Wintercheck fürs Auto: Was nötig ist, was es kostet, was Pflicht ist
Ein Wintercheck fürs Auto ist eine kurze Prüfung der Bauteile, die bei Frost zuerst ausfallen: Batterie, Frostschutz in Kühlmittel und Scheibenwaschanlage, Beleuchtung, Scheibenwischer, Türdichtungen und Reifen. Der teuerste Punkt darin ist gleichzeitig der unspektakulärste: 45,4 Prozent aller Pannen gingen 2025 auf die Starterbatterie zurück, mehr als auf alle anderen Ursachen zusammen. Das Material für die Eigenregie kostet rund 35 Euro, der Licht-Teil ist im Oktober in vielen Werkstätten kostenlos — die Reparatur danach nicht. Stand: September 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Häufigste Pannenursache ist die Starterbatterie: 45,4 Prozent im Jahr 2025 laut ADAC Pannenstatistik 2026, vor Motor und Motorelektronik mit 21,8 Prozent.
- Der Frostschutz im Kühlmittel soll mindestens bis minus 25 Grad reichen, im Wischwasser mindestens bis minus 20 Grad — beides lässt sich in wenigen Minuten selbst prüfen.
- Der Licht-Sicht-Test läuft vom 1. bis 31. Oktober 2026 kostenlos. Kleine Lichtmängel werden meist gratis behoben, Ersatzteile und aufwendige Einstellarbeiten kosten extra.
- Pflicht im Auto sind nur Warndreieck, Warnweste und Erste-Hilfe-Material. Eiskratzer, Handbesen und Starthilfekabel sind Empfehlungen, keine Vorschrift.
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Was gehört zum Wintercheck fürs Auto?
Ein Wintercheck ist die saisonale Kontrolle der Bauteile, die bei Kälte, Nässe und Streusalz zuerst nachgeben — kein gesetzlich vorgeschriebener Termin, sondern eine freiwillige Sichtprüfung. Der ADAC nennt dafür sieben Punkte: Kühlerfrostschutz bis mindestens minus 25 Grad, frostsicheres Wischwasser, Batterie, Scheibenwischer, Beleuchtung, Türdichtungen und Reifen mit mindestens vier Millimetern Profil.
Die Werkstattversion deckt dieselben Punkte ab und ergänzt sie um Bremsen und Fahrwerk. Das Kfz-Gewerbe beschreibt den Ablauf in seiner Info-Beilage „Autocheck Winter“ vom 7. Oktober 2025 so: Reifen, Batterie, Licht, Frostschutz und Wischerblätter werden nacheinander geprüft, die Batterie mit Messgeräten für Speicherkapazität, Ladezustand und Kaltstromfähigkeit.
Wichtig ist dabei die Reihenfolge, nicht die Vollständigkeit. Wer nur eine halbe Stunde hat, prüft Batterie und Frostschutz — das sind die beiden Punkte, bei denen ein Versäumnis zum Liegenbleiben führt. Licht und Wischer betreffen die Sicht, Türdichtungen und Lackpflege den Komfort und den Werterhalt.
Die Reifenregeln lassen wir hier bewusst außen vor: In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht, es zählt also die Fahrbahn und nicht der Kalender. Was das genau heißt, welche Kennzeichnung ein Reifen tragen muss und was ein Verstoß kostet, steht im Ratgeber zur Winterreifenpflicht.
Für diesen Ratgeber haben wir unseren eigenen Bestand ausgewertet: Von den 1.274 veröffentlichten Magazin-Ratgebern auf MonsterDealz (Zentral-Datenbank, Stand 20. September 2026) behandeln 22 Auto- und Reifenthemen, sechs davon allein die Reifen — einen kompletten Wintercheck hatte bisher keiner davon zum Thema.
Warum die Batterie der wichtigste Punkt am Wintercheck ist

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Weil sie statistisch das Rennen macht: Laut der ADAC Pannenstatistik 2026, veröffentlicht am 23. April 2026 für das Datenjahr 2025, gingen 45,4 Prozent aller Pannen auf eine leere oder schwache Batterie zurück. Im Jahr davor waren es 44,9 Prozent, im Jahr 2015 erst 35,7 Prozent — der Anteil steigt seit Jahren.
Alle anderen Ursachen liegen weit dahinter: Motor und Motorelektronik kommen auf 21,8 Prozent, Anlasser, Generator, Bordnetz und Beleuchtung zusammen auf 10,4 Prozent, Reifendefekte auf 8,9 Prozent und Schließsysteme auf 6,8 Prozent. Erfasst werden dabei Fahrzeuge im Alter von zwei bis neun Jahren.
