zur Befreiung fĂĽhrenden Leistungen nicht aufgefĂĽhrt.“ Die Befreiungstatbestände in § 4 Abs. 1 des Rundfunkbeitragsstaatsvertrags sind abschlieĂźend und eng auszulegen — Wohngeld steht schlicht nicht darin.

Es gibt allerdings die Härtefallregelung nach § 4 Abs. 6 RBStV. Sie greift, wenn euer Einkommen die Bedarfsgrenze der Grundsicherung um weniger als den Rundfunkbeitrag selbst übersteigt, also um weniger als 18,36 Euro. Dann könnt ihr trotz Ablehnung der Grundsicherung befreit werden — der Ablehnungsbescheid ist dabei der Nachweis.

Der entscheidende Haken laut demselben Urteil: Wer eine ihm zustehende Sozialleistung gar nicht erst beantragt, kann sich nicht auf den Härtefall berufen. Ihr müsst also zuerst Grundsicherung beantragen und den Bescheid abwarten — erst er öffnet den Weg zur Befreiung. Ausführlich behandeln wir das in unserem Ratgeber zur Befreiung vom Rundfunkbeitrag.

Unser Tipp: Rundfunkbeitrag im Detail

  • Antrag, Ermäßigung und Abmeldung Schritt fĂĽr Schritt
  • Welche Leistungen wirklich zur Befreiung fĂĽhren, wie die Ermäßigung auf ein Drittel funktioniert und was bei Umzug oder Zweitwohnung gilt — kompakt erklärt und laufend aktualisiert.
  • Zur Rundfunkbeitrag-Befreiung →

Was Länder und Kommunen zusätzlich anbieten

Person fĂĽllt am KĂĽchentisch ein Formular fĂĽr VergĂĽnstigungen bei Wohngeld aus

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Neben den bundesweiten Leistungen gibt es eine dritte Ebene, die kaum jemand vollständig überblickt: kommunale Ermäßigungen, die häufig an den Wohngeldbescheid gekoppelt sind. Anders als beim Bildungspaket existiert dafür keine bundesweite Rechtsgrundlage — jede Kommune entscheidet selbst, und die Unterschiede sind erheblich.

Typische Beispiele, nach denen sich das Nachfragen lohnt:

  • Sozialticket im Nahverkehr: vergĂĽnstigte Monatskarten, in vielen VerkehrsverbĂĽnden an einen Berechtigungsnachweis gekoppelt
  • Ermäßigte Kita-GebĂĽhren: Elternbeiträge sind meist einkommensabhängig gestaffelt, teils bis zur vollständigen Befreiung
  • Familienpass oder Sozialpass: reduzierte Eintritte fĂĽr Schwimmbad, Museum, Zoo und Bibliothek
  • Musikschul- und Vereinsermäßigungen: reduzierte GebĂĽhren zusätzlich zum Teilhabebeitrag aus dem Bildungspaket
  • GebĂĽhrenbefreiungen: etwa bei Bibliotheksausweisen oder kommunalen Kursangeboten

Der schnellste Weg fĂĽhrt ĂĽber die Suche nach „Sozialpass“ oder „Ermäßigung“ auf der Website eurer Stadt oder eures Landkreises — oder direkt ĂĽber einen Anruf bei der Wohngeldstelle, die die örtlichen Angebote in der Regel kennt.

Wichtig: Diese Ermäßigungen sind freiwillige Leistungen. Es gibt keinen Rechtsanspruch, und sie können jederzeit geändert oder gestrichen werden.

Welche VergĂĽnstigungen es bei Wohngeld nicht gibt

Mindestens so wichtig wie die Liste der Ansprüche ist die Gegenliste — sie erspart euch vergebliche Anträge. Vier Leistungen werden regelmäßig mit Wohngeld in Verbindung gebracht, obwohl sie nicht daran hängen (Stand: August 2026):

  • Befreiung vom Rundfunkbeitrag: nicht ĂĽber Wohngeld, nur ĂĽber den Katalog des § 4 Abs. 1 RBStV oder die Härtefallregelung
  • Befreiung von Zuzahlungen bei der Krankenkasse: hängt an der individuellen Belastungsgrenze von zwei Prozent des Bruttoeinkommens (ein Prozent bei chronischer Krankheit), nicht am Wohngeld
  • Automatische ZuschĂĽsse zu Strom- oder Heizkosten: die Heizkostenkomponente ist bereits im Wohngeld enthalten, einen separaten Zuschuss gibt es nicht
  • BĂĽrgergeld-gekoppelte VergĂĽnstigungen: alles, was einen BĂĽrgergeld- oder Grundsicherungsbescheid verlangt, greift bei Wohngeld nicht

Der Grund ist immer derselbe: Wohngeld ist rechtlich eine eigenständige Leistung nach dem Wohngeldgesetz und keine Leistung nach dem Sozialgesetzbuch. Wo ein Gesetz ausdrĂĽcklich „Leistungen nach dem SGB II oder XII“ verlangt, fällt Wohngeld heraus.

