Bei eBay verkaufen 2026: Gebühren, Ablauf und was wirklich übrig bleibt
Bei eBay verkaufen ist für Privatpersonen mit Wohnsitz in Deutschland kostenlos: Auf Verkäufe innerhalb Deutschlands fällt weder eine Angebotsgebühr noch eine Verkaufsprovision an. Geld kostet nur, wer Zusatzoptionen bucht, ins Ausland verschickt oder gewerblich handelt — gewerbliche Verkäufer zahlen je nach Kategorie 5 bis 16 Prozent plus eine Fixgebühr pro Bestellung. Dieser Ratgeber zeigt euch die komplette Gebührenstruktur, den Ablauf vom Einstellen bis zur Auszahlung, die Abgrenzung zu Kleinanzeigen und die Steuergrenzen — Stand: August 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Privatverkäufe innerhalb Deutschlands sind bei eBay.de gebührenfrei — keine Provision, keine Angebotsgebühr.
- 320 Angebote pro Monat sind gebührenfrei, danach kostet jedes weitere 0,50 Euro.
- Gewerbliche Verkäufer zahlen je nach Kategorie 5 bis 16 Prozent plus 0,35 bzw. 0,45 Euro pro Bestellung.
- Ab 30 Verkäufen oder 2.000 Euro im Jahr meldet die Plattform euch ans Bundeszentralamt für Steuern.
Anzeige / Transparenz: Dieser Artikel enthält Partner-Links. Kauft ihr über einen solchen Link, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch bleibt der Preis identisch.
Was kostet es, bei eBay zu verkaufen?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Für private Verkäufer mit Wohnsitz in Deutschland oder im Europäischen Wirtschaftsraum kostet der Verkauf innerhalb Deutschlands nichts. In der eBay-Hilfe zu den Gebühren für private Verkäufer steht es wörtlich so: „Der Verkauf von Artikeln auf eBay.de ist innerhalb Deutschlands kostenlos.“ (Stand: August 2026). Weder eine Angebotsgebühr beim Einstellen noch eine Verkaufsprovision beim Zuschlag wird berechnet.
Das ist keine befristete Aktion, sondern seit dem 1. März 2023 der Normalzustand auf dem deutschen Marktplatz. In der Ankündigung vom 28. Februar 2023 beziffert eBay selbst, was wegfiel: „Diese betrug bisher 11 Prozent des Gesamtpreises plus eine fixe Gebühr von bis zu 0,35 Euro.“ Ein Jahr später meldete das Unternehmen, die Zahl der aus Privathand eingestellten Artikel sei seit dem 1. März 2023 um mehr als 20 Prozent gestiegen.
Wo trotzdem Gebühren anfallen
Kostenlos heißt nicht kostenfrei in jedem Fall. Laut derselben eBay-Hilfeseite fallen weiterhin Gebühren an, sobald ihr Zusatzoptionen bucht, Angebote per Anzeige bewerbt oder Versand ins Ausland anbietet. Die wichtigsten Posten für Privatverkäufer:
- Angebotsgebühr: 320 Angebote pro Monat sind frei; ab dem 321. Angebot kostet jedes 0,50 Euro. Dazu kommen 2.500 zusätzliche gebührenfreie Auktionsangebote pro Monat — allerdings nur mit 1,00 Euro Startpreis und nicht bei 1- oder 3-Tage-Auktionen.
- Galerie Plus: 0,75 Euro pro Angebot.
- Untertitel: 0,50 Euro pro Angebot.
- Zweite Kategorie: 0,50 Euro pro Angebot.
- Nicht öffentliche Bieterliste: 0,50 Euro pro Angebot.
- Mindestpreis bei Auktionen: 3 Prozent des Mindestpreises, maximal 150 Euro — und zwar unabhängig davon, ob der Artikel verkauft wird. In der Kategorie Business & Industrie sind es pauschal 10 Euro.
- Internationale Gebühr: 5 Prozent des Gesamtbetrags, wenn die Lieferadresse außerhalb Deutschlands liegt.
- Währungsumrechnung: 3 Prozent für Verkäufer mit hinterlegter Adresse in Deutschland.
Ausdrücklich kostenlos bleiben dagegen bis zu 24 Fotos pro Angebot, die Preisvorschlag-Funktion, der Sofort-Kaufen-Preis in Auktionen und die Startzeitplanung. Wer also schlicht einstellt, fotografiert und innerhalb Deutschlands verschickt, zahlt an eBay tatsächlich null.
Für diesen Ratgeber hat unsere Redaktion die aktuellen Gebührenseiten von eBay Deutschland für private und gewerbliche Verkäufer Position für Position ausgewertet und die Beträge gegen den Stand vom 16. August 2026 abgeglichen.
eBay oder Kleinanzeigen — wo ist der Unterschied?
eBay.de und Kleinanzeigen.de sind seit Juni 2021 zwei getrennte Unternehmen: eBay hat seine Kleinanzeigen-Sparte damals für 9,2 Milliarden US-Dollar an den norwegischen Konzern Adevinta verkauft. Im Mai 2023 verschwand auch der Namensbestandteil „eBay“ aus dem Portal, aus eBay Kleinanzeigen wurde Kleinanzeigen.de. Wer heute „eBay Kleinanzeigen“ sagt, meint eine Marke, die es so nicht mehr gibt.
Klein ist der Marktplatz dabei nicht: Laut eBay-Handelsupdate für das zweite Quartal 2026 zählt das Unternehmen weltweit 136 Millionen aktive Käufer und 2,6 Milliarden Angebote; für Deutschland nennt eBay eine Community von mehr als 18 Millionen Nutzerinnen und Nutzern und zählt den deutschen Markt zu den drei wichtigsten neben den USA und Großbritannien.
Inhaltlich sind es zwei völlig verschiedene Modelle. eBay ist ein Marktplatz mit Kaufabwicklung: Der Kauf kommt über die Plattform zustande, eBay wickelt die Zahlung ab, es gibt Versand, Bewertungen und den eBay-Käuferschutz. Kleinanzeigen ist im Kern ein Anzeigenportal — klassisch für die Abholung vor Ort, Zahlung und Übergabe regeln Käufer und Verkäufer selbst.
Auch das Gebührenmodell unterscheidet sich. Laut dem Kleinanzeigen-Hilfecenter ist das Inserieren für private Anbieter in den Kategorien Konsumgüter, Services und Jobs bis zu 100 Anzeigen in 30 Tagen kostenlos; ab der 101. Anzeige kostet jede weitere 1,99 Euro inklusive Mehrwertsteuer (Stand: August 2026). In der Unterkategorie Autos sind zwei Anzeigen pro 30 Tage frei, sofern der Inseratspreis unter 30.000 Euro liegt — ab der dritten werden 9,99 Euro fällig.
Unsere eigenen Zahlen zum Verhältnis der beiden Plattformen
Wie stark die beiden Plattformen im Deal-Alltag auseinanderliegen, zeigt unser eigenes Beitragsarchiv. Im MonsterDealz-Ledger stehen 74.671 Deal-Beiträge aus den Jahren 2014 bis 2026; 575 davon tragen „eBay“ im Titel, aber nur 19 „Kleinanzeigen“ — der Marktplatz taucht bei uns also rund 30-mal häufiger als Angebotsquelle auf als das Anzeigenportal (Stand: 16. August 2026). Der Grund ist strukturell: eBay-Angebote sind bundesweit bestellbar und damit für eine Deal-Community überhaupt erst verwertbar, lokale Abholangebote sind es nicht.
MonsterDealz.de ist eine deutsche Deal-Community, die täglich geprüfte Schnäppchen kuratiert und aktive Mitglieder über das M-Coins-Bonusprogramm mit Amazon-Gutscheinen belohnt.
Welche Plattform passt zu welchem Artikel?
- eBay: versandfähige Ware, Sammlerstücke, Technik, alles mit bundesweiter Nachfrage. Aufwand: Fotos, Versand, Käuferkommunikation. Reichweite: sehr hoch.
- Kleinanzeigen: Möbel, Sperriges, Fahrräder, Haushaltsauflösungen. Aufwand: gering. Reichweite: regional.
- Ankaufportale: Bücher, Handys, Konsolen. Aufwand: minimal. Erlös: deutlich niedriger als beim Einzelverkauf.
Wer regelmäßig größere Stapel loswerden will, fährt oft mit einer Mischung am besten. Wie das bei Büchern konkret ausgeht, haben wir im Ratgeber Bücher verkaufen durchgerechnet; für Smartphones lohnt der Blick in unseren Handy-Verkaufen-Vergleich.
Wie stellt ihr einen Artikel bei eBay ein?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Der Weg vom Foto zum fertigen Angebot dauert bei geübten Verkäufern rund fünf Minuten und besteht aus fünf Schritten — bis zu 24 Fotos pro Angebot sind dabei laut eBay-Gebührenübersicht kostenlos. Ein Konto und ein verifiziertes Bankkonto für die Auszahlung sind Voraussetzung, weil eBay die Zahlung seit der Umstellung auf die eigene Zahlungsabwicklung selbst abwickelt.
- Artikel erfassen: Über die Suche nach Produktname, EAN oder ISBN übernimmt eBay Titel und Eckdaten aus dem Produktkatalog. Das spart Tipparbeit und verbessert die Auffindbarkeit.
- Zustand und Beschreibung: Hier entscheidet sich später jeder Streitfall. Kratzer, fehlendes Zubehör, Akkuzustand, Reparaturen — alles, was ihr verschweigt, wird zum „nicht wie beschrieben“-Fall.
- Fotos: Tageslicht, neutraler Hintergrund, alle Seiten, Mängel bewusst mitfotografieren. Die Fotos sind eure Beweislage.
- Preis und Format: Auktion mit Startpreis oder Festpreis mit optionalem Preisvorschlag.
- Versand: Paketgröße, Versanddienst und Bearbeitungszeit festlegen. Wer eBay-Versandetiketten nutzt, spart sich das manuelle Nachtragen der Sendungsnummer — die Sendungsverfolgung wird automatisch hochgeladen.
Der Punkt Verpackung wird regelmäßig unterschätzt: Ein Transportschaden geht zulasten des Verkäufers, weil der Artikel dann nicht wie beschrieben ankommt. Unsere Anleitung Paket richtig verpacken zeigt, worauf es bei Polsterung und Kantenschutz ankommt.
Auktion oder Sofort-Kaufen — was bringt mehr?
Für Privatverkäufer ist die Frage seit 2023 fast nur noch eine Zeitfrage, weil beide Formate gebührenfrei sind — bezahlt wird nur der Mindestpreis mit 3 Prozent, maximal 150 Euro, und zwar auch dann, wenn der Artikel unverkauft bleibt. Vor der Gebührenbefreiung war das anders: Da entschied das Format mit über die Kostenlast.
Die Auktion spielt ihre Stärke bei Artikeln aus, deren Marktpreis schwankt oder schwer zu bestimmen ist — Sammlerstücke, Vintage-Technik, seltene Ersatzteile, Konvolute. Mehrere Interessenten treiben den Preis dorthin, wo er wirklich liegt. Der Preis dafür ist Unsicherheit: Bei nur einem Bieter geht der Artikel zum Startpreis weg.
Das Festpreisangebot passt zu allem mit klarem Marktwert. Ihr recherchiert den realen Marktpreis — bei eBay über den Filter „Verkaufte Artikel“, bei Neuware über Preisvergleiche wie idealo oder Geizhals — und setzt euren Preis leicht darunter. Die Option Preisvorschlag ist kostenlos und holt die Käufer ab, die grundsätzlich verhandeln wollen.
Unser Tipp: Erst den Marktpreis prüfen, dann einstellen
- Preisrecherche vor dem Verkauf spart bares Geld
- Wer den aktuellen Marktpreis kennt, setzt weder zu niedrig an noch bleibt er auf dem Artikel sitzen. In unserem Magazin sammeln wir Ratgeber zu Verkauf, Ankauf und Preisvergleich — vom Bücherstapel bis zum Smartphone.
Versand, Käuferschutz und Retouren: wer haftet wofür?

Symbolbild — KI-generiert / MonsterDealz
Der eBay-Käuferschutz greift in drei Fällen: Der Artikel kommt nicht an, er stimmt nicht mit der Angebotsbeschreibung überein, oder der Verkäufer hält seine eigenen Rücknahmebedingungen nicht ein. Das steht so im Grundsatz zum eBay-Käuferschutz, angeboten von der eBay GmbH in Kleinmachnow (Stand: August 2026).
Entscheidend für Verkäufer ist die Bedingung, unter der der Schutz überhaupt gilt: Bezahlt werden muss in der eBay-Kaufabwicklung — per Kreditkarte, PayPal, Apple Pay, Google Pay, eBay-Guthaben, Klarna oder Lastschrift. Für Artikel, bei denen ein Teil der Zahlung außerhalb von eBay lief, etwa per Überweisung oder Barzahlung, besteht laut demselben Grundsatz kein Anspruch auf Schutz. Vom Käuferschutz ausgeschlossen sind außerdem Immobilien, Dienstleistungen, Inserate, digitale Inhalte und NFTs.
Rückgaberecht: privat ist nicht gleich gewerblich
Ein häufiges Missverständnis: Das 14-tägige Widerrufsrecht gilt im Fernabsatz zwischen Unternehmer und Verbraucher — nicht bei einem Verkauf von Privat an Privat. Als Privatverkäufer müsst ihr also keine Rücknahme anbieten. Ihr könnt es freiwillig tun; dann seid ihr aber an genau diese selbst gesetzte Zusage gebunden, denn die Missachtung eigener Rücknahmebedingungen ist einer der drei Käuferschutz-Fälle.
Umgekehrt gibt es auch einen Schutz für euch. Kommt ein Artikel gebraucht oder beschädigt zurück, dürft ihr laut dem eBay-Grundsatz zum Verkäuferschutz „bis zu 50% vom Rückerstattungsbetrag einbehalten“ — allerdings nur bei Angeboten mit kostenloser Rücknahme und nur, wenn euer Servicestatus nicht „Unterdurchschnittlich“ ist (Stand: August 2026). Bei Nichtzahlung und anschließendem Kaufabbruch erstattet eBay sämtliche angefallenen Gebühren.
Wovon ihr euch als Privatverkäufer nicht freizeichnen könnt, ist die Haftung für arglistig verschwiegene Mängel. Der übliche Ausschluss der Gewährleistung im Angebotstext wirkt nur, solange ihr den Zustand ehrlich beschrieben habt. Genau deshalb ist die vollständige Mängelbeschreibung nicht Kulanz, sondern Selbstschutz.
Wann gilt euer eBay-Verkauf als gewerblich?
Es gibt keine feste Stückzahl, ab der ein Verkauf gewerblich wird — Gerichte und Finanzämter beurteilen das Gesamtbild, und bei den Gebühren macht die Einstufung einen Unterschied von 5 bis 16 Prozent des Verkaufspreises aus. Der Übergang vom Ausmisten zum Handel ist fließend, und die Kriterien sind Regelmäßigkeit, Wiederholung, Anzahl gleichartiger Artikel, planmäßiger Einkauf zum Weiterverkauf und ein professioneller Auftritt.
Typische Indizien für gewerbliches Handeln sind der Einkauf von Ware ausschließlich zum Weiterverkauf, viele gleichartige Neuartikel, dauerhaft hohe Angebotszahlen und ein Shop-ähnlicher Auftritt. Wer dagegen den eigenen Keller leert, verkauft privat — auch wenn dabei über Monate 40 Einzelstücke zusammenkommen.
Die Einstufung hat Konsequenzen in beide Richtungen. Gewerbliche Verkäufer müssen Impressum, Widerrufsbelehrung und Gewährleistung liefern und zahlen laut den Gebühren für gewerbliche Verkäufer eine Verkaufsprovision aus einem kategorieabhängigen Prozentsatz plus 0,35 Euro pro Bestellung, bei Bestellungen über 10 Euro 0,45 Euro (Stand: August 2026).
Verkaufsprovision nach Kategorie — die wichtigsten Sätze
- Computer, Tablets & Netzwerk sowie Handys & Kommunikation: 7 Prozent pro Artikel — bei gebrauchten und generalüberholten Artikelzuständen nur 5 Prozent.
- Handy-Zubehör, Notebook-Zubehör, Kabel: 12 Prozent, bei bestimmten Gebrauchtzuständen 5 Prozent.
- Bücher & Zeitschriften, PC- & Videospiele, Filme, Musik, Tickets: 12 Prozent bis 990 Euro Verkaufspreis, 3 Prozent für den Anteil darüber.
- Kleidung & Accessoires: 12 Prozent bis 990 Euro, 3 Prozent darüber; Sneaker ab 100 Euro nur 7 Prozent.
- Uhren & Schmuck: 16 Prozent — der höchste Satz im Verzeichnis.
- Business & Industrie, Büro & Schreibwaren, Sport, Baby, Möbel & Wohnen: 14 Prozent, bei Gebrauchtzuständen 5 Prozent.
- Münzen: 6,5 Prozent bis 990 Euro, 3 Prozent darüber.
- Auto & Motorrad: Teile: 12 Prozent bis 990 Euro, 3 Prozent darüber; Reifen und Felgen 6,5 Prozent.
Dazu kommen Angebotsgebühren ohne Shop-Abo: 0,35 Euro je Festpreisangebot, 0,50 Euro je Auktionsangebot. Ein Shop-Abo senkt beides und kostet laut derselben eBay-Hilfeseite monatlich 39,95 Euro (Basis), 79,95 Euro (Top), 299,95 Euro (Premium) oder 4.999,95 Euro (Platin) — inklusive 400, 2.500 beziehungsweise unbegrenzt vieler kostenloser Festpreisangebote pro Monat.
Ein Sonderfall sind private Verkäufer mit Wohnsitz außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums: Für sie gilt die Gebührenfreiheit nicht. Sie zahlen 11 Prozent des Gesamtbetrags bis 1.990 Euro und 2 Prozent für den Anteil darüber, plus 0,35 Euro pro Bestellung — beziehungsweise 0,05 Euro, wenn die Bestellung unter 10 Euro liegt.
Ab wann meldet eBay euch ans Finanzamt?

Illustration — KI-generiert / MonsterDealz
Ab 30 Verkäufen oder 2.000 Euro Vergütung pro Kalenderjahr und Plattform meldet eBay eure Daten an das Bundeszentralamt für Steuern. Grundlage ist das Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG), das am 1. Januar 2023 in Kraft getreten ist und die EU-Richtlinie DAC7 umsetzt. Wer darunter bleibt, gilt als „freigestellter Anbieter“ und wird nicht gemeldet.
Der Gesetzestext ist an dieser Stelle präzise. In § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 4 PStTG ist der freigestellte Anbieter derjenige, der „im Meldezeitraum unter Inanspruchnahme derselben Plattform in weniger als 30 Fällen relevante Tätigkeiten […] erbracht und dadurch insgesamt weniger als 2 000 Euro als Vergütung […] bekommen hat.“ Beide Bedingungen müssen erfüllt sein — wer eine davon reißt, wird gemeldet. Die technischen Details zum Meldeverfahren dokumentiert das Bundeszentralamt für Steuern.
Meldung ist keine Steuerpflicht
Der wichtigste Punkt wird im Alltag am häufigsten verwechselt: Eine Meldung nach dem PStTG bedeutet nicht automatisch, dass Steuern anfallen. Sie ist eine Kontrollmitteilung. Ob tatsächlich etwas zu versteuern ist, entscheidet das Einkommensteuerrecht.
Die Verbraucherzentrale formuliert die Schwelle so: „Verkaufsplattformen müssen seit 2023 alle Verkäufer:innen aktiv an das Bundeszentralamt für Steuern melden, wenn sie pro Kalenderjahr mehr als 30 Artikel verkaufen oder mehr als 2.000 Euro Umsatz machen.“ Zur Steuerpflicht selbst schreibt sie in ihrem Ratgeber zum Secondhand-Verkauf: „Einkommenssteuer fällt nur dann an, wenn Sie mehr als 1.000 Euro Gewinn im Steuerjahr mit den Privatverkäufen erzielen.“ (Stand: August 2026).
Die beiden relevanten Grenzen im Einkommensteuergesetz
Wer gebrauchte Alltagsgegenstände unter Einkaufspreis verkauft, macht keinen Gewinn und hat damit auch nichts zu versteuern. Interessant wird es bei Wertgegenständen, die im Wert gestiegen sind. Zwei Regeln aus § 23 EStG greifen dann:
- Jahresfrist und Alltagsgegenstände: Nach § 23 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 sind Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern nur steuerbar, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung „nicht mehr als ein Jahr“ liegt — und weiter heißt es dort: „Ausgenommen sind Veräußerungen von Gegenständen des täglichen Gebrauchs.“ Kleidung, Möbel, Haushaltsgeräte und Elektronik aus dem eigenen Haushalt fallen damit ganz heraus, unabhängig von Frist und Betrag.
- Freigrenze: Nach § 23 Absatz 3 Satz 5 bleiben Gewinne steuerfrei, „wenn der aus den privaten Veräußerungsgeschäften erzielte Gesamtgewinn im Kalenderjahr weniger als 1 000 Euro betragen hat.“ Das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag: Bei 1.000 Euro und mehr ist der komplette Gewinn steuerpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil.
Diese Zusammenfassung ersetzt keine Steuerberatung. Wer regelmäßig verkauft, gezielt einkauft oder größere Beträge bewegt, klärt den Einzelfall mit dem Finanzamt oder einem Steuerberater.
Wann kommt das Geld auf dem Konto an?
Bei eingespielten Verkäufern steht der Erlös laut eBay-Hilfeseite zu Auszahlungen in der Regel innerhalb von 2 Tagen nach der Zahlungsbestätigung des Käufers bereit; von dort dauert die Gutschrift auf dem Bankkonto noch 1 bis 2 Werktage. eBay wickelt die Zahlung selbst ab, zieht anfallende Gebühren direkt vom Verkaufserlös ab und überweist den Rest auf das hinterlegte Bankkonto. Ein separates PayPal-Konto braucht es dafür nicht mehr.
Für neue Privatverkäufer gilt eine strengere Regel: Sie bekommen ihr Geld erst nach der Zustellung. Mit hinterlegter Sendungsverfolgung sind es laut eBay 2 Kalendertage nach der Zustellbestätigung, ohne Tracking 14 Kalendertage nach der Zahlung des Käufers. Bei Bestellungen bis 20 Euro wird der Betrag freigegeben, sobald der Käufer positiv bewertet. In die schnellere Auszahlung rutscht ihr laut derselben Hilfeseite mit mindestens 10 abgeschlossenen Verkäufen im Gesamtwert von mindestens 150 Euro in den letzten fünf Jahren und höchstens zwei offenen Fällen oder Transaktionsmängeln in den letzten zwölf Monaten.
Zusätzlich kann eBay Beträge vorübergehend einbehalten — etwa bei ungewöhnlichen Verkaufsmustern, einem starken Anstieg des Bestellvolumens, hochpreisigen Artikeln oder einem offenen Käuferschutzfall. Solche Zahlungseinbehalte werden in der Regel innerhalb von 30 Tagen wieder aufgehoben, bei neuen oder nur gelegentlich aktiven gewerblichen Verkäufern innerhalb von 31 Tagen. Zwei Dinge verkürzen die Wartezeit spürbar: innerhalb der angegebenen Bearbeitungszeit verschicken und die Sendungsverfolgung hochladen — bei eBay-Versandetiketten passiert das automatisch.
Was bleibt am Ende wirklich übrig?
Bei einem privaten Verkauf innerhalb Deutschlands bleiben von 100 Euro Verkaufspreis 100 Euro abzüglich Versand und Verpackung — die Plattformkosten liegen bei null. Genau das ist der Unterschied zu fast allen anderen Verkaufswegen, bei denen 10 bis 30 Prozent Provision abgehen. Drei Beispiele, jeweils Stand August 2026:
- Privat, Versand innerhalb Deutschlands, 120 Euro Verkaufspreis: keine eBay-Gebühr. Abzüglich Paketporto und Verpackungsmaterial bleiben je nach Paketgröße rund 110 bis 115 Euro.
- Privat mit Zusatzoptionen, 120 Euro: Galerie Plus 0,75 Euro plus Untertitel 0,50 Euro ergeben 1,25 Euro Zusatzkosten — also gut ein Prozent des Erlöses.
- Gewerblich, Kategorie Handys & Kommunikation, 120 Euro: 7 Prozent Verkaufsprovision sind 8,40 Euro, dazu 0,45 Euro Fixgebühr pro Bestellung und 0,35 Euro Angebotsgebühr für ein Festpreisangebot ohne Shop — zusammen 9,20 Euro. Zuzüglich Umsatzsteuer auf die Gebühren.
Die realistische Rechnung enthält aber noch zwei Posten, die keine Gebühr sind: Zeit und Rückläufer. Fotografieren, Beschreiben, Fragen beantworten, Verpacken und zur Post bringen kostet pro Artikel gut und gerne 20 bis 30 Minuten. Und ein Käufer, der einen Artikel reklamiert, kann den Erlös nachträglich auf null bringen. Bei Artikeln unter etwa 15 Euro Verkaufspreis lohnt der Einzelverkauf deshalb selten — dafür sind Konvolute oder Ankaufportale die bessere Wahl.
Für Käufer wiederum ändert sich durch die Gebührenfreiheit nichts an den Sparmöglichkeiten. Wer regelmäßig bei eBay einkauft, findet in unseren Ratgebern zu eBay-Gutscheinen und zur Mitgliedschaft eBay Plus die passenden Hebel; wer auf Kleinanzeigen unterwegs ist, schaut in den Kleinanzeigen-Aktionscode-Überblick.
Vor- & Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Privatverkauf in Deutschland komplett gebührenfrei | Aufwand pro Artikel rund 20 bis 30 Minuten |
| 320 gebührenfreie Angebote pro Monat | Käuferschutz greift auch gegen Privatverkäufer |
| Bundesweite Reichweite statt regionaler Nachfrage | 5 Prozent internationale Gebühr bei Auslandsversand |
| Auszahlung oft schon nach 48 Stunden | Meldung ans Finanzamt ab 30 Verkäufen oder 2.000 Euro |
Häufige Fragen zum Verkaufen bei eBay
Ist das Verkaufen bei eBay wirklich kostenlos?
Für private Verkäufer mit Wohnsitz in Deutschland oder im Europäischen Wirtschaftsraum ja, solange innerhalb Deutschlands verkauft wird. eBay schreibt selbst, der Verkauf sei innerhalb Deutschlands kostenlos. Gebühren entstehen nur durch Zusatzoptionen wie Galerie Plus oder Untertitel, durch beworbene Angebote, durch Versand ins Ausland und ab dem 321. Angebot pro Monat.
Wie viele Artikel darf ich als Privatperson bei eBay verkaufen?
Eine gesetzliche Obergrenze gibt es nicht. Gebührenseitig sind 320 Angebote pro Monat frei, danach kostet jedes weitere 0,50 Euro. Steuerlich wird es ab 30 Verkäufen oder 2.000 Euro Vergütung pro Kalenderjahr meldepflichtig. Und rechtlich kippt die Einstufung ins Gewerbliche, wenn ihr planmäßig einkauft, um weiterzuverkaufen.
Ab wann gilt ein eBay-Verkauf als gewerblich?
Es gibt keine feste Stückzahl. Entscheidend ist das Gesamtbild: Regelmäßigkeit, Wiederholung, viele gleichartige Artikel, planmäßiger Einkauf zum Weiterverkauf und ein professioneller Auftritt. Wer den eigenen Haushalt auflöst, verkauft privat — auch bei mehreren Dutzend Einzelstücken. Wer Ware einkauft, um sie mit Aufschlag weiterzuverkaufen, handelt gewerblich.
Muss ich Verkäufe bei eBay in der Steuererklärung angeben?
Nur, wenn ein steuerpflichtiger Gewinn entsteht. Nach § 23 EStG sind Verkäufe von Gegenständen, die ihr länger als ein Jahr besitzt, nicht steuerbar; darunter greift eine Freigrenze von 1.000 Euro Gesamtgewinn pro Kalenderjahr. Die Meldung der Plattform ans Bundeszentralamt für Steuern ist eine Kontrollmitteilung und keine Steuerfestsetzung. Im Zweifel klärt das ein Steuerberater.
Was ist der Unterschied zwischen eBay und Kleinanzeigen?
eBay ist ein Marktplatz mit eigener Kaufabwicklung, Versand, Bewertungen und Käuferschutz. Kleinanzeigen ist ein Anzeigenportal, das ursprünglich auf Abholung vor Ort ausgelegt ist. Beide gehören seit dem Verkauf der Kleinanzeigen-Sparte an Adevinta im Juni 2021 nicht mehr zum selben Konzern; die Marke eBay Kleinanzeigen wurde im Mai 2023 zu Kleinanzeigen.de.
Muss ich als Privatverkäufer Rücknahme anbieten?
Nein. Das 14-tägige Widerrufsrecht im Fernabsatz gilt zwischen Unternehmer und Verbraucher, nicht von privat an privat. Bietet ihr freiwillig eine Rücknahme an, seid ihr an diese Zusage gebunden — die Missachtung eigener Rücknahmebedingungen ist einer der drei Fälle, in denen der eBay-Käuferschutz greift.
Wann bekomme ich mein Geld nach dem Verkauf?
Bei eingespielten Verkäufern steht der Erlös laut eBay in der Regel innerhalb von 2 Tagen nach der Zahlungsbestätigung bereit, die Bankgutschrift dauert weitere 1 bis 2 Werktage. Neue Privatverkäufer bekommen das Geld erst nach der Zustellung: 2 Kalendertage nach der Zustellbestätigung mit Sendungsverfolgung, ohne Tracking 14 Kalendertage nach der Zahlung. Bei Zahlungseinbehalten dauert es in der Regel bis zu 30 Tage.
Was passiert, wenn der Käufer den Artikel reklamiert?
Der Käufer eröffnet einen Fall über den eBay-Käuferschutz. eBay behält den Betrag ein, bis der Fall geklärt ist. Bei „Artikel nicht erhalten“ hilft die Sendungsverfolgung, bei „nicht wie beschrieben“ die Angebotsbeschreibung samt Fotos. Deshalb gilt: Mängel vollständig beschreiben und mitfotografieren — das ist die belastbarste Absicherung.
Lohnt sich der Verkauf kleiner Artikel überhaupt?
Unter etwa 15 Euro Verkaufspreis meist nicht als Einzelangebot, weil Zeitaufwand und Portoanteil den Erlös auffressen. Sinnvoller sind Konvolute — mehrere Artikel in einem Angebot — oder Ankaufportale für Bücher, Handys und Konsolen. Der Erlös dort ist niedriger, der Aufwand aber ebenfalls.
Fazit: Für wen sich der Verkauf bei eBay rechnet
Seit der Abschaffung der Privatverkäufer-Gebühren ist eBay für Privatpersonen der Verkaufsweg mit dem besten Verhältnis aus Reichweite und Kosten: bundesweite Nachfrage bei null Prozent Provision. Der Preis dafür ist Arbeit — Fotos, Beschreibung, Versand, Kommunikation — und ein Käuferschutz, der auch gegen euch greifen kann.
Drei Faustregeln aus der Praxis:
- Ehrlich beschreiben schlägt schön beschreiben. Jeder verschwiegene Mangel wird zum Käuferschutzfall.
- Erst den Marktpreis prüfen, dann das Format wählen. Klarer Marktwert heißt Festpreis, unklarer Wert heißt Auktion.
- Die 30er- und 2.000-Euro-Marke im Blick behalten. Nicht wegen der Steuer, sondern damit die Meldung euch nicht überrascht.
Wer parallel auch kaufen will: Die aktuellen Schnäppchen sammeln wir täglich auf MonsterDealz.de, und wer nur ein Auto loswerden möchte, findet die passenden Wege im Ratgeber Auto verkaufen.