Ketchup selber machen: Rezept, Zucker-Vergleich und Kosten

Ketchup selber machen dauert rund 45 Minuten, kostet je nach Zutaten 1,80 bis 3,00 Euro pro 500-ml-Flasche und spart vor allem eines: Zucker. Handelsüblicher Tomatenketchup enthält laut Verbraucherzentrale Bayern 23,3 Gramm Zucker je 100 Gramm — in einer 500-Gramm-Flasche stecken damit 117 Gramm Zucker oder 39 Zuckerwürfel (Stand: September 2023). Wer die Zutatenliste selbst bestimmt, drückt das auf ein Drittel. Der Preis ist dabei nicht das Hauptargument, die Kontrolle über Zucker, Salz und Zusatzstoffe schon. Diese Anleitung zeigt euch Grundrezept, Konsistenz, Gewürze, Hygiene und die ehrliche Kostenrechnung — Stand: September 2026.

Das Wichtigste in KĂĽrze

  • Basis ist dreifach konzentriertes Tomatenmark, Essig, wenig Zucker, Salz und GewĂĽrze.
  • Handelsketchup liegt bei 23,3 g Zucker je 100 g — selbstgemacht sind rund 7 g zugesetzter Zucker realistisch.
  • HeiĂź in sterilisierte Flaschen abfĂĽllen, danach zwei bis drei Wochen im KĂĽhlschrank haltbar.
  • GĂĽnstiger als die Eigenmarke wird es nicht — der Gewinn liegt bei den Inhaltsstoffen.

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Was ist Ketchup — und wie ist er rechtlich definiert?

Ketchup ist eine gewürzte, eingedickte Tomatensauce aus Tomatenmark oder frischen Tomaten, die mit Essig, Zucker, Salz und Gewürzen abgeschmeckt und durch Pasteurisation haltbar gemacht wird. Verbindlich beschrieben wird das in den Leitsätzen für Gemüseerzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuchs: Der Mindestgehalt an Tomatentrockensubstanz beträgt dort 6 Prozent (Stand der geltenden Fassung: 2024).

Das ist eine erstaunlich niedrige HĂĽrde: Der Rest der Flasche darf Wasser, Zucker, Essig und GewĂĽrz sein, solange Geruch, Farbe und Konsistenz stimmen. Genau in diesem Spielraum entsteht der Unterschied zwischen einem Ketchup mit 80 Prozent Tomatenmark und einem, bei dem Zucker in der Zutatenliste weit vorne steht.

Die Leitsätze formulieren es so: „Tomatenketchup wird aus Tomatenmark oder gegebenenfalls aus frischen von Samen und Schalen befreiten Tomaten unter Zugabe weiterer Zutaten hergestellt.“ Die zugelassenen weiteren Zutaten sind abschlieĂźend gelistet: Essig, Zucker und andere sĂĽĂźende Zutaten, Speisesalz, GewĂĽrze oder Extrakte daraus sowie gegebenenfalls Zusatzstoffe. Mehr braucht ihr zu Hause auch nicht.

Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die geltenden Leitsätze, die Nährwerttabelle der Verbraucherzentrale Bayern und die Einkoch-Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung ausgewertet und mit Preisen aus dem eigenen Deal-Archiv abgeglichen. MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt.

Welche Zutaten gehören in Ketchup?

Zutaten fĂĽr selbstgemachten Ketchup: Tomatenmark, Essig, Zwiebel und GewĂĽrze

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

In klassischen Tomatenketchup gehören fünf Bausteine: Tomatenmark, Essig, Zucker, Salz und Gewürze. Die Leitsätze für Gemüseerzeugnisse nennen exakt diese Gruppe, und die Reihenfolge auf der Packung verrät euch, wie das Verhältnis liegt — bei Konkurrenzprodukten von Marktführern liegt der Tomatenmark-Anteil laut Lebensmittelklarheit zwischen 60 und 80 Prozent (Stand: 2024).