Die Krankenkassen-Zuzahlungsbefreiung lohnt trotzdem einen eigenen Blick: Sie ist einkommensabhängig, und wer Wohngeld bezieht, liegt oft ohnehin unter der Belastungsgrenze — nur eben aus einem anderen Grund.

So geht ihr vor: die Reihenfolge, die Geld spart

Die Reihenfolge entscheidet, weil ein Bescheid oft der Nachweis für den nächsten Antrag ist. Diese fünf Schritte decken die wesentlichen Ansprüche ab und kosten zusammen etwa eine Stunde Aufwand:

  • Schritt 1 — Wohngeldbescheid griffbereit halten: er ist der Nachweis fĂĽr fast alles Weitere, Kopien anfertigen
  • Schritt 2 — Bildung und Teilhabe beantragen: bei der zuständigen kommunalen Stelle, schriftlich, mit Schulbescheinigung — und ausdrĂĽcklich die zurĂĽckliegenden zwölf Monate mit beantragen
  • Schritt 3 — Wohnberechtigungsschein prĂĽfen: beim Wohnungsamt, lohnt sich auch ohne konkrete Wohnungssuche, weil er ein Jahr gilt
  • Schritt 4 — kommunale Ermäßigungen abfragen: Sozialpass, Sozialticket, Kita-Beitrag — ein Anruf bei der Wohngeldstelle
  • Schritt 5 — Belastungsgrenze der Krankenkasse prĂĽfen: unabhängig vom Wohngeld, aber häufig erfĂĽllt

Setzt euch für Schritt 2 eine jährliche Erinnerung: Der Schulbedarf wird zweimal pro Schuljahr fällig, und der Anspruch endet mit dem Wohngeld-Bewilligungszeitraum. Läuft eure Bewilligung aus und ihr stellt einen Weiterbewilligungsantrag, muss auch das Bildungspaket neu beantragt werden.

Wer unsicher ist, findet kostenlose Unterstützung bei den Verbraucherzentralen und den Sozialverbänden — beide beraten unabhängig und kennen die örtlichen Besonderheiten.

So haben wir recherchiert

  • Gesetzestext zuerst: AnsprĂĽche haben wir am Wortlaut von § 6b BKGG und § 4 RBStV geprĂĽft, nicht an Sekundärquellen.
  • Aktuelle Rechtsprechung: Die Rundfunkbeitrags-Einordnung stĂĽtzt sich auf ein Urteil vom Juni 2026, nicht auf ältere Ratgeberstände.
  • Grenzen benannt: Wo Regelungen Landes- oder Kommunalsache sind, sagen wir das — statt regionale Werte als bundesweit auszugeben.

Vor- & Nachteile im Ăśberblick

Vorteile Nachteile
375 € pro Kind und Jahr aus zwei Pauschalen Keine Leistung kommt automatisch
Zwölf Monate rückwirkend beantragbar Rundfunkbeitrag bleibt trotz Wohngeld fällig
Mittagessen und Nachhilfe ohne Deckel Zuständige Stelle je Bundesland verschieden
WBS-Grenzen 2026 um bis zu 22,1 % gestiegen Kommunale Extras ohne Rechtsanspruch

Häufige Fragen zu Vergünstigungen bei Wohngeld

Bekomme ich mit Wohngeld automatisch das Bildungspaket?

Nein. Anders als beim Bürgergeld werden die Leistungen bei Wohngeld und Kinderzuschlag nicht automatisch ausgezahlt. Ihr müsst sie schriftlich bei der zuständigen kommunalen Stelle beantragen — je nach Bundesland Schul-, Jugend- oder Sozialamt. Weder der Wohngeldbescheid noch die Schule weisen von sich aus darauf hin.

Bin ich mit Wohngeld vom Rundfunkbeitrag befreit?

Nein. Wohngeld steht nicht im Katalog der Leistungen, die zur Befreiung führen — das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz hat das im Juni 2026 bestätigt. Möglich bleibt nur die Härtefallregelung, wenn euer Einkommen die Grundsicherungsgrenze um weniger als 18,36 Euro übersteigt und ihr einen Ablehnungsbescheid vorlegt.