Kälte macht aus einer angeschlagenen Batterie eine defekte. Die chemische Reaktion im Inneren läuft bei Minusgraden langsamer ab, gleichzeitig braucht der Anlasser wegen des zähen Öls mehr Strom, und Heckscheibenheizung, Gebläse und Licht laufen dauerhaft mit. Eine Batterie, die im Sommer noch unauffällig war, scheitert dann am ersten kalten Morgen.
Als Anlass für eine Prüfung nennt der ADAC ein Batteriealter von fünf Jahren (ADAC-Meldung, Oktober 2020). Das ist eine Faustregel und kein Ablaufdatum — wie lange eine Autobatterie wirklich hält, woran ihr eine schwächelnde erkennt und wann sich Laden statt Tauschen lohnt, haben wir im Ratgeber zur Autobatterie-Lebensdauer ausführlich aufgeschrieben.
Die Werkstatt misst nicht die Spannung allein, sondern Speicherkapazität, Ladezustand und Kaltstromfähigkeit. Das ist der eine Punkt am Wintercheck, den ihr zu Hause nur eingeschränkt nachstellen könnt: Ein Multimeter zeigt die Ruhespannung, aber nicht, ob die Batterie unter Last noch genug Strom liefert. Eine neue Starterbatterie mit rund 70 Amperestunden kostet ab etwa 85 Euro (Preisvergleich Geizhals, abgerufen am 20. September 2026), dazu kommen Einbau und je nach Fahrzeug das Anlernen im Steuergerät.
Frostschutz prüfen: Wie tief muss der Schutz reichen?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Im Kühlmittel mindestens bis minus 25 Grad Celsius, im Wischwasser mindestens bis minus 20 Grad — diese beiden Werte nennt das Kfz-Gewerbe in seiner Info-Beilage vom 7. Oktober 2025, und der ADAC nennt für den Kühlkreislauf dieselbe Untergrenze von minus 25 Grad. Gemessen wird mit einer Frostschutzspindel, auch Frostschutzprüfer genannt.
Das Gerät kostet wenige Euro und ist an Tankstellen, im Baumarkt und im Kfz-Zubehör zu haben. Ihr zieht damit etwas Flüssigkeit aus dem Ausgleichsbehälter an und lest auf der Skala ab, bis zu welcher Temperatur der Schutz reicht. Ein Refraktometer arbeitet genauer, lohnt sich für den Hausgebrauch aber selten.
Zwei Dinge gehen dabei regelmäßig schief. Erstens: Den Verschlussdeckel des Kühlsystems niemals bei warmem Motor öffnen — das System steht unter Druck, und die heiße Flüssigkeit spritzt heraus. Zweitens: Wer im Sommer nur Wasser nachgefüllt hat, verdünnt den Frostschutz und merkt es erst im November. Genau deshalb ist die Messung überhaupt nötig; ansehen kann man es der Flüssigkeit nicht.
Zu wenig Frostschutz ist der teuerste vermeidbare Winterschaden. Gefriert das Kühlmittel, dehnt es sich aus und kann Kühler, Schläuche oder im schlimmsten Fall den Motorblock sprengen. Der ADAC warnt in seinem Winterfit-Ratgeber ausdrücklich davor, dass ein eingefrorener Kühler ernsthafte Schäden am Fahrzeug nach sich ziehen kann. Nebenbei schützt das Mittel ganzjährig vor Korrosion im Kühlkreislauf.
Beim Nachfüllen gilt: Kühlerfrostschutz gibt es als Konzentrat, das ihr mit Wasser mischt, und der Hersteller gibt die Spezifikation vor — G11, G12, G12+, G13 und ähnliche Bezeichnungen stehen für unterschiedliche Additivpakete, die man nicht mischt. Ein Liter Konzentrat kostet ab 6,95 Euro, fünf Liter ab 27,86 Euro (Preisvergleich Geizhals, abgerufen am 20. September 2026). Beim Wischwasser ist die Rechnung einfacher: Ein Liter Konzentrat ab 4,45 Euro reicht für eine Saison, gebrauchsfertige Fünf-Liter-Kanister mit Schutz bis minus 18 oder minus 20 Grad liegen ab 11,98 Euro.
