Apfelmus selber machen 2026: Einkochen, Lagern und Kosten
Apfelmus selber machen heißt: Äpfel weich kochen, pürieren, heiß in saubere Gläser füllen und im Wasserbad bei 90 Grad rund 30 Minuten einkochen — danach hält das Glas ohne Kühlung sechs bis zwölf Monate. Wer einen Obstbaum im Garten hat oder Fallobst aufsammelt, zahlt für ein Glas am Ende nur noch Deckel und Strom, statt die Ernte im Kompost verschwinden zu sehen. Dieser Ratgeber zeigt euch die Temperaturen, die Sortenwahl und die Kontrolle, an der ihr ein undichtes Glas erkennt — Stand: September 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Einkochen im Wasserbad: 90 Grad, 30 Minuten — so gibt es der Hersteller Weck für Apfelmark an.
- Eingekocht hält Obst laut Bundeszentrum für Ernährung sechs bis zwölf Monate ohne Kühlung.
- Säuerliche Kochsorten wie Roter Boskoop zerfallen von selbst und brauchen weniger Zucker.
- Mit Fallobst sinken die Kosten je Glas auf Deckel und Energie — der Rest ist Arbeitszeit.
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Was ist Apfelmus — und was unterscheidet es von Apfelmark?
Apfelmus ist gekochtes, püriertes Apfelfruchtfleisch mit Zuckerzusatz; Apfelmark ist dasselbe Erzeugnis ohne zugesetzten Zucker. Das ist keine Marketing-Spitzfindigkeit, sondern der einzige belastbare Unterschied zwischen den beiden Begriffen im Handel — beim Einkochen verhalten sich beide identisch, weil die Haltbarkeit über die Hitze und die Fruchtsäure entsteht, nicht über den Zucker.
Zum dritten Begriff, der ständig danebensteht: Apfelkompott bleibt stückig, weil die Apfelspalten nur gedünstet und nicht püriert werden. Mus und Mark sind glatt, Kompott ist es nicht — das ist die ganze Abgrenzung.
Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die Einkochangaben des Herstellers Weck, die Haltbarkeits-Aussagen des Bundeszentrums für Ernährung und die Sortenempfehlungen des NABU ausgewertet und gegeneinander gehalten. MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt.
Apfelmus einkochen: Anleitung Schritt für Schritt

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Apfelmus wird im Wasserbad bei 90 Grad Celsius 30 Minuten eingekocht — so steht es in der Apfelmark-Anleitung des Einkochglas-Herstellers Weck (Stand: September 2026). Diese eine Zeile ist der ganze Unterschied zwischen einem Rezept und einem Vorrat: Ohne den Einkochschritt habt ihr ein Kühlschrankprodukt für wenige Tage, mit ihm einen Vorrat für die nächste Saison.
Der Ablauf in der Reihenfolge, in der ihr ihn abarbeitet: Äpfel waschen, Kerngehäuse und faule Stellen großzügig herausschneiden, in grobe Stücke teilen. Mit einem kleinen Schuss Wasser zugedeckt weich kochen, bis die Stücke auf Druck zerfallen. Dann pürieren oder durch die Flotte Lotte drehen — die Passiermühle hält Schalen und Kerngehäusereste zurück und spart euch das Schälen komplett.
Das Mus muss kochend heiß in die Gläser. Randvoll füllen ist falsch: Rund zwei Zentimeter Abstand zum Rand bleiben frei, sonst drückt das ausdehnende Mus beim Erhitzen den Deckel auf. Glasrand mit einem sauberen Tuch abwischen — ein einziger Musspritzer im Gewinde kostet euch später das Vakuum.
Wie lange muss man Apfelmus einkochen?
30 Minuten bei 90 Grad sind der Standardwert für Apfelmark und Apfelmus im Wasserbad. Die Zeit läuft ab dem Moment, in dem das Wasser die Zieltemperatur erreicht hat, nicht ab dem Einsetzen der Gläser. Die Gläser müssen dabei zu mindestens drei Vierteln im Wasser stehen und sich nicht berühren; ein Tuch oder Gitter auf dem Topfboden verhindert, dass sie beim Sieden klappern und springen.
Apfelmus einkochen im Backofen — geht das auch?
Ja, der Backofen ersetzt das Wasserbad, wenn ihr das Prinzip beibehaltet: Die Gläser stehen in der Fettpfanne, die etwa zwei Zentimeter hoch mit Wasser gefüllt ist, bei rund 150 Grad Ober-/Unterhitze, bis im Glas Bläschen aufsteigen — danach Ofen aus und die Gläser noch etwa 30 Minuten im geschlossenen Ofen lassen. Wichtig ist die Wasserschicht: Ohne sie ist es kein Einkochen, sondern trockene Hitze, und die Temperatur im Glas bleibt unkontrollierbar.
Woran erkennt ihr, dass ein Glas nicht sauber verschlossen ist?
Der Test ist mechanisch und dauert zwei Sekunden: Nach etwa 24 Stunden Abkühlzeit die Einkochklammern abnehmen und das Glas am Deckel anheben — hält der Deckel, ist das Vakuum da. Weck beschreibt den Schritt im eigenen Einkoch-Guide sinngemäß so: nach dem Abkühlen, also nach rund 24 Stunden, die Einkochklammern entfernen und prüfen, ob der Deckel hält — sitzt das Vakuum, sind die Vorräte sicher verschlossen und bereit für die Lagerung (Paraphrase der englischsprachigen Originalanleitung, Stand: September 2026).
Bei Twist-off-Gläsern übernimmt der Deckel selbst die Anzeige. Die Mitte ist nach dem Abkühlen nach innen gewölbt und gibt beim Draufdrücken keinen Ton von sich. Klickt oder federt sie, ist Luft im Glas — dann gehört der Inhalt in den Kühlschrank und innerhalb weniger Tage gegessen, nicht in den Vorratsschrank.
Die zweite Kontrolle kommt beim Öffnen: Ein deutliches Zischen oder Ploppen ist das gute Zeichen, weil Luft erst in diesem Moment einströmt. Öffnet sich ein Glas lautlos und leicht, war es schon vorher offen. Gewölbte Deckel, trüber Saftrand, Bläschen im Mus oder ein hefiger Geruch sind Ausschlusskriterien — solche Gläser werden nicht probiert, sondern entsorgt.
Wie lange ist selbst eingekochtes Apfelmus haltbar?
Eingekochtes Obst hält sich laut Bundeszentrum für Ernährung „auch ohne Kühlung sechs bis zwölf Monate“ (Stand: September 2026) — genug, um die Apfelernte im September über den kompletten Winter zu strecken. Für Aufstriche im Glas nennt dasselbe Haus eine Lagertemperatur von 15 bis 20 Grad und etwa ein Jahr Lagerzeit.
Die Lagerbedingungen entscheiden über das obere oder untere Ende dieser Spanne: dunkel, kühl, aufrecht stehend. Licht baut Farbe und Vitamine ab, Wärme über 20 Grad beschleunigt jede Restaktivität im Glas. Keller und geschlossener Schrank sind richtig, die Fensterbank in der Küche ist es nicht.
Nach dem Öffnen gelten dieselben Regeln wie für Konfitüre: Kühlschrank, sauberer Löffel, innerhalb weniger Wochen aufbrauchen. Und wenn doch Schimmel auftaucht, ist Abschöpfen keine Option — die Verbraucherzentrale NRW schreibt dazu: „Vorsicht aber bei Schimmel – dann nicht mehr verzehren. Der Schimmel kann sich im ganzen Produkt verteilt haben, ohne dass dieser sichtbar ist.“ (Stand: September 2026)
Welche Apfelsorten eignen sich am besten für Apfelmus?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Für Mus und Kuchen empfiehlt der NABU ausdrücklich Winterrambour, Prinzenapfel und Roten Boskoop — und weist darauf hin, dass es allein in Deutschland noch rund 3.000 Obstsorten gibt, darunter 1.400 Apfelsorten (Stand: September 2026). Der gemeinsame Nenner dieser Kochsorten: Sie sind säuerlich, mürbe im Fleisch und zerfallen beim Kochen von selbst.
Genau das ist der Grund, warum säuerliche Sorten für Apfelmus die bessere Wahl sind. Erstens spart die Säure Zucker, weil sie das Aroma trägt — ein süßer Lagerapfel schmeckt gekocht flach und verlangt nach Zuckerzusatz, um überhaupt nach Apfel zu schmecken. Zweitens bringen säurereiche Sorten mehr Pektin mit, und Pektin ist es, was das Mus bindet.
Drittens hat die Säure einen technischen Nebeneffekt beim Haltbarmachen: Je niedriger der pH-Wert im Glas, desto weniger kommen Verderbniskeime überhaupt in Gang. Deshalb reicht bei Apfelmus das Wasserbad bei 90 Grad, während säurearmes Gemüse und Fleisch nach den Angaben des Bundeszentrums für Ernährung zweimal eingekocht werden müssen.
Muss man Äpfel für Apfelmus schälen?
Nein — wer durch eine Passiermühle passiert, kann komplett auf das Schälen verzichten, weil Schale und Kerngehäusereste im Sieb zurückbleiben. Das spart bei drei Kilo Äpfeln realistisch eine halbe Stunde Arbeit. Nur wer mit dem Pürierstab arbeitet, sollte schälen, sonst bleiben zähe Schalenfetzen im Mus.
Kann man verschiedene Sorten mischen?
Ja, und bei Fallobst ist es der Normalfall. Die Mischung ist sogar von Vorteil: Eine mürbe Kochsorte liefert die Bindung, ein aromatischer Tafelapfel den Geschmack. Nur die Kochzeit wird ungleichmäßig — grobe Stücke der festeren Sorte deshalb kleiner schneiden, dann sind alle gleichzeitig weich.
Braucht Apfelmus überhaupt Zucker?
Nein. Zucker ist bei Apfelmus reines Geschmacksmittel und kein Konservierungsmittel — die Haltbarkeit kommt aus dem Einkochen und der Fruchtsäure, nicht aus dem Zuckergehalt. Wer ohne einkocht, macht streng genommen Apfelmark, und das hält im geschlossenen Glas genauso lange.
Der Verzicht lohnt sich auch rechnerisch. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt laut Verbraucherzentrale maximal zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr als frei verfügbaren Zucker, besser nur fünf Prozent — bei 2.000 Kilokalorien sind das 50 Gramm, besser 25 Gramm (Stand: September 2026). Ein Glas ungesüßtes Apfelmus ist eine der einfachsten Stellen, an denen man diesen Wert drückt.
Wenn ihr trotzdem nachsüßen wollt, tut es das sparsam und spät: erst abschmecken, wenn das Mus fertig gekocht ist. Zimt, eine Prise Vanille oder ein Stück Zitronenschale tragen bei säuerlichen Sorten oft weiter als Zucker.
Apfelmus zu flüssig oder braun: die zwei häufigsten Pannen
Zu flüssiges Apfelmus ist fast immer ein Wasserproblem, kein Pektinproblem: Ein Schuss Wasser zum Ansetzen reicht, alles darüber muss später wieder verdampfen. Die saubere Lösung heißt deshalb offen weiterköcheln und einreduzieren, bis die Konsistenz stimmt — das kostet zehn bis zwanzig Minuten und verändert den Geschmack nicht.
Stärke oder Pektin sind die Notlösung, nicht der Standard. Speisestärke bindet sofort, macht das Mus aber leicht mehlig und trübe. Apfelpektin bindet fruchtiger, braucht dafür Säure und wird beim Nachkochen aktiviert. Wer Kochsorten wie Boskoop verwendet, kommt in der Regel ganz ohne beides aus.
Die Braunfärbung dagegen ist Oxidation und beginnt in dem Moment, in dem ihr den Apfel aufschneidet. Dagegen hilft Säure: Die geschnittenen Stücke direkt in Wasser mit einem Schuss Zitronensaft legen und zügig weiterarbeiten. Ist das Mus einmal gekocht, ist die Enzymreaktion gestoppt — was danach noch nachdunkelt, ist Hitze und Zeit, kein Fehler.
Was kostet ein Glas Apfelmus selbst gemacht?
Die ehrliche Antwort hängt an genau einer Position: dem Apfel. Drei Kilo Äpfel ergeben rund zwei Kilo fertiges Mus und damit etwa vier Gläser à 500 Milliliter — alles andere in der Rechnung sind Cent-Beträge. Unsere Redaktion hat die beiden Fälle deshalb nebeneinandergestellt, einmal mit gekauften Äpfeln zu angenommenen 2,50 Euro je Kilo, einmal mit Fallobst zu null Euro.
| Posten | Mit Fallobst | Mit Kauf-Äpfeln |
|---|---|---|
| Äpfel (3 kg) | 0,00 € | 7,50 € |
| Deckel (4 Stück) | 1,20 € | 1,20 € |
| Energie | 0,53 € | 0,53 € |
| Summe je Glas | 0,43 € | 2,31 € |
Rechenbeispiel, Stand 03.09.2026, eigene Kalkulation mit angenommenen Preisen: 2,50 € je Kilo Äpfel, 0,30 € je Twist-off-Deckel, rund 1,5 kWh Kochen plus Einkochen zu 0,35 € je kWh. Gläser als vorhanden gerechnet, Arbeitszeit nicht bewertet. Summe je Glas bezieht sich auf vier Gläser à 500 ml.
Damit ist die Sache entschieden: Mit gekauften Äpfeln lohnt sich Apfelmus rechnerisch praktisch nie — 2,31 Euro je Glas plus rund eine Stunde Arbeit schlägt kein Supermarktregal. Mit Fallobst kippt die Rechnung komplett, weil nur noch Deckel und Strom übrig bleiben und der Apfel sonst auf dem Kompost gelandet wäre.
Wer solche Posten dauerhaft im Blick behalten will, führt sie am besten schriftlich mit: In unserer Haushaltsbuch führen lassen sich Vorratsposten wie diese sauber gegen die Supermarktausgabe rechnen.
Was tun mit Fallobst?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Fallobst ist der Grund, warum sich Apfelmus überhaupt rechnet — und der Grund, warum das Thema mehr ist als Küchenfolklore: Allein in privaten Haushalten landen laut der Initiative „Zu gut für die Tonne“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums rund 6,3 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll, etwa 74,5 Kilogramm pro Kopf (Erhebung 2021, abgerufen im September 2026). Der Apfel unter dem eigenen Baum ist der Teil davon, den ihr am schnellsten selbst korrigieren könnt.
Fallobst hat einen Haken und einen Vorteil. Der Haken: Es ist angeschlagen und beginnt schneller zu faulen, es muss also innerhalb weniger Tage verarbeitet werden. Der Vorteil: Für Mus ist genau das egal, weil Form und Druckstellen keine Rolle spielen — herausgeschnitten wird ohnehin.
Die Grenze verläuft an der Fäulnis. Braune, weiche Druckstellen schneidet ihr großzügig weg. Sichtbarer Schimmel oder ein muffiger Geruch bedeuten dagegen: ganze Frucht raus, nicht zurechtschneiden — Schimmelgifte wandern in weiches Fruchtfleisch hinein, und beim Pürieren verteilen sie sich über die ganze Charge.
Reicht die Menge für mehr als Mus, ist die zweite naheliegende Verwertung der Saft. Wie das mit Fallobst funktioniert und ab welcher Menge sich eine Presse lohnt, steht in unserem Ratgeber zu Apfelsaft selber machen.
Wo bekommt ihr legal und kostenlos Äpfel?
Es gibt drei Wege, und alle drei sind kostenlos: der eigene oder nachbarschaftliche Baum, öffentliche Obstbäume und Streuobstwiesen mit Erlaubnis. Von den einst rund 1,5 Millionen Hektar Streuobst in Deutschland sind laut NABU nicht mehr als 250.000 Hektar übrig (Stand: September 2026) — die Bewirtschaftung dieser Flächen ist Handarbeit, und viele Eigentümer sind für abgeholtes Obst dankbar, wenn man vorher fragt.
Der Nachbarbaum ist rechtlich sauberer geregelt, als die meisten denken. § 911 BGB („Überfall“) sagt wörtlich: „Früchte, die von einem Baume oder einem Strauche auf ein Nachbargrundstück hinüberfallen, gelten als Früchte dieses Grundstücks.“ Was also von selbst auf euer Grundstück fällt, gehört euch — pflücken dürft ihr vom überhängenden Ast deshalb trotzdem nicht.
Für wild wachsende Bäume an Wegrändern gilt die sogenannte Handstraußregel aus § 39 Absatz 3 BNatSchG: Früchte wild lebender Pflanzen dürfen „in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich“ entnommen werden, sofern kein Betretungsverbot besteht. „Geringe Menge“ heißt Korb, nicht Anhänger; gewerbliches Sammeln braucht eine Genehmigung.
Für die Suche nach solchen Standorten gibt es Karten: mundraub.org sammelt öffentlich zugängliche Obstbäume und beschreibt sich als größte deutschsprachige Plattform für essbare Landschaften. Wer noch mehr in diese Richtung denkt, findet die weiteren Wege in unserem Überblick zum Lebensmittel retten.
Bleibt der einfachste Weg, der in keiner App steht: Fragt bei Nachbarn mit Obstbaum. In vielen Gärten liegt die Ernte im September ungenutzt, weil sie für einen Haushalt schlicht zu groß ist.
Welche Ausrüstung braucht ihr wirklich?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Für Apfelmus reichen ein großer Topf, ein Pürierstab und Gläser mit intakten Deckeln — Spezialgerät braucht ihr erst, wenn die Menge über ein paar Kilo hinausgeht. Zur Einordnung, wie oft die dazugehörigen Küchengeräte überhaupt im Angebot sind: In unserem eigenen Deal-Archiv stehen seit April 2019 genau 31 Deals zu Entsaftern, Slow Juicern und Dörrgeräten, von denen heute noch acht online sind (eigene Auswertung, Stand: 3. September 2026) — im Schnitt also etwa vier neue Angebote pro Jahr.
Sinnvoll, aber nicht zwingend, ist die Passiermühle. Sie ersetzt das Schälen und Entkernen und rechnet sich ab der zweiten Saison. Ein Einkochthermometer ist die zweite lohnende Anschaffung, weil 90 Grad im Wasserbad mit dem Auge nicht zu treffen sind — bei 100 Grad kocht das Wasser sichtbar, bei 90 eben nicht.
Bei den Gläsern gilt: Twist-off-Gläser aus dem Bestand funktionieren, die Deckel aber nicht ewig. Sobald die Dichtungsmasse im Deckel Risse oder Dellen hat, hält sie kein Vakuum mehr. Deckel sind das einzige Verbrauchsmaterial in dieser Rechnung — bei Weck-Gläsern sind es stattdessen die Gummiringe.
Einen Einkochautomaten braucht ihr erst, wenn ihr regelmäßig zweistellige Kilomengen verarbeitet. Er hält die Temperatur automatisch und nimmt euch die Zeitmessung ab, ersetzt aber keinen einzigen Handgriff davor.
Vor- & Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Mit Fallobst rund 0,43 € je Glas | Mit Kauf-Äpfeln rechnerisch unrentabel |
| Ohne Kühlung sechs bis zwölf Monate haltbar | Rund eine Stunde Arbeit je Ansatz |
| Zuckergehalt selbst bestimmbar | Fallobst muss binnen Tagen verarbeitet werden |
| Rettet Ernte, die sonst kompostiert wird | Undichte Gläser fallen erst nach 24 Stunden auf |
Häufige Fragen zu Apfelmus selber machen
Welche Apfelsorten zerfallen am besten beim Kochen?
Mürbe, säurereiche Kochsorten zerfallen von selbst. Der NABU nennt für Mus und Kuchen ausdrücklich Winterrambour, Prinzenapfel und Roten Boskoop. Feste, süße Lagersorten behalten dagegen auch nach längerem Kochen Stücke und müssen püriert werden. Wer nur eine Sorte im Garten hat, gleicht das über kleinere Stücke und etwas mehr Kochzeit aus.
Wie lange ist selbst eingekochtes Apfelmus ungekühlt haltbar?
Eingekochtes Obst hält sich laut Bundeszentrum für Ernährung sechs bis zwölf Monate ohne Kühlung, sofern das Glas dicht verschlossen ist und dunkel bei 15 bis 20 Grad lagert. Voraussetzung ist der bestandene Vakuumtest nach 24 Stunden. Nach dem Öffnen gehört das Glas in den Kühlschrank und sollte innerhalb weniger Wochen leer sein.
Wie kann ich die Oxidation (Braunfärbung) beim Pürieren verhindern?
Mit Säure und Tempo. Legt die geschnittenen Apfelstücke sofort in Wasser mit einem Schuss Zitronensaft und verarbeitet sie zügig weiter. Sobald das Mus einmal aufgekocht ist, sind die verantwortlichen Enzyme zerstört und die Braunfärbung stoppt. Ein leichtes Nachdunkeln im Glas über Monate ist normal und kein Verderbnisanzeichen.
Welche Apfelsorten eignen sich am besten zum Einlagern und welche müssen sofort verarbeitet werden?
Späte, festfleischige Wintersorten sind die Lagersorten; frühe, weiche Sommersorten wie der Klarapfel müssen praktisch sofort verarbeitet werden. Fallobst gehört immer in die zweite Gruppe, unabhängig von der Sorte, weil die Druckstellen der Einstieg für Fäulnis sind. Faustregel: Was ihr aufhebt, wird gelagert; was ihr aufsammelt, wird eingekocht.
Muss man Apfelmus einkochen?
Nur, wenn es länger als ein paar Tage halten soll. Frisch gekochtes Apfelmus ist im Kühlschrank etwa drei bis vier Tage haltbar. Für einen Vorrat über den Winter führt am Einkochen bei 90 Grad kein Weg vorbei — der Zucker leistet das nicht, und Abfüllen ins heiße Glas allein erzeugt kein zuverlässiges Vakuum.
Apfelmus haltbar machen ohne Einkochen — geht das?
Ja, über die Tiefkühltruhe. Apfelmus lässt sich portionsweise einfrieren und ist dort etwa ein Jahr haltbar, ohne dass sich Geschmack oder Konsistenz nennenswert ändern. Der Nachteil ist der Platz- und Strombedarf: Ein eingekochtes Glas kostet im Regal nichts, ein Gefrierfach läuft dauerhaft mit.
Braucht man Zitronensaft für Apfelmus?
Nicht zwingend, aber er hilft an zwei Stellen. Erstens bremst er die Braunfärbung beim Schneiden, zweitens hebt er bei süßen Sorten das Aroma und macht Zuckerzusatz überflüssig. Bei säuerlichen Kochsorten wie Boskoop könnt ihr ihn weglassen, weil die Frucht die Säure selbst mitbringt.
Wie viel Apfelmus ergeben drei Kilo Äpfel?
Rund zwei Kilo fertiges Mus, also etwa vier Gläser à 500 Milliliter. Der Schwund entsteht durch Kerngehäuse, Schalenreste und verdampfendes Wasser und liegt je nach Sorte und Kochdauer zwischen 30 und 40 Prozent. Für einen Wintervorrat von zwölf Gläsern rechnet ihr also mit etwa neun Kilo Äpfeln.
Was tun, wenn ein Glas nach Wochen den Deckel wölbt?
Nicht öffnen, nicht probieren, entsorgen. Ein gewölbter Deckel bedeutet Gasbildung im Glas und damit mikrobielle Aktivität. Das gilt auch dann, wenn das Mus optisch unauffällig aussieht — Geruchs- und Geschmacksproben sind bei Konserven keine geeignete Prüfmethode.
Fazit: Wann sich Apfelmus selber machen wirklich lohnt
Apfelmus selber machen ist kein Sparprogramm für den Supermarkteinkauf, sondern eine Verwertungstechnik: Sobald die Äpfel Geld kosten, kippt die Rechnung; sobald sie vom eigenen oder nachbarschaftlichen Baum kommen, kostet ein Glas nur noch Deckel und Strom. Der fachliche Teil ist schnell erzählt — 90 Grad, 30 Minuten, nach 24 Stunden den Deckel testen.
Drei Faustregeln für die Saison:
- Sorte vor Rezept: Eine säuerliche Kochsorte erspart euch Zucker, Pektin und die halbe Diskussion um die Konsistenz.
- Fallobst zuerst: Was Druckstellen hat, wird eingekocht; was makellos ist, wird eingelagert.
- Der Deckeltest ist Pflicht: Kein Glas kommt ohne bestandenen Vakuumtest in den Vorratsschrank.
Wer für die Ausrüstung — Einkochtopf, Passiermühle, Thermometer — auf einen guten Preis wartet, findet die aktuellen Angebote laufend geprüft auf MonsterDealz.de.