Sauerkraut selber machen 2026: Fermentieren ohne FehlgÀrung
Sauerkraut selber machen braucht nur zwei Zutaten: WeiĂkohl und Salz â zwei bis drei Prozent des GemĂŒsegewichts, laut Verbraucherzentrale Berlin, und danach vollstĂ€ndigen Luftabschluss unter der eigenen Lake. Wer WeiĂkohl fein hobelt, salzt, stampft und unter der FlĂŒssigkeit hĂ€lt, bekommt nach vier Tagen GĂ€rung plus ein bis zwei Wochen Reifung ein haltbares Lebensmittel â fĂŒr rund 1,03 Euro je Kilogramm statt 1,84 Euro fĂŒr die Dose aus dem Supermarkt. Dieser Ratgeber erklĂ€rt die MilchsĂ€uregĂ€rung, die Salzrechnung, die zwei GĂ€rphasen und vor allem den Teil, den die meisten Rezeptseiten auslassen: woran ihr eine FehlgĂ€rung erkennt und wann das Glas wirklich in den MĂŒll muss. Stand: September 2026.
Das Wichtigste in KĂŒrze
- Zwei bis drei Prozent Salz vom Kohlgewicht â bei einem Kilo also 20 bis 30 Gramm, mehr bremst die GĂ€rung aus.
- Der Kohl muss komplett unter der Lake stehen; alles darĂŒber ist die Eintrittskarte fĂŒr Schimmel.
- Zwei Phasen: mindestens vier Tage bei Raumtemperatur, danach ein bis zwei Wochen kĂŒhl reifen.
- WeiĂer Schleier auf der Lake ist meist harmlose Kahmhefe â pelziger, farbiger Belag heiĂt: alles wegwerfen.
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Was ist Sauerkraut â und wie funktioniert die MilchsĂ€uregĂ€rung?
Sauerkraut ist fein geschnittener WeiĂkohl, der durch MilchsĂ€uregĂ€rung konserviert wurde: Bakterien wandeln den Zucker im Kohl in MilchsĂ€ure um, bis der SĂ€uregehalt laut Wikipedia auf rund zwei Prozent steigt und andere Keime keine Chance mehr haben (Stand: September 2026). Das Bundeszentrum fĂŒr ErnĂ€hrung beschreibt den Ablauf so: âZunĂ€chst verbrauchen verschiedene Mikroorganismen den Sauerstoff, sodass sich MilchsĂ€urebakterien verstĂ€rkt vermehren und Kohlenhydrate zu MilchsĂ€ure vergĂ€ren können. Im sauren Milieu wachsen andere Keime schlechter, sodass die Lebensmittel lĂ€nger haltbar sind.“
Ihr mĂŒsst nichts impfen und nichts zukaufen â die nötigen Bakterien sitzen bereits auf den KohlblĂ€ttern. Nach Wikipedia ĂŒbernimmt zuerst der heterofermentative Stamm Leuconostoc mesenteroides, spĂ€ter fĂŒhren homofermentative Arten wie Lactobacillus brevis die GĂ€rung zu Ende.
Salz ist dabei kein Konservierungsmittel, sondern ein TĂŒrsteher: Es zieht Wasser aus den Zellen, sodass der Kohl seine eigene Lake bildet, und bremst FĂ€ulniskeime stĂ€rker als MilchsĂ€urebakterien.
FĂŒr diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die aktuellen Vorgaben der Verbraucherzentrale Berlin, des Bundeszentrums fĂŒr ErnĂ€hrung und des NiedersĂ€chsischen Landesamts fĂŒr Verbraucherschutz ausgewertet und die Preise gegengerechnet. MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die tĂ€glich geprĂŒfte SchnĂ€ppchen kuratiert und aktive Mitglieder ĂŒber das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt.
Wie viel Salz braucht Sauerkraut? Das Salz-Kohl-VerhÀltnis

Symbolbild â KI-generiert / MonsterDealz
Die Verbraucherzentrale Berlin nennt als Richtwert âzwei bis drei Prozent Salz des GemĂŒsegewichts“ (Stand: September 2026) â bei einem Kilogramm geputztem WeiĂkohl also 20 bis 30 Gramm. Wikipedia gibt fĂŒr Sauerkraut ebenfalls âca. 2 %“ an und weist darauf hin, dass die Industrie mit nur 1 bis 1,5 Prozent arbeitet, wĂ€hrend bei 3,5 Prozent bereits rund 90 Prozent bestimmter MilchsĂ€urebakterienstĂ€mme gehemmt werden.
Daraus folgt die praktische Regel: Wiegt den geputzten Kohl, nicht den ganzen Kopf. Strunk und Ă€uĂere BlĂ€tter kommen weg, erst danach wird gerechnet. Zwei Prozent sind der sichere Standardwert fĂŒr den Hausgebrauch â 1,5 Prozent gĂ€rt schneller, wird aber weicher, drei Prozent bleibt knackiger und braucht lĂ€nger.
Welches Salz? Jedes ohne ZusÀtze. Meersalz oder Steinsalz sind der Klassiker, normales Speisesalz funktioniert ebenfalls.
- 1 kg geputzter Kohl: 20 g Salz (2 Prozent) â der Standard
- 2 kg geputzter Kohl: 40 g Salz
- 5 kg geputzter Kohl: 100 g Salz â typische Menge fĂŒr einen Ansatz im BĂŒgelglas
- Zu wenig Salz: weiche, matschige Konsistenz, höheres FehlgÀrungsrisiko
- Zu viel Salz: GÀrung startet zÀh oder gar nicht, Kraut schmeckt nur salzig
Was kostet Sauerkraut selber machen je Kilo â und lohnt es sich gegen das Glas?
Selbstgemachtes Sauerkraut kostet nach unserer Rechnung rund 1,03 Euro je Kilogramm, die Fertigware im Handel 1,84 Euro je Kilogramm â die Ersparnis liegt also bei etwa 44 Prozent oder 81 Cent je Kilo. Grundlage sind die auf supermarktcheck.de gemeldeten Ladenpreise fĂŒr frischen WeiĂkohl von 0,88 bis 1,09 Euro je Kilogramm und der dort fĂŒr eine 810-Gramm-Dose Markensauerkraut bei REWE genannte Grundpreis von 1,84 Euro je Kilogramm (abgerufen: September 2026).
| Posten | Menge | Kosten |
|---|---|---|
| WeiĂkohl im Laden | 5 kg | 4,45 ⏠|
| Speisesalz (2 Prozent) | 88 g | 0,10 ⏠|
| Fertiges Sauerkraut | 4,4 kg | 1,03 ⏠je kg |
Eigene Rechnung, Stand September 2026. Kohlpreis 0,89 ⏠je kg (gemeldeter REWE-Preis), Putzverlust fĂŒr Strunk und Ă€uĂere BlĂ€tter mit 12 Prozent angesetzt, Salz mit rund 1 ⏠je kg. Markensauerkraut in der Dose liegt beim Grundpreis von 1,84 ⏠je kg.
Ehrlich bleibt aber auch: Das ist kein Vermögen. Bei einem 4,4-Kilo-Ansatz spart ihr rund 3,60 Euro. Und in Aktionswochen fĂ€llt der Vorsprung ganz weg â auf supermarktcheck.de sind fĂŒr dieselbe Marke abgelaufene Aktionspreise zwischen 0,49 und 0,99 Euro je Packung dokumentiert, damit unterbietet das Glas die Eigenproduktion rechnerisch sogar.
Der ökonomische Hebel liegt woanders. Erstens beim Rohstoffpreis: WeiĂkohl ist eines der billigsten GemĂŒse ĂŒberhaupt, laut dem Marktkommentar von lw-heute.de lagen die Erzeugerpreise Anfang Oktober bei 7 bis 13,50 Euro je 100 Kilogramm (Kalenderwoche 41/2025). Zweitens beim Ertrag pro Zeiteinsatz: Ein Ansatz dauert etwa 30 Minuten Arbeit und deckt danach wochenlang. Und drittens bekommt ihr rohes, nicht pasteurisiertes Kraut â das gibt es im Regal fast nirgends und schon gar nicht zu diesem Preis. Wer solche Posten systematisch mitschreiben will, findet in unserer Haushaltsbuch fĂŒhren die passende Struktur dafĂŒr.
Ein eigener Datenpunkt dazu: In unserem Magazin-Bestand von 992 Ratgebern mit zusammen 10.054 H2-Ăberschriften behandeln 1.522 Ăberschriften (15,1 Prozent) ausdrĂŒcklich die Kosten- oder Preisfrage, verteilt auf 667 BeitrĂ€ge (eigene AuszĂ€hlung, Stand: 2. September 2026). Die Rechnung gehört bei uns also nicht als Zugabe an den Schluss, sondern nach vorn.
Welches GefÀà braucht ihr wirklich â GĂ€rtopf oder BĂŒgelglas?

Symbolbild â KI-generiert / MonsterDealz
Ein GĂ€rtopf ist nicht nötig â ein sauberes BĂŒgelglas reicht vollkommen, solange der Kohl unter der Lake bleibt. Die Verbraucherzentrale Berlin formuliert die einzige harte Anforderung an das GefÀà so: âDas GemĂŒse muss komplett von der Lake bedeckt sein“ (Stand: September 2026). Alles andere ist Komfort, nicht Bedingung.
Der Unterschied liegt im Gasabzug. Ein Steinzeug-GĂ€rtopf hat eine Wasserrinne, in der der Deckel steht: Kohlendioxid entweicht, Luft kommt nicht hinein. Beim BĂŒgelglas ĂŒbernimmt das die Gummidichtung, die sich bei Ăberdruck kurz anhebt â deshalb den BĂŒgel schlieĂen, aber das Glas auf einen Teller stellen, weil Lake ĂŒberlaufen kann.
Was ihr wirklich braucht:
- GefĂ€Ă: BĂŒgelglas mit Gummidichtung, 1,5 bis 2 Liter, oder ein Steinzeug-GĂ€rtopf
- Beschwerung: Glasgewicht, ein kleineres mit Wasser gefĂŒlltes Glas oder ein sauberer Stein â Aufgabe ist nur, den Kohl unter der Lake zu halten
- Deckblatt: ein ganzes Kohlblatt ĂŒber das gehobelte Kraut legen, dann fischt ihr einzelne FĂ€den nicht mĂŒhsam ab
- Werkzeug: Krauthobel oder scharfes Messer, dazu ein Holzstampfer oder ein stabiles Nudelholz
- Kosten: Ein 2-Liter-BĂŒgelglas kostet im Fachhandel rund 13 Euro (Kilner Clip Top, Preisstand September 2026) und ist nach dem zweiten Ansatz bezahlt
Von Plastikdosen und MetallgefĂ€Ăen solltet ihr die Finger lassen: Die SĂ€ure greift unbeschichtetes Metall an. Glas und Steinzeug sind neutral.
Sauerkraut selber machen: die Anleitung Schritt fĂŒr Schritt

Symbolbild â KI-generiert / MonsterDealz
Der ganze Ablauf besteht aus sechs Handgriffen und dauert fĂŒr 5 Kilogramm Kohl etwa 30 Minuten; das Salz liegt dabei nach Vorgabe der Verbraucherzentrale Berlin bei zwei bis drei Prozent des GemĂŒsegewichts (Stand: September 2026). Alles danach ist Warten.
- 1. Putzen: ĂuĂere BlĂ€tter abnehmen, zwei davon zur Seite legen. Strunk keilförmig herausschneiden.
- 2. Hobeln: Kohl in möglichst feine, gleichmĂ€Ăige Streifen schneiden. Je feiner, desto schneller tritt der Saft aus.
- 3. Wiegen und salzen: Den gehobelten Kohl wiegen, zwei Prozent Salz abwiegen und untermischen.
- 4. Kneten: Zehn Minuten krĂ€ftig mit den HĂ€nden kneten, bis sich am SchĂŒsselboden deutlich FlĂŒssigkeit sammelt.
- 5. Schichten und stampfen: Portionsweise ins Glas geben und jede Lage stampfen, bis die Lake ĂŒber dem Kraut steht. Oben vier Finger breit Platz lassen.
- 6. Abdecken und beschweren: Deckblatt auflegen, Gewicht darauf, Glas schlieĂen und auf einen Teller stellen.
Warum muss man den Kohl im Glas stampfen?
Stampfen erfĂŒllt zwei Aufgaben gleichzeitig. Es presst Luft aus den ZwischenrĂ€umen, und es treibt den Zellsaft heraus, aus dem die Lake ĂŒberhaupt erst entsteht. Solange nach dem Stampfen keine FlĂŒssigkeit ĂŒber dem Kraut steht, ist der Ansatz nicht fertig â dann lieber noch einmal fĂŒnf Minuten kneten.
Muss man Sauerkraut mit Wasser auffĂŒllen?
Im Normalfall nicht. WeiĂkohl bringt genug eigenen Saft mit, wenn ihr fein genug hobelt und lange genug knetet. Reicht die Lake nach ein paar Stunden trotzdem nicht bis ĂŒber das Kraut, fĂŒllt ihr mit einer Salzlake aus zwei Prozent Salz und abgekochtem, abgekĂŒhltem Wasser auf â nie mit klarem Wasser, das verdĂŒnnt die Konzentration genau dort, wo sie schĂŒtzen soll.
Wie lange muss Sauerkraut gĂ€ren â und bei welcher Temperatur?
Sauerkraut gĂ€rt in zwei Phasen: mindestens vier Tage bei Raumtemperatur, danach ein bis zwei Wochen kĂŒhl. Die Verbraucherzentrale Berlin schreibt dazu: âDas GemĂŒse sollte mindestens vier Tage bei Raumtemperatur ohne Sonneneinstrahlung fermentieren. Stellen Sie es danach zur Reifung fĂŒr ein bis zwei Wochen an einen kĂŒhlen Ort“ (Stand: September 2026).
Wikipedia rechnet fĂŒr ein vollstĂ€ndig durchgesĂ€uertes Kraut je nach Temperatur mit zwei bis sechs Wochen: rund drei bis vier Wochen bei Raumtemperatur, fĂŒnf bis sechs Wochen bei Kellertemperatur. Die Spanne ist kein Widerspruch, sondern die Frage, wie sauer ihr es haben wollt.
Die Temperatur steuert dabei mehr als das Tempo: Warm gĂ€rt es schnell, wird aber weicher und flacher im Geschmack. Der Kompromiss fĂŒr die erste Phase liegt bei 18 bis 20 Grad, direkte Sonne ist tabu.
Wann ist Sauerkraut im GĂ€rtopf wirklich fertig?
Fertig ist nicht ein Datum, sondern ein Geschmack. Probiert ab Tag vier alle zwei bis drei Tage mit einem sauberen Löffel: Sobald es angenehm sauer schmeckt und die BlĂ€schenbildung deutlich nachlĂ€sst, ist die HauptgĂ€rung durch. Dann kommt das Glas kĂŒhl â im KĂŒhlschrank lĂ€uft die GĂ€rung stark verlangsamt weiter, das Kraut wird ĂŒber Wochen noch etwas saurer.
Kann man Sauerkraut im Sommer sicher fermentieren?
Ja, aber mit mehr Sorgfalt. Ăber 24 Grad arbeiten Hefen und unerwĂŒnschte Keime deutlich schneller mit, das Kraut wird schnell weich und die FehlgĂ€rungsquote steigt. WĂ€hlt im Sommer den kĂŒhlsten Raum der Wohnung, erhöht das Salz auf 2,5 Prozent und kontrolliert tĂ€glich den Lakenstand. Klassisch ist die Sauerkrautsaison von Oktober bis Februar â nicht aus Tradition, sondern weil Keller und Kohl dann beide kalt sind.
Wie erkenne ich, ob Sauerkraut verdorben ist?

Symbolbild â KI-generiert / MonsterDealz
Die Trennlinie ist eindeutig: WeiĂer Schleier auf der Lake ist meist harmlose Kahmhefe, pelziger oder farbiger Belag ist Schimmel â und dann gilt die Ansage der Verbraucherzentrale Berlin: âBei Schimmelbildung muss das GemĂŒse entsorgt werden“ (Stand: September 2026). Zur Kahmhefe schreibt dieselbe Quelle, man solle sie abschöpfen, âsie ist fĂŒr den Menschen zwar ungefĂ€hrlich, kann aber unangenehm schmecken“.
Das ist die Stelle, an der die meisten Rezeptseiten vage werden. Deshalb hier die Merkmale nebeneinander:
Kahmhefe oder Schimmel â der Unterschied
- Kahmhefe: dĂŒnn, weiĂ bis cremefarben, glatt oder leicht faltig, schwimmt flach auf der Lake, riecht hefig â abschöpfen, Kraut darunter bleibt essbar
- Schimmel: pelzig-flaumig, erhaben, oft grĂŒn, blau, schwarz oder rosa, wĂ€chst auch auf herausragenden KrautfĂ€den â Glas komplett entsorgen
- Geruch: sauer und frisch ist richtig; faulig, kĂ€sig, nach Hefe im ĂbermaĂ oder stechend ist ein Warnsignal
- Farbe: hellgelb bis blassbeige ist normal; braune RĂ€nder heiĂen Luftkontakt, rosa VerfĂ€rbung durch den ganzen Ansatz heiĂt zu viel Salz und Hefebefall
- Textur: bissfest ist richtig; schleimig-fĂ€dige Lake und matschiges Kraut heiĂen FehlgĂ€rung
Wann muss das ganze Glas weg?
Sobald sichtbarer Schimmel im Spiel ist, und zwar vollstĂ€ndig â nicht nur die befallene Schicht. Das NiedersĂ€chsische Landesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist an der Stelle unmissverstĂ€ndlich: LAVES schreibt, âWer auf der sicheren Seite sein möchte, entsorgt grundsĂ€tzlich alle Lebensmittel, auf denen Schimmel sichtbar ist â und zwar vollstĂ€ndig“, und ergĂ€nzt zu den Schimmelpilzgiften: âDie Gifte sind hitzestabil und können durch Kochen nicht zerstört werden!“ Abkochen rettet also nichts.
Wegwerfen tut weh, wenn man gerade fĂŒnf Kilo Kohl verarbeitet hat â das ist genau der Moment, in dem Menschen die Regel dehnen. Tut es nicht. Ein Ansatz kostet vier Euro, eine Lebensmittelvergiftung deutlich mehr. Wie ihr an anderer Stelle sinnvoll rettet, statt zu riskieren, zeigen wir im Ratgeber Lebensmittel retten.
Warum blubbert mein Sauerkraut nicht â und was tun bei anderen Problemen?
Ausbleibende BlĂ€schen sind in den ersten 24 bis 48 Stunden völlig normal â die MilchsĂ€urebakterien brauchen laut Bundeszentrum fĂŒr ErnĂ€hrung erst die Sauerstoffzehrung durch andere Mikroorganismen, bevor sie richtig loslegen (Stand: September 2026). Sichtbare AktivitĂ€t setzt meist am zweiten oder dritten Tag ein.
Bleibt es lĂ€nger still, liegt es fast immer an einer dieser Ursachen â und fĂŒr die typischen Fehlerbilder gibt es klare Gegenmittel:
- Keine BlĂ€schen nach 4 Tagen: zu kalt (unter 15 Grad) oder zu viel Salz â Glas wĂ€rmer stellen, sonst einfach lĂ€nger Geduld
- Kraut wird braun: Kontakt mit Luft an der OberflĂ€che â Lakenstand prĂŒfen, verfĂ€rbte FĂ€den abnehmen, Rest bleibt essbar
- Kraut wird weich und matschig: zu wenig Salz, zu warm oder zu grob geschnitten â beim nĂ€chsten Ansatz auf 2,5 Prozent Salz gehen
- Schmeckt nicht sauer genug: zu frĂŒh kĂŒhl gestellt â zurĂŒck auf Raumtemperatur und weitere Tage geben
- Schmeckt zu sauer: vor dem Kochen kurz abspĂŒlen oder mit geriebenem Apfel und etwas BrĂŒhe abmildern
- Lake lĂ€uft ĂŒber: normal in der HauptgĂ€rung â Glas auf einen Teller stellen, oben mehr Platz lassen
Ein hĂ€ufiger Fehler: nachtrĂ€glich klares Wasser nachgieĂen. Ist Lake ĂŒbergelaufen, fĂŒllt ihr mit Zwei-Prozent-Salzlake auf; ist nur das Gewicht verrutscht, drĂŒckt ihr den Kohl wieder runter.
Wie lagert ihr Sauerkraut richtig â und wie lange hĂ€lt es?
Fertiges Sauerkraut ist im KĂŒhlschrank mindestens sechs Monate haltbar â so die Angabe der Verbraucherzentrale Berlin fĂŒr milchsauer eingelegtes GemĂŒse (Stand: September 2026). Voraussetzung bleibt dieselbe wie bei der GĂ€rung: Das Kraut muss unter der Lake stehen, auch im KĂŒhlschrank.
KĂŒhl heiĂt idealerweise unter 8 Grad. Bei diesen Temperaturen lĂ€uft die GĂ€rung noch minimal weiter, das Kraut wird ĂŒber Monate langsam saurer und etwas weicher, verdirbt aber nicht. Ein kĂŒhler Keller funktioniert genauso, solange er wirklich kalt bleibt.
Drei Regeln fĂŒr die Entnahme, die den Unterschied machen:
- Immer sauberes Besteck: Jeder benutzte Löffel bringt Fremdkeime ein â das ist die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr Schimmel nach Wochen ohne Probleme
- Nach dem Entnehmen andrĂŒcken: Restliches Kraut wieder unter die Lake schieben
- GroĂe AnsĂ€tze aufteilen: Lieber mehrere kleinere GlĂ€ser als ein groĂes, das monatelang immer wieder geöffnet wird
Einfrieren geht ebenfalls und ist die Methode der Wahl, wenn die Lake fĂŒr den Rest nicht mehr reicht. Portionsweise mit etwas Lake in Gefrierdosen fĂŒllen, Kopfraum lassen. Die Bakterienkulturen ĂŒberleben das Einfrieren nur teilweise, die Konsistenz wird weicher â als Kochkraut ist das kein Problem.
Rohes oder pasteurisiertes Sauerkraut: Was passiert beim Erhitzen?
Erhitzen tötet die MilchsĂ€urebakterien ab und baut hitzeempfindliche NĂ€hrstoffe ab â die MilchsĂ€ure selbst und der konservierende Effekt bleiben. Rohes Sauerkraut liefert laut Wikipedia rund 20.000 Mikrogramm Vitamin C je 100 Gramm, also etwa 20 Milligramm (Stand: September 2026); Vitamin C ist genau der NĂ€hrstoff, den langes Kochen zuerst kostet.
Genau das ist der Unterschied zwischen eurem Glas und dem meisten Supermarktkraut: Fertigware in Dose und Glas ist in aller Regel pasteurisiert, damit sie ungekĂŒhlt monatelang steht. Sie ist deshalb nicht schlechter â nur eben kein probiotisches Lebensmittel mehr.
Praktisch heiĂt das: Wollt ihr die Kulturen, esst das Kraut roh oder rĂŒhrt es erst nach dem Kochen unter. Ein Mittelweg ist sanftes ErwĂ€rmen unter 60 Grad; ein Teil der Kulturen ĂŒbersteht das.
Wer sein eigenes Kraut kocht, braucht dafĂŒr ohnehin selten mehr als Zwiebel, Fett, etwas FlĂŒssigkeit und Zeit â eine selbst angesetzte GemĂŒsebrĂŒhe passt hier besser als Wasser und kostet ebenfalls fast nichts.
Welcher Kohl eignet sich â und welche GewĂŒrze gehören hinein?
Klassisch ist fester WeiĂkohl, weil er den höchsten Zuckergehalt und die stabilste Struktur mitbringt; laut Wikipedia lassen sich aber auch andere Kohlsorten und Konzentrationen bis zu 8 Prozent Salz fermentieren (Stand: September 2026). FĂŒr den ersten Ansatz gilt trotzdem: schwerer, fester WeiĂkohlkopf, möglichst frisch geerntet.
Die Sortenwahl entscheidet ĂŒber Textur und Tempo:
- WeiĂkohl: der Standard â fest, saftig, bissfest im Ergebnis, sicherste Wahl
- Spitzkohl: zarter und feiner, gÀrt schneller, wird aber leichter weich
- Rotkohl: funktioniert genauso, ergibt intensiv violettes Kraut mit etwas herberem Geschmack
- Chinakohl: möglich, aber wasserreich â das ist die Basis fĂŒr Kimchi, nicht fĂŒr klassisches Sauerkraut
- Ungeeignet: alter, ausgetrockneter Kohl mit welken BlĂ€ttern â er gibt zu wenig Saft fĂŒr die Lake
Bei den GewĂŒrzen sind Wacholderbeeren und KĂŒmmel die traditionellen Begleiter, dazu gern Lorbeer, Senfkörner oder Pfefferkörner. Ein geriebener Apfel bringt zusĂ€tzlichen Zucker und damit etwas mehr Futter fĂŒr die Bakterien. Alles zusammen mit dem Salz untermischen, nicht erst obenauf legen.
Finger weg von frischem Knoblauch in groĂen Mengen und von Zwiebeln: Beide bringen eigene Mikroflora mit und machen den Ansatz unberechenbarer. Wer sie will, gibt sie spĂ€ter beim Kochen dazu.
Vor- & Nachteile im Ăberblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Rund 1,03 ⏠statt 1,84 ⏠je Kilogramm | Ersparnis absolut klein: gut 3,60 ⏠je Ansatz |
| Roh und unpasteurisiert, mit lebenden Kulturen | Braucht KĂŒhlschrank- oder Kellerplatz fĂŒr Wochen |
| Nur zwei Zutaten, keine Zusatzstoffe | FehlgÀrung bedeutet: kompletter Ansatz weg |
| Etwa 30 Minuten Arbeit fĂŒr mehrere Kilogramm | Aktionspreise im Handel unterbieten die Rechnung |
HĂ€ufige Fragen zu Sauerkraut selber machen
Welcher Salzgehalt ist fĂŒr eine sichere Fermentation notwendig?
Zwei bis drei Prozent des GemĂŒsegewichts, so die Verbraucherzentrale Berlin. Bei einem Kilogramm geputztem WeiĂkohl sind das 20 bis 30 Gramm Salz. Unter 1,5 Prozent steigt das Risiko einer FehlgĂ€rung deutlich, ĂŒber 3,5 Prozent werden nach Wikipedia bereits rund 90 Prozent bestimmter MilchsĂ€urebakterienstĂ€mme gehemmt â dann startet die GĂ€rung nur noch zĂ€h oder gar nicht.
Warum ist eine Kahmhaut nicht sofort ein Grund zum Entsorgen?
Kahmhefe ist kein Schimmelpilz, sondern eine Hefe, die sich auf der LakenoberflĂ€che als dĂŒnner weiĂer Film bildet, wo Sauerstoff hinkommt. Die Verbraucherzentrale Berlin nennt sie fĂŒr den Menschen ungefĂ€hrlich, sie könne aber unangenehm schmecken. Abschöpfen, den Kohl wieder unter die Lake drĂŒcken, weitermachen. Erst pelziger oder farbiger Belag ist Schimmel â und dann muss alles weg.
Wie verhindert man effektiv Schimmelbildung durch Untertauchen?
Indem nichts ĂŒber der Lake liegt, wirklich nichts. Legt ein ganzes Kohlblatt als Deckel ĂŒber das gehobelte Kraut, darauf ein Glasgewicht oder ein mit Wasser gefĂŒlltes kleineres Glas. Kontrolliert in den ersten Tagen tĂ€glich den Lakenstand und schiebt einzelne aufschwimmende FĂ€den zurĂŒck. Schimmel braucht Sauerstoff â unter der Lake bekommt er keinen.
Wie erkenne ich sicher, ob das Sauerkraut schlecht geworden ist?
An drei Signalen: pelziger, erhabener Belag in GrĂŒn, Blau, Schwarz oder Rosa; fauliger, kĂ€siger oder stechender Geruch statt sauber sauer; schleimig-fĂ€dige Lake mit matschigem Kraut. Trifft eins davon zu, entsorgt ihr das gesamte Glas. Das LAVES rĂ€t ausdrĂŒcklich, schimmelige Lebensmittel vollstĂ€ndig wegzuwerfen, weil die Gifte hitzestabil sind.
Kann man Sauerkraut im normalen Glas machen?
Ja. Ein BĂŒgelglas mit Gummidichtung ist fĂŒr den Hausgebrauch völlig ausreichend, ein GĂ€rtopf ist Komfort, keine Bedingung. Wichtig sind nur drei Dinge: Das Glas muss sauber sein, der Kohl muss unter der Lake bleiben, und das Gas muss entweichen können â deshalb BĂŒgel schlieĂen, aber nicht zusĂ€tzlich abdichten, und das Glas auf einen Teller stellen.
Wie lange hĂ€lt sich selbstgemachtes Sauerkraut im KĂŒhlschrank?
Mindestens sechs Monate, so die Angabe der Verbraucherzentrale Berlin fĂŒr milchsauer eingelegtes GemĂŒse. Bedingung ist, dass das Kraut auch im KĂŒhlschrank unter der Lake steht und ihr nur mit sauberem Besteck entnehmt. Das Kraut wird ĂŒber die Monate langsam saurer und etwas weicher â das ist normal und kein Verderb.
Wie friere ich selbstgemachtes Sauerkraut ein?
Portionsweise mit etwas Lake in Gefrierdosen fĂŒllen und oben zwei Zentimeter Platz lassen, weil sich das Volumen beim Gefrieren ausdehnt. Auftauen am besten ĂŒber Nacht im KĂŒhlschrank. Rechnet damit, dass ein Teil der lebenden Kulturen das nicht ĂŒbersteht und die Konsistenz weicher wird â als Kochkraut spielt beides keine Rolle.
Wie bekomme ich Sauerkraut milder?
Kurz kalt abspĂŒlen nimmt einen guten Teil der SĂ€ure, kostet aber auch Aroma. Beim Kochen mildern ein geriebener Apfel, eine Kartoffel, etwas BrĂŒhe oder ein Löffel Sahne die SĂ€ure spĂŒrbar ab. Wer es grundsĂ€tzlich milder mag, stellt den Ansatz schon nach der HauptgĂ€rung kĂŒhl statt ihn wochenlang bei Raumtemperatur durchsĂ€uern zu lassen.
Kann man Rotkohl wie WeiĂkohl fermentieren?
Ja, das Verfahren ist identisch: fein hobeln, zwei Prozent Salz, kneten, stampfen, unter der Lake halten. Das Ergebnis ist intensiv violett, etwas herber und in der Regel einen Tick fester als WeiĂkraut. Wacholder und Lorbeer passen genauso, ein geriebener Apfel gleicht die Herbheit aus.
Fazit: FĂŒr wen lohnt sich Sauerkraut selber machen?
Wenn ihr es allein wegen des Preises macht, ist die Sache ĂŒberschaubar: rund 81 Cent Ersparnis je Kilogramm, gut 3,60 Euro je Ansatz â im Aktionszeitraum sogar weniger als null. Wenn ihr rohes, lebendiges Kraut ohne ZusĂ€tze wollt, ist es dagegen konkurrenzlos, weil es das im Regal praktisch nicht gibt.
Drei Faustregeln fassen alles zusammen:
- Zwei Prozent Salz vom geputzten Kohlgewicht â wiegen, nicht schĂ€tzen
- Alles unter der Lake â jeder Krautfaden an der Luft ist ein Risiko
- Vier Tage warm, dann kĂŒhl â und ab Tag vier mit sauberem Löffel probieren
Und die wichtigste Regel bleibt die unbequeme: Bei sichtbarem Schimmel wird der ganze Ansatz entsorgt, nicht die obere Schicht. Wer daran spart, spart am falschen Ende. Weitere Rechnungen dieser Art â was sich selbst machen lohnt und was nicht â sammeln wir laufend im MonsterDealz-Magazin.