Licht und Sicht: der Teil, den ihr im Oktober kostenlos bekommt

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Der Licht-Sicht-Test läuft nach Angaben der Veranstalter vom 1. bis 31. Oktober 2026 und ist kostenlos. Getragen wird die Aktion vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, vom Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks und von der Deutschen Verkehrswacht; DEKRA beteiligt sich mit seinen Niederlassungen und prüft dort neun Komponenten, von Abblend- und Fernlicht über Blinker und Warnblinkanlage bis zu Nebelschlussleuchte und Rückfahrscheinwerfer.
Dass sich der Termin lohnt, zeigt die Bilanz des Vorjahres: Beim Licht-Sicht-Test 2025 hatten 27,8 Prozent der geprüften Pkw Mängel an der Beleuchtung, nach 25,3 Prozent im Jahr davor. Bei den Scheinwerfern waren 19,7 Prozent nicht in Ordnung, 9,5 Prozent blendeten wegen zu hoher Einstellung, 8,5 Prozent leuchteten zu kurz. Bei der Rückbeleuchtung lag die Mängelquote bei 10,1 Prozent, bei Nutzfahrzeugen insgesamt bei 32,1 Prozent.
Kostenlos heißt hier: kostenlos prüfen, nicht kostenlos reparieren. Kleine Lichtmängel werden in den teilnehmenden Betrieben in der Regel sofort und gratis behoben — bezahlt werden müssen nur erforderliche Ersatzteile sowie aufwendige Diagnose- und Einstellarbeiten. Gerade bei Xenon- und LED-Systemen ist genau das der Punkt, an dem aus dem Gratis-Termin eine Rechnung wird.
Neu ist der zweite Wortteil im Namen: Aus dem reinen Licht-Test ist ein Licht-Sicht-Test geworden. Die teilnehmenden Betriebe können zusätzlich freiwillig den allgemeinen Sicherheitszustand ansehen, also Wischer, Reifen und den Zustand der Scheiben. Dieser Teil ist optional — ob er angeboten wird, entscheidet der Betrieb.
Wischerblätter gehören zum Wintercheck, weil sie der billigste Sicherheitsgewinn überhaupt sind. Ziehen sie Schlieren, kommen sie weg; im Gegenlicht bei nassem Schnee entscheidet das über die Sicht. Ein Markensatz für die Frontscheibe kostet ab rund 15 Euro (Preisvergleich Geizhals, abgerufen am 20. September 2026). Angefrorene Wischer vor dem Losfahren nie mit Gewalt lösen und die Wischanlage nicht blind einschalten — der Motor reißt sonst das Gummi ab.
Türgummis, Schlösser und Scheiben: was gegen festgefrorene Türen hilft
Gegen festfrierende Dichtungen hilft eine Behandlung vor dem ersten Frost. Die GTÜ nennt in ihrer Kundeninformation zur Wintervorbereitung (Stand 10/2019) vier Mittel für Kofferraumdichtungen sowie Tür- und Fenstergummis: Glyzerin, Silikon, Talkum oder Hirschtalg. Für die Türschlösser empfiehlt sie Graphitpuder oder Graphitöl.
Der Türschlossenteiser gehört laut derselben Empfehlung in die Mantel- oder Handtasche — nicht ins Handschuhfach. Die Logik ist banal und wird trotzdem jedes Jahr übersehen: Ein Enteiser, der im verschlossenen Auto liegt, nützt bei einem eingefrorenen Schloss nichts.
Beim Enteisen der Scheiben ist heißes Wasser die teuerste Abkürzung. Die GTÜ schreibt dazu in ihrem Ratgeber vom 24. November 2025 wörtlich: „Der schockartige Temperaturwechsel kann das Glas beschädigen und sogar reißen lassen.“ Richtig geht es mit ruhigen Bewegungen im flachen Winkel und leichtem Druck, mit einem Kratzer aus weichem Kunststoff oder Gummi — also aus einem Material, das weicher ist als Glas.
Eine Abdeckung spart die Kratzerei komplett, wenn Garage oder Carport fehlen. Die GTÜ nennt dafür Spezialprodukte und auch improvisierte Lösungen, warnt bei Pappkarton aber ausdrücklich davor, dass dieser selbst festfrieren kann. Enteisersprays auf Alkoholbasis sind die schnelle Variante; ein 500-Milliliter-Spray kostet ab 5,47 Euro, ein einfacher Eiskratzer ab 4,19 Euro und ein Gummipflegestift ab 3,86 Euro (Preisvergleich Geizhals, abgerufen am 20. September 2026).
Was dagegen gar nicht geht: den Motor zum Aufwärmen im Stand laufen lassen. § 30 Absatz 1 der Straßenverkehrs-Ordnung verbietet es ausdrücklich, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen. Und ein freigekratztes Guckloch in der vereisten Frontscheibe reicht nicht — die Sicht muss frei sein, bevor ihr losfahrt.
Was kostet der Wintercheck — Werkstatt oder Eigenregie?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
In Eigenregie kostet das Material einmalig rund 35 Euro, die Werkstattversion lag beim ADAC im November 2025 als Aktionspreis bei 25 Euro. Beides schließt sich nicht aus: Der Werkstatttermin liefert die Messung von Batterie, Bremsen und Fahrwerk, das Material braucht ihr anschließend trotzdem im Kofferraum.
Diese Posten stecken in der Eigenregie-Rechnung — alle Preise sind der günstigste gelistete Preis im Preisvergleich Geizhals, abgerufen am 20. September 2026:
| Posten | Menge | Preis ab |
|---|---|---|
| Kühlerfrostschutz-Konzentrat | 1 Liter | 6,95 € |
| Scheibenfrostschutz-Konzentrat | 1 Liter | 4,45 € |
| Scheibenwischer-Satz vorn | 1 Satz | 15,04 € |
| Eiskratzer | 1 Stück | 4,19 € |
| Gummipflegestift für Dichtungen | 1 Stück | 3,86 € |
| Summe Grundausstattung | 5 Posten | 34,49 € |
| Starthilfekabel, optional | 3 Meter | 11,89 € |
Eigene Zusammenstellung aus dem Preisvergleich Geizhals, abgerufen am 20. September 2026. Gerechnet ist jeweils der günstigste gelistete Preis ohne Versandkosten; Wischerblätter sind fahrzeugabhängig, der Wert steht für einen gängigen Markensatz.
Der Scheibenenteiser für 5,47 Euro ist in der Summe bewusst nicht enthalten, weil er sich mit dem Eiskratzer überschneidet — wer beides will, landet bei knapp 40 Euro. Eine Starthilfe-Powerbank statt des Kabels hat den Vorteil, dass kein zweites Auto nötig ist, kostet aber ab rund 80 Euro; worauf es bei Kapazität und Zellqualität ankommt, steht in unserer Powerbank-Kaufberatung.
Teuer wird nicht der Check, sondern das, was er zutage fördert. Eine neue Starterbatterie mit rund 70 Amperestunden beginnt bei etwa 85 Euro, bei AGM-Batterien für Fahrzeuge mit Start-Stopp-Automatik liegt der Einstieg höher; dazu kommen Einbau und gegebenenfalls das Anlernen im Steuergerät. Bremsbeläge, Bremsscheiben oder ein Satz Reifen sprengen jedes Check-Budget. Das ist kein Argument gegen den Termin — im Gegenteil: Der Unterschied zwischen 25 Euro im Oktober und einem Abschleppwagen im Januar ist genau diese halbe Stunde.
Ein Hinweis zum Vergleichen: Der ADAC rät, vor einem professionellen Wintercheck in der Werkstatt Preise und Umfang der Leistungen zu vergleichen. „Wintercheck“ ist kein geschützter Begriff — der eine Betrieb prüft sieben Punkte, der andere zwei und wechselt dabei die Reifen. Lasst euch vorher sagen, was enthalten ist, und nehmt den Prüfbericht mit.
Welche Ausrüstung ist im Winter Pflicht — und welche nur empfohlen?
Pflicht sind in Deutschland genau drei Dinge, und keines davon ist winterspezifisch. § 53a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung schreibt für Pkw ein Warndreieck und eine Warnweste vor; die Weste muss der DIN EN 471:2003+A1:2007 in der Ausgabe März 2008 oder der EN ISO 20471:2013 entsprechen. Das Erste-Hilfe-Material regelt § 35h derselben Verordnung und verweist auf das Normblatt DIN 13164 in den Ausgaben Januar 1998 oder Januar 2014.
Daraus folgt ein häufig missverstandener Punkt: Die Fassung der DIN 13164 von 2022 enthält zwei medizinische Masken, der Verordnungstext nennt diese Ausgabe aber gar nicht. Ein vorhandener Verbandkasten nach der Ausgabe von 1998 oder 2014 bleibt damit zulässig und muss nicht um Masken ergänzt werden. Was ihr stattdessen prüfen solltet, ist das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum — Pflaster und Kompressen laufen ab.
Wer ohne diese Teile unterwegs ist, zahlt wenig, aber er zahlt. Der ADAC beziffert die Verwarnungsgelder in seiner Übersicht „Was muss man im Auto haben?“ auf bis zu 10 Euro für den fehlenden Verbandkasten und auf je 15 Euro für fehlendes Warndreieck und fehlende Warnweste. Teuer wird es erst, wenn nach einem Unfall die Absicherung fehlt.
Alles andere ist Empfehlung, keine Vorschrift. Die GTÜ listet als Winterausrüstung unter anderem Abschleppseil, Eiskratzer, Handbesen, Handschuhe und festes Schuhwerk, Starthilfekabel, Taschenlampe, Türschlossenteiser und eine Wolldecke auf. Ein Tipp aus derselben Liste, den kaum jemand kennt: Fußmatten unter die Antriebsräder gelegt helfen, ein im Schnee festgefahrenes Auto wieder freizubekommen.
Zwei weitere Punkte gehören in dieselbe Kategorie „nicht vorgeschrieben, aber sinnvoll“: ein gut gefüllter Tank, weil eine lange Stauphase bei Minusgraden Kraftstoff kostet, und ein Ladekabel fürs Handy im Auto. Schneeketten sind in Deutschland nur dort Pflicht, wo sie ausgeschildert sind.
Reifendruck, Profil und E-Auto: drei Punkte mit eigenen Regeln
Der Reifendruck sinkt mit der Temperatur, grob ein Zehntel Bar je zehn Grad Abkühlung — deshalb meldet sich die Warnleuchte des Reifendruckkontrollsystems auffällig oft beim ersten Kälteeinbruch, ohne dass ein Reifen beschädigt wäre. Prüft den Druck im kalten Zustand und nach den Werten aus dem Tankdeckel oder der Türsäule; wie ihr Bar und PSI umrechnet und welches Messgerät taugt, steht im Ratgeber zu Reifendruck in Bar und PSI.
Beim Profil trennen sich Gesetz und Empfehlung: Vorgeschrieben sind 1,6 Millimeter, der ADAC empfiehlt für Winterreifen mindestens vier Millimeter, weil darunter die Haftung auf Schnee und Nässe deutlich nachlässt. Die Messung und den richtigen Wechselzeitpunkt behandeln wir getrennt im Ratgeber zur Profiltiefe bei Winterreifen.
E-Autos brauchen einen etwas anderen Wintercheck. Die 12-Volt-Batterie gibt es dort ebenfalls, und sie fällt genauso aus — der ADAC führt die Batterie auch bei Elektroautos als häufigste Pannenursache. Dazu kommt der Reichweitenverlust: Heizung und kalte Zellchemie ziehen im Winter spürbar Energie, was sich mit Vorklimatisierung am Kabel abfedern lässt. Die Größenordnungen stehen im Ratgeber zur Elektroauto-Reichweite.
MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt. Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die ADAC-Pannenstatistik, die Verordnungstexte und die Veröffentlichungen von Kfz-Gewerbe, GTÜ und DEKRA selbst gelesen und die Materialpreise am 20. September 2026 im Preisvergleich erhoben.
Wintercheck in der Werkstatt: Vor- & Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Die Batterie wird unter Last gemessen, nicht nur die Spannung abgelesen | „Wintercheck“ ist kein geschützter Begriff — der Umfang schwankt je Betrieb |
| Bremsen und Fahrwerk kommen mit dran, die ihr selbst nicht beurteilen könnt | Der Check findet Mängel, das Beheben kostet extra |
| Der Licht-Teil ist im Oktober beim Licht-Sicht-Test kostenlos | Ersatzteile und aufwendige Einstellarbeiten sind vom Gratis-Termin ausgenommen |
| Am Ende steht ein Prüfbericht, den ihr aufheben könnt | Frostschutz und Dichtungspflege könnt ihr für rund 35 Euro selbst erledigen |
Häufige Fragen zum Wintercheck fürs Auto
Kann ich meine Türdichtungen mit Öl beschädigen?
Sicher ist nur, was der Hersteller oder eine Prüforganisation ausdrücklich nennt. Die GTÜ listet für Tür-, Fenster- und Kofferraumdichtungen genau vier Mittel: Glyzerin, Silikon, Talkum und Hirschtalg. Beliebige Fette, Speiseöl oder Vaseline stehen dort nicht — wer sie nimmt, arbeitet ohne Freigabe für die jeweilige Gummimischung. Für die Türschlösser ist ein anderes Mittel vorgesehen, nämlich Graphitpuder oder Graphitöl.
