Neue Euro-Banknoten 2026: Motive, Umfrage, Zeitplan und was mit alten Scheinen passiert

Neue Euro-Banknoten sind die dritte Serie des Euro-Bargelds, deren Gestaltung die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) gerade auswĂ€hlt: Zehn EntwĂŒrfe zu den Themen „EuropĂ€ische Kultur“ und „FlĂŒsse und Vögel“ stehen fest, entschieden wird voraussichtlich Ende 2026. Bis Montag, 21. September 2026, 23:59 Uhr, könnt ihr in einer Online-Umfrage mitreden – verbindlich ist sie nicht, das letzte Wort hat der EZB-Rat. Eure heutigen Scheine behalten ihren Wert, und auch D-Mark tauscht die Bundesbank weiter kostenlos um. Stand: September 2026.

Das Wichtigste in KĂŒrze

  • Zehn EntwĂŒrfe, zwei Themen, je fĂŒnf pro Thema: Die EZB hat sie am 23. Juli 2026 aus ĂŒber 1.200 Bewerbungen vorgestellt.
  • Die Umfrage lĂ€uft bis 21. September 2026 und ist Feedback, keine Wahl – der EZB-Rat entscheidet voraussichtlich Ende 2026.
  • Einen Ausgabetermin gibt es noch nicht; laut EZB dauert es nach der Entscheidung noch „ein paar Jahre“.
  • Alte Euro-Scheine behalten dauerhaft ihren Wert, D-Mark tauscht die Bundesbank gebĂŒhrenfrei und unbefristet – mit wenigen Ausnahmen.

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Was die EZB bei den neuen Euro-Banknoten entschieden hat – und was nicht

Entschieden ist bisher der Rahmen, nicht das Aussehen: Laut Pressemitteilung der EZB vom 23. Juli 2026 stehen zehn GestaltungsvorschlĂ€ge in der Endauswahl, ausgewĂ€hlt von einer unabhĂ€ngigen Jury aus 21 Fachleuten. Beworben hatten sich mehr als 1.200 Grafikdesignerinnen und -designer, 25 davon durften EntwĂŒrfe ausarbeiten.

Die Themen selbst sind schon Ă€lter. Der EZB-Rat hat „EuropĂ€ische Kultur“ und „FlĂŒsse und Vögel“ am 30. November 2023 ausgewĂ€hlt, die Motive dazu folgten im Januar 2025. Grundlage waren zwei Umfragen aus dem Sommer 2023: In der reprĂ€sentativen Befragung von 23.377 Menschen lag „EuropĂ€ische Kultur“ mit 21 Prozent vorn, gefolgt von „FlĂŒsse“ mit 18 und „Vögel“ mit 17 Prozent; online machten 365.000 Menschen mit. „FlĂŒsse und Vögel“ ist also ein Kompromiss – der EZB-Rat hat die PlĂ€tze zwei und drei zu einem Naturthema verschmolzen.

Offen ist dagegen alles, was ihr spĂ€ter in der Hand haltet: welcher der zehn EntwĂŒrfe gewinnt, welche Sicherheitsmerkmale im Detail hineinkommen und wann die ersten Scheine ausgegeben werden. Die EZB spricht von der „ersten vollstĂ€ndigen Neugestaltung der Euro-Banknoten seit ihrer Ausgabe im Jahr 2002“. Die Europa-Serie, die seit 2013 schrittweise kam, hat das Grundmotiv – Fenster, Tore und BrĂŒcken – nĂ€mlich beibehalten und nur modernisiert.

FĂŒr diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die Pressemitteilungen und FAQ der EZB sowie die Bargeld-Seiten der Deutschen Bundesbank im Original ausgewertet. Die Schlagzeile „Weißstorch oder Beethoven“ trifft den Kern ĂŒbrigens nur halb: Beide stehen in der Motivliste der EZB, aber ihr wĂ€hlt nicht zwischen zwei Motiven, sondern bewertet zehn komplette EntwĂŒrfe.