Wie weit kann ich das Bildungspaket rĂĽckwirkend beantragen?

Zwölf Monate. Ansprüche verjähren nach § 6b Abs. 2a BKGG erst zwölf Monate nach Ablauf des Monats, in dem sie entstanden sind. Beantragt den rückwirkenden Zeitraum ausdrücklich mit — sonst bearbeiten viele Stellen den Antrag nur ab dem laufenden Monat.

Wie viel Geld steckt insgesamt im Bildungspaket?

Die beiden Pauschalen ergeben 375 Euro pro Kind und Jahr: 195 Euro Schulbedarf plus 15 Euro monatlich für Teilhabe. Dazu kommen Mittagsverpflegung, Lernförderung, Klassenfahrten und Schülerbeförderung in tatsächlicher Höhe — bei zwei Kindern summiert sich das schnell auf einen vierstelligen Betrag pro Jahr.

Bekomme ich mit Wohngeld einen Wohnberechtigungsschein?

In aller Regel ja, weil die WBS-Einkommensgrenzen über den Wohngeld-Grenzen liegen. Die Werte setzen aber die Länder fest und unterscheiden sich deutlich. Zum 1. Januar 2026 sind sie vielerorts spürbar gestiegen — in Sachsen etwa um bis zu 22,1 Prozent. Fragt beim Wohnungsamt eurer Kommune nach.

Gibt es bei Wohngeld einen Zuschuss zu den Heizkosten?

Einen separaten Zuschuss gibt es nicht — die Heiz- und Klimakomponente ist bereits in die Wohngeldberechnung eingebaut. Wer zusätzlich Unterstützung braucht, sollte prüfen lassen, ob stattdessen ein Anspruch auf Grundsicherung besteht, bei der die Heizkosten gesondert übernommen werden.

Werde ich mit Wohngeld von Zuzahlungen bei der Krankenkasse befreit?

Nicht automatisch. Die Befreiung hängt an der Belastungsgrenze von zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens, bei chronischer Krankheit einem Prozent — nicht am Wohngeldbezug. Wer Wohngeld bekommt, erreicht diese Grenze allerdings oft schnell. Der Antrag läuft direkt über die Krankenkasse.

Was passiert mit den VergĂĽnstigungen, wenn der Bewilligungszeitraum endet?

Sie enden mit dem Wohngeldanspruch. Der Bewilligungszeitraum beträgt üblicherweise zwölf Monate; danach braucht ihr einen Weiterbewilligungsantrag. Wichtig: Auch das Bildungspaket muss dann neu beantragt werden, es läuft nicht automatisch weiter.

Lohnt sich Wohngeld ĂĽberhaupt, wenn der Betrag klein ist?

Häufig ja — gerade wegen der Folgeansprüche. Selbst ein niedriger monatlicher Wohngeldbetrag öffnet den Zugang zum Bildungspaket und zum Wohnberechtigungsschein. Bei zwei Kindern können allein die Pauschalen den Wohngeldbetrag über das Jahr gerechnet deutlich übersteigen.

Fazit: Der Bescheid ist erst der Anfang

Wohngeld ist weniger eine einzelne Leistung als ein Türöffner — aber nur für den, der die weiteren Türen selbst aufmacht. Die 375 Euro pro Kind und Jahr aus dem Bildungspaket bekommt niemand automatisch überwiesen, und die zwölf Monate Rückwirkung verstreichen still.

Drei Punkte, die wir mitgeben:

  • Beantragen, nicht warten — kein Amt weist euch von sich aus auf das Bildungspaket hin
  • RĂĽckwirkung ausdrĂĽcklich nennen — sonst gibt es die zwölf Monate nicht
  • Beim Rundfunkbeitrag realistisch bleiben — Wohngeld allein reicht nicht, der Weg fĂĽhrt ĂĽber den Härtefall

Wer weitere Ansprüche und Ermäßigungen sucht, findet in unserer Übersicht zu Senioren-Vergünstigungen viele Rabatte, die unabhängig vom Wohngeld gelten. Wie die Befreiung vom Rundfunkbeitrag konkret läuft, steht im Ratgeber zur Rundfunkbeitrag-Befreiung. Alltägliche Spartipps und geprüfte Angebote sammeln wir laufend auf MonsterDealz.de.

MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt.

Ăśber den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

Kommentare

Kommentar verfassen

Bild zum Kommentar hinzufĂĽgen (JPG, PNG)

Mit Absenden des Formulars akzeptiere ich die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen.