Altersvorsorgedepot 2027: Förderung, Anlage und alle Optionen im Überblick

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot fĂŒr die private Altersvorsorge, das ab dem 1. Januar 2027 die Riester-Rente ablöst — ohne Beitragsgarantie, dafĂŒr mit ETFs, Fonds und bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr. Bundestag und Bundesrat haben die Reform im FrĂŒhjahr 2026 beschlossen, ab Januar 2027 könnt ihr die neuen VertrĂ€ge abschließen. Dieser Ratgeber erklĂ€rt euch die Förderung, die Produktvarianten und worauf ihr beim Start achten solltet — Stand: Juni 2026.

📌 Das Wichtigste in KĂŒrze

  • ✅ Start am 1. Januar 2027 — Riester wird durch das Altersvorsorgedepot ersetzt
  • ✅ Grundzulage bis 540 € pro Jahr, plus 300 € Kinderzulage je Kind
  • ✅ Anlage in ETFs und Fonds, in der Ansparphase komplett steuerfrei
  • ✅ Drei Varianten: freies Depot, Standarddepot und Garantieprodukt

Was ist das Altersvorsorgedepot — und warum ersetzt es Riester?

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot, mit dem ihr langfristig fĂŒrs Alter spart und dabei am Kapitalmarkt anlegt. Anders als die alte Riester-Rente verzichtet es auf eine verpflichtende Beitragsgarantie. Das eröffnet höhere Renditechancen, weil euer Geld stĂ€rker in renditestarke Anlagen wie ETFs fließen darf.

Der Hintergrund: Die Riester-Rente galt als zu teuer, zu kompliziert und zu renditeschwach. Die Zahl der VertrĂ€ge stagnierte jahrelang bei rund 15 Millionen. Mit dem Altersvorsorgereformgesetz hat der Gesetzgeber sie deshalb durch flexiblere, gĂŒnstigere und renditeorientiertere Produkte ersetzt.

Der Zeitplan steht fest: Der Bundestag hat die Reform am 27. MĂ€rz 2026 beschlossen, der Bundesrat am 8. Mai 2026 zugestimmt, und Ende Mai 2026 ist sie in Kraft getreten. Anbieten dĂŒrfen Banken, Versicherer, Fondsgesellschaften und Broker die neuen VertrĂ€ge ab dem 1. Januar 2027. FĂŒr diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die offiziellen FAQ des Bundesfinanzministeriums und den Gesetzesbeschluss ausgewertet.

Wie hoch ist die staatliche Förderung beim Altersvorsorgedepot?

Staatliche Förderung Altersvorsorgedepot 2027 mit Zulagen und Sparrate

Die Grundzulage betrĂ€gt bis zu 540 Euro pro Jahr und wird kĂŒnftig beitragsproportional berechnet — also abhĂ€ngig davon, wie viel ihr selbst einzahlt. FĂŒr jeden eingezahlten Euro bis 360 Euro gibt der Staat 50 Cent dazu, fĂŒr jeden weiteren Euro von 361 bis 1.800 Euro noch 25 Cent. Wer also volle 1.800 Euro im Jahr spart, kassiert die maximalen 540 Euro Zulage.

So wird die Berechnung deutlich einfacher als beim alten Riester-Modell mit seinem komplizierten Mindesteigenbeitrag. Damit Zulagen fließen, mĂŒsst ihr mindestens 120 Euro pro Jahr einzahlen — also schon 10 Euro im Monat reichen fĂŒr den Einstieg.

Familien profitieren zusĂ€tzlich: Pro Kind gibt es 1 Euro Kinderzulage fĂŒr jeden selbst gesparten Euro, maximal 300 Euro je Kind bei 300 Euro Eigenbeitrag. Das entspricht rund 25 Euro Sparrate im Monat. Und wer vor dem 25. Geburtstag einen Vertrag abschließt, bekommt einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus obendrauf. Insgesamt dĂŒrft ihr bis zu 6.840 Euro pro Jahr einzahlen, gefördert werden davon 1.800 Euro.