EuropĂ€ische Kultur oder FlĂŒsse und Vögel: Welche Motive zur Wahl stehen

Je Thema gibt es sechs feste Motive, eines pro Schein von 5 bis 200 Euro – das hat die EZB in ihrer Pressemitteilung vom 31. Januar 2025 festgelegt. Beim Kulturthema zeigt die Vorderseite eine Persönlichkeit, die RĂŒckseite einen Kulturort; beim Naturthema zeigt die Vorderseite einen Vogel an einem Flussabschnitt, die RĂŒckseite eine EU-Institution.

Schein EuropĂ€ische Kultur FlĂŒsse und Vögel
5 € Maria Callas MauerlĂ€ufer
10 € Ludwig van Beethoven Eisvogel
20 € Marie Curie SkƂodowska Bienenfresser
50 € Miguel de Cervantes Weißstorch
100 € Leonardo da Vinci SĂ€belschnĂ€bler
200 € Bertha von Suttner Basstölpel

Motivvorgaben der EZB vom 31. Januar 2025. Zu den Personen gehören Kulturorte: darstellende Kunst (5 €), Musik (10 €), Schulen und UniversitĂ€ten (20 €), Bibliotheken (50 €), Museen (100 €) und öffentliche PlĂ€tze (200 €). Die Vögel stehen fĂŒr Flussabschnitte von der Gebirgsquelle (5 €) bis zur Meereslandschaft (200 €); auf den RĂŒckseiten wĂ€ren unter anderem das EuropĂ€ische Parlament (5 €), die EZB (20 €) und der EuropĂ€ische Gerichtshof (50 €) zu sehen.

Die zehn EntwĂŒrfe verteilen sich gleichmĂ€ĂŸig: FĂŒnf interpretieren das Kulturthema, fĂŒnf das Naturthema. Auf der Entwurfsseite der EZB sind sie als Design A bis J zu sehen, jeweils mit Vorder- und RĂŒckseite. Die AnsĂ€tze gehen weit auseinander – ein Entwurf rĂŒckt bei den PortrĂ€ts Augen und Mund in den Vordergrund, ein anderer ĂŒbersetzt den Ruf jedes Vogels in Balkengrafiken, ein dritter lĂ€sst die Motive mit jedem höheren Nennwert nĂ€her ans Meer rĂŒcken.

Wichtig fĂŒr eure Bewertung: Die EZB schreibt ausdrĂŒcklich, sie ĂŒbernehme keine Verantwortung dafĂŒr, ob die dargestellten Elemente „in der abgebildeten Form auf den endgĂŒltigen Banknoten erscheinen werden“. Ihr bewertet also einen gestalterischen Ansatz, keine druckfertige Vorlage. Wer gezielt den Weißstorch auf dem FĂŒnfziger will, kann das nur indirekt ausdrĂŒcken, indem er einen Entwurf des Naturthemas gut bewertet.

Wie ihr bis 21. September mitreden könnt – und was die Umfrage bewirkt

Smartphone mit dunklem Bildschirm neben Kaffeetasse und leerem Notizbuch auf einem Holztisch

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Die Online-Umfrage der EZB lĂ€uft vom 23. Juli 2026 bis zum 21. September 2026 um 23:59 Uhr und steht jeder Person offen, unabhĂ€ngig von Alter, Staatsangehörigkeit oder Wohnsitzland. Laut den FAQ der EZB ist sie in allen 24 Amtssprachen der EU verfĂŒgbar und anonym; Namen oder Kontaktdaten werden nicht abgefragt.

Der Weg dorthin fĂŒhrt ĂŒber die Entwurfsseite der EZB, auf der unter jedem Design der Knopf zur Umfrage steht. Die EntwĂŒrfe sind in der Umfrage pseudonymisiert: Die Buchstaben A bis J wurden zufĂ€llig vergeben, die Namen der Gestalter erscheinen nicht, damit niemand nach Herkunft oder Renommee urteilt. Am Ende folgen einige demografische Fragen, die ihr mit „ohne Angabe“ ĂŒberspringen könnt. Mehrfach teilnehmen bringt nichts – die Umfrage ist laut EZB so gebaut, dass die Angaben jeder Person nur einmal zĂ€hlen.

