💥 150€ Zollfreigrenze vorbei! EU schafft Regelung 2026 ab
War das 3€-Schnäppchen von Temu bisher euer liebster Freizeit-Sport – und jetzt fragt ihr euch, ob bald der Zoll euren Warenkorb „mitbestellt“? 😅
Inhaltsübersicht
🛒 Was ändert sich – und warum überhaupt?
Bisher gab es eine klare Grenze: Unter 150€ Warenwert fielen keine Zölle an, wenn ihr etwas aus einem Nicht-EU-Land bestellt habt. Genau diese Zollfreigrenze soll nun abgeschafft werden.
Die Idee dahinter: Die EU will den Masseneinkauf ultrabilliger Produkte aus Fernost & Co. stärker regulieren. Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress schicken jeden Tag Millionen Kleinstpakete nach Europa – oft mit sehr niedrig angesetzten Warenwerten.
Konkret bedeutet der Wegfall der Freigrenze:
- Jede Sendung aus Nicht-EU-Ländern kann künftig verzollt werden – unabhängig vom Warenwert.
- Es sind mehr Kontrollen geplant (z.B. Fälschungen, Sicherheitsstandards, Kennzeichnungen).
- Für Händler, Plattformen und Paketdienste gibt es mehr Bürokratie und mehr Datenpflichten.
- Ziel: fairerer Wettbewerb für EU-Händler und mehr Schutz für Verbraucher.
Die Politik reagiert damit auf drei große Probleme:
- Wettbewerbsverzerrung: EU-Händler zahlen Zölle & Steuern, viele Billigimporte umgehen sie bisher.
- Missbrauch der Freigrenze: Ein großer Teil der Pakete wird mit zu niedrigem Wert deklariert.
- Paketflut & Umwelt: Millionen Mini-Sendungen sorgen für Müll, CO₂ und ausgelastete Logistik.
Oder kurz gesagt: Die Zeit des völlig entspannten „Na wird schon durchrutschen“-China-Shoppings neigt sich dem Ende zu. 💸
⏰ Ab wann spürt ihr die Änderungen?
Die Reform kommt nicht über Nacht, sondern in Etappen.
- Übergangsphase ab 2026: Hier soll es bereits eine Zwischenlösung geben, damit mehr Pakete erfasst und abgabepflichtig werden können.
- Vollstart ab 2028: Dann soll eine neue, weitgehend digitale EU-Zollplattform kommen, über die die Einfuhren zentral abgewickelt und geprüft werden.
Außerdem ist eine pauschale Abgabe pro Sendung im Gespräch – etwa bis zu rund 2€ für kleine Pakete aus Drittstaaten. Das ist noch nicht final, zeigt aber, wohin die Reise geht: Jede Sendung soll einmal „durchs System“ laufen, statt einfach so durchgewunken zu werden.
Für euch bedeutet das:
- In der Übergangszeit können schon mehr Gebühren und Bearbeitungskosten anfallen.
- Spätestens mit der neuen Zollplattform wird jede Kleinsendung formell relevanter – egal ob 3€ oder 300€.
Je öfter und je mehr ihr im Nicht-EU-Ausland bestellt, desto eher werdet ihr die Änderungen merken.
📦 Warum gerade Temu, Shein & Co. im Fokus stehen
Natürlich trifft die Reform alle Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern – aber der Auslöser ist ganz klar der Boom der Billigplattformen.
Typische Situation: Viele von euch bestellen
- T-Shirts für 5€
- Handyhüllen für 2–3€
- LED-Gadgets, Kabel, Deko-Kram für ein paar Euro
Und das gern in mehreren kleinen Bestellungen. Genau diese Masse an Kleinstpaketen ist für den Zoll schwer zu kontrollieren – und gleichzeitig ein Spielfeld für Tricks:
- Künstlich niedrige Deklaration des Warenwerts, um unter die Freigrenze zu fallen.
- Aufsplitten großer Bestellungen auf viele kleine Päckchen.
- Produkte, bei denen EU-Sicherheitsstandards nicht immer eingehalten werden.
Mit der Abschaffung der 150€-Zollfreigrenze will die EU genau hier den Hebel ansetzen: Kein „Durchrutschen“ mehr, nur weil ein Paket offiziell „3,99€“ wert ist.
💶 Wie teuer kann das für euch werden?
Wichtig: Es heißt nicht, dass jedes Paket plötzlich unbezahlbar wird. Aber ihr müsst realistischer kalkulieren.
Potenzielle Kostenbausteine:
- Zollgebühren: je nach Produktkategorie (z.B. Textilien, Elektronik, Accessoires).
- Einfuhrumsatzsteuer: in der Regel 19%, bei einigen Waren 7%.
- Bearbeitungsgebühren des Paketdienstes/Zollabwicklers.
- Mögliche Pauschalabgabe pro Drittstaaten-Sendung (im Gespräch sind bis zu ca. 2€).
Beispielrechnung im Worst Case (vereinfacht):
- Artikel bei Temu: 4€
- Einfuhrumsatzsteuer (19%): ca. 0,76€
- Bearbeitungsgebühr + Pauschale: z.B. 6–10€
Da kann aus einem 4€-Artikel schnell ein Gesamtpreis von deutlich über 10€ werden. Und das ist genau das Problem bei supergünstigen Käufen: Fixkosten fallen pro Sendung an, egal wie klein der Warenwert ist.
Das betrifft nicht nur Temu und Shein, sondern
- AliExpress & ähnliche Plattformen
- US-Shops (z.B. Fanartikel, Comics, Merch)
- UK-Shops (seit dem Brexit ebenfalls Drittstaat)
Je kleiner der Warenwert, desto stärker schlägt eine Gebühr oder Steuer pro Paket auf den Preis durch.
🧮 So rechnet ihr eure echten Gesamtkosten
Damit das Schnäppchen nicht zur Zoll-Überraschung wird, lohnt sich ein kurzer „Kostencheck“ im Kopf oder auf Papier.
Stellt euch bei jeder Nicht-EU-Bestellung diese Fragen:
- Produktpreis: Was kostet der Artikel im Shop?
- Versand: Fallen Versandkosten an oder ist es „gratis“?
- Sind Steuern & Abgaben im Checkout bereits enthalten?
- Können Zoll + Bearbeitungsgebühren dazukommen?
Wichtige Hinweise, auf die ihr achten solltet:
- Formulierungen wie „Steuern und Abgaben inklusive“ sind ein gutes Zeichen.
- Fehlen solche Hinweise, ist das Risiko höher, dass der Paketdienst euch später zur Kasse bittet.
- Manche Händler nutzen Modelle, bei denen sie die Abgaben schon im Hintergrund abführen – dann heißt es oft sinngemäß: „Keine weiteren Kosten bei Lieferung“.
Pro-Tipp: Vergleicht den Endpreis mit einem ähnlichen Produkt aus der EU. Oft wirkt der EU-Artikel im Shop teurer – aber mit Zoll, Gebühren und eventuellen Rücksendekosten ist der Unterschied am Ende gar nicht mehr so groß.

⚖️ Wen trifft die Reform – und wer profitiert?
Betroffen ist im Prinzip jeder, der privat im Nicht-EU-Ausland bestellt. Besonders stark merken werden es:
- Vielbesteller bei Temu, Shein & Co.: Wer regelmäßig zehn Kleinigkeiten für je 2–5€ ordert, sammelt Gebühren schneller, als ihm lieb ist.
- Elektronik- und Gadget-Fans: Kabel, Adapter, Smart-Home-Teile, LED-Spielereien – also alles, was gern mal für ein paar Euro im Warenkorb landet.
- Dropshipper & kleine Händler: Wer auf Importe aus Drittstaaten setzt, muss Preise und Margen neu durchrechnen.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch Gewinner:
- EU-Händler & lokaler Handel: Der Wettbewerb mit Billigimporten wird etwas fairer.
- Verbraucherschutz & Produktsicherheit: Mehr Kontrollen bedeuten langfristig weniger unsichere Produkte.
Die Stimmung dazu ist gespalten: Einige feiern das Ende von „8€-Schuhen mit Gratisversand aus Fernost“, andere sehen darin nur eine weitere Belastung für Verbraucher.
🧠 So bleibt ihr trotz neuer Regeln Sparfüchse
Keine Sorge: Nur weil sich die Rahmenbedingungen ändern, müsst ihr nicht auf cleveres Sparen verzichten. Ihr braucht nur ein bisschen mehr Strategie. 😉
- Mehr EU-Angebote prüfen: Oft sind Produkte in EU-Shops qualitativ besser, schneller da und mit vernünftiger Gewährleistung ausgestattet.
- Impulskäufe reduzieren: Statt fünfmal Kleinkram zu bestellen, lieber überlegen: Brauche ich das wirklich oder ist es nur „ganz witzig“?
- Auf EU-Lager achten: Viele Händler bieten bereits Versand aus EU-Lagern an – dann bleibt alles beim alten Zollniveau.
- Rabatte & Cashback nutzen: Gutscheine, Aktionen, Bonusprogramme und Cashback-Angebote können Preisunterschiede zu Drittstaatenware ausgleichen.
- Rückgabe & Garantie mitrechnen: Ein Produkt, das ihr im Zweifel problemlos zurückgeben könnt, ist oft mehr wert als das reine „Preis pro Stück“.
Gerade bei Dingen, die ihr wirklich braucht und länger nutzen wollt (Smartphone, Haushaltsgeräte, Kleidung), kann ein solides EU-Angebot mit Garantie besser sein als das billigste Fernost-Produkt ohne jegliche Absicherung.
💬 Streitpunkt Zollfreigrenze: Was sagen Politik & Verbraucher?
Politisch wird die Abschaffung der Zollfreigrenze als Schritt in Richtung fairer Markt und weniger Missbrauch verkauft. Viele Bürgerinnen und Bürger sehen das ähnlich – andere kritisieren:
- Belastung für Privatkunden: Am Ende zahlen wieder die, die sich günstige Produkte leisten wollen oder müssen.
- Überlastete Zollbehörden: Schon jetzt ist die Frage, wie die vielen Pakete überhaupt kontrolliert werden sollen.
- Preissteigerungen allgemein: Höhere Kosten für Importe können Preise auch bei EU-Händlern nach oben treiben.
Fakt ist: Die Reform wird einiges durcheinanderwirbeln – beim Online-Shopping, bei den Plattformen und auch beim Konsumverhalten. Wie stark ihr es persönlich merkt, hängt davon ab, wie intensiv ihr außerhalb der EU bestellt.
❓FAQ – Häufig gestellte Fragen
- Was genau war die Zollfreigrenze von 150€?
Bislang waren Waren mit einem Wert unter 150€ bei der Einfuhr in die EU von Zöllen befreit. Steuern wie die Einfuhrumsatzsteuer konnten trotzdem anfallen, aber klassische Zölle nicht. - Wird künftig wirklich ab dem ersten Euro Zoll fällig?
Ja, die Regelung sieht vor, dass Zölle grundsätzlich schon ab einem Warenwert von 1€ möglich sind. Ob und wie viel ihr zahlt, hängt von Produkt, Wert und Abwicklung ab. - Ab wann gelten die neuen Regeln?
Es ist eine Übergangslösung ab 2026 geplant, die vollständige Umsetzung mit digitaler EU-Zollplattform soll 2028 folgen. Einzelheiten können sich noch ändern. - Betrifft das nur Temu, Shein & AliExpress?
Nein. Die Änderungen gelten für alle Sendungen aus Nicht-EU-Ländern – also auch für US-Shops, UK-Shops und andere internationale Händler. - Kann mein 5€-Artikel am Ende teurer sein als erwartet?
Ja. Wenn Zoll, Einfuhrsteuer und Bearbeitungsgebühr dazukommen, kann der Gesamtpreis deutlich über dem Shop-Preis liegen – vor allem bei sehr günstigen Artikeln. - Wie erkenne ich, ob der Händler die Abgaben für mich übernimmt?
Achtet im Checkout auf Hinweise wie „Steuern und Abgaben inklusive“ oder „keine zusätzlichen Gebühren bei Lieferung“. Fehlen solche Angaben, müsst ihr mit Extra-Kosten rechnen. - Bleibt bei Versand aus einem EU-Lager alles wie bisher?
Ja. Wenn der Händler nachweislich aus einem Lager innerhalb der EU versendet, gelten die üblichen EU-Regeln – ohne zusätzliche Zollabwicklung an der Grenze. - Macht Bestellen im Nicht-EU-Ausland jetzt keinen Sinn mehr?
Nicht unbedingt. Ihr solltet nur genauer prüfen, ob der Endpreis inklusive aller möglichen Abgaben noch attraktiv ist – und ob es vergleichbare Angebote innerhalb der EU gibt.
Jetzt seid ihr dran: Wird euch die Abschaffung der Zollfreigrenze davon abhalten, weiter bei Temu, Shein & Co. zu bestellen – oder sagt ihr: „Egal, Hauptsache günstig“? Schreibt eure Meinung in die Kommentare! 💬
Nimueh
Nimueh
Nimueh 24.11.2025, 07:56 #Immer auf die Kleinen, so eine Frechheit! Ich werde auch weiterhin bei Temu & Co. bestellen, hauptsächlich wegen der überhöhten Preise im deutschen Einzelhandel.
Anstatt die Leute zu bestrafen, die sich teures Zeug einfach nicht leisten können, sollten diese Bürohengste lieber mal daran arbeiten, die Preise im lokalen Einzelhandel zu senken. Wenn Kleidung, elektronische Geräte oder "Gadgets" hier günstiger wären müßte man nicht im Ausland bestellen, ganz einfach.
Bei Temu z. B. gibt es keine 3-4 Euro Kleinstsendungen – Temu hat einen 25 Euro Mindestbestellwert und von daher werden die zusätzlichen Kosten wohl nicht ganz so sehr ins Gewicht fallen. Ich werde auch weiterhin dort bestellen – evtl. etwas seltener aber dafür dann mehr pro Paket, damit es sich auch rechnet!
Nimueh
Nimueh
Nimueh 27.11.2025, 16:13 #Nanü? Wie kann dieser Beitrag denn heute (27.11.2025 um 13:35 Uhr) gepostet worden sein, wenn mein Kommentar darunter schon vor 3 Tagen (24.11.2025, 07:56) war?
Wer hat meine Zeitmaschine geklaut, gib sie sofort wieder her!!! 🤣
Florian
Florian
Florian 27.11.2025, 17:06 #@Nimueh:
wir haben den Beitrag für die IT etwas nach oben timen müssen 😀
Nimueh
Nimueh
Nimueh 27.11.2025, 17:16 #@Florian:
Siiiicherrrrr … du willst nur meine Zeitmaschine nicht hergeben 🤣