FĂĽr 500 Milliliter selbstgemachten Ketchup braucht ihr:

  • Tomatenmark: 400 g dreifach konzentriert (zwei 200-g-Tuben) — das ist die Farbe, die Bindung und der Geschmack
  • Essig: 80 bis 100 ml WeiĂźweinessig oder Apfelessig — Säure, Frische und Konservierung in einem
  • Zucker: 40 g braun oder weiĂź — deutlich weniger als im Handelsprodukt, aber nicht null
  • Zwiebel: eine kleine, fein gewĂĽrfelt oder als Zwiebelpulver fĂĽr eine glattere Sauce
  • Salz: 6 bis 8 g — der zweitwichtigste Geschmacksträger nach dem Zucker
  • GewĂĽrze: Piment, Nelke, Senfpulver, Paprika edelsĂĽĂź, Pfeffer, eine Prise Zimt
  • Wasser: 100 bis 150 ml, um die Paste auf Sauce-Konsistenz zu bringen

Beim Tomatenmark lohnt der Blick auf die Konzentration. Lebensmittelklarheit weist darauf hin, dass Tomatenmark als Zutat in zusammengesetzten Lebensmitteln mindestens 7 Prozent Trockenmasse aufweist — dreifach konzentriertes Mark liegt dagegen bei mindestens 36 Prozent. Ihr arbeitet also mit dem konzentriertesten Ausgangsprodukt, das der Supermarkt hergibt, und spart euch damit das lange Einkochen.

Wie viel Zucker steckt in gekauftem Ketchup?

HandelsĂĽblicher Tomatenketchup enthält 23,3 Gramm Zucker je 100 Gramm — das entspricht bei einer 500-Gramm-Flasche 117 Gramm Zucker oder 39 ZuckerwĂĽrfeln. Die Zahl stammt aus der Ăśbersicht „Zuckerfallen erkennen“ der Verbraucherzentrale Bayern (Stand: September 2023), die sich auf Herstellerangaben, den BundeslebensmittelschlĂĽssel und das Produktmonitoring des Max Rubner-Instituts stĂĽtzt.

Das ordnet sich erst richtig ein, wenn man die Tagesempfehlung danebenlegt. Die Verbraucherzentrale fasst die WHO-Empfehlung so zusammen: „FĂĽr eine Frau mit einem durchschnittlichen Energiebedarf von 2.000 Kilokalorien wären das 50 Gramm Zucker (besser 25 Gramm), fĂĽr ein Kind mit einem Energiebedarf von 1.200 Kilokalorien nur 30 Gramm Zucker (besser 15 Gramm).“ Zwei groĂźzĂĽgige Esslöffel Ketchup — etwa 40 Gramm — bringen rund 9 Gramm Zucker mit. Bei einem Kind ist damit fast ein Drittel des Tagesbudgets weg, bevor ĂĽberhaupt etwas SĂĽĂźes auf dem Tisch stand.

Sauce Zucker je 100 g WĂĽrfel je Flasche
Ketchup, handelsĂĽblich 23,3 g 39
Barbecuesauce 31,6 g 23
Currysauce 15,7 g 12
Cocktailsauce 9,4 g 7
Selbstgemacht 7,3 g 4

Die ersten vier Zeilen stammen aus der Ăśbersicht „Zuckerfallen erkennen“ der Verbraucherzentrale Bayern (Stand 9/2023); ein ZuckerwĂĽrfel entspricht dort 3 Gramm, die Flaschengrößen unterscheiden sich (Ketchup 500 g, die ĂĽbrigen Saucen 220 g). Die letzte Zeile ist unsere eigene Berechnung fĂĽr das Grundrezept weiter unten: 40 g zugesetzter Zucker auf rund 550 g fertige Sauce. Der natĂĽrliche Fruchtzucker der Tomate kommt bei allen Zeilen obendrauf.

Reduzierte Varianten gibt es auch im Handel: Ketchups und Fertigsoßen mit Zuckerreduktion liegen laut Lebensmittelklarheit im Schnitt bei 13 bis 14 Gramm je 100 Gramm. Das Max Rubner-Institut prüft im Rahmen der Nationalen Reduktionsstrategie regelmäßig, ob die Industrie ihre Zusagen einhält — die Ergebnisse veröffentlicht es im Produktmonitoring. Selbst die reduzierten Produkte liegen damit noch fast beim Doppelten dessen, was ihr zu Hause hinbekommt.

Ketchup selber machen: das Grundrezept Schritt fĂĽr Schritt

Ketchup selber machen: Tomatensauce köchelt im Topf bis zur richtigen Konsistenz

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Das Grundrezept braucht 45 Minuten, davon 30 Minuten reines Köcheln, und ergibt rund 550 Gramm fertige Sauce. Ihr braucht einen kleinen Topf, einen Pürierstab und eine saubere Flasche. Mehr Ausrüstung ist nicht nötig — die 400 Gramm dreifach konzentriertes Tomatenmark ersetzen die Einkoch-Arbeit, die bei frischen Tomaten anfällt.

  1. Zwiebel andünsten: Eine kleine Zwiebel fein würfeln und in einem Teelöffel Öl bei mittlerer Hitze glasig dünsten, etwa fünf Minuten. Nicht bräunen, sonst wird die Sauce bitter.
  2. Tomatenmark anrösten: 400 g Tomatenmark dazugeben und ein bis zwei Minuten mitrösten. Das nimmt die metallische Note der Tube.
  3. Ablöschen: Mit 80 ml Essig und 120 ml Wasser ablöschen, glatt rühren.
  4. Würzen: 40 g Zucker, 7 g Salz, je eine Messerspitze Piment, gemahlene Nelke, Senfpulver und Zimt sowie einen Teelöffel Paprika edelsüß einrühren.
  5. Köcheln: 25 bis 30 Minuten bei kleiner Hitze offen einkochen lassen, dabei regelmäßig rühren. Die Sauce spritzt — ein Spritzschutz spart euch die Herdreinigung.
  6. PĂĽrieren: Mit dem PĂĽrierstab glatt mixen. Wer es ganz fein mag, streicht die Sauce anschlieĂźend durch ein Sieb.
  7. Abschmecken: Erst jetzt nachwürzen. Zu sauer? Ein Teelöffel Zucker. Zu flach? Salz. Zu süß? Ein Spritzer Essig.
  8. HeiĂź abfĂĽllen: Die kochend heiĂźe Sauce sofort in sterilisierte Flaschen fĂĽllen, verschlieĂźen und fĂĽr zehn Minuten auf den Kopf stellen.

Abschmecken kommt nach dem Einkochen, nicht davor: Die Sauce verliert rund ein Viertel ihres Volumens, Salz und Säure konzentrieren sich entsprechend.

Tomatenmark oder frische Tomaten — was ist besser?

Für Ketchup ist Tomatenmark im Alltag die bessere Wahl: Dreifach konzentriertes Mark hat laut den Leitsätzen für Gemüseerzeugnisse mindestens 36 Prozent Trockenmasse, frische Tomaten liegen bei rund 5 Prozent. Aus einem Kilo frischer Tomaten bleiben nach dem Passieren und Einkochen also nur etwa 130 bis 150 Gramm Sauce übrig — der Rest ist Wasser, das ihr über die Dunstabzugshaube verdampft.

FĂĽr die 550 Gramm aus dem Grundrezept mĂĽsstet ihr mit frischen Tomaten rund 3 Kilogramm verarbeiten und statt 30 Minuten eher zwei bis drei Stunden einkochen.

Frische Tomaten lohnen sich trotzdem in zwei Fällen:

  • Eigene Ernte: Wenn der Garten im August mehr Tomaten liefert, als ihr essen könnt, ist Ketchup die sinnvollste Verwertung.
  • Geschmack: Vollreife Freilandtomaten bringen eine Fruchtigkeit mit, die keine Tube nachbaut.

Was ihr dabei beachten mĂĽsst: Schale und Kerne gehören raus — die Leitsätze schreiben das fĂĽr Tomatenketchup ausdrĂĽcklich vor („von Samen und Schalen befreiten Tomaten“). Am einfachsten: Tomaten kreuzweise einritzen, 30 Sekunden in kochendes Wasser, dann in Eiswasser, Haut abziehen, halbieren, Kerne mit dem Löffel entfernen.

Beste Methode, um Ketchup anzudicken

Die zuverlässigste Methode ist offenes Einkochen — Wasser verdampfen lassen, bis die Sauce vom Löffel nicht mehr tropft, sondern fällt. Das dauert bei der Tomatenmark-Variante 25 bis 30 Minuten und braucht kein Bindemittel. Die Leitsätze fĂĽr GemĂĽseerzeugnisse erlauben zwar bindemittelhaltigen Ketchup, halten aber ausdrĂĽcklich fest, dass es bei bindemittelfreiem Tomatenketchup „auf natĂĽrlichem Wege zu einem geringfĂĽgigen Absetzen von FlĂĽssigkeit kommen“ kann. Ein Wasserrand im Glas ist also kein Fehler.

Wenn es schneller gehen muss, gibt es drei Abkürzungen — mit klaren Nachteilen:

  • Speisestärke: Ein gestrichener Teelöffel in kaltem Wasser anrĂĽhren, einrĂĽhren, zwei Minuten aufkochen. Bindet sofort, macht die Sauce aber leicht schleimig und trĂĽbt den Glanz.
  • Zusätzliches Tomatenmark: Eine halbe Tube mehr statt Stärke. Kostet ein paar Cent, verändert den Geschmack in die richtige Richtung und ist die beste der drei AbkĂĽrzungen.
  • Chiasamen oder Flohsamenschalen: Ein Teelöffel, 15 Minuten quellen lassen. Funktioniert in zuckerfreien Varianten, hinterlässt aber eine leicht körnige Textur.

Gegen Klumpen hilft nur eines: Bindemittel niemals direkt in die heiße Sauce streuen, sondern immer erst in kaltem Wasser glatt rühren. Und wer püriert, sollte das nach dem Einkochen tun — vorher zerschlägt der Stab die Struktur, die beim Reduzieren erst entsteht.

Welche Gewürze gehören zwingend in Ketchup?

Zwingend sind vier: Salz, Piment, Nelke und Senfpulver. Diese Kombination erzeugt das, was Menschen als „Ketchup-Geschmack“ erkennen — die Leitsätze fĂĽr GemĂĽseerzeugnisse lassen „GewĂĽrze oder Extrakte daraus“ ohne nähere Festlegung zu, weshalb jeder Hersteller seine eigene Mischung fährt. In Blindverkostungen ist es fast immer die Nelke, deren Fehlen auffällt.

Die Mengen fĂĽr 550 Gramm Sauce, nach Wirkung sortiert:

  • Salz: 6 bis 8 g — ohne genug Salz schmeckt Ketchup nach sĂĽĂźer Tomatenpaste
  • Piment: eine Messerspitze gemahlen — bringt die warme, leicht pfeffrige Grundnote
  • Nelke: eine kleine Messerspitze — das Erkennungsmerkmal, sehr sparsam dosieren
  • Senfpulver: ein halber Teelöffel — schärft die Säure und rundet ab
  • Paprika edelsĂĽĂź: ein Teelöffel — Farbe und Tiefe, kein eigener Geschmack
  • Zimt: eine Prise — optional, macht die Sauce runder ohne sĂĽĂź zu wirken
  • Cayenne oder Chili: nach Wunsch, fĂĽr die scharfe Variante

Zwei Fehler sind typisch. Erstens die Nelke: Sie überlagert alles andere, sobald man großzügig wird. Zweitens frische Kräuter — Basilikum oder Oregano machen aus Ketchup Pizzasauce. Wer eine Sauce für Nudeln oder als Basis für selbstgemachten Pizzateig will, sollte gleich eine andere Rezeptur wählen statt Ketchup umzuwidmen.

Welche Rolle spielt Essig bei der Konservierung von Ketchup?

Essig senkt den pH-Wert unter 4,6 — und das ist die Grenze, ab der die gefährlichsten Keime beim Einkochen praktisch keine Rolle mehr spielen. Das Bundesinstitut fĂĽr Risikobewertung schreibt dazu: „C. botulinum kann sich in sauren Milieus schlecht vermehren. Entsprechend ist bei sauren Lebensmitteln von einem niedrigen Botulismus-Risiko auszugehen.“ (Stand: November 2025).

Tomaten sind dabei ein Sonderfall. Laut BfR haben Fleisch, Geflügel, Fisch, Milch und Gemüse in der Regel einen pH-Wert über 4,6 — mit Ausnahme der meisten Tomatensorten. Ketchup startet also schon auf der sicheren Seite, und die 80 bis 100 Milliliter Essig aus dem Grundrezept drücken den Wert weiter nach unten.

Genau deshalb ist der Essig die eine Zutat, an der ihr nicht sparen solltet. Wer die Sauce weniger sauer will, reduziert lieber nicht die Essigmenge, sondern gleicht mit einem Teelöffel Zucker mehr aus. Das BfR nennt fĂĽr Lebensmittel mit wenig Säure die Alternative deutlich: entweder unter Druck auf 121 Grad erhitzen oder „im Vorfeld so stark gesäuert werden (Zugabe von z.B. Essig oder Zitronensaft), dass der gemessene pH-Wert unter 4,6 liegt“. Zu Hause ist die zweite Variante die einzige praktikable.

Wie sterilisiere ich Flaschen fĂĽr die Ketchup-Aufbewahrung richtig?

Sterilisierte Flaschen zum heiĂźen AbfĂĽllen von selbstgemachtem Ketchup

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

FĂĽnf Minuten in kochendem Wasser reichen — das ist die Untergrenze, die das Bundeszentrum fĂĽr Ernährung nennt. Die Regel dort lautet knapp: „Gläser, Flaschen und Gummiringe mĂĽssen heil und sehr sauber sein.“ Alternativ läuft die SpĂĽlmaschine im Normal- oder Intensivprogramm, was fĂĽr Ketchup mit seinem niedrigen pH-Wert vollkommen ausreicht.

Der Ablauf in der Praxis:

  1. Vorreinigen: Flaschen und Deckel heiĂź ausspĂĽlen, Etikettenreste entfernen.
  2. Auskochen: Flaschen fĂĽnf bis zehn Minuten in sprudelnd kochendes Wasser legen, Deckel und Dichtungen mit hinein.
  3. Trocknen lassen: Auf einem frischen KĂĽchentuch kopfĂĽber abtropfen, nicht mit dem Geschirrtuch nachwischen.
  4. Heiß befüllen: Die Sauce muss kochend heiß in die noch warme Flasche — Temperaturunterschied kann Glas sprengen.
  5. Umdrehen: VerschlieĂźen und zehn Minuten auf den Kopf stellen. Das sterilisiert auch den Deckel.

Ein Punkt wird oft übersehen: der Löffel. Wer später mit einem benutzten Löffel in die Flasche geht oder direkt vom Teller nachfüllt, trägt Keime ein und macht die ganze Sterilisation zunichte. Ketchup gehört deshalb in eine Quetschflasche oder wird immer mit sauberem Besteck entnommen.

Wie lange hält selbstgemachter Ketchup wirklich im Kühlschrank?

Zwei bis drei Wochen im Kühlschrank sind bei einem zuckerreduzierten Rezept realistisch — deutlich weniger als die sechs bis zwölf Monate, die das Bundeszentrum für Ernährung für richtig eingekochte Vorräte ohne Kühlung nennt. Der Unterschied hat zwei Gründe, und beide gehören zur ehrlichen Bilanz des Selbermachens dazu.

Erstens fehlt der Zucker als Konservierungsmittel. Das BZfE formuliert das fĂĽr Eingewecktes so: „Mit Zucker verbessern Sie den Geschmack und die Haltbarkeit von eingewecktem Obst. Er ist aber nicht zwingend notwendig.“ Nicht zwingend heiĂźt eben auch: Ohne ihn ist die Haltbarkeit kĂĽrzer. Ein Handelsketchup mit 23,3 Gramm Zucker je 100 Gramm ist mikrobiologisch schlicht ein anderes Produkt als eure Version mit 7 Gramm.

Zweitens fehlt die industrielle Pasteurisation. Die Leitsätze schreiben fĂĽr Tomatenketchup Haltbarmachung „durch Pasteurisation und gegebenenfalls aseptische AbfĂĽllung“ vor — Bedingungen, die eine KĂĽche nicht herstellt.

Was die Haltbarkeit verlängert:

  • Mehr Essig: 120 statt 80 ml verschieben den pH-Wert spĂĽrbar nach unten
  • Kleine Flaschen: Zwei 250-ml-Flaschen statt einer groĂźen — die zweite bleibt ungeöffnet
  • Einfrieren: In EiswĂĽrfelform portionieren, hält mehrere Monate
  • KĂĽhlschrank-RĂĽckwand: Dort ist es am kältesten, nicht in der TĂĽr

Und die Abbruchregel: Schimmel, Blasen, ein aufgewölbter Deckel, ein hefiger oder alkoholischer Geruch — dann kommt die ganze Flasche weg, nicht nur die obere Schicht. Das BfR weist ausdrĂĽcklich darauf hin, dass „aufgetriebene“ Konserven vorsorglich nicht geöffnet, sondern vernichtet werden sollten.

Was kostet selbstgemachtes Ketchup pro Flasche?

Kostenvergleich selbstgemachter Ketchup gegen Markenware und Eigenmarke

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz

Rund 2,20 Euro pro 500-ml-Flasche — und damit teurer als die Eigenmarke im Discounter, die laut Preisdatenbank SupermarktCheck bei 1,89 bis 1,99 Euro für 500 Milliliter liegt (Stand: September 2026). Das ist die unbequeme Antwort, und sie ändert sich auch dann nicht, wenn man sparsam einkauft.

Die Rechnung im Detail, fĂĽr 550 Gramm fertige Sauce:

Position Menge Kosten
Tomatenmark 400 g 0,90 €
Essig 80 ml 0,25 €
Zucker 40 g 0,05 €
Zwiebel 80 g 0,15 €
Gewürze und Salz Portion 0,40 €
Energie 45 Minuten 0,45 €

Eigene Kalkulation, Stand September 2026. Der Tomatenmark-Preis entspricht zwei Eigenmarken-Tuben zu je 0,45 €, wie sie SupermarktCheck für dreifach konzentriertes Mark im Discounter listet. Die Energiekosten setzen 45 Minuten Kochfeld bei rund 1,2 kWh und dem BDEW-Haushaltsstrompreis von 37,0 Cent je Kilowattstunde an. Gewürze sind auf die verbrauchte Portion umgelegt, nicht auf die gekaufte Packung.

Macht 2,20 Euro. Zum Vergleich die Handelspreise: Eigenmarken-Ketchup 1,89 bis 1,99 Euro je 500 ml, Markenware im Normalpreis 2,19 bis 3,49 Euro je 500 ml — beides Werte aus der Preisdatenbank SupermarktCheck (Stand: September 2026). Im Angebot wird der Abstand noch größer: In unserem eigenen Deal-Archiv stehen seit Mai 2019 genau 14 geprüfte Ketchup-Angebote; der günstigste war ein Zwölferpack Curry-Ketchup à 500 Milliliter für 13,20 Euro — 1,10 Euro je Flasche und damit die Hälfte der Selbstkosten (eigene Ledger-Auswertung, Stand: September 2026).

Wo sich die Rechnung dreht:

  • Eigene Tomaten: Fällt der Tomatenmark-Posten weg, kostet die Flasche noch rund 1,30 Euro — dann schlägt Selbermachen die Eigenmarke, allerdings bei drei Stunden Kochzeit
  • GroĂźe Charge: Wer 2 Kilo auf einmal kocht, drĂĽckt die Energiekosten je Flasche auf unter 0,15 Euro
  • Bio-Vergleich: Gegen Bio-Ketchup ab 3,50 Euro je 500 ml ist die selbstgemachte Variante klar im Vorteil

Unterm Strich: Wer wegen des Preises anfängt, hört wieder auf. Wer wegen der Zutatenliste anfängt, bleibt dabei. Dasselbe Muster kennt ihr aus der Küche an anderer Stelle — auch Mayonnaise selber zu machen rechnet sich selten über den Preis, sondern über die Qualität.

Curry-Ketchup, scharf und ohne Zucker: die Varianten

Alle drei Varianten setzen auf demselben Grundrezept auf und ändern jeweils nur einen Baustein. Curry-Ketchup ist dabei die gefragteste Abwandlung — er unterscheidet sich vom Tomatenketchup im Wesentlichen durch eine Gewürzmischung aus Kurkuma, Koriander und Bockshornklee, also durch Currypulver.

  • Curry-Ketchup: Zwei gehäufte Teelöffel Currypulver mit dem Tomatenmark anrösten, Zimt weglassen, eine Prise Ingwerpulver dazu. Wer es fruchtiger mag, ersetzt 20 g Zucker durch 40 g Apfelmus.
  • Scharfer Ketchup: Eine halbe frische Chili mit der Zwiebel andĂĽnsten oder einen halben Teelöffel Cayenne einrĂĽhren. Schärfe entwickelt sich beim Ziehen nach — lieber unterdosieren und am nächsten Tag nachschärfen.
  • Ohne zugesetzten Zucker: Die 40 g Zucker durch 60 g Dattelmus oder ein sehr reifes, pĂĽriertes Apfelviertel ersetzen. Die Sauce wird dunkler und deutlich schneller schlecht — hier ist eine Woche KĂĽhlschrank die realistische Grenze.
  • Ohne Zwiebeln: Zwiebelpulver statt frischer Zwiebel, ein gestrichener Teelöffel. Ergibt eine glattere Sauce ohne StĂĽckchen.

Ein Wort zu Ketchup ohne Tomaten: Rhabarber-, Kürbis- oder Pflaumenketchup funktionieren geschmacklich, sind aber im Sinne der Leitsätze kein Tomatenketchup mehr. Wichtiger noch: Rhabarber ist sauer, Kürbis nicht. Bei Kürbis müsst ihr die Säure über Essig oder Zitronensaft aktiv herstellen, sonst kippt die Sauce schnell.

Wozu das Ganze? Am häufigsten landet selbstgemachter Ketchup neben selbstgemachten Pommes — und dort merkt man den Unterschied zur gekauften Variante am deutlichsten, weil beide Komponenten wenig eigene Süße mitbringen.

Vor- & Nachteile im Ăśberblick

Vorteile Nachteile
Rund zwei Drittel weniger zugesetzter Zucker Teurer als Eigenmarke im Discounter
Keine Zusatzstoffe, volle Kontrolle ĂĽber Salz Nur zwei bis drei Wochen im KĂĽhlschrank
In 45 Minuten fertig, Grundausstattung reicht Hygienefehler fĂĽhren schnell zu Schimmel
Schärfe und Süße frei anpassbar Konsistenz braucht etwas Übung

Häufige Fragen zu Ketchup selber machen

Wie viel Zucker ist in handelsĂĽblichem Ketchup im Vergleich zu Ketchup ohne Zuckerzusatz?

Handelsüblicher Tomatenketchup liegt laut Verbraucherzentrale Bayern bei 23,3 Gramm Zucker je 100 Gramm (Stand: September 2023). Zuckerreduzierte Varianten kommen im Schnitt auf 13 bis 14 Gramm. Ketchup ohne Zuckerzusatz enthält nur den natürlichen Fruchtzucker der Tomate, meist 5 bis 7 Gramm je 100 Gramm — schmeckt dafür deutlich säurebetonter und ist kürzer haltbar.

Welche Konservierungsstoffe werden in industriellem Ketchup verwendet?

In der Regel keine im klassischen Sinn. Die Leitsätze für Gemüseerzeugnisse sehen für Tomatenketchup Haltbarmachung durch Pasteurisation und gegebenenfalls aseptische Abfüllung vor — konserviert wird also über Hitze, Säure und Zucker. Zusatzstoffe sind zwar zulässig, in den großen Marken findet ihr aber meist nur Verdickungs- oder Säuerungsmittel, keine klassischen Konservierungsstoffe.

Warum schmeckt Ketchup trotz hoher Tomatenkonzentration so sĂĽĂź?

Weil der Zucker den Zweck hat, die Säure zu überdecken. Tomatenmark bringt viel Säure mit, dazu kommt der Essig — ohne Gegengewicht schmeckt die Sauce hart. Bei 23,3 Gramm Zucker je 100 Gramm kippt das Verhältnis allerdings ins Süße. Zu Hause könnt ihr das steuern: weniger Zucker, dafür etwas weniger Essig und mehr Salz.

Wie vermeide ich Schimmelbildung bei zuckerreduziertem Ketchup?

Drei Punkte entscheiden. Erstens genug Säure: mindestens 80 Milliliter Essig auf 550 Gramm Sauce. Zweitens sterile, heiĂź befĂĽllte Flaschen — das Bundeszentrum fĂĽr Ernährung verlangt Gefäße, die „heil und sehr sauber“ sind. Drittens saubere Entnahme: nie mit benutztem Besteck in die Flasche, besser eine Quetschflasche verwenden.

Wie lange dauert es, Ketchup selber zu machen?

Mit Tomatenmark als Basis rund 45 Minuten, davon 25 bis 30 Minuten reines Köcheln ohne Aufsicht. Mit frischen Tomaten müsst ihr mit zwei bis drei Stunden rechnen, weil rund 3 Kilogramm Tomaten auf etwa ein Sechstel eingekocht werden müssen.

Was ist der Unterschied zwischen Ketchup und Tomatensauce?

Ketchup ist gesüßt, gesäuert und stark eingedickt, Tomatensauce nicht. Nach den Leitsätzen für Gemüseerzeugnisse gehören Essig und Zucker zur Rezeptur von Tomatenketchup dazu. Eine Pastasauce liegt dagegen bei rund 6 Gramm Zucker je 100 Gramm — ein Viertel des Ketchup-Werts. Deshalb funktioniert Ketchup auch nur notdürftig als Pizzasauce.

Kann man Ketchup auch ohne Tomaten kochen?

Ja, üblich sind Rhabarber, Kürbis, Pflaumen oder Bananen. Rechtlich darf das Ergebnis nur nicht Tomatenketchup heißen. Achtet auf die Säure: Rhabarber und Pflaume bringen sie mit, Kürbis und Banane nicht — dort müsst ihr über Essig oder Zitronensaft nachhelfen, sonst fehlt der Schutz vor Verderb.

Kann man selbstgemachten Ketchup einfrieren?

Ja, und für zuckerarme Rezepte ist das die beste Lösung. In Eiswürfelformen portionieren, nach dem Durchfrieren in einen Gefrierbeutel umfüllen. So habt ihr Portionen von etwa 20 Gramm, die in wenigen Minuten auftauen, und umgeht die kurze Kühlschrank-Haltbarkeit von zwei bis drei Wochen komplett.

Fazit: Lohnt es sich, Ketchup selber zu machen?

Ja — aber nicht wegen des Geldes. Bei rund 2,20 Euro je 500-Milliliter-Flasche liegt selbstgemachter Ketchup über der Discounter-Eigenmarke und weit über jedem Angebotspreis. Was ihr bekommt, ist ein Produkt mit etwa einem Drittel des Zuckers, ohne Zusatzstoffe und mit einer Schärfe, die ihr selbst bestimmt.

Drei Faustregeln fĂĽr den Einstieg:

  • Mit Tomatenmark starten: 400 g dreifach konzentriert sparen euch zwei Stunden Einkochzeit
  • Am Essig nicht sparen: Die Säure ist der Konservierungsschutz, nicht der Zucker
  • Klein abfĂĽllen: Zwei 250-ml-Flaschen halten zusammen länger als eine groĂźe

Und wenn der Vorrat doch mal leer ist, bevor der nächste Kochtag kommt: Auf MonsterDealz laufen regelmäßig Angebote für Tomatenmark, Essig und Gewürze — genau die Posten, die in der Kalkulation oben den Ausschlag geben.

Ăśber den Autor

Florian Silbereis

Ich bin Florian, 44 Jahre alt, gelernter Fachinformatiker und Gründer von MonsterDealz.de. Seit über 17 Jahren spüre ich täglich die besten Online-Deals, Preisfehler und Cashback-Aktionen auf — mein Wissen daraus steckt im Ratgeber „Schnäppchen richtig jagen: Der Insider-Guide für smarte Online-Käufer“ (2026). Meine Spezialgebiete sind Mobilfunk-Tarife, Bonus-Deals, Tagesgeldkonten und das Finden echter Preisfehler bei großen Shops wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Otto. Mehr über mich: interlynx.de, unterwegs bin ich auch auf Mastodon. Habt ihr Fragen oder einen heißen Deal-Tipp? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, PN,oder über die Kontaktseite.

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