Wie groß das Interesse ist, meldete die Nachrichtenagentur dpa am 14. September 2026 unter Berufung auf die EZB: Mehr als neun Millionen Menschen hatten bis dahin teilgenommen. Auf den von uns geprĂŒften EZB-Seiten selbst stand diese Zwischenzahl nicht.

Ist die Umfrage eine Abstimmung?

Nein. Die EZB selbst spricht von „Feedback“. Parallel befragt ein unabhĂ€ngiges Meinungsforschungsinstitut eine reprĂ€sentative Stichprobe mit denselben Fragen, und der EZB-Rat stĂŒtzt seine Entscheidung laut Pressemitteilung auf mehrere Quellen: die Schlussfolgerungen der Jury, eine technische Bewertung und die Ergebnisse beider Umfragen. Die offene Online-Umfrage ist also eine von vier Grundlagen, kein Wahlentscheid.

Die Ergebnisse erfahrt ihr erst hinterher. Den Bericht ĂŒber beide Umfragen will die EZB veröffentlichen, „sobald das endgĂŒltige Gestaltungskonzept ausgewĂ€hlt worden ist“ – also frĂŒhestens Ende 2026.

Wann kommen die neuen Scheine? Der Zeitplan der EZB

Einen Ausgabetermin gibt es noch nicht: Die EZB nennt fĂŒr die Designentscheidung „voraussichtlich gegen Jahresende“ 2026 und schreibt in ihren FAQ, danach werde es „noch ein paar Jahre dauern, bis die ersten neuen Euro-Banknoten ausgegeben werden“. Wann und wie die Scheine in Umlauf kommen, steht nach eigener Aussage „derzeit noch nicht fest“.

Die Schritte davor sind lang. Nach der Auswahl wird das Design laut EZB „weiter ausgearbeitet und getestet, bevor es in die Produktion geht“. Anschließend beschließt der EZB-Rat gesondert, wann hergestellt und ausgegeben wird. Wie lange das dauern kann, zeigt die bisherige Neuauflage: Die Europa-Serie kam in fĂŒnf Etappen – der 5-Euro-Schein 2013, der 10er 2014, der 20er 2015, der 50er 2017 und der 100er und 200er am 28. Mai 2019. Das waren sechs Jahre vom ersten bis zum letzten Nennwert.

Der gesamte Prozess fĂŒr die dritte Serie lĂ€uft schon deutlich lĂ€nger, als viele annehmen:

  • Dezember 2021 bis MĂ€rz 2022: Fokusgruppen zu möglichen Themen
  • Sommer 2023: öffentliche Themen-Umfrage
  • 30. November 2023: EZB-Rat wĂ€hlt die zwei Themen aus
  • Januar 2025: Festlegung der Motive je Thema
  • 15. Juli bis 18. August 2025: Bewerbungsphase des Design-Wettbewerbs
  • Ende April 2026: Abgabe der EntwĂŒrfe, Wettbewerbsende im Juni 2026
  • 23. Juli bis 21. September 2026: öffentliche Umfrage
  • voraussichtlich Ende 2026: Designentscheidung des EZB-Rats

Realistisch heißt das: Vor Ende des Jahrzehnts solltet ihr keinen neuen Schein im Portemonnaie erwarten. Das ist eine Einordnung aus dem Tempo der Europa-Serie, keine Angabe der EZB – die nennt bewusst kein Jahr.

Bleiben alte Euro-Scheine gĂŒltig? Was fĂŒr Europa-Serie, erste Serie und 500er gilt

Geschlossenes altes Leder-Portemonnaie neben einem SchlĂŒssel auf einer Holzkommode

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Ja, ihr mĂŒsst nichts umtauschen: Laut EZB-Pressemitteilung vom Juli 2026 werden die Euro-Banknoten der bisherigen Serien „ihren Wert behalten und neben der neuen Serie in Umlauf bleiben“. Das gilt fĂŒr die Europa-Serie in euren Portemonnaies genauso wie fĂŒr die Scheine der ersten Serie von 2002.