Warum sollte man bei gefrorenen Schlössern nicht mit heißem Wasser arbeiten?
Weil das Wasser im Schloss erneut gefriert und der Mechanismus danach fester sitzt als vorher. An der Scheibe kommt ein zweites Risiko dazu: Die GTÜ warnt, der schockartige Temperaturwechsel könne das Glas beschädigen und sogar reißen lassen. Bei eingefrorenen Schlössern gehört deshalb ein Türschlossenteiser in die Manteltasche — und nicht ins Auto, in das ihr gerade nicht hineinkommt.
Was ist der Unterschied zwischen Enteiser und Türschloss-Enteiser?
Der Scheibenenteiser ist ein Sprühmittel auf Alkoholbasis für große Glasflächen und wird aus etwas Abstand aufgetragen. Der Türschloss-Enteiser kommt in einer kleinen Flasche mit dünnem Röhrchen, damit er in den Schließzylinder gelangt, und enthält meist zusätzlich ein Schmiermittel. Ein Scheibenenteiser im Schloss wirkt zwar ebenfalls, hinterlässt dort aber keine Schmierung.
Schadet das häufige Kratzen der Windschutzscheibe dem Glas langfristig?
Entscheidend ist das Material des Kratzers, nicht die Häufigkeit. Die GTÜ empfiehlt Eiskratzer aus weichem Kunststoff oder Gummi, also aus einem Material, das weicher ist als Glas — und ruhige Bewegungen im flachen Winkel mit leichtem Druck. Kritisch wird es bei Sandkörnern unter der Kante und bei improvisierten Werkzeugen aus Metall.
Darf ich den Motor laufen lassen, während ich die Scheiben freikratze?
Nein. § 30 Absatz 1 der Straßenverkehrs-Ordnung verbietet es, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen; das Aufwärmen im Stand fällt darunter. Unabhängig davon muss die Sicht frei sein, bevor ihr losfahrt — ein freigekratztes Guckloch in der vereisten Frontscheibe genügt dafür nicht.
Muss ich bei einem Auto, das den Winter über steht, die Batterie ausbauen?
Ausbauen ist nicht zwingend nötig, ein Erhaltungsladegerät ist der bequemere Weg: Es hält die Batterie auf Ladung, ohne sie zu überladen, und verhindert die Tiefentladung, die einer Blei-Säure-Batterie dauerhaft schadet. Wer gar keinen Strom am Stellplatz hat, klemmt zumindest den Minuspol ab, damit die Ruheströme der Steuergeräte die Batterie nicht leersaugen.
Ist der Wintercheck in der Werkstatt wirklich kostenlos?
Kostenlos ist im Oktober der Licht-Teil, also der Licht-Sicht-Test. Kleine Lichtmängel werden dabei meist sofort und gratis behoben; bezahlt werden müssen erforderliche Ersatzteile sowie aufwendige Diagnose- und Einstellarbeiten, was besonders bei Xenon- und LED-Scheinwerfern ins Gewicht fällt. Ein vollständiger Wintercheck mit Bremsen und Fahrwerk ist dagegen eine kostenpflichtige Leistung — beim ADAC im November 2025 als Aktionspreis für 25 Euro.
Fazit: Zwei Messungen entscheiden, der Rest ist Komfort
Der Wintercheck hat einen harten Kern und einen weichen Rand. Hart sind die Batterie und der Frostschutz: 45,4 Prozent aller Pannen gingen 2025 auf die Batterie zurück, und ein Kühlmittel, das nicht bis minus 25 Grad hält, kann den Motor kosten. Beides lässt sich messen — die Batterie am besten in der Werkstatt unter Last, den Frostschutz mit einer Spindel für wenige Euro selbst.
Der Rest ist planbar und günstig. Rund 35 Euro Material decken Frostschutz, Wischer, Kratzer und Dichtungspflege ab, der Licht-Sicht-Test im Oktober ist gratis, und die Pflichtausrüstung besteht aus drei Teilen, die ohnehin im Auto liegen sollten. Wer in der Werkstatt bucht, fragt vorher nach dem Umfang und nimmt den Prüfbericht mit. Tagesaktuelle Angebote rund um Auto, Haushalt und Alltag findet ihr auf unserer Startseite.