Welche Varianten des Altersvorsorgedepots gibt es?

Drei Varianten Altersvorsorgedepot Standarddepot und Garantieprodukt im Vergleich

Ab 2027 stehen euch drei Produktkategorien zur Auswahl: das freie Altersvorsorgedepot, das Standarddepot und das Garantieprodukt. Welche Variante passt, hÀngt davon ab, wie viel Risiko und wie viel Eigenregie ihr wollt.

  • Freies Altersvorsorgedepot: Ihr (oder euer Anbieter) wĂ€hlt die Anlagen selbst aus. Maximale Renditechance, keine Garantie — geeignet fĂŒr alle mit etwas Kapitalmarkt-Erfahrung und langem Anlagehorizont.
  • Standarddepot: Ein besonders einfaches Depot mit Voreinstellungen, das jeder Anbieter fĂŒhren muss. Es bespart zwei Fonds (einen vorsichtigen, einen chancenreichen) und schichtet vor Rentenbeginn automatisch in die sichere Variante um. Wichtig: Die Effektivkosten sind gesetzlich auf maximal 1,0 Prozent pro Jahr gedeckelt.
  • Garantieprodukt: FĂŒr Sicherheitsorientierte. Ihr wĂ€hlt eine Beitragsgarantie von 80 oder 100 Prozent. Die 80-Prozent-Stufe lĂ€sst etwas mehr Rendite zu, die 100-Prozent-Stufe schĂŒtzt eure Einzahlungen vollstĂ€ndig.

ZusĂ€tzlich darf kĂŒnftig auch ein öffentlicher TrĂ€ger ein Standarddepot anbieten. DafĂŒr fehlt allerdings noch eine Verordnung der Bundesregierung — bis zum Start 2027 ist dieses staatliche Angebot also noch nicht gesichert.

Was darf ins Altersvorsorgedepot — und was nicht?

Altersvorsorgedepot Anlage in ETFs und Fonds Positivliste 2027

Erlaubt sind breit gestreute ETFs, Fonds und weitere Wertpapiere, die eine gesetzliche Positivliste abschließend festlegt. Erstmals wird damit der Vermögensaufbau mit ETFs staatlich gefördert — der zentrale Unterschied zur alten Riester-Welt, in der ETF-SparplĂ€ne praktisch ausgeschlossen waren.

Spekulative Anlagen bleiben außen vor: KryptowĂ€hrungen und hochriskante Hebelprodukte gehören nicht auf die Positivliste. Der Gedanke dahinter ist, dass Altersvorsorge planbar und langfristig sein soll — nicht zockerisch.

Der grĂ¶ĂŸte Renditehebel ist und bleibt der Zinseszinseffekt. Je frĂŒher ihr startet, desto stĂ€rker arbeitet er fĂŒr euch: Schon kleine bis mittlere Sparraten können ĂŒber 30 bis 40 Jahre ein ordentliches Polster ergeben. In der gesamten Ansparphase fallen dabei keine Abgeltungsteuer und keine Vorabpauschale an — ErtrĂ€ge und Umschichtungen bleiben steuerfrei. Versteuert wird erst die Auszahlung im Alter.

Wer ist förderberechtigt — und was wird aus meinem Riester-Vertrag?

Förderberechtigt sind weiterhin alle rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer, Beamte und gleichgestellte Gruppen — neu hinzu kommen jetzt aber auch SelbststĂ€ndige. Gewerbetreibende und Freiberufler, die eine SteuererklĂ€rung abgeben, sowie Pflichtmitglieder berufsstĂ€ndischer Versorgungswerke können das Altersvorsorgedepot ab 2027 erstmals nutzen. Das ist einer der grĂ¶ĂŸten Fortschritte der Reform.

Bei Verheirateten genĂŒgt es wie bisher, wenn eine Person unmittelbar förderberechtigt ist; der Ehe- oder Lebenspartner kann dann mittelbar Zulagen erhalten, sofern er selbst mindestens 120 Euro im Jahr einzahlt.

FĂŒr bestehende Riester-VertrĂ€ge gilt ein Bestandsschutz. Ihr mĂŒsst nichts ĂŒberstĂŒrzen:

  • WeiterfĂŒhren: Euer alter Vertrag lĂ€uft mit der bisherigen Förderung weiter.
  • Nur Förderung wechseln: Ihr behaltet den Vertrag, wechselt aber per ErklĂ€rung in die neue, oft gĂŒnstigere Fördersystematik.
  • Komplett wechseln: Ihr geht in einen neuen Vertrag ĂŒber — ohne die bisherige Förderung zurĂŒckzahlen zu mĂŒssen. Achtung: Wechsel-, Abschluss- und Vertriebskosten können anfallen.

Wer bereits riestert, sollte also nicht vorschnell kĂŒndigen, sondern in Ruhe rechnen, sobald die konkreten Anbieterangebote vorliegen.

Wie lÀuft die Auszahlung im Alter?

Die Auszahlungsphase beginnt in der Regel ab dem 65. Geburtstag, spĂ€testens muss sie vor dem 70. starten. Bezieht ihr bereits vorher eine gesetzliche Rente, könnt ihr frĂŒher in die Auszahlung gehen. Das angesparte Kapital steht euch also bewusst erst im Ruhestand zur VerfĂŒgung — dafĂŒr gibt es vorher die Förderung.

Besteuert werden die Auszahlungen nachgelagert mit eurem persönlichen Steuersatz. Der ist im Ruhestand bei den meisten niedriger als im Berufsleben, weil das Gesamteinkommen sinkt. FĂŒr bestimmte Zwecke wie den Kauf einer selbstgenutzten Immobilie könnt ihr Kapital auch vorher förderunschĂ€dlich entnehmen.

Ein praktischer Hinweis zum Start: Wenn am 1. Januar 2027 hunderttausende Sparer gleichzeitig ein Depot eröffnen wollen, sind volle Systeme und lĂ€ngere Wartezeiten bei der IdentitĂ€tsprĂŒfung wahrscheinlich. Wer nicht auf einen bestimmten Anbieter angewiesen ist, kann den ersten Ansturm entspannt aussitzen — der Zinseszinseffekt von ein paar Wochen ist vernachlĂ€ssigbar.

Vor- & Nachteile im Überblick

✅ Vorteile ❌ Nachteile
 Bis zu 540 € Grundzulage pro Jahr  Keine Beitragsgarantie beim freien Depot
 Endlich ETF- und Fonds-Sparen gefördert  Kapital erst ab 65 verfĂŒgbar
 Ansparphase komplett steuerfrei  Krypto und Hebelprodukte ausgeschlossen
 Jetzt auch fĂŒr SelbststĂ€ndige offen  Auszahlung wird nachgelagert besteuert

HĂ€ufige Fragen zum Altersvorsorgedepot

Wann startet das Altersvorsorgedepot genau?

Anbieter dĂŒrfen die neuen Altersvorsorgedepots ab dem 1. Januar 2027 verkaufen. Die gesetzliche Grundlage, das Altersvorsorgereformgesetz, ist bereits Ende Mai 2026 in Kraft getreten. Bis zum Start konkretisieren Banken, Versicherer und Broker noch ihre genauen Produkte und Konditionen.

Wie viel Geld muss ich mindestens einzahlen?

FĂŒr die staatliche Grundzulage genĂŒgen 120 Euro pro Jahr, also 10 Euro im Monat. Die volle Kinderzulage von 300 Euro je Kind erreicht ihr ab einem Eigenbeitrag von 300 Euro im Jahr, das sind rund 25 Euro monatlich. Maximal gefördert werden 1.800 Euro Eigenbeitrag pro Jahr.

Ist das Altersvorsorgedepot dasselbe wie die FrĂŒhstart-Rente?

Nein. Die FrĂŒhstart-Rente ist ein separates, geplantes Modell fĂŒr Kinder: Der Staat soll ab dem sechsten Lebensjahr monatlich 10 Euro bis zum 18. Geburtstag einzahlen. Sie ist anders als das Altersvorsorgedepot noch nicht beschlossen, sondern erst als Eckpunktepapier vorhanden. Beide sollen spĂ€ter nahtlos ineinander ĂŒbergehen.

Was passiert mit meinem alten Riester-Vertrag?

Euer Riester-Vertrag genießt Bestandsschutz und lĂ€uft mit der bisherigen Förderung weiter. Ihr könnt ihn behalten, nur in die neue Fördersystematik wechseln oder komplett in ein neues Produkt ĂŒberfĂŒhren — ohne die bisherige Förderung zurĂŒckzahlen zu mĂŒssen. Beim Komplettwechsel können aber Kosten anfallen.

Kann ich KryptowÀhrungen oder Einzelaktien ins Depot legen?

KryptowĂ€hrungen und spekulative Hebelprodukte sind ausgeschlossen. Erlaubt sind die Anlagen, die eine gesetzliche Positivliste festlegt — im Kern breit gestreute ETFs und Fonds. Damit zielt das Altersvorsorgedepot auf planbaren, langfristigen Vermögensaufbau statt auf kurzfristige Spekulation.

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot auch bei kleinem Einkommen?

Gerade dann. Jeder Eigenbeitrag bis 360 Euro wird mit 50 Cent pro Euro gefördert, dazu kommt die Kinderzulage von 1 Euro je Euro. Auch ohne SteuererklĂ€rung fließen die Zulagen direkt ins Depot. Wer frĂŒh anfĂ€ngt, profitiert zusĂ€tzlich am stĂ€rksten vom Zinseszinseffekt.

Fazit: Lohnt sich das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist die wohl wichtigste Modernisierung der privaten Altersvorsorge seit der Riester-EinfĂŒhrung 2001. Endlich werden ETFs gefördert, die Zulagen sind einfach nachvollziehbar, und auch SelbststĂ€ndige sind dabei. Drei Faustregeln fĂŒr den Start:

  • 1ïžâƒŁ FrĂŒh anfangen statt auf den 1. Januar warten: der Zinseszinseffekt ist euer grĂ¶ĂŸter Hebel
  • 2ïžâƒŁ Beim freien Depot auf niedrige Kosten achten: beim Standarddepot sind sie auf 1,0 % gedeckelt
  • 3ïžâƒŁ Riester nicht vorschnell kĂŒndigen: erst rechnen, dann wechseln

Und wĂ€hrend euer Altersvorsorgedepot langfristig arbeitet, lohnt es sich, auch das kurzfristige Geld clever zu parken: FĂŒr die schnell verfĂŒgbare RĂŒcklage findet ihr in unserer Übersicht aktueller Tagesgeld- und Finanzdeals regelmĂ€ĂŸig Konten mit Zinsen und PrĂ€mien — etwa das 1822GiroDirekt mit bis zu 145 € PrĂ€mie und Tagesgeld-Zinsen. Wer im Alltag und auf Reisen flexibel zahlen will, ist mit einer gebĂŒhrenfreien Karte wie der Amazon Visa Kreditkarte mit bis zu 50 € Startguthaben gut bedient. Noch mehr Spar-Hebel fĂŒr den Alltag zeigt euch unser Ratgeber Laufende Kosten senken. Tagesaktuelle Deals aus allen Bereichen gibt es jederzeit auf der MonsterDealz Startseite.

Dieser Ratgeber stammt von der MonsterDealz-Redaktion — SchnĂ€ppchen-Experten seit 2009, bekannt aus den Medien. Stand: Juni 2026.

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