Hier lohnt ein genauer Blick auf zwei Begriffe, die oft vermischt werden: Wert und gesetzliches Zahlungsmittel. Laut § 14 des Bundesbankgesetzes sind auf Euro lautende Banknoten „das einzige unbeschrĂ€nkte gesetzliche Zahlungsmittel“. FĂŒr die erste Serie kĂŒndigt die EZB an, sie werde „frĂŒhzeitig bekannt gegeben, ab welchem Zeitpunkt die Banknoten der ersten Serie ihre Funktion als gesetzliches Zahlungsmittel verlieren“. Ihren Wert behalten sie trotzdem „dauerhaft“ und können „unbefristet bei den nationalen Zentralbanken des Eurosystems umgetauscht werden“.

Praktisch heißt das: Ein alter Zwanziger von 2002 ist heute Zahlungsmittel. Sollte die EZB diesen Status eines Tages beenden, nimmt ihn ein Laden womöglich nicht mehr an – aber jede Filiale der Bundesbank tauscht ihn ohne Frist in neues Geld. Ein Stichtag, an dem Euro-Bargeld verfĂ€llt, existiert nicht.

Und der 500-Euro-Schein?

Den gibt es in der Europa-Serie nicht, und nach heutigem Stand ist er auch fĂŒr die neue Serie nicht vorgesehen. Seit dem 27. April 2019 werden keine 500er mehr ausgegeben; die vorhandenen bleiben gesetzliches Zahlungsmittel und behalten ihren Wert. In den FAQ zur Neugestaltung schreibt die EZB, es bleibe „voraussichtlich“ bei den Nennwerten 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Euro, auch GrĂ¶ĂŸe und Hauptfarben wĂŒrden „wahrscheinlich“ nicht geĂ€ndert, um Automaten und Kassen nicht teuer umrĂŒsten zu mĂŒssen.

Wer mit großen Scheinen bezahlen will, sollte trotzdem vorher fragen. Ob ein GeschĂ€ft Bargeld annimmt und welche Scheine, darf es heute in Grenzen selbst regeln – was genau gilt, steht in unserem Ratgeber zur Kartenzahlung-Pflicht.

Euro-Banknoten Sicherheitsmerkmale: Falschgeld erkennen mit FĂŒhlen, Sehen, Kippen

Lupe auf leerem Papier im schrÀgen Licht einer Schreibtischlampe

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Falschgeld ist in Deutschland selten, aber nicht verschwunden: Die Bundesbank hat im ersten Halbjahr 2026 laut Pressemitteilung vom 7. August 2026 30.007 falsche Euro-Banknoten mit einem Nennwert von 1,75 Millionen Euro im Zahlungsverkehr festgestellt, 4,3 Prozent weniger als im Halbjahr davor. Bundesbank-Vorstand Lutz LienenkĂ€mper ordnet das so ein: „Es gibt in Deutschland wenig Falschgeld: Rein rechnerisch entfielen sieben falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner und Jahr“ (Stand: August 2026).

Schein FĂ€lschungen Anteil
5 € 638 2 %
10 € 1.494 5 %
20 € 7.355 25 %
50 € 14.222 47 %
100 € 5.043 17 %
200 € 850 3 %
500 € 405 1 %

Falsche Euro-Banknoten im deutschen Zahlungsverkehr, erstes Halbjahr 2026, Quelle: Deutsche Bundesbank. Fast jede zweite FĂ€lschung war ein FĂŒnfziger. Beim 100-Euro-Schein stieg die Zahl gegenĂŒber dem zweiten Halbjahr 2025 um 61 Prozent, alle anderen StĂŒckelungen gingen zurĂŒck.

Die PrĂŒfung ist bei beiden Euro-Serien dieselbe: Die Bundesbank beschreibt den Schnelltest fĂŒr die Europa-Serie als „im Prinzip exakt identisch“ mit dem fĂŒr die erste Serie. Er dauert wenige Sekunden:

  • FĂŒhlen: Das Papier ist griffig und fest. Am linken und rechten Rand der Vorderseite ertastet ihr kurze erhabene Linien, auch Hauptmotiv, Schrift und große Wertzahl sind als Relief spĂŒrbar.
  • Sehen: Gegen das Licht erscheinen das Wasserzeichen mit dem PortrĂ€t der mythologischen Europa sowie der Sicherheitsfaden als dunkler Streifen mit €-Symbol und Wertzahl. Ab dem 20-Euro-Schein wird das Fenster oben im Hologramm durchsichtig und zeigt ebenfalls das Europa-PortrĂ€t.
  • Kippen: Das silberne Hologramm zeigt PortrĂ€t, €-Symbol, Hauptmotiv und Wertzahl. Die glĂ€nzende Zahl links unten – die Smaragdzahl – wechselt beim Kippen von SmaragdgrĂŒn zu Tiefblau, ein Lichtbalken wandert auf und ab.

Die Bundesbank rĂ€t, nie nur ein Merkmal zu prĂŒfen und im Zweifel einen sicher echten Schein daneben zu halten. Am hĂ€ufigsten fallen FĂ€lschungen laut Pressemitteilung durch fehlende Griffigkeit, ein fehlendes Wasserzeichen oder eine Smaragdzahl ohne Farbwechsel auf. Zuletzt tauchten zudem vermehrt plumpe Kopien mit Aufdrucken wie „MovieMoney“, „Prop copy“ oder „Facsimile“ auf, die gar kein Sicherheitsmerkmal imitieren.

Was tun, wenn ihr einen falschen Schein bekommen habt?

Nicht weitergeben, sondern zur Polizei. Wer Falschgeld wissentlich als echt ausgibt, macht sich nach § 147 des Strafgesetzbuchs strafbar, der Rahmen reicht bis zu fĂŒnf Jahren Freiheitsstrafe. Ersatz gibt es fĂŒr Falschgeld nicht, der Schaden bleibt bei dem, der den Schein zuletzt angenommen hat. Die Polizeiliche KriminalprĂ€vention empfiehlt, den Schein in einen Umschlag oder eine PapiertĂŒte zu stecken, damit möglichst wenige Menschen ihn anfassen und FingerabdrĂŒcke erhalten bleiben.

Besonders relevant ist das bei Barzahlungen unter Privatleuten, etwa bei AbholkĂ€ufen ĂŒber Kleinanzeigen. Dort prĂŒft ihr als VerkĂ€ufer die Scheine, bevor ihr die Ware ĂŒbergebt – wie ihr solche Übergaben insgesamt absichert, zeigt unser Ratgeber zu Kleinanzeigen „Sicher bezahlen“.

D-Mark und beschÀdigte Scheine: So tauscht ihr bei der Bundesbank um

Geöffnete alte Blechdose mit vergilbten BriefumschlÀgen auf einem Dachboden

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

D-Mark tauscht die Bundesbank laut ihrer Umtauschseite „gebĂŒhrenfrei und ohne betragliche oder zeitliche Begrenzung“ in Euro, zum festen Kurs von 1,95583 D-Mark fĂŒr einen Euro. Und es liegt noch viel davon herum: Zum 31. August 2026 waren laut Bundesbank noch 5,58 Milliarden D-Mark in Scheinen und 6,51 Milliarden D-Mark in MĂŒnzen nicht umgetauscht.

Zusammen sind das 12,09 Milliarden D-Mark oder rund 6,18 Milliarden Euro – das haben wir aus den Bundesbank-Zahlen selbst umgerechnet. Unsere Auswertung der Monatsreihe zeigt auch, wie langsam der Berg schrumpft: Ende Juni 2020 standen noch 12,43 Milliarden D-Mark aus, in gut sechs Jahren kamen also nur 0,34 Milliarden zurĂŒck, im Schnitt rund 55 Millionen D-Mark pro Jahr. Ein großer Teil dĂŒrfte in Sammlungen liegen oder verloren sein.

So lÀuft der D-Mark-Umtausch

  • Persönlich: in jeder Filiale der Bundesbank
  • Per Post: an die Filiale Mainz, mit dem ausgefĂŒllten Antrag „Umtausch von DM in Euro“ (Vordruck 3152); das Geld kommt ohne Anschreiben per Überweisung auf euer Konto
  • Große BetrĂ€ge: ab einem Gegenwert von 15.000 Euro (rund 29.337 D-Mark) vorher telefonisch oder per E-Mail melden
  • Versandrisiko: trĂ€gt ihr selbst – die Bundesbank haftet nicht fĂŒr Verluste auf dem Postweg

Drei Ausnahmen kennt die Bundesbank: die 2-DM-MĂŒnze der ersten Ausgabe mit PrĂ€gedatum 1951, die grĂŒne 50-Mark-Note der Bank deutscher LĂ€nder von 1948 sowie alles, was vor dem 20. Juni 1948 ausgegeben wurde, also etwa Reichsmark. Auch Mark der DDR wird nicht mehr getauscht. Wer beim AufrĂ€umen eines Nachlasses neben alten Scheinen auch Schmuck findet, sollte beides getrennt bewerten lassen – worauf es beim Edelmetall ankommt, steht in unserem Ratgeber Gold verkaufen.

Zerrissen, verbrannt, gewaschen: beschÀdigte Euro-Scheine

BeschĂ€digte Scheine ersetzt die Bundesbank laut ihren Hinweisen zu beschĂ€digtem Geld, wenn „mehr als die HĂ€lfte“ einer Banknote vorgelegt wird – oder wenn ihr bei kleineren Resten nachweist, dass die fehlenden Teile vernichtet wurden. In der Regel ist das kostenlos. VorsĂ€tzlich beschĂ€digte Scheine ersetzt sie grundsĂ€tzlich nicht.

Eingereicht wird mit dem Vordruck 3150 in einer Filiale, ĂŒber eure Hausbank, sofern sie das weiterleitet, oder direkt beim Nationalen Analysezentrum der Bundesbank. Verpackt auch kleinste Reste und Asche so, dass nichts weiter zerbröselt. Kann die Filiale nicht sofort entscheiden, dauert die PrĂŒfung bis zu drei Monate.

Vor- & Nachteile im Überblick

Vorteile Nachteile
BĂŒrger können zehn EntwĂŒrfe öffentlich bewerten Umfrage ist nicht bindend fĂŒr den EZB-Rat
Neue Sicherheitsmerkmale und bessere Barrierefreiheit geplant Kein Ausgabetermin, mehrere Jahre Vorlauf
Alte Scheine behalten dauerhaft ihren Wert EntwĂŒrfe sind keine verbindliche Druckvorlage
Nennwerte, GrĂ¶ĂŸen und Farben bleiben voraussichtlich gleich Kein neuer 500er, große BetrĂ€ge bleiben StĂŒckwerk

HĂ€ufige Fragen zu den neuen Euro-Banknoten

Kann ich bei der EZB-Umfrage mehrmals abstimmen?

Nein, und es wĂŒrde auch nichts bringen. Laut EZB ist die Umfrage so konzipiert, dass die Angaben jeder teilnehmenden Person nur einmal berĂŒcksichtigt werden. Zudem ist sie nur eine von vier Entscheidungsgrundlagen neben Jury, technischer Bewertung und einer reprĂ€sentativen Parallelumfrage. Teilnehmen könnt ihr bis 21. September 2026, 23:59 Uhr, ĂŒber die Entwurfsseite der EZB.

Muss ich meine alten Euro-Scheine umtauschen, wenn die neuen kommen?

Nein. Die EZB hat im Juli 2026 erklĂ€rt, dass die bisherigen Serien ihren Wert behalten und neben der neuen Serie in Umlauf bleiben. Selbst wenn eine Serie irgendwann ihren Status als gesetzliches Zahlungsmittel verliert, bleibt der Umtausch bei den nationalen Zentralbanken unbefristet möglich – in Deutschland bei jeder Bundesbank-Filiale.

Werden die neuen Scheine grĂ¶ĂŸer oder aus Kunststoff?

Voraussichtlich nicht. Die EZB schreibt in ihren FAQ, GrĂ¶ĂŸe und Hauptfarben wĂŒrden „wahrscheinlich“ beibehalten, damit Automaten und Kassen gĂŒnstig umrĂŒsten können. Das Material besteht heute aus Baumwollfasern; die EZB sucht nach haltbareren und umweltfreundlicheren Lösungen, eine Festlegung auf Kunststoff gibt es nicht.

Wo kann ich einen verdĂ€chtigen Schein prĂŒfen lassen?

Bei eurer Hausbank oder in einer Filiale der Deutschen Bundesbank – das empfiehlt die Bundesbank ausdrĂŒcklich fĂŒr Euro-Banknoten. Banken sind nach § 36 des Bundesbankgesetzes verpflichtet, falschverdĂ€chtiges Geld anzuhalten und an die Bundesbank weiterzuleiten. Ist er falsch, gibt es keinen Ersatz.

Was ist bei Erhalt von Falschgeld rechtlich zu tun?

Die Bundesbank rĂ€t: sofort die Polizei benachrichtigen und den Schein nicht weitergeben. Wer Falschgeld als echt in Verkehr bringt, riskiert nach § 147 StGB bis zu fĂŒnf Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, schon der Versuch ist strafbar. HĂ€ndler sollten die Ware deshalb nicht herausgeben, bevor mit gĂŒltigem Geld bezahlt ist.

Unterscheiden sich die Sicherheitsmerkmale bei den verschiedenen Euro-Serien?

Im Prinzip nicht, die PrĂŒfung nach FĂŒhlen, Sehen, Kippen ist identisch. Im Detail schon: Nur die Europa-Serie trĂ€gt das PortrĂ€t der mythologischen Europa in Wasserzeichen und Hologramm, die Smaragdzahl mit wanderndem Lichtbalken und ab 20 Euro das durchsichtige PortrĂ€t-Fenster. Bei der ersten Serie wechselt dagegen nur auf der RĂŒckseite der Scheine ab 50 Euro die Wertzahl ihre Farbe. FĂŒr die dritte Serie kĂŒndigt die EZB „neuartige und verbesserte Sicherheitsmerkmale“ an, ohne sie schon zu nennen.

Warum gibt es ĂŒberhaupt neue Euro-Banknoten?

Vor allem wegen der FĂ€lschungssicherheit: Laut EZB ĂŒberarbeiten Zentralbanken ihre Scheine in der Regel alle zehn bis 15 Jahre, um FĂ€lschern voraus zu bleiben. Dazu kommen Barrierefreiheit fĂŒr Menschen mit SehbeeintrĂ€chtigung, nachhaltigere Materialien und ein Design, mit dem sich mehr Menschen identifizieren. Die erste Euro-Serie ist ĂŒber 20 Jahre alt.

Fazit: Mitreden bis Montag, abwarten bis weit nach 2026

Die neuen Euro-Banknoten sind ein Projekt mit langem Atem: Themen und Motive stehen seit Januar 2025 fest, zehn EntwĂŒrfe liegen vor, die Designentscheidung fĂ€llt voraussichtlich Ende 2026 – und bis zum ersten Schein vergehen danach noch Jahre. Wer mitreden will, hat bis 21. September 2026 Zeit; bindend ist die Umfrage nicht, aber sie fließt in die Entscheidung ein.

Handlungsbedarf habt ihr heute an anderer Stelle: PrĂŒft Bargeld, das ihr von Fremden annehmt, nach FĂŒhlen, Sehen, Kippen, und bringt alte D-Mark oder beschĂ€digte Scheine zur Bundesbank, statt sie in der Schublade zu lassen – dort liegen bundesweit noch rund 6,18 Milliarden Euro Gegenwert. MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die tĂ€glich geprĂŒfte SchnĂ€ppchen kuratiert und aktive Mitglieder ĂŒber das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt. Die aktuellen Angebote des Tages findet ihr auf unserer Startseite.

Über den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und GrĂŒnder von MonsterDealz.de. Seit ĂŒber 17 Jahren spĂŒre ich tĂ€glich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „SchnĂ€ppchen richtig jagen: Der Insider-Guide fĂŒr smarte Online-KĂ€ufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr ĂŒber mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder ĂŒber die Kontaktseite.

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