Fonds ohne Ausgabeaufschlag 2026: So spart ihr 3 bis 5 Prozent
Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige VertriebsgebĂŒhr von meist 3 bis 5 Prozent, die beim Kauf eines Fondsanteils fĂ€llig wird â und sie lĂ€sst sich in den allermeisten FĂ€llen komplett vermeiden. Bei 10.000 Euro Anlagesumme sind das 500 Euro, die gar nicht erst investiert werden. Ăber Fondsvermittler, Direktbanken und Neobroker gibt es dieselben Fonds mit 0 Prozent Aufschlag â Stand: Juli 2026.
Das Wichtigste in KĂŒrze
- Der Ausgabeaufschlag betrĂ€gt ĂŒblicherweise 3 bis 5 Prozent bei Aktienfonds, 0 bis 3 Prozent bei Rentenfonds.
- Er flieĂt an den Vertrieb, nicht in den Fonds â er verbessert die Wertentwicklung um keinen Cent.
- Fondsvermittler, Direktbanken und Neobroker bieten identische Fonds mit 0 Prozent Aufschlag an.
- Wichtiger als der einmalige Aufschlag sind die laufenden Kosten (TER) â sie fallen jedes Jahr an.
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Was ist der Ausgabeaufschlag bei Fonds?

Symbolbild â KI-generiert / MonsterDealz
Der Ausgabeaufschlag ist ein einmaliger Aufpreis auf den Anteilswert eines Investmentfonds, der beim Kauf anfÀllt. Er liegt bei Aktienfonds typischerweise bei 3 bis 5 Prozent, bei Rentenfonds bei 0 bis 3 Prozent und bei Geldmarktfonds meist bei null.
Technisch entsteht er aus der Differenz zweier Preise: Der RĂŒcknahmepreis entspricht dem tatsĂ€chlichen Anteilswert, der Ausgabepreis liegt um den Aufschlag darĂŒber. Kauft ihr fĂŒr 1.000 Euro einen Fonds mit 5 Prozent Aufschlag, landen rechnerisch nur 952,38 Euro im Fondsvermögen â der Rest ist VertriebsvergĂŒtung fĂŒr Bank oder Berater.
Wichtig fĂŒr die Einordnung: Das Geld verbessert weder die QualitĂ€t des Fonds noch seine Wertentwicklung. Es bezahlt den Vertriebsweg. Genau deshalb ist derselbe Fonds bei unterschiedlichen Anbietern unterschiedlich teuer, obwohl das Produkt identisch ist â erkennbar an der gleichen ISIN oder WKN.
Wie viel kostet euch der Ausgabeaufschlag wirklich?
Mehr, als die Prozentzahl vermuten lĂ€sst â weil das abgezogene Geld nie mitarbeitet. Ein Rechenbeispiel mit 10.000 Euro und 5 Prozent Aufschlag:
- Sofort weg: 500 Euro. Investiert werden nur 9.500 Euro.
- Nach 10 Jahren bei 6 Prozent Rendite: Aus 9.500 Euro werden rund 17.000 Euro, aus 10.000 Euro wĂ€ren rund 17.900 Euro geworden â Differenz gut 900 Euro.
- Nach 20 Jahren: Die LĂŒcke wĂ€chst auf ĂŒber 1.600 Euro.
Bei SparplĂ€nen wirkt der Effekt schleichender, dafĂŒr dauerhaft: 5 Prozent auf jede Rate bedeuten, dass von 200 Euro monatlich nur 190 Euro angelegt werden. Ăber 20 Jahre summiert sich allein der Aufschlag auf 2.400 Euro â ohne den entgangenen Zinseszins.
Der Aufschlag ist ĂŒbrigens verhandelbar, wenn ihr ihn ĂŒber eine Filialbank zahlt. Rabatte von 50 Prozent sind ĂŒblich, komplett gestrichen wird er dort aber selten.
Wo bekommt ihr Fonds ohne Ausgabeaufschlag?

Symbolbild â KI-generiert / MonsterDealz
Bei vier Anbietertypen fĂ€llt der Aufschlag ganz oder ĂŒberwiegend weg â bei identischer FondsqualitĂ€t, denn die ISIN ist dieselbe.
- Fondsvermittler: Sie leiten die Vertriebsprovision an euch weiter und stellen die Fonds mit 0 Prozent Aufschlag ins Depot einer Partnerbank ein. FĂŒr aktiv gemanagte Fonds ist das der breiteste Weg.
- Direktbanken: Sie fĂŒhren groĂe Aktionslisten mit rabattierten oder aufschlagfreien Fonds, oft zeitlich begrenzt und auf bestimmte Fondsgesellschaften beschrĂ€nkt.
- Neobroker: Bei ETFs und vielen FondssparplĂ€nen fĂ€llt gar kein Aufschlag an, teils sogar keine OrdergebĂŒhr. DafĂŒr ist die Fondsauswahl kleiner.
- Börsenkauf statt Ausgabe ĂŒber die KVG: Viele Fonds sind an Börsen handelbar. Dort zahlt ihr keinen Ausgabeaufschlag, dafĂŒr OrdergebĂŒhr und Spread â bei gröĂeren Summen meist die gĂŒnstigere Variante.
Ein Punkt, der oft ĂŒbersehen wird: Der Depotwechsel selbst ist kostenlos und steuerneutral, solange die Anteile nur ĂŒbertragen und nicht verkauft werden. Bestehende Positionen mĂŒsst ihr also nicht auflösen, um kĂŒnftig gĂŒnstiger nachzukaufen.
Ausgabeaufschlag oder laufende Kosten â was zĂ€hlt mehr?

Symbolbild â KI-generiert / MonsterDealz
Auf lange Sicht sind die laufenden Kosten der gröĂere Hebel, weil sie jedes Jahr erneut anfallen. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei aktiv gemanagten Aktienfonds meist zwischen 1,2 und 2,0 Prozent pro Jahr, bei breit streuenden Index-ETFs zwischen 0,05 und 0,3 Prozent.
Zum Vergleich: Ein einmaliger Aufschlag von 5 Prozent entspricht bei 20 Jahren Haltedauer etwa 0,25 Prozentpunkten jĂ€hrlicher Zusatzkosten. Eine um 1 Prozentpunkt höhere TER kostet ĂŒber denselben Zeitraum ein Vielfaches davon.
Achtet zusĂ€tzlich auf die erfolgsabhĂ€ngige VergĂŒtung (Performance Fee), die in vielen aktiven Fonds steckt, und auf Transaktionskosten innerhalb des Fonds, die nicht in der TER auftauchen. Beides steht in den wesentlichen Anlegerinformationen, dem Basisinformationsblatt.
Wann lohnt sich der Wechsel des Depots?
Sobald ihr regelmĂ€Ăig nachkauft oder einen Sparplan laufen habt â dann amortisiert sich der Aufwand schon im ersten Jahr. Bei einer einmaligen Anlage, die 20 Jahre unangetastet liegt, ist der laufende Depotpreis wichtiger als der Aufschlag.
Rechnet vor dem Wechsel drei Positionen gegeneinander: DepotfĂŒhrungsgebĂŒhr pro Jahr, Kosten je Order oder SparplanausfĂŒhrung und den Ausgabeaufschlag auf eure konkreten Fonds. Erst diese drei Zahlen zusammen ergeben den echten Preisunterschied â genauso, wie ihr es bei jedem anderen Angebotsvergleich auch machen wĂŒrdet.
Und noch ein Praxishinweis: WechselprÀmien der Banken sind oft an Mindestvolumen und Haltefristen gebunden. Sie sind ein netter Zusatz, aber kein Grund, ein dauerhaft teureres Depot zu wÀhlen.
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Vor- & Nachteile aufschlagfreier Fonds
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| 3 bis 5 Prozent mehr Kapital arbeiten von Anfang an | Keine persönliche Beratung in der Filiale |
| Identische Fonds, erkennbar an derselben ISIN | Fondsauswahl je nach Anbieter eingeschrÀnkt |
| Besonders wirksam bei SparplÀnen | Depotwechsel kostet Zeit und Papierkram |
| Ăbertrag bestehender Anteile ist steuerneutral | Laufende Kosten bleiben davon unberĂŒhrt |
HĂ€ufige Fragen zum Ausgabeaufschlag
Was bedeutet Ausgabeaufschlag genau?
Es ist der einmalige Aufpreis auf den Anteilswert beim Kauf eines Fonds, ĂŒblicherweise 3 bis 5 Prozent bei Aktienfonds. Er ist die Differenz zwischen Ausgabe- und RĂŒcknahmepreis und geht als VertriebsvergĂŒtung an Bank oder Vermittler â nicht in das Fondsvermögen.
Wie berechnet man den Ausgabeaufschlag?
Er wird auf den RĂŒcknahmepreis aufgeschlagen. Bei einem Anteilswert von 100 Euro und 5 Prozent Aufschlag zahlt ihr 105 Euro je Anteil. Bezogen auf die Anlagesumme sind das 4,76 Prozent: Von 1.000 Euro werden 952,38 Euro investiert, 47,62 Euro sind GebĂŒhr.
Sind Fonds ohne Ausgabeaufschlag schlechter?
Nein. Es handelt sich um exakt dieselben Fonds mit derselben ISIN und derselben Wertentwicklung â nur ĂŒber einen gĂŒnstigeren Vertriebsweg gekauft. Unterschiedlich sind nicht die Produkte, sondern die Konditionen des Anbieters.
Fallen bei ETFs AusgabeaufschlÀge an?
In der Regel nicht. ETFs werden ĂŒber die Börse gehandelt, dort zahlt ihr OrdergebĂŒhr und Spread statt eines Aufschlags. Viele Broker fĂŒhren zudem ETF-SparplĂ€ne ohne AusfĂŒhrungsgebĂŒhr â die Gesamtkosten liegen damit meist deutlich unter denen aktiv vertriebener Fonds.
Kann ich den Ausgabeaufschlag zurĂŒckfordern?
NachtrĂ€glich nicht. Bei kĂŒnftigen KĂ€ufen lĂ€sst er sich aber vermeiden, indem ihr den Fonds ĂŒber einen aufschlagfreien Anbieter kauft oder ĂŒber die Börse. In Filialbanken ist zumindest ein Rabatt verhandelbar, hĂ€ufig rund 50 Prozent.
Lohnt sich ein Depotwechsel wegen des Ausgabeaufschlags?
Wenn ihr regelmĂ€Ăig nachkauft oder einen Sparplan habt: ja, meist schon nach wenigen Monaten. Bei einer einmaligen Anlage ohne weitere KĂ€ufe zĂ€hlt eher die DepotgebĂŒhr. Der Ăbertrag bestehender Anteile ist kostenfrei und löst keine Steuer aus.
Fazit: Die einfachste Rendite ist gesparte GebĂŒhr
Der Ausgabeaufschlag ist die am leichtesten vermeidbare Position im Depot â dieselben Fonds gibt es bei anderen Anbietern ohne ihn. Wer zusĂ€tzlich auf die laufenden Kosten schaut, hat die beiden gröĂten Stellschrauben in der Hand, die sich ohne jedes Marktrisiko drehen lassen.
- Immer: ISIN vergleichen statt Fondsnamen â nur so seht ihr, dass es dasselbe Produkt ist.
- Immer: DepotgebĂŒhr, Orderkosten und Aufschlag zusammen rechnen.
- Nie: Wegen einer WechselprÀmie in ein dauerhaft teureres Depot wechseln.
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Hellas
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Hellas 16.04.2022, 10:01 #Interessanter